
Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, f. Die Atemsperre

Peter Nasselstein: Orgasmusfunktion und Arbeitsdemokratie: 3. Orgontherapie, f. Die Atemsperre

Zu den Blogeinträgen Juni-November 2016 liegen folgende Kommentare von Lesern vor.
Zu „Die Eckpfeiler der sozialen Orgonomie“ verwies Robert (Berlin) darauf, daß, was „Die soziopolitische Charakterstruktur“ betrifft, die Trennung zwischen modern liberals und conservatives sich auch durch die Parteien zieht. Er verweist dabei auf einen nicht mehr im Netz zu findenden Artikel von pi-news von 2016 demzufolge Überfremdung und Islamisierung die gesellschaftliche Linke spalten. Dazu ich: Richtige Soziologie sieh mittlerweile wie folgt aus:
Zu „Betrachtungen zu Trumps Strategie für das Jahr 2016” verweist David auf: https://www.sueddeutsche.de/politik/aussenansicht-trump-kann-gewinnen-1.3106136
Robert (Berlin) sagt:
Pussy- und Arschkriecher-Generation“: Clint Eastwood outet sich als Trump-Versteher
Der 86-jährige Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood hat in einem Esquire-Interview zugegeben, von der Politkorrektheit und Kriecherei in den USA müde zu sein und bekannte sich zu dem Präsidentschaftskandidaten und US-Milliardär Donald Trump. Auch wenn der Republikaner „viele Dummheiten“ sagt. (Linkt nicht mehr vorhanden)
Robert (Berlin): US-Elite-Studenten: Harvard-Republikaner wenden sich gegen Trump – https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-harvard-studenten-wenden-sich-gegen-ihren-kandidaten-a-1106235.html
Peter Nasselstein sagt:
James Strick, das IOS, Renate Reich, Peter Robbins, etc. – sie alle unterstützen Clinton. Warum? Neben dem üblichen Müll („Faschismus“) vor allem aus sexualökonomischen Gründen: das Recht auf Abtreibung. Mit anderen Worten MORD, denn heutzutage gibt es so viele Verhütungsmittel, daß man die Lage kaum mit den 1930er Jahren vergleichen kann. Und was wird Trump vorgeworfen? Er und seine Famiiie hätte jede Menge Tiere getötet: (Link nicht mehr vorhanden)
http://www.wnd.com/2016/08/secret-service-shields-hillary-from-hecklers/#i99iTEFplFDqVZ9o.99
Liberalism is a mental disorder!
Und Peter weiter:
Nach Deutschland: Hier ein Beispiel für die Verschiebung des politischen Spektrums nach linksaußen zum Stalinismus hin:
Wer wählt sowas?
„Die politschen Auswirkungen des Niedergangs des Zweiparteiensystems“:
Robert (Berlin)
Konia sieht unsere europäische Parteienvielfalt als noch kränker als die us-amerikanische an. Wenn Linke und Rechte die zwei Seiten der Panzerung sind, dann wird die Panzerung durch die Parteienvielfalt zersplittert – in noch mehr Symptome. Generell könnte man das Parteienheer in Konservative und Liberale einsortieren.
Peter:
Es ist einfach Teil von „Checks and Balances“:
Innerhalb der beiden großen Blöcke halten sich Linke und Rechte in Schach und im Großen die beiden Blöcke selbst.
Innerhalb der Blöcke wird der jeweilige (linke und rechte) Rand weitgehend integriert und so die Emotionelle Pest weitgehend neutralisiert. Und was das gesamte politische System betrifft können die Konservativen beispielsweise nicht mit ihren Extrempositionen hinsichtlich dem Totalverbot der Abtreibung durchkommen und umgekehrt die Linken nicht mit den ihren (daß Abtreibung wie in der Sowjetunion ein Mittel der Geburtenkontrolle wird). Es kommt immer zu VERNÜNFTIGEN Kompromissen, die das Maximum an Rationalität darstellen, die es in einer gepanzerten Gesellschaft geben kann. Generell geht es um Sachfragen, weil der politische Streit in den Hintergrund tritt.
Ganz anders in Ländern wie etwa Holland oder Israel: die großen Parteien zerfallen in Splitterparteien, die jeweils homogen ideologische Extrempositionen und Sonderinteressen vertreten, nie das gesamte Land im Blick haben. Es kommt zu einer generellen Politisierung, in der Sachfragen vollständig in den Hintergrund treten und die Politik verselbständigt sich: es kommt zu absurden Koalitionen. Ich wähle etwa die CDU, um die Grünen draußenzuhalten – und bin dann mit einer schwarzgrünen Regierung konfrontiert. Das ist keine Demokratie mehr!
Als sich die Bundesrepublik konsolidierte, steuerte alles von der anfänglichen Zersplitterung auf ein Zweiparteiensystem zu. Mit dem Zerfall der Bundesrepublik zersplittert die Parteienlandschaft erneut.
Generell kann man sagen, daß es („quasi orgonometrisch“) bei jeder Frage um zwei Alternativen geht. Invasion! Verteidige ich am Strand oder im Hinterland? Beides hat sein Für und sein Wider und es ist ziemlich egal, wofür man sich entscheidet, solange es konsequent durchgeführt wird. Zum Desaster kommt es, bei „Koalitionen“ und den entsprechenden halbherzigen und widersprüchlichen Kompromissen: am Strand wird ein bißchen verteidigt und die Verteidiger entsprechend überrannt. Im Hinterland gibt es entsprechend keine ausreichende Kräfte – der Krieg ist verloren. Und so in allen Lebenslagen.
Robert (Berlin):
„zerfallen in Splitterparteien, die jeweils homogen ideologische Extrempositionen und Sonderinteressen vertreten“
Ähnlich die Zersplitterung in Minigewerkschaften, wie die der Lokführer oder Fluglotsen, die ein ganzes Land öfters am lahmlegen sind.
Robert (Berlin) 2018: Neuer Trend in den USA – geh weg von der Democratic Party
Konias über „Die politischen Vorteile der Linken“
Peter kommentiert:
Dank der linken Medien leben wir in einem Lalala-Land:
Alles läuft auf eine Alternative hinaus: Untergang in die Barbarei oder der eiserne Besen, eine Militärdiktatur! (Link existiert nicht mehr)
Peter: Berlin! https://www.berlinjournal.biz/jugendliche-brechen-nasenbein-s-bahn/ Man kann sich sehr effektiv wehren, aber dann kriegt man mehr, sehr viel mehr Ärger als die Angreifer = man ist absolut schutzlos!
Peter: Heutzutage gibt es ausschließlich bei „Rechten“ Sexpol-Aufsätze! https://der-kleine-akif.de/2016/09/08/fucking-deutsch/
In Töpfers Tiefenwahrheit kulminiert das Thema infantile Sexualität und Juden im Kapitel über Freud und warum der seine „Verführungstheorie“ (die Neurotiker waren Opfer von sexuellen Übergriffen in ihrer Kindheit) durch den Ödipus-Komplex ersetzt hat (das Kind begehrt den gegengeschlechtlichen Elternteil). Töpfers These ist, daß Freud auf dem Weg zu einem „Radikalaufklärer“ war, das dann aber aufgegeben habe, weil er damit das Geheimnis des talmudischen Judentums offengelegt hätte, denn dort sei der infantile Kindesmißbrauch weitverbreitet. Oder so ähnlich… – ich konnte Töpfers Ausführungen kaum folgen, weil sie so abgedroschen sind. Mit seinem Freud-Bashing läuft er überall offene Türen ein, während ich, obwohl kein Therapeut, mit geradezu ermüdender Regelmäßigkeit wieder und wieder auf den Ödipus-Komplex gestoßen bin. Man muß blind sein oder mit der Materie nicht in Berührung kommen, um das übersehen zu können. Im übrigen war es Reich, der unter allen Psychoanalytikern sich wohl noch am meisten mit sexuellem Kindesmißbrauch (im Zusammenhang mit seiner Untersuchung des triebhaften Charakters) beschäftigt hat. Aber er ist nie auf den Gedanken verfallen, deshalb die Libidotheorie in Frage zu stellen.
Irgendwann ist mal Schluß. Ich zitiere Töpfer:
Bei weitem nicht so schlimm wie bei Freud, aber dennoch ähnlich verwunderlich ist der „überspitzte jüdische Intellektualismus“,* die Abgehobenheit in reine Theorie noch bei Freuds Schüler Reich in den 1950 Jahren, wobei sich Reich in feinster rabulistischer Art gerade als besonders bodenständig-realistisch geriert: „Das Wort ‚Katze‘ und das besondere orgononotische Plasmasystem, das sich da bewegt, haben in Wirklichkeit nichts miteinander zu tun. Es sind bloß, wie die vielen verschiedenen Bezeichnungen für das Phänomen ‚Katze‘ bezeugen, lockere, beliebig auswechselbare Begriffe, die an reale Erscheinungen, Bewegungen, Emotionen etc. geknüpft werden. Diese Überlegungen klingen nach ‚hoher‘ oder ‚tiefer‘ Naturphilosophie. Der Laie ist der Naturphilosophie abgeneigt und wird daher dieses Buch beiseitelegen, weil es ‚nicht auf dem harten Boden der Realität steht‘.“ – Das klingt nicht nur nach, das ist Naturphilosophie, und zwar von der nichtssagendsten Sorte, und jeder Normale („Laie“) ist dieser gegenüber „abgeneigt“. Daß Reich so etwas absolut Banales – daß das Wort nicht mit der Sache überein stimmt – von sich geben kann, zeugt von seiner Abgelöstheit und Ich-Schwäche. Wenn man eine Katze nicht als lebendiges Wesen fühlen kann, muß man auf solch höhere Gedanken kommen. (Tiefenwahrheit, S. 435)
* Joseph Goebbels, „Tag des Buches“, 10. Mai 1933: https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/268884/tag-des-bu ches-erinnerung-an-die-ns-buecherverbrennungen-vor-85-jahren/
Reich war halt auch nur Jude! – OK, bleiben wir ernst:
Der Psychiater Harrison Pope hat seit Jahrzehnten in Zweifel gezogen, ob man sexuellen Kindesmißbrauch überhaupt verdrängen kann. Alles deutet darauf hin, daß das schlichtweg Unsinn ist, was Freuds ursprüngliche „Verführungstheorie“ die Grundlage entzieht. Erst recht aber natürlich die daran anschließende Theorie von der Verdrängung infantiler sexueller Strebungen. Seit vielen Jahren wird Freud und die Psychoanalyse auf diese Weise grundlegend in Frage gestellt.
Ein von Harrison Pope zusammengestelltes Forschungsteam aus Psychologen und Literaturwissenschaftlern hat vor der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert kein einziges Indiz dafür gefunden, daß es so etwas wie „ins Unbewußte abgeschobene Traumata“ gab. Dazu wurde sowohl die Fach- und Sachliteratur als auch Romane, Erzählungen und Gedichte untersucht. Tatsächlich findet sich eines der frühsten Beispiele erst 1859 in einem Roman von Charles Dickens. Das Verdrängen von Erinnerungen sei, so vermutet Pope, kein biologisch-neuropsychologischer Mechanismus, sondern ein Produkt der modernen westlichen Kultur.
Wie soll man dann Reichs Entdeckung erklären, daß mit Auflösung der Panzerung typischerweise (aber nicht notwendigerweise) verdrängte Erinnerungen ins Bewußtsein treten, die mit der Genese der Panzerung in Zusammenhang stehen?
Beispielsweise könnte man spekulieren, daß seit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts die „gesellschaftliche Panzerung“ immer brüchiger wurde, was dann in den entsprechenden „revolutionären“ Theorien, beispielsweise jenen Freuds, zum Ausdruck gekommen ist. Diese These hat Reich ansatzweise bereits 1929 in seinem Aufsatz Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse formuliert. Die Gesellschaft war vor 1800 schlicht zu gepanzert, als daß der Verdrängungs-Mechanismus hätte erfaßt werden können.
Ohnehin ging es Reich primär um die Verdrängung im Zusammenhang von Gefühlen.
James Gross (Stanford University, California) und Jane Richards (University of Texas, Austin) zeigten anhand von 57 Freiwilligen, denen ein aufregender Film über eine OP vorgeführt wurde, daß sich diejenigen am besten erinnern, die während eines besonderen Erlebnisses mit ihren Gefühlen dabei sind und sie nicht unterdrücken.
Aus Sicht der Orgonomie kann man davon ausgehen, daß bei den „Gefühllosen“ die Bilder zurückkehren, wenn sich der Krampf löst, der die Gefühle zurückhält.
Doch wirklich überzeugend sind diese Argumente kaum. In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung von 2007 hieß es beispielsweise:
Tatsächlich gibt es für die Theorie der Verdrängung keine stichhaltigen Belege. So müßte Freud zufolge das Ausmaß des Vergessens bei jenen Menschen besonders groß sein, die Schlimmes erlebt haben und deshalb gewillt sind, das Erlebte aus ihrem Gedächtnis zu tilgen. Das Gegenteil ist der Fall: Sogar jene Erwachsene, die in ihrer Kindheit sexuell mißbraucht wurden, können sich gedanklich nicht von den Inhalten lösen, die an das Trauma erinnern (Behaviour Research and Therapy, Bd. 44, S. 1129, 006). Das Problem ist nicht das Verdrängen, sondern das Nicht-Verdrängen-Können.
Aus eigener Erfahrung mit der Orgontherapie kann ich sagen, daß es gar nicht um die Erinnerung per se geht, sondern um Einsichten hinsichtlich der eigenen Entwicklung. Ob und an welche „Geschichten“ (angebliche „Erinnerungen“) diese sich festmachen, bzw. sozusagen „illustriert werden“, ist sekundär. Ob diese „Erinnerungen“ irgendeiner Realität entsprechen ist gleichgültig, solange mit ihrer Hilfe, die entscheidende therapeutisch wirksame Einsicht vermittelt wird.
Dies wird wohl auch die Grundlage der ja zweifellos vorhandenen Heilungserfolge durch das Freudsche „Bewußtmachen des Verdrängten“ sein. Es geht um die Veränderung stereotyper Sicht-, Denk- und Verhaltensweisen. Es geht um das Wegbrechen von okularer Panzerung durch Gespräche, die zu neuen „Einsichten“ führen. Die „Erinnerungen“, die dabei aus der „Verdrängung“ auftauchen, sind nur eine mehr oder weniger poetische Einkleidung der bioenergetischen Veränderungen im Körper. Sie ähneln darin den Träumen.
Das Tragische bei der ganzen Angelegenheit ist, daß durch den „Freudianischen“ Kult unzählige Leben kaputtgemacht worden sind. All die Familien, die zerstört wurden, weil sich jemand in der Therapie urplötzlich an sexuellen Mißbrauch „erinnert“ hat. Aufgrund dieses Schwachsinns sind vollkommen unschuldige Menschen für viele Jahre ins Gefängnis gewandert!
Es stimmt, daß in seiner Arbeit in der psychoanalytischen Ambulanz für die Armen Reich einer der ersten Psychoanalytiker war, der die Wahrhaftigkeit des sexuellen Kindesmißbrauchs bestätigte. Man siehe die beiden letzten Kapitel von Frühe Schriften und seinen Aufsatz „Eltern als Erzieher“ (Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik, 1926 und 1927). Aber trotzdem hat er sich stets die Freudsche Vorstellung verteidigt, daß Kinder sexuelle Wesen sind, die an ihren Eltern sexuelles Interesse zeigen (solange man ihnen kein kindsgerechtes Sexualleben mit Gleichaltrigen ermöglicht). Und was angebliche Erinnerungen an sexuellen Mißbrauch betrifft, verweise auf Reichs Charakteranalyse, wo er sich vehement gegen die Ansicht wendet, der Therapeut ginge in die Zeit zurück, als ob unser Geist wie eine Diskette funktioniere, auf der etwas unveränderlich und abrufbereit gebrannt ist. Es ist alles Panzerung im Hier und Jetzt.
Wenn bestimmte Körperregionen entpanzert werden, scheint so etwas wie ein „plasmatisches Gedächtnis“ aktiviert zu werden. Erinnerungen an die Geburt oder gar das intrauterine Leben bedeuten nicht, daß es damals bereits ein „Ich“ gab, das sich nun erinnert (die besagte „Diskette“). Nicht mein „Ich“, sondern mein Selbst, d.h. mein Körper war dabei, als ich geboren wurde. Es ist naiv zu glauben, damals wäre etwas abgespeichert worden, was sich später wieder abrufen läßt. Erinnerungen sind, streng orgonomisch betrachtet, nur eine aktuelle Folgeerscheinung der Art, wie in der Vergangenheit sich die bioenergetische und physische Grundlage des aktuellen Ich formierte. Die Erinnerungen sind in der Muskelpanzerung eingeschlossen, weshalb es Sinn macht, wenn sich „ungepanzerte“ Schizophrene verhältnismäßig gut erinnern, diese Gabe aber verlorengeht, wenn sie sich im Verlauf der Therapie abpanzern.
