Posts Tagged ‘Religion’

Orgonomie und Christentum: Die Abfolge Heidentum – Christentum – Neoheidentum – Orgonomie (Teil 5)

14. Januar 2020

Heute wo wir aus demographischen und kulturellen Gründen (die Islamisierung und der satanische Einfluß des 68er-Gesindels) sehen müssen, wie die europäisch-christliche Kultur dem sicheren Untergang entgegentaumelt, sehen wir, was wir verlieren. Die romantische Liebe verschwindet und wird durch eine frustrierende Fickerei ersetzt; die Wissenschaft löst sich in nichts auf, weil heute gewissenlose „Wissenschaftler“ nur noch unreproduzierbaren Müll veröffentlichen. Ein Wissenschaftsskandal jagt den anderen! Was wir sehen ist die Rückkehr des Heidentums in Gestalt dessen, was Charles Konia als das „antiautoritäre Zeitalter“ bezeichnet hat.

Wo ist der Ausweg? Den findet man, wenn man ergründet, was das Christentum in seinem Grundwesen ausmacht: erstens können Menschen dir vertrauen, nicht etwa, weil du an Gott glaubst und Angst vor Strafe hast, sondern weil du, die Welt und Gott in einem Vertrauensverhältnis verbunden seid (das im dreieinigen Gott vorgezeichnet ist); zweitens sind Mann und Frau nicht nur durch den Sexus miteinander verbunden, sondern sie verkörpern in ihrer Vereinigung die göttliche Liebe. Wie gesagt zerfallen diese beiden Grundelemente der christlichen Zivilisation, das Reich Gottes auf Erden, gegenwärtig zu nichts. Was bleibt ist Hinterhältigkeit, Gemeinheit und „Sex“. Das Ziel der sozialen und medizinischen Orgonomie ist die Vernichtung der Emotionellen Pest und die Befreiung der Genitalität. Entweder wird sie das Christentum in seiner Bedeutung ersetzen oder die Menschheit wird nicht überleben. Das hat nichts mit „Religion“ oder gar mit Mystizismus zu tun, aber alles mit der Bioenergetik (bzw. der Charakterstruktur) des Menschentiers.

Paul Mathews: Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

28. Dezember 2019

 

Paul Mathews:
Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

 

Mechanismus und Mystizismus bei Liberalen und Konservativen

25. Dezember 2019

Während der Liberale nur in seinem Kopf lebt (Zentrales Nervensystem, energetisches Orgonom), ist der Konservative bioenergetisch besser integriert. Dementsprechend ist das gesellschaftliche Leben des Konservativen: er geht mit Menschen rein instinktiv um, er geht aus seinem Bauch heraus mit Menschen um (Autonomes Nervensystem, orgonotische Pulsation). Er ist nicht „gesellschaftlich engagiert“, wie der Liberale sagen würde, nicht „sozial bewußt“. Hingegen ist das Innenleben des Konservativen durchaus „bewußt“ und „wach“, d.h. er „beherrscht sich“, „führt sich selbst“ und handelt verantwortlich. Er ist ein Erwachsener, d.h. wenn er etwas braucht, handelt er dementsprechend; bei Schmerzen geht er zum Arzt usw. Er handelt in seinen persönlichen Angelegenheiten achtsam und man kann mit ihm auf rationale, logische Weise diskutieren, obwohl es vielleicht alles ein bißchen mechanisch wirkt.

Natürlich neigt der Konservative zum Mystizismus in gesellschaftlichen Fragen (siehe die Ausführungen von Baker, Mathews und Konia), aber hier beziehe ich mich auf sein persönliches Alltagsleben. Die Starrheit der autoritären Gesellschaft, der Militarismus, das rigide Geschäftsleben, oder etwa die mechanische Art und Weise, wie Weihnachten in der Familie organisiert ist; all das, was Reich in Was ist Klassenbewußtsein? (1934) und Die Massenpsychologie des Faschismus (1933-1942) beschrieben hat. Die Nazis waren zweifellos Mystiker, aber der Alltag war äußerst mechanisch. Oder nehmen wir die Religion. Ihr Inhalt ist mystisch, aber die tatsächlichen Rituale und das Alltagsleben sind eine Karikatur des Mechanismus und von einer absurden Zwangsneurose nicht zu unterscheiden.

