Bücher von Wilhelm Reich in Frankreich:
Payot-Rivages (Paris):
- L’analyse caractérielle. 1996/1971
- La psychologie de masse du fascisme. 1998/1972
- L’irruption de la morale sexuelle: étude des origines du caractère compulsif. 1999/1972
- Reich parle de Freud. 1998/1972
- Ecoute, petit homme! 1996/1973
- L’éther, Dieu et le diable: le fonctionnalisme orgonomique. 1999/1973
- La superposition cosmique. 1999/1974
- La biopathie du cancer. 1975 (vergriffen)
- Premiers écrits (tome I). 1976 (vergriffen)
- Les hommes dans l’Etat. 1978 (nicht autorisierte Übersetzung: Les homes et l’Etat, Nice: Constantin Sinelnikoff, 1972)
- La génitalité dans la théorie et la thérapie des névroses: Premiers écrits (tome II). 1982 (eine Übersetzung der Ausgabe von 1927 wurde 1975 als „Die Funktion des Orgasmus“ veröffentlicht.)
Andere Verleger:
- La révolution sexuelle: vers une autonomie caractérielle de l’homme. Christian Bourgois, 1993/1968
- Le meurtre du Christ: la peste émotionnelle de l’homme. Champ Libre, Paris, 1971 (vergriffen)
- La fonction de l’orgasme. L’Arche, Paris, 1997/1952 (Übersetzung von Reich korrigiert!)
- Passion de jeunesse. L’Arche, Paris, 1990
Sexpol-Essays:
- Matérialisme dialectique, matérialisme historique et psychanalyse. Paris: La pensée molle, 1970 (vergriffen)
- Matérialisme dialectique et psychanalyse. Gît le coeur, 1972 (vergriffen)
- Qu’est-ce que la conscience de classe? Paris: Lausanne, 1970 und Nice: Constantin Sinelnikoff, 1971 (vergriffen)
- La lutte sexuelle des jeunes, Paris: Maspero, 1972 (übersetzt von J.-M. Brohm und J. Knieff) (vergriffen)
Andere Autoren:
Dr. Cammarellas SEDIFOR:
- Ola Raknes: Wilhelm Reich et l’orgonomie. Toulouse: Erès/Editions SEDIFOR, 1988
- Orson Bean: Moi et l’orgone: Un comédien américain raconte sa thérapie reichienne. Toulouse: Le Coudrier/Editions SEDIFOR, 1989
- Elsworth Baker: L’homme pris au piège: Précis de biopsychiatrie orgonomique. Les rapports entre les blocages énergétiques et la structure caractérielle selon la théorie de Wilhelm Reich. Nice: Editions SEDIFOR, 1993
- Ilse Ollendorff: Wilhelm Reich. Paris: Belfond, 1970
- Peter Reich: A la recherche de mon père: rêves éclatés. Paris: Albin Michel, 1977
- Roger Dadoun: Cent fleurs pour Wilhelm Reich. Paris: Payot, 1975, 2nd ed. 1998 (mit einführendem Essay „Qui a peur de Wilhelm Reich?“)
- Gérard Guasch, M.D.: Wilhelm Reich, énergie vitale et psychothérapie. Paris: Retz, 1997; Quand le corps parle… Introduction à l’analyse reichienne. Vannes: Sully, 1998
Weitere französische Autoren: Nicolas, Cattier, Palmier, Sinelnikoff, Smirgel/Grunberger
Andere Übersetzungen: Rycroft, de Marchi, Navarro, Boyesen…
Leider verkauften sich die Bücher von Cammarellas SEDIFOR in Frankreich sehr schlecht, und die Gewinne konnten nicht einmal die Kosten für die Pflege ihrer Website decken, so daß sie diese schließen mußten. Bakers Man in the Trap ist in Frankreich praktisch unbekannt.
Champ Libre ist ein anarchistischer Verlag, der den Christusmord nicht neu auflegen wollte. L’Arche ist auf Literatur, Theater und Philosophie spezialisiert und hat nur Leidenschaft der Jugend und Die Funktion des Orgasmus. Payot ist ein großer Verlag, der sich auf Psychoanalyse, Geisteswissenschaften usw. spezialisiert hat, aber anscheinend nicht mehr an Reich interessiert ist, abgesehen von der Wiederveröffentlichung einiger Bücher im Taschenformat, wie in der Reich-Welle von 1998-1999. Die ersten beiden SEDIFOR-Bücher (Raknes und Bean) wurden in Zusammenarbeit mit zwei kleinen Verlagen herausgegeben, aber anscheinend war Man in the Trap zu viel für sie, so daß SEDIFOR es im Eigenverlag zu einem hohen Preis herausgeben mußte und das Buch nicht im Buchhandel erhältlich war.
Schlagwörter: Frankreich, Freud, Orgasmus, Orson Bean, Payot, Payot-Rivages, Psychoanalyse, Wilhelm Reich
16. September 2026 um 10:01 |
Der Mensch in der Falle
16. September 2026 um 13:32 |
Es ist seltsam. Seit Langem habe ich den Eindruck, dass v.a. Frankreich und Italien eine mächtige linksradikale Szene haben. Die gibt es natürlich auch in Deutschland. Aber dort war sie besser organisiert (KPs). Man denke an das Theater vom Mai 68, Cohn-Bendit u. dgl. Die Rede vom „Intellektuellen“ mit Bezug auf Linksintellektuelle ist dort auch etwa etablierter. Sartres, Foucaults, … wurden dort mehr vergöttert, oder?
16. September 2026 um 14:33 |
Anfügen will ich: Natürlich gab es in Deutschland auch Frankfurter Schule, also Adorno, Horkheimer, Marcuse, … Und durch 68 standen diese Leute im Mittelpunkt des philosophischen Interesses von Studenten – zusammen eben mit jenen französischen Linksintellektuellen, die dann alle gemeinsam die IKEA-Regale zierten. Sie alle waren der Meinung, es komme darauf an, die Welt nicht nur zu ‚interpretieren‘ [was heißt: „die Welt interpretieren“?], sondern man müsse sie verändern [na danke: Dauerstudenten sollen die Welt verändern]. Bloß: Gottseidank blieb jedenfalls im akademischeren Bereich hier der angelsächsische Einfluss groß. Ich weiß, dass außerhalb des Akademischen dieser Einfluss immer relativ wenig bekannt blieb. Leute, die dann anfingen Philosophie zu studieren, waren regelmäßig genervt davon, dass sie zwei Logik-Kurse machen mussten (wie Psychologiestudenten von jeweils zwei Statistikkursen genervt sind). Der angelsächsische Einfluss geht historisch letztlich auf die Rolle Russells und Wittgensteins in England zurück, die beide aber wiederum geistige Schüler des Deutschen Frege waren.
17. September 2026 um 09:46 |
Danke für den spannenden Überblick.
Ich hätte ihn mir, wie schon gesagt, gern ausführlicher und erklärender gewünscht.
17. September 2026 um 13:57 |
Wer hat denn die Serie nun geschrieben, wenn es Peter nicht ist?
„Peter hat mit dem Schreiben des Artikels nichts zu tun!“
17. September 2026 um 17:55 |
Gemeint war Peter TÖPFER!
18. September 2026 um 02:13 |
Vielen Dank.
Erstaunlich (immer wieder), Deine „Französisch-“ (Frankreich-) Kenntnisse!
18. September 2026 um 09:27 |
Naja, alte Notizen aus Korrespondenzen, Emails, „Material“, zusammengefügt, verworfen, vergessen, zufällig in den Files wiederentdeckt, neu zusammengestellt und ergänzt und erneut verworfen… Bis ich das Notizenchaos dann in einem Kraftakt einigermaßen organisiert und endlich rausgehauen habe.
18. September 2026 um 21:48 |
Danke, interessant.
Ja, ein Kraftakt. Schön, daß Du die Kraft aufwenden kannst 🙂