Posts Tagged ‘Mystizismus’

David Holbrook, M.D.: ORGONOTISCHE FUNKTIONEN IN DER KLINISCHEN SITUATION. DIE BIOENERGETISCHE EINHEIT VON PSYCHE UND SOMA (Teil 3)

13. Februar 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Orgonotische Funktionen in der klinischen Situation. Die bioenergetische Einheit von Psyche und Soma

 

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 53

5. Februar 2020

orgonometrieteil12

53. Mechanisches Chaos, mystische Zweckhaftigkeit und funktionelle Koordination

nachrichtenbrief146

27. Januar 2020

Orgonomie und Christentum: Die Abfolge Heidentum – Christentum – Neoheidentum – Orgonomie (Teil 7)

19. Januar 2020

Es gibt zwei Gruppen von „spirituellen Menschen“.

Zunächst sind da die, die man früher als „New Age“-Anhänger bezeichnet hat und die sich früher auch häufig auf Reich bezogen haben. Ihnen ging und geht es immer nur um „Selbstverwirklichung“. Von „Gott“ wollen sie zumeist gar nichts wissen, außer vielleicht, daß sie selbst zu „Göttern“ werden wollen. Sie reden zwar ständig von „Energie“ und dem „Kosmos“, doch tatsächlich sind es die denkbar oberflächlichsten Menschen, die ganz in der charakterlichen Fassade aufgehen. Dort wohnt ihr vermeintliches „Ich“, das es zu „verwirklichen“ gilt. Tatsächlich haben sie nicht den geringsten Schimmer davon, daß dieses „Ich“ kaum etwas mit ihrer wirklichen Natur zu tun hat, sondern eine Funktion der Panzerung ist – letztendlich ein Produkt der Gesellschaft, die sie seit Säuglingszeiten verformt hat. Diese wirklich unerträglichen, imgrunde verachtenswerten Menschen, haben früher die, for lack of a better term, „Reich-Szene“ fast ausschließlich bestimmt. Heute finden sich diese Kreaturen in „Selbstverwirklichungsseminaren“. Ganz ganz schreckliches PACK, das letztendlich Kinder Opfern würde, um Satan zu gefallen! Das ganze „spirituelle“ Getue ist eine dreckige Lüge, hinter der sich ein denkbar brutaler und rücksichtsloser Wille zur Macht verbirgt, dem exakten Gegenteil von Liebe und Hingabe, d.h. von orgastischer Potenz!

Weniger unsympathisch sind jene, die explizit nach „Gott“ suchen und danach streben, wie ein Fluß im Ozean aufzugehen. Hier gibt es zwei Probleme. Erstens kommt hier ganz offensichtlich ein prä-ödipales Bedürfnis nach Nähe, Wärme, Symbiose mit der Mutter zum Ausdruck. Gelinde gesagt merkwürdige Sehnsüchte für einen erwachsenen Menschen. Zwar sind diese Strebungen eindeutig auf den biologischen Kern gerichtet, aber eben auf eine denkbar entstellte Weise. Eben das ist der Mystizismus, der bei aller Schönheit, von der die vom Mystizismus inspirierten Kunstwerke ein grandioses Zeugnis ablegen, doch etwas zutiefst Krankhaftes an sich hat. Nicht von ungefähr kommen all die exzessiven Gewaltphantasien (die Verzerrung, der Panzer, will durchbrochen werden!) und auch der auffällige Hang zum sexuellen Mißbrauch von Kindern (die Mystiker sind selbst verstörend kindliche Menschen!).

Das Problem, das spezifisch die Orgonomie mit diesen Menschen hat, ist eine Frage der Orgonometrie. Alles, wirklich alles, wird umstandslos und schnurstraks mit dem „Urgrund“ verknüpft. Wegen diesem ständigen „Kurzschluß“ sind sie komplett unfähig „dialektisch“, bzw. funktionell zu denken. Das Fatale dabei ist natürlich, daß sie keinerlei Problem mit der Orgonenergie haben. Gewisserweise sind sie wie „Sexbesessene“, die jede Form von Sexualität mit der Genitalität gleichsetzen. „Sexuelle Befreiung“, „Orgasmus“ – toll, können sie nur aus tiefsten Herzen unterstützen… Tatsächlich haben sie aber nichts, aber auch rein gar nichts verstanden und sind für nichts, aber wirklich gar nichts zu gebrauchen.

