Der moderne Weg in die Falle

In seinem Buch Human Armoring (Lit, 1997) schreibt Morton Herskowitz zur Kindererziehung:

Ein gesunder Elternteil mißt der Erfüllung der Bedürfnisse des Kindes im frühen Säuglingsalter mehr Bedeutung bei als der Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse. Er ist dazu in der Lage, weil er nicht durch unerfüllte kindliche Bedürfnisse belastet ist, die im Widerstreit zu denen seines Kindes stehen. Wenn das Kind das Säuglingsalter hinter sich läßt, verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen des Kindes und denen der Eltern in Richtung Gleichberechtigung. Gelegentlich verweigert die Mutter dem Kind etwas, um ihr eigenes unmittelbares Bedürfnis zu befriedigen. Sofern die grundlegenden Bedürfnisse des Kindes erfüllt wurden, ermöglicht die Gleichstellung der elterlichen Bedürfnisse mit denen des Kindes dem Kind, in seinen Forderungen vernünftig zu werden und die Rechte anderer zu respektieren. (S. 143)

Heute ist es so, daß wegen der Kontaktlosigkeit der Mütter das Kind in den ersten Monaten seines Lebens in einer emotionalen Kältewüste heranwächst. Es stellt einen Störfaktor in der „Selbstverwirklichung“ der Mutter dar. Man denke nur neuerdings an den verheerenden Einfluß des Smartphones! Ständig ist die Mutter abgelenkt, nicht bei der Sache etc. Psychopharmaka und die Teufelsdroge Cannabis, die allesamt jede emotionale Verbindung verunmöglichen, tun ein Übriges. Später dann, wenn sich tatsächlich alles mehr zur Gleichberechtigung zwischen Mutter und Kind verschieben sollte, wird allein schon aus schlechtem Gewissen ein kleiner Tyrann herangezüchtet, dem man alles, wirklich alles durchgehen läßt, um seine „Liebe“ zu ihm zu zeigen. Je absurder, kränker und „sekundärer“ die kindlichen Forderungen sind, desto eifriger wird ihnen stattgegeben! Das macht man aus genau der gleichen Kontaktlosigkeit, aus der heraus man vorher den Säugling nicht beachtete. Imgrunde ist es ein und dasselbe: „Mach doch, was du willst! Stör mich nicht!“

In der ersten Phase wird das Kind zerstört, in der zweiten zerstört diese Teufelsbrut dann langfristig die Eltern. Die primären Bedürfnisse des Kindes wurden nicht respektiert, als es auf die Welt kam, nun respektiert es nicht die Bedürfnisse der Eltern: „Bereite dich auf die Schule vor!“ „Halt‘ die Fresse du scheiß Schlampe!“ – Imgrunde ist das die gleiche Antwort, die die Mutter nach der Geburt dem Säugling gab, als es 100% Aufmerksamkeit von ihr verlangte.

Schon mal aufgefallen, daß die junge Generation wie Hingeschissen wirkt – und sich auch so benimmt?!

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3 Antworten to “Der moderne Weg in die Falle”

  1. Avatar von claus claus Says:

    Ja, schon bemerkt. Man kann es auch kaum anders sagen.

  2. Avatar von Peter Nasselstein Peter Nasselstein Says:

    Die übernahme der Orgonomie durch Kommunisten:

    Das Wilhelm Reich Museum kündigt an:

    The Wilhelm Reich Museum is pleased to present a Zoom book launch with author Philip Bennett, who will be in conversation with Hannah Zeavin to mark the publication of his new book from Brill.

    From Communism to Work Democracy is the first book devoted to Wilhelm Reich’s social and political thought and activities. It is an intellectual history, showing the evolution of Reich’s thought from a rather conventional 1920s-style communism, to a form of anarchism, to his unique concept of work democracy, all shaped by his understanding of Marxism. The book works with archival material not previously known or studied, and marks a huge leap in understanding Reich’s life, work, and overall intellectual trajectory.

    Link to Brill

    Philip W. Bennett, Ph.D. (1972), is a former college professor who is now an independent scholar, active in the new field of Reich Studies. He has published numerous articles in peer reviewed journals on Reich’s political and social thought.

    Hannah Zeavin is Associate Professor of the History of Science in the Department of History and the Berkeley Center for New Media at UC Berkeley. She is the author of The Distance Cure & Mother Media (both with MIT Press). She is currently at work on All Freud’s Children: A Story of Inheritance for Penguin Press, for which she received a 2026 Guggenheim Fellowship and a 2024 Whiting Foundation Grant. She is the Founding Editor of Parapraxis and she cofounded The Psychosocial Foundation. Other work has appeared in The New Yorker, The New York Review of Books, n+1, The Paris Review, Bookforum, and elsewhere.ZOOM LINK WILL BE POSTED HERE LATER

    Dazu KI:

    Hannah Zeavin positioniert sich politisch klar auf der fortschrittlichen, sozialistischen Linken und verknüpft in ihrer Arbeit marxistische, feministische und psychoanalytische Ansätze. [1, 2, 3, 4, 5]

    Ihr politisches Profil zeichnet sich durch folgende Aspekte aus:

    • Linke Psychoanalyse: Sie kritisiert die etablierte Psychoanalyse in den USA als „gewaltsam konservativ“. Mit ihrem Magazin Parapraxis verfolgt sie explizit das Ziel, eine „Psychoanalyse auf der Linken“ zu etablieren, die psychische Leiden nicht isoliert betrachtet, sondern als Resultat gesellschaftlicher und ökonomischer Machtstrukturen.
    • Persönliche Prägung: In einer autobiografischen Erzählung im n+1-Magazin beschrieb sie sich selbst als Kind linker Eltern und blickte auf ihre Zeit als „Maoistin im Teenageralter“ zurück.
    • Feministische Institutionskritik: Aus Sicht der feministischen Wissenschafts- und Technikforschung (STS) hinterfragt sie traditionelle Familienideale. Sie legt offen, wie der US-amerikanische Staat und der Markt die unbezahlte Care-Arbeit von Müttern pathologisieren und ausbeuten.
    • Pro-palästinensische Haltung: Zeavin äußert sich kritisch zum Nahostkonflikt. In ihren Essays thematisiert sie unter anderem eine „Palästina-Ausnahme“ in der Psychoanalyse und verteidigt anti-zionistische sowie pro-palästinensische Positionen von Kollegen innerhalb der klinischen Psychologie.
  3. Avatar von claus claus Says:

    Zur ‚hingeschissenen‘ jungen Generation: https://www.facebook.com/jamiricomics/photos/epistemologie-4/414863765243407/

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