DOR-Wolken und Saharasia-Theorie im 19. Jahrhundert

Reichs DOR-Wolken hat bereits der Maler und Gesellschaftskritiker John Ruskin (1819-1900) beschrieben. Er, der „erste Ökologe“, nannte sie „Sturm-Wolken“ bzw. „Pest-Wolken“, dem ein „Pest-Wind“ vorangeht, eine Schwärzung der Landschaft. Siehe dazu seine beiden Vorträge The Storm-Cloud of the Nineteenth Century aus dem jahre 1884. Man vermeint Reich zu lesen, denn alles entspricht weitgehend dessen Beschreibung des atmosphärischen DOR. (Siehe auch Richard A. Blasbands „CORE Progress Report No. 10: DOR, 1884 and Today“. The Journal of Orgonomie, 15(1), May 1981, S. 127-129.)

Der Geograph und Anarchist Pjotr Kropotkin (1842-1921) war in vieler Hinsicht ein Vorläufer James DeMeos und seiner Saharasia-Theorie. Ich verweise auf den Artikel von Mike Davis: „Klimapioniere – Von Eiszeiten, Wassermangel und Wüstenzonen“, wo ich auch den Hinweis auf Ruskin gefunden habe.

Kropotkin war der erste, der in den 1870er Jahren die Vorstellung aufbrachte,

daß die 14 000 Jahre seit dem letzteiszeitlichen Maximum eine Epoche anhaltender, katastrophischer Austrocknung der Kontinentalgebiete seien. Diese Theorie – man könnte sie die „alte klimatische Deutung der Geschichte“ nennen – war zu Beginn des 20. Jahrhunderts äußerst einflußreich, verlor aber in den 1940er Jahren mit dem Aufkommen der dynamischen Meteorologie und deren Unterstellung eines sich selbst justierenden physikalischen Gleichgewichts rasch an Bedeutung.

Es ging dabei insbesondere um die These von der Austrocknung seit der letzten Eiszeit als Triebkraft der eurasischen Geschichte. Danach waren Ostturkestan und das Kernland der Mongolei einst wasserreich und „kulturell fortgeschritten“. Davis zitiert Kropotkin:

All das ist nun verschwunden, und es muß die schnelle Austrocknung dieser Gebiete gewesen sein, die ihre Einwohner nötigte, hinunter zur Dsungarischen Pforte, ins Tiefland von Balqasch und Obi zu wandern und dabei die Einwohner der Niederungen vor sich herzutreiben, was die großen Einfälle und Völkerwanderungen in Europa während der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung bewirkt hat.

Man vermeint DeMeo zu lesen!

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3 Antworten to “DOR-Wolken und Saharasia-Theorie im 19. Jahrhundert”

  1. Tzindaro Says:

    One should also read Velikovsky, whose mid-20th century theory of astronomically induced catastrphes on earth included massive disruptions of global climate within historic or near-historic times. Velikovsky amnd several of the neo-Velikovskians who took off from him came very close to Reich’s thinking on climate, and some of the neo-Velikovskians, especially Theodore Lazar, were influenced by Reich and incorporated orgonomnic concepts into their theories of catastrophism.

    Reich was an Anarchist for a time during his student days, before he became a Marxist, and he still thought highly of the Anarchist movement as late as 1948, when he corresponded on friendly terms with an Anarchist group in the Netherlands, so it is very likely he was familiar with the writings of Kropotkin.

    • Frank Says:

      Und ich verweise in diesem Zusammenhang gerne wieder auf Uwe Topper, Kalender-Sprung. Geschichte als Utopie.

  2. Peter Nasselstein Says:

    Ea DOR report Jan. 12, 2019:

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