Orgonomie und Christentum: Die Abfolge Heidentum – Christentum – Neoheidentum – Orgonomie (Teil 5)

14. Januar 2020

Heute wo wir aus demographischen und kulturellen Gründen (die Islamisierung und der satanische Einfluß des 68er-Gesindels) sehen müssen, wie die europäisch-christliche Kultur dem sicheren Untergang entgegentaumelt, sehen wir, was wir verlieren. Die romantische Liebe verschwindet und wird durch eine frustrierende Fickerei ersetzt; die Wissenschaft löst sich in nichts auf, weil heute gewissenlose „Wissenschaftler“ nur noch unreproduzierbaren Müll veröffentlichen. Ein Wissenschaftsskandal jagt den anderen! Was wir sehen ist die Rückkehr des Heidentums in Gestalt dessen, was Charles Konia als das „antiautoritäre Zeitalter“ bezeichnet hat.

Wo ist der Ausweg? Den findet man, wenn man ergründet, was das Christentum in seinem Grundwesen ausmacht: erstens können Menschen dir vertrauen, nicht etwa, weil du an Gott glaubst und Angst vor Strafe hast, sondern weil du, die Welt und Gott in einem Vertrauensverhältnis verbunden seid (das im dreieinigen Gott vorgezeichnet ist); zweitens sind Mann und Frau nicht nur durch den Sexus miteinander verbunden, sondern sie verkörpern in ihrer Vereinigung die göttliche Liebe. Wie gesagt zerfallen diese beiden Grundelemente der christlichen Zivilisation, das Reich Gottes auf Erden, gegenwärtig zu nichts. Was bleibt ist Hinterhältigkeit, Gemeinheit und „Sex“. Das Ziel der sozialen und medizinischen Orgonomie ist die Vernichtung der Emotionellen Pest und die Befreiung der Genitalität. Entweder wird sie das Christentum in seiner Bedeutung ersetzen oder die Menschheit wird nicht überleben. Das hat nichts mit „Religion“ oder gar mit Mystizismus zu tun, aber alles mit der Bioenergetik (bzw. der Charakterstruktur) des Menschentiers.

Orgonomie und Christentum: Die Abfolge Heidentum – Christentum – Neoheidentum – Orgonomie (Teil 2)

7. Januar 2020

Uns heutigen kommt die Vielgötterei der Heiden vollkommen absurd vor, reicht doch ein „Allah“, der alles selbst in die Hand nimmt, vollkommen aus! Während ein „Wettergott“, ein „Wassergott“, ein „Windgott“, ein „Feuergott“, ein „Wildtiergott“ etc.pp. – …eine vollständig absurde Weltsicht von tumben Primitivlingen! Nun, die Menschen damals waren mindestens so intelligent wie wir. Eher intelligenter, da sie ohne technische Hilfsmittel überleben mußten und Dinge zustande brachten, bei denen wir uns heute noch fragen, wie genau sie das geschafft haben. Unsere geistigen Leistungen beschränken sich eh auf den Rückgriff auf das, was sie entwickelt haben!

Wenn man sich die Grundlagen der Vielgötterei vergegenwärtigen will, braucht man nur auf Plato („Ideen“) und Kant („Kategorien“) blicken. Im Heidentum werden abstrakte Begriffe einfach nur personalisiert. Das bedingt einen vollständig anderen Weltbezug, als wir ihn heute haben. Wir gehen auf einem sinnlos durch das Weltall driftenden Dreckshaufen und behandeln ihn entsprechend. Die Heiden lebten auf der „Mutter Erde“, die einen Namen, ein Gesicht und eine Anschrift (der nächstliegende ihr geweihte Tempel) hatte. Und so mit allem („Wind“, „Gesetze“, „Frühling“, „Rinder“, „Krieg“, „Morgendämmerung“, etc.). Das bedingte, daß die Menschen nicht bloß eine intellektuelle und rein utilitaristische Beziehung zu ihrer Umwelt hatten, sondern vor allem eine emotionale, wie man sie ansonsten nur zu einem anderen Menschen haben kann. Mit anderen Worten: sie hatten eine bioenergetische Beziehung zu ihrer Umwelt.

Der offensichtliche Nachteil war natürlich, daß das purer Mystizismus ist (allem wird ein eigenes Bewußtsein, ein eigenes Subjekt zugeordnet), die wirklichen Verhältnisse grob entstellt (Nichtlebendem wird Leben zugeordnet) und die menschliche Entfaltung drastisch einschränkt (Bergbau verletzt „Mutter Erde“ – wie unmenschlich!, etc.). Ohne das Christentum, das die Welt vom Aberglauben befreit hat, kann man sich die Entwicklung von Wissenschaft und Technik kaum vorstellen. Da für den Donner der Gott Thor zuständig ist, warum Atmosphärenphysik betreiben? Technische Probleme werden auf magische Weise durch Beschwören der Götter gelöst, da es sich sozusagen um ein „Beziehungsproblem“ zwischen zwei Subjekten handelt!

Wie aus diesem Konflikt zwischen einem menschlichen („emotionalen“) Leben und einem wahrheitsgemäßen, aber trotz aller Bequemlichkeit imgrunde unmenschlich kalten „Leben“ herauskommen? Indem man Leben und Umwelt von orgonomischer Warte aus betrachtet. Nicht nur die Altvorderen lebten in einer Wahnwelt, sondern gerade auch die heutigen, die das Wesentliche nicht mehr sehen: daß alles von der kosmischen Lebensenergie durchströmt und bestimmt wird.

Mechanismus und Mystizismus bei Liberalen und Konservativen

25. Dezember 2019

Während der Liberale nur in seinem Kopf lebt (Zentrales Nervensystem, energetisches Orgonom), ist der Konservative bioenergetisch besser integriert. Dementsprechend ist das gesellschaftliche Leben des Konservativen: er geht mit Menschen rein instinktiv um, er geht aus seinem Bauch heraus mit Menschen um (Autonomes Nervensystem, orgonotische Pulsation). Er ist nicht „gesellschaftlich engagiert“, wie der Liberale sagen würde, nicht „sozial bewußt“. Hingegen ist das Innenleben des Konservativen durchaus „bewußt“ und „wach“, d.h. er „beherrscht sich“, „führt sich selbst“ und handelt verantwortlich. Er ist ein Erwachsener, d.h. wenn er etwas braucht, handelt er dementsprechend; bei Schmerzen geht er zum Arzt usw. Er handelt in seinen persönlichen Angelegenheiten achtsam und man kann mit ihm auf rationale, logische Weise diskutieren, obwohl es vielleicht alles ein bißchen mechanisch wirkt.

Natürlich neigt der Konservative zum Mystizismus in gesellschaftlichen Fragen (siehe die Ausführungen von Baker, Mathews und Konia), aber hier beziehe ich mich auf sein persönliches Alltagsleben. Die Starrheit der autoritären Gesellschaft, der Militarismus, das rigide Geschäftsleben, oder etwa die mechanische Art und Weise, wie Weihnachten in der Familie organisiert ist; all das, was Reich in Was ist Klassenbewußtsein? (1934) und Die Massenpsychologie des Faschismus (1933-1942) beschrieben hat. Die Nazis waren zweifellos Mystiker, aber der Alltag war äußerst mechanisch. Oder nehmen wir die Religion. Ihr Inhalt ist mystisch, aber die tatsächlichen Rituale und das Alltagsleben sind eine Karikatur des Mechanismus und von einer absurden Zwangsneurose nicht zu unterscheiden.

Der verkopfte Liberale versucht, das gesellschaftliche Leben zu kontrollieren, er analysiert alles zu Tode. Alles dreht sich um soziale Feinabstimmung und Mikromanagement. Das gesellschaftliche Leben ist für ihn kompliziert, unendlich komplex, aber gerade deshalb sein Gegenstand von Überlegungen und Planungen. Man ist verantwortlich für das, was in der Welt passiert (Schuldgefühle). Gleichzeitig fehlt seinem Innenleben Orientierung, d.h. er ist nicht in der Lage, sich selbst zu regulieren, und er ist Spielball äußerer (sozialer) und innerer (emotionaler) Kräfte – und empfindet sich so. Es ist ja alles so „ungerecht“ und ständig fühlt er sich „betroffen“ bzw. fühlt „Betroffenheit“. Er ist verantwortungslos und kann nicht von sich aus rational handeln und wartet daher auf Anweisungen und darauf, daß die Gesellschaft (andere Liberale!) sein Leben verwaltet. Er handelt nicht, er reagiert, und es ist unmöglich, mit ihm ein vernünftiges Gespräch von einer unabhängigen verantwortlichen Person zur anderen zu führen. Vielleicht findet man hier und da etwas auffällig Funktionales in seinen Argumenten, aber in all der emotionalen Verwirrung bleibt es isoliert.

