Posts Tagged ‘Geschlechtsverkehr’

David Holbrook, M.D.: FRAGE UND ANTWORT: SEX UND LIEBE

7. September 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Frage und Antwort: Sex und Liebe

 

Frage und Antwort: Sex und Liebe

3. Juni 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Frage und Antwort: Sex und Liebe

 

Ein dritter Blick auf Reichs Triebtheorie (Teil 6)

23. Februar 2019

Eines der Hauptmißverständnisse, unter denen die Orgonomie leidet, ist, daß Reich für „Sex“ stand. Wenn es, frei nach Aldous Huxleys „Schöner neuer Welt“, keinen Triebstau mehr gäbe, weil Sex, frei nach Lenin, so einfach zu haben ist wie ein Glas Wasser, wären die Menschen erst recht unglücklich und – Reich hätte Unrecht. Tatsächlich haben wir dank Tinder solche Verhältnisse. Aber gemach: wer als Mann Geld hatte und als Frau Mut bzw. ausreichend Selbstverachtung konnte ohnehin schon von jeher jederzeit so viel Sex haben, wie er bzw. sie wollte. Sexualökonomisch ist das alles vollkommen wertlos, teilweise sogar kontraproduktiv, da wirkliche Befriedigung nur möglich ist, wenn die Emotionen mitspielen („Liebe“). Emotionen sind unmittelbarer Ausdruck der Bewegung der organismischen Orgonenergie. Sind sie nicht vorhanden (innere Leere), ziehen sie sich zurück (Angst) oder versuchen ganz im Gegenteil das „Liebesobjekt“ zu vernichten (Haß): was soll das mit Wilhelm Reich zu tun haben?

Eine Frau, die sich nach einer frustrierenden Ehe von ihrem Mann trennt und sich bei „Gangbangs“ austobt, kann behaupten, sie sei noch nie so sehr befriedigt wie jetzt, doch das hat NICHTS mit wirklicher genitaler Befriedigung zu tun. Sie rächt sich an ihrem Mann, letztendlich an ihren Eltern, lebt ihren Masochismus aus und „befriedigt“ ihren Narzißmus, aber dieses Ausleben der Neurose… Ausführungen erübrigen sich. Das gleiche gilt für das heutige Geschlechtsleben weiter Kreise junger Menschen, für die Sex nicht etwa die Besiegelung und Erfüllung einer romantischen Beziehung ist, sondern umgekehrt an deren Anfang stehen kann. Heute ist es für junge Frauen durchaus nicht absonderlich, beim elektronischen „Flirten“ erst mal nach einem „Schwanzbild“ zu fragen, bevor man sich trifft – um zu ficken. Bei Sympathie ist danach ein engeres (sic!) Kennenlernen nicht ausgeschlossen…

Man täusche sich nicht: die „Generation Tinder“ ist nicht freier als vorangegangene, denn die Spaltung zwischen Körper („Sex“) und Seele („Liebe“) wird aufrechterhalten, hat sich vielleicht sogar noch verschärft. In der sexualfeindlichen Welt vor der vermeintlichen „sexuellen Revolution“ gab es zumindest Anklänge an die Genitalität und ihren natürlichen Ablauf:

ZUKUNFTSKINDER: 6. Das sexuelle Elend der Jugend, f. Die sexuelle Revolution

12. April 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

6. Das sexuelle Elend der Jugend, f. Die sexuelle Revolution

KINDER DER ZUKUNFT: Gesundheit und sexuelle Lebensfreude (Teil 2)

14. März 2018

Der Überschrift des Abschnitts „Die sexuelle Reifung“ hat in Kinder der Zukunft die gleiche Größe der Überschrift wie alle anderen auch, während in Children of the Future die ursprünglich Aufteilung in Kapitel und Unterabschnitte der Kapitel immer noch durch unterschiedliche Größe der Überschriften deutlich wird.

Sowohl im Original als auch in Kinder der Zukunft findet sich in diesem Abschnitt der Satz: „Hoden und Eierstöcke sind zwar die wichtigsten Quellgebiete der sexuellen Erregung, aber nicht die einzigen“ (S. 153). Ziemlich verwirrend, denn das ist eindeutig keine Rückübersetzung! In Children of the Future wurden aus den „Quellgebieten“ nämlich einfach „organs“. Im Manuskript schreiben die amerikanischen Herausgeber Raphael und Higgins den Übersetzern diese Änderung ausdrücklich vor. Wer gibt ihnen das Recht in Reichs Text Wörter auszutauschen? (Wobei vollständig egal ist, ob diese Veränderungen Reichs Text verbessern oder nicht!)

Wer hat das Ende von „Die sexuelle Reifung“ gestrichen, wo Reich ausführt, daß in der westlichen Kultur die seelische Reife bei Jugendlichen nicht mit der körperlichen Schritt hält, „da die moralische Sexualunterdrückung gewöhnlich ein Zurückbleiben der seelischen Reife bedingt“. Warum hätte Reich das streichen sollen? Oder folgendes:

Dem Jugendlichen stehen Geschlechtsverkehr, Onanie der Enthaltsamkeit zur Wahl. Das aber, so Reich, differenziert nach der gesellschaftlichen Schicht:

Die Frage steht anders für den großbürgerlichen Jugendlichen, das Kind des Bankiers und Fabrikanten, anders für den kleinbürgerlichen, den Sohn und die Tochter des Kaufmannes oder Beamten, und anders für den proletarischen Jugendlichen, dessen Eltern in der Fabrik arbeitetet. Dieser Unterschied kommt schon bei der körperlichen Reife zum Ausdruck; denn körperliche Unterernährung behindert die körperliche Reifung, so daß man so oft vierzehn-, fünfzehn-, sechzehnjährige Proletarier, Jungens und Mädels, sieht, die körperlich wie Zehnjährige und im übrigen durch Not, Entbehrung und andere miserable Lebensverhältnisse wie Greise ausschauen, dagegen bei bürgerlichen Jugendlichen oft gut genährte, körperlich über das Alter hinaus Gereifte mit kindlich zurückgebliebenem seelischem Apparat. Proletarische Jugendliche kommen oft infolge der Wohnverhältnisse früher zum Geschlechtsverkehr, als ihrem Reifezustand entspricht. Unter sexueller „Frühreife“ darf man aber nicht verstehen, daß der Heranreifende sich überhaupt sexuell betätigt, sondern nur in welcher Form er es tut, ob seinem Alter entsprechend oder nicht.

Ist doch kein unwichtiger Absatz. Er und die soeben paraphrasierte Passage sind auch die einzigen im Abschnitt, die spezifisch „Sexpol“ sind. Wurde dieser Absatz wirklich von Reich selbst gestrichen oder selbstherrlich von den Herausgebern, die den Text den Gegebenheiten in den heutigen USA anpassen wollten? Es ist, als wollten sie den Text dezidiert nicht als historisches Dokument abdrucken, sondern als Teil eines vermeintlichen „Buches“, das sich an das Amerika von 1983 richtet. Tut mir leid, aber Reichs Text ist nicht eure Verfügungsmasse. Schreibt selbst Texte, anstatt Reich als Vehikel eurer Gedanken zu benutzen!

Reich war selbst in der Lage, wirkliche Klöpse selbst zu streichen. Etwa folgenden Absatz:

Im Kapitalismus gibt es in dieser Hinsicht für die Massen keine Hilfe. Aber es steht außer Frage, daß Klassenbewußtheit und verantwortungsvolle und wichtige politische Arbeit auch die Einstellung zur Sexualität verändern; daß sie aus solchen Schwierigkeiten oft heraushelfen, von einer sonst nicht zu beseitigenden Überspannung der sexuellen Bedürfnisse befreien, indem sie sexuelle Energie verbrauchen und dadurch gleichzeitig zu einem befriedigenden Sexualleben verhelfen.

Die Passage ist weder ausgestrichen, noch eingekreist oder überklebt, sondern Reich hat sie mit der Schere rausgeschnitten und das Manuskript neu zusammengeklebt. Von daher kann ich nur schwer glauben, daß die Schmierereien im Manuskript von Reich selbst stammen.

Sehr merkwürdig ist das Ende des Abschnitts „Die Störungen beim Geschlechtsverkehr“. 1932 hatte Reich dort geschrieben: „So wie es in der mutterrechtlich-urkommunistischen Gesellschaft keine sexuelle und materielle Unterdrückung der Frau und daher keine Sexualstörungen gibt, so…“ Daraus wurde in seinen Korrekturen: „So wie es in der Natur keine sexuelle Unterdrückung des weiblichen Tieres und daher keine Sexualstörungen…“ Das wurde offenbar von den Herausgebern gestrichen – und auch die ganze darauffolgende Seite. Gestrichen wurde auch der Abschluß des Abschnitts, den Reich vollkommen neu auf Schreibmaschine geschrieben und ins Manuskript hineingeklebt hatte. Die kämpfenden Mädel und Frauen würden den Sieg „gegen Kraftlosigkeit, Muckertum und Heuchelei herbeiführen und die Grundlagen eines natürlichen menschenwürdigen Lebens begründen“.

Was einen wirklich wütend machen kann, ist folgender Anachronismus: Im Text ist von der materiellen Not der (proletarischen) Jugend die Rede, insbesondere die Wohnungsfrage, die es zu lösen gelte, so „daß diese nicht mehr in Haustoren und hinter Zäunen ein Zerrbild von Geschlechtsleben führen“ müssen. Raphael und Higgins machten bei ihrer Fälschungsaktion daraus „Hauseingänge oder Autos“ (Kinder der Zukunft, S. 193). Zu Reichs Zeiten hatten Jugendliche in den USA noch keine Autos, geschweige denn Proletarierkinder in Europa! Übrigens sieht man auf dem Originalumschlag von Der sexuelle Kampf der Jugend ein solches „Haustor“, wie es für die Arbeiterviertel in Wien und Berlin typisch war!

ZUKUNFTSKINDER: 3. Die Entstehung des „Nein“, a. Die Emotionelle Pest im Angriff auf den Urquell des Lebens

6. Februar 2018

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ZUKUNFTSKINDER:

3. Die Entstehung des „Nein“, a. Die Emotionelle Pest im Angriff auf den Urquell des Lebens

ZUKUNFTSKINDER: 2. Die Vererbungsfrage, b. Der Orgonsack

2. Februar 2018

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ZUKUNFTSKINDER:

2. Die Vererbungsfrage, b. Der Orgonsack

Freundschaft und „Liebe“

28. Januar 2018

Gestern habe ich „Männerhäuser“ erwähnt. Das möchte ich an dieser Stelle etwas ausweiten:

Ein Wortwechsel in einer der nachmittäglichen Talk-Shows im Fernsehen vor über 20 Jahren, der bei mir haftengeblieben ist. Ein junger Mann, etwa 18, wird gefragt, was das wichtigste in seinem Leben sei: „Erst kommen meine Freunde, an zweiter Stelle steht mein Auto und an dritter meine Freundin!“ Abfälliges bis schockiertes Gelächter im Publikum. Der Talkmaster ist bass erstaunt, daß die kleine Blondine das offenbar völlig normal findet und es so akzeptiert. Aber nicht der junge Mann, sondern das Publikum und der Talkmaster sind die gefühllosen und rücksichtslosen Idioten. Die Kumpels sind unersetzbar, Tussis kommen und gehen, jedenfalls in dem Alter, und sie werden stets weniger wichtig sein als die Dinge oder Projekte, mit denen sich ein junger Mann identifiziert. Keine gesunde Frau wird sich für ein gruseliges Weichei interessieren, das einzelne Frauen anbetet, ständig am Rockzipfel eines Mutterersatzes hängt und keinen wichtigeren Lebensinhalt hat als SIE. Hier wird nämlich die Genitalität von prägenitalen und ödipalen Strebungen überwuchert (die Suche nach Wärme, Sicherheit und „Sinn“).

Im Mittelpunkt des Lebens eines Mannes stehen die Freunde, die Arbeit und seine Hobbys. Und die Beziehung zu Freunden wird von exakt den gleichen bioenergetischen Gesetzen bestimmt, wie das Verhältnis zur Freundin: Kontakt an der Grenze zur „Telepathie“, Anziehung und Erstrahlung. Die Wangen röten sich und in die Genitalien strömt Blut und Energie. Der einzige, wirklich der einzige Unterschied ist, daß es keinerlei Drang zum Geschlechtsverkehr, zur „genitalen Überlagerung“ gibt. Dies hat in Bezug zu anderen Männern ungefähr den gleichen Appeal wie die Aufforderung „einen Elch zu bumsen“. Es gehört nicht in dieses Universum!

In der heutigen Gesellschaft werden Liebesbeziehungen überlastet. Jeder kennt das Phänomen aus seiner Jugend, als sich Freundschaften auflösten, weil deine Kumpels plötzlich nur noch im Verbund mit ihren teilweise schlichtweg unerträglichen Freundinnen zu haben waren, wenn überhaupt. Das Todtraurige war, daß diese unzertrennlichen Pärchen sehr schnell ein Mief von Depression und Überdruß umgab. Das war schlichtweg so, weil die Liebesbeziehung praktisch alle denkbaren sozialen Funktionen erfüllen sollte, für die sie vollständig ungeeignet ist. In normalen Gesellschaften verbringt ein Mann nicht die ganze Zeit mit seiner Partnerin, sondern ist im Männerhaus, geht in der Dorfgemeinschaft und Großfamilie auf. Anders kann auch die sexuelle Spannung zwischen den Partnern nicht über längere Zeit aufrechterhalten werden. Sie wird sehr schnell von einer prägenitalen Klebrigkeit abgelöst: statt Lebensfreud ist Lebensangst der Kitt der Beziehung. In dieser ekligen Melasse werden dann Kinder großgezogen!

Wichser!

3. Juli 2017

In vieler Hinsicht steht es um die Sexualökonomie der Massen heute weitaus schlechter als zu Reichs Zeiten. Damals war die Wahrheit durch die sexualfeindliche Moral nur verdeckt. Heute wird die Wahrheit durch die Political Correctness explizit angegriffen, etwa was die Rolle eines normalen Geschlechtslebens für die Leistungsfähigkeit betrifft oder die Homosexualität als Ersatzkontakt.

Ein Professor J. Dueck in William J. Robinsons Essayband Sexual Truths versus Sexual Lies, Misconceptions and Exaggerations, der 1932 in New Jersey herauskam, über sexuelle Abstinenz bei Männern und Frauen:

Studenten, auch wenn sie gut vorbereitet sind, gehen in ihre Prüfungen mit viel Angst und Beklemmung. Studenten, die normalen Geschlechtsverkehr haben, sind in guter Verfassung und auch die dümmsten unter ihnen zeigen im Verlaufe der Prüfungen ein erstaunliches Maß an Selbstvertrauen. Diese Art von Männern sind erfolgreich, die Unbefriedigten und diejenigen, die der Selbstbefleckung frönen, scheitern…“ (z.n. Max Hodann: History of Modern Morals, S. 248)

A.S. Neill 1936:

Das Fortfallen des Schuldgefühls ist es, das Summerhill, wie der Zweifler sagen würde, „sicher“ macht. Dies Freisein von Schuld ist es, das die Schule seit sechzehn Jahren ohne das geringste Anzeichen von Homosexualität hat bestehenlassen. Vor ein paar Jahren hat ein Junge aus einer Volksschule versucht, Sodomie einzuführen, blieb aber erfolglos und war aufs höchste überrascht und beunruhigt, als er entdeckte, daß die ganze Schule von seiner Absicht wußte. Das Wegfallen der Homosexualität ist von größter Wichtigkeit. Das bringt mich auf den Gedanken, daß Homosexualität nichts ist als Onanieren mit einem Zweiten, man teilt dadurch die Schuld und erleichtert sich die eigene Bürde. Wenn aber Onanieren gar nicht als Schuld angesehen wird, kommt der Gedanke, die Schuld zu teilen, gar nicht auf. Die Wurzel der ganzen sexuellen Frage ist die Onanie. Wenn diese nicht von Schuldgefühlen belastet ist, geht das Kind ganz natürlich zu gegebener Zeit zur Heterosexualität über. (Selbstverwaltung in der Schule, S. 28)

nachrichtenbrief17

30. April 2017