Als Medizinstudent wurde Reich von Richard Semon (1959-1918) beeinflußt, nach dem Sinneseindrücke zu permanenten Veränderungen in den Nerven führen. Diese Engramme (Spuren) ermöglichen nach Semon die Assoziation und Erinnerung und sie gehen ins Erbgut ein. Alle Engramme zusammen bilden die Mneme, d.h. das biologische Gedächtnis. Später glaubte Reich im Anschluß an Freud, daß der „Wiederholungszwang“, Lust immer wieder erfahren zu wollen, „ein wesentliches Stück des Problems des Gedächtnisses ausmachen (dürfte)“ (Charakteranalyse, Fischer TB, S. 288). Schließlich, 1950, mußte er nach dem Gedächtnis gefragt jedoch kleinmütig einräumen: „Ich muß ehrlich zugeben, daß ich nichts darüber weiß“ („Processes of Integration in the Newborn and the Schizophrenic”, Orgonomic Functionalism, Vol. 6, 1996, S. 63).
Charles Konia geht davon aus, daß die Wahrnehmungsfunktion entsteht, wenn sich die organismische Orgonenergie vom kosmischen Orgonenergie-Ozean mittels einer Membran trennt. Die „Innenwelt“ nimmt Kontakt mit der „Außenwelt“ auf, wobei sich die Wahrnehmung (und die mit ihr verbundene Erregung) bionartig in subzellularen Gebilden organisiert, die Zentren „plasmatischer ‚Erinnerung’“ bilden. Das Protoplasma kann sich dann auf der einen Seite zu Genen organisieren (DNA), auf der anderen Seite zum Gehirn (Nervenzellen) („The Perceptual Function“, Journal of Orgonomy, 18(1), 1984, S. 80-98), primär ist jedoch das „plasmatische Gedächtnis“.
Es gibt vier Wege, auf denen du mit absoluter Sicherheit dein Leben zerstörst, indem du das in die Tonne trittst, was dein Menschsein im Kern ausmacht.
Vor dem ersten hat insbesondere Dr. Richard Schwartzman immer wieder gewarnt.
Die Berichterstattung über tragische Ereignisse wirkt sich negativ auf die Menschen aus, die entsprechend ihrem jeweiligen Charaktertyp reagieren. Depressive Menschen, die oft selbstbezogen und apathisch sind, können die Nachrichten nutzen, um sich aus ihrer Niedergeschlagenheit zu befreien, oder sie können sie noch tiefer in die Verzweiflung treiben und ihnen scheinbar berechtigte Gründe für ihre Niedergeschlagenheit liefern. Der bipolare Mensch kann in einem manischen Zustand zu unüberlegten Handlungen veranlaßt werden. Mißtrauische Menschen und solche mit paranoiden Vorstellungen zeigen eine erhöhte Ängstlichkeit. Hysterikerinnen reagieren auf Nachrichten übermäßig dramatisch und mit großen Emotionen. Da sie chronisch ängstlich sind, versetzen die Todes- und Katastrophenszenarien, denen sie ausgesetzt sind, sie in einen Zustand noch größerer Angst.
Aus orgonomischer Sicht ist es nicht viel anders, ob man Tragödien aller Art in den Nachrichten sieht oder in einem Film, in dem erschütternde Ereignisse geschildert werden. In beiden Fällen wird man aufgeregt, die Orgonenergie im Körper gerät in Bewegung, und man beginnt zu fühlen. Aber während ein Film als bloße Unterhaltung abgetan werden kann, sind die Nachrichten real, sie erschüttern uns mehr und haben die Fähigkeit, starke und tiefempfundene Gefühle hervorzurufen, insbesondere Traurigkeit, Angst und Wut.
Wenn wir anderen mitteilen, was wir als Reaktion auf die Nachrichten denken und fühlen, können diese Emotionen bis zu einem gewissen Grad zum Ausdruck gebracht werden. Mit Bekannten sprechen, seine Empörung zum Ausdruck bringen, Leserbriefe schreiben, wütende E-Mails an Kongreßabgeordnete schicken, im Internet chatten oder kommentieren – all das dient dazu, einen Teil der Emotionen zu entladen, die durch die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Ereignisse aufgewühlt wurden. Diese Emotionen werden nicht notwendigerweise durch das Anschauen der Nachrichten verursacht. Sie sind bereits in uns vorhanden und werden aufgewühlt.
