Posts Tagged ‘Religion’

Reichs Gründe der Abkehr von der Tagespolitik (Teil 9)

23. Juli 2021

von Robert Hase

Wo liegen die Probleme, will man die Sexualökonomie verstehen?

Reich zufolge ist es generell so, dass Personen, die von der Psychoanalyse zum Orgone Institute kämen, dazu neigen, sich an fehlerhafte Theorien wie die der „kulturellen Anpassung“ oder die Theorie der „Sublimierung“ zu klammern. Das ist natürlich unzulässig, denn die sexualökonomische Kulturkritik leitete sich ja gerade aus dem Nachweis der Fehlerhaftigkeit dieser Konzepte ab. Man kann von einem Kind nicht erwarten, dass es seine Genitalität „sublimiert“ und es gleichzeitig sexualökonomisch erziehen. Diese beiden Dinge schließen einander aus. Da der vorherige Psychoanalytiker sich nicht von diesen fehlerhaften Konzepten befreien kann, greift er auf irrationale Rechtfertigungen zurück, um nicht klar Stellung beziehen zu müssen und auf diese Weise in Schwierigkeiten zu geraten. [Zu diesem Punkt morgen eine Ergänzung von PN.]

Ähnlich gelagert sei das Beispiel eines Lehrers, der Sexualökonom werden wolle, aber seine Position in einer autoritären Schule beibehält. Er solle sie ruhig behalten, aber er kann dann nicht die sexualnegative Haltung seiner Schule mit der sexualökonomischen Orientierung des Instituts in Übereinstimmung bringen. Wenn er sich dieses Konflikts bewusst ist, kann er sich in seiner Schule auf das Beobachten beschränken, von aktiver sexualökonomischer Erziehung absehen und warten, bis die Bedingungen es ihm ermöglichen, erfolgreich vorzugehen. Verdrängt er dagegen seine Angst, seine Position zu verlieren, würde er irrational vorgehen; er würde entweder unklugerweise auf der Anwendung seines sexualökonomischen Wissens bestehen und sich damit nutzlos in Gefahr bringen, oder er würde das Institut mit nutzlosen Kompromissen belasten oder das Institut gar irrationalem Hass aussetzen.

Ein weiterer Fall ist ein Arbeiter, der aus einer sozialistischen Organisation kommt und versucht, die sozialistische Politik in die Orgonbiophysik und umgekehrt die Orgonbiophysik in die sozialistische Politik einzubringen. Seine Versuche, einen Kompromiss zu finden, sind irrational, denn die Sozialisten werden das sexualökonomische Prinzip nicht in ihr Programm aufnehmen wollen und die arbeitsdemokratische Lebensweise des Instituts ist unvereinbar mit dem sozialistischen Prinzip des herablassenden Mitleids mit den „Armen und Schwachen“. Der Sozialist wird fordern, dass „man“, beispielsweise, den Sanitärarbeitern Gleichheit „geben“ solle. Der Arbeitsdemokrat wird hingegen fordern, dass etwa die Sanitärarbeiter selbst die Verantwortung für die Sanitärversorgung tragen und mit dem Schutz, den die Gesetze ihnen gewähren, selbst für ihre Gleichberechtigung kämpfen sollen. Vorerst wollen die Sanitärarbeiter aber nur bessere Löhne (zu Recht), aber nicht die Verantwortung für die sanitären Anlagen in ihrer Ortschaft übernehmen.

Der religiöse Mensch stelle ein schwieriges Problem dar, wenn er zur Sexualökonomie komme. „Religion und Sexökonomie können in dieser Welt nebeneinander existieren, obwohl die Kirche uns nicht mag und wir den Mystizismus der Kirche nicht mögen.“ Sicherlich könne der Geistliche versuchen, den Platz zu verstehen, den die Biosexualität in der Religion einnimmt, während die Religion ein Untersuchungsfeld für die Orgonbiophysik bietet. Wie anderswo gelten auch hier, so Reich, die Gesetzmäßigkeiten des Wettbewerbs: Wer kann Menschen in ihrem Elend besser helfen, wer kann sie besser von Krankheiten befreien und besser lebendig funktionieren lassen? Das sollte auf praktische Weise gezeigt werden. Jedoch könne man nicht glauben, dass die Seelen im Himmel sind und gleichzeitig glauben, dass die Funktion der Seele mit dem Zerfall des orgonotischen Systems aufhört. Man könne nicht, ohne irrational zu werden, die Asexualität von Kindern fordern, Sexualität als Todsünde betrachten und gleichzeitig Kinder auf eine Weise erziehen, die sie zu einem natürlichen Liebesleben befähigt.

Auch hier sei das Arbeitsprinzip entscheidend. Ein Bauingenieur darf sich durch seinen Glauben an ein Glück im Jenseits nicht in seiner Arbeit stören lassen, aber bei einem Sexualökonomen ist ein solcher Glaube verhängnisvoll. So wenig, wie ein Geistlicher es dulden würde, dass Reich von seiner Kanzel aus einen Vortrag über die Störungen der orgastischen Potenz hielte, so wenig würde das Institut einen Geistlichen beauftragen, es in religiöser Sexualethik zu unterweisen.

