Posts Tagged ‘Faschismus’

Der Falschnachrichtenbrief

30. März 2019

Hier und auf Facebook wurde mir nicht ganz ohne Berechtigung vorgeworfen, ich würde sozusagen „Fake News“ verbreiten. Ich hatte etwas verlinkt und mit einem Kommentar versehen, der offensichtlich die Bedeutung des Verlinkten maßlos überzeichnete, wenn nicht vollkommen entstellte. Spätestens seit den Amtsantritten von Orban, Trump und Salvini wird das Libertären und Konservativen ständig vorgehalten: daß sie mit derartigen Entstellungen, Übertreibungen und Verzerrungen die öffentliche Meinung manipulieren „wie einst Hitler und Goebbels“. Das Problem ist, daß unsereins wie der Frosch im Kochtopf ist. Wir sehen, daß die Herdplatte angestellt ist, fühlen, daß die Wassertemperatur langsam steigt, doch die „öffentliche Meinung in der Küche“ redet davon, daß das Wasser viel zu kalt sei und daß das mit dem Kochherd eine wilde Verschwörungstheorie sei.

Reich stand Anfang der 1930er Jahre und 20 Jahre später vor dem gleichen Problem: Wie den Deutschen klarmachen, daß sie unausweichlich in den schwarzen Faschismus reinschlittern? Wie den Amerikanern, daß sie es mit dem roten Faschismus zu tun haben? Reich versuchte in Die Massenpsychologie des Faschismus zu zeigen, wie sich der Faschismus ganz unspektakulär in unbeachteten Alltäglichkeiten festsetzt und von dort aus seine ungeheure Dynamik gewinnt. Nur so war erklärlich, daß sich das rote Berlin, das gesamte rote Preußen, Hitler ergab. Alle machten sich lustig, als Reich in Amerika die rotfaschistische Verschwörung gegen ihn offenlegen wollte. Heute ist die gesamte akademische und mediale Welt in kommunistischer Hand. Und sie reden ganz offen und wie selbstverständlich von Umerziehungslagern für Identitäre, Libertäre und Konservative.

Man muß einen Blick dafür entwickeln, wie sich das Große aus dem ganz Kleinen entwickelt bzw. wie das heutige ganz Kleine auf das zukünftige Große verweist. Es sind die Schulhefte deines Kindes, die, wenn man nur genauer hinschaut, voller Marxistischer und Islamistischer Propaganda sind. Es sind die mahnenden Worte deines Pastors, die zu Toleranz und Unterwerfung aufrufen. Es sind die Fernsehkrimis, wo immer die Unternehmer und „die Weißen“ die Bösewichter sind. Es geht um das alltägliche niedrigdosierte Gift. Wer auf es hinweist, steht als Idiot da, der (Orwell läßt grüßen) alles aus dem Zusammenhang reißt, aufbauscht und Fake News verbreitet. Eine flächendeckende und lückenlose rote Indoktrinierung unserer Kinder? Lächerlich! Bringt man Beispiele vor, wird man hämisch ausgelacht. Desgleichen beim Thema schleichende Islamisierung und Umvolkung! Von der systematischen Ausmerzung der deutschen Kultur, die mit der Rechtschreibreform angefangen hat, will ich erst gar nicht reden: sie wurde EXPLIZIT eingeführt, um den Schülern das Lernen zu vereinfachen… Wie dumm muß man sein, um den Zusammenhang mit der Umvolkung nicht zu sehen!

Wie Reich in Was ist Klassenbewußtsein? dargelegt hat, setzt die Lebensfeindlichkeit („die Reaktion“) bei Dingen an, die uns als klein und unbedeutend erscheinen. Auf diese Weise wird den Nationen der Nationalstolz ausgetrieben, den Frauen die Weiblichkeit, den Männern die Männlichkeit, den Christen ihre Christlichkeit, etc. Alle Eigenschaften werden – das Eigene selbst wird förmlich „ausgewaschen“. Das sieht man nicht zuletzt an der Sprache. Die Veränderungen sind schleichend, so daß jeder dumm dasteht, der diese Entwicklung mit Beispielen exemplifizieren und illustrieren will.

Warum ist das so? Weil Geschichte, d.h. die wahre Geschichte, die Geschichte, die wirklich zählt, nichts anderes ist als die Entwicklung der organismischen Orgonenergie in den Massenindividuen. Es geht um „charakterologische“ Vorgänge, die langsam und unbemerkt, sozusagen „im Vegetativum“ verlaufen. Der „offizielle“ Geschichtsgang, wie er in der Tagesschau gezeigt und an den Universitäten verfolgt wird, ist im Vergleich dazu nur oberflächlicher Firlefanz (siehe dazu Reichs Menschen im Staat). Das heißt hier nicht ohne Grund „Nachrichtenbrief“! HIER (und in unzähligen anderen Blogs und Facebook-Seiten weiterer einfacher Menschen) wird die Wirklichkeit widergespiegelt und nicht in den idiotischen Massenmedien.

Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

22. März 2019

 

Paul Mathews:
Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

 

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 5

12. Februar 2019

orgonometrieteil12

5. Reichs Selbstverständnis als Naturwissenschaftler

DIE MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS in drei Teilen (Teil 2)

25. Januar 2019

Teil 2 der Massenpsychologie des Faschismus handelt von der Einführung der „Sowjetdemokratie“ durch Stalin – und das in einer angeblichen „Räterepublik“, wo alle Macht von den arbeitenden Massen ausgeht. Reich ging die ganze Verlogenheit des kommunistischen Projekts auf. Er kritisiert hier sozusagen die erste „Perestroika“, Stalin als „Gorbatschow“!

Gorbatschow war als sowjetischer Parteiführer in erster Linie Leninist, d.h. zur Machterhaltung war es für ihn geradezu Routine überkommenen ideologischen Ballast über Bord zu werfen. Es geht einzig und allein um den Machterhalt der Partei – selbst zum Preis der „Demokratisierung“, da sind Tradition und Ideologie egal. Hat doch schon Lenin den Sankt Marx einen guten Mann seinlassen und die „Neue ökonomische Politik“ ausgerufen.

Als ich damals zum ersten Mal vom neuen Generalsekretär Gorbatschow hörte, mußte ich unwillkürlich an Stalin denken. Man macht sich im allgemeinen ein viel zu finsteres Bild von Stalin. Nicht, daß er kein Modju war, sondern weil er ein Modju war, ist er am Anfang bis zu Lenins Tod, sehr jovial, menschlich und sympathisch aufgetreten und hat sich dergestalt wohltuend vom Heißsporn Trotzki abgehoben, an den das Grauen des Roten Terrors haftete und der als hochmütig und fanatisch galt. Die Leute, die Stalin unterstützt haben, hatten eine Todesangst vor einer persönlichen Machtstellung Trotzkis. Also genau vor dem, was dann mit Stalin eingetreten ist.

Bei Gorbatschow hatten wir genau das gleiche: ein energischer junger Mann, der aber trotzdem jovial und vertrauenerweckend auftrat, als Reformer, jemand der sich in die kollektive Führung einreihte, etc. Aber dann ganz plötzlich trat genau das gleiche wie bei Stalin auf: während Stalin seine persönliche Diktatur aufbaute, führte Gorbatschow das Präsidialsystem ein, trat als großer Superstar auf. Plötzlich hatte er es nicht mehr nötig den Vorsitzenden des Obersten Sowjets um das Wort zu bitten, sondern quasselte frei drauf los und machte aus Gromyko eine Witzfigur, ähnlich wie Stalin aus Kalinin eine Witzfigur gemacht hatte. Seit Stalin war Gorbatschow wieder der erste Sowjetführer, der vollkommen neue ideologische Direktiven erteilte – und er war seit Stalin wieder der erste Sowjetführer, der von westlichen Intellektuellen als Christusersatz angebetet wurde.

Gorbatschow war ein Produkt Andropows, der schon mit „Gorbatschows“ Politik schwanger ging, als niemand Gorbatschow kannte. Der KGB-Chef Andropow hatte sich über KGB-Kanäle wie Spiegel und Stern (schon damals dünnschissige Schmierblätter!) als „Liberalen“, als feinfühligen Intellektuellen präsentieren lassen, der sich für Jazz interessiert. Er wollte der SU ein neues Image verpassen, um die Wirtschaft des Westens besser anzapfen zu können und dem Kommunismus seine idealistische Dynamik zurückzugeben. Gleichzeitig wollte er das Land von innen auflockern, um die Stagnation zu überwinden. Und der Westen ist so dumm und fällt darauf rein. Ergebnis: Gorbatschow diktiert die Verteidigungspolitik des Westens, der Westen saniert den maroden Osten, der sich gleichzeitig groteskerweise als frischer Quell „neuen Denkens“ präsentieren kann. Ich erinnere an die verbrecherische „Friedensbewegung“ und die Wiedervereinigung – die uns Merkel und die DDR 2.0 geschenkt hat.

Typisch für den Kommunismus waren nicht die Panzer in Budapest, Prag und Peking, wo jeweils „Demokratiebewegungen“ blutig niedergeschlagen wurden, sondern vielmehr Leute wie Andropow und Gorbatschow, die an das vermeintlich „Gute im Menschen“, an die soziale Fassade appellieren, um dann erstrecht das Lebendige um so besser töten zu können. Typisch ist die sogenannte „Friedensbewegung’“, die, unter dem Banner des Guten, alles Natürliche zu unterdrücken trachtet, alle Bewegung. Ich denke nur an die widerwärtige Propaganda gegen das „Kriegsspielzeug“ oder das kastrierte Gehabe so mancher Friedensschwuchteln. Das ist Kommunismus – die Zerstörung des Friedens durch „Frieden“, die Unterdrückung des Volkes durch eine „Volksarmee“, die Errichtung der Tyrannei durch die „Volksdemokratie“ (die Machtstellung, die Gorbatschow zeitweise „demokratisch“ errang), die Erhaltung eines mittelalterlichen Systems (Sozialismus) und seiner Theorie (Marxismus) durch „neues Denken“.

Der Ex-DDR-RGW-Funktionär Hermann von Berg stellte damals in seinem Buch Die Antiökonomie des Sozialismus (Würzburg: Creator-Verlag, 1989) dar, daß Gorbatschows Neues Denken, was die Wirtschaft betrifft, uraltes Denken ist. Schon Stalin hat versucht, die sozialistische Wirtschaft auf Gorbatschowsche Weise zu reformieren. Breschnew war auch schon ein „Gorbatschow“! Und alles ist gescheitert, genauso wie Gorbatschow kurz darauf gescheitert ist mit seiner „sozialistischen Marktwirtschaft“. Gorbatschow hat sich verzockt, ähnlich wie es zuvor Stalin mit dem Hitler-Stalin-Pakt passiert war.

Was Rotchina betrifft hat der Kommunismus zu einer apokalyptischen moralischen Krise geführt, einen Alptraum:

DIE MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS in drei Teilen (Teil 1)

24. Januar 2019

Reichs Buch Die Massenpsychologie des Faschismus setzt sich aus drei Teilen zusammen. Eine Einteilung, die durch die dilettantische Herausgeberschaft durch Mary Boyd Higgins mittels einer neuen Kapiteleinteilung zerstört wurde. Im Original von 1946 heben sich klar voneinander ab:

  1. Der modifizierte und ergänzte Text der Originalausgabe von 1933 (Kapitel 1 bis 8)
  2. Reichs Schrift aus dem Jahre 1935 „Masse und Staat“, ebenfalls modifiziert und ergänzt (Kapitel 9)
  3. Und schließlich Kapitel 10 über die Arbeitsdemokratie.

Teil 1 handelt vom schwarzen Faschismus – oder doch eher von dessen Ursprüngen in der sexualfeindlichen, autoritären christlichen Kultur. Alles dreht sich um die Ehre, weil man genau die verloren hat durch das nach oben Buckeln und nach unten Treten; durch eine verkorkste Sexualität, die einen kriecherisch und falsch macht. Eigenschaften, die man auf andere Gruppen projiziert. Bei den Nazis waren es die Juden. Heute sind es – die „Nazis“. Die NSDAP wurde ausschließlich durch den allen Mitgliedern gemeinsamen Antisemitismus vereint. Bei den sexuell verkorksten Mitgliedern der SPD (und den restlichen sozialdemokratisierten Systemparteien) ist es heute der „Kampf gegen rechts“. Sogar die Vernichtungsphantasien entsprechen sich: „Nazis raus!“ Das folgende Video sagt zu dem alles, was zu sagen ist:

Den zweiten Teil werde ich ausführlicher behandeln, weil er am wenigsten aktuell erscheint und, wenn ich das richtig sehe, kaum je beachtet wird.

Chronik der Orgonomie (Teil 2)

12. Januar 2019

ChronikderOrgonomie

Ich habe den zweiten Teil meiner 414seitigen Reich-Biographie überarbeitet:

CHRONIK DER ORGONOMIE 1940-1957

Im Würgegriff der Links-Reichianer

25. Dezember 2018

Während unsereins das wichtigste politische Thema in der systematischen Zerstörung der biologischen und ökonomischen Grundlagen (Bevölkerungsaustausch, Zerstörung etwa der Autoindustrie) unseres heiligen Vaterlandes sieht, betrachtet der Links-„Reichianer“ das als Ablenkung von den wirklichen Problemen, als da wären die Faschisierung Amerikas und Europas und der globale „Klimawandel“.

Diese beiden Punkte werden seit einigen Jahren von Linken immer angeführt! Warum? Es geht ihnen um die totale Gängelung unseres Lebens, – um die Durchsetzung des Roten Faschismus. Erstens soll die Meinungsfreiheit abgeschafft werden nach dem Motto: „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!“ Dabei fängt für die Linke der „Faschismus“ bereits bei der Vor-Merkel-CDU an! Zweitens sollen wir neben unserer geistigen auch in unserer materiellen Lebensführung derartig eingeschränkt werden, daß wir kaum noch frei atmen können, weil jede Lebensregung „klimaschädlich“ ist. Durch „Umweltpolitik“ sollen wir derartig pauperisiert werden, daß wir endlich wieder wie Proletarier denken und dem pseudointellektuellen Gesindel hinterherlaufen.

Ein zentraler Part ist dabei Reich zugedacht. Reich als „erster Ökologe“, und natürlich Reich als Antifaschist. Ausgerechnet Reich – als wenn diese oberflächlichen Vollpfosten auch nur ansatzweise die Tiefe von Reichs Denken ausloten könnten.

Siehe auch morgen Charles Konias Ausführungen.

Blogeinträge Juli/August 2015

15. Dezember 2018

Charles Konia über den roten Faschismus:

Juli/August 2015

  • Griechenlands Finanzkrise
  • Die Rolle der Musikindustrie bei der anti-autoritären Transformation
  • Das Identifizieren von moslemischen Terroristen durch Erstellen eines Charakterprofils
  • Umweltschutz: Die mystische Übereinkunft zwischen der Linken und der Rechten
  • Die Umkehr der Geschlechtsrollen in der anti-autoritären Gesellschaft
  • Was ist die anti-autoritäre Gesellschaft?

Der flachweltliche Irrationalismus im Hitlerismus und im Merkelismus

19. November 2018

Begriffe sind stets von Gegensatzpaaren (nah/fern, kalt/warm, Liebe/Haß, Inland/Ausland, Mann/Frau, etc.) abhängig, sonst würden sie keinen Sinn machen. Gemäß dem Symbol des orgonomischen Funktionalismus verweisen alle diese funktionellen Gegensätze letztendlich auf die kosmische Orgonenergie: die Tiefe des Raumes und der Zeit (nah/fern) UND SO DURCH DEN GESAMTEN WORTSCHATZ und sei es „x/nicht-x“. Das umfaßt die gesamte Thermodynamik und jedwede Form von Metabolismus (kalt/warm), alle Verhaltensforschung, Psychologie, Soziologie (Liebe/Haß, Inland/Ausland, Mann/Frau), etc.