Man schaue sich den ehemaligen Ostblock an, insbesondere die DDR: Das gesellschaftliche Leben war absolut mechanisch bis zum Äußersten, während auf persönlicher Ebene alle möglichen Freiräume herrschten. Das Mechanische schaffte bzw. hinterließ Leerräume, ließ Freiräume. Man denke nur an Phänomene wie Rolf Schilling oder auch Solschenizyn oder gar an die „psychotronische“ Forschung in der UdSSR und der Tschechoslowakei.

Das Problem mit dem Konservativen ist, daß er die Gesellschaft als naturgegeben betrachtet. Für ihn ist die Gesellschaft, in die er hineingeboren wurde, zumindest eine traditionelle Version derselben, „natürlich“ und so, wie die Dinge sein und bleiben sollten. Der Liberale hingegen spürt, daß mit der Gesellschaft etwas grundlegend falsch läuft und geändert werden muß. Aber leider tragen fast alle Änderungen, die er verbreitet und zu institutionalisieren versucht, nur zur Verwirrung bei. Dies liegt daran, daß er keine Möglichkeit hat, in sich selbst zu schauen, um die bioenergetische/charakter-strukturelle Grundlage aller Irrationalität in dieser Welt zu erkennen. Stattdessen „verändert er die Gesellschaft“ auf verantwortungslose Weise ohne Sinn und Verstand. Der Konservative hingegen ist in der Lage, verantwortungsbewußt zu handeln, aber er ist taub und blind für die soziale Tragödie, die ihn umgibt. Alles ist in Ordnung – während, etwa durch den Katholizismus, eine junge Seele nach der anderen getötet wird.

Das Gegenteil beim Liberalen: während für ihn alles Soziale nur ein „Konstrukt“ ist, sieht er sein Innenleben als natürlich und unveränderlich an. (Deshalb sind ihm auch Homosexualität und alle möglichen anderen Neurosen und Perversionen „ganz natürlich“!) Orgontherapie ist ihm grundsätzlich fremd, weil sie etwas verändern will, nämlich den Charakter, der etwas ist, das er einfach nicht erfassen kann; ein Konzept, zu dem er einfach keinen Zugang findet. Aus genau diesem Grund ist die Charakteranalyse für die Behandlung des Liberalen so wichtig: um ihn darauf aufmerksam zu machen, daß es so etwas wie einen „Charakter“ gibt. In ähnlicher Weise ist es wichtig, den Konservativen der sozialen Orgonomie (die historisch auf den „Freudo-Marxismus“ und die „Sexpol“ zurückzuführen ist) auszusetzen, weil er keinerlei Sensorium dafür hat, daß „Gesellschaft“ als etwas existiert, das geändert werden kann und muß.

Buchbesprechung: THE FREUDIAN LEFT von Paul A. Robinson (Teil 1)

20. Dezember 2019

von Paul Mathews, M.A.

 

Mit seiner Analyse von Reich und Geza Roheim, dem großen Anthropologen, sowie mit seiner politischen Bereinigung von Freud, scheint Dr. Paul A. Robinson (ein Assistenzprofessor für Geschichte an der Stanford University) in diesem Bucha beweisen zu wollen, dass Marcuse der wahre Erbe von allem ist, was an der freudschen Tradition revolutionär war. Zu diesem Zweck lässt er eine beeindruckende Reihe von wissenschaftlichen Dokumenten und Fakten Revue passieren (und das auch noch in einem extrem intellektuellen Jargon), die er neu interpretiert, um Reich und Roheim als Beispiele für den „Freudschen Linksradikalismus“ hinzustellen und als Sprungbretter für den heutigen Aktivismus der Neuen Linken unter Leitung ihres Chefideologen Marcuse. Authentizität dieses Prozesses der Neuinterpretion kann jedoch nur seiner Betrachtung Marcuses zugesprochen werden, der, laut Robinson, Einsicht ins Manuskript hatte und es wohlwollend abnickte. Seine Behandlung von Roheim erscheint äußerst respektvoll, obwohl er in seinen Interpretationen von Roheims Ansichten und Arbeiten voller Anmaßung ist. Bei seiner Behandlung von Reich zeichnet sich seine bösartige Einstellung jedoch am deutlichsten ab.