Der verkopfte Liberale versucht, das gesellschaftliche Leben zu kontrollieren, er analysiert alles zu Tode. Alles dreht sich um soziale Feinabstimmung und Mikromanagement. Das gesellschaftliche Leben ist für ihn kompliziert, unendlich komplex, aber gerade deshalb sein Gegenstand von Überlegungen und Planungen. Man ist verantwortlich für das, was in der Welt passiert (Schuldgefühle). Gleichzeitig fehlt seinem Innenleben Orientierung, d.h. er ist nicht in der Lage, sich selbst zu regulieren, und er ist Spielball äußerer (sozialer) und innerer (emotionaler) Kräfte – und empfindet sich so. Es ist ja alles so „ungerecht“ und ständig fühlt er sich „betroffen“ bzw. fühlt „Betroffenheit“. Er ist verantwortungslos und kann nicht von sich aus rational handeln und wartet daher auf Anweisungen und darauf, daß die Gesellschaft (andere Liberale!) sein Leben verwaltet. Er handelt nicht, er reagiert, und es ist unmöglich, mit ihm ein vernünftiges Gespräch von einer unabhängigen verantwortlichen Person zur anderen zu führen. Vielleicht findet man hier und da etwas auffällig Funktionales in seinen Argumenten, aber in all der emotionalen Verwirrung bleibt es isoliert.

Man schaue sich den ehemaligen Ostblock an, insbesondere die DDR: Das gesellschaftliche Leben war absolut mechanisch bis zum Äußersten, während auf persönlicher Ebene alle möglichen Freiräume herrschten. Das Mechanische schaffte bzw. hinterließ Leerräume, ließ Freiräume. Man denke nur an Phänomene wie Rolf Schilling oder auch Solschenizyn oder gar an die „psychotronische“ Forschung in der UdSSR und der Tschechoslowakei.

Das Problem mit dem Konservativen ist, daß er die Gesellschaft als naturgegeben betrachtet. Für ihn ist die Gesellschaft, in die er hineingeboren wurde, zumindest eine traditionelle Version derselben, „natürlich“ und so, wie die Dinge sein und bleiben sollten. Der Liberale hingegen spürt, daß mit der Gesellschaft etwas grundlegend falsch läuft und geändert werden muß. Aber leider tragen fast alle Änderungen, die er verbreitet und zu institutionalisieren versucht, nur zur Verwirrung bei. Dies liegt daran, daß er keine Möglichkeit hat, in sich selbst zu schauen, um die bioenergetische/charakter-strukturelle Grundlage aller Irrationalität in dieser Welt zu erkennen. Stattdessen „verändert er die Gesellschaft“ auf verantwortungslose Weise ohne Sinn und Verstand. Der Konservative hingegen ist in der Lage, verantwortungsbewußt zu handeln, aber er ist taub und blind für die soziale Tragödie, die ihn umgibt. Alles ist in Ordnung – während, etwa durch den Katholizismus, eine junge Seele nach der anderen getötet wird.

Das Gegenteil beim Liberalen: während für ihn alles Soziale nur ein „Konstrukt“ ist, sieht er sein Innenleben als natürlich und unveränderlich an. (Deshalb sind ihm auch Homosexualität und alle möglichen anderen Neurosen und Perversionen „ganz natürlich“!) Orgontherapie ist ihm grundsätzlich fremd, weil sie etwas verändern will, nämlich den Charakter, der etwas ist, das er einfach nicht erfassen kann; ein Konzept, zu dem er einfach keinen Zugang findet. Aus genau diesem Grund ist die Charakteranalyse für die Behandlung des Liberalen so wichtig: um ihn darauf aufmerksam zu machen, daß es so etwas wie einen „Charakter“ gibt. In ähnlicher Weise ist es wichtig, den Konservativen der sozialen Orgonomie (die historisch auf den „Freudo-Marxismus“ und die „Sexpol“ zurückzuführen ist) auszusetzen, weil er keinerlei Sensorium dafür hat, daß „Gesellschaft“ als etwas existiert, das geändert werden kann und muß.

Buchbesprechung: THE FREUDIAN LEFT von Paul A. Robinson (Teil 2)

22. Dezember 2019

von Paul Mathews, M.A.

 

Für diese Phase seiner Bewertung von Reich greift Robinson auf die verleumderischen Verzerrungen von Mildred Edie Bradys New Republic-Artikel vom 26. Mai 1947 zurück: „[Reich] etablierte bald eine lukrative Privatpraxis.“ „Orgonenergie konnte verwendet werden, um eine beliebige Anzahl von psychischen und physischen Krankheiten zu heilen, von Hysterie bis Krebs.“ „[Er] beobachtete die blaue Färbung von sexuell erregten Fröschen.“ Etc., etc. (Alles Kursive von mir – P.M.) Darüber hinaus wird Reich zu einem „religiösen Denker“, der „zu dem Schluss kam, dass die Religion, auch wenn sie reaktionär ist, der legitime Vorläufer seiner eigenen Wissenschaft ist“. Dies leitet er aus seiner offensichtlichen Fehlinterpretation von Christusmord und Die kosmische Überlagerung ab. Reich wird erneut eine „anti-intellektuelle Voreingenommenheit“ vorgeworfen, da Robinson, wie Rieff, nicht in der Lage ist, zwischen dem Intellekt als Abwehr und dem Intellekt des Kerns zu unterscheiden. Auf besonders raffinierte Weise missbraucht er Reichs Spekulation, Selbstwahrnehmungsprozesse könnten für den Ursprung der menschlichen Panzerung verantwortlich gewesen sein und behandelt sie wie ein Dogma: „Gleichzeitig erreichte die anti-intellektuelle Voreingenommenheit, die implizit in allen von [Reichs] Gedanken enthalten ist, schließlich eine explizite Formulierung: Der Mensch wusste zu viel für sein eigenes Wohl“ (S. 70).

Robinson ist besonders nachtragend gegenüber Reichs Konzept der emotionellen Pest und sagt: „Er hypostasiert alle Kritiker seiner Theorien zu ‚die emotionelle Pest‘ und erweist sich damit Freud mehr als ebenbürtig, was die Kunst des ad hominem-Arguments betrifft.“ Hier zeigt er nicht nur seine Unkenntnis der Definition der Pest durch Reich sowie von dessen wahren Motiven, sondern versucht auch, sich selbst gegen eine möglicherweise berechtigte Anschuldigung zu immunisieren.

Nachdem er eingeräumt hat, dass Reichs Gefühl der Verfolgung durchaus gerechtfertigt ist, kommt er zu dem Schluss: „Das war das traurige, aber (man kommt um das Gefühl nicht herum) angemessene Ende einer Karriere, die so zutiefst ernst und hoffnungslos grandios war, dass sie unmerklich in eine Farce verblasste“ (S. 73). Man kann sich nur fragen, warum Robinson überhaupt behauptet, Reich zu bewundern. Die Antwort liegt zweifellos nicht nur darin, dass er die Größe Reichs schemenhaft erahnt, sondern auch darin, im Namen der Sexualbejahung und unter dem Vorwand eines bewundernden Freundes, der ausgesprochen fair ist (vgl. S. 69, 70), die Bedrohung durch Reichs Theorie der Genitalität zu beseitigen; und natürlich auch in seinem Wunsch, durch „Neuinterpretation“ sich jener Aspekte von Reichs Werk zu bemächtigen, von denen er glaubt, dass sie seine politische Voreingenommenheit bestärken und bestätigen – was er in seiner Einleitung einräumt. So ist sein expliziter Vorsatz in diesem Buch, Freud selbst zu radikalisieren (in der Marcusianischen Wortbedeutung bzw. der der Neuen Linken) und jene Vertreter des „Freudschen“ Denkens, deren Theorien – speziell im sexuellen Bereich – revolutionäre Auswirkungen im politischen Sinne haben. Tatsächlich ist dies ein modernes Gegenstück (mit sehr unterschiedlichen Motivationen) zu Reichs seit langem aufgegebenem Versuch, Freud und Marx zu verschmelzen.

Robinson abstrahiert bei Roheim jene Aspekte seiner anthropologischen