Zu Zeiten der autoritären Gesellschaft bestimmten rigide Gegensätze, man denke nur an das Hitleristische Gedankengut, das Leben. Eine Versöhnung dieser Gegensätze war ausgeschlossen. Man durfte nicht zum Gemeinsamen vordringen, d.h. nicht funktionell denken. Im Merkelistischen Faschismus ist die Technik anders, um dieses Ziel, eine „flache Welt“ ohne Tiefe, herzustellen.

Man denke nur an Macrons logisch halsbrecherische Postulierung eines Gegensatzes von Nationalismus und Patriotismus, der den tatsächlich vorhandenen Gegensatz zwischen Nationalismus und Globalismus verschleiern soll. Wir sollen nicht mehr klar denken können! Das wird dadurch erreicht, daß wir konzeptionell keine Wahl mehr zwischen zwei Alternativen treffen können. Man nehme etwa den Flüchtling, dessen Gegensatz der „Invasor“ ist, doch im Merkelistischen Sprachgebrauch sind auch die Invasoren „Flüchtlinge“. „Flüchtlinge“, die uns verachten, beschimpfen, bedrohen, angreifen… Die Merkelisten faseln irgendwas von „Vielfalt“ und „Multikulturalismus“ und daß bisher alles so „einfältig“ war, doch tatsächlich herrscht eine mit Gewalt („Anti“fa) durchgesetzte Einheitsmeinung und Touristen beklagen sich, daß es heute scheiß egal ist, ob sie nach Frankfurt, London oder Stockholm reisen – das Straßenbild ist überall identisch, nämlich „Islamabad“.

symbol

Die soziopolitische Diathese (Teil 1)

29. Oktober 2018

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.*a

[Diathese: Disposition für bestimmte Erkrankungen. Anm. Übers.]

Seit der Veröffentlichung von Man in the Trap (1) von Elsworth Baker und meinen eigenen Artikeln im Journal of Orgonomy (2, 3, 4) gab es einige Kontroversen über die Position der Orgonomie hinsichtlich Liberalismus und Konservatismus. Da sind diejenigen, die meinen, es sei zu viel Gewicht auf die Analyse und die Defizite des Liberalismus und nicht genug auf die des Konservatismus gelegt worden. Andere haben uns sogar beschuldigt, zugunsten der Konservativen zu „politisieren“ und sagten, dass wir eine Art rechtsextreme, ultra-konservative Fraktion der Orgonomie vertreten. Sie behaupten zum Beispiel, dass wir den Konservativen, sowohl diagnostisch als auch prognostisch, ein höheres Maß an Gesundheit zuschreiben; dass wir die politischen Konservativen bevorzugen. Von solchen Kritikern wird immer wieder übersehen, dass die Erkenntnisse, Theorien und Schlussfolgerungen, zu denen wir gelangt sind, das Ergebnis strengster Anwendung funktionellen, wissenschaftlichen Denkens sind und mit Reichs eigenen Schlussfolgerungen übereinstimmen, die sich aus seinem wissenschaftlichen Genie und dem Reichtum seiner Erfahrungen in der soziopolitischen Arena ableiten. Ich möchte hinzufügen, dass viele von uns ursprünglich aus einer Umgebung kamen, die einer diametral entgegengesetzten Position weitaus förderlicher war, als der wir beschuldigt werden.

Tatsächlich haben wir in Publikationen, Vorträgen und Seminaren deutlich gemacht, dass wir beide Seiten des politischen Spektrums erfassen vom Neurotischen bis hin zur faschistischen emotionalen Pest. Das allzu häufige Problem des Kritikers ist, dass er immer an politische Faktoren in einer politischen Weise dachte; er kann also nicht zwischen einer mechanistischen, politischen Analyse und einer funktionellen, wissenschaftlichen unterscheiden. Durch Projektion wird die funktionelle Perspektive, die seiner charakterologischen Präferenz entgegensteht, als politisch engstirnig interpretiert.

