Warum all die langweiligen Fallgeschichten im JOURNAL OF ORGONOMY? (Teil 2)

Der erste Teil schloß mit Dr. Konias Verdammung der Laientherapie. Was wirkliche Orgontherapie ist, hat Konia wie folgt auf klassische Weise dargestellt:

Orgastische Potenz ist die Fähigkeit, sich der unwillkürlichen Erschütterung des Organismus vollständig zu ergeben und die sexuelle Erregung auf dem Höhepunkt der Genitalumarmung vollständig zu entladen. Personen mit dieser Fähigkeit sind genitale Charaktere.

Bei der klinischen Beobachtung von Individuen und Gruppen fand Reich heraus, daß die große Mehrheit der Menschen an einer Störung der orgastischen Potenz leidet. Die Bedeutung dieses allgegenwärtigen Zustands ist tiefgreifend: er hindert den Organismus daran, seine Energiewirtschaft zu regulieren. Gleichzeitig manifestiert sich die überschüssige Energie, die nicht ausreichend entladen wird, über das gesamte Spektrum der menschlichen Gefühls- und Verhaltenspathologie hinweg. Die Charakterdiagnose des Individuums ist lediglich eine Beschreibung der Art und Weise, in der spontane orgastische Empfindungen und Bewegungen blockiert werden. Der Patient ist in seinem Panzer buchstäblich eingeschlossen. Eine korrekte Charakterdiagnose ist der notwendige Schlüssel, um seine neurotische Struktur zu entsperren. Die klinische Beobachtung zeigt immer wieder, daß die erfolgreiche Auflösung der neurotischen Charakterstruktur (Panzer) des Patienten auf der Grundlage einer korrekten Charakterdiagnose letztendlich von spontanen Bewegungen des Gesamtorganismus und überwältigenden Lustempfindungen im Genital begleitet wird – beides Voraussetzungen für orgastische Potenz. Ohne die strikte Einhaltung des Standards der orgastischen Potenz mit dem Ziel der Genitalität als Gesundheitskriterium ist eine medizinische Orgontherapie nicht möglich. Die Ausrichtung der Therapie wird streng von diesem Ziel bestimmt. Ohne sie ist die Therapie richtungslos und das Ergebnis eine Sache des Zufalls. (The Journal of Orgonomy 50(2), S. 215f)

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22 Antworten to “Warum all die langweiligen Fallgeschichten im JOURNAL OF ORGONOMY? (Teil 2)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    „Ohne sie ist die Therapie richtungslos und das Ergebnis eine Sache des Zufalls.“

    Das müsste ja dann auf jede Therapie zutreffen (die nicht das o.g. Ziel hat.) 

  2. Frank Says:

    Danke für dieses Zitat! Danach hatte ich schon lange „gesucht“. Leider (?) habe ich es bislang noch nie geschafft, weitere Literatur zur Orgonomie zu lesen, außer aus der Feder des verehrten Peter 🙂

    • O. Says:

      Zur Frage wie Blockaden enstehen: Schau dir ein Kind an und was es ab der Geburt (das davor lassen wir mal einfach aus, sonst würdet ihr schon die Ärzte und das Klinikpersoanl hassen) ertragen muss. Im Kindergarten und in der Schule. Das überlebt keine Kind ohne sich total Abzupanzern. Das Kind hat seit der Geburt nur mit emotioneller Pest zu kämpfen und ist darauf nicht vorbereitet. Und ich gehe von der Annahme aus, dass die Eltern schon ziemlich gesund – in Reichs sind wären.
      Besser ist, die Eltern sind schon so gepanzert und bringen dem Kind sofort eine Abpanzerung bei, damit es dass nicht von den anderen Berufsprimaten erleben und erlernen muss. panzerung entsteht in der Peergruppe des Kindergartens in der Schule durch die Lehrerterroristen, die es immer nur gut meinen und schlecht machen!

      Also wie war die Frage: Warum es Panzerung gibt? Weil keiner sich für die Kinder genug einsetzt und der seelische Missbrauch der Kinder des lieben Friedens Willen gelobt und hofiert wird: „Es ist alles nicht so schlimm“. Doch ist es. Und das sexuelle Elend der Erwachsenen ist eine Katastrophe, was Reich ja jedem einfach ins Gesicht gesagt hat.

  3. Frank Says:

    Eine Frage ist:
    Sind die Blockaden nicht doch schon genetisch „auch vorgeformt“, allerdings in (sehr) weitem Bereich „beeinflußbar“/formbar?

    • Peter Nasselstein Says:

      Soweit ich weiß, gehen heute die Orgonomen von einer weitgehend Angeborenheit der Charakterstruktur aus, sowohl der individuellen als auch der soziopolitischen. Zumindest gibt es dazu eine Tendenz, der man, wenn man sie erkennt, entgegenwirken kann.

      • Frank Says:

        Danke.
        Charakterstruktur=Blockaden – also die Blockaden sind schon angeboren und nicht erst erworben durch z.B. „schlechte Kindheit“?
        Wahrscheinlich gibt es beides …

        • Peter Nasselstein Says:

          Bei „guter Kindheit“ sollte es keine Charakterblockaden geben. Angeboren sind aber bestimmte Züge, Tendenzen, die sich unter ungünstigen bedingungen zu einem Charakter kristallieren. Man denke nur an die unterschiedlichen Persönlichkeiten innerhalb eines Hundewurfes, die praktisch sofort nach der Geburt sichtbar werden. Das versuchen den Menschen mit der Vostellungen der Wiedergeburt zu erfassen: „Der muß in seinem früheren Leben…“

          • Frank Says:

            Vielen Dank!
            Und noch eine Nachfrage, muß nicht beantwortet werden.
            Es könnten zwei Menschen eine ähnliche Eigenschaft aufweisen, dem einen ist sie angeboren, der andere hat diese erworben als Blockade?

          • Peter Nasselstein Says:

            Keine Ahnung. Ich kann nur sagen, daß mit „angeboren“ natürlich nicht die Panzerung gemeint ist, sondern eine gewisse Reaktionsweise des Orgons. Sie man ja auch bei jedem Wurf im Tierreich: der eine Welpe ist ein Draufgänger unmittelbar nachdem er den Geburtsgang verläßt, der andere ist ein Angsthase.

            • Frank Says:

              Vielen lieben Dank, das beantwortet meine Frage!
              So ungefähr hatte ich es auch gemeint, nur war es noch sehr „diffus“.

  4. Frank Says:

    Ich habe das gestern gelesen, finde es aber leider nicht mehr und weiß auch nicht mehr, wer es geschrieben hat:
    Der in einer Orgontherapie erzielte Fortschritt könne nur aufrecht erhalten werden durch ein solcherart praktiziertes erfülltes Sexualleben.
    Das erscheint mir etwas übertrieben zu sein.
    Es gibt doch ausreichend Beispiele von Menschen, die wenig blockiert sind und kein Sexualleben führen – oder gibt es diese nicht …?
    Gibt es nicht natürlicherweise Menschen mit mehr oder weniger Sexdrive – ohne dass die weniger interessierten „kränker“ sind?
    Was meint Ihr?

    • Peter Nasselstein Says:

      Neurotische Symptome sind sozusagen (!) „extragenitale Orgasmen“. Das neurotische Gleichgewicht bricht zusammen und die Energie wird entladen. Bei Menschen ohne Symptome kann also dreierlei vorliegen:

      1. sie sind derartig verpanzert, daß nichts nach draußen dringt – sie gelten als „gesund“

      2. sie haben von vornherein so wenig Energie (z.B. leiden unter einer Krebsschrumpfungsbiopathie), daß eine Abwehr gar nicht notwenig ist

      3. sie sind orgastisch potent, d.h. sie sind wirklich gesund

      Nach erfolgreicher Therapie bleiben nur noch die beiden letzten Optionen – bei „2“ ist es dann schlichtweg das Alter, die zum Nachlassen der Libido führt.

      Klingt das einigermaßen vernünftig?

      • claus Says:

        „bei ‚2‘ ist es dann schlichtweg das Alter, die zum Nachlassen der Libido führt“
        Oder es können vielleicht andere Gründe für wenig Energie vorliegen, wie etwa Resignation während langer Zeit?

        • Peter Nasselstein Says:

          Ja… Mmmmmmm… Äh, es geht ja nicht nur um „Abfuhr“, sondern auch darum, dem Organismus zu signalisieren, daß die Abfuhr gesichert ist, so daß er energiemäßig voll aufdrehen kann.

          • claus Says:

            Tja, immer wieder sieht man Alte, die etwas aus dem Leben gemacht haben und das ordentlich zu Ende führen, und Junge, die wie der Tod auf Latschen sind und in virtuellen Welten ‚leben‘.

    • O. Says:

      Zur Frage des Sexuallebens: Dies ist die Gretchenfrage bei Faust.
      Warum die Fixierung auf das Quantitative? Wie oft oder wenig ist noch gesund? Darum geht es nicht. (Also bei vielen Reichianern schon, die nix verstehen.)
      Es geht um das Qualitative allein. Die Orgasmusfähigkeit ist nicht eine Frage der höchsten Aufladefähigkeit und schwupp kommt es zur besten Entladung. Als erstes geht es um deine eigene (durch Therapie gesteigerte Entladungsfähigkeit, die nicht von Blockaden (ich bleibe mal in dieser Sprache der Panzerung) behindert wird. Hat er/ sie diese gefunden, dann braucht er/ sie einen orgastisch potenten Partner/-in. Dann beginnt der interessante Teil: Wo findet man denjenigen. Wer suche, der findet, wenn er weiß, nach was er sucht.
      Einen Tipp, wie man den gartantiert nicht findet. Man heiratet schnell (den erst besten, sind wir ehrlich) und erwartet, dass man aus (neurotischer) Liebe heraus genau den Richtigen gewählt habe. Vielleicht fällt dem einen oder anderen die Dummheit auf, die ich meine.

      Welchen Irrtum macht Reich zu Beginn der Sexualökonomie?
      Er stellt fest, dass Neurotiker meist keinen bzw. zu wenig Sex haben worauf es nicht (- allein -) ankommt, sondern dass sie keinen befriedigenden Sex haben. Sie haben eine Sexstörung! Man müsse also die Sexstörung beseitigen, dann seien die Neurosen (Symptome) verschwunden. Das ist das Ziel der Vegetotherapie usw.
      Wie hilflos ein Sexualentstörter im grausamen Leben wirklich ist, bleibt in gewisser weise eine Nebensache. Er wird sich aufs neue panzern müssen, weil er kein Partnerlein findet, die sexuell entstört ist.

      Und jetzt bitte nicht sagen, der/ die muss auch OT machen.

  5. Frank Says:

    Ja, danke, das ist gut zu verstehen – und klingt logisch 🙂
    D.h. also, ein „gesunder“ Mensch sucht/findet „automatisch“ sein Sexualleben, zumal ihn dann auch keine „Blockaden“ mehr daran hindern zu suchen bzw. zu finden?

  6. Frank Says:

    Dr. Foglia, Lugano nimmt keine neuen Patienten.
    Dr. Nicola meldet sich nicht – auch Dr. Foglia hat keine Information über ihn/Kontakt mit ihm.
    Bliebe in Europa nur noch der Versuch, Theodota Chasapi, M.D., Thessaloniki zu kontaktieren.
    So ein tolles System (Orgontherapie), eine solche reiche Welt, aber eine Wüste in dieser Hinsicht …

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