Posts Tagged ‘Wahrnehmung’

Frage und Antwort: Intelligenz gegen Wahrnehmung

20. Mai 2019

von David Holbrook, M.D.

 

Frage: In welcher Beziehung stehen Intelligenz und Wahrnehmung?

Antwort: Intelligenz und Wahrnehmung sind zwei unterschiedliche Dinge. Die Wahrnehmung wird insbesondere durch den Grad des Kontakts mit dem psychobiologischen Kern im gegebenen Individuum beeinflußt. Hochintelligente Menschen können ihre Intelligenz als Abwehr einsetzen, um vor der Realität zu fliehen und Gesichtspunkte zu konstruieren, die intelligent klingen mögen, aber wenig bzw. gar keine Beziehung zur Realität haben. Umgekehrt können Menschen mit durchschnittlicher oder sogar unterdurchschnittlicher Intelligenz die Dinge oft auf eine sehr direkte und vernünftige Art und Weise wahrnehmen, so daß sie eine korrekte Wahrnehmung der Realität haben, auch wenn es möglicherweise nicht sehr klug ist, wie sie sich ausdrücken.

Wenn korrekte Wahrnehmung und hohe Intelligenz erfolgreich kombiniert werden, ist das Ergebnis natürlich wunderbar und kraftvoll. Sehr intelligente Menschen nehmen jedoch sehr oft weniger wahr als Leute mit durchschnittlicher Intelligenz.

 

Dieser Text wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 15

30. April 2019

orgonometrieteil12

15. Ist die Gesellschaft ein Organismus?

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 11)

17. Februar 2019

Eine Einführung in die klinische Theorie der Orgonomie mit einer Diskussion einiger paralleler Funde in der modernen Neurowissenschaft und Psychotherapie von David Holbrook, M.D.

 

DER WEG EINES ORGONOMEN ZUR ORGONOMIE (Fortsetzung)

In gewissem Sinne scheint mir, daß ein tiefer Kontakt mit sich selbst einen tiefen Kontakt und eine Integration zwischen dem eigenen ZNS und dem eigenen ANS erfordert. Darüber hinaus beinhaltet tiefer Kontakt mit anderen die Wahrnehmung des emotionalen, nonverbalen Bereichs im anderen. Auf der anderen Seite wollen wir das Baby nicht mit dem Bade ausschütten: Worte können tief emotional und voller Kontakt sein, wenn sie nicht defensiv als Mittel zur Distanzierung von Emotionen eingesetzt werden. Auch dazu hat Reich etwas zu sagen:

Die vulgäre Meinung nimmt an, daß die Funktion des menschlichen Verstandes … absolut dem Affekt [entgegengesetzt ist] … . Dabei wird zweierlei übersehen: daß erstens die intellektuelle Funktion selbst eine vegetative [autonome] Tätigkeit ist, daß es zweitens eine Gefühlsbetonung der Verstandestätigkeit gibt, die keiner bloß affektiven Regung an Intensität nachsteht … [Hast du jemals eine leidenschaftliche Idee gehabt?] Der Intellekt kann also in den beiden grundsätzlichen Richtungen des psychischen Apparates, zur Welt und weg von der Welt, tätig sein; er kann ebenso mit lebhaftestem Affekt gleichgerichtet korrekt funktionieren wie auch sich dem Affekt kritisch gegenüberstellen. Zwischen Intellekt und Affekt besteht keine mechanische, absolut gegensätzliche, sondern wieder eine dialektische Funktionsbeziehung. (Reich, 1949, S. 412f)

Also, sprechen Emotionen lauter als Worte? Wenn wir auf das zurückblicken, was wir besprochen haben, würde ich doch sagen: wir kommen zu dem Schluß, daß Emotionen in gewissem Sinne der weitere Bereich sind, der Kontext aus dem oder die Quelle aus der Wörter entspringen können. Wenn Wörter als Abwehr verwendet werden, um den Emotionen zu entkommen oder sie zu vermeiden, liegt die Wahrheit in der Emotion und der begleitenden Körpersprache und nicht in den Wörtern. Auf der anderen Seite, wenn, wie Reich sagt, die Worte in dieselbe Richtung wirken wie ein lebhafter Affekt, dann werden die Worte mit der Kraft der Emotion verbunden, und beide, Worte und Emotionen, sprechen laut.

Zu einem Orgonomen zu werden hat mir persönlich geholfen, einen Fuß in der Natur und einen Fuß im Bereich meiner Mitmenschen zu haben und mir dergestalt geholfen, die Spaltung in meinen Gefühlen über diese beiden Welten zu heilen. Ich konnte tiefe und profunde verbale und nonverbale Erfahrungen mit meinen Patienten teilen und einigen der besten und aussagekräftigsten Theatervorführungen beizuwohnen und in ihnen mitzuspielen, die ich je hätte finden können. In meiner Arbeit ist das Potential, Shakespearesche Tiefen jeden Tag zu erleben. Shakespeare hat nur 36 Stücke geschrieben, aber es gibt unendlich viele tiefgreifende und bedeutungsvolle menschliche Geschichten, an denen ich als Orgonom teilhaben darf. Ich muß nicht zwischen Bühne und Wiese wählen. Ich habe sie beide in meiner Arbeit. Das ist das Geschenk der Orgonomie an mich und an meine Patienten.

Reich starb 1957 in einem Bundesgefängnis. Er war wegen Mißachtung des Gerichts verurteilt worden, weil er sich geweigert hatte, beim Versuch der FDA mitzuarbeiten, seine Arbeit als unwissenschaftlich abzutun. Ich möchte mit den Worten abschließen, die Reich aus dem Gefängnis an seinen 13jährigen Sohn Peter geschrieben hat: „Halte deinen Bauch weich. Laß nicht zu, daß er hart wird. Leide lieber, als hart zu werden“ (Reich 2012, S. 235, kursiv im Original).

 

Literatur

  • Reich W 1949: Charakteranalyse, Köln: KiWi, 1989
  • Reich W 2012: Where’s The Truth? New York: Farrar, Straus and Giroux

 

Dieser Text aus dem Jahre 2013 wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 10)

15. Februar 2019

Eine Einführung in die klinische Theorie der Orgonomie mit einer Diskussion einiger paralleler Funde in der modernen Neurowissenschaft und Psychotherapie von David Holbrook, M.D.

 

DER WEG EINES ORGONOMEN ZUR ORGONOMIE (Fortsetzung)

Woher kommen Wörter? Entstammen sie unserem Willen oder kommen sie über uns, wie es die Emotionen tun? Nietzsche (1886, S. 31) formulierte es so: „[E]in Gedanke kommt, wenn ‚er‘ will, und nicht wenn ‚ich‘ es will.“ Emerson (2001) schrieb: „Der Mensch ist ein Strom, dessen Quelle verborgen ist. Unser Wesen steigt in uns herab, wir wissen nicht von wo“ (S. 163). „… ich stelle mir vor, daß der Mensch immer von hinten angesprochen wird und nicht in der Lage ist, den Kopf zu drehen, um den Sprecher zu sehen“ (S. 87).

Es scheint mir, daß Worte irgendwie aus dem Körper kommen. Ich habe das Gefühl, daß Worte irgendwie aus körperlichen Erfahrungen geformt werden. Es fühlt sich an, als ob sie aus meinem Bauch kommen, aber wie kann ich das erklären? Ist das eine Art Metapher oder ist es buchstäblich wahr? Wenn es wahr ist, dann sprechen Emotionen nicht nur lauter als Worte, sondern Worte werden in gewissem Sinne von Emotionen und körperlichen Erfahrungen abgeleitet. Es gibt Forschungen (Begley, 1998, McGinnis 2002), die darauf hinweisen, daß „Gesten uns helfen können, Worte überhaupt zu finden. Es ist, als ob der Körper zum Teil zuerst weiß und dann hilft, das passende Wort zu finden“ (Heuer 2005). Es stellt sich heraus, daß orgonomische Schriften viel dazu zu sagen haben. Reich äußerte sich in Charakteranalyse wie folgt:

„Es ist offenkundig, daß die Sprache in ihren Wortbildungen sich an die Wahrnehmung innerer Bewegungszustände und Organempfindungen anlehnt und daß die Worte, die emotionelle Zustände beschreiben, die entsprechenden Ausdrucksbewegungen des Lebendigen unmittelbar wiedergeben“ (1949, S. 475). „…sowohl der Sprachgebrauch wie auch die Empfindung, die man vom Verhalten eines anderen bekommt, in einer anscheinend gesetzmäßigen Weise gänzlich unbewußt den betreffenden Zustand nicht etwa nur bildlich, sondern vielmehr unmittelbar wiedergibt“ (ebd., S. 439).

Dr. Konia hat auch ausführlich darüber geschrieben. Er schreibt:

„… sowohl Ideen als auch Wörter stammen aus der Wahrnehmung der Organempfindungen. Die kortikalen Sprachzentren … integrieren lediglich die verschiedenen Komponenten der Sprachfunktion … “ (Konia, 1983, S. 233, kursiv im Original). „… die Formulierung, daß Ideen aus der Wahrnehmung von Emotionen und Empfindungen im Körper stammen, basiert auf der klinischen Beobachtung, daß eine therapeutische Verbesserung eintritt, wenn der emotionale Ausdruck des Körpers den damit verbundenen Ideen vorausgeht. Umgekehrt arbeitet das Ausdrücken von Ideen vor dem emotionalen Ausdruck als Widerstand und führt in eine therapeutische Sackgasse. Sobald die in der gepanzerten Muskulatur enthaltene Energie emotional ausgedrückt wird, entstehen Ideen, die sich speziell auf den emotionalen Ausdruck beziehen. Dieser klinische Befund unterstützt die Ansicht, daß Ideen im Gehirn wahrgenommen werden, aber auf körperlichen Sensationen und Emotionen beruhen“ (Konia, 2004, S. 93, kursiv im Original). (Beachten Sie die Ähnlichkeiten zwischen diesen Zitaten und dem Zitat von Solms im zweiten Abschnitt dieses Vortrags.)

Konia und Harman haben auch äußerst interessante Beiträge zum Verständnis des Schlafes geleistet. Es stellt sich heraus, daß Gedanken, Worte und Träume einige gemeinsame Merkmale und Funktionen aufweisen. Konia erklärt: „Sowohl Gedanken als auch Träume stammen aus der Wahrnehmung der Erregung von Emotionen und Sensationen …“ (Konia 2007, S. 53), mit anderen Worten, aus der Wahrnehmung von Organempfindungen, genau wie bei Wörtern. Sowohl Sexualität als auch das Träumen „dienen der Regulierung des Energiehaushalts des Organismus“ (S. 57). Die Panzerung stört die Schlaffunktion, die wie viele andere Funktionen auch Pulsation beinhaltet. „Der Traum ist … eine Form der bioenergetischen Entladung …“ (S. 53).

Harman (2007) stellt fest, daß „Schlaf notwendige Prozesse des autonomen Nervensystems beinhaltet, die nicht während des Wachlebens stattfinden können“ (S. 9). „Im Schlaf etablieren das plasmatische System im allgemeinen und das autonome Nervensystem im besonderen ihre Vorherrschaft über dem Gehirn und halten sie aufrecht. Dieser Prozeß beinhaltet eine Erhöhung der parasympathischen Erregung und der übergreifenden Beweglichkeit, was den Organismus ausdehnt … die orgonotische Ladung wird reorganisiert, um ein höheres Funktionsniveau zu ermöglichen. Dies beinhaltet eine Neuorganisation der Muskel- und Charakterpanzerung“ (S. 7). „Im Verlauf eines Nachtschlafes dominiert zunehmend das parasympathische Nervensystem. Während des REM [schneller Augenbewegungsschlaf, das mit dem Träumen am engsten verbundene Stadium] wird das autonome System extrem aktiv, mit Ausbrüchen sympathischer Aktivität, gefolgt von Phasen extremer Abnahme der sympathischen Aktivität und Zunahme der parasympathischen Aktivität“ (S. 48). „In Träumen … sind grundlegende Funktionen der Kontraktion und Expansion integriert … Bei den meisten gepanzerten Personen dient Schlaf dazu, die Panzerung zu verstärken und aufrechtzuerhalten … In dem Maße, in der konflikthafte Motoraktivität in der Muskulatur ungebunden bleibt [d.h. wenn es einen Mangel an Muskelpanzerung gibt] und im sozialen Leben nicht zum Ausdruck kommt (zum Beispiel beim … Schizophrenen), wird ansteigende Ladung nicht toleriert und der REM-Schlaf wird als traumatisch erlebt …“ (S. 8). „Der Schlaf wird gestört, wenn ein Patient vermeidet, etwas [während der Wachphase] zu tun, das notwendig ist, um sein Leben in Bewegung zu halten, beispielsweise ein Problem zur Sprache zu bringen …“ (S. 15). „Ein Großteil der Umstrukturierung, die nach einer medizinischen Orgontherapie auftritt, die die Sympathitikonie [Überaktivierung des sympathischen Systems] auflöst, ereignet sich im Schlaf“ (S. 8). „Im Schlaf drückt der Mensch sein grundlegendstes Selbst aus“ (Harman 2009, S. 28).

 

Literatur

  • Begley S 1998: Living Hand To Mouth. Newsweek 18:81
  • Emerson R 2001: In Porte, J., Morris, S. (Eds.). Emerson’s Prose and Poetry
  • Harman R 2007: The Autonomic Nervous System and the Biology of Sleep (Part 1). Journal of Orgonomy 41(1):7-49
  • Harman R 2009: The Autonomic Nervous System and the Biology of Sleep (Part 2). Journal of Orgonomy 42(2)
  • Heuer G 2005: „In My Flesh I Shall See God“: Jungian Body Psychotherapy. In: Totten, Nick. (Ed.). New Dimensions in Body Psychotherapy. New York: Open University Press
  • Konia C 1983: For The Record: Orgonotic Functions of the Brain, Part IV. Journal of Orgonomy 17(2):227-239
  • Konia C 2004: Applied Orgonometry Part III: Armored Thought. Journal of Orgonomy 38(2):93-100
  • Konia C 2007: Applied Orgonometry Part V: The Function of Dreams. Journal of Orgonomy 41(1)
  • McGinnis M 2002: How the gesture summons the word. Columbia Magazine. http://www.columbia.edu/cu/alumni/Magazine/Spring2002/Krausss.html
  • Nietzsche F 1886: Jenseits von Gut und Böse, KRITISCHE STUDIENAUSGABE, Bd. 5, Hrsg. G. Colli, M. Montinari, München: dtv/de Gruyter, 1988
  • Reich W 1949: Charakteranalyse, Köln: KiWi, 1989

 

Dieser Text aus dem Jahre 2013 wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

ÄTHER, GOTT UND TEUFEL: Übersetzung des Klappentexts und der Inhaltsangabe des Originals von 1949

25. November 2018

In diesem Buch beschreibt Wilhelm Reich den Prozeß des funktionellen Denkens und wie die innere Logik dieses objektiven Denkprozesses ihn zur Entdeckung der kosmischen Orgonenergie und anderer grundlegender orgonomischer Entdeckungen der letzten drei Jahrzehnte führte. Funktionelles Denken und Organempfindungen sind wesentliche Werkzeuge der naturwissenschaftlichen Forschung und entscheidend für die Bewältigung der Probleme des Lebendigen. Der Unterschied zwischen der Denkweise des orgonomischen Funktionalismus und der mechanistischen und mystischen Denkweise wird deutlich durch die Darstellung der Beziehung der kosmischen Orgonenergie zu den beiden Grundpfeilern des menschlichen Denkens: „Gott“ und „Äther“. Reich zeigt, wie der „Teufel“ in Religion und Volksglauben eine Verzerrung des menschlichen Körpergefühls darstellt und wie die Orgonomie jenseits des Reiches des Teufels geht.

I. DIE WERKSTÄTTE DES ORKONOMISCHEN FUNKTIONALISMUS
Das „zu viel auf einmal“ der Orgonomie; die Funktion des Orgasmus – der einzige Zugang zu den kosmischen Orgonenergie-Funktionen; außerhalb des Rahmens von Mechanismus und Mystizismus; der Funktionalismus als Forschungsinstrument; die wissenschaftliche Ordnung der Freiheit; der biophysikalische Standpunkt; Grundlagenforschung auf unbekanntem Gebiet.

II. DIE ZWEI GRUNDPFEILER MENSCHLICHEN DENKENS: „GOTT“ UND „ÄTHER“
Der Standpunkt der Lebendigen; das Irren des Menschentiers; irrationale Fehler; die Logik des Irrens; das „GÖTTLICHE“, das „ABSOLUTE“, das „STATISCHE“; die Suche nach Schutzmaßnahmen gegen Fehler; die Frage der „SCHULD“ im Bereich des Wissens; naive Fragen und ausweichende Antworten; das Gemeinsame von Gott und Äther; Unterschiede zwischen Gott und Äther; die „Nichtexistenz des Äthers“; die Selbstkontrolle der Forschung; das gemeinsame Prinzip irrationaler Fehler; die biophysikalische Panzerung.

III. DIE ORGANEMPFINDUNG ALS WERKZEUG DER NATURFORSCHUNG
Die Rationalität der primären biophysikalischen Emotionen; Wahrnehmung – unterschiedlich bei gepanzerten und ungepanzerten Organismen; das Lebendige als Bezugsrahmen; das Kind als Lebewesen und als Bürger; biosexuelle Energiestauung; gepanzertes und ungepanzertes Leben; Reaktionen der Gepanzerten auf die Orgonomie.

IV. ANIMISMUS, MYSTIZISMUS UND MECHANISMUS
Das Verbot gegen die Untersuchung des Lebendigen; die Charakteranalyse öffnet das Tor zur Einsicht in die Empfindungen; Weltbild und Struktur des Forschers; die Natur ist unexakt; Angst vor der Organempfindung und Angst vor der Orgonforschung; Animismus und Mystizismus; Mystizismus und Erforschung des Mystizismus; die Panzerung des Mystikers; die pulsierende Welt des orgonomischen Funktionalismus; die Reinhaltung von Sinneswerkzeuge; die Lebensfunktion als Modell grundlegender Naturvorgänge; die Natur ist im Fluß; grundlegende Natur und abgeänderte Natur; funktionelle Krebsforschung; das Gemeinsame und das Trennende; der Funktionalismus löst Widersprüche auf; funktionelle Verbindungen, keine Zauberei; mechanistische, mystische und funktionelle Vorstellungen vom Organismus.

V. DAS REICH DES TEUFELS
Religion und die kosmische Erfahrung des Menschen; Gott und Teufel; das Übersehen des Wesentlichen; Hauptmerkmale des gepanzerten Menschen; die Logik der Moral; der gemeinsame Nenner des gesellschaftlichen Versagens des Menschen; Ereignisse aus Sicht der Lebenden beurteilen; Orgasmusangst als Hindernis für ein rationales Leben; Orgonomie geht über den Teufel hinaus.

VI. KOSMISCHE ORGONE ENERGIE UND „ÄTHER“
Die Existenz einer alles durchdringenden und nachweisbaren Energie; kein „leerer Raum“; Allgegenwart; orgonomisches Potential; Orgon-Metabolismus; Pulsation; Pulse und Wellen; West→Ost-Bewegung; Sichtbarkeit; Erstrahlung; Wärmeerzeugung; die orgonotische Sensibilität des Beobachters; die Eigenschaften der Orgonenergie und des Äthers; Zusammenfassung.