Unter Reichs Kritikern und Historiographen kann man zwei Grundtypen ausmachen (anders als bei authentischen orgonomischen Biographen): diejenigen, die ihn schlechtweg für inakzeptabel befinden und ihn entweder für irregeleitet oder verrückt (oder beides) halten, und diejenigen, die nur sein Werk der frühen psychoanalytischen und der charakteranalytischen Zeit für akzeptabel erachten. Auch wenn man unter Letzteren jene findet, die nach eigener Einschätzung Reich gegenüber freundlich gesinnt sind und sogar einige wenige, die sich als „Reichianer“ sehen, sind die Ersteren wegen der fehlenden Zweideutigkeit wohl zu bevorzugen. Es ist viel schwieriger, den Mangel an Objektivität gegenüber und den Hass auf Reich bei Letzteren zu erkennen und das macht es leichter, ihren ungenauen Bewertungen mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Sie werden die „Brillanz seiner Vision“ anerkennen, wie Philip Rieff in The Triumph of the Therapeutic,1 aber die Gültigkeit seiner Ergebnisse aus Gründen persönlichen Mystizismus, Moralismus oder Politisierens in Abrede stellen. Die zugrundeliegende Motivation ist Hass auf die Genitalität, wie sie durch Reichs Orgasmus-Theorie bejaht wird. Die Implikationen dieser Entdeckung zu verstehen und zu akzeptieren, wäre für sie äußerst verheerend. Ihre einzige Zuflucht ist daher Verzerrung, Gespött und absichtliche Falschdarstellung (genannt „Neuinterpretation“), wie es Rieff, Robinson und Norman Brown2b und nicht zuletzt der ultimative Held von The Freudian Left, Herbert Marcuse, exemplifizieren.

Wortgewandtheit, Verzerrungen, Irrtümer, Falschdarstellungen und glatte Verleumdung würzen Robinsons Darstellung von Reichs Werk.3 Nachsichtig ist er natürlich was Reichs frühe Periode betrifft, die durch seine Beschäftigung mit dem Marxismus und den Versuch, ihn mit der Psychoanalyse in Einklang zu bringen, gekennzeichnet war: „Aus meiner Sicht ist Reich jedoch hauptsächlich als Sozialphilosoph von Interesse, der vielleicht konsequenter als jeder andere die kritischen und revolutionären Implikationen der psychoanalytischen Theorie herausgearbeitet hat“ (S. 10). Er geht aber auch kurz auf Reichs eigene Abkehr von dieser Phase seines Denkens ein und betrachtet diese im Einklang mit dessen „verrückter“ Exkursion in die Orgonomie sowie dessen Antikommunismus: „Während Reichs politische Ideen utopisch waren, können seine biologischen und kosmologischen Spekulationen nur als geisteskrank bezeichnet werden“ (S. 59).

 

Fußnoten:

1 New York; Harper and Row, 1966. (Besprochen in Jg. 2, Nr. 2 dieser Zeitschrift.)

2 In seinem Life Against Death (New York: Vintage Press, 1959).

3 In Anbetracht dessen kann man die Tatsache nicht erklären, dass der Wilhelm Reich Infant Trust Fund dem Autor die Erlaubnis erteilt hat, aus Reich zu zitieren, wie in den Danksagungen des Buches angegeben.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Paul A. Robinson: The Freudian Left, New York: Harper and Row, 1969. Zu lesen unter https://archive.org/details/freudianleftwilh00robi

b Deutsch unter Zukunft im Zeichen des Eros, Neske Verlag 1962.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 136-140.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 40

5. Dezember 2019

orgonometrieteil12

40. Dialektisches Denken und funktionelles Denken

Paul Mathews: People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

1. November 2019

 

Paul Mathews:
People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest