Alter, naive Medizin! (Teil 6)

Wie die tatsächlich alternative Medizin aussieht, läßt sich anhand einer interessanten Studie des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie zeigen. Untersucht wurden Zebrafische, die aufgrund einer Mutation chronisch unter Streß leiden, weil in ihnen die „Streßhormone“ Cortisol, CRH und ACTH deutlich erhöht sind. Nachdem man sie in ein neues Aquarium umquartiert hatte, sanken sie verschreckt auf den Beckenboden und verhielten sich ganz still, während normale Zebrafische sofort ihre neue Umgebung voller Neugierde begutachten würden.

Die Wissenschaftler setzten das Verhalten der mutierten Zebrafische mit dem Vorliegen einer „Depression“ gleich und initiierten deshalb sozusagen eine „Thymolepsie“, indem sie einfach das Antidepressivum Fluoxetin ins Wasser des Aquariums schütteten. Kurz darauf verhielten sich die Zebrafisch wie ihre normalen Artgenossen!

Uns interessiert in diesem Zusammenhang weniger die „Mutation im Glucocortcoid-Rezeptor“, sondern schlicht, daß diese Fische unter einer chronischen Sympathikotonie leiden, d.h. einem anhaltenden orgonotischen Kontraktionszustand und daß Wirkstoffe wie die „Serotonin-Wiederaufnahmehemmer“, zu denen Fluoxetin gehört, dem offensichtlich entgegenwirken können – auch wenn das manchen Ideologen der „Alternativmedizin“ und Kämpfern gegen die „Pharmakonzerne“ nicht ins Konzept paßt.

Welche Rolle hat hier nun die medizinische Orgonomie zu spielen? Sie ordnet derartige Beobachtungen in einen umfassenden Zusammenhang ein und macht damit eine sinnvolle Behandlung erst möglich. Wilhelm Reich faßt seine entsprechenden Untersuchungen wie folgt zusammen:

Die grundsätzlichen biologischen Funktionen der Kontraktion und Expansion ließen sich dem Seelischen in gleicher Weise zuordnen wie dem Körperlichen. Es ergaben sich zwei Reihen von Wirkungen, die einander entgegengesetzt waren. Ihre Elemente repräsentieren verschiedene Tiefen des biologischen Funktionierens. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 215)

Reich hat diesen „Urgegensatz des Vegetativen“ von psychologischen Gegebenheiten bis hinab in die Biophysik wie folgt aufgeführt (ebd., S. 220):

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3 Antworten to “Alter, naive Medizin! (Teil 6)”

  1. Denis Roller Says:

    Im Frühjahr 2012 begab ich mich in psychotherapeutische Behandlung, weil ich ein derartiges „Brett vor dem Kopf“ hatte, dass ich vor lauter Pessimismus, Schwarzmalerei und Resignation nur noch meinen Selbstmord vor Augen hatte. Ich litt buchstäblich unter diesem oben beschriebenen chronischen orgonotischen Kontraktionszustand. Permanent hielt ich mir folgendes vor Augen: Mein Leben ist murks, und nur ich allein bin Schuld daran. Und die Ursachen dafür liegen in all den falschen Entscheidungen, die sich jeden Moment abspielen. Also riss ich mich entweder permanent zusammen- oder ich plante mein Ableben. Dazwischen gab es nichts mehr. In diesem Hamsterrad des unnötigen Gestresst- seins gefangen, hat mir wirklich nur eines geholfen: Mirtazapin. Ein Serotonin- Wiederaufnahme- Hemmer. Ein Psychopharmakum, dass mir mein Psychiater verschrieb. Ich nehme es noch heute vor dem Schlafen gehen. Und nachdem ich es inzwischen mehrfach auf Probe erfolgreich abgesetzt habe, werde ich es auch nicht mehr lange brauchen. Aber durch den Wirkstoff dieses Medikaments ist mir eines bewusst geworden: Das Leben ist immer, wirklich immer, perspektivisch. Und somit unendlich viel mehr, als das, was der Augenblick gerade offenbart. Wenn man sich bewusst wird, wie angenehm das ist, dass die Perspektive als Lebewesen von Natur aus begrenzt ist, kann sich lebensfrohe Gelassenheit einstellen. Neugier. Das Entdecken der Vielfalt an Möglichkeiten. Dankbarkeit. Freude über kleine, angeblich selbstverständliche Dinge. Und das Vertrauen in die eigene, naturgegebene Begrenztheit.

  2. Renate Says:

    Amoklauf gestern in NÖ, dazu Psychiater Haller im ORF:

    http://tvthek.orf.at/programs/4660089-heute-mittag/episodes/6724419-heute-mittag

  3. O. Says:

    Psychopharmaka und psychiatrische Orgontherpie haben eines gemeinsam. Die Psychiatrie ist aufs Gehirn (ZNS) fokussiert und sieht alle anderen Wirkungen auf das ANS (Vegetative) als Nebenwirkung. Die Orgontherapie arbeitet an der „Pulsation“ des Vegetativen und beeinflusst nebenbei die Neurotransmitter im ZNS (was nicht unbedingt nachweisbar ist. Evtl. arbeiten beide am Autonomen Nervensystem und schütten die gleichen Botenstoffe aus.

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