Die von Stirner gemeinte „Empörung“ hat natürlich nichts mit Revoluzzertum zu tun:
Sie ist kein Kampf gegen das Bestehende, da, wenn sie gedeiht, das Bestehende von selbst zusammenstürzt, sie ist nur ein Herausarbeiten Meiner aus dem Bestehenden. Verlasse Ich das Bestehende, so ist es tot und geht in Fäulnis über. Da nun nicht der Umsturz eines Bestehenden mein Zweck ist, sondern meine Erhebung darüber, so ist meine Absicht und Tat keine politische oder soziale, sondern, als allein auf Mich und meine Eigenheit gerichtet, eine egoistische. (Der Einzige, S. 354)
Heißt es nicht der Niederträchtigkeit das Wort reden, wenn alles „meinetwegen“ geschieht? Die gleichen, die diese Ängste äußern, würden ohne zu zögern jeden Meineid, jede Lüge, jede denkbare Niedertracht verüben. „Denn wurde nicht jede Niederträchtigkeit um Gottes willen verübt, alle Blutgerüste um seinetwillen erfüllt, alle Autodafés seinetwegen gehalten, alle Verdummung seinetwegen eingeführt, und bindet man nicht noch heute schon bei den zarten Kindern durch religiöse Erziehung den Geist um Gottes willen?“ (Der Einzige, S. 335). „Es ist verächtlich, ein Vertrauen, das Wir freiwillig hervorrufen, zu täuschen; aber jeden, der Uns durch einen Eid in seine Gewalt bekommen will, an der Erfolglosigkeit seiner zutrauenslosen List verbluten zu lassen, macht dem Egoismus keine Schande. Hast Du Mich binden wollen, so erfahre denn, daß Ich deine Bande zu sprengen weiß“ (Der Einzige, S. 337).
Hinter der Maske von Religion, Menschlichkeit, Sozialismus geht es eh nur darum an fremdes Eigentum zu gelangen, doch statt das Fremde direkt in Eigenes zu verwandeln, „spielt man den Unparteiischen und verlangt nur, daß alles Eigentum einem Dritten (z.B. der menschlichen Gesellschaft) überlassen werde. Man reklamiert das Fremde nicht im eigenen Namen, sondern in dem eines Dritten. Nun ist der ‚egoistische‘ Anstrich weggewischt und alles so rein und – menschlich!“ (Der Einzige, S. 353).
Sowohl der mitleidige Christ als auch der erbarmungslose „satanistische Thelemit“ (vgl. Der Einzige, S. 64.66) handeln willkürlich, wenn sie z.B. einen Verdurstenden „aus Prinzip“ laben bzw. „aus Prinzip“ verdursten lassen, da sie beide jenen Ideen von Sklaventum oder „Freiheit“ folgen (bzw. dagegen rebellieren), denen sie zufällig in Kindheit und Jugend ausgesetzt waren. In jedem Fall waren und bleiben sie Besessene, die nicht aus sich heraus leben, sondern auf die eine oder andere Weise von außen bestimmt sind.
In der religiösen, sittlichen und humanen „Liebe“ wird nicht die konkrete Person geliebt, sondern Gespenster wie „Jesus“ oder „der Mensch“, während der wirkliche, unwiederholbare Einzelne nur als „Dreck“ betrachtet wird (Der Einzige, S. 27), der mit, wie Stirner sich ausdrückt, „dumpfer Unbarmherzigkeit“ verfolgt wird. Der dergestalt „Liebende“ „findet es lobenswert und unerläßlich, die Erbarmungslosigkeit im herbsten Maße zu üben; denn die Liebe zum Spuk oder Allgemeinen gebietet ihm, den nicht Gespenstischen, d.h. den Egoisten oder Einzelnen, zu hassen; das ist der Sinn der berühmten Liebeserscheinung, die man ‘Gerechtigkeit’ nennt“ (Der Einzige, S. 321).
Ich liebe die Menschen auch, nicht bloß einzelne, sondern jeden. Aber Ich liebe sie mit dem Bewußtsein des Egoismus; Ich liebe sie, weil die Liebe Mich glücklich macht, Ich liebe, weil Mir das Lieben natürlich ist, weil Mir’s gefällt. Ich kenne kein „Gebot der Liebe“. Ich habe Mitgefühl mit jedem fühlenden Wesen, und ihre Qual quält, ihre Erquickung erquickt auch Mich: töten kann Ich sie, martern nicht. Dagegen sinnt der hochherzige, tugendhafte Philisterfürst in [dem zeitgenössischen Roman von Eugène Sue: Les mystères de Paris], weil ihn die Bösen „entrüsten“, auf ihre Marter. Jenes Mitgefühl beweist nur, daß das Gefühl der Fühlenden auch das meinige, mein Eigentum, ist, wogegen das erbarmungslose Verfahren des „Rechtlichen“ (z.B. gegen den Notar Ferrand) der Gefühllosigkeit jenes Räubers gleicht, welcher nach dem Maße seiner Bettstelle den Gefangenen die Beine abschnitt oder ausreckte: Rudolfs Bettstelle, wonach er die Menschen zuschneidet, ist der Begriff des „Guten“. Das Gefühl für recht, Tugend usw. macht hartherzig und intolerant. Rudolf fühlt nicht wie der Notar, sondern umgekehrt, er fühlt, daß „dem Bösewicht Recht geschieht“; das ist kein Mitgefühl. (Der Einzige, S. 324f)
„Wirklich lieben kann nur der „natürliche Mensch“ – durch das Dazwischengehen der „Bildung“ wird sie zum Gebot und damit zur Lüge. Aus dieser Verstrickung muß die Liebe zurückgefordert und „erlöst“ werden (Der Einzige, S. 323).
Schlagwörter: Besessene, Egoismus, Empörung, Erbarmungslosigkeit, Gebote, Lüge, Liebe, Max Stirner, Meineid, Menschlichkeit, Mitgefühl, Niedertracht, Niederträchtigkeit, Religion, Revoluzzertum, Sozialismus, Stirner, Thelemit, Unbarmherzigkeit

7. Juli 2025 um 08:22 |
Die die anti-genitale Propagandamaschinerie „unserer Demokratie“:
Julian Reichelt auf X: „Der Kölner CSD, eine vollkommen irrelevante Fetisch-Veranstaltung für Menschen mit Hundemasken und in Küken-Kostümen, ist heute Aufmacher in der Tagesschau, was migrantische Massenübergriffe auf Kinder in Schwimmbädern niemals schaffen. Es geht hier längst nicht mehr um den historisch mutigen und vollkommen legitimen Kampf für Bürgerrechte, sondern um die Inszenierung einer politischen Ideologie und das Beschwören eines Feindbildes. Die Regenbogenfahne wurde von autoritären (bis totalitären) Fanatikern gekapert.
Erzählt wird die frei erfundene Propaganda-Geschichte von der „rechten Bedrohung“ gegen diese Veranstaltung, die vollkommen friedlich und ohne jede Störung verlaufen ist. Schon in der Anmoderation betet der feiste Vorleser Jens Riewa („Michelle ist eine Granate im Bett“) das übliche Glaubensbekenntnis: „Frei demonstrieren können, sei in Gefahr.“
Obwohl nahezu alle Angriffe auf „queere Menschen“ von illegal eingereisten Islamisten ausgehen, verliert der Bericht kein Wort darüber. Stattdessen darf der NGO-Komplex im Gewand der geistigen Stasi-Nachfolger namens „Amadeo Antonio Stiftung“ die rechte Gefahr beschwören, die statistisch bei Angriffen auf „Transpersonen“ keine Rolle spielt. Es sind Islamisten. Immer wieder Islamisten, was dann aber von den meisten Medien und politischen Aktivisten verschwiegen wird, wie gerade vor wenigen Tagen in Berlin. Unterdessen werden „Transpersonen“ zu Opfern der Gesellschaft stilisiert, die quasi zur Therapie als Männer in Reizwäsche dann zu kleinen Mädchen in die Umkleide dürfen.
Die „Zivilgesellschaft“ darf steuerfinanziert in zwangsfinanzierten Gebührenmedien vollkommen unhinterfragt politische Schauermärchen verbreiten, die nur zu linker Festigung und noch mehr Migration, noch mehr eingereister Gewalt führen, die dann wiederum in der Tagesschau verschwiegen wird, während die NGOs anti-muslimischen Rassismus beschwören.
Die Generation der Tagesschau-Gewohnhheitszuschauer sitzt dann entsetzt vorm Fernseher, glaubt diesen ganzen Schwachsinn und rümpft über die Enkel die Nase, die plötzlich rechts wählen, während vor ihren Augen ihre Fußgängerzone sich in Beirut verwandelt, was sie als treue Zuschauer der Tagesschau aber nicht wahrhaben wollen, weil ihnen dort vom Heil der Vielfalt vorgeschwärmt wird.
Wir sind inzwischen in einer totalen medialen Phantasiewelt angekommen, die uns nicht nur belügt, sondern aktiv dazu beiträgt, unser Leben gefährlicher zu machen. Die öffentlich-rechtlichen Medien gehören zerschlagen.“
13. Juli 2025 um 13:37 |
Der Einzige und sein Eigentum von Max Stirner, ein Hörbuch gelesen von Sven Görtz