Posts Tagged ‘Sicherheit’

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 1)

2. September 2020

In seinem inspirierenden Buch How to be a Conservative (Bloomsbury 2015, S. 42) kommt Roger Scruton zu einer Aussage über den Sozialismus, die verdeutlicht, wie Reich aus seiner „sozial-demokratischen“ Grundhaltung der 1920er und 1930er Jahre heraus folgerichtig sein Konzept der Arbeitsdemokratie entwickeln konnte und das praktisch übergangslos:

Weil wir in Gesellschaften zusammenarbeiten, genießen wir die Sicherheit, den Wohlstand und die Langlebigkeit, an die wir uns gewöhnt haben (…) Die Art und Weise, in der unsere Aktivitäten miteinander verwoben sind und das Schicksal eines jeden von uns mit dem von Fremden, die wir nie kennenlernen werden, verbindet, ist so komplex, daß wir es nie auflösen könnten. Die Fiktion eines Gesellschaftsvertrages wird nicht allen Beziehungen – Versprechen, Lieben, Erzwingen, Bemitleiden, Helfen, Kooperieren, Verbieten, Beschäftigen, ein Geschäft machen – gerecht, die die Mitglieder der Gesellschaft zu einem organischen Ganzen verbinden. (…) Und je mehr wir von diesem Arrangement profitieren, desto mehr müssen wir im Gegenzug geben. Dies ist keine vertragliche Verpflichtung. Es ist eine Verpflichtung der Dankbarkeit. (…) Das ist meiner Meinung nach die Wahrheit, die im Sozialismus steckt, die Wahrheit unserer gegenseitigen Abhängigkeit und der Notwendigkeit, alles zu tun, um die Vorteile der sozialen Mitgliedschaft an diejenigen weiterzugeben, deren eigene Anstrengungen nicht ausreichen, um sie zu erlangen.

Hier wird der Sozialismus unmittelbar aus der arbeitsdemokratischen Verflechtung abgeleitet: wir können die Früchte der Gesellschaft nur genießen, wenn wir bereit sind, sie mit anderen zu teilen (ebd. S. 52).

Das gefährliche am Sozialismus ist die Definition von Armut, die das besagte Teilen motiviert. Für den Sozialisten ist sie entweder das Resultat von Ausbeutung oder wird willkürlich festgelegt (etwa „50% des durchschnittlichen Einkommens“). Das erstere finden wir bei Marx, das letztere in der post-Marxistischen Sozialdemokratie. Theoretisch könnten alle Menschen Millionäre sein, aber solange die Kapitalisten den Mehrwert einheimsen bzw. solange Menschen unter der vermeintlichen „Armutsgrenze“ leben (also etwa nur mit 1 Million im Monat auskommen müssen, statt mit 2 Millionen) wird es Ungerechtigkeit geben. Das heißt in jedem Fall, daß das kapitalistische System gestürzt und absolute ökonomische Gleichheit hergestellt werden muß. Oder wie Scruton es ausdrückt: für den Sozialisten kann Armut nicht durch Reichtum, sondern nur durch Gleichheit beseitigt werden (ebd. S. 45). Auf diese Weise enden wir von der Arbeitsdemokratie kommend schnurrstraks im roten Faschismus. Wie genau und warum werde ich, inspiriert durch Scruton, im nächsten Teil beleuchten.

Die Massenpsychologie des Faschismus im Juni 2020 (Teil 1: Corona)

17. Juni 2020

Der Rote Faschismus: Corona hat nicht nur in Deutschland, sondern weltweit die Demokratie nachhaltig zerstört. Der Sozialismus wurde eingeführt und allgemein wird eine „Normalisierung“ ausgeschlossen, stattdessen solle man die Möglichkeit am Schopfe packen, um die „große Transformation“ voranzutreiben. Praktisch bedeutet das, daß wir nach Notstandsgesetzen leben und mehr und mehr von einer technokratischen Zentralregierung abhängig werden. Es geht um Machtkonzentration und darum, daß die Menschen in allen Bereichen ihres Lebens gegängelt werden und auch gar nichts anderes ersehnen, denn sie wollen ja „Sicherheit“. Ganz offen wird uns dabei Rotchina als Blaupause für die Zukunft präsentiert. Ziel des Spottes, der Häme und der Anklage der „kritischen“ Medien sind nicht etwa die Mächtigen, insbesondere Frau Merkel, sondern die Dissidenten und „Populisten“. Es herrscht eine Einheitsmeinung und die Macht der Parlamente wird restlos ausgehöhlt. Ohnehin gäbe es für die heutigen Probleme nur noch internationale Lösungen, was praktisch bedeutet, daß wir von irgendwelchen unkontrollierbaren gesichtslosen Mächten regiert werden.

Der Schwarze Faschismus: Welche Funktion sollte die künstlich geschürte Corona-Hysterie für die Wirtschaftsbosse haben, die uns nicht zu unserem Besten unterdrücken, wie es die rotfaschistischen Politiker tun, sondern zu ihrem Besten. Nun, das Geschäftsmodel der pharmazeutischen Industrie ist am Absterben, da alle denkbaren Stoffe mittlerweile durchprobiert worden sind und es schlichtweg kaum noch neue Medikamente geben wird, mit denen man Gewinne erzielen kann, sondern nur noch spottbillige Nachahmerpräparate. Das Geschäft mit immer neuen Impfstoffen ist demhingegen zukunftssicher und verspricht horrende Profite, da natürlich JEDER geimpft sein muß. Ansonsten: der kleine Buchladen im Haus gegenüber geht pleite, während Amazon soviel Gewinn macht, wie nie zuvor. Andere Großkonzerne, etwa die Autoindustrie, leiden zwar unter der Absatzflaute, doch sie sind zu groß, um zu scheitern, während die Milliardenvermögen, die hinter ihnen stecken, darauf lauern, all die ruinierten mittelständischen und aufstrebenden Kleinunternehmen für praktisch nichts aufzukaufen, wenn die Wirtschaft kollabiert. Außerdem drückt Massenarbeitslosigkeit die Löhne und wir „Untermenschen“ werden auf den uns zustehenden Platz verwiesen. Wie in der Politik geht es auch hier um die Konzentration von Macht.

Wie Reich 1956 sagte: Seine Feinde sind „Moskau“ (der Rote Faschismus) und „Rockefeller“ (der Schwarze Faschismus), die gemeinsam an der Zerstörung der Entdeckung der Lebensenergie arbeiten, der eigentlichen Grundlage der Arbeitsdemokratie.

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 63

11. Mai 2020

orgonometrieteil12

63. Maximen eines funktionellen Lebensentwurfs

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Freundschaft und „Liebe“

28. Januar 2018

Gestern habe ich „Männerhäuser“ erwähnt. Das möchte ich an dieser Stelle etwas ausweiten:

Ein Wortwechsel in einer der nachmittäglichen Talk-Shows im Fernsehen vor über 20 Jahren, der bei mir haftengeblieben ist. Ein junger Mann, etwa 18, wird gefragt, was das wichtigste in seinem Leben sei: „Erst kommen meine Freunde, an zweiter Stelle steht mein Auto und an dritter meine Freundin!“ Abfälliges bis schockiertes Gelächter im Publikum. Der Talkmaster ist bass erstaunt, daß die kleine Blondine das offenbar völlig normal findet und es so akzeptiert. Aber nicht der junge Mann, sondern das Publikum und der Talkmaster sind die gefühllosen und rücksichtslosen Idioten. Die Kumpels sind unersetzbar, Tussis kommen und gehen, jedenfalls in dem Alter, und sie werden stets weniger wichtig sein als die Dinge oder Projekte, mit denen sich ein junger Mann identifiziert. Keine gesunde Frau wird sich für ein gruseliges Weichei interessieren, das einzelne Frauen anbetet, ständig am Rockzipfel eines Mutterersatzes hängt und keinen wichtigeren Lebensinhalt hat als SIE. Hier wird nämlich die Genitalität von prägenitalen und ödipalen Strebungen überwuchert (die Suche nach Wärme, Sicherheit und „Sinn“).

Im Mittelpunkt des Lebens eines Mannes stehen die Freunde, die Arbeit und seine Hobbys. Und die Beziehung zu Freunden wird von exakt den gleichen bioenergetischen Gesetzen bestimmt, wie das Verhältnis zur Freundin: Kontakt an der Grenze zur „Telepathie“, Anziehung und Erstrahlung. Die Wangen röten sich und in die Genitalien strömt Blut und Energie. Der einzige, wirklich der einzige Unterschied ist, daß es keinerlei Drang zum Geschlechtsverkehr, zur „genitalen Überlagerung“ gibt. Dies hat in Bezug zu anderen Männern ungefähr den gleichen Appeal wie die Aufforderung „einen Elch zu bumsen“. Es gehört nicht in dieses Universum!

In der heutigen Gesellschaft werden Liebesbeziehungen überlastet. Jeder kennt das Phänomen aus seiner Jugend, als sich Freundschaften auflösten, weil deine Kumpels plötzlich nur noch im Verbund mit ihren teilweise schlichtweg unerträglichen Freundinnen zu haben waren, wenn überhaupt. Das Todtraurige war, daß diese unzertrennlichen Pärchen sehr schnell ein Mief von Depression und Überdruß umgab. Das war schlichtweg so, weil die Liebesbeziehung praktisch alle denkbaren sozialen Funktionen erfüllen sollte, für die sie vollständig ungeeignet ist. In normalen Gesellschaften verbringt ein Mann nicht die ganze Zeit mit seiner Partnerin, sondern ist im Männerhaus, geht in der Dorfgemeinschaft und Großfamilie auf. Anders kann auch die sexuelle Spannung zwischen den Partnern nicht über längere Zeit aufrechterhalten werden. Sie wird sehr schnell von einer prägenitalen Klebrigkeit abgelöst: statt Lebensfreud ist Lebensangst der Kitt der Beziehung. In dieser ekligen Melasse werden dann Kinder großgezogen!