Posts Tagged ‘Meteorologie’

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 11)

26. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

IV. Cloudbusting1

Der Begriff „Cloudbusting“ bezeichnet alle technischen Verfahren, die sich mit der Zerstörung und Bildung von Wolken aus Wasserdampf in der Atmosphäre und aus Orgonenergiekonzentrationen aller Art, also mit allen Phänomenen, die mit den klimatischen Veränderungen zu tun haben, befassen. Die Beschäftigung mit diesem Problemkomplex wurde für Reich vordringlich, als die Atmosphäre über seinem Versuchsgelände, auf dem das Oranur-Experiment durchgeführt wurde, des öfteren von den im vorherigen Kapitel beschriebenen DOR Wolken angefüllt war und die emotionale und körperliche Belastung für die Bewohner immer größer wurde.

Aus früheren Beobachtungen mit dem Orgonoskop war bekannt, daß die Erde von einer Orgonhülle umgeben ist, die sich in Richtung der Erdrotation von West nach Ost, etwas schneller als die Erde bewegt. Es war zu vermuten, daß die Gesetzmäßigkeit des „orgonomischen Potentials“, das seit der Bionforschung bekannt war, auch die Orgonenergie-Funktionen der Atmosphäre beherrscht. „Unter ‚orgonomischen Potential‘ versteht man alle Funktionen in der Natur, die von dem Fluß der kosmischen Energie abhängen, d.h. denen Energiebewegungen vom niedrigen zum höheren Potential oder vom schwächeren zum stärkeren zugrunde liegen. So ist das orgonomische Potential die Grundlage des mechanischen Potentials, der Wärme, der elektromagnetischen Energie, der mechanischen Lageenergie usw., denn es bewirkt Energiebewegungen in umgekehrter Richtung. Das orgonomische Potential äußert sich am deutlichsten darin, daß die meisten Tiere unseres Planeten ständig eine höhere Temperatur als die ihrer Umgebung aufrechterhalten, sowie in der Gravitationskraft. In beiden Fällen entzieht das stärkere System dem schwächeren System Energie, oder es zieht dieses an. In beiden Fällen verläuft die Richtung des Potentials von niedrig zu hoch oder von schwach zu stark.“2

Es stellte sich nun die Frage, ob man den atmosphärischen Orgonenergiefluß beeinflussen konnte, ob man also die DOR Energie irgendwie unter Anwendung der Funktion des orgonomischen Potentials „absaugen“ konnte. Frühere, nicht weiter überprüfte Beobachtungen wiesen darauf hin, daß lange Eisenrohre eine Änderung von Energiebewegungen bewirkten. An den DOR Wolken wurde diese Vermutung experimentell erprobt. Mehrere 4m lange, hohle Eisenrohre wurden über Metallschläuche mit einem tiefen Brunnen verbunden, und dann auf die DOR Konzentration am Himmel gerichtet. Die im Erdwasser enthaltene Orgonenergie, so vermutete Reich, bildete das stärkere orgonotische Potential und würde mit Hilfe der Rohre das niedrigere Potential der Atmosphäre anziehen. Die Wirkung trat augenblicklich ein, die schwarzen DOR Wolken begannen zu schrumpfen.

Dieser geglückte Versuch führte zu weiteren Experimenten der Wetterbeeinflussung. Einerseits gab es die Möglichkeit der Wolkenzerstörung, indem Wolken die sie zusammenhaltende Orgonenergie entzogen wurde, das orgonomische Potential also verkleinert wurde. Andererseits konnten aber auch Wolken erzeugt werden, indem der nächsten Umgebung einer kleinen Wolke Energie entzogen wurde. Dadurch vergrößerte sich das Energiepotential der bereits vorhandenen Wolke, die nunmehr gegenüber ihrer Umgebung das stärkere Potential darstellte, und sie war in der Lage, mehr Wasserdampf zu binden. Die Konstruktion der verschiebbaren und drehbaren Metallrohre, die über Metallschläuche meist mit fließendem Wasser verbunden wurden, nannte Reich „Cloudbuster“. Mit seiner Hilfe gelang es auch, in einer Wüstengegend, aus der DOR beseitigt wurde, eine frische Vegetation herbeizuführen.3 Dieser Versuch war offenbar erfolgreich und wurde von einer Fernsehstation in Arizona übertragen.4 Dennoch gingen die Regierungsstellen, die von Reich über dessen Versuche unterrichtet waren, nicht auf die Wüsten- und Wolkenbrecher-Experimente ein, die schließlich Reichs finanzielle Kapazitäten überschritten. Es hatte sich herausgestellt, daß die Cloudbuster-Experimente auch Auswirkungen in weit entfernten Gebieten zeigten, und eine umfangreiche Kontrolle erforderten, die ein Privatmann nicht gewährleisten konnte. Reich stellte daher die Versuche ein. Offizielle Stellen haben diese Experimente niemals widerlegt – vielmehr wurde Reich wegen angeblichen Betrugs mit den Orgon-Akkumulatoren ins Gefängnis gesperrt – während z.B. Kelley, der drei Jahre bei der US Air Force in der Wettervorhersage gearbeitet hatte, nach Reichs Tod 1957 die Cloudbuster-Experimente wiederholte und zu denselben Ergebnissen kam wie Reich.5

 

Fußnoten

  1. Eine einführende Beschreibung des Cloudbusting findet sich in: Reich, W., Ausgewählte Schriften, a.a.O. S. 450-462
  2. ebenda S. 456f
  3. Vgl. Raknes, Reich und die Orgonomie, a.a.O. S. 80
  4. Dies teilt Ilse Ollendorff-Reich mit in: Ollendorff-Reich, Wilhelm Reich, a.a.O S. 163
  5. Kelley schreibt hierzu: „Das Ergebnis meiner Experimente ist vollkommen klar; das Reich-Wetterkontrollgerät macht genau das, was Reich behauptet. Wolken, auf die die Antenne zeigt, schrumpfen und verschwinden vom Himmel, während vergleichbare Wolken, die als Kontrolle ausgewählt werden, dies nicht tun.” In: Kelley, What is Orgone Energy, a.a.O. S. 67 [Zitat übersetzt von PN]