Das einzige, was wir hier tun können, ist, die Objektivität unserer Ergebnisse und Ziele zu bekräftigen; zu versuchen, die wesentlichen Bestandteile, die das liberale1 vom konservativen Syndrom unterscheidet, mittels theoretischer Rekapitulation genauer zu präzisieren und gegenwärtige Beispiele zu präsentieren.

Noch eine Bemerkung zur stärkeren „Betonung“, die wir auf Liberale als auf Konservative legen. Das ist auf zwei Hauptfaktoren zurückzuführen: die größere Komplexität des liberalen Syndroms (die später geklärt werden soll) und die gegenwärtige Vorherrschaft und entscheidende Rolle des Liberalen bei der Beeinflussung des zukünftigen Kurses der Menschheit. Es wäre irrational in einer vom Roten Faschismus verwüsteten Welt mit seinen enormen Bevölkerungen und seiner Zerstörungskraft, ihm die gleiche oder eine geringere Aufmerksamkeit zu schenken wie dem Schwarzen Faschismus. Tatsächlich ist es ein fester Bestandteil der Krankheit und Selbstzerstörung unserer Zivilisation, dass die Bedrohung durch den Roten Faschismus vergleichsweise wenig Beachtung findet. Man muss nur die Filme, Theaterstücke, Bücher usw. vergleichen, die sich mit der Bedrohung von der rechten Seite befassen im Vergleich zu den wenigen, die das mit der unmittelbaren und tödlichen Bedrohung von links tun. In der Orgonomie beschäftigen wir uns mit beiden Seiten des politischen Spektrums funktionell; wir erkennen an, dass keine unser Ziel der genitalen Gesundheit vertritt und haben nicht die Illusion, dass die politische Dominanz der einen über der anderen Seite ein Allheilmittel wäre. Um jedoch so realistisch wie möglich zu sein, ist es notwendig, dass wir quantitativ und qualitativ die Art, den Zweck und das Funktionspotenzial der heute vorherrschenden Kräfte bewerten, damit wir bestimmen können, wie und mit wem wir unsere Ziele am besten erreichen können. Auch müssen wir dies tun, unabhängig davon, ob es unpopulär ist. Unser Hauptanliegen ist nicht, „akzeptiert“ oder „demokratisch“ oder „fortschrittlich“ oder „avantgardistisch“ oder „wissend“ im mechanistischen und ideologischen Sinne zu sein. Wir sind daran interessiert, so viel wie möglich über den lebenden menschlichen Organismus, den lebendigen Energie-Ozean, aus dem er stammt und von dem er ein Teil ist, und die Natur der sozialen Kräfte, die er geschaffen hat und die ihn jetzt gegenseitig beeinflussen, zu erfahren. Auf diese Weise hoffen wir, dass wir uns selbst und der Menschheit helfen können, in eine gesündere, rationalere und erfülltere Zukunft zu gelangen, indem wir unseren Erkenntnissen folgen, wohin sie auch führen mögen.

 

Fußnoten

* Außerordentlicher Assistenzprofessor, New York University. Pädagoge, orgonomischer Berater und Sozialwissenschaftler, Sprachlehrer- und Kliniker. Mitglied des American College of Orgonomy. [Anm. d. Übers.: Paul N. Mathews (1924-1986)]

1 Die Verwendung des Begriffs „liberal“ in diesem Papier bezieht sich hauptsächlich auf den modernen Liberalen, obwohl oftmals das gesamte liberale Spektrum impliziert wird.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Member of the American College of Orgonomy.

 

Literatur

1. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: Macmillan Company, 1967
2. Mathews, P.: „A Functional Understanding of the Modern Liberal Character“, Journal of Orgonomy, 1:138-48, 1967
3. Mathews, P.: „The Biological Miscalculation and Contemporary Problems of Man“, Journal of Orgonomy, 4:111-25, 1970
4. Mathews, P.: „On Armor, War and Peace“, Journal of Orgonomy, 5:165-74, 1971

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 8 (1974), Nr. 2, S. 204-215.
Übersetzt von Robert (Berlin)