Die Nachrichten zu sehen und sich darüber auszulassen, ist ein oft vergeblicher Versuch der Menschen, sich besser zu fühlen. Natürlich kann der Grad der Entlastung und Erleichterung in dem Maße, in dem man aktiv wird und tatsächlich etwas tut, z.B. sich an einer Rettungsaktion beteiligt, erheblich sein. Die psychiatrische Orgontherapie ist jedoch ein weitaus besserer Weg, um tiefe, negative Gefühle auszudrücken und loszulassen. Ich glaube, daß dies die einzige Möglichkeit ist, sie für immer zu beseitigen. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Menschen in der Therapie dazu neigen, sich weniger auf die Verrücktheiten der Welt und mehr auf ein ruhiges, familienorientiertes Leben zu konzentrieren.
Das Befassen mit all dem apokalyptischen Müll, der nicht zuletzt, wie ich selbstkritisch konstatieren muß, durch den NACHRICHTENBRIEF, tagtäglich über dir ausgeschüttet wird, zieht dich auf geradezu dämonische Weise bioenergetisch runter, obwohl es die Illusion vermittelt, du würdest dich „engagieren“ und am Leben teilhaben. Schnell rutscht man übers Internet in die Szene der Verschwörungstheoretiker ab, die durch eine selbstkreierte Horrorlandschaft irren und dabei langsam aber sicher zu Zombies werden.
Auf Mikroebene sind wir bei Horoskopen, Tarot-Karten und allgemein bei der Wahrsagerei angelangt, die die vorchristliche und voraufklärerische Welt in einen nicht enden wollenden Alptraum verwandelte. Die Menschen verhedderten sich unrettbar in einem Gestrüpp aus schlechten Omen und sich selbsterfüllenden Vorhersagen des unvermeidlichen Unheils. Es war, als wäre alles von einer alles erstickenden DOR-Wolke eingehüllt.
Durch die „Zukunftsvorhersage“ leben die Menschen nicht mehr selbstreguliert ihr eigenes Leben, sondern sie geraten auf ein Gleis, das ihre Zukunft bestimmt. Sie werden „besessen“. Sie sind „besessen“.
Apropos Besessenheit: Alkohol und Drogen (insbesondere Amphetamine, also Crystal Meth, Pervitin, Ecstasy, aber auch Adderall und Ritalin) führen schnurrstraks zu „dämonischer Besessenheit“. Diese Wortwahl ist kein esoterischer Unsinn, sondern Lebenserfahrung. Man muß sich doch nur umschauen, wie diese Substanzen einzelne Familien und ganze Innenstädte in etwas verwandeln, was man nur als „Höllen“ bezeichnen kann. Es ist bei Drogen, insbesondere auch Cannabis, ähnlich wie bei der Demenz: am Anfang steht ein harmloses „Ich bin nicht mehr ich selbst!“ und am Ende schaut dich aus den vertrauten Augen ein anderes, vollkommen fremdes Wesen an, das dich langsam aber sicher mit sich hinab in die Hölle zieht. Dämonen! Und das kann man durchaus wörtlich nehmen:
Viele Methamphetaminabhängige berichten über das Auftauchen von „Schattenmenschen“ nach längerem Schlafentzug. Der Psychiater Jack Potts vermutet, daß der Konsum von Methamphetamin den Halluzinationen durch Schlafentzug eine „konspirative Komponente“ hinzufügt. Ein Befragter sagte: „Man sieht keine Schattenhunde, Schattenvögel oder Schattenautos. Man sieht Schattenmenschen. Sie stehen in Türöffnungen, laufen hinter einem, kommen auf dem Bürgersteig auf einen zu.“ Diese Halluzinationen wurden direkt mit den in der Folklore beschriebenen paranormalen Wesenheiten verglichen. Schattenmenschen werden häufig von Menschen berichtet, die unter der Wirkung von Delirantien [psychotrope Substanzen, die einen Zustand ähnlich einem Delirium hervorrufen] wie Datura [Stechapfel], Diphenhydramin und Benzydamin stehen.
Hier wird nicht erwähnt, daß Meth-Heads unabhängig voneinander manchmal ein und denselben „Schattenmenschen“ beschreiben, der gerade dies oder das macht, und von diesen „Schattenmenschen“ Dinge, etwa über Drogenverstecke, eingeflüstert bekommen, die sie auf normalem Wege nicht wissen können. Wer das nicht glauben mag, möge sich die Welt des klinischen Psychologen Jerry Marzinsky selbst ergoogeln!
Straight Edge! Halte dich von sämtlichen Stimulanzien fern – oder verspiel deine Seele!
Gedankenkontrolle ist das untrügliche Anzeichen, daß du es mit dem absolut Bösen zu tun hast. Jedwede Art von Sektiererei, Gruppendenken, Ideologie – überall, wo du dein selbständiges kritisches Denken einschränken, gar aufgeben mußt, ist des Teufels. Du kannst gleich deine Seele an der Garderobe abgeben! Wenn nicht mal mehr deine eigenen Gedanken und Gefühle zu dir gehören, sondern du nur noch Lautsprecher fremder Gedanken und Übermittler fremder Gefühle bist, dann hat eine „dämonische Macht“ von dir Besitz ergriffen. Ein ganz besonders gruseliges Beispiel sind die Zeugen Jehovas.
Das Böseste, was diese Dämonen in Menschengestalt tun, ist, was wir selbst umgekehrt mit „Dämonen“ tun sollten: Sequestrieren, sich von etwas oder jemanden trennen, es oder ihn isolieren und permanent absondern. Zeugen Jehovas müssen „Abtrünnige“ ächten und jedweden Kontakt zu ihnen radikal abbrechen. Dies, der Klatsch und üble Nachrede, kurz die Emotionelle Pest, zerstören das soziale Gewebe von Liebe, Arbeit und Wissen (Genitalität und Arbeitsdemokratie), das uns trägt und ersetzt es durch eben das: die Emotionelle Pest, die nichts hinterläßt als zerstörte Gemeinschaften, zerstörte Familien und zerstörte Seelen. Was bleibt, ist ein von Leichengift verseuchtes Feld, auf dem nur Tod, Fäulnis und Verzweiflung gedeihen können.

Jonas schrieb 2014:
Ich möchte nur mal zwischenzeitlich Danke sagen für die m.E. UNBESCHREIBLICH WICHTIGE Arbeit, die Du in der Orgonometrie-Reihe leistest – auch wenn dazu in der Regel wenig kommentiert wird.
Ich bin immer wieder beeindruckt!
Sebastian:
Ich kann das gar nicht beurteilen, aber finde alleine die Bemühung hervorragend und möchte mich daher anschließen.
Oliver Gerlach:
Auch ich möchte mich hier unbedingt anschliessen. Neben der unglaublich umfassenden „Chronik der Orgonomie“ stellen „Orgonometrie 1 + 2“ die m.M. nach tiefgehendste zeitgenössische orgonomische Literatur dar!
Robert (Berlin) hat hinsichtlich „Orgonometrie (Teil 1): Kapitel II.1.d.“ eine Frage:
Mir wird aus dem Ganzen nicht ganz klar, was mit Sensation gemeint wird (hier mal als Kitzeln gesehen) und warum diese als Gegensatz zur Emotion steht.
Darauf meine Antwort:
Emotion sind „aufwallende“ Gefühle wie Traurigkeit, Wut, Liebe, etc. Sensationen entsprechen dem, was man hört, ertastet, sieht, etc. Man denke nur an den religiösen Glauben: die einen lieben Gott und fürchten Gott, die anderen „wollen erst sehen“.
Claus:
Dafür gibt es ja einen guten Grund: Dafür, dass es das-und-das tatsächlich gibt, sprechen eher ‚Sensationen‘, zum Beispiel Anblicke (je nachdem, wie theoretisch die betreffende Sache ist, mehr oder weniger direkt oder eher über gedeutete Anzeichen). Gefühle kann man hingegen auch gegenüber Nichtexistentem haben (wohl jedenfalls dann, wenn man es für existent hält).
