Arbeitsdemokratie, Reichtum und orgastische Impotenz

Wirkliche Unternehmer, d.h. an der Arbeitsdemokratie ausgerichtete Unternehmer, machen Gewinne, um sie in das weitere Wachstum ihres Betriebes zu investieren, um ihre Vision voranzubringen. Diese aufzustellen und anzustreben und andere damit anzustecken ist ihre arbeitsdemokratische Funktion. Ihr Wohlstand dient nur der Erhaltung ihrer Arbeitskraft, als Ansporn mehr zu leisten und nicht zuletzt zur Repräsentation gegenüber Kreditgebern und Investoren. Letztendlich ist ihr Reichtum Ausdruck ihrer Lebensbejahung.

Ganz anders der „antiarbeitsdemokratische“ Unternehmer. Bei ihm dienen der Reichtum und das Streben nach immer mehr Reichtum nur der Kompensation einer tiefsitzenden Unzufriedenheit, „Unbefriedigbarkeit“, letztendlich schwerer orgastischer Impotenz. Die innere Leere soll durch materielle Güter aufgefüllt werden. Da dies unmöglich ist, wirkt der typische Reiche so auffällig unzufrieden, mißmutig, melancholisch und frustriert. Er hat alles und steht trotzdem vor dem nichts. Man hat alles erreicht und wird doch nicht froh. Ein Leben, das nur noch im Suff, unter Drogen und Psychopharmaka ertragen werden kann. Die bloße körperliche Nähe dieser „Nihilisten“ kann unerträglich sein!

Eine mechanistische, kollektivistisch-sozialistische Erklärung dieser „Tristesse der reichen Parasiten“ wäre, daß sie abgetrennt sind vom gesellschaftlichen Arbeitsprozeß, isoliert sind von ihren arbeitenden Brüdern und Schwestern, die sie ausbeuten und vor denen sie ständig unbewußt Angst haben; Angst, daß sie ihres Diebesgutes („Eigentum ist Diebstahl“) wieder verlustig gehen. Oder wie man so schön sagt: „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freud ist doppelte Freud!“ Der bioenergetische Kern dieser Volksweisheit ist, daß menschlicher Kontakt die Bioenergie erregt und damit die Kontraktion („Leid“) aufhebt bzw. die Expansion („Freud“) weiter verstärkt. Der in der Arbeitsdemokratie eingebundene Unternehmer hat daher nicht die emotionalen Probleme des reichen Kapitalistengesindels.

Eine mystische Erklärung wäre, daß materielle Güter unsere Seele nicht wirklich berühren können, uns sogar nur noch weiter von Gott, „der Geist ist“, trennen – „denn eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als daß ein Reicher ins Himmelreich komme“. Diese auf verzerrtem Kernkontakt beruhende Auffassung kommt der Erklärung mit der orgastischen Impotenz noch am nächsten, obwohl sie auf der Negierung alles „Weltlichen“, letztendlich Sexuellen beruht.

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Eine Antwort to “Arbeitsdemokratie, Reichtum und orgastische Impotenz”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Zur Sicht auf Reiche

    https://www.theeuropean.de/rainer-zitelmann/14181-reiche-unter-generalverdacht

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