Die soziopolitische Diathese (Teil 6)

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

Wie bereits angeschnitten, ist nicht jeder, der sich als Konservativer ausgibt, einer im funktionellen Sinne. Ein so genannter konservativer Politiker, der einen verstärkten Handel fordert, der die Welt der Roten Faschisten stützt, hat eklatanten Mangel an sogar einem verzerrten Kontakt. Der Konservative kann aufgrund eines geringeren Grades der Kopfblockierung viel realistischer argumentieren. Er kann diese sekundären Triebe in den Roten Faschisten spüren, weil er sie in sich selbst spüren kann. Dasselbe gilt für das gegenwärtig populäre Prinzip der Entspannung. Ein echter Konservativer würde sich bei diesen Dingen sehr unwohl fühlen, selbst wenn wir ihn durch Druck und eine euphorische Atmosphäre im Repräsentantenhaus dazu verleiten würden, für sie zu stimmen.

Das Gegenteil ist natürlich auch der Fall. Vor kurzem waren einige Filmkritiker „schockiert“, dass eine große Anzahl von angeblich liberalen New Yorkern die Kinos mit einem Film namens „Death Wish“i füllten. Der Film handelt von einem ehemals liberalen New Yorker, dessen Frau von einem Räuber umgebracht und dessen Tochter vergewaltigt und in den Wahnsinn getrieben wird. Der Mann wird zu einem Ein-Mann-Selbstjustiz- und Exekutionskommando für Straßenräuber, ohne Gnade, und reduziert auf diese Weise die Kriminalitätsrate erheblich. Die Kritiker waren vor allem durch die emotional vehemente Begeisterung des Publikums für die Gerechtigkeit, die der Bürgerwehrmann ausübte, verstört:

Die Kinobesucher, die für „Death Wish“ 4 Dollar bezahlen, sitzen nicht nur ruhig auf ihren Plätzen und futtern Popcorn. Sie applaudieren und jubeln wild, wenn Charles Bronson, der einen holzgesichtigen, einst liberal gesinnten Architekten spielt . . . einen Straßenräuber mit seiner treuen .32-Pistole erledigt . . . ein schwarzer Mann, der allein vor mir sitzt, führt den Jubel in meiner Abteilung an. „Krieg die Wichser“, sagte er oft ohne Rücksicht auf die Rasse der Straßenräuber . . . Die Kritiker, die den Film nicht mögen, haben sich beschwert, dass er die Angst unverantwortlich ausnutzt; dass er ein übertriebenes Bild der Kriminalität in New York vermittelt; dass er Selbstjustiz verherrlicht; dass er Gewalt als Lösung für Gewalt befürwortet und dass er von Auswärtigen mit einer verzerrten Vision von New York gemacht wurde (11).

Obgleich der Selbstjustizler die Straßenräuber unabhängig von ihrer Rasse tötet, sind die Mehrheit der Straßenräuber im Film Schwarze und Puerto-Ricaner; dennoch haben viele Schwarze offenbar die Bürgerwehr-Aktion gebilligt. Es fragt sich wieder einmal nach dem Grad des Liberalismus in der allgemeinen Bevölkerung – sogar in New York City – und wie viel davon aufgrund der Durchdringung der New Yorker durch politisch liberale Kopfmaschinen, die die Medien kontrollieren, bedingt ist.

Die Begründung der Kritiker, die den Film kritisieren, ist charakteristisch für den Liberalismus (nicht, dass es keine Gefahren durch Selbstjustiz in einer gepanzerten Gesellschaft gibt); sie sind unqualifizierte liberale Polemiken, mit nicht einmal einem Lippenbekenntnis der Gegenwahrheit, dass der Straßenräuber eine sehr reale Bedrohung für das Leben in unserer heutigen urbanen Gesellschaft darstellt. Könnte es sein, dass diese Kritiker verstört waren, weil diese vom Liberalismus durchtränkten New Yorker nicht ihren Erwartungen entsprachen? Dass die so genannten Massen mehr mit der Gesetzlosigkeit, dem Verbrechen und anderen Folgen der liberalen Ideologie in Berührung kommen als ihre Mentoren? Warum werden dieselben Liberalen zu Bürgerwehren, „Lynchrichtern“ von Standgerichten und zu unbarmherzigen Staatsanwälten, wenn es um Nixon und Watergate geht, sind aber blind gegenüber den Mätzchen der Kunstlersj, Ellsbergsk und der Gesetzlosigkeit in New York?9 (Und das ist keine Verteidigung von Nixon!)

 

Fußnoten

9 Beachten Sie auch, dass diese Liberalen eine bedingungslose Amnestie für Deserteure fordern, während sie Präsident Fords Amnestie für Nixon verurteilen.

 

Anmerkungen des Übersetzers

i Deutscher Titel „Ein Mann sieht rot“.

j William Moses Kunstler (1919-1995) war in den 1960er und 1970er Jahren der bekannteste Bürgerrechtsanwalt in den USA. Benutzte Methoden des Guerilla-Theaters (Akt spontaner, überraschender Aufführungen in ungewöhnlichen öffentlichen Räumen für ein ahnungsloses Publikum) in seiner Verteidigung.

k Daniel Ellsberg (geb. 1931), ehemaliger US-Militäranalytiker, löste 1971 eine nationale politische Kontroverse aus, als er die Pentagon-Papiere veröffentlichte, eine streng geheime Pentagon-Studie zum Vietnamkrieg.

 

Literatur

11. Klemesrud, J.: „What Do They See in ‚Death Wish‘?“, New York Times, Section 2, 1. September 1974

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 8 (1974), Nr. 2, S. 204-215.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

3 Antworten to “Die soziopolitische Diathese (Teil 6)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Ein so genannter konservativer Politiker, der einen verstärkten Handel fordert, der die Welt der Roten Faschisten stützt, hat eklatanten Mangel an sogar einem verzerrten Kontakt.

    Dazu hat Prof. Antony Sutton folgendes zu berichten:
    Ab 02:10:

  2. Robert (Berlin) Says:

    Zur Literaturangabe:
    Dass Mathews eine bekannte linke Journalistin zitierte, ist sicherlich gewollt.
    Judy Lee Klemesrud (1939-1985) arbeitete seit 1966 für die New York Times. Ihre Themen waren die aufkommende Frauenbewegung und die sozialen Veränderungen. Als Protest gegen den Vietnam-Krieg verweigerte sie (und viele andere, wie z.B. Paul Goodman) einen Steuerzuschlag.

  3. Robert (Berlin) Says:

    „Die Kinobesucher, die für „Death Wish“ 4 Dollar bezahlen,…“

    ‚Ein Mann sieht rot‘ mit Charles Bronson setzte eine ganze Film-Reihe in Gang, wo er immer den Vigilanten (englisch, Jemand, der Selbstjustiz ausübt) spielt.
    Im Deutschen ist der Vigilant jedoch ein Polizeispitzel, deswegen musste ich das sperrige Wort Selbstjustizler benutzen.
    Ist es Zufall oder ist der Zeitgeist wieder ähnlich, dass Death Wish 2018 als Remake mit Bruce Willis erschien?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.


%d Bloggern gefällt das: