Posts Tagged ‘Liebe’

Perfect Strangers

4. August 2021

Gestern bin ich mal wieder über eine dieser Facebook-Eintragungungen eines Links-Orgonomen gestolpert:

Eine der größten Lügen, die je erzählt wurde, lautet: „Blut macht eine Familie.“ Kein Blut macht euch zu Verwandten, sondern Loyalität, Liebe und Vertrauen machen euch zur Familie.

Die Reaktionen in diesem Milieu: unisono Begeisterung und Liebesbekundungen! Beides, der Text und die Reaktion auf ihn, zeigt mal wieder, wie exakt Elsworth F. Baker mit seiner soziopolitischen Charakterologie in seinem Buch Der Mensch in der Falle den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Mir schnürte die Aussage geradezu den Magen zu und ich fühlte mich instinktiv unwohl. Das diametrale Gegenteil von „Begeisterung und Liebe“.

Für sie, die Linksliberalen, spielt sich alles im Kopf ab. Es dreht sich alles um hehre Ideale („Loyalität, Liebe und Vertrauen“), während die Biologie, „der Bauch“, „das Blut“ diesen Menschen rein gar nichts bedeuten. Das erklärt so gut wie alles: vom Öffnen der Grenze bis zum Zurückdrängen von Elternrechten. Ihr größter Schrecken ist das implizite Credo jedes Konservativen: „Greife meine Familie an und du bist tot!“

Ich sage durchaus nicht, daß die linksliberale Haltung in irgendeiner Weise an sich „böse“ ist – ganz im Gegenteil. Zu Reichs Zeiten, d.h. vor etwa 1960, als die Familienbande jede Lebensregung erstickten, war sie sogar die anständige Option. Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie befreiend es war, ein „Genosse“ zu sein, d.h. mit Menschen verbunden zu sein, zu denen man sich frei gesellte, weil man die gleichen Ideale teilte. Doch gleichzeitig muß man bedenken, wie fragil diese Haltung ist. Es ist wohl von „Loyalität“ die Rede, aber diese hat nicht die gleiche Bedeutung, wie die „blutsbedingte“ Loyalität. Und diese Grundhaltung überträgt sich auch auf Bereiche, in denen das „Blut“ keinerlei Rolle spielt. Ich werde niemals glauben, daß ein Linksliberaler die gleiche Loyalität der Orgonomie (oder einer beliebig anderen „Sache“) entgegenbringt wie ich, einfach weil das bei ihm alles nur Kopfgeburten sind.

Das ist auch die wirkliche Tragik jedes Linksliberalen, der nie wirklich begreifen wird, wegen seiner Charakterstruktur auch gar nicht be-greifen kann, daß er alle „Solidarität“ der Welt aufbringen kann, er aber trotzdem nie von Zigeunern als einer der ihren anerkannt werden wird, von keinem Indiostamm, keiner tscherkessischen Dorfgemeinschaft etc.pp. Seine gesamte Existenz beruht auf einer existentiellen Lüge. Aus diesem Grund muß er auch, wenn er schließlich zum Roten Faschisten wird, alle natürlichen Gemeinschaften, die Familie an sich, ja sogar die biologische Geschlechter aufheben, um auf diesem Planeten überhaupt leben zu können.

Es ist wirklich erschreckend und tieftraurig, aber die Reaktion auf den obigen Facebook-Eintrag zeigt, daß wir ob unserer gegensätzlichen biophysischen Struktur in alle Ewigkeit einander komplette Fremde bleiben müssen:

David Holbrook, M.D.: DIE MECHANISMEN, DIE KRANKE MENSCHEN UND KRANKE IDEOLOGIEN GEMEINSAM HABEN, UND WAS MAN DAGEGEN TUN KANN / SICH GEGENSEITIG „PSYCHOANALYSIEREN“: ÜBER DEN GLAUBEN MAN WISSE, WAS IN DEN KÖPFEN ANDERER LEUTE VORGEHT

4. Juni 2021
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DAVID HOLBROOK, M.D.:

Die Mechanismen, die kranke Menschen und kranke Ideologien gemeinsam haben, und was man dagegen tun kann

Sich gegenseitig „psychoanalysieren“: Über den Glauben man wisse, was in den Köpfen anderer Leute vorgeht

Wider Eurozentrismus, Patriarchat und Heteronormität

24. April 2021

Die Ideologie des Westens ist dermaßen von Eurozentrismus, „Männer-Zentrismus“ und „Genital-Zentrismus“ durchwirkt, daß sich niemand in die Muselmanen, Weiber und Schwuchteln wirklich reinversetzen kann!

Hier drei Beispiele, wie man diese ideologische Verblendung überwinden kann:

1. Unsere Freunde aus dem Morgenland sind nicht etwa undankbar, ganz im Gegenteil danken sie ihrem grausamen Wüstendämon Allah dafür, daß er sie ins gelobte Land gebracht hat und hier ständig reich beschenkt. Sie danken ihm, indem sie das ungläubige Gesindel bekämpfen, das widerrechtlich das Land bevölkert, das Allah seinen Sklaven, den Mohammedanern, geschenkt hat.

2. Die sogenannte „Frauenemanzipation“ ist nichts anderes als der Versuch des Patriarchats, die Frau den Stereotypen der Männlichkeit anzugleichen. Es wird das „Mannweib“ propagiert, das ihre Erfüllung darin sieht, sich von Kapitalisten ausbeuten zu lassen und auf dem Altar einer vermeintlichen „Karriere“ ihr ureigenstes Frausein zu opfern. Dazu soll sie sich kleiden und verhalten wie ein Mann und männertypische Krankheiten wie etwa Haarausfall und Herzerkrankungen zum Opfer fallen.

3. Jeder, der nicht der heterosexuellen Norm entspricht, wird durch die Ideologie der normativen Heterosexualität in eine obszöne Karikatur derselben hineingezwungen. Homosexuelle werden durch die heteronormative gesellschaftliche Ideologie Verhaltensweisen und sogar Sexualpraktiken aufgezwungen, die eine genaue Entsprechung der Heterosexualität sind bis hin zur „Heirat“. Es ist von „Zärtlichkeit“, „Treue“, „Liebe“, gar von „Orgasmus“ die Rede, statt den Sexus, die gesamte Biologie, die immer mit einem Speziesismus einhergehen wird, ganz hinter sich zu lassen und mit dem vermeintlich „Nichtlebenden“ eins zu werden. Nicht nur den Fortpflanzungszwang, sei es auch nur als Travestie, gilt es zu überwinden, sondern den zutiefst faschistischen Biozismus an sich, der sich imperialistisch gegen die „unbelebte“ Natur und die Robotik richtet.

Das ist Funktionalismus, d.h. etwas zu Ende denken. Linke sind dazu grundsätzlich nicht in der Lage. Das sieht man beispielweise auch am neusten Gedöns um den fehlenden Wohnraum. Exakt die gleichen Leute, die nach ihm rufen, trauern untröstlich um jeden Teichmolch und sehen nicht, daß das eine das andere ausschließt. Mein geliebtes Diekmoor wird in einen neuen öden Stadtteil voller Moslems verwandelt, weil Wohnraum wichtiger ist als alle Liebe zur Natur:

Oder wie ein geistig normaler und bedeutender orgonomischer Denker auf diesem Blog neulich sagte: linke Trottel!

David Holbrook, M.D.: LUSTANGST: HANDELN MENSCHEN TATSÄCHLICH IMMER IN EINER WEISE, DIE MIT IHREM EIGENINTERESSE ÜBEREINSTIMMT?

25. März 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Lustangst: Handeln Menschen tatsächlich immer in einer Weise, die mit ihrem Eigeninteresse übereinstimmt

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Kosmischer Kampf – Planetare Angriffs- und Zermürbungsstrategien. Ein Überblick (Teil 9-11)

17. März 2021

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Kosmischer Kampf – Planetare Angriffs- und Zermürbungsstrategien. Ein Überblick (Teil 9-11)

David Holbrook, M.D.: SEX, LIEBE, STRÖMUNGSANGST UND ALL IHRE ÄUßERUNGSFORMEN (Teil 1)

26. Februar 2021

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Sex, Liebe, Strömungsangst und all ihre Äußerungsformen (Teil 1)

 

Buchrezension: The Case Against Pornography (Teil 1)

20. Januar 2021

The Case Against Pornography. Herausgegeben von David Holbrook. New York: The Library Press, 1973, 293 S., 8,95$.

von Paul Mathews, M.A., Brooklyn, N.Y.

 

Dieser Band ist eine Anthologie von Schriften über Pornographie von verschiedenen prominenten Personen aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie, Philosophie, Soziologie, Bildung und Journalismus. Er wurde ursprünglich in Großbritannien veröffentlicht und ist eines der ganz wenigen Bücher, das eindeutig gegen Pornographie Stellung bezieht. Als solches ist es, ungeachtet einiger Schwächen, äußerst wertvoll. Nur ein Artikel, der von David Boadella, drückt Reichs funktionellen Standpunkt aus, und das recht gut.a Die anderen Artikel beschreiben zwar klar die emotionalen, sozialen und moralischen Folgen der Pornographie, behandeln aber nicht die energetischen Faktoren als entscheidende Kontraindikationen der Pornographie. Die Autoren präsentieren klinische Fallstudien, die den Zusammenhang zwischen pornographischen Fantasien und pathologischer kindlicher Entwicklung zeigen. Diskutiert wird über die entmenschlichenden und brutalisierenden Auswirkungen von Pornographie, die zu sozialen Phänomenen wie nazistischen und kommunistischen Extremen führen können, als Aspekte des allgemeinen moralischen Niedergangs. Über die schizoide Natur von Praktiken, die die Sexualität von der Liebe (Rollo May) und von der Sinnhaftigkeit (Viktor Frankl) trennen. Und über die allgemeine Wirkung von Pornographie auf soziale Störungen.

Orgonomisch betrachtet wissen wir, dass Pornographie funktionell identisch ist mit orgastischer Impotenz und schwerer Panzerung. So dass sie Ausdruck der sekundären, perversen Schicht der menschlichen Struktur ist, wie sie von Reich skizziert wurde. Wo Liebe nicht frei fließen kann, wird sie durch Hass und Entstellung ersetzt. Ein Ausdruck dieses Hasses ist die moralische Unterdrückung jeglichen sexuellen Ausdrucks. Die andere Seite ist Pornographie, d.h. „alles ist erlaubt“. Beide haben den Zweck, die natürliche genitale Sexualität zu zerstören, ob sie nun ganz dagegen oder ganz „dafür“ sind. Das folgende Zitat aus einem Leitartikel der London Times aus dem Jahr 1970, das in diesem Buch abgedruckt ist, klingt daher zutreffend: „Die Pornographie hat immer irgendwo einen Hass auf den Menschen an sich, sowohl auf den Menschen als ein menschliches Wesen, das in der Lage ist, Idealen zu entsprechen, als auch auf den Menschen als ein Tier. Pornographie ist keine Bejahung, sondern eine Verleugnung des Lebens und kommerzielle Pornographie ist eine Verleugnung des Lebens um des Geldes willen.“

In einem Zitat aus Dreams and Symbolsb von Leopold Caligor und Rollo May heißt es: „… die heutigen Patienten scheinen in ihren Träumen insgesamt mit dem Kopf und den Genitalien beschäftigt zu sein und das Herz auszulassen“. Leider muss man sich fragen, inwieweit diese Autoren auch die Genitalien weglassen möchten. Hier liegt zum Teil eine Schwäche dieses Bandes. Zu viele der Autoren schreiben unter dem Gesichtspunkt einer idealistischen, mystischen Sichtweise von Sex und Liebe (die immer noch der mechanistischen, nihilistischen vorzuziehen ist), trennen beide und drücken eine fast abstrakte Präferenz für die Liebe aus. Eine solche Ansicht steht im Einklang mit dem, was Dr. Theodore P. Wolfe als „psycho-physischen Parallelismus“ bezeichnete.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a In Reichianische Bücher (Teil 3), (S. 218f) habe ich den 1997 in dem Sammelband Nach Reich in deutscher Übersetzung abgedruckten Artikel Boadellas „Die Wiederkehr des Unterdrückten“ (1972) brutal abgekanzelt. Wobei zu bedenken ist, dass Nach Reich einen vollkommen anderen Anspruch hatte, als das von Prof. Mathews besprochene Buch. (Peter Nasselstein)

b Leopold Caligor, Rollo May: Dreams and symbols, man’s unconscious language. New York: Basic Books, 1968.
Deutsch: Die Sprache des Unbewussten. München: Kindler, 1973.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, 8. Jahrgang (1974), Nr. 1, S. 105-107.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Die Tragödie der modernen Frau

9. Januar 2021

Man kann das, was geschieht, von der Weltpolitik (etwa die Abwahl Trumps) bis zum Geschehen am familiären Frühstückstisch, nur aus bioenergetischer Warte aus verstehen. Beispiel:

Die Frau hat gesiegt. Sie ist berufstätig, unabhängig, selbstbewußt, dominant – und, wie alle Untersuchungen zeigen, unglücklicher und frustrierter als jemals zuvor. Und das je weiter sie sich vom traditionellen Rollenbild entfernt.

Sie hat sich auf eine abschüssige Bahn begeben, denn die „männlichen“ Wesen, die von derartigen Frauen geboren und herangezogen werden, haben zunehmend frühgestörte, bindungsgestörte Charakterstrukturen. Genau aus diesem Grund unterstützen sie das neue Matriarchat. Sie idealisieren und himmeln die Frau an, identifizieren sich mit ihr teilweise sogar bis hin zur physischen Kastration – aus verzweifelter Sehnsucht nach der Mutter. Gleichzeitig hassen sie den goldkettchentragenden phallischen Mann, der ihnen das bißchen Mutter, das sie noch haben, mit seiner „satanischen [kapitalistischen, rücksichtslosen, kriminellen] Sexualität“ entzieht und die Mutter sadistisch schändet. Das ist übrigens einer der Gründe für den abgrundtiefen Haß gegen Trump, diese Karikatur des rücksichtslos egoistischen phallischen Mannes!

Die Frau hat wirklich in jeder Hinsicht gewonnen und verankert ihre Herrschaft auf charakterstruktureller Grundlage immer mehr. Aber wird sie in dieser Welt willfähriger Kastraten jemals glücklich werden? Sind diese Frauenversteher und Waschlappen das, was sie will? Ist es für sie erstrebenswert spiegelverkehrt dazu immer mehr zu vermännlichen und an all dem zu erkranken, was früher Männer auszeichnete, vom Haarausfall bis zum Herzkasper in den besten Jahren?

Man schaue sich das Fridays for Future-Biotop an, die Grüne Jugend, Die Grünen und ähnliche Kreise: wir steuern auf eine bioenergetische Katastrophe zu, eine nie gekannte sexuelle Frustration – die alles, was Reich zu seiner Zeit konstatieren mußte, in den Schatten stellt. Und das dann auch noch unter dem (kypto-„Reichianischen“) Siegel der „sexuellen Befreiung“.

Es ist ein grundlegender Irrtum, daß die sexuelle Revolution jemals gelingen wird, wenn darunter Reichs Projekt „Kinder der Zukunft“ leidet. Man kann die beiden nicht gegeneinander ausspielen. Die Frau (als Geschlecht, nicht als individuelle Frau!) kann sich aus sechstausend Jahren Unterdrückung nur befreien, wenn sie ihre Mutterrolle vollkommen ausfüllt.

Bitte lesen Sie mein Buch Zukunftskinder.

nachrichtenbrief185

27. Dezember 2020

Der Garten Eden lag in Hamburg:

Buchrezension: Wilhelm Reich. The Evolution of His Work (Teil 1)

22. Dezember 2020

Wilhelm Reich: The Evolution of His Work. Von David Boadella. London: Vision Press, 1973, 400 S., £5,40.
(Deutsch: Wilhelm Reich. Leben und Werk des Mannes, der in der Sexualität das Problem der modernen Gesellschaft erkannte und der Psychologie neue Wege wies. Scherz-Verlag, Bern und München, 1981.)

von Paul Mathews, M.A.
Brooklyn, N.Y.

 

Der Autor dieses Bandes ist Pädagoge und veröffentlicht seine eigene Zeitschrift Energy and Character. Er hat keine Anbindung an die amerikanische Orgonomie. In den vergangenen Jahren war er mit dem englischen Architekten Paul Ritter assoziiert, der unter anderem die inzwischen eingestellte Zeitschrift Orgonomic Functionalism veröffentlichte.