Über Perspektive

30. Oktober 2018

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über die Kontaktlosigkeit der Linken:

Über Perspektive

Der Rote Faden: Reich und Marx

8. November 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus

d. Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

e. Die Leninistische Organisation

4. Polithygiene

a. Reich in Norwegen

b. Reich und Marx

 

Goethes Funktionalismus

20. September 2016

Das menschliche Gehirn erkennt auf Bildern andere Lebewesen weitaus schneller und zuverlässiger als tote Gegenstände. Forscher um Joshua New von der Universität von Kalifornien in Santa Barbara zeigten Probanden jeweils zwei Bilder ein und derselben Szene, die sich nur durch ein Detail unterschieden. Beispielsweise ein Elefant bzw. ein Auto in einer afrikanischen Savannenlandschaft, eine Kaffeetasse auf einem Schreibtisch oder eine menschliche Gestalt in einer Urwaldszene. Für jedes Bildpaar ermittelten die Forscher, ob und wie schnell die Probanden die Veränderung bemerkten. Dabei zeigte sich durchweg ein großer Unterschied zwischen toten Gegenständen und Lebewesen, selbst wenn die ersteren viel kleiner waren und sich mit deutlich weniger scharfen Kontrasten vom Hintergrund abhoben. Das Getreidesilo auf dem Bild einer Landschaft oder die Kaffeetasse auf dem Schreibtisch registrierten die Probanden bei weitem nicht so schnell wie eine vergleichsweise winzige Taube in einer Marktszene oder die menschliche Gestalt im tropischen Regenwald. Gerade die im Vergleich zu Lebewesen langsame Erkennung von Autos spreche dafür, so die Wissenschaftler, daß die Unterschiede nicht auf erlernten Fähigkeiten beruhen, sondern angeboren sind, denn für die meisten Menschen wäre es heute wohl eher ein Vorteil, Autos schnell zu erkennen. Eine Fähigkeit, die wir im Alltag ständig trainieren.

New und seine Kollegen erklären die Ergebnisse natürlich evolutionsbiologisch: unsere Vorfahren hätten vor Raubtieren auf der Hut sein müssen und wären vom Jagderfolg abhängig gewesen.

In Äther, Gott und Teufel beschreibt Reich den Animismus als natürlichen Geisteszustand. Die toten „mechanischen“ Gegenstände um uns herum sind unserem Wesen derartig fremd, daß wir sie “beseelen”. Durch die Dominanz der evolutionistischen Herangehensweise wurde diese „Goetheanische“ Betrachtungsweise fast vollständig verdrängt.

Dazu ein sehr interessanter Film auf YouTube in vier Teilen:

Liest man bestimmte Stellen bei Goethe, fühlt man sich stellenweise in die Welt des Orgonomischen Funktionalismus versetzt.

Wenn es bei Goethe heißt, daß ein ausgesprochenes Wort meistens „Widerspruch, Stocken und Stillstehen“ erregt, oder daß „der Begriff Summe ist“, dann auch, daß das Höchste „das Anschauen des Verschiedenen als identisch“ ist, so ist es leicht, über alle Unterschiede hinweg, die Verbindungslinien zu Grundgedanken Hegels zu ziehen, zum Beispiel zu seinem Axiom: „Das Wahre ist das Ganze.“ Die deutsche Klassiker bilden eine höchst harmonische Ganzheit, und sie stehen gemeinsam auf dem Boden einer großen Tradition, die in ihnen ihre letzte Aufgipfelung empfängt. (Predrag Grujic: Hegel und die Sowjetphilosophie der Gegenwart, Bern 1969)

Das Höchste ist das Anschauen des Verschiedenen als identisch!

Hans Hass, nach Reich mein zweiter Held des Funktionalismus (siehe Hans Hass und der energetische Funktionalismus), sei, nach eigenem Bekunden, „nahezu erschlagen“ gewesen von Gedankengängen bei Goethe, die der eigenen Energontheorie entsprachen.“Wie kein anderer“ habe Goethe „das Energonprinzip in der Natur erschaut.“ Wenn Goethe

nach dem Urtier und der Urpflanze suchte, dann dachte er nicht an gemeinsame Ahnen, sondern an ein gleiches Grundkonzept, das den höheren Pflanzen und den höheren Tieren, so verschieden sie sich unseren Sinnen auch darbieten, verbindend zugrunde liegt. „Alle Gestalten sind ähnlich und keine gleichet der anderen, und so deutet das Chor auf ein einigendes Gesetz, auf ein heiliges Rätsel“ – so schrieb er in einem Gedicht über die Metamophose der Pflanzen. Nirgends fand ich deutlicher ausgesprochen, was mich selbst in meiner Forschung bewegte, wohin sie mich Stück für Stück weiterführte. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

Auch in der ganz konkreten Herangehensweise an Naturphänomene wirkt Goethe wie ein direkter Vorläufer Reichs. Insbesondere wenn Reich beispielsweise auf die Voraussetzungslosigkeit des funktionellen Forschungsansatzes abhebt. Hätte Reich Anfang der 1930er Jahre profunden Kenntnissen in der Bakteriologie Folge geleistet, hätte er nie die Bione entdecken können.

Goethe in einem Brief von 1780:

(…) wie der Hirsch und der Vogel sich an kein Territorium kehrt, sondern sich da äst und dahin fliegt, wo es ihn gelüstet, so, halte ich davon, muß der Beobachter auch sein. Kein Berg sei ihm zu hoch, kein Meer zu tief. Da er die ganze Erde umschweben will, so sei er frei gesinnt wie die Luft, die alles umgibt. Weder Fabel noch Geschichte, weder Lehre noch Meinung halte ihn ab zu schauen. Er sondere sorgfältig das, was er gesehen hat, von dem, was er vermutet oder schließt. Jede richtig aufgezeichnete Bemerkung ist unschätzbar für den Nachfolger, indem sie ihm von entfernten Dingen anschauende Begriffe gibt, die Summe seiner eigenen Erfahrungen vermehrt und aus mehreren Menschen endlich gleichsam ein Ganzes macht.

Bei der Naturforschung sei „der anschauende Begriff dem wissenschaftlichen unendlich vorzuziehen“ und man fühle „mit dem lebhaften Anschauen einen dunklen Wink in der Seele (…): so ist es erstanden!“

Eine solche empathische, d.h. gleichempfindende, Annäherung an die Natur erfordert natürlich „reine“ Sinneswerkzeuge, reine (Nach- und Mit-)Empfindung orgonotischer Prozesse, d.h. eine ungepanzerte Wahrnehmung. Goethe in einem Brief von 1779:

Mein Auge und meine Seele konnten die Gegenstände fassen, und da ich rein war, diese Empfindung nirgends falsch widerstieß, so wirkten sie was sie sollten.

Auch in sozialer Hinsicht war Goethe, der schließlich zu Zeiten der französischen Revolution und der beginnenden romantischen Bewegung lebte, hellsichtig und aktuell.

Für den Goethe-Verehrer Nietzsche war Romantik ein Rachesyndrom, dessen Gegensatz die klassischen Produkte eines Goethe waren, die der Dankbarkeit für das Leben entspringen, aus der heraus man allen Dingen einen Glorienschein geben will. Demgegenüber entspricht das romantische Syndrom dem Gefühl des Leidenden und Schlechtweggekommenen, der aus seinem Ressentiment heraus am Leben Rache nehmen will. Auch das Christentum sei eine solche Bewegung, aus der sich schließlich der „romantische Pessimismus der Entbehrenden, Mißglückten, Überwundenen“ entwickelte, wie er sich in der Wagnerschen Musik und Schopenhauers Willensmetaphysik ausdrückt. Der Romantiker nimmt Rache am Leben, indem er dem Dasein sein eigenes Leiden „zum verbindlichen Gesetz und Zwang“ aufprägen will (Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft, Aphorismus 370). Die eigene persönliche neurotische Not wird zunächst theoretisch und dann praktisch der ganzen Welt aufgezwungen, angefangen vom kleinbürgerlichen Christentum der Antike bis zu den gegenwärtigen linken „Bewegungen“.

Der konservative Philosoph Günter Rohrmoser führt aus, daß es den konservativen Menschen kennzeichnet, in der Kategorie der Dekadenz zu denken, während der Linke strukturell dazu nicht in der Lage ist.

Wer eine Gesellschaft oder einen einzelnen Menschen als dekadent empfinden kann, der ist ein Konservativer von Geblüt. Eine der ganz großen Schwierigkeiten in der Verständigung mit Sozialisten besteht darin, daß man sich mit noch so einsichtigen und gutwilligen Sozialisten nicht über Dekadenz verständigen kann. Im Falle, daß man sich mit einem Sozialisten über Dekadenz verständigen kann, stellt man fest, daß dieser Sozialist im Grunde genommen keiner ist. Die Behauptung vom inneren Zusammenhang von Sozialismus und Dekadenz hat eine lange Vorgeschichte. Der späte Goethe beispielsweise hat in diesem Punkte voll mit Nietzsche übereingestimmt. Goethe hat im Angesicht der Ausbreitung des Humanitarismus, und der Sozialismus ist nichts anderes als eine humanitaristische Ideologie, die Prognose gewagt, daß am Ende dieses Weges die Menschheit ein einziges großes Lazarett und jeder des anderen Krankenwärter werden würde. Wenn wir heute in der Analyse des fortgeschrittenen Sozialstaates Pathologien in den Mentalitäten der Wohlfahrtsempfänger und derer, die es werden wollen, entdecken, dann ahnen wir vielleicht, was Nietzsche unter der im Sozialismus angelegten Dekadenz verstanden und immer bekämpft hat. (Rohrmoser: Nietzsche als Diagnostiker der Gegenwart, S. 298f)

Goethe war natürlich in erster Linie Dichter, obwohl er zeitweise seine Farbenlehre als bedeutenderen Beitrag betrachtete als etwa den Faust!

In der Anfang der 80er Jahre in München erschienen Zeitschrift Die Wolken sterben wurde Goethes Funktionalismus anhand der Ballade Der Fischer von 1779 aufgezeigt. Der Autor, Werner Schiwy, führt aus, wie zu Beginn des Gedichts die Antithese von lebendigem Organismus „Fischer“ und totem Element „Wasser“ aufgehoben wird, indem der Fischer wesentlicher Attribute des Lebens entkleidet wird (er ist kühl und ruht bis ins Herz hinein), während das tote Element Wasser lebendig ist und durch eine Frau (eine „Nixe“) verkörpert wird. Im folgenden beschreibe Goethe die orgonotische Erregung und schließliche Vereinigung der beiden Anfangs unvereinbar erscheinenden Systeme.

In der Ballade heißt es:

Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau?

Das erinnert mich an mein Lieblingsgedicht von Goethe, das mich immer an den äquatorialen Orgonenergie-Strom der Erde gemahnt hat. Es entstammt einem Brief von 1775 an die Gräfin Christine von Brühl:

Auf den Auen wanden wir
Und bleiben glücklich ohne Gedanken,
Am Hügel schwebt des Abschieds Laut,
Es bringt der West den Fluß herab
Ein leises Lebewohl.
Und der Schmerz ergreift die Brust,
Und der Geist schwankt hin und her,
Und sinkt und steigt und sinkt.
Von weiten winkt die Wiederkehr
Und sagt der Seele Freude zu.
Ist es so? Ja! Zweifle nicht.

Goethes Faust, das deutsche Nationalepos, wird von Anthroposophen als mystisches Mysterienspiel interpretiert. Marxisten wollen in den Schlußszenen Kritik am beginnenden Kapitalismus und Kolonialismus erkennen. Was m.W. kaum je gesehen wird, ist das, was sofort ins Auge fällt. Am Ende heißt es: „Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan.“ Das ist tatsächlich mystisch und doch hat es eine zutiefst funktionelle und sexualökonomische Bedeutung. Das Ewig-Weiblich ist nämlich nicht nur das Höchste, sondern auch das Tiefste, das Gemeinsame Funktionsprinzip. Taucht doch Faust im ersten Akt (Finstere Galerie) von Faust II in die namenlose Tiefe des Ungeformten, zu den „Urmüttern“ hinab, um Helena heraufzubeschwören. Er war ihr bereits in Faust I begegnet, denn in der Hexenküche hieß es: „Das schönste Bild von einem Weibe! Ist’s möglich, ist das Weib so schön? Muß ich an diesem hingestreckten Leibe den Inbegriff von allen Himmeln sehn? So etwas findet sich auf Erden?“ Das Weib ist natürlich niemand anderes als Helena.

In Faust I geht es um das Kindweib Gretchen, in Faust II um das Vollweib Helena. Die Gretchen-Tragödie mit dem Vorspiel des Osterspaziergangs, auf dem er Mephisto trifft und der zitierten Szene in der Hexenküche ist eine geradezu sexualökonomische Moritat. Es dreht sich alles um die Sexualnot junger Männer und Frauen, alleingelassener Frauen (Gretchens Nachbarin), mangelnde Empfängnisverhütung und einen überholten Sünden- und Ehrbegriff, der in Mord- und Todschlag endet. Der Hexensabbat auf dem Blocksberg ist das Gegenbild einer vom Christentum zerstörten Sexualökonomie: die Unfähigkeit Befriedigung zu finden, endet in frustrierenden Orgien. Faust hat „zwei Seelen in seiner Brust“, d.h. die für orgastische Impotenz ausschlaggebende Trennung zwischen sinnlichen und liebevollen Strebungen. Letztendlich beruht die gesamte Tragödie, auch im zweiten Teil, auf Fausts Lebenshunger bzw. Sexualhunger.

Im zweiten Teil versucht Faust der christlichen Sexualmisere mit Hilfe von Wissenschaft (dem ohne Geschlechtsakt erzeugten Homunkulus) und mit Rückbesinnung auf das heidnische Griechentum zu entfliehen, in das ihn der Homunkulus entführt. (In Faust I und in Faust II wird die Kirche als unmoralisch und geldgeil gezeichnet.) Schließlich endet Faust als Industriemogul, der ganze Landschaften erschließt und dabei neues Elend, himmelschreiende Ungerechtigkeit, Mord und Todschlag verbreitet. Goethe hat die Tragödie des gepanzerten Menschen gezeichnet, der Himmel (der bioenergetische Kern), Erde (die bürgerliche Fassade) und Hölle (die sekundäre Schicht) durchschreitet. Und bemerkenswerterweise erkannte Goethe den sexualökonomischen Kern dieser Tragödie.

Was ist Kontakt?

10. August 2016

Es regnet in Kyoto. Der junge Mönch spannt seinen Regenschirm auf und geht von der Meditationshalle über den Klosterhof zum Abt. Auf der Veranda streift er seine Sandalen ab und legt den zusammengefalteten Regenschirm neben sie, betritt die Klosterzelle und kniet vor seinem Meister nieder. Die alles entscheidende Frage steht im Raum, ob er nach Jahren der Zen-Meditation die Erleuchtung erlangt habe. Entsprechend erwartet er eine traditionelle Rätselfrage. Ein „Koan“, etwa ob ein fallender Baum im Wald ein Geräusch macht, wenn niemand da ist, der es hören könnte. Die Beantwortung zeigt dem Meister, ob das große Ereignis bereits eingetreten ist. Stattdessen frägt ihn sein Abt nüchtern, ob er den Regenschirm links oder rechts neben die Sandalen gelegt hat. Der vollkommen aus dem Konzept gebrachte Mönch kann die Frage nicht beantworten. Er war nicht achtsam gewesen, sondern in seinen Gedanken verloren, hat also nicht einmal die primitivste Grundlage buddhistischer Praxis verinnerlicht, die Achtsamkeit, geschweige denn, daß er die Erleuchtung erlangt hätte.

Ein Orgontherapeut würde eine ganz andere Frage stellen. Ihm geht es zwar auch zentral um die Frage, ob der Patient „wirklich da ist“, doch dreht sich diese Frage vor allem um ein Problem: Ist er mit seinen Emotionen in Kontakt? Also genau mit jenen Gefühlen, die man beim Zen ignorieren bzw. als neutraler Beobachter an sich vorbeiziehen lassen soll!

Orgonometrisch stellt sich das ganze wie folgt dar:

Koniasauge3

Der Mönch war auf seinem Weg zum Abt ganz „Erregung“, ohne darauf zu achten, was er tat, entsprechend war er nicht wirklich da. Er hatte keinen Kontakt.

Der Abt weist ihm den Weg zur „Erleuchtung“: er soll die Erregung ignorieren und ganz in der Wahrnehmung aufgehen („Achtsamkeit“). Doch das schneidet ihn letztendlich von seinen Gefühlen ab, d.h. er hat keinen Kontakt.

Der Orgonom frägt, nach den Kontakt mit den Emotionen, weil es letztendlich darum geht, d.h. um die Bewegung von Energie durch den Körper. Diese orgonotische Strömung ist das Gemeinsame Funktionsprinzip (CFP) von Wahrnehmung und Erregung:

Koniasauge4

Entsprechend ist die Grundlage wahrhaftigen Kontaktes das ungehinderte, d.h. ungepanzerte Strömen der Orgonenergie durch den Körper. Kontakt ergibt sich dann von selbst, entspricht den funktionellen Notwendigkeiten und braucht nicht durch Übungen erzwungen werden. Es ist nicht wichtig, wo genau man seinen Regenschirm hingelegt hat, solange man ihn wiederfinden kann.

Was bedeutet „kontaktlos“?

9. August 2016

Ein Gespräch darüber, wie „kontaktlos“ ein besonders rücksichtsloser Nachbar ist? Darauf: „Stimmt, der hat nie Besuch!“ Ich meinte mit „kontaktlos“ jedoch etwas vollkommen anderes bzw. fundamentaleres als „Sozialkontakte haben“.

„Kontaktlosigkeit“ ist eines der häufigsten und zentralsten Begriffe der sozialen Orgonomie, doch kaum jemand scheint damit etwas anfangen zu können. Was bedeutet „kontaktlos“?

„Kontakt“ bedeutet zunächst einmal ganz im Sinne meines Gesprächspartners, Kontakt mit anderen. Konkreter die Überlagerung zweier organismischer Orgonenergie-Felder und die daraus resultierende bioenergetische Erregung. Erregung, die wahrgenommen wird! Ein Komapatient mag jede Menge bioenergetischer Überlagerung mit anderen Feldern haben, trotzdem ist er mangels Wahrnehmung kontaktlos.

Spezifischer bedeutet deshalb Kontakt das Zusammengehen von Erregung und Wahrnehmung. Der durchschnittliche Neurotiker lebt in einem Zustand der Kontaktlosigkeit, weil die generelle Körperpanzerung zu einer dramatischen Drosselung von Erregung und Wahrnehmung führt, so daß es von daher zu keinem Zusammengehen dieser beiden Funktionen und damit zu keinem Kontakt kommen kann. Beim Schizophrenen wird dieser Zustand des Scheintodes künstlich mittels Medikamenten hergestellt. Ohne Medikation sind beim Schizophrenen Erregung und Wahrnehmung zwar weitgehend intakt, doch kommt es aufgrund der lokal begrenzten extremen Augenblockade zu einer Spaltung zwischen beiden, so daß ebenfalls kein Kontakt zustande kommt. Die Spaltung bedingt, daß die Wahrnehmung vollkommen unabhängig von der Erregung ist und beispielsweise hinter der Unbill des Alltags plötzlich eine „Verschwörung des CIA“ steckt.

Zwei weitere Formen der Kontaktlosigkeit beruhen darauf, daß Erregung und Wahrnehmung zwei „heterogene Funktionen“ sind, d.h. ineinander übergehen können. Wenn Wahrnehmung chronisch in Erregung überführt wird, haben wir es beispielsweise mit „Aufmerksamkeitsstörungen“ wie bei ADHS zu tun. Das ist der durchschnittliche Dauerzustand der heutigen Gesellschaft. Sie versucht dem mit einem allgegenwärtigen „Buddhismus-Kult“ entgegenzuwirken, bei dem Erregung in Wahrnehmung überführt wird („Achtsamkeit“). „Alles ist leer!“ Siehe dazu auch Die Massenpsychologie des Buddhismus.