Die lebendige Produktivkraft, Arbeitskraft. Wider die heutigen „Stalinisten“!

Propaganda für eine vermeintlich „natürliche Wirtschaftsordnung“, Zinskritik, „Geldreform“, die Forderung nach „Vollgeld“, etc. geistern seit geraumer Zeit am abwegigen Rand der Orgonomie herum. Da werden alle möglichen wirtschaftspolitischen Forderungen aufgestellt und das dann irgendwie als „orgonomisch“ hingestellt. Was diesen Leuten nicht bewußt zu sein scheint, ist, daß sich Reich selbst schon vor langem mit ihnen beschäftigt und sie radikal von sich gewiesen hat. Sie sind nämlich funktionell identisch mit den diversen Marxisten der alten Schule, die konsequent bei Marx den einen alles entscheidenden Faktor übersehen haben: die lebendige Produktivkraft, Arbeitskraft. Sie gelte es, so Reich, von ihren Fesseln zu befreien und sich selbst regulieren zu lassen. Siehe dazu das entsprechende Kapitel über Karl Marx in Reichs Buch Menschen im Staat von 1953.

Sehen wir uns eine heutige Entsprechung des damaligen Konflikts zwischen den Vulgär-Marxisten und Reich an, beispielsweise diesen Filmbeitrag:

Auf den ersten Blick sieht das alles folgerichtig aus, kein rationales Gegenargument bietet sich an! Doch tatsächlich werden hier nach alter vulgärmarxistischer Manier nur mechanistische Eingriffe propagiert, ohne jede tiefe Einsicht in die bioenergetischen bzw. biosozialen Zusammenhänge. Folge der angeregten Reformen wird deshalb höchstwahrscheinlich noch mehr menschliches Elend sein! Im Zentrum des Geldproblems steht nämlich nicht die Frage nach „vernünftigen“ oder gar „gerechten“ Mechanismen der Geldschöpfung, sondern einzig und allein die bioenergetisch (charakterologisch) determinierte Arbeitsfähigkeit der Massen und ihre Fähigkeit Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen. Ohne wahrscheinlich je von Wilhelm Reich und dem Orgonomen Robert A. Harman gehört zu haben, faßt einer der Kommentatoren unter dem obigen Video diese lebendige (orgonomische) Sichtweise sehr schön zusammen:

Die Aussagen in diesem und ähnlichen Beiträgen haben einen großen Mangel: sie erklären nicht was Geld eigentlich ist. Geld ist nichts Mythisches. Es gehört zur realen Wirtschaft (somit zu deren drei Hauptbereichen: Waren, Dienstleistungen und Rechte). Da Geld keinen Wert „an sic“ hat und sich deren Wert ableitet von der realen Wirtschaft, ist Geld also ein Ableitung (Derivat) die dem Inhaber die Möglichkeit (Option) gibt dies oder das damit zu machen. Somit gehört Geld zu den Rechten, konkret, Vertragsrechten – wie Arbeitsverträge, Mietverträge, Patente, Lizenzen etc. Geld ist somit nichts anderes als ein Vertrag zwischen Gläubiger und Schuldner, der sich Kredit nennt und als Zwischentauschmittel (Geld, Zahlungsmittel) funktioniert. Geld entsteht indem Vertragspartner einen entsprechenden Vertrag schließen. Die Bank alleine kann nichts schöpfen (und drucken darf sie ja nicht). Somit ist alles immer in Butter – es sei denn die Vertragsparteien agieren unseriös. Damit Geld, also der Vertrag funktioniert, müssen die Vertragsparteien auch wirklich vertragsfähig sein. Vertragsfähigkeit bedeutet letztlich realwirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Geld ist also immer gedeckt durch die Vertragsfähigkeit der Vertragspartner. Ist die gegeben ist es egal welche Knöpfe gedrückt wurden, ist sie nicht gegeben wären auch verliehene Goldmünzen futsch.

Es geht bei der „realwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“ um die die lebendige Produktivkraft, Arbeitskraft, d.h. es geht letztendlich um die Frage der Panzerung des Massenindividuums, also um jene Probleme mit denen sich Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia in ihren epochemachenden Werken auseinandergesetzt haben. Die großen pseudo-orgonomischen „Wirtschafstheoretiker“, die uns mit immer neuen weltbewegenden Reformkonzepten behelligen, sind die funktionelle Entsprechung der Stalinisten, mit denen Reich seit Anfang der 1930er Jahre rang.

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3 Antworten to “Die lebendige Produktivkraft, Arbeitskraft. Wider die heutigen „Stalinisten“!”

  1. claus Says:

    Was sagen Orgonomen zu Ressourcenknappheit?
    youtube.com/watch?v=9rWX8gjLZLs

    „die lebendige Produktivkraft, Arbeitskraft“
    Ist nicht ein Kritikpunkt von Occupyern, Kapitalismuskritikern u. ä. , dass das Geld von Arbeitskraft ‚abgekoppelt‘ ist?
    „Um einem Kunden einen Kredit zu geben, braucht die Bank noch nicht einmal die Spareinlage eines anderen Kunden aus ihrem Tresor zu holen. Sie schafft Geld aus nichts. Allerdings: Die Bank muss im Gegenzug für den Kredit Geld bei der Zentralbank deponieren – die sogenannte Mindestreserve. Sie ist viel kleiner als der Kredit: Lange Zeit betrug sie zwei Prozent des Kreditbetrags, gerade wurde sie auf ein Prozent gesenkt. Eine Bank, die 10.000 Euro Kredit vergeben will, braucht also 100 Euro Mindestreserve.
    Sicherheiten hinterlegen, Zinsen zahlen
    Die Bank muss auch dieses Geld nicht durch Spareinlagen ihrer Kunden aufbringen. Sie kann vielmehr ihrerseits von der Zentralbank Kredit bekommen. Dafür muss sie Sicherheiten hinterlegen, in der Regel Wertpapiere, und Zinsen zahlen.
    Wenn das geborgte Geld früher oder später als Einlage bei einer (anderen) Bank landet, kann diese andere Bank damit auch einen Kredit vergeben. Das Bankensystem als Ganzes schafft so ein Vielfaches von dem Geld, das am Anfang stand. Ökonomen nennen das ‚multiple Geldschöpfung‘.
    Die Notenbank ist dabei der Regisseur. Sie hat zwei Steuerungsgrößen, mit denen sie den Prozess kontrollieren kann. Zum einen den Satz der Mindestreserve: Senkt sie ihn, können die Banken mehr Geld schaffen. Zum anderen den Zins, den sie von Banken für Kredite verlangt: Fordert sie mehr, halten die Banken sich mit den Ausleihungen tendenziell zurück.“
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/geldschoepfung-wie-kommt-geld-in-die-welt-11637825.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

    Im obigen Kommentar: „Vertragsfähigkeit bedeutet letztlich realwirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Geld ist also immer gedeckt durch die Vertragsfähigkeit der Vertragspartner.“ Es sollte so sein, oder es ist so?

    • Peter Nasselstein Says:

      Den vulgärmarxistischen Stalinisten ging es um irgendwelche Wirtschaftsmechanismen. Dem „Psychofaschisten“ Reich ging es um die lebendige Produktivkraft, also den Punkt, wo sich seine Orgasmustheorie und Charakteranalyse (Sexualenergie) mit dem Marxismus treffen (Arbeitsenergie). Heute nerven vermeintliche „Reichianer“ wieder mit irgendwelchen Wirtschaftstheorien, etc. Nicht mehr wollte ich sagen.

      Da alles Geld (mal abgesehen von Falschgelddruckereien) auf Vertragsschlüsse zurückgeht, ist alles Geld gedeckt, solange wir in einer Gesellschaft leben, in der Verträge wie selbstverständlich eingehalten werden und in der die Menschen arbeiten können und so den Gegenwert produzieren, der aus buntem Papier wirklich Geld macht.

      Ohne diesen Schöpfungsmechanismus, der ungeheure bioenergetische Erregungsmengen freisetzt, wäre unser Wohlstand undenkbar und wir würden immer noch Tauschhandel zwischen Bauernhöfen und kleinen Dörfern wie im Mittelalter betreiben. Diese extreme Konzentration von Orgonenergie kann schnell in DOR umschlagen… Banken sind tatsächlich Zentralstellen der Emotionellen Pest zusammen mit den Spitzen der Weltkonzerne.

  2. Zeitgenosse Says:

    Was nicht ganz stimmt. Banken schöpfen sehr wohl mittels Bilanzverlängerung (Buch)geld. Allerdings stehen dabei immer entsprechende Verträge (Kreditverträge); Ausnahme ist der Eigenhandel wo sich die Banken selber verschulden. Was die ganzen Vollgeldfans immer „vergessen“ ist die Tatsache, dass die Banken sich im abschliessenden Clearing und Settlement sehr wohl refinanzieren müssen. Und zwar bei ihren Bankkollegen mittels Zentralbankbuchgeld (die Girokonten der einzelnen banken bei der ECB, FED, BoJ, usw.) welches in Bankkreisen im Grunde der einzige echte Vermögenswert ist da Liquididät/Geld erster Ordnung. Allerdings kann man erkennen, dass dieser sogenannte Interbankenmarkt kaputt ist, da es seit 2008 Vollzuteilung gibt. ABER auch hier: eine ZB gibt nur dann ZB-Geld ab wenn entsprechende Sicherheiten geleistet werden (RePo Geschäfte). Die einzige Institution die tatsächlich „Geld aus dem Nichts“ schaffen kann OHNE Refinanzierung ist eine Zentralbank. Und das wird auch gemacht: siehe die SNB, die Schweiz. Nationalbank, die Franken schöpfen, in Dollars tauschen (um den Dollar/CHF Kurs künstlich niedrig zu halten) und damit Aktiva (Wertpapiere) einkauft. Nach Zuckerberg ist die SNB zB bereits der zweitgrösste Aktionär von Facebook. Nur als Beispiel. Die AKtivitäten der Bank of Japan sind noch extremer: die besitzt über ETFs bereits ca. 20% Anteil an ALLEN Nikkei-Werten und mischt dabei auch noch stark im Immobiliengeschäft mit.

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