David Holbrook, M.D.: SOLSCHENIZYN, DOSTOJEWSKI, GOTT UND DER KOMMUNISMUS / ÜBERLEGUNGEN ZU POLITIK, POLARISIERUNG UND DER FRAGE NACH DEM „GEIST“

20. April 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Solschenizyn, Dostojewski, Gott und der Kommunismus

Überlegungen zu Politik, Polarisierung und der Frage nach dem „Geist“

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Kosmischer Faschismus

19. März 2021

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Kosmischer Faschismus

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 28)

24. Februar 2021

Ursprünglich, d.h. im 19. Jahrhundert und auch noch weitgehend zu Reichs Zeiten, stand der Liberalismus dafür, daß jeder Herr seiner selbst sein sollte und der Staat einzig dafür da war, diese Souveränitätsrechte des Einzelnen gegen insbesondere religiöse Zumutungen zu schützen. Das kann man heute noch beispielsweise am „liberalen Abtreibungsrecht“ festmachen.

Tatsächlich hat sich der Liberalismus mittlerweile aber in sein diametrales Gegenteil verkehrt: den Pseudoliberalismus. Erste Anzeichen fanden sich bereits bei Reichs Auseinandersetzungen mit der „liberalen“ Presse in den USA und mit der „liberalen“, „Verbraucherrechte“ durchsetzenden Food and Drug Administration. – Plötzlich ist der Staat dazu da, die Religion der Political Correctness durchzusetzen und der souveräne Bürger wird zum Feindbild des vermeintlichen „Liberalen“. Ich verweise auf die staatlich unterstützte viehische Hetze gegen „Reichsbürger“, Libertäre, „Querdenker“, irgendwelche „Leugner“ (!) und wirklich jeden, der genuin liberale Ansichten vertritt.

Spiegelverkehrt bzw. auf den Kopf gestellt ist es bei der Rechten: wo zunächst die Konservativen die Autoritären waren und entsprechend Leute wie Reich kein gutes Haar an ihnen ließen. Insbesondere mißbrauchten sie den Staat, um die traditionelle Religion durchzusetzen. Noch vor wenigen Jahrzehnten konnte es dir passieren, daß dich am Sonntag die Polizei anhielt, weil du für den „Tag des Herrn“ zu leger gekleidet rumliefst! Heute hingegen treten die Konservativen gegenüber dem autoritären Staat praktisch für die gleichen Rechte ein, wie die klassischen Liberalen im 19. Jahrhundert.

Trotzdem ist die Parallele nicht durchgehend, denn während die Charakterstruktur der Konservativen gleich geblieben ist und sich nur die Umstände geändert haben, hat sich die Charakterstruktur der Liberalen tatsächlich geändert. Aufgrund seines mangelnden Kernkontakts ist der Liberale extrem labil und kann deshalb auf breiter Front zu einem Wesen werden, das nach außen hin zwar immer noch vorgibt „liberal“ zu sein, aber das nur tut, um desto effektiver sein sozialistisches und kommunistisches Gedankengut durchzusetzen, dessen Endziel die endgültige Vernichtung der Arbeitsdemokratie ist, weil er Kernfunktionen charakterstrukturell nicht ertragen kann.

Wilhelm Reich über den gegenwärtigen Loggdaun

7. Januar 2021

Wie konnte Corona zu einer sadomasochistischen Religion werden und die Massen dazu bringen, ihre Unterdrücker (etwa Södolf und das Ferkel) mehr zu lieben denn je? Der kleine Mann identifiziert sich mit diesen Horrorgestalten. Die freie Wirtschaft der kleinen Gewerbetreibenden, die Arbeitsdemokratie selbst, das Atmen selbst, „Liebe, Arbeit und Wissen“ verfolgt er mit einem untergründigen Haß – bis endlich die Gelegenheit auftritt, an dem er diesen Haß frei ausleben kann, dafür wird er Södolf und das Ferkel ewig lieben!

Es ist die „Massenpsychologie des Faschismus“. Wie Reich schrieb: „Der Gepanzerte mag in allen anderen Lebenslagen tolerant, ja liebreizend, freundlich und hilfsbereit sein. Er ist nur konsequent und rabiat, wenn er Lebendiges panzerfrei funktionieren sieht“ (Äther, Gott und Teufel, S. 70).

