
DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 4. Orgonomie und Spiritualität, g. Der Dalai Lama im Dschungelcamp
Schlagwörter: Bewußtseins, Bioroboter, Buddha, Buddhismus, Dalai Lama, Dschungelcamp, Emotionen, Erregung, Lamaismus, Mystizismus, Sensationen, Tibet, Wahrnehmung
5. Mai 2009 um 16:53 |
In der Tat ist China, der Saharasia-Theorie zufolge, eines der „borderlands“ und Tibet eher ein Teil Saharasias selbst.
Selbstverständlich wünscht man den Tibetern auf den ersten Blick Freiheit und Unabhängigkeit, nicht nur Autonomie. – Nur Autonomie wäre die Position die der Dalai Lama hat oder auch nur vorgibt.
Im Hinblick auf eine Autonomie, wie sie etwa Grönland gegenüber Dänemark hat, sehe ich mehrere Probleme:
Es ist bereits die Bevölkerungsmehrheit chinesisch, ca. 70%; diese müssten im Falle einer Autonomie nicht das Land verlassen, wie es bei einer vollen Unabhängigkeit der Fall wäre. Dieser Umstand würde auch im Falle eines demokratisch-parlamentarischen Regierungssystems bewirken, dass die Mehrheit der Abgeordneten chinesisch wäre.
Auch nach Ansicht der vergleichsweise demokratischen Regierung in Taiwan ist Tibet ein Teil Chinas.
Tibet war im 17.Jh. ein Teil Chinas oder chinesisch besetzt; China beruft sich darauf dass Tibet formal seither nie unabhängig geworden ist. De facto aber trat die Unabhängigkeit allmählich innerhalb der nächsten zweihundert Jahre ein infolge der schlechten Verkehrswege.
Sollte allerdings China sich politisch und wirtschaftlich weiter in Richtung auf einen reifen Kapitalismus hin entwickeln, so könnnte es für Tibet besser sein bei China zu bleiben oder allenfalls „nur“ Autonomiestatus zu erhalten.
5. Mai 2009 um 17:44 |
Ich bin mir etwas unsicher, was den „sexualökonomischen“ Status des tibetischen Volkes betrifft. Schließlich ist der „Lamaismus“ eine Religion für die initiierte Elite, die das einfache Volk wenig bis nichts angeht. Oder man nehme etwa das formal „lamaistische“ Volk der Mosuo in Südchina, die durch und durch matriarchal sind. Oder die Tharu in Südnepal, die Hindus sind, aber auch islamische (!) und animistische Glaubenlehren vertreten.
Im Royal Chitwan National Park, im bis vor kurzem malariaverseuchten Grenzgebiet zwischen Nepal und Indien, leben als eines der letzten matriarchalischen Völker der Erde die Tharu – die Welt vor dem Einbruch Saharasias. Siehe The Tharu Page.
Zur Rolle dieser matriarchalischen „Restvölker“ in der Entwicklung der Kultur Indiens und der Randgebiete siehe Die Massenpsychologie des Buddhismus
Oder Indonesien, das bis vor wenigen Jahren nur formal „islamisch“ war. Oder die „islamischen“ Aleviten in der Türkei.
5. Mai 2009 um 17:59 |
Bei Indonesien muss man auch an Bangladesh denken. Dieses Land ist sicher nicht matriarchalisch. Aber es kann auch nicht extrempatriarchalisch und nicht radikal-islamisch sein. Andernfalls hätte Mohammed Yunus sein Mikrokreditprogramm, für das er den Nobelpreis erhielt nicht so durchführen können wie er es gemacht hat, denn er gab die meisten Kredite direkt in die Hände von Frauen. Egal ob auch deren Freunde und Ehemänner einverstanden waren.
5. Mai 2009 um 18:39 |
Bangladesh ist wirklich ein tieftraurig Thema. Seine Loslösung von Pakistan war gleichzeitig eine Befreiung vom islamischen Fundamentalismus. Heute verfallen die Bengalen, ausgerechnet die Bengalen, dem Islam und vergessen, daß im Befreiungskrieg die Mullahs die Verräter waren.
So geht es mir allgemein mit Saharasia: es ist unglaublich, wie sehr sich die Welt in den letzten Jahrzehnten, in den letzten Jahren, immer mehr „saharasia-isiert“ hat.
3. Februar 2014 um 10:07 |
Es ist auch tatsächlich eine Deiner besten Arbeiten. Authentisch, weil Du selbst diese Praxis erlebt hast und Dich für die Kultur interessierst. Habe das teilweise staunend mit offenen Mund gelesen und mit derselben Argumentation einige Buddhisten konfrontiert. Ich wollte wissen, ob daran etwas grob daneben ist. Außer, dass das „unerträglich“ sei, kam kein einziges Gegenargument. Das hat mir die Augen bezüglich Buddhismus geöffnet.
3. Februar 2014 um 22:16 |
Die Rezeption des Buddhismus (und Hinduismus) im Westen beruht fast durchgehend auf einem grandiosen Mißverständnis, das wohl am besten in folgender Kundenrezension eines der zahllosen Bücher über Wiedergeburt zum Ausdruck kommt: „Die Reinkarnationsidee ist eine tröstende, heilende und sinngebende Vorstellung, mit der therapeutisch gearbeitet werden kann…“ http://www.amazon.de/Seelenreise-das-Leben-zwischen-den/dp/3442220084 (man schaue sich auch die restlichen Bücher dieser Reihe an!).
Für uns Westler bedeutet es einen tiefen Trost eine Wiedergeburt zu sein und eines Tages wiedergeboren zu werden. Für die Inder bedeutet es hingegen den totalen Horror, etwa so, als müßte man in alle kosmischen Ewigkeiten täglich zurück ins Büro. Samsara, der Kreis der Wiedergeburten, ist die Hölle.
Ein größeres Mißverständnis kann man sich gar nicht vorstellen!
26. Februar 2018 um 08:38 |
DALAI LAMA – SEXUELLER MISSBRAUCH – WIRD IHM JETZT DER FRIEDENSNOBELPREIS ABERKANNT?