Eine Nachbemerkung zu „Die Geschichte des AMERICAN COLLEGE OF ORGONOMY“

Die Geschichte des AMERICAN COLLEGE OF ORGONOMY

Zu den mittlerweile Dutzenden von Orgonomen, die seit Reichs Tod aufgetaucht sind und wieder in die Vergessenheit zurückgesunken sind, ist zweierlei zu sagen:

1. Es gibt heute zwei Empfänger des „Wilhelm Reich Award“, der höchstens einmal in einer Generation vergeben wird: Elsworth F. Baker und Charles Konia. Beide haben bei ihren Dankesreden erklärt, warum sie sie erhalten haben: schlicht und ergreifend, weil sie noch da waren. Andere mögen es vehement bestreiten, doch von Reichs Schülern war Baker der einzige, der Kurs gehalten hat. Das gleiche trifft auf Konia zu, der als einziger von Bakers Schülern aus den 1950er und 1960er Jahren bei der Stange geblieben war.

Ganz anders ist das bei Reich selbst: Er hat praktisch jährlich Positionen aufgegeben, die er vorher noch vehement als „unumstößlich“ verfochten hatte. Schließlich war er der Pionier, der das ganze Feld erst erschlossen hat. Es macht keinerlei Sinn die, die später dieses Feld beackert haben, mit ihm zu vergleichen.

2. Was ist im einzelnen mit den anderen Orgonomen passiert? Sie haben sich auf ihre Privatpraxen als Orgontherapeuten zurückgezogen, die Orgonomie ganz hinter sich gelassen oder sie sind in Sekten und die „Spiritualität“ abgedriftet. Das ist aber ihr Privatproblem, das imgrunde niemanden etwas angeht. Sie waren Psychiater, die auf Reich gestoßen waren (wie andere auf Frankl, Adler, Jung, etc.) und sich eine Zeitlang mit seiner Arbeit identifiziert haben. Was sie davor, danach und nebenbei getan haben, hat uns nicht zu interessieren. Es hat etwas zutiefst Pathologisches, diesen Leuten hinterher zu schnüffeln. (Insbesondere ist das bei Patienten virulent. Ödipus ick hör dir trapsen!)

Hingegen gibt es in Reichs Leben (und damit automatisch auch im Leben seines Umfeldes) keinerlei Bereiche, die ausgeklammert werden dürfen. Selbst vertraulichste Liebesbriefe mit intimsten Details sollte man veröffentlichen. Die übrigen Orgonomen kann man mit Malern im klassischen Sinne vergleichen: ihre Werke sind das einzig bedeutsame, sie selbst sind imgrunde uninteressant. Reich war demhingegen ein „Gesamtkunstwerk“, sozusagen ein „Aktionskünstler“. Er selbst und das Werk, das er geschaffen hat, sind nicht voneinander zu scheiden. Die Orgonomen danach hingegen sind als Personen nur für ihre Familien, Kollegen und Freunde von irgendeinem Interesse. Sie zu behandeln, als seien sie sozusagen „Wilhelm Reiche“ ist objektiv betrachtet ein Kategorienfehler und menschlich betrachtet geradezu ekelhaft. Man schnüffelt nicht im Leben anderer Menschen herum!

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Eine Antwort to “Eine Nachbemerkung zu „Die Geschichte des AMERICAN COLLEGE OF ORGONOMY“”

  1. Peter Nasselstein Says:

    Mir hat Emil Nolde nie was gesagt. Widerwille von Anfang an. Aber das beiseite ist er unzweifelhaft einer der bedeutendsten deutschen Maler. Wie kann es sein, daß ein derartiges pestilenter Charakter so (wie man sagt) großartige Kunst gemacht hat?

    Es ist nicht nur sein Nationalsozialismus – er war wirklich ein widerlicher Mensch. Beispielsweise ist mir naheliegenderweise gerade das bei Wikipedia aufgefallen: „Im Mai 1933 denunzierte Nolde seinen Konkurrenten Max Pechstein allein wegen dessen Namen bei einem Beamten des Propagandaministeriums als vermeintlichen ‚Juden‘. Obwohl von Pechstein darauf aufmerksam gemacht, daß diese Behauptung nicht zutreffe, ihm und seiner Familie aber sehr gefährlich werden könne, verweigerte Nolde eine Richtigstellung gegenüber dem Ministerium.“ sic!

    Man denke auch an Widerlinge wie Richard Wagner.

    Wie ist es möglich, daß pestilente Charaktere „genitale“ Kunst produzieren? Weil man ähnlich wie bei der Arbeitsdemokratie den Täter von seiner tat trennen kann und muß. Es ist egal, ob mein Schuster Nationalsozialist ist oder nicht.Es ist egal, was für ein Mensch Nolde war! Was wirklich Emotionelle Pest ist, ist die Political Correctness, die auf dieser Verbindung beharrt.

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