Sein destruktiver Haß richtet sich vor allem, es wäre nicht übertrieben zu sagen: einzig und allein, gegen alle echten und vollen Äußerungen des Lebendigen, gegen das Unwillkürliche, Hingegebene, Enthusiastische, Schwingende, Tolle und Törichte im Leben. Er richtet sich vor allem gegen das Unwillkürliche und Freie im körperlichen Bereiche. In seiner destruktiven Haltung gegen das Lebendige ist der gepanzerte Organismus ohne Rücksicht. Hier verlieren sich die Eigenschaften, die er sonst zum Ideal des menschlichen Verhaltens erhoben hat. Unter der Maske idealen oder hygienischen Verhaltens versteht es der gepanzerte Organismus, jede spontane Lebensregung in sich selbst und in anderen Organismen zu ertöten. (ebd., S. 68)

Er will mehr Unterdrückung, härter und konsequenter denn je! Seine Todesangst, die Angst vor dem Corona-Virus, ist in Wirklichkeit eine panische Angst vor dem Leben. Oder wie neulich jemand in einem Post auf Fähsbugg schrieb: „Nur weil jemand keine Angst vor Covid hat, leugnet er das Virus nicht automatisch. Er entscheidet sich nur für das Leben statt die Angst.“

„Du bettelst um Glück, aber Sicherheit ist dir wichtiger“ (Rede an den kleinen Mann, S. 35).

David Holbrook, M.D.: RELIGION, EMOTION UND VERNUNFT

4. Januar 2021

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Religion, Emotion und Vernunft

 

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 16)

30. Dezember 2020

Corona ist kein medizinisches, sondern ein soziales Problem – letztendlich ein bioenergetisches. Es hat damit zu tun, daß wir schnurrstraks dem Kommunismus entgegengehen. Dies hat drei Elemente:

  1. Wissenschaft, bzw. „Wissenschaft“, hat die Religion als Leitideologie vollständig verdrängt und wurde dabei selbst zur Religion („wissenschaftliche Weltanschauung“) oder mit anderen Worten: der konservative Mystizismus wurde durch den linken Mechanismus ersetzt. Dessen Dogmen folgt man mit der gleichen blinden Inbrunst wie einst den Dogmen der Kirche. Man glaubt Dinge, die vollständig unsinnig sind. „Stell dir vor, es gibt einen Impfstoff, der so sicher ist, daß du Angst haben mußt, ihn zu nehmen – für eine Krankheit, die so tödlich ist, daß man erst getestet werden muß, um zu wissen, daß man sie hat.“
  2. Da das Christentum, und damit sein „metaphysischer“ Trost, verschwunden ist, haben die Menschen eine „Todesangst vor dem Tod“. Schicksalsergebenheit ist ihnen fremd, weshalb jede vermeintlich neue Krankheit einen ähnlichen Schrecken einjagt, wie früher „der Leibhaftige“ (der Teufel) selbst. Man flüchtet sich in magische Handlungen (etwa das Maskentragen allein im Auto und im Wald), um die Gefahr zu bannen und legt alle Hoffnung in „ein Wunder“ (die Impfung).
  3. Letztendlich soll einen der säkulare Staat vor dem Tod retten. Dazu ist man gerne bereit sämtliche bürgerlichen Freiheiten und sogar seine wirtschaftliche Existenz zu opfern und sich mit Haut und Haar dem totalitären Staat unterzuordnen. Im Kommunismus gibt es (jedenfalls in der offiziellen „Wirklichkeit“ der Propaganda) keine Naturkatastrophen, keine Unfälle, keine Krankheiten und – keinen Tod.

Der „Tod Gottes“ war biophysisch betrachtet nichts anderes als die endgültige Trennung des Menschen von seinem bioenergetischen Kern. Der Mensch ging nunmehr vollkommen im Sozialen auf (die oberflächliche „soziale“ Charakterschicht) und wurde dergestalt ein leichtes Opfer der machttrunkenen kommunistischen Verschwörer, die nur vorgeben diesen „sozialen Idealen“ zu folgen, tatsächlich aber Repräsentanten der sekundären (faschistischen) Charakterschicht sind und entsprechende „tiefe“ (radikale) „Lösungen“ anbieten.

David Holbrook, M.D.: SOZIALISMUS ALS „ERSTE PHASE DER KOMMUNISTISCHEN GESELLSCHAFT“: DIE IDEOLOGIE, DIE ALLEM LINKEN DENKEN ZUGRUNDELIEGT / HAT SCHON MAL JEMAND DIE ÄHNLICHKEITEN ZWISCHEN POLITISCHER IDEOLOGIE UND RELIGIÖSER IDEOLOGIE BEMERKT?

28. Dezember 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Sozialismus als „erste Phase der kommunistischen Gesellschaft“: die Ideologie, die allem linken Denken zugrundeliegt

 

Hat schon mal jemand die Ähnlichkeiten zwischen politischer Ideologie und religiöser Ideologie bemerkt?

 

David Holbrook, M.D.: WELCHES WIRTSCHAFTSSYSTEM HILFT DEN MENSCHEN MEHR?

17. Dezember 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Welches Wirtschaftssystem hilft den Menschen mehr?

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Außerirdische Seelenfänger

5. Dezember 2020

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Außerirdische Seelenfänger