Marx’ ursprüngliche Botschaft (Teil 3)

Die Arbeitswerttheorie (die „lebendige Arbeitskraft“, die Reich betonte) ging nicht auf Marx zurück, sondern auf Adam Smith. Man kann sie sogar weiter auf Aristoteles zurückführen. Das einzige Originelle, das Marx beigetragen hat (und das ist eigentlich das einzige Originelle am Marxismus, der Rest ist Plagiat, politische Ideologie und mißverstandene Hegelsche Dialektik), war die Reduktion der Arbeitswerttheorie auf eine unsinnige Absurdität, d.h. es gibt nach Marx keine andere Wertquelle als die Arbeitskraft. Es ist ziemlich witzig, daß der deutsche Reichist-Marxist Bernd Senf zugeben muß, daß zumindest der Wert von Gold nicht nur von der Arbeitskraft abhängt. Aber dann ist der gesamte Marxismus null und nichtig!

Solche Neomarxisten wirken dieser unvermeidlichen Schlußfolgerung entgegen, indem sie veraltete rationalistische Theorien des 19. Jahrhunderts über die Anfänge der Wirtschaft in der Menschheitsgeschichte vorbringen. Demnach wurde die ursprüngliche Wirtschaft vom praktischen Wert („Gebrauchswert“) bestimmt, erst später kam der irrationale Tauschwert und brachte alles durcheinander, so daß wir zu einer Wirtschaft zurückkehren sollten, die vom praktischen Wert bestimmt wird. Nun, diese Theorie ist schierer Unsinn! Man lese zum Beispiel Bronislaw Malinowski: So wie die Trobriander keinen Sex hatten, um sich fortzupflanzen, sondern nur zum Vergnügen, aßen sie nicht, um zu überleben, sondern nur zum Vergnügen. Tatsächlich kannten sie den Mechanismus des Verhungerns nicht, sondern schrieben alles der schwarzen Magie zu. Zu sagen, daß ihre Wirtschaft auf praktischem Wert beruht, ist Quatsch. Das Gegenteil ist der Fall! (Es ist ein Rätsel, wie Reich Malinowski lesen, sogar ein enger Freund von ihm sein und in den 1930er Jahren immer noch Marxist bleiben konnte!)

Und ist die gesamte Marxistische Werttheorie nicht ein mechano-mystischer Begriff? Die Leute sagen „Arbeit fließt in Produkte und bestimmt deren Wert“. Wie Malinowski betont, handelt es sich um ein äußerst mechanistisches Konzept, da „Bewertung“ ein subjektiver Prozeß ist („Selbstregulierung“). Und es ist auch ein äußerst mystisches Konzept, da es sich in nichts von der Behauptung der Katholiken unterscheidet, daß Wein und Brot nach der Segnung völlig andere Substanzen sind als zuvor. Übrigens: Werttheorie und Transsubstantiationstheorie haben die gleiche Quelle: Aristoteles! Marxismus ist eine Religion, keine Wissenschaft! Gott wird einfach durch die „Menschheit“ und Christus der Erlöser durch das „Proletariat“ ersetzt.

Dies beweist auch die Erforschung der Anfänge des Marxismus: Er wurde als ethisches, zutiefst anti-sexuelles philosophisch-theologisches Glaubenssystem geschaffen, um der anti-ethischen extrem atheistischen, individualistischen, „nihilistischen“, „solipsistischen“, „individual-anarchistischen“ Zerstörung des Hegelianismus (der selbst Theologie in der Verkleidung der Philosophie war) entgegenzuwirken, kurz: es sollte Max Stirners Einfluß negiert werden.

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5 Antworten to “Marx’ ursprüngliche Botschaft (Teil 3)”

  1. Frank Says:

    „um der anti-ethischen extrem atheistischen, individualistischen, „nihilistischen“, „solipsistischen“, „individual-anarchistischen“ Zerstörung des Hegelianismus ( d i e selbst Theologie in der Verkleidung der Philosophie war) entgegenzuwirken“.
    Frage (ich habe leider nur wenig Ahnung von Philosophie und Philosophiegeschichte): Heißt es wirklich d i e (=Zerstörung (wohl durch Max Stirner)) oder soll es d e r (=Hegelianismus) heißen?

  2. David Mörike Says:

    Der Marxismus.

    Offenbar ist er null und nichtig.

    Warum hat Gold einen Wert? Warum hat Holz einen Wert?

    Es schützt vor der Kälte, weil man damit Feuer machen kann. Man kann sogar aus Holz noch Wertvolleres bauen. Zum Beispiel ein Haus. In den kalten Ländern waren früher traditionell mehr Holz- als Steinhäuser.

    Aus etwas Wertvollem etwas noch Wertvolleres machen nennt man glaube ich Produktion …

    • David Mörike Says:

      Aber der ursprüngliche Wohlstand kommt nicht von der Arbeit. Er kann durch Arbeit nur etwas gesteigert werden.

      • David Mörike Says:

        Warum hat Gold einen Wert? Vermutlich geht auch noch heute der größte Teil des geförderten Goldes in die Schmuckproduktion. Weil es den Menschen gefällt.
        .Der zweitgrößte Teil in Barren und Münzen, die der Wertaufbewahrung dienen. Und der kleinste Teil in technische Dinge wie Zahnersatz und Elektronik …

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