Posts Tagged ‘Liebe’

nachrichtenbrief140

18. November 2019

Die große Spaltung und ihre Aufhebung

9. November 2019

Was wollte Wilhelm Reich? Die Vereinigung der sinnlichen mit den zärtlichen Strebungen, d.h. die Vereinigung von Sex und Liebe, und die Trennung der Sexualität von wirtschaftlichen Zwängen.

Reichs Forderungen nach der Vereinigung von Sex und Liebe und der Trennung von Sex und Ehe stellen einen atomaren Angriff auf die autoritäre Gesellschafsordnung dar. In Indien, der islamischen Welt, vor wenigen Jahrzehnten auch in der westlichen Welt, überall auf der Welt, suchten bzw. suchen die Eltern den Ehepartner aus, das ganze war ein Geschäft, wo es etwa um die Mitgift in Gestalt zusätzlichen Ackerlandes ging, etc. Für Sex, d.h. der Geschlechtsakt als Vergnügung, und die Liebe: dafür gab es Spezialisten, d.h. Prostituierte und Konkubinen auf der einen und ätherische Lichtgestalten, die man anhimmelte und für die man schwülstige Liebesgedichte schrieb, auf der anderen Seite. Diese Dichotomie hat sich bis heute gehalten, wo das Ehebett zur „Lustwiese“ wird, auf der die absonderlichsten „Liebestechniken“ und „Sextoys“ zur Anwendung kommen, und gleichzeitig die Beziehung zu einer derartig klebrig-kitschigen Symbiose wird, daß für die Außenwelt, etwa Freunde, kaum Platz bleibt. Für den, der sich ein Mindestmaß an natürlichem Lebensgefühl bewahrt hat, ist das ganze nur, gelinde gesagt, befremdlich.

Aber von der antiautoritären zurück zur autoritären Gesellschaft, wie sie weltweit bis ca. 1960 bestand. Reich hat mit seiner „Sexualpolitik“ (Sexpol) den Konservatismus dermaßen radikal infrage gestellt, wie sonst niemand. Man kann mit der Materie alles mögliche anstellen, aber wenn man die Bausteine der Materie, die Atome, selbst angeht, bricht alles zusammen. Reich hat mit seinen beiden denkbar humanistischen Forderungen wie kein anderer die Bausteine der Gesellschaft angegriffen und zersetzt, die Familie! Von daher wird Reich für Konservative immer der Leibhaftige bleiben!

Gleichzeitig gibt es auch keinen radikaleren Proponenten der Familie! Wie das? Wie Reich spätestens in Der Krebs deutlich gemacht hat, braucht das Kind einen engen orgonotischen Kontakt zur Mutter. Einer Mutter, die glücklich, sexuell befriedigt, frei von Angst und Sorgen ist. So etwas ist nur in einer glücklichen Ehe möglich, die Schutz, Stabilität, wirtschaftlich gesicherte und vor allem eine selbstbewußte und stolze Existenz ermöglicht. Damit wird die seelische Gesundheit des Kindes aber unmittelbar abhängig von der Liebesbeziehung ihrer Eltern, also von einem Vabanquespiel

Man kann es wenden, wie man will: das ganze läuft auf eine denkbar umfassende Änderung unserer Existenz- und Wirtschaftsweise hinaus. Für diese Infragestellung der Grundfesten des Patriarchats werden die Konservativen Reich ewig hassen. Es ist eine Gesellschaft, in der sich alles um das Lebensglück der Mütter und ihrer Kinder dreht und Männer nur geduldete Gäste sind. Und ist es nicht ohnehin so, daß Frauen vor allem eins wollen: Sicherheit, während Männer einfach nur in alle Ewigkeit mit ihren Freunden „um die Häuser ziehen wollen“?! Es gibt nichts Schlimmeres als verhärmte einsame Frauen und muffige Pantoffelhelden.

Unsere Gesellschaft und die Wirtschaft sind eh am Kollabieren. Es liegt an uns, wie die Gesellschaft aussehen wird jenseits der Sümpfe aus Blut und Scheiße, durch die wir in den nächsten Jahren werden waten müssen…

David Holbrook, M.D.: LIEBE KANN DIE EMOTIONELLE PEST NICHT HEILEN

23. September 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Liebe kann die Emotionelle Pest nicht heilen

 

David Holbrook, M.D.: FRAGE UND ANTWORT: SEX UND LIEBE

7. September 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Frage und Antwort: Sex und Liebe

 

Paul Mathews: Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

5. September 2019

 

Paul Mathews:
Die Wirkungsweise der Emotionellen Pest

 

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 3)

10. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

  1. Genitaler Charakter: Er ist ein ungepanzerter Typus (4), orgastisch potent, mit natürlicher, unbehinderter Pulsation. Das Energieniveau kann hoch oder niedrig sein (das Niveau ist für die Gesundheit nicht signifikant, solange die Pulsation nicht blockiert ist). Er ist selbstreguliert. Gefühle und Gedanken stimmen überein und sind rational. Es gibt eine Kapazität für genitale Liebe, Arbeit und Wissen und für natürliche Aggression, Kreativität und Originalität sowie funktionellem Denken. Er verfügt über ein hohes Maß an körperlicher und emotionaler Gesundheit sowie über natürliche Anmut und Attraktivität. Es gibt eine Priorität der inneren und äußeren Freiheit in seinem Leben, die mit seinem natürlichen, ungehinderten Pulsieren zusammenfällt; und es gibt einen echten Kontakt mit der Natur und der Liebe zu ihr. Politische Ideologie ist der Genitalität fremd.
  2. Einfacher Neurotiker: Ein gepanzerter Typus, der an gestörter Pulsation von hohem oder niedrigem Energieniveau leidet. Er funktioniert auf der Grundlage der Expansion gegen Kontraktion oder Kontraktion gegen Expansion seines pulsatorischen Mechanismus. Es liegt orgastische Impotenz vor, Lustangst und eine sich entwickelnde oder entwickelte emotionale Resignation, die von Energiestau und DOR begleitet wird. Der Grad von Panzerung, Unbeweglichkeit und Angst variiert von Person zu Person. Die Sehnsucht nach Freiheit und Befriedigung bleibt in unterschiedlichem Maße bestehen, aber das Gefühl der Unfähigkeit führt zum Verlangen nach einem Leitenden (Führer)d und zur grundlegenden faschistischen Struktur des gepanzerten Menschen, wie von Reich skizziert (5). Arbeit ist mechanisch, Wissen ist Routine und Liebe ist in unterschiedlichem Maße neurotisch. Es gibt eine Sehnsucht nach Befreiung und Erlösung durch mystische Kräfte oder die soziale Ideologie, die den Weg für religiöse und linke bzw. rechte politische ideologische Ausrichtungen pflastert.1 Daher kann der einfache Neurotiker in seinem politischen Engagement entweder liberal oder konservativ sein.2 Schuldgefühl ist immer vorhanden, vor allem aus sexuellen Gründen, aber maskiert.
  3. Der emotionale Pestcharakter (Modju): Dieser Typus leidet unter einer sehr mörderischen und gefährlichen Charakterneurose. Ebenfalls ein gepanzerter Typus ist er ausnahmslos von hohem Energieniveau, aber mit dem, was Reich einen „unüberwindlichen Beckenblock“ nannte (6). Er ist intelligent und klug (ein „kurzgeschlossenes Genie“ (6)) im Dienste der Destruktivität. Häufig charismatisch, unwiderstehlich, ausgefuchst und manipulativ, widmet er sich direkt oder verdeckt dem destruktiven Handeln auf der sozialen Bühne. Intolerant gegenüber natürlichem und genitalem biologischem Verhalten, kann er nur das (perverse und destruktive) Verhalten der sekundären Schicht tolerieren, sei es im sexuellen, sozialen oder politischen Bereich. Es liegt ein brennender Hass auf die genitale Liebe, natürliche Arbeit und funktionelles Wissen vor. Er hat was Reich einen „strukturellen Zwang“ (7, S. 258) nannte, ausgerichtet auf eine totale, absolute Kontrolle als Mittel, um seine Umgebung einzuschränken und das für ihn Unerträgliche zu beseitigen. Wo der einfache Neurotiker energetisch dazu neigt, auf DOR-artiger Grundlage zu funktionieren, reagiert die emotionale Pest sowohl mit DOR- als auch mit oranur-artiger Aktivität. Es gibt eine DOR-artige Stauung, aber bei seinem Energieniveau bekämpft er sie auf eine destruktive, oranur-artige Weise.3 Er ist in der Regel getrieben, ganz egal wie stark dies auch verborgen ist und besitzt „brennende Augen“ (WR). Kurz gesagt, Modju ist die Verkörperung des „Bösen“, metaphorisch und wörtlich, der sein mörderischstes und destruktivstes Verhalten als „natürlich“ und „wünschenswert“ erlebt. Demzufolge ist seine Problematik ich-synton.4

Die obige Darstellung der drei grundlegenden sozialen Charaktertypen gibt uns eine Grundlage für die Bewertung zeitgenössischer sozialer Phänomene in verschiedenen Bereichen. Man kann die Auswirkungen dieser Charaktertypen auf den sozialen und politischen Bereich und die damit verbundenen Probleme nachvollziehen.

 

Anmerkungen

1 Nicht alle politischen Entscheidungen sind neurotisch, wenn sie auf funktionalen Wahrnehmungen der Realität beruhen.

2 Vgl. Kapitel 13 von E. F. Bakers Man in the Trap (3) für eine ausführlichere Erklärung der Unterscheidung zwischen den soziopolitischen Charaktertypen.

3 Die soziale Wirkung von DOR ist klinisch sehr gut belegt. Der soziale Ausdruck von Oranur muss noch klinisch verifiziert werden, obwohl er ziemlich logisch erscheint. Er würde sich wahrscheinlich als überreiztes, destruktives soziales Verhalten äußern, sei es durch ein plötzliches temporäres Aufflammen oder als Charakteristikum emotionaler Pest (Modju), deren Funktionieren chronischer Natur ist.

4 Hitler zum Beispiel empfand das Töten von Juden als „natürlich“ und „wünschenswert“. Man kann sich nicht vorstellen, dass er aufgrund dieser Handlungen Schuldgefühle hatte oder ein Unbehagen verspürte. Sein pestartiges Verhalten war ich-synton. Kommunistische Modjus sind ebenfalls in ihrem Verhalten ich-synton, tarnen es aber hinter humanitären Idealen.

 

Anmerkungen des Übersetzers

d „Fuehrer“ im Original in Deutsch.

 

Literatur

3. Reich, W.: The Murder of Christ.New York: Orgone Institute Press, 1953
4. Baker, E.F.: Man in the Trap. New York: The Macmillan Co., 1967
5. Reich, W.: The Mass Psychology of Fascism. New York: Orgone Institute Press, 1946
6. Reich, W.: „Truth Versus Modju“, Orgone Energy Bulletin, 4:162-170
7. Reich, W.: Character Analysis. New York: Orgone Institute Press, 1949

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

David Holbrook, M.D.: WIE DU MENSCHEN HELFEN KANNST, DIE DIR WICHTIG SIND, AUCH WENN DU KEIN THERAPEUT BIST

27. Juli 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Wie du Menschen helfen kannst, die dir wichtig sind, auch wenn du kein Therapeut bist

 

Liebe und Orgasmusangst bei einem paranoid-schizophrenen Charakter (Teil 6)

24. Juni 2019

von David Holbrook, M.D.

Schlußfolgerung

George hat gesagt, daß die emotionalen Ereignisse in seiner oben beschriebenen sexuellen Beziehung die tiefsten „therapieartigen“ Erfahrungen sind, die er jemals gemacht hat. Er hat das Gefühl, daß er in der Liebesbeziehung zu Angela in die Lage versetzt wird, noch tiefer zu gehen, als dies normalerweise in der formalen therapeutischen Situation in meinem Büro möglich ist. Auf der anderen Seite ist es die Therapie und sowohl die tiefe nonverbale als auch die verbale Arbeit, die es ihm ermöglicht hat, diese tiefen Erfahrungen in seiner Liebesbeziehung zu ertragen und mit ihnen in Kontakt zu treten und diese Erfahrungen zu nutzen, um in Richtung Gesundheit zu wachsen.

George und Angela bemühen sich, ihren eigenen einzigartigen Weg zur tiefsten Liebesbeziehung zu finden, die sie tolerieren können. Dabei folgen sie, soweit es ihnen möglich ist, dem Rat von Reich:

„Es gibt nur eine, allgemein gültige Regel, wie man die eigene, besondere Wahrheit finden kann: Lernen, geduldig in sich hineinzuhorchen und sich so Gelegenheit geben, den eigenen Weg zu finden, der zu einem selbst und zu niemandem sonst gehört. Dies führt nicht ins Chaos oder in wilden Anarchismus, sondern letztendlich in den Bereich, wo die gemeinsame Wahrheit für alle verwurzelt ist. (…) Daher sind auch die grundlegenden Wahrheiten in allen Lehren der Menschheit die gleichen; sie laufen alle auf das Eine hinaus: den eigenen Weg zu finden zu dem, was man fühlt, wenn man liebt oder schöpferisch tätig ist, wenn man sich sein Haus baut, wenn man seine Kinder zur Welt bringt oder nachts zu den Sternen schaut.“ (Reich 1953, S. 311f)

[Weitere Informationen finden sich bei Holbrook 2013.]

 

Literatur

  • Baker EF 1967: Der Mensch in der Falle, München: Kösel, 1980
  • Hamilton AE 1997: My Therapy With Wilhelm Reich (Part I). The Journal of Orgonomy 31(1):3-21
  • Holbrook D 2013: Sex and Love in a Case of a Paranoid Schizophrenic Character. unveröffentlichtes Manuskript
  • Holbrook D 2014: Truth, Countertruth, and the Emotional Plague in the Clinical Situation. unveröffentlichtes Manuskript [erscheint demnächst im NACHRICHTENBRIEF]
  • Holbrook D 2015: Orgonotic Functions in the Clinical Situation: The Bioenergetic Unity of Psyche and Soma. unveröffentlichtes Manuskript
  • Konia C 2000: Orgonotic Contact Part II. The Journal of Orgonomy34(2):50-59
  • Konia C 2004: Applied Orgonometry II: The Origin and Function of Thought. The Journal of Orgonomy 38(1):100-111
  • Reich W 1927: Genitalität, Köln: KiWi, 1982 [Ursprünglich 1927 mit dem Titel Die Funktion des Orgasmus veröffentlicht. Das ist ein komplett anderes Buch als das von 1942 mit dem gleichen Namen.]
  • Reich W 1935: Die sexuelle Revolution, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1971
  • Reich W 1942: Die Funktion des Orgasmus, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1972
  • Reich W 1949a: Charakteranalyse, Köln: KiWi, 1989
  • Reich W 1949b: Processes of Integration in the Newborn and the Schizophrenic. Orgonomic Functionalism 6, 1996. Rangeley, Maine: The Wilhelm Reich Infant Trust
  • Reich W 1950: Orgonomic Functionalism, Part II. Orgone Energy Bulletin 2(1):1-15, New York: Orgone Institute Press
  • Reich W 1951: Die kosmische Überlagerung, Frankfurt: Zweitausendeins, 1997
  • Reich W 1953: Christusmord, Freiburg: Walter-Verlag, 1978

 

Dieser Text wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

Liebe und Orgasmusangst bei einem paranoid-schizophrenen Charakter (Teil 5)

22. Juni 2019

von David Holbrook, M.D.

Diskussion (Fortsetzung)

Auf der tiefsten Ebene steht die Orgasmusangst hinter der Unfähigkeit der Menschen sich zu bewegen. In diesem Sinne führt Orgasmusangst zu einer Art „Pulsationsangst“, die den natürlichen Wechsel zwischen Expansion und Kontraktion des Organismus einschränkt, vermittelt durch das autonome Nervensystem (und wahrscheinlich auch eine Art „Kreiselwellen-Angst“). Orgasmusangst verursacht Angst vor der Freiheit der Bewegung, die die Menschen daran hindert, die notwendigen Aufgaben zu erfüllen, die sie zum Überleben bewältigen müssen. Man kann dies sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene sehen, wo es der Welt nicht gelungen ist, sich auf die lebenswichtigen Entdeckungen von Wilhelm Reich und anderen Orgonomen „zuzubewegen“, Entdeckungen, die seit 80 Jahren ignoriert und umgangen werden. Reichs Entdeckung der Orgasmusangst ist ein zentraler Bestandteil des Verständnisses der Wahrheit und der „Gegenwahrheit“ des menschlichen Lebens und der menschlichen Kultur:

„Wahrheit ist voller, unmittelbarer Kontakt zwischen wahrnehmendem und wahrgenommenem Leben. Je besser der Kontakt ist, desto voller ist das wahrheitsgetreue Erleben. Je besser die Funktionen der lebendigen Wahrnehmung koordiniert sind, desto umfassender ist eine jeweilige Wahrheit. Und die lebendige Wahrnehmung ist genau in dem Grade koordiniert, wie die Bewegung des lebendigen Protoplasmas koordiniert ist. So ist die Wahrheit eine natürliche Funktion …“ (Reich 1953, S. 297, kursiv im Original) „Wahrheit ist als Manifestation des vollsten Kontakts des Lebens zu sich selbst und seiner Umgebung unauflöslich mit dem Energiehaushalt des Lebens verbunden. Daher wühlt Wahrheit, wenn sie voll gelebt wird, die tiefsten Emotionen auf und steigert damit den Drang zur genitalen Umarmung. Da nun aber der Kern der Energieentladung des Lebendigen von den Menschen jahrtausendelang ausgeschlossen und geächtet war, mußte man auch der Wahrheit ausweichen. (Reich 1953, S. 300f, kursiv im Original)

„Es muß eine entscheidende Wahrheit unterschiedlicher Art geben, die die Durchsetzung der eigentlichen Wahrheit verhindert. Wir nennen sie die GEGENWAHRHEIT.“ (Reich 1953, S. 354, kursiv im Original.) „…die VOLLE Wahrheit [schließt] immer die Gegenwahrheit mit ein…“ (Reich 1953, S. 258, kursiv im Original.)

„Um zu verstehen, warum ein Organismus nicht freiheitsfähig ist, … muß man verstehen, warum ein Organismus lieber ohne Freiheit und Kontakt lebt. Die Wahrnehmung der Gegenwahrheit kann von daher in einigen Zusammenhängen die Essenz des Kontakts sein.“ (Holbrook 2014).

„Die Menschen weichen der Wahrheit aus, weil schon das erste bißchen Wahrheit, das ausgesprochen oder gelebt würde, weitere Wahrheit hervorriefe; und dies würde sich unberechenbar fortsetzen und die meisten Menschen aus ihrer gewohnten Bahn werfen. … Menschen …. unterstützen die Lüge, weil sie zu einer Krücke geworden ist, ohne die das Leben nicht mehr möglich wäre.“ (Reich 1953, S. 309).

Die emotionelle Pest „…entwickelt bitteren Haß gegen jeden Vorgang, der die eigene orgastische Sehnsucht und mit ihr Orgasmusangst provoziert.“ (Reich 1949a, S. 344, Fettdruck von mir)

„DIE WAHRHEIT ZU BERÜHREN, IST DAS GLEICHE, WIE DIE GENITALIEN ZU BERÜHREN.“ (Reich 1953, S. 339, Hervorhebungen im Original)

Das Verstehen der Orgasmusangst bildet somit die entscheidende Grundlage für das Verständnis der menschlichen Gegenwahrheit.

 

Literatur

  • Holbrook D 2014: Truth, Countertruth, and the Emotional Plague in the Clinical Situation. unveröffentlichtes Manuskript [erscheint demnächst im NACHRICHTENBRIEF]
  • Reich W 1949a: Charakteranalyse, Köln: KiWi, 1989
  • Reich W 1953: Christusmord, Freiburg: Walter-Verlag, 1978

 

Dieser Text wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 21

21. Juni 2019

orgonometrieteil12

21. Wissenschaft und Subjektivität