Zerstörung durch Reichianische Therapie

Es kann kein größeres Unheil als das Auflösen von Blockaden geben. Die „Befreiung“ durch die sexuelle Revolution hat uns das anti-autoritäre Zeitalter beschert, das diesen Planeten zerstören wird. Es muß zunächst eine sexualpositive, lebensbejahende Stimmung in der Gesellschaft hergestellt werden, bevor man eine „sexuelle Revolution“ in Angriff nehmen kann, ansonsten landen wir in einem Alptraum aus Pornographie, Verunsicherung, Selbsterniedrigung und Gewalt. Cloudbusting ohne vorangegangene Beseitigung des atmosphärischen DOR kann nur in Wetterchaos münden und Menschenleben gefährden. Die Beseitigung der Körperpanzerung und das „Freilegen des Orgasmusreflexes“ kann nur im psychosomatischen Chaos enden.

Das Grundübel sämtlicher Reichianischer Therapieformen, inklusive dessen, was manche Leute als „Orgontherapie“ betrachten, ist die fast ausschließliche Fixierung auf den Reich, der die letzten Kapitel der Charakteranalyse und das Buch Die kosmische Überlagerung geschrieben hat. Hier beschäftigt er sich mit dem „energetischen Orgonom“, d.h. der longitudinalen Bewegung der Orgonenergie zwischen Steißbein, Kopf und Genital. Es gilt die Blockierungen dieser Bewegung aufzulösen. Was sträflich vernachlässigt wird, ist Reichs vorangegangener „radialer“ Ansatz, bei dem, wie in der Charakteranalyse, der Mensch als eine Art „Zwiebel“ betrachtet wurde, deren Schalen abgetragen werden, damit sich die Kontraktion, die „Sympathikotonie“ der „inneren Amöbe“ löst. Es muß erst diese energetische Verkrampfung gelockert, Expansion und Kontakt hergestellt werden, bevor es Sinn macht „Blockaden zu lösen“.

Letztendlich beruht die vollständige Fixierung der „Körperpsychotherapien“ auf das energetische Orgonom auf der soziopolitische Charakterologie. Der liberale (linke) Charakter lebt fast ausschließlich im energetischen Orgonom, im zentralen Nervensystem. Das im Solar plexus zentrierte orgonotische System, „der Bauch“, ist ihm fremd. Autonomie ist ihm fremd. Er, der „multikulturelle Globalist“, wird davongetragen von der Kreiselwellen-Bewegung der kosmischen Orgonenergie. Die bodenständige, zentrierte, in sich ruhende orgonotische Pulsation ist ihm wesensfremd (abgesehen von haltlosen Lippenbekenntnissen). Von seiner Charakterstruktur her kann er die Orgontherapie, so wie sie vom American College of Orgonomy vertreten wird, gar nicht begreifen. Sie ist ihm eine fremde Welt.

Ich habe mich also mal wieder mit „Reichianischen“ Körperpsychotherapien beschäftigt… Hier ist meine Reaktion dokumentiert:

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6 Antworten to “Zerstörung durch Reichianische Therapie”

  1. Peter Nasselstein Says:

    Ein Angriff auf Reich wie in den 40er Jahren.

    „Quackery – A Brief History of the Worst Ways to Cure Everything“ von Lydia Kang, MD und de, Journalisten Nat Pedersen (N.Y., Workman Publishing, 2017).

    S. 251-254: „THE ORGONE BOX“

    Alles wie bei Mildred Brady.

  2. claus Says:

    „die letzten Kapitel der Charakteranalyse und das Buch Die kosmische Überlagerung geschrieben hat. Hier beschäftigt er sich mit dem ‚energetischen Orgonom‘, d.h. der longitudinalen Bewegung der Orgonenergie zwischen Steißbein, Kopf und Genital. Es gilt die Blockierungen dieser Bewegung aufzulösen. Was sträflich vernachlässigt wird, ist Reichs vorangegangener ‚radialer‘ Ansatz, bei dem, wie in der Charakteranalyse, der Mensch als eine Art ‚Zwiebel‘ betrachtet wurde, deren Schalen abgetragen werden, damit sich die Kontraktion, die ‚Sympathikotonie‘ der ‚inneren Amöbe‘ löst.“

    Mir ist überhaupt nicht klar, wie sich beide Ansätze zueinander verhalten. Man könnte meinen, sie folgten historisch aufeinander: erst die Zwiebel – die Charakterschichten, die einer persönlichen Geschichte folgen -, dann das ‚Orgonom‘, das sehr an chinesische Kreisläufe erinnert (und wohl auch deshalb in der Szene beliebt ist). Inwiefern haben beide eine aktuelle Realität?

    • Peter Nasselstein Says:

      Die „Zwiebel“ hat Reich in den 1930er Jahren zu Zeiten der „charakteranalytischen Vegetotherapie“ untersucht. In den 1940er Jahren dann den Kreislauf, den die Kreiselwelle in den Körper zeichnet. Rarallel wurde dazu aus der Vegeto- die Orgontherapie. Bei der ersteren drehte sich alles um die Atemblockade, bei der letzteren um die Auflösung der sieben Panzersegmente. (Bei genauerem Hinsehen gibt es jede Menge Überschneidungen. Beispielsweise wurde ja der Orgasmusreflex bereits früh entdeckt, etc. – aber im Großen und Ganzen macht diese Aufstellung Sinn: Orgontherapie gibt es seit der Veröffentlichung des Kapitels über „Die Ausdrucksprache des Lebendigen“.

      Das bedeutet aber nicht, daß das Neuere wichtiger ist als das Ältere – die Therapie wurde nur vollständiger.

      Die beiden Systeme treten einen unmittelbar entgegen, wenn man sich mit der Evolutionsbiologie beschäftigt: Das Orgonom springt einen geradezu penetrant ins Augen, dank der modernen Bildgebbung auch die entsprechende Bewegung. Das orgonotische System zeigt sich vor allem im vegetativen Nervensystem und seinen beiden Zweigen (Vagus bzw. Parasympathikus und Sympathikus), wobei es sich in der Evolutionsreihe des Menschen immer klarer herausschält.

      Ja, ich wiederhole mich, aber knackiger und zwingender kann ich das nicht präsentieren.

      Problem ist, daß uns das Orgonom, die Kreiselwelle, die Überlagerung unmittelbar in Gestalt der Galaxien gegenwärtig ist. Wir sehen das Resultat der Bewegung – und damit die Bewegung. Bei der Pulsation ist das anders; eine expandierte Kugel sieht (solange man die Bewegung nicht verfolgen kann) genauso aus, wie eine zusammengezogene. In diesem Sinne kann man Pulsation nicht sehen. Pulsation ist etwas inhärent Subjektives. – Was will uns Peter damit sagen? Ähh, er weiß es im Moment selbst nicht so recht…

  3. claus Says:

    „ist etwas inhärent Subjektives. – Was will uns Peter damit sagen? Ähh, er weiß es im Moment selbst nicht so recht…“
    Ja, die treffende Formulierung, deren Wahrheitsbedingungen möglichst eindeutig sind, wäre schön. Man kann z.B. genau das erleben, was Reich in „Krebs“ VIII.1. als Kontakt der Energiefelder beschreibt, und es ist immer beeindruckend. Aber Wahrheit und Theorie bedingen einander.

  4. Peter Nasselstein Says:

    Übrigens, wer sich über die Rambo-Szene aufregt – ihr geht eine Szene voraus:

    Niemand soll sich einbilden, daß der bevorstehende Bürgerkrieg in Deutschland anders aussehen wird!

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