ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese

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ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese

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12 Antworten to “ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese”

  1. David Says:

    Toll, dass Du das mit den Bozo hier noch mal bringst.

    Mittlerweile sind die „Saho“ aufgrund der fortschreitenden Ausbreitung des Islam selten geworden.

    Der Islam ist schon seit Jahrhunderten in Mali; lange Zeit haben das Saho und die Moschee friedlich koexistiert.

    Das Neue ist, dass Fundamentalisten zunehmend in die Verhältnisse der Menschen kontrollierend und bestimmend eindringen.

    Wie auch in Bosnien während und nach dem Krieg: Vorher war es gang und gäbe, dass Frauen und Männer gemeinsam in die Moschee gingen wie die Christen in die Kirche, dass man christliche Nachbarn und Freunde zum Id-al-Fitr einlud und von ihnen zu Weihnachten eingeladen wurde. Dies alles gibt es, wie es heißt, nicht mehr; Fundamentalisten geben, wie es heißt, den Leuten dort nun vor, was sie zu tun und zu lassen haben.

    Und dieses Vordringen der Fundamentalisten wird seinerseits, wie ich glaube, im Hintergrund von irgendwem gesteuert. Öl-Gelder; die internationale (Fiat Money, d.h. Falsch- oder Papiergeld-) Hochfinanz und ähnliches können hier eine Rolle spielen.

    Aber wer ist der Feind? Wer steuert diese Dinge?

    Und vor allem: Wie geht dieses Steuern genau vor sich?

    Wenn man nur auf die letzte Frage, auch ohne den Gegner genau zu kennen, eine Antwort hat, kann man wie ich glaube, schon die meisten feindlichen verdeckten Operationen, d.h. die Operationen der Organisierten Emotionellen Pest, enttarnen und stoppen.

    —–

    Mosuo:

    Im Patriarchat arbeiten wir Männer mehr im Job und waschen zumindest ab und zu die Teller ab. In der reinen Form des Matriarchats wie bei den Mosuo darfst du es nicht. Wo sich eine Frau ihrer dominanten Stellung sicher ist, haben solche archaischen Rollenmuster keine herrschaftsbezeugende Bedeutung mehr.

    Angeblich ist es in den – relativ patriarchalischen – Mittelmeerländern ähnlich, ich habe gehört, dass beispielsweise in Südfrankreich die Frau in vielen Fällen beleidigt sei, wenn der Mann beim Geschirrspülen helfen will.

    Eine Frau wollte ein Kind von mir haben. Ich sagte ihr, nein, ich kann kein Kind mit dir haben, du lebst hier in China und ich in Argentinien. ‘Na und?’, war die Reaktion. Die Kinder bleiben ohnehin bei der Mutter. Ich sagte, ich kann keine Kinder haben, die ich nie sehen kann. Sie hat nur gelacht, als nähme ich die Sache zu ernst. Wenn sie Kinder haben, sind es ihre Kinder – der Mann spielt dabei keine Rolle.

    Im Patriarchat ist der Mann der Ernährer, d.h. Geldverdiener. Er muss den Lebensunterhalt des Kindes bis es wirtschaftlich unabhängig wird (genau dies aber geschieht in den heutigen wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit weit verbreiteter Arbeitslosigkeit oft überhaupt nicht) bezahlen;

    daher darf er nicht einfach irgendwo, wo er nicht auf Dauer lebt – z.b. ein Argentinier in China – eine Schwangerschaft hervorrufen. Hat aber die Frau mehr als die Hälfte des Geldes – vielleicht auch gesamtgesellschaftlich die Frauen mehr als die Hälfte der Produktionsmittel, so scheint das keine Rolle zu spielen.

    Du bist für fast nichts verantwortlich, du arbeitest viel weniger und du bist den ganzen Tag mit deinen Freunden zusammen. Jede Nacht bist du mit einer anderen Frau zusammen. Und obendrein kannst du für immer bei deiner Mutter leben.

    Gibt es nicht auch im Matriarchat Männer, die nicht attraktiv sind, z.B. weil sie nicht schön aussehen oder weil sie behindert sind? Die daher nicht jede Nacht, vielleicht nicht jeden Monat einmal mit einer Frau zusammen sind?

    Allerdings wird es zumindest Behinderungen infolge von Neurose oder Psychose viel, viel seltener als bei uns geben.

    Das Problem, dass junge Männer für immer bei der Mutter wohnen, erscheint mir eher typisch für patriarchalische Gesellschaften sowie für den – halb patriarchalischen – Westen. Häufig gelingt der Einstieg ins Berufsleben nicht; als Folge ist dann der Auszug aus dem Elternhaus nicht möglich; ich kenne viele, inzwischen bis zu 50-jährige Männer wo es so ist.

    Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn ist klebrig und neurotisch; überdies ist sie alles andere als harmonisch weil ja der Sohn die Erwartungen der Mutter in Richtung Selbständigkeit nicht erfüllt hat. Die bewussten Erwartungen – in manchen Fällen könnte dagegen unbewusst die Mutter erwarten, dass der Sohn immer klein bleibt.

    Aber vielleicht ist ja auch, für immer bei der Mutter zu wohnen, in matriarchalischen Gesellschaften gar kein Problem; wenn es dort kein Problem ist, warum ist es so?

    Überdies war ja auch die Rede vom Männerhaus. Die Miete für einen Platz in diesem Haus ist sicher viel geringer als die Miete für einen Schlafplatz oder ein Zimmer etwa in der “normalen” chinesischen oder deutschen Gesellschaft. Der scheinbare Vorteil, von der Mutter geködert zu werden durch lebenslanges mietfreies Wohnen dürfte also dort nicht bestehen.

    —–

    Oben sagte ich:

    Überdies war ja auch die Rede vom Männerhaus.

    Ergänzend zum Thema Ghotul / Bukumatula –

    Aussage während einer Führung in Unteruhldingen / Bodensee, Pfahlbauten der Jungsteinzeit, (4000v.Chr.):

    Damals war man mit zehn Jahren erwachsen. Man zog aus der Familie aus und zog in das Gemeinschaftshaus. Heute würde man das WG nennen. Man teilte das Bett, was in der Regel bedeutete, dass man am Boden – auf Moos, Laub, Fellen usw. – aneinander gekuschelt schlief, so ähnlich wie Teelöffel im Schrank aneinander liegen.

    Essen zubereiten allerdings machte jeder für sich.

    Sobald sich Familien bildeten, bauten diese eigene Häuser.

    Soweit Aussage während der Führung.

    Um ein Männerhaus wo dann die Mädchen zu Besuch kommen, handelt es sich offenbar nicht, es ist eine ähnliche, offenbar noch frühere, Form sozialer sexualökonomischer Organisation.

    Es sind dort auch nachgebaute Häuser einer späteren Epoche nämlich der späten Bronzezeit (800v.Chr.); hier seien die sozialen Unterschiede schon erheblich größer gewesen. Also kein sicherer Hinweis auf ein damals bereits beginnendes Patriarchat, aber die Richtung stimmt überein.

    —–

    Die Trimondis hat geschrieben:

    Wie macht man das? Indem man Allah erniedrigt und …

    Sicher. Wenn man will, dass der Feind alle Reserven mobilisiert und stärker und stärker wird, dann sollte man das so machen!

    Richtig ist es, in der islamischen Welt die anzusprechen, die immer noch auf gesunde Weise empfinden und funktionieren, sowie die, die das Sagen haben.

    Bekanntermaßen gab es in der islamischen Welt im 9.Jh., also neun Jahrhunderte vor dem Westen, einige Denker welche sagten, die Heilige Schrift solle nicht wörtlich genommen werden, denn sie sei Gottes Wort, sei aber beim Aufschreiben durch menschliche Hände gegangen.

    In diesem Sinne war ein Beginn oder ein Ansatz zu einem Zeitalter der Aufklärung vorhanden; jedoch wurden die betroffenen Denker unterdrückt und zum Teil hingerichtet.

    Man muss denen die heute das Sagen haben, klarmachen: Wenn Ihr neidisch seid auf den Westen, wenn ihr ihn einholen oder überholen wollt, dann müsst Ihr diese Philosophen rehabilitieren und müsst – wie der Westen – die Religion praktizieren in einer Weise, die nicht die Schriften wörtlich nimmt.

    Theoretisch denkbar ist jedoch, dass gewisse Leute, die beim Feind die Richtung bestimmen, gar nicht den Westen einholen wollen, dass sie Freude an Terror, an Unterdrückung von Frauen und ähnlichen Dingen, an Rückständigkeit und Unterentwicklung und Armut an sich haben.

    Dann gibt es nur eines: Krieg. Wichtig hierbei ist dann die Stärkung der inner-islamischen Opposition in Verdeckten Operationen, welche viel schwieriger und riskanter sind als eine Verdeckte Operation, wo man schnell mal eine Brücke oder ein Flugzeug sabotiert oder jemand abmurkst und dann aus dem Feindesland wieder verschwindet.

    Wenn beispielsweise jemand – bei uns oder dort – homosexuell ist, kann er sich das nicht aussuchen; er gehört nicht einfach zum Spass einer Minderheit an, also einer Gruppe die von der Mehrheit verschieden ist, und wo im islamischen Gesetz der Tod durch Steinigung drauf steht (praktisch gnädigerweise ersetzt durch Erhängen oder durch mehrere Jahre Gefängnis).

    Er wird sich die Einführung einer westlichen Gesellschaftsordnung in seinem Land wünschen.

    Wenn man eine Mutter ist, die für ihre Töchter eine gute berufliche Bildung wünscht anstatt einer frühen Verheiratung, wird man sich ebenfalls die Einführung einer westlichen Gesellschaftsordnung in seinem Land wünschen.

    Hat man jedoch aus Versehen Allah oder den Propheten beleidigt, dann darf man nicht einen Millimeter nachgeben, weil wir es mit einem Feind zu tun haben, der, wenn er wütend ist, nur eine Sprache versteht und daher jede Freundlichkeit, jedes Nachgeben als Schwäche interpretiert.

    —–

    Ich hatte geschrieben:

    Damals war man mit zehn Jahren erwachsen. Man zog aus der Familie aus und zog in das Gemeinschaftshaus. Heute würde man das WG nennen. Man teilte das Bett, was in der Regel bedeutete, dass man am Boden – auf Moos, Laub, Fellen usw. – aneinander gekuschelt schlief, so ähnlich wie Teelöffel im Schrank aneinander liegen.

    Ob es nun so war oder es doch eher ein Männerhaus war, wo die Mädchen zu Besuch kamen, ist wie ich glaube archäologisch schwer nachzuweisen. Sicher kann man vielleicht an in besagtem Haus vorhandenen Gegenständen sehen, dass keine Alten und keine Kinder darin lebten. Dass also nicht die Mädchen aus dem Haus der Eltern direkt in das Haus der Eltern des Bräutigams zogen wie in den extrem-patriachalen Gesellschaften, oder mit der Braut zusammen in ein eigenes Haus (bzw. Mietwohnung) wie bei uns.

    Leicht nachzuweisen ist – anhand von Gegenständen, Pflanzenresten, Schädeln etc. – der Stand der Medizin: die Jungsteinzeitler am Bodensee konnten bereits Schädelöffnungen und Amputationen vornehmen; als Betäubungsmittel stand der Schlafmohn zur Verfügung. Häufigste Todesursache bei Frauen Geburtskomplikationen wie z.B. das Kindbettfieber, sowie bei beiden Geschlechtern die Folgen unbehandelter Zahnerkrankungen!

    Betäubungsmittel hatten sie damals schon, aber seit wann gibt es funktionsfähige Zahnzangen? Seit dem späten Mittelalter???

    —–

    Eine andere Gesellschaft ist möglich!

    Was ist – aus Sicht der Saharasia-Theorie – zu folgendem zu sagen?

    Zitat aus: Haarmann, Claudia: Mütter sind auch Menschen; Berlin, Orlanda, 2008 ISBN: 978-3-936937-55-8, S.21:

    So, wie wir die Mutter-Kind-Beziehung in unserer Kultur leben, gibt es immer einen Blick von oben nach unten oder unten nach oben, von klein nach groß oder groß nach klein. Eine Hierarchie … unsere Kultur hegt eine Idee von Mutterschaft, die beide, Mutter und Tochter, nie aus ihrer Rolle entläßt. So verhindert sie eine bereichernde Begegnung von Frau zu Frau.

    (Bei gewissen indigenen Völkern in Amerika gilt) Du bist Mutter, so lange das Kind Dich braucht. Ist das Kind erwachsen, wirst Du aus dieser Zuständigkeit entlassen.Die Aufzucht der Nachkommen und deren Ansprüche haben ein Ende. Das erwachsene Kind kann für sich selbst sorgen und übernimmt alleine die Verantwortung für sich … Die Rolle der Mutter ist zeitlich begrenzt.

    —–

    … Genitalität, wie sie sich in der „ungehobelten Primitivität“ der Urvölker zeigt

    Ist – wie mir scheint – ansatzweise auch noch bei süddeutschen Volksstämmen wie z.B. den Bayern zu bermerken.

    —–

    Es gilt, sich über die Kriterien einer wirksamen Prophylaxe der Neurosen und darüber klar zu werden, wie man die Herstellung der charakterneurotischen Reaktionsbasis verhindern kann.

    Vorbeugung – hier gegen Psychosen, Depressionen, Suchterkrankungen etc. ist auch ein Thema bei dem amerikanischen Psychiater Dr. Clancy McKenzie.

    http://drmckenzie.com

    Seine Arbeit scheint mir mit der Orgonomie und mit den Grundideen des Projekts „Kinder der Zukunft“ vieles gemeinsam zu haben; unter anderem interpretiert er die oben genannten schweren oder „frühen“ Störungen als „Delayed Posttraumatic Stress Disorder“, also Verzögertes PTBS, und empfiehlt Betroffenen die vollständige Trennung von der Kernfamilie (nuclear family).

    Überdies schätzt er einen großen Teil der in heutigen Psychiatrien üblichen Beschäftigungstherapien als kindergarten-ähnlich – und somit schizophrenogen – ein und rät daher von diesen Dingen ab. Sie seien nicht geeignet, um Kontakt mit den erwachsenen Geist-Anteilen und Hirn-Teilen des Patienten herzustellen.

  2. JanDavid Says:

    Es stellte sich heraus, daß jene Kinder, bei denen im Säuglingsalter eine schlechtere Mutter-Kind-Bindung vorlag, ungefähr 2 bis 4 Monate früher in die Pubertät eintraten. Die Pubertät wurde auch schneller durchlaufen und die Menstruation setzte früher ein als bei jenen Kindern, die aus einer guten Mutter-Kind-Bindung hervorgegangen waren.

    Das lässt sich soziobiologisch gut erklären, da diese Kinder schneller Geschlechtsreif sein müssen, um einen Partner zu finden, der sie ernährt. In der Herkunftsfamilie sind die Überlebenschancen geringer.

    Auch Jean und Paul Ritter (‚Freie Kindererziehung‘) zeigen, dass ihre Kinder erst spät Sex haben, obwohl sie schon als Kleinkinder onanieren dürfen.
    Kinder aus freien Kinderläden übernachten aber untereinander, also wird es Doktorspiele schon geben. (Was eine andere Frage als regulärer Geschlechtsverkehr ist).
    Aus persönlicher Anschauung schlussfolgere ich, daß Geschlechtsverkehr mit 13 oft eine Protesthaltung gegen sexuelle Unterdrückung ist, ebenso die extreme Sexualisierung der muslischen Jugend in ihrer Sprache eine Reaktion darauf.

    —–

    http://www.welt.de/gesundheit/article9500622/Wenn-Maedchen-in-ueppigen-Frauenkoerpern-stecken.html

    Zur puberalen Akzeleration fällt mir noch eine Meldung ein, die ich nicht mehr im Weltnetz vorfinden konnte. In einem mexikanischen Dorf gibt es eine Hühnerzuchtanstalt, wo die Hühner mit Hormonen zum schnelleren Wachsstum gepeppelt werden. Die Bewohner des Dorfes essen diese Hühner, die mit Östrogenen substituiert werden, hauptsächlich. Ihre Kinder werden schon sehr viel früher reif, teilweise haben Sechsjährige schon Brustansätze.

    Die Hormone in den Plastiken sollen als Weichmacher wirken. Ihr Nebeneffekt ist, dass unsere Spermien immer kaputter werden und die Männer zeugungsunfähiger. Hier wird aus Profitgründen wie immer mit dem Leben anderer gespielt.

  3. Klaus Says:

    Ja, dass es sich um eine Art Sex aus Protest handelt, kann ich mir gut vorstellen. So wirkt es auch. Was Summerhill betrifft: Die Rolle der in der Versammlung beschlossenen Regeln wird immer wieder betont. Und Neill hebt zudem hervor, dass sich die ursprünlichen Regeln aus Erfahrung meist wieder durchsetzten. Wie viel Verklärung bei Summerhill im Spiel ist, wäre nur mit eigenen Augen zu klären. Sicher werden auch kleinere Gruppen, von denen deutsche Regelschulen nur träumen können, ihren Beitrag leisten.

    —–

    Ein Sozial- und Dipl.-Pädagoge berichtete mir heute, dass ihm bei der Arbeit in Heimen passierte, dass er 14-Jährigen bei Sex-Handlungen im Heim begegnete, die – wie er es schilderte – deutlich an Pornoszenen erinnern. Das sei alltäglich Wie soll man es nun werten, wenn es sich um mehr oder weniger geistig ‚Behinderte‘ handelt und man – wie er sagte – Verhütung nicht einmal vorschreiben kann?
    Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine ’sexuelle Revolution‘ im Sinne der 68er mehr als vollzogen ist, ohne dass die Folgen hinreichend bedacht worden wären. Dabei ist der Hinweis auf das Kriterium der orgastischen Potenz im Sinne der Orgontherapie wahrscheinlich praktisch nicht hilfreich, jedenfalls dann nicht, wenn die Betreuten (etwa in Heimen) in hohem Maße zu verantwortungsvollem Handeln nicht in der Lage sind. Ein altes Problem.

