Freundschaft und „Liebe“

Gestern habe ich „Männerhäuser“ erwähnt. Das möchte ich an dieser Stelle etwas ausweiten:

Ein Wortwechsel in einer der nachmittäglichen Talk-Shows im Fernsehen vor über 20 Jahren, der bei mir haftengeblieben ist. Ein junger Mann, etwa 18, wird gefragt, was das wichtigste in seinem Leben sei: „Erst kommen meine Freunde, an zweiter Stelle steht mein Auto und an dritter meine Freundin!“ Abfälliges bis schockiertes Gelächter im Publikum. Der Talkmaster ist bass erstaunt, daß die kleine Blondine das offenbar völlig normal findet und es so akzeptiert. Aber nicht der junge Mann, sondern das Publikum und der Talkmaster sind die gefühllosen und rücksichtslosen Idioten. Die Kumpels sind unersetzbar, Tussis kommen und gehen, jedenfalls in dem Alter, und sie werden stets weniger wichtig sein als die Dinge oder Projekte, mit denen sich ein junger Mann identifiziert. Keine gesunde Frau wird sich für ein gruseliges Weichei interessieren, das einzelne Frauen anbetet, ständig am Rockzipfel eines Mutterersatzes hängt und keinen wichtigeren Lebensinhalt hat als SIE. Hier wird nämlich die Genitalität von prägenitalen und ödipalen Strebungen überwuchert (die Suche nach Wärme, Sicherheit und „Sinn“).

Im Mittelpunkt des Lebens eines Mannes stehen die Freunde, die Arbeit und seine Hobbys. Und die Beziehung zu Freunden wird von exakt den gleichen bioenergetischen Gesetzen bestimmt, wie das Verhältnis zur Freundin: Kontakt an der Grenze zur „Telepathie“, Anziehung und Erstrahlung. Die Wangen röten sich und in die Genitalien strömt Blut und Energie. Der einzige, wirklich der einzige Unterschied ist, daß es keinerlei Drang zum Geschlechtsverkehr, zur „genitalen Überlagerung“ gibt. Dies hat in Bezug zu anderen Männern ungefähr den gleichen Appeal wie die Aufforderung „einen Elch zu bumsen“. Es gehört nicht in dieses Universum!

In der heutigen Gesellschaft werden Liebesbeziehungen überlastet. Jeder kennt das Phänomen aus seiner Jugend, als sich Freundschaften auflösten, weil deine Kumpels plötzlich nur noch im Verbund mit ihren teilweise schlichtweg unerträglichen Freundinnen zu haben waren, wenn überhaupt. Das Todtraurige war, daß diese unzertrennlichen Pärchen sehr schnell ein Mief von Depression und Überdruß umgab. Das war schlichtweg so, weil die Liebesbeziehung praktisch alle denkbaren sozialen Funktionen erfüllen sollte, für die sie vollständig ungeeignet ist. In normalen Gesellschaften verbringt ein Mann nicht die ganze Zeit mit seiner Partnerin, sondern ist im Männerhaus, geht in der Dorfgemeinschaft und Großfamilie auf. Anders kann auch die sexuelle Spannung zwischen den Partnern nicht über längere Zeit aufrechterhalten werden. Sie wird sehr schnell von einer prägenitalen Klebrigkeit abgelöst: statt Lebensfreud ist Lebensangst der Kitt der Beziehung. In dieser ekligen Melasse werden dann Kinder großgezogen!

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3 Antworten to “Freundschaft und „Liebe“”

  1. Abrasax Says:

    Es tut mir Leid, aber ich finde den letzten Abschnitt dieses Artikels unerträglich. Ich stimme darin überein, daß es meistens schädlich für die Entwicklung einer gesunden Beziehung ist, wenn ein Paar zu eng aufeinander pappt und die Welt nur noch auf die eine Zweisamkeit beschränkt wird. Es gibt allerdings Paare, die finden sich, und lieben sich und wollen möglichst immer beisammen sein und erziehen Kinder und alles funktioniert bestens. Andere Paare zerbrechen mehr oder weniger schnell an ihrer Zweisamkeit. Es gibt da kein Patentrezept wie ein Paarleben gestaltet werden sollte, aber es gibt wohl dennoch eine übergreifende Wahrheit.

    Besteht der Bestandszweck einer Beziehung aus maximalem Erleben und Genuß von Lust, so wachsen in dieser Beziehung Schlingpflanzen, die recht ungesunde Erlebnisse verursachen können. Dennoch können auch solche Beziehungen dauerhaft sein.

    In aller Kürze würde ich sagen, eine optimale Paar-Beziehung sollte alle Farben der sieben Haupt-Chakren eines Menschen repräsentieren und offen für die Bedürfnisse der Schöpfung sein, indem sie auf die ganze Schöpfung nach ihren Möglichkeiten beseelend wirkt. Solch eine Paar-Beziehung erlebt Freiheit und Zweiheit in Harmonie mit sich und dem All.

    Die Abschiebung der Männer in Männerdomänen, abseits von den Frauen, die sich um die Erziehung von Kindern kümmern gibt es z.B. in Rätegesellschaften von sozialistischen oder kommunistischen Gesellschaftssystemen oder in Matriarchaten. Ich persönlich finde dieses Lebensmodell gegenüber den Männern sehr grausam. Das ist mein persönliches Empfinden. Es mag wohl Menschen geben, die sagen, so etwas wäre genau das was sie suchen.

    Ich habe mir einige solche Gesellschaften ein wenig angesehen und habe die Vermutung, daß es dort seltsame Erlebnisse zu beobachten gibt und zu einem Stillstand der Gemeinschaftsentwicklung kommen kann. Meine Vermutung ist jene, daß der Mann die Unruhe im Uhrwerk der Gesellschaft ist, die notwendig ist, daß sich die Gesellschaft weiterentwickelt. Frauen können diese Arbeit nicht leisten, es ist auch nicht deren Aufgabe und Arbeit. Wird der Mann da auf eine gewisse Art abgeschoben, so kann die Gemeinschaft wohl eine lange friedliche Zeit erleben, aber der Fortschritt, die Evolution der Gesellschaft verliert auch an Kraft oder kommt zum erliegen.

    Diese Beobachtung ziehe ich aus den uralten Beobachtungen des Weltenraumes, der ein Abbild und ein funktionierendes Gebilde von Familiengestaltung und Gesellschaftsgestaltung ist. Die Ur-Alten haben das so gesehen und so verstanden und ich tue das ebenfalls.

    Es ist interessant, daß gerade einige sozialistische, kommunistische Gruppen, Pläne verwirklichen wollen, die Familie zu demolieren. Das ist ein Machtinstrument über das man Menschen beherrschen und versklaven kann. Eine grausame Sache.

  2. Peter Nasselstein Says:

    Akif – man ich LIEBE Dich!

    http://www.pi-news.net/2018/01/akif-pirincci-eine-schrecklich-neue-deutsche-kleinfamilie/

  3. Robert (Berlin) Says:

    „Keine gesunde Frau wird sich für ein gruseliges Weichei interessieren, das einzelne Frauen anbetet, ständig am Rockzipfel eines Mutterersatzes hängt und keinen wichtigeren Lebensinhalt hat als SIE.“

    Im Westen ist (besser war) Liebe zwischen Mann und Frau auch sinnlich erlaubt, was es in keiner anderen Kultur gab.

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