Posts Tagged ‘Orgonakkumulator’

Besprechung von James DeMeo: Der Orgonakkumulator – Ein Handbuch (1994)

26. Oktober 2026

Am Anfang in der Darstellung der Entwicklung der Orgonomie wirkt das Buch etwas nachlässig geschrieben. Es wäre kleinlich, Beispiele anzuführen, z.B. reiht DeMeo Jung in die Psychoanalytiker der 1930er Jahre ein (S. 16) und seine Darstellung der bioelektrischen Experimente bringt den Leser in chronologische Konfusion (S. 30f). Überhaupt scheint die gegebene Information teilweise mehr dem Redefluß zu dienen als umgekehrt. So ist das Buch wohl sehr lesbar, aber für den aufmerksamen Leser auch sehr irreführend. Zumal die leider politisch korrekte Übersetzung und Druckfehler noch mehr zur Konfusion beitragen, wenn z.B. „the Reversed Orgonotic Potential“ mit „die umgekehrte orgonomische Spannung“ (S. 43) übersetzt wird.

In dem Teil, wo DeMeo über seine eigene orgonomische Arbeit berichten kann, wird das Buch zu einer aufregenden Lektüre. Hier liegt wirklich ein unentbehrliches Handbuch vor, dem man nur die weiteste Verbreitung wünschen kann. Zu diesem meinen inständigen Wunsch tragen auch die Beiträge von Stefan Müschenich, über seine Doppelblindstudie der physiologischen Wirkungen des ORAC, und von Heiko Lassek bei, über seine Arbeit mit dem ORAC in der ärztlichen Praxis. Gleichzeitig sorgt Lassek aber auch für einen Wermutstropfen der mir das Buch gründlichst vergällt hat:

Lassek kann den Leser nur verwirren, da er die Grundlage der Orgonomie, die Erforschung der Orgasmusfunktion mit keiner Silbe erwähnt, die organismische Pulsation in Begriffen der Informationsverarbeitung beschreibt und schließlich die Biopathie mit Hilfe der klassischen Psychosomatik darstellt. Der Sympathikothonie stellt er zur diagnostischen Systematik eine „Parasympathikotonie“ gegenüber, während Reich alle Biopathien auf Sympathikotonie zurückgeführt hat und parasympathische Reaktionen nur als reaktive auffaßte. Dies ist auch bei Lassek so, aber seine Terminologie führt doch sehr in die Irre, z.B. setzt Lassek Parasympathikotonie mit Unterladung gleich, während nach Reich bei der durch Unterladung gekennzeichneten Krebsbiopathie der Orgonakkumulator parasympathikoton gegen die sympathikotone Schrumpfung wirkt.

Wirklich schlimm ist aber erst Lasseks Beschreibung dessen, was er irrwitzigerweise als  „psychosomatische Orgontherapie (Vegetotherapie)“ bezeichnet. Durch Atemübungen (!!!) kommt es infolge der Hyperventilation zu Krämpfen. „Nachdem in mehreren Behandlungsstunden das vom Organismus des Behandelten tolerierbare Ladungs-/Entladungsniveau diagnostiziert werden kann, wird der Patient aufgefordert, die Arme vor den Körper parallel zu strecken, die Finger beider Hände vollständig zu strecken und zu spreizen und die auf diese Weise geöffneten Handinnenflächen während der vertieften Atmung in Abstand von ca. 10 cm zu halten. Weiterhin sollte das Becken aus der Ausgangsposition heraus leicht (!) angehoben werden, die Belastung des Fußes sollte an den Fußballen stärker als an der Ferse sein. Ist eine ausreichende Ladung des Körpers erreicht worden, setzen Vibrationen in der gesamten Oberschenkelmuskulatur ein, die zunächst im Adduktorenbereich am ausgeprägtesten erscheinen“ (S. 207, das Ausrufungszeichen stammt von Lassek). Danach breiten sich dann die Vibrationen vom Becken ausgehend nach oben über den ganzen Körper aus, bis schließlich der Orgasmusreflex einsetzt. Von einer systematischen Auflösung der Panzerung (oder gar von einer Charakteranalyse) kann hier keine Rede sein, vielmehr ist alles auf den schnellen Effekt ausgerichtet.

Andererseits ist Lasseks abschließende Beschreibung seiner ORAC-Behandlung von Krebskranken im Terminalstadium ein extrem wichtiger Beitrag, anhand dessen man ermessen kann, was die amerikanische Gesundheitsbehörde auf dem Gewissen hat. Hier kehrt bei mir das Gefühl wieder, das mich bereits beim Lesen von DeMeos eigenen Ausführungen plagte: bodenlose Empörung, angesichts eines menschenverachtenden kriminellen Wissenschafts- und Medizinbetriebes dem bequeme Autoritätsstellung, bequemes Dogma und bequeme Profite wichtiger sind als die wissenschaftliche Wahrheit und das Leben von Menschen. Mörder!

Bemerkenswert ist Lasseks Warnung vor einer ideologischen Ablehnung schulmedizinischer Methoden in der Krebsbehandlung. Viele sogenannte „Reichianer“, die man hätte retten können, haben sich mit ihrer ORAC-Selbstbehandlung, die bei bestimmten Krebsformen zu einer Förderung der Tumorbildung führen kann, selbst das Grab geschaufelt. Die Ausführungen Lasseks sind auch deshalb von besonderem Gewicht, da vorher im Buch durch DeMeo selbst die besagte Do-It-Yourself-Ideologie gefördert wurde.

Das JOURNAL OF ORGONOMY auf deutsch

10. August 2026

Man findet 31 Artikel aus dem JOURNAL OF ORGONOMY (JofO) auf Orgonomie in Deutschland und auf Soziale Orgonomie. Es wurden aber auch bereits vor über 20 Jahren in dem Band Nach Reich, herausgegeben von James DeMeo und Bernd Senf, weitere 13 Artikel aus dem JofO auf deutsch veröffentlicht. Ich erwähne das, weil das Buch als pdf-Datei online einsehbar ist:

aus dem JofO 1/1&2, 1967: „Symptombefreiung mit orgonomischer Erster Hilfe“ von Morton Herskowitz (im Buch S. 163-171) [eine Alternativübersetzung zu http://roomforhappiness.de/herskowitz.html

aus dem JofO 2/1, 1968: „Eine Einführung in die Orgontherapie“ von Ola Raknes (im Buch S. 115-120)

aus dem JofO 12/2, 1978: „Erinnerungen an Wilhelm Reich“ von Morton Herskowitz (im Buch S. 286-305)

aus dem JofO 13/1, 1979: „Wilhelm Reichs frühe Arbeit über Charakteranalyse“ von Myron R. Sharaf (im Buch S. 95-114)

aus dem JofO 18/2, 1984: „Wirkungen des Orgonakkumulators (ORAKs) bei krebskranken Mäusen: drei Experimente“ von Richard A. Blasband (im Buch S. 673-684)

aus dem JofO 20/1, 1986: „Energiefelder und Bewußtsein“ von Barbara Koopman (im Buch S. 815-837)

aus dem JofO 20/2, 1986: „Orgonomische bei Heilung durch Berührung“ von Bernard R. Grad (im Buch S. 804-814)

aus dem JofO 22/2, 1988: „Transformationen in mikrobiologischen Organismen“ von Richard A. Blasband (im Buch S. 606-614)

aus dem JofO 23/1, 1989: „Wirkungen des Orgonakkumulators auf die Fingertemperatur“ von Neill R. Snyder (im Buch S. 664-672)

Vortrag vor dem American College of Orgonomy, 1989: „Orgonomische Hilfsmittel bei der Behandlung von Infektionen“ von Myron D. Brenner (im Buch S. 764-777)

aus dem JofO 24/1, 1990: „Béchamps Mikrozyme und Reichs Bione: Ähnlichkeiten und Unterschiede“ von Bernard R. Grad (im Buch S. 598-605)

aus dem JofO 24/1, 1990: „Die orgonenergetische Behandlung transplantierter Tumoren und die damit verbundenen immunologischen Funktionen“ von Ernano Eduardo Trotta und Eugénio Marer (im Buch S. 685-692)

aus dem JofO 25/2, 1991: „Bionöse Desintegration bei degenerativen Krankheiten“ von Alan Cantwell (im Buch S. 615-626)

aus dem JofO 25/2, 1991: „Forschungsnotiz: Reichscher Bluttest und Autofluoreszenz“ von Charles Frigola und Pilar Castro (im Buch S. 627f)

Weiteres JofO-kompatibles Material findet sich auf den deutschen Netzseiten von Jerome Eden, Charles Konia, Vittorio Nicola und David Holbrook.

Wilhelm Reich, Physiker: ANHANG: David Boadella 1955 über UFOs

2. Juni 2026

Wilhelm Reich, Physiker: ANHANG; David Boadella 1955 über UFOs

Wilhelm Reich, Physiker: ANHANG: Bernd Laska: Der Orgon-Akkumulator

27. Mai 2026

Wilhelm Reich, Physiker: ANHANG; Bernd Laska: Der Orgon-Akkumulator

neu auf orgonomie.net

6. Juli 2025

Ich habe die Ursprungsseite des NACHRICHTENBRIEFs, die jetzt immerhin 28 Jahre existiert, in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt. Jetzt fange ich an, sie wieder besser zu pflegen, angefangen mit der Anfangsseite. Im übrigen hier eine wirklich EXAKTE Beschreibung, wie ich beim Umbau der Netzseite den html-Code absolut funktional-orgonisch handhabe:

Zu diesem fettreduzierten Blogeintrag Kunst am Bau: Bild 18.

Orgonomie im Schnelldurchlauf (Teil 3)

1. April 2025

Die orgonomische Wissenschaft setzt sich aus fünf Bereichen zusammen: 1. Medizin, 2. Soziologie, 3. Biologie, 4. Physik und 5. Kosmologie.

  1. MEDIZIN: Zwischen 1919 und 1927 war Reich Psychoanalytiker und nichts außerdem. Er entwickelte die Orgasmustheorie und arbeitete die Charakteranalyse heraus. Der Organismus des Neurotikers ist krank, weil sich dem natürlichen Trieb, der entladen werden will, die Triebabwehr entgegenstellt. Das dynamische Gleichgewicht zwischen Trieb und Triebabwehr konstituiert den Charakterpanzer, der in der Charakteranalyse aufgebrochen werden soll, um eine ungestörte Triebökonomie zu ermöglichen („orgastische Potenz“). Der Panzer ist (abgesehen von Erbkrankheiten, Vergiftungen, Unfällen, etc.) für sämtliche psychologischen, psychiatrischen und medizinischen Leiden verantwortlich.
  2. SOZIOLOGIE: Zwischen 1928 und 1933 beschäftigte sich Reich neben der Medizin vor allem mit der sozialen Verursachung der Triebabwehr. Wie entstand die sexualfeindliche, „gepanzerte“ Gesellschaft? (Studie über die Trobriander) Wie ist eine sexualbejahende, „ungepanzerte“ Gesellschaft wieder herzustellen? (Studien über Sexualreform, den Faschismus und die Sowjetunion)
  3. BIOLOGIE: Zwischen 1934 und 1939 untersuchte Reich neben seinen medizinischen und soziologischen Studien den Trieb der Trieb-Triebabwehr-Dichotomie. Als Ergebnis einer erfolgreich verlaufenden Charakteranalyse hatten seine Patienten über „vegetative Strömungen“ berichtet, die Reich objektivieren wollte. In seinen „bio-elektrischen Untersuchungen über Sexualität und Angst“ maß er den Potentialunterschied zwischen der Hautoberfläche und dem Gewebe unterhalb der Haut. Er entdeckte, daß bei Lustempfindungen die Lebensenergie nach außen hin expandiert, während sie bei Unlustempfindungen (insbesondere Angst) nach innen hin kontrahiert. In einer zweiten Versuchsreihe versuchte er diese „Plasmabewegung“ unmittelbar unter dem Mikroskop bei durchsichtigen Mikroorganismen, insbesondere Amöben, direkt zu beobachten. Bei den entsprechenden Experimenten entdeckte er, daß nicht Zellen, sondern einfache Energiebläschen die kleinste Lebenseinheit darstellen. An diesen „Bionen“ entdeckte er schließlich eine Strahlung, die „Orgonstrahlung“, die sozusagen die Substanz der vegetativen Strömung ausmacht: es handelt sich um das Fließen von „Orgonenergie“ durch den Körper.
  4. PHYSIK: Zwischen 1940 und 1950 beschäftigte sich Reich neben seinen medizinischen, soziologischen und biologischen Studien mit den physikalischen Eigenschaften der von ihm entdeckten neuen Energieform Orgon. In erster Linie ging es dabei um die Untersuchung des von ihm konstruierten „Orgonenergie-Akkumulators“, der beispielsweise in seinem inneren wärmer ist als die Umgebung und in dem sich ein aufgeladenes Elektroskop langsamer entlädt als außerhalb des Akkumulators.
  5. KOSMOLOGIE: Zwischen 1951 und 1957 beschäftigte sich Reich neben seinen medizinischen, soziologischen, biologischen und physikalischen Studien mit einem Bereich, den er als „cosmic orgone engineering“ bezeichnete. Dabei ging es prinzipiell um zwei Forschungsrichtungen: die „kosmische Überlagerung“ und das ORANUR-Experiment, die sich jeweils damit beschäftigen, wie sich die Orgonenergie bei Erregung verhält. Verkürzt ausgedrückt, kommt es im kosmischen Orgonenergie-Ozean zur spiralförmigen Überlagerung von Orgonenergie-Strömen, die sich gegenseitig anziehen und erregen. Man denke in diesem Zusammenhang an eine typische Spiralgalaxie. Aus dieser Überlagerung geht Materie hervor. Diese Materie kann einen „Störfaktor“ im Orgonenergie-Ozean darstellen, insbesondere wenn sie wieder zerfällt („Radioaktivität“), wodurch es zu einer Übererregung der ursprünglichen Orgonenergie kommt, an deren Ende eine abgestorbene, toxische Form der Orgonenergie („OR“) steht, das „DOR“ (deadly orgone energy). Der OR-DOR-Metabolismus und die kosmische Überlagerung sind Inhalt des besagten Cosmic Orgone Engineering (CORE) und umfassen die vier anderen Bereiche der orgonomischen Wissenschaft.

reichswegfunf

Der Rote Faden (Band 2): 53. Der Faschismus in Amerika

21. Dezember 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 53. Der Faschismus in Amerika

DER ROTE FADEN (Band 2): 20. Weitere Besuche durch FDA-Inspektoren

19. Juli 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 20. Weitere Besuche durch FDA-Inspektoren

To-T und Td-T

18. Mai 2021

Wilhelm Reich, Physiker: 2. Orgonbiophysik, f. Thermische Orgonometrie

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie

2. November 2020

Diese Arbeit von Klaus Heimann spiegelt die Orgonomie in Deutschland bzw. das orgonomische Wissen in Deutschland Mitte/Ende der 1970er Jahre wider. In diese Zeit reichen die Bemühungen zurück, die Orgonomie in Deutschland, nach der restlosen Zerstörung erster Anfänge auf deutschem Boden, die 1933 erfolgte, erneut zu etablieren. Das damalige orgonomische Wissen ist der Ausgangspunkt des NACHRICHTENBRIEFes und sollte deshalb von jedem, der neu zu unseren Netzseiten stößt, als Einführung gelesen werden, damit wir alle eine gemeinsame Grundlage haben. Klaus Heimanns Arbeit hat den Zauber des Anfangs an sich und möge in einer neuen Generation das Feuer von neuem entzünden:

ZUR ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DER ORGONOMIE von Klaus Heimann