  4. David Says:

    Auch die Kommunebewohner neigten zum zwanghaften Protokollschreiben, deshalb sind die Vorgänge dort verlässlich überliefert. Am 4. April 1968 beschreibt Eberhard Schultz, wie er mit der kleinen Grischa im Bett liegt und sie ihn zu streicheln beginnt, erst Gesicht, Bauch und auch Po, schließlich den Penis des Mannes, bis er „ganz erregt“ ist und sein „Pimmel steif wird“. Das Mädchen zieht sich die Strumpfhose herunter und fordert Schultz auf, „ma reinstecken“, worauf er antwortet, sein Penis sei dafür „wohl zu groß“. Dann streichelt er das Kind an der Vagina.

    Das habe ich auch mal gelesen. Hat Eberhard Schultz wirklich wahrheitsgemäß protokolliert? Wenn ja, dann liegt hier im engeren Sinn kein Kindesmissbrauch vor, weil es ja vom Kind ausing. Trotzdem ist derartiger Kontakt zwischen Erwachsenem und Kind nicht natürlich, und er könnte für das Kind seelisch negative Folgen haben.

    Wenn das Kind sowas vom Erwachsenen will und das Kind bereits die Sprache beherrscht, kann man ihm sagen, dass das nicht gut ist, wenn Erwachsener und Kind miteinander diese Spiele spielen, aber Kinder untereinander ist ok oder so ähnlich.

    Beim sexuellen Missbrauch des Kindes durch den Erwachsenen, also wenn die Sache vom Erwachsenen ausgeht, ist eines der möglichen Täter-Profile der Erwachsene, welcher relativ intellektuell – liberal ist und denkt, dass er das Kind in die Welt der Erwachsenen „einführt“ – und somit ihm etwas gutes tut – er weiß also gar nicht, dass er tatsächlich das Kind missbraucht.

    Hier müssen Menschen mit entsprechenden Berufen gut vorbereitet werden. Also beispielsweise das Kind auffordern, mich manuell zu befriedigen, ist sicher sexueller Missbrauch. Es ermutigen zum Onanieren, das tun laut DeMeo auch die meisten matriarchalen Kulturen (z.B. Nordamerikanische Indianer). Kinder ermutigen, miteinander „Papa und Mama“ zu spielen? Auch noch ok?

    Ersteres – Auffordern des Kindes zur Hand-Stimulierung des eigenen Geschlechtsteils – wird geschildert in dem Roman (Tatsachenroman?) von

    Paki. S. Wright: The All Soul’s Waiting Room, 1stbooks, 2002, ISBN: 0-7596-5617-7

    Opfer: Johnnine Hapgood, Täter: Daniel Pahlser. Es handelt sich vermutlich um wirklich existierende Personen, woraus folgt: Auch wer unmittelbar von Reich oder in Reichs Umfeld die Therapieausbildung erhalten hat, ist vor solch schweren Fehlhandlungen nicht gefeit.

    Die Folgerung: nur wer ein besonders langes Studium absolviert hat, nämlich außer dem Medizinstudium noch die Facharztausbildung, dürfe mit der orgnomischen Lehr-Therapie beginnen, ist jedoch falsch: Sich immer mehr Theorie in den Kopf hinein zu stopfen, dürfte, sofern bei dem jenigen Kontaktlosigkeit ist, diese eher noch steigern!

    Dies gilt, wie ich meine, für das deutsche Hochschul- und Universitäts-System und auch die Arzt-Ausbildung dort. Das amerikanische soll ja angeblich anders sein …

  5. David Says:

    Bukumatula-Lüge? Gelogen haben vielleicht schon damals die Leute, mit denen Malinowski zusammen war. Vielleicht dachten sie, der verrückte Weiße mag solche Geschichten und dann erzählen wir ihm das, und dan tun wir ihm einen Gefallen …

  6. Hannelore Vonier Says:

    Die gleiche Behandlung seitens der zivilisierten Welt erfahren viele indigene Kulturen, die typischerweise sexuelle Freiheit als selbstverständlich ansehen. Bekannt sind die Mosuo in Südchina, auf die das Interesse von chinesischen und ausländischen Sextouristen durch zahlreiche Artikel über „freie Liebe“ in den Medien und der Forschung gelenkt wird.
    Auch die o.g. Muria sind betroffen. Über sie schrieb in 60er Jahren Gordian Troeller: „…enthält die Kindergemeinschaft noch tausend Geheimnisse. Sie werden umso sorgfältiger gehütet, wie mehr und mehr herumreisende Inder das Ghotul als ein Bordell betrachten, und versuchen als Kunden Eintritt zu erlangen.
    Zum Glück ist es ihnen bisher nicht gelungen. Und das ist das Bild, das die „Zivilisation“ von sich bietet: fremde Menschen, die die Murias als Primitive auslachen und ihre Bräuche verachten. Gleichzeitig versuchen sie aber, sie bei der ersten Gelegenheit schamlos auszunutzen. Dazu benutzen sie Alkohol, Geschenke oder Drohungen. Sie sind die Schlangen im Paradies.“
    „Genitale Völker“ scheint mir ein viel passenderer Begriff zu sein als das grch./lat.-patriarchale Wort „Matriarchat“.

  7. Robert (Berlin) Says:

    Die Figur strahlt eine gesunde, selbstbewußte weibliche Erotik aus, die uns noch heute anspricht. Besonders bezeichnend sind die spitz aufgerichteten Brüste und die hervortretende Vulva. Dies zeigt die genitale Gesundheit dieser Urgesellschaft in der offenbar die Frau und ihre Sexualität bestimmend waren.

    Also mich spricht diese Figur nicht dermaßen an, als dass ich daraus eine „gesunde, selbstbewusste“ Erotik erschließen könnte. Diese Schlussfolgerungen erscheinen mir weit übertrieben.

    Das Patriarchat ist also nicht der „selbstverständliche Normalfall“, wie uns manche Wissenschaftler mit dem Tonfall absoluter Unhinterfragbarkeit weismachen wollen!

    Auch Tidiane N’Diaye schreibt in Der verschleierte Völkermord: Die Geschichte des muslimischen Sklavenhandels in Afrika, dass Afrika vor den Arabern und Europäern matriacharlisch war.

  8. Jean Says:

    „Enthaltsamkeit in der Erziehung bis zum äußersten, Einschränkung der Erziehungsmaßnahmen auf die allernotwendigsten Versagungen,… “
    Diese Forderung sehe ich auch in der aktuellen unerzogen- Bewegung gestellt, die indirekt immer wieder in Foren, Zeitschriften und Internet- Artikeln die Selbstregulation thematisiert. Es wird m.E. versucht, mit vernünfigem („verhaltenstherapeutischem“) Hinterfragen starre Überzeugungen aufzuweichen, die konkrete Erziehungssituationen betreffen. Das kann schon Viel bewirken, bringt mich aber immer wieder zu der Frage: warum ist diese Starrheit da, woher kommt die Ablehnung und die Abtrennung den Kindern gegenüber?
    „Wissen, daß man sein Kind aus ganz natürlichen Gründen nicht nur liebt, sondern auch haßt…“ – also die Panzerung – lautet Reichs Antwort schon vor so vielen Jahren. Ich kenne das Gefühl gut, dass man ein Kind, das die eigenen Beschränkungen herausfordert, in seiner Lebendigkeit schlecht erträgt. Das sehe ich z.B. auch in unseren staatlichen Schulen am Werk, wenn die möglicherweise sinnvollen „Lehrplaninhalte“ ohne Dialog und Anpassung an die Lebendigkeit der Kinder „durchgezogen“ werden. Hieraus entwickelt die Homeschooling- Bewegung zum Teil eine generelle Ablehnung jeder „Beschulung“ (radical unschooling), was aber wieder die Starrheit der Erwachsenen nicht berücksichtigt. Man kann es drehen und wenden wie man möchte, immer wird man mit der Panzerung konfrontiert, und es gibt im „Erziehungsbereich“ keine kurz- oder mittelfristige Lösung, sondern nur in geduldigen kleinen Schritten von und mit den Kindern zu Lernen.

  9. Robert (Berlin) Says:

    Die Illusion von der Südsee-Idylle

    Friedfertige Menschen, sexuelle Freizügigkeit, keine Kriege, nicht einmal Morde: 1928 veröffentlichte die junge Anthropologin Margaret Mead ihren berühmten Bericht über das pazifische Inselreich Samoa. Er gilt bis heute als Musterbeispiel für die Vermischung von Wissenschaft und Wunschdenken.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,715169,00.html

  10. O. Says:

    Mit jeder noch so tollen Theorie und pädagogischen Zielsetzung wird es zur Zwangserziehung, wenn die Menschen („Erzieher“/ Eltern etc.) die „natürliche Freiheit“ der Kinder nicht ertragen können.

    Wenn ich als Theoretiker keine Theorien im Kopf mehr habe und statt dessen beobachte, was die Kinder von selbst und spontan tun und entwickeln, dann könnte ich versuchen dies in Worte zu fassen, beschreibend. Dann mag ich etwas gelernt haben. Dann erkenne ich vielleicht, dass die Kinder kaum etwas lernen müssen, sondern ich etwas lernen kann.

    —–

    Zur Charakteranalyse kann ich nichts abschließendes und will ich nichts Bewertendes sagen. Reich hat dies getan und genau soviel Klärung wie Schaden angerichtet aus meiner Sicht.
    Wenn man einen Punkt klar herausstellen möchte, wird dies schnell als einzig Richtiges hingestellt und interpretiert. Mir gefällt besser der „Zirkelschluss“, das aufstellen der Antithese zur ersten These, um einen neuen Aspekt zu diskutieren, um dann zu schauen, wohin ich komme.

    Wer die Charakteranaylse erstmals liest, analysiert natürlich an sich und seinen (liebsten) Mitmschen herum. Das wäre das erste Stadium, dann versucht man es bei zweiten Lesen zu systematisieren und evtl. in einer Arbeitsgruppe die Bedeutung der „Lehrsätze“ zu erfassen und in praktische Beispiele zu übertragen. Beim dritten Mal wagt man sich evtl. an ein Seminar und bereitet es theoterisch auf. Es wird wieder mit anderen Menschen diskutiert, hier nimmt man Reichs Haltung ein (sofern sie verstanden werden konnte. Die Technik kommt beim vierten Mal mehr in den Blick und die Typologie fällt in den Hintergrund. Dann gaht es darum die „Technik“ auszuprobieren oder jemanden zu suchen, der diese annähernd anzuwenden vermag. Bei diesem Schritt wird man niemanden finden, bestenfalls kann man sich etwas bei einigen Körpertherapeuten oder auch Psychoanalytikern abschauen. Es ist ein Herantasten. Dann stellen sich viele Fragen und Unsicherheit taucht auf, ob die Charakteranaylse verstanden wurde. Beim fünften Lesen und Durcharbeiten stellt sich die Frage nach Reichs Weiter- und Wegentwicklung. Wieder ensteht eine innere Diskussion, schließlich muss ich mich positionieren, dies schriftlich festhalten, um es später korrigeren zu können. Die Beschäftigung mit der Körperhterapie bleibt nicht aus. Wieviele Fallen hier lauern durch flasche 50-er wurde hier im Blogg schon angedeutet. Das eigene Theoretisieren bleibt nicht aus und ist ein wichtiger Schritt zur Schärfung des Instrumentes. Nochmals wird wieder holt die Charakteranalyse studiert. Die meisten habe sie dann schon verworfen oder sie in die Schublade als „Hilfsinstrument“ gepackt. Was bleibt von ihr übrig? Ist sie noch wichtig? Wer kann einen neuen Input geben und sie neu diskutieren?
    Es stellt sich die Frage, was ist die Charakteranalyse eigentlich? Sie scheint ein ständig sich wandelndes Buch zu sein. Ist man so weit vorangeschritten – ein Prozess von vielen Jahren – erscheint sie so „mystisch“ wie eine Pyramide, dessen Funktion man nicht kennt.
    Jetzt kann man sie neu analysieren und nach den wesentlichen Kapiteln suchen, nach Ausschnitten, die die eigenen Fragen beantworten. Und der Leser wird es jetzt allmälich erfassen, die Charakteranalyse könnte ein Lernprozess sein, sie könnte auch ein therapeutischer udn theoretischer Prozess sein. Doch wann wird sie wieder zum „Handwerksbuch“, zum diagnostischen Instrument?

    Reich schreibt eine dritte Auflage der Charakteranalyse und zerstört sie schon im Vorwort auf doppeldeutiger Weise.
    Reich nimmt Abstand von ihr, bezeichent sie als überwunden und überflüssig, jedoch auch als Hilfstechnik. Wieder kann der Leser sich aussuchen, was er damit anfangen möchte und wem er folgen möchte: Der charakteranalytischen Technik oder Wilhelm Reich als Person, der sagt, sie sei unwichtig und antiquiriert geworden.
    Reich schützt seine Technik, in dem er sie quasi zerstört. Und er führt einen Kult ein, die Orgonomie. Etwas für Idioten, wenn man so will.

    ___________________

    „… die Orgonomie, etwas für Idioten …“

    Oho, was für eine starke Aussage. Nun den obengenannten Prozess kann und muss man auch auf die Orgonomie anwenden und gehen. Zunächst verhält man sich wie der Erstleser der Charakteranalyse, der sich „zu ananlysieren versucht“. Bezogen auf die Orgonomie wird erstmal die Energie als solche angenommen, aber nicht gefühlt. Sie ist ein Glaubensbekenntnis und entwickelt sich im zweiten und dritten Lesen zu einem Theoretikum. …

    Alle folgenden Schritte müssen auch hier gegangen werden. Wer irgendwo stehen bleibt wird zu Harrer, DeMeo oder sonst wem.

    Nun hätte Reich am Ende seines Leben geäußert, das war alles Unfug – das ganze Herumorgonomisieren, man müsse so und so arbeiten, hätte er einen neuen Kult „gebären“ können.

    Diesen Part haben teilweise (falsche, idiotische) Kritiker übernommen. Reich hätte auch diesen Part übernehmen können, um seine neue Theorie (und sie ist mehr als nur das) zu schützen.

    Die Pest hätte sich dann auf das Neue stürzen können, sie wäre als „Nachfolger“, „Reichianer“ oder „Anti-Reich(-ianer)“ aufgetreten, niemand würde die Orgontheorie noch ernst nehmen und das Instrument wäre auch gerettet worden, statt wie heute der Zerstörung anheim zu fallen. Reichs Werk ist in diesem Sinne unvollendet. Auch in diesem Sinne kann man Harrer interpretieren.

    _______________________

    So, ich glaube schöner hätte ich es nicht sagen können, ich wünsche allen ein Frohes Fest, vor allem denen, die nicht das Glück haben, es mit Kindern verbringen zu können. Vielleicht liegt ja unterm (gedachten) Weihnachtsbaum ein verpacktes Buch – vielleicht mal wieder die Charakteranalyse?

    —–

    „1. daß Kinder und Jugendliche mit Gleichaltrigen ein Sexualleben haben wollen wie die Erwachsenen;“ (s.o.)
    Dies habe ich bei Reich nicht gelesen. Es scheint mir eine Fehlinterpretation von Reich zu sein, ähnlich wie die, dass „freie Sexualität“ bedeute, alle müssten mit allen ins Bett oder die Quantität der Sex-Eroberungen würde die „orgastische Potenz“ belegen.

    Kinder haben eine eigene mit dem Erwachsenen nicht vergleichbare Sexualität. Diese gilt vor den Augen und dem (perversen) Interesse der Erwachsenen zu schützen.

    Reich Ansichten und biographischen Ergüsse über seine Sexualentwicklung sind für mich absolut peinlich und von triebhafter Zwanghaftigkeit, also kein Vorbote „orgastischer Potenz“. Und auch später glänzt Reich nicht in seinen für mich klar neurotischen Affären mit Liebesfähigkeit, es hat mehr den Anschein als könne er seine Potenz nicht steuern. Er mag klar denkend in der Theorie gewesen sein, die eigenen Biographien lassen diese Klarheit für mich vermissen.

    Natürlich kann man mir eine verklemmte Erziehung nachsagen mit eigenen Ängsten bezüglich „freier WG-Berliner Kindlichkeit“, die so reif wie junge Erwachsene sich unter Erwachsenen bewegen, aber das war therapierbar.

  11. Peter Nasselstein Says:

    Worum geht es in der Orgonomie? Um GLÜCKLICHSEIN! „Room for Happiness“ http://roomforhappiness.de/ Oder wie Reich seinem Sohn schrieb: „Glücklichsein ist das Wichtigste im Leben!“

    „Es braucht Mut um glücklich zu sein!“ (Wayne Shorter, wie im folgenden Video zitiert):

  12. Robert (Berlin) Says:

    „Die Figur strahlt eine gesunde, selbstbewußte weibliche Erotik aus, die uns noch heute anspricht. Besonders bezeichnend sind die spitz aufgerichteten Brüste und die hervortretende Vulva.“

    Du hast ihr schelmisches Lächeln und ihren provozierenden Blick vergessen.
    Mal ehrlich, an dem Stück, was wie ein Ast aussieht, kann man gar nichts erkennen.

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