Nun hat David Boadella einen bedeutenden Band über Reich und sein Werk vorgelegt, der, wie Dr. Myron Sharaf in seiner Besprechung des Buches bemerkt, zum ersten Mal ein „ziemlich vollständiges Bild der Gesamtheit von Reichs Werk und seiner Entwicklung“ (1) vermittelt. Es mag kleinlich erscheinen, aber der Buchumschlag, der die Namen so prominenter Persönlichkeiten wie A. S. Neill, Dr. Ola Raknes und Dr. Myron Sharaf (die alle durch Anhänge früherer Schriften vertreten sind) unter dem großen, hervorstechenden Namen des Autors nebeneinanderstellt, schreckte mich ab. Es scheint eine ziemlich kalkulierte Selbsterhöhung vorzuliegen.

In diesem Buch breitet Boadella sein umfänglich angesammeltes orgonomisches Wissen aus, gut dokumentiert und voller Fakten, und zwar in Form einer ergänzenden Bibliographie der Orgonomie von 1953-1960, die zuvor bei Ritter Press erschienen war (2). Wichtig ist jedoch nicht die mechanische Anhäufung von Fakten und Daten, sondern das, was man funktionell damit macht, und Boadella behandelt die objektive Entwicklungsgeschichte von Reichs Werk in einer gleichmäßigen, informativen und gelegentlich auch wissenschaftlichen Weise. Obwohl ich das Ausmaß des Lobes, das Dr. Sharaf den objektiven Teilen dieses Buches zukommen lässt, nicht zustimmen kann, glaube ich doch, dass Boadella eine lobenswerte Arbeit geleistet hat, indem er Informationen aus Reichs wissenschaftlichen und sozialen Schriften sowie aus verwandten Quellen präsentiert, um eine lesbare, sachliche, einigermaßen genaue Zusammenstellung seiner Arbeit zu schaffen. Er hält sich so eng wie möglich an Reichs eigene Aussagen, verwendet Zitate oder paraphrasiert und hält seine eigenen subjektiven Bewertungen so gering wie möglich. Lobenswert ist auch die Aufnahme mehrerer wichtiger und interessanter Anhänge, insbesondere eine Übersetzung von Roger du Teil’s Mitteilung an die Naturphilosophische Gesellschaft in Nizza 1937, die Reichs Bion-Experimente bestätigt. Es besteht jedoch die Tendenz, Reich mit randständigen und eklektischen Gruppen gleichzusetzen und Personen wie Dr. Alexander Lowen für vorgebliche Beiträge zu Reichs Werk und dessen „Erweiterungen“ mehr als verdiente Anerkennung zu zollen. Etwa hinsichtlich Reichs Konzept der orgastischen Potenz.a

 

Anmerkungen des Übersetzers

a „Aus diesem Grunde haben jene beiden Mitarbeiter Reichs – Philipson und Lowen – die am meisten für die Weiterentwicklung seiner Konzepte und für die noch deutlichere Herausarbeitung seiner Unterscheidungen taten, die Orgasmusfunktion in den Zusammenhang der Untersuchung der zwischenmenschlichen Beziehungen überhaupt gestellt. (…) Alexander Lowens Buch Liebe und Orgasmus liefert eine eingehende Untersuchung der sexuellen Funktionen und ihrer Störungen sowie beider Beziehungen zu Kindheitserlebnissen einerseits und zur Persönlichkeitsentwicklung im allgemeinen andererseits. (…) Lowen bekräftigt die Auffassung Reichs, daß orgastische Potenz ein Ausdruck der Gesundheit und nicht ein Patentrezept zu ihrer Erlangung ist, und erteilt damit denen eine deutliche Antwort, die Reichs Ausführungen als einen Versuch mißverstehen, den Orgasmus zum Allheilmittel zu deklarieren. Während Philipson und Lowen die Reichsche Orgasmustheorie für detailliertere Studien des menschlichen Liebeslebens und der Persönlichkeitsstruktur fruchtbar machten . . .“ Boadella, Scherz Verlag, S. 34-36.

 

Literatur

1. Sharaf, M.: Book review of Wilhelm Reich: The Evolution of His Work by
D. Boadella, Energy and Character, January, 1973 (Abbotsbury, England).
2. Boadella, D.: Bibliography on Orgonomy, 1953-60 – First Supplement.
Nottingham, England: Ritter Press.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 7 (1973), Nr. 2, S. 272-276.
Übersetzt von Robert (Berlin)