Ich möchte nur mal zwischenzeitlich Danke sagen für die m.E. UNBESCHREIBLICH WICHTIGE Arbeit, die Du in der Orgonometrie-Reihe leistest – auch wenn dazu in der Regel wenig kommentiert wird.
Ich bin immer wieder beeindruckt!
Sebastian:
Ich kann das gar nicht beurteilen, aber finde alleine die Bemühung hervorragend und möchte mich daher anschließen.
Oliver Gerlach:
Auch ich möchte mich hier unbedingt anschliessen. Neben der unglaublich umfassenden „Chronik der Orgonomie“ stellen „Orgonometrie 1 + 2“ die m.M. nach tiefgehendste zeitgenössische orgonomische Literatur dar!
Robert (Berlin) hat hinsichtlich „Orgonometrie (Teil 1): Kapitel II.1.d.“ eine Frage:
Mir wird aus dem Ganzen nicht ganz klar, was mit Sensation gemeint wird (hier mal als Kitzeln gesehen) und warum diese als Gegensatz zur Emotion steht.
Darauf meine Antwort:
Emotion sind „aufwallende“ Gefühle wie Traurigkeit, Wut, Liebe, etc. Sensationen entsprechen dem, was man hört, ertastet, sieht, etc. Man denke nur an den religiösen Glauben: die einen lieben Gott und fürchten Gott, die anderen „wollen erst sehen“.
Claus:
Dafür gibt es ja einen guten Grund: Dafür, dass es das-und-das tatsächlich gibt, sprechen eher ‚Sensationen‘, zum Beispiel Anblicke (je nachdem, wie theoretisch die betreffende Sache ist, mehr oder weniger direkt oder eher über gedeutete Anzeichen). Gefühle kann man hingegen auch gegenüber Nichtexistentem haben (wohl jedenfalls dann, wenn man es für existent hält).
Einschub 2025: Schöne Illustrationen von Emotion und Sensation ist die bildende Kunst und die Musik. In der klassischen Malerei ging es vor allem um das Hervorrufen von Emotionen. Von der Tendenz her angefangen mit dem Impressionismus und dann radikal in der sowohl abstrakten als auch hyperrealistischen Kunst des 20 Jahrhunderts geht es praktisch nur noch um Sensationen. Man starrt stundenlang eine Rauhfasertapete an und ist fasziniert. Ähnliches ereignete sich in der Musik. Die Klassik und frühe Romantik war kaum etwas anderes als „vertonte Emotion“, was sich dann im Laufe der Zeit zu einer reinen Geräuschkulisse verflüchtigte. Selbst im Jazz und in den verschiedenen Bereichen der Populärmusik gab es ähnliche Entwicklungen. Man nehme etwa Miles Davis‘ Album In a Silent Way von 1969, wo es weniger um Melodie und den Spannungsbogen geht, sondern um die „Atmosphäre“, die erzeugt wird und um die „Textur“ – buchstäblich die besagte „Rauhfasertapete“!
Themenwechsel. Sebastian schrieb 2015:
Ähm, ich muss mal etwas loswerden. „Bei Anwesenheit von Panzer […].“Das ist einfach grausam zu lesen. Bin ich schon öfter drüber gestolpert. Warum nicht Panzerung?
Meine Antwort:
Ganz heikles Thema. Früher habe ich wie selbstverständlich immer von „Panzerung“ gesprochen. Doch jetzt, wo ich mich intensiv mit Konia beschäftigt habe: der hat meistens „Panzer“ geschrieben („armor“ statt „armoring“), was in mir einige Panik hervorrief. Reich selbst schreibt, wenn ich das jetzt richtig überblicke, meistens von „Panzerung“, ab und zu aber auch von „Panzer“. Etwa hier in der Charakteranalyse, wo er grammatikalisch richtig schreibt:
„Der Bewegungsausdruck des vierten Segments ist im Falle des Fehlens eines chronischen Panzers der der ‚Gefühlsbewegtheit‘ (…). Im Falle der Panzerung ist der Ausdruck der der ‚Unbewegtheit‘ oder ‚Unberührtheit‘“ (KiWi, S. 493).
Robert (Berlin) geht auf die Reich-Marx-Frage ein:
Man muss den Marxismus und Reichs entsprechende „Sexpol-Beiträge“ von der Arbeitsdemokratie her verstehen. Das erstere, der „Reichianische“ Ansatz, ist bloßes Sektierertum, in dem die zufällige, bzw. durch die Zeitläufe bestimmte Entwicklung eines einzelnen Mannes zum Maßstab wird, mit dem man eine ganze Wissenschaft verstehen will. Tatsächlich wichtig ist aber nur die Entdeckung der Arbeitsdemokratie, von der aus entschieden werden kann, was an Reichs frühen Theorien von mehr als historischem Interesse ist.
Ähnlich bei Giordano Bruno. Heute interessiert uns überhaupt nicht mehr, mit welchen Philosophen er sich damals auseinandersetzte, sondern das er das geozentrische Weltbild überwand.
Angeregt durch ein zufällig gesehenes Photo bin ich grundsätzlich geworden:
Worum es in der Orgonomie geht auf einem Photo: der schmutzig-braune DOR-Panzer des Planeten und darüber das frische Orgon, wie von Reich in CONTACT WITH SPACE beschrieben.
Der Begriff Orgontechnik wird meines Erachtens ausschließlich von Leuten benutzt, die keinerlei Ahnung von Orgonomie haben, aber ORACs bauen von ungewisser Zusammensetzung und dies als den „originalsten“ verkaufen. Weiterhin subsummieren sie irgendwelche Dorbuster-Konstruktion und dergleichen mehr.
Hier wird sich ausschließlich auf den Orgonmotor bezogen. Alternativ wäre und damit abgrenzend zum Sprachvandalismus der Orgonesoterik der neue Begriff „Orgonmotortechnik“ einzuführen.
Peter:
Danke, ich weiß Deinen Einwand zu würdigen, aber ich lasse mir doch nicht von „Reichianern“ und Esoterikern meinen Sprachgebrauch diktieren!
Es geht um Vogelschwärme:
Manuel:
Man beachte das Flugmuster der Bienen ab ca. 4:10:
Sebastian und ich verwiesen jeweils auf ein Video mit Vogelschwärmen. Diese Videos existieren nicht mehr im Netz, daher dies:
Durch „Priming“, d.h. über die Bahnung des Unbewußten mittels bestimmter Vorstellungen oder Tätigkeiten, kann man beispielsweise Paare dazu bringen sich noch liebevoller zueinander hingezogen zu fühlen. Forscher aus Texas haben die Metapher, das Liebe etwas mit „magnetischer Anziehung“ zu tun habe, wörtlich genommen und den Probanden „Bauklötze“ gegeben, mit denen sie hantieren sollten. Jene, die magnetische Klötze hatten, die sich gegenseitig anzogen, berichteten anschließend in psychologischen Tests, daß sie sich stärker zu ihrem Partner hingezogen fühlten. Ein klassisches Beispiel für das sehr fragile und nur schwer zu reproduzierende Priming. Generell zeigt Priming, wie das Unbewußte in unser Leben eingreift. In dieser Hinsicht ist diese Forschung geradezu „psychoanalytisch“ orientiert.
Nachdem er die Psychoanalyse überwunden hatte, hat Reich die Metapher des Magnetismus noch wörtlicher genommen und die Anziehung der Geschlechter auf „orgonotische Anziehung“ zurückgeführt, die wie er mittels des Orgonenergie-Akkumulators zeigen konnte, auch dem eigentlichen Magnetismus zugrundeliegt (siehe sein Buch Der Krebs). Und tatsächlich gibt es Forschungen, die anhand von Probanden in metallenen „Magnetkammern“ starke Indizien dafür zeigen, daß der Mensch einen unbewußten magnetischen Sinn besitzt.
Dazu paßt, was eine Leserin in dem Blog beziehungsweise geschrieben hat. Ihrer Erfahrung nach könne Liebe „wie Magnetismus sein“.Eines Tages traf sie ihren „Gegenpol“:
Der Mann, der mich anzieht wie ein Magnet und ohne den ich fortan nicht existieren kann. Unsere Anziehungskraft beruht (…) auf Gegenseitigkeit. Jedes Mal, wenn wir uns sehen, greift der Magnetismus. Wir sehen uns an, und ein unbändiges, nicht zu bändigendes Verlangen nimmt allen Raum ein. Mein Herz bekommt einen Aussetzer, jeder meiner Sinne ist geschärft aufs Äußerste, ich habe meinen Körper kaum mehr unter Kontrolle.
Gemeinhin wird derartiges als bloße Metapher abgetan und rein psychologisch erklärt. Aber sie berichtet, daß auch andere das Band zwischen ihnen bemerkten. „Es würde uns nicht verwundern, wäre ein reales Band zu sehen, das uns zusammenbindet.“ Sie selbst spüre ihren Freund, selbst wenn sie ihn nicht sieht und nicht vorher erfahren hat, daß er in ihrer Nähe sein wird. „Den Blick im Rücken spürt er, bevor wir uns (zufälligerweise) begegnen und dreht sich bereits wissend zu mir um. Selbst über größere räumliche Entfernungen ziehen wir uns an – oder um es anders auszudrücken – wir spüren uns.“
Ich habe mich dagegen entschieden, an Dualseelen oder Seelenverwandtschaft und andere Konzepte zu glauben. Mir dient das Bild des Nord- und Südpols als Erklärung unseres Magnetismus. Als ich ihn einmal fragte, was das sei zwischen uns, warum wir nicht ohne einander können, warum wir körperlich so heftig aufeinander reagieren und dies seit so langer Zeit, warum jede Sekunde ohne den anderen weh tut, warum wir aber dennoch nicht von Abhängigkeit sprechen, antwortete er mit drei Worten: „Es ist Liebe.“
Liebe ist kein bloß psychologisches oder gar „biochemisches“ (Oxytocin), sondern ein biophysikalisches Phänomen – analog zum Magnetismus.
Diese Arbeit von Klaus Heimann spiegelt die Orgonomie in Deutschland bzw. das orgonomische Wissen in Deutschland Mitte/Ende der 1970er Jahre wider. In diese Zeit reichen die Bemühungen zurück, die Orgonomie in Deutschland, nach der restlosen Zerstörung erster Anfänge auf deutschem Boden, die 1933 erfolgte, erneut zu etablieren. Das damalige orgonomische Wissen ist der Ausgangspunkt des NACHRICHTENBRIEFes und sollte deshalb von jedem, der neu zu unseren Netzseiten stößt, als Einführung gelesen werden, damit wir alle eine gemeinsame Grundlage haben. Klaus Heimanns Arbeit hat den Zauber des Anfangs an sich und möge in einer neuen Generation das Feuer von neuem entzünden: