Der rechte Blick auf DIE MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 7)

Der letztendliche Verdacht, dem die Orgonomie insbesondere von linker und gerade auch von gemäßigter, d.h. rationaler liberaler Seite ausgesetzt ist, ist der Klassiker schlechthin: mit der Diagnose „Emotionelle Pest“ würde sich Reich gegen jedes rationale Gegenargument immunisieren und damit letztendlich selbst faschistisch agieren!

Typisch für jedwedes liberale Argument (intellektuelle Abwehr!) ist das eine bloße, abstrakte Logelei. Wo gibt es für diese Anschuldigung ein konkretes Beispiel? Hier ist es nämlich so, daß der Liberale von seiner Struktur, die dazu führt, daß er nur in abstrakten, vom wirklichen Leben losgelösten Kategorien denken kann, auf andere schließt. Was ist denn „Emotionelle Pest“? Der pestilente Charakter leidet unter dem charakterstrukturellen Zwang zerstörerisch und „böse“ zu handeln, gibt aber stets das gegenteilige Motiv an. Das unterscheidet ihn fundamental sowohl vom genitalen Charakter, als auch vom gewöhnlichen neurotischen Charakter. Die Diagnose „Emotionelle Pest“ ist einfach, wenn man sich die Frage stellt, „was am Ende dabei herauskommen wird“, also welche Funktion eine bestimmte Handlung hat. Was kann beispielsweise dabei herauskommen, wenn man kulturfremde und (nach hiesigen Standards) fast durchweg ungebildete junge Männer im besten Wehralter aus Krisengebieten ins Land holt, also Fahnenflüchtige, die entweder, feige wie sie sind, Kinder, Frauen und Greise ungeschützt zurücklassen oder gar nicht wirklich aus Krisengebieten stammen, sondern einfach nur Abenteurer sind? Jedwedes vorgeschobene Motiv, etwa „Menschlichkeit“, für das Herholen und Aufnehmen dieser Leute ist ein derartiger Schwachsinn und der besagte strukturelle Zwang derartig offensichtlich… Und so ist es bei jedweder Diagnose von Emotioneller Pest, die von einem Orgonomen gestellt wird.

Es ist geradezu das Gegenteil dessen der Fall, was den Orgonomen vorgeworfen wird, will sagen, daß die meisten Orgonomen stets sehr restriktiv mit dieser Diagnose umgegangen sind – was auch orgonomischer Sicht fast schon eine sträfliche Nachlässigkeit war. Und die, die das nicht getan haben, etwa Paul Mathews und Charles Konia: irren ist menschlich und überall wird hier und da Mist gebaut, aber mir fällt kein einziges Beispiel für eine Fehldiagnose ein oder gar ein Beispiel für die „Selbstimmunisierung der Orgonomie durch den faschistischen Mißbrauch des Stigmas ‚Emotionelle Pest‘“.

Vermeintliche „Antifaschisten“ wollen uns die Hauptwaffe gegen den Faschismus aus der Hand schlagen. Hmmm, wie soll ich eine solche Handlungsweise wohl bezeichnen?

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2 Antworten to “Der rechte Blick auf DIE MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 7)”

  1. Kim Says:

    Was ist eigentlich für dich Faschismus, Peter?

    • Peter Nasselstein Says:

      Gute Frage, spontane Antwort: Faschismus ist per Definition immer Ausdruck der sekundären Schicht. Im „üblichen“ (rechten) Faschismus wird diese unmittelbar von der Fassade ausgedrückt. Im roten Faschismus unter dem Vorwand des „Antifaschismus“. Das Symbol Nazideutschlands war der Adler, das Symbol der Sowjetunion sozusagen „die Taube mit Olivenzweig im Schnabel“. Faschismus ist immer Rebellion mit gleichzeitiger Unterwerfung: nach unten Treten und nach oben Buckeln, aber mit der Faust in der Tasche. Das sieht man sowohl in der ganzen Absurdität des „National-Sozialismus“ als auch in der der Sowjetunion, die in ihrem Ordenslametta und nationalistischem Kitsch alles überbot, was jemals das Zarentum auszeichnete. Entsprechend steht der Faschismus für vollständige Hilflosigkeit: an die Stelle der Arbeitsdemokratie rückt der absolutistische Staat, der alles regelt, wie in einer gigantischen Maschinerie. Und schließlich der Kult männlicher Stärke mit vollständiger Verdrängung „weiblicher“ Hingabe. Dergestalt ist der Faschismus der ultimative Ausdruck der Panzerung: sekundäre Triebe, Widersprüchlichkeit („Trieb gegen Trieb“: beispielsweise Rückschrittlichkeit bei gleichzeitiger Rebellion) und eine maschinelle Lebensauffassung.

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