Sexpol 2018: Buddhas Idioten

Indische Heilige suchen die „unmittelbare spontane Erfahrung“, in der sie sich selbst verlieren. Alles, wirklich alles, ist auf diese Erfahrung ausgerichtet. Wer sich auch nur etwas in der Welt von Hinduismus, Buddhismus und Sufismus auskennt: es geht ausschließlich um Liebe und Sex bzw. um Ekstase und orgastische Befriedigung. Das ganze ist möglich, weil es in eine extrem sexualfeindliche Ideologie eingebettet ist. Da es ausschließlich arrangierte Ehen, meist innerhalb der Verwandtschaft, gibt, führt Flirten mit einiger Sicherheit in den Tod. Wer sich ausgerechnet als „Reichianer“ auf diese Welt einläßt, disqualifiziert sich selbst, erklärt sich selbst für unzurechnungsfähig.

Übrigens waren die Inder nicht solche kompletten Idioten, wie ihre europäischen Adepten, denn ähnlich den Schamanen bei den Naturvölkern, wurden praktisch ausschließlich psychisch Gestörte, „Intersexuelle“ und auf andere Weise Behinderte zu „heiligen Männern“. Man schaue sich doch Photos der bedauernswerten Gestalten an, die im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts den heutigen Hinduismus begründet haben. Der indische Mystizismus entsprach dem, was in Europa heute die Psychiatrie und die Fürsorge für Sorgenkinder ist. Auf diese Weise wurden die Unproduktiven produktiv gemacht, d.h. als Agenten der gesellschaftserhaltenden sexualfeindlichen Ideologie genutzt.

Ansonsten fällt mir nur der göttliche Frank Zappa ein:

TOD DER REAKTION!

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5 Antworten to “Sexpol 2018: Buddhas Idioten”

  1. stephan Says:

    Das Märchen vom friedfertigen Buddhismus
    Die Lehre Buddhas ist im Westen auch deswegen so populär, weil sie als sanft gilt. Ein Irrtum.
    http://www.spiegel.de/plus/das-maerchen-vom-friedlichen-buddhismus-a-00000000-0002-0001-0000-000160905612

  2. stephan Says:

    Aufzeichnung eines Vortrags vom 30.01.2008 in Halle.

    „Am 30. Januar 1948 starb Gandhi bei einem Attentat in Delhi. Von seinen Anhängern als Mahatma (dt. „große Seele“) gefeiert, gilt der greise Friedensstifter auch 60 Jahre nach seinem Tod als fraglose moralische Autorität und wird als einer der Urväter des Pazifismus gehandelt. Mit den Schüssen des Attentäters segnete Gandhi zwar für immer das Zeitliche, seine Ideologie hingegen erlebt in jüngster Zeit nicht nur unter dem Label der No-Globals eine bemerkenswerte Renaissance.

    In der Bundesrepublik ist es vor allem das zweifelhafte Verdienst der Neuen Linken, Gandhis Weltanschauung ins neue Jahrhundert gerettet zu haben. Die Tradition des von Gandhi vertretenen zivilen Ungehorsams, bei der man sich direkt auf den „Prediger der Gewaltlosigkeit“ (Oskar Lafontaine) bezieht, reicht dabei in Deutschland von den 68er Sit-ins bis zu den 2007er Blockaden des G8-Gipfels. Doch Gandhi ist keinesfalls ausschließlich das Vorbild linker Gipfelstürmer und ihrer sozialdemokratischen Sympathisanten. Wenn die Bildzeitung eine groß angelegte Plakatkampagne mit einem Gandhi-Foto und dem Slogan „Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht!“ einleitet, lässt sich daran vor allem auch eines ablesen: In dem Maße, in dem sich die deutsche Bevölkerung in ihrer Gesamtheit zunehmend friedensbewegt und antiimperialistisch geriert, gewinnt auch Gandhis Ideologie an steigender Attraktivität.

    Es ist nicht verwunderlich, dass sich auch in der Neuen Rechten immer häufiger positive Bezugnamen auf Gandhi finden lassen, und Horst Mahler beispielsweise von seinen Kameraden fordert: „Von Mahatma Gandhi lernen!“ Was die Gandhi-Freunde von rechts bis links eint, ist der Traum vom „einfachen Leben“, den auch ihr Vorbild träumte. Gandhi bietet dabei alles, was das zivilisationsfeindliche Herz höher schlagen lässt. Seine Ideologie bedient die Sehnsucht nach der regressiven Wärme des Kollektivs ebenso, wie den Wunsch, sich für eben dieses Kollektiv mit dem Leben zu opfern. Sie offenbart ein organisches Gesellschaftsverständnis und bietet mehr als genügend Anknüpfungspunkte für rechte Völkerfreunde und linke Kulturrelativisten. Dass Gandhi zu keinem Zeitpunkt etwas Emanzipatorisches anhaftete – dass sein ganzes Leben und Wirken also ein konsequenter Abgesang auf Freiheit, Glück und Lust war –, und dass es weder Zufall, noch Strategie zur Vereinnahmung linker Ideen ist, wenn sich auch Nazis positiv auf ihn beziehen, soll der Vortrag erläutern.

    Peter Siemionek ist im Diskussionskreis „Materialien zur Aufklärung und Kritik“ assoziiert und hat einen Artikel über Gandhi in der Zeitschrift Bahamas veröffentlicht.“

    Quelle der Mp3 und des Vortrags: http://nokrauts.org/audio.php

  3. Peter Nasselstein Says:

    Es ist so traurig: der Mensch in der Falle: einerseits ist nicht alles falsch, was er sagt, andererseits aber derartig abartig in Irre führend:

    „Wilhelm Reich“ – als wenn man aus einer fernen Galaxie kommt auf einen sehr seltsamen Planeten.

    • claus Says:

      Merkwürdig ist, dass er nur zwei Sachen einander gegenüberstellt: Porno mit Masturbation einerseits und ‚Hochziehen‘ für ‚Höheres‘ andererseits. Das erinnert tatsächlich an Mechanismus vs. Mystizismus.

      • Peter Nasselstein Says:

        Joooooooo….. Hmm…… Wie nicht zuletzt Paul Mathews ausgeführt hat, „ist Pornographie linksliberale Sexualität“: weg vom autonomen Nervensystem hin zum Zentralen Nervensystem. Tatsächlich gibt es eine funktionelle Identität der beiden Arten des „Hochziehens“. – Andererseits stimmt das natürlich mit dem Gegensatz zwischen Mechanismus und Mystizismus.

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