Einschub 2025: Schöne Illustrationen von Emotion und Sensation ist die bildende Kunst und die Musik. In der klassischen Malerei ging es vor allem um das Hervorrufen von Emotionen. Von der Tendenz her angefangen mit dem Impressionismus und dann radikal in der sowohl abstrakten als auch hyperrealistischen Kunst des 20 Jahrhunderts geht es praktisch nur noch um Sensationen. Man starrt stundenlang eine Rauhfasertapete an und ist fasziniert. Ähnliches ereignete sich in der Musik. Die Klassik und frühe Romantik war kaum etwas anderes als „vertonte Emotion“, was sich dann im Laufe der Zeit zu einer reinen Geräuschkulisse verflüchtigte. Selbst im Jazz und in den verschiedenen Bereichen der Populärmusik gab es ähnliche Entwicklungen. Man nehme etwa Miles Davis‘ Album In a Silent Way von 1969, wo es weniger um Melodie und den Spannungsbogen geht, sondern um die „Atmosphäre“, die erzeugt wird und um die „Textur“ – buchstäblich die besagte „Rauhfasertapete“!
Themenwechsel. Sebastian schrieb 2015:
Ähm, ich muss mal etwas loswerden. „Bei Anwesenheit von Panzer […].“Das ist einfach grausam zu lesen. Bin ich schon öfter drüber gestolpert. Warum nicht Panzerung?
Meine Antwort:
Ganz heikles Thema. Früher habe ich wie selbstverständlich immer von „Panzerung“ gesprochen. Doch jetzt, wo ich mich intensiv mit Konia beschäftigt habe: der hat meistens „Panzer“ geschrieben („armor“ statt „armoring“), was in mir einige Panik hervorrief. Reich selbst schreibt, wenn ich das jetzt richtig überblicke, meistens von „Panzerung“, ab und zu aber auch von „Panzer“. Etwa hier in der Charakteranalyse, wo er grammatikalisch richtig schreibt:
„Der Bewegungsausdruck des vierten Segments ist im Falle des Fehlens eines chronischen Panzers der der ‚Gefühlsbewegtheit‘ (…). Im Falle der Panzerung ist der Ausdruck der der ‚Unbewegtheit‘ oder ‚Unberührtheit‘“ (KiWi, S. 493).
Robert (Berlin) geht auf die Reich-Marx-Frage ein:
Man muss den Marxismus und Reichs entsprechende „Sexpol-Beiträge“ von der Arbeitsdemokratie her verstehen. Das erstere, der „Reichianische“ Ansatz, ist bloßes Sektierertum, in dem die zufällige, bzw. durch die Zeitläufe bestimmte Entwicklung eines einzelnen Mannes zum Maßstab wird, mit dem man eine ganze Wissenschaft verstehen will. Tatsächlich wichtig ist aber nur die Entdeckung der Arbeitsdemokratie, von der aus entschieden werden kann, was an Reichs frühen Theorien von mehr als historischem Interesse ist.
Ähnlich bei Giordano Bruno. Heute interessiert uns überhaupt nicht mehr, mit welchen Philosophen er sich damals auseinandersetzte, sondern das er das geozentrische Weltbild überwand.
Angeregt durch ein zufällig gesehenes Photo bin ich grundsätzlich geworden:
Worum es in der Orgonomie geht auf einem Photo: der schmutzig-braune DOR-Panzer des Planeten und darüber das frische Orgon, wie von Reich in CONTACT WITH SPACE beschrieben.
O.
Der Begriff Orgontechnik wird meines Erachtens ausschließlich von Leuten benutzt, die keinerlei Ahnung von Orgonomie haben, aber ORACs bauen von ungewisser Zusammensetzung und dies als den „originalsten“ verkaufen. Weiterhin subsummieren sie irgendwelche Dorbuster-Konstruktion und dergleichen mehr.
Hier wird sich ausschließlich auf den Orgonmotor bezogen. Alternativ wäre und damit abgrenzend zum Sprachvandalismus der Orgonesoterik der neue Begriff „Orgonmotortechnik“ einzuführen.
Peter:
Danke, ich weiß Deinen Einwand zu würdigen, aber ich lasse mir doch nicht von „Reichianern“ und Esoterikern meinen Sprachgebrauch diktieren!
Es geht um Vogelschwärme:
Manuel:
Man beachte das Flugmuster der Bienen ab ca. 4:10:
Sebastian und ich verwiesen jeweils auf ein Video mit Vogelschwärmen. Diese Videos existieren nicht mehr im Netz, daher dies: