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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Christus bringt das Verderben

1. Oktober 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Christus bringt das Verderben

Elsworth F. Baker

9. September 2022

Meines Wissens gab es nur vier Orgonomen zu Reichs Lebzeiten: die siamesischen Zwillinge, der Psychiater Elsworth F. Baker, ursprünglich Chef der Frauenabteilung eines psychiatrischen Krankenhauses in New Jersey, und dessen Mitarbeiter und enger Freund, der GYNÄKOLOGE Dr. Chester M. Raphael, sowie das Todespaar Wilhelm Reich und Michael Meyer Silvert! Der Rest war nur Füllmasse. In den 1950er Jahren wurden in Reichs Zeitschrift (Orgone Energy Bulletin und CORE) sowie in Bakers Zeitschrift (Medical Orgonomy) James A. Willie, Victor Sobey und die anderen M.D.s jeweils als „medical orgone therapist“ tituliert, der einzige Nichtmediziner, Ola Raknes, als „orgone therapist“ und beispielsweise Walter Hoppe als „medical director of the OIRL, Israel“. Ausschließlich Baker, Raphael und Silvert wurden offiziell jeweils als „medical orgonomist“ geführt.

Von daher ist es auch vollkommen lächerlich, daß Bakers Erklärung in Zweifel gezogen wird, Reich habe ihm gesagt, er solle sich von den Therapeuten trennen und die Orgonomie mit neuen Orgonomen neu aufbauen. Silvert starb kurz nach Reich und war aus anderen Gründen auch sonst vollkommen indiskutabel (u.a. mußte ihm Reich verbieten, weiterhin weibliche Patienten zu behandeln!), Raphael hatte überhaupt keine psychiatrische und psychoanalytische Ausbildung, so daß es zu Baker keine Alternative gab, zumal der sowieso seit 1949 von Reich beauftragt wurde, die Ausbildung zukünftiger psychiatrischer Orgontherapeuten zu übernehmen, da sich Reich ganz auf die Forschung konzentrieren wollte. Baker hat diese Aufgabe bruchlos bis zu seinem Tod 1985 fortgeführt.

Baker, zu Reichs Lebzeiten der unbestrittene Anführer der vor allem in New York und Umgebung konzentrierten Orgontherapeuten, wurden neben seiner angeblichen „Anmaßung“ die Orgonomie nach Reichs Tod weiterzuführen vor allem folgendes vorgeworfen:

  1. Die „rechtskonservative Politisierung“ der Orgonomie. Tatsächlich war es so, daß alle Orgontherapeuten „New Yorker Demokraten“, also nach europäischem Verständnis „linksliberal“ waren, mit Ausnahme von Baker, dessen Freund Robert Ing Duvall und Silvert. Spätestens anläßlich der Wahl von Eisenhower 1952 zwang Reich allen Orgonomen diese konservative Haltung auf: die Orgonomie unterstützt die Republikaner!
  2. Nachgiebigkeit gegenüber der FDA und Verzicht auf den Orgonenergie-Akkumulator. Am Ende gab es zwei Extrempositionen unter Reichs Anhängern: auf der einen Seite Silvert, der den Kurs einer fundamentalen Opposition gegen die FDA einschlug und dadurch letztendlich für Reichs Inhaftierung und frühen Tod verantwortlich zeitigte, und auf der anderen Seite Baker, dem Reichs gesamter Ansatz gegen den Strich ging, weil er Reichs persönliche Sicherheit und die Zukunft der Orgonomie in Gefahr sah. Heute ist das Problem weniger die FDA, als vielmehr die obligatorische und in Amerika extrem teure Arzthaftpflichtversicherung, die kaum ein Ausscheren aus der medizinischen Orthodoxie erlaubt.
  3. Eine unangebrachte „Re-Psychoanalytisierung“ der medizinischen Orgonomie. Zu Reichs Lebzeiten erlebte die Psychoanalyse einen Triumph nach dem anderen und es zeichnete sich ab, daß sie in Zukunft die Psychiatrie dominieren würde. Reich stellte seine „Biologie“ dagegen. Doch bereits Mitte der 1950er Jahre zeichnete sich mit der Einführung der ersten wirklichen Psychopharmaka eine ganz andersgeartete „Biologisierung“ der Psychiatrie ab, die Bakers Ansatz merkwürdig janusköpfig dastehen läßt, denn einerseits wollte er mit seiner auffallend psychoanalytisch geprägten Begrifflichkeit sicherlich an den psychiatrischen Mainstream anknüpfen, wie er sich ihm noch Anfang der 1960er Jahre darstellte, als er sein Buch Der Mensch in der Falle verfaßte – und andererseits stellte er sich damit gegen einen verhängnisvollen Trend, der die „Psyche“ aus der Psychiatrie zunehmend verdrängte und den Menschen auf eine Art „biochemischen Roboter“ reduzierte.

Der Vorwurf der „Anmaßung“ ist, wenn man so sagen kann, „ahistorisch“ und die drei Kritikpunkte sind zwar nachvollziehbar, aber zielen ins Leere. Diese vier Aspekte werden von Bakers Konservatismus zusammengehalten – und zwar „Konservatismus“ in wirklich jedem Sinne des Wortes: Tradition, Erhaltung, Vorsicht, Realismus und Strenge:

Die Orgonomie ist in Wirklichkeit eine sehr puritanische Disziplin. Sie läßt natürlich nicht jeden, der nicht mit ihr einverstanden sind, als Hexe hängen. Sie stützt sich auf Naturgesetze und läßt, wie die Natur, diejenigen, die den Naturgesetzen nicht folgen, durch das bestrafen, was sie im Leben versäumen. Es gibt nur eine Ausnahme, und das ist die Verpflichtung, diejenigen aktiv zu bekämpfen, die die Rechte anderer beeinträchtigen. Die Grundprinzipien sind individuelle Rechte und individuelle Verantwortung. (Elsworth F. Baker: Fourth Annual President’s Address, July 6, 1972, Journal of Orgonomy, Elsworth F. Baker Commemorative Issue, February 1986, S. 65-69)

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 10. Der Christusmord nach Lukas / Mona Lisa

8. September 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 10. Der Christusmord nach Lukas / Mona Lisa

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 8. Der Kampf der Götter / Illusion Atheismus

28. Juli 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 8. Der Kampf der Götter / Illusion Atheismus

Antiorgontherapie (Teil 7)

12. Juli 2022

Bei aller unbestreitbaren historischen Kontinuität muß doch gesagt werden, daß die Orgonomie imgrunde das Gegenteil der Psychoanalyse und aller aus ihr hergeleiteten Therapieformen ist! Diese „Bewußtseinstechniken“ wirken, weil die Energie, die sich in neurotischen Symptomen geäußert hat, im „Charakter“ gebunden wird (Panzerung). Psychotherapie ist die Flucht vor den Emotionen.

Vor 15 Jahren haben Matthew Lieberman und seine Kollegen an der University of California in Los Angeles mit bildgebenden Verfahren die Gehirnaktivität von 30 Probanden analysiert, die auf Bilder blickten, auf denen Gesichter gezeigt wurden, die bestimmte Emotionen zum Ausdruck brachten. Sie mußten zwischen zwei Namen, einem weiblichen und männlichen, je nach dem Geschlecht der Person, deren Gesicht zu sehen war, und zwischen zwei Wörtern wählen, um die Emotion richtig zu benennen. Beim Auswählen des Namens traten keine nennenswerten Veränderungen auf, doch beim Benennen der Emotion wurde eine Region im präfrontalen Cortex, dem „obersten Kontrollzentrum“, aktiviert, die mit dem In-Worte-fassen von emotionalen Erfahrungen assoziiert ist. Entsprechend reduzierte sich die Aktivität im „triebhaften“ Limbischen System, der Amygdala. Bei jenen Probanden, die Meditation und andere „Bewußtseinstechniken“ ausüben, traten diese Veränderungen besonders stark hervor. Sie haben sich im Griff, indem sie ganz im Hier und Jetzt bleiben und beispielsweise zu sich sagen: „Ich bin wütend“ – und sich so von eben dieser Wut distanzieren. Wenn man Gefühle in Worte faßt, ist es als trete man bei der emotionalen Reaktion auf die Bremse. Deshalb ist es auch hilfreich über seine Gefühle zu sprechen. Sie werden auf diese Weise „bewältigt“. Ein Gutteil der Psychotherapien funktioniert auf diese Weise.

Wir alle kämpfen mit unseren Emotionen und Gefühlen. Ein Zen-Meister wird sagen: bilde einen freien Raum zwischen dir und der störenden Emotion und laß sie dich nicht beherrschen. Letztendlich sollen wir uns nicht nur von unseren Ängsten, sondern auch von unseren Sexualtrieben lösen, um „frei zu sein“! Imgrunde ist das ganze Psychozeugs nichts anderes als „Let’s talk about Sex!“ In der Orgontherapie lernt man genau das Gegenteil: komme in Kontakt mit Deinen Gefühlen. Du wirst merken, daß je mehr du dich ihnen überläßt, sie desto angenehmer und „beherrschbarer“ werden. Die üblichen Psychotherapien sind im tiefsten Sinne „reaktionär“, weil sie nicht Energien befreien, sondern binden. Psychopharmaka ergänzen diesen Abpanzerungsprozeß. Und eure „Spiritualität“ (Achtsamkeit, Yoga, Meditation etc.) könnt ihr euch sonstwohin stecken!

Antiorgontherapie (Teil 3)

6. Juli 2022

Eines der Hauptübel des sogenannten „Reichianismus“ ist die Zerstörung der von Reich entwickelten Therapietechnik. Diese beruht auf folgender Gleichung:

Der orgonotische Kontakt kommt insbesondere in kurzen und präzisen Interventionen und Äußerungen von Seiten des Therapeuten zum Ausdruck. Es geht nicht um ausgefeilte körperliche „Übungen“ wie in der „Bioenergetik“ a la Alexander Lowen und dem kontaktlosen Unsinn, der als „energetische Medizin“ verkauft wird. Zur Zerstörung der Therapie gehören insbesondere genaue Anweisungen, wie der Patient zu liegen hat, wie irgendwelche Gliedmaßen angewinkelt sein müssen, etc. Auch geht es nicht um irgendwelche langen verbalen Erläuterungen, sondern schlicht darum, den Patienten mit seiner eigenen Kontaktlosigkeit in Kontakt zu bringen. Wenn der beispielsweise langatmig „möglichst präzise“ sein Verhältnis zu seinen Mitmenschen erklären will, geht es von seiten des Therapeuten nicht darum den Patienten mit irgendwelchen „brillanten“ Analysen übertrumpfen zu wollen, sondern ihn zurück zu seinem grundlegenden emotionalen Problem zu führen: „Sie haben schlichtweg Angst!“

Das ist Orgonomie! Es hat nichts mit dem pseudointellektuellen und „pseudoenergetischen“ Komplexitäten der mechano-mystischen Weltanschauung zu tun, die auf einer einzigen Maxime beruht: dem Ausweichen vor dem Wesentlichen. Wenn du als Patient einem dieser Wichtigtuer gegenübersitzt, der „präzise“ jede Muskelspannung bearbeiten will, ohne vorher deren Funktion erfaßt zu haben, und mit vermeintlich brillanten Bonmots jede unbewußte Regung erklärt – lauf weg! Das zeigt alles nämlich nur eins: den mangelnden orgonotischen Kontakt beim Therapeuten, den er durch aufgesetztes „Spezialistentum“ wettmachen muß.

Wie Charles Konia in „Orgone Therapy: Part III. The Application of Functional Thinking in Medical Practice” (The Journal of Orgonomy, Vol. 20, No. 2, November 1986, S. 285-292) ausführt, bestimmt das, der orgonotische Kontakt, die gesamte Beziehung zwischen Therapeut und Patient:

In der therapeutischen Beziehung ist der Therapeut weder „besser“ als der Patient, noch sind Patient und Therapeut „gleichgestellt“, also keine Freunde oder Kameraden. Sowohl elitäres als auch anti-elitäres Denken sind in der Therapie neurotische Tendenzen, die entweder von Seiten des Patienten oder von Seiten des Therapeuten ausgehen. Diese Einstellungen werden den Fortschritt der Therapie stören. In der therapeutischen Beziehung repräsentieren Patient und Therapeut einfach unterschiedliche Funktionen. Sowohl der Patient als auch der Therapeut müssen in der Lage sein und die Bereitschaft zeigen, ihre jeweiligen Rollen einzunehmen. Der Patient repräsentiert den Vorgang der einer ärztlichen Behandlung unterliegt, während der Therapeut den ärztlichen Behandlungvorgang vertritt. Ohne diese Übereinkunft kann es keine Therapie geben. (…) Neurotische Gegenentwürfe zur therapeutischen Beziehung treten auf, wenn der Patient vom Therapeuten „gefesselt“ ist, ihn als „Kumpel“ und „Spezi“ empfindet, ihn „idealisiert“, sich als „Mitarbeiter“ oder bloße „Schachfigur“ des Therapeuten fühlt oder wenn der Therapeut zum „Guru“ oder zum „Freund“ des Patienten wird.

Sollte sich der vermeintliche „Orgontherapeut“ dir gegenüber unprofessionell verhält, d.h. einen auffallenden Mangel an Distanz zeigt oder so tut, als schwebe er in höheren Sphären und wäre mehr als ein Arzt, dann ist er dermaßen krank, daß er im Zweifelsfall wahrscheinlich mehr Hilfe benötigt als du selbst.

Ein guter Therapeut stellt ein ganz normales, der Situation angemessenes Arzt-Patient-Verhältnis her. Und wie jeder gute Arzt weiß er, was er tut, d.h. er ist in seinen Interventionen sparsam und zielgerichtet. Es ist wie in jeder anderen Lebenssituation auch. Der gute Handwerker fällt in wenigen Schritten eine Diagnose und behebt den Schaden entsprechend zielgerichtet. Der kontaktlose Pfuscher hingegen weiß nicht was er tut und hinterläßt ein hoffnungsloses Chaos. Er geht immer nach Schema F vor oder improvisiert ziellos vor sich hin.

Ich habe am Rande selbst mitbekommen, wie es Patienten von Möchtegern-„Orgontherapeuten“ von Sitzung zu Sitzung schlechter ging. Andere „Orgontherapeuten“ erklärten ihren enttäuschten und verzweifelten Patienten schließlich frech, daß Reichs Ansatz mittlerweile halt überholt sei, die Menschen heute „frühgestört“ seien und der Patient deshalb eine neue Serie von (ebenso kontaktlosen) „therapeutischen“ Interventionen über sich ergehen lassen müsse. Die Anzahl der Methoden, die ein „Orgontherapeut“ anbietet, korreliert mit dem Ausmaß seiner Kontaktlosigkeit. Den Anfang machte Ende der 1950er Jahre Alexander Lowen mit seinen „bioenergetischen Übungen“.

Das Elend der Psychotherapie ist weit verbreitet. Louis Berger, ein führender Psychoanalytiker in den USA, beschreibt in seiner Freud-Biographie Freud: Darkness in the Midst of Vision (New York 2000), wie er im Laufe der Zeit mit den führenden Ausbildungs-Analytikern und ihren Patienten in Kontakt kam, die langfristigen Effekte der Therapien sah – und nur bestätigen kann, was der bekannte Psychotherapie-Kritiker Jeffrey M. Masson 1992 über dessen eigene Ausbildungsanalyse geschrieben hatte: der führende Analytiker sei autokratisch gewesen, seine Vorgehensweise von Willkür und Machtmißbrauch geprägt (S. 376 und 386).

Leute, laßt Euch nicht von „Therapeuten“ für dumm verkaufen, die einen größeren Dachschaden haben, als ihr selbst!

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 1)

10. Juni 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Es ist dies das Wahrzeichen aller reaktionären Wünsche, daß sie etwas Allgemeines, Abstraktes, einen leeren, leblosen Begriff herstellen wollen, wogegen die Eigenen das stämmige, lebenvolle Einzelne vom Wust der Allgemeinheiten zu entlasten trachten. (Max Stirner: Der Einzige und sein Eigentum, Stuttgart 1981, S. 254)

Der „Panzer“ der Orgonomie und das „Über-Ich“ der Psychoanalyse sind funktionell identisch: ins Innere aufgenommene Außenwelt. Es ist das Trojanische Pferd, der Feind innerhalb der eigenen Mauern, die Überwachungskamera in uns selbst, die Polizei in unserem Inneren, das „Überwachungs-Ich“. „Ich“, weil es durch Identifikation mit dem Feind entsteht, d.h. den Vertretern einer lebensfeindlichen Gesellschaft in unserer Kindheit – unsere Eltern. Diese „inneren Hierarchien“ zu beseitigen bzw. ihre Formierung zu verhindern und so die Selbststeuerung freizusetzen, war das, was Julien Offray de La Mettrie (1709-1751), Max Stirner (1806-1856) und Wilhelm Reich (1897-1957) von allen anderen Denkern abhob. Von daher Bernd A. Laskas Kürzel „LSR“. LSR ist die Aufklärung, ansonsten ist ausnahmslos alles die lebensfeindliche Reaktion.

In der Orgonomie taucht der Begriff „Über-Ich“ nur noch marginal als psychoanalytischer Restbestand auf („der Patient hat ein sadistisches Über-Ich“ und ähnliche Formulierungen). Reichs Mitarbeiter und späterer Biograph Myron Sharaf hat darauf hingewiesen, daß Reich ganz bewußt auf eine psychoanalytische Begrifflichkeit verzichtet hat, um sich vom Freudistischen Paradigma abzuheben. Ausgerechnet Reich, der als einziger das Über-Ich wirklich ernstnahm, hat diesen Begriff nicht mehr verwendet – eben weil er es als einziger ernst nahm. Ohne Elsworth F. Baker wäre heute der Begriff „Über-Ich“ (zusammen mit anderen psychoanalytischen Begriffen) in der Orgonomie tabu! Wenn’s nach seinem innerorgonomischen Kritiker Chester M. Raphael gegangen wäre, könnte man nicht mal mehr vom „Charakter“ sprechen.

In der Charakteranalyse legte Reich dar, daß das Über-Ich funktionell identisch mit der Panzerung ist (KiWi, S. 217-219). Er beschreibt zunächst wie das Ich zwischen dem Es und der Außenwelt vermittelt, indem es die frustrierende Außenwelt in sich aufnimmt und so das Über-Ich als Selbstbehauptungsmechanismus ausbildet. Kurz danach beschreibt Reich den Panzer als Schutzmittel gegen die Außenwelt, der sich ebenfalls aus den Elementen der Außenwelt aufbaut.

Das Über-Ich, sozusagen die psychologische Seite der Panzerung, ist demnach, genau wie die Panzerung selbst, ein Schutz gegen die Außenwelt: man paßt sich an, damit einen die feindliche Außenwelt nicht vernichtet. „Anpassung“ und „Autonomie“ schließen sich aber aus. Das Über-Ich ist in die Persönlichkeit inkorporierte Außenwelt und behindert die persönliche Autonomie. Durch die biophysiologische Panzerung (das tiefenpsychologische Über-Ich) wird aber nicht nur die Freiheit behindert, sondern auch das mit der Freiheit untrennbar verbundene Verantwortungsbewußtsein und die Rationalität! Rationalität bedeutet die Harmonie von einerseits innerer Triebnatur und andererseits gesellschaftlicher Organisation von Liebe, Arbeit und Wissen. Rationalität ist nichts anderes als die Harmonie der Funktionen.

Orgonomie und Metaphysik (Teil 62)

18. Mai 2022

Letztendlich ist der Mystizismus eine Verschwörung, um die Wahrheit zu verbergen. Dazu drei Beispiele:

1. Die Verschwörer schlagen uns stets mit unserer eigenen Waffe, d.h. der Enthüllung der Wahrheit. Zwei hypothetische Beispiele: Die USA entwickeln mit Hilfe der erbeuteten unausgereiften deutschen „Wunderwaffen“ eine Superwaffe, die sie ähnlich etwa einer Atombombe nicht wirklich verbergen können. Die Augenzeugenberichte sind nicht mehr aus der Welt zu schaffen, also setzt man über Einflußagenten immer absurdere Geschichten über „Außerirdische“ in die Welt, so daß keiner dieser Berichte jemals wieder ernstgenommen wird und die Augenzeugen ihre eigenen Erinnerungen entsprechend dem gewollten Narrativ „umschreiben“. Oder man nehme den Skandal um „9/11“ und all die Verbindungen zum saudischen Königshaus. Was tun, um die Leute fehlzuleiten? Man erfindet absurde Geschichten über die absichtliche Sprengung der Wolkenkratzer. Das Gemeine ist, daß auch das Gegenteil wahr sein könnte, also die Rede von „Superwaffen“ die außerirdische Invasion verhüllen soll oder ich hier die wirklichen Täter von „9/11“ schütze! Echte Enthüllungen werden verhindert mittels sozusagen falschen „Gegenenthüllungen“.

2. So arbeitet die Emotionelle Pest stets, insbesondere indem eine Wahrheit in einem undurchdringlichen Gestrüpp aus Nebensächlichkeiten erstickt und unzugänglich gemacht wird. Bernd A. Laska hat sich die Enthüllung dieses Mechanismus mit seinem LSR-Projekt zur Lebensaufgabe gemacht. Voltaire, Diderot, Rousseau, de Sade etc., d.h. ganze Bibliotheken und der Gehirnschmalz ganzer Generationen von Geisteswissenschaftlern dienten nur dazu, die einfachen Wahrheiten von LaMattrie zu übertönen. Desgleichen bei Stirner durch Marx, Nietzsche und Konsorten und bei Reich. Reich wurde von Freud verfolgt, weil er den Kern der Psychoanalyse freigelegt hatte und danach diente alle Beschäftigung mit Reich wiederum dem Ziel, diese Tat Reichs im Verborgenen zu halten.

3. Hat sich die Wahrheit trotzdem durchgesetzt, wird sie in die Zange genommen, indem die einen ihre Vertreter der rigiden Orthodoxie zeihen, die das Feuer der Wahrheit ersticken, während die anderen genau denselben Leuten eine laxe Heterodoxie vorhalten. Mit anderen Worten: sie können niemals irgendetwas richtig machen, etwa dem Erbe Reichs gerecht werden. Auf diese Weise wird die Wahrheit in alle Ewigkeit im mystischen Verborgenen bleiben – und dergestalt die Emotionelle Pest triumphieren. Auf diese Weise wurde Elsworth F. Baker und das American College of Orgonomy von jeher von den falschen Freunden Orgonomie in Schach gehalten und dergestalt das Erbe Reichs systematisch zerstört.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 3. Reich und die Juden / Die Kabbala

23. April 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 3. Reich und die Juden / Die Kabbala

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 3. Reich und die Juden / Das Judentum (Teil 2)

5. April 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 3. Reich und die Juden / Das Judentum (Teil 2)