(D)ORgonit, Chembuster, ein Abend in Münster

23. Juli 2018

Fast überall wo „Wilhelm Reich“ draufsteht, ist das Gegenteil drinne. Seit Jahrzehnten schreibe ich nun gegen „Reichianer“ und Pseudo-Orgonomen an. Siehe etwa meine dreiteilige umfassende Rezensionsreihe über „Reichianische Bücher“. Das eindeutigste Beispiel sind aber die (D)ORgonit-Leute, die irgendwelchen toxischen Elektroschrott in Kunstharz gießen und daraus sogar „Chembuster“ fertigen, mit denen sie „Chemtrails“ beseitigen wollen. Nicht von ungefähr erinnert mich die krankhafte Ästhetik dieser Orgonit-Gerätschaften an Filme wie Hellraiser oder Alien.

Tatsächlich verkörpert das Orgonit das exakte Gegenteil der Orgonomie. Beispielsweise hat Reich seinen Cloudbuster auf jene Himmelregionen gerichtet, wo die Kondensstreifen, die die Flugzeuge der US-Luftwaffe hinter sich herzogen abrupt aufhörten. Dort war DOR, das die Bildung von Wolken inklusive den „künstlichen Wolken“, die Jets produzieren, verhindern, da DOR der Atmosphäre den Wasserdampf entzieht. Dieses dürre-erzeugende DOR mußte Reich abziehen, um die natürliche Pulsation der Atmosphäre wieder ingang zu bringen.

Hier drei Photos, die ich vor wenigen Tagen gegen 20:00 Uhr in Münster geschossen habe: Auf dem ersten Photo sieht man wie ein langer Kondenzstreifen plötzlich aufhört, weil quer zu ihm ihn eine von Wolken eingegrenzte DOR-Region kreuzt. Auf dem zweiten Photo sieht man das ganze frei vom Zoom, also wie es sich dem nackten Auge darbot. Das dritte Photo zeigt das ganze wenige Minuten später. Man sieht wie sich der vermeintliche „Chemtrail“ ausbreitet.

Übrigens kann man, wenn man genau hinschaut, auf allen drei Photos unterhalb des Kondensstreifens eine DOR-Linie ausmachen.

nachrichtenbrief111

23. April 2018

nachrichtenbrief110

17. April 2018

nachrichtenbrief108

9. April 2018

DOR-Wolken und Saharasia-Theorie im 19. Jahrhundert

11. Januar 2018

Reichs DOR-Wolken hat bereits der Maler und Gesellschaftskritiker John Ruskin (1819-1900) beschrieben. Er, der „erste Ökologe“, nannte sie „Sturm-Wolken“ bzw. „Pest-Wolken“, dem ein „Pest-Wind“ vorangeht, eine Schwärzung der Landschaft. Siehe dazu seine beiden Vorträge The Storm-Cloud of the Nineteenth Century aus dem jahre 1884. Man vermeint Reich zu lesen, denn alles entspricht weitgehend dessen Beschreibung des atmosphärischen DOR. (Siehe auch Richard A. Blasbands „CORE Progress Report No. 10: DOR, 1884 and Today“. The Journal of Orgonomie, 15(1), May 1981, S. 127-129.)

Der Geograph und Anarchist Pjotr Kropotkin (1842-1921) war in vieler Hinsicht ein Vorläufer James DeMeos und seiner Saharasia-Theorie. Ich verweise auf den Artikel von Mike Davis: „Klimapioniere – Von Eiszeiten, Wassermangel und Wüstenzonen“, wo ich auch den Hinweis auf Ruskin gefunden habe.

Kropotkin war der erste, der in den 1870er Jahren die Vorstellung aufbrachte,

daß die 14 000 Jahre seit dem letzteiszeitlichen Maximum eine Epoche anhaltender, katastrophischer Austrocknung der Kontinentalgebiete seien. Diese Theorie – man könnte sie die „alte klimatische Deutung der Geschichte“ nennen – war zu Beginn des 20. Jahrhunderts äußerst einflußreich, verlor aber in den 1940er Jahren mit dem Aufkommen der dynamischen Meteorologie und deren Unterstellung eines sich selbst justierenden physikalischen Gleichgewichts rasch an Bedeutung.

Es ging dabei insbesondere um die These von der Austrocknung seit der letzten Eiszeit als Triebkraft der eurasischen Geschichte. Danach waren Ostturkestan und das Kernland der Mongolei einst wasserreich und „kulturell fortgeschritten“. Davis zitiert Kropotkin:

All das ist nun verschwunden, und es muß die schnelle Austrocknung dieser Gebiete gewesen sein, die ihre Einwohner nötigte, hinunter zur Dsungarischen Pforte, ins Tiefland von Balqasch und Obi zu wandern und dabei die Einwohner der Niederungen vor sich herzutreiben, was die großen Einfälle und Völkerwanderungen in Europa während der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung bewirkt hat.

Man vermeint DeMeo zu lesen!

nachrichtenbrief98

20. Dezember 2017

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14. Dezember 2017

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1. Dezember 2017

ORANUR, DOR, CORE, ORAC, MDB

13. November 2017

Das ORANUR-Experiment

DOR und Melanor

Die DOR-Krankheit

Der OR-DOR-Metabolismus

Kosmisches Orgon-Ingenieurswesen

Physikalische Orgontherapie

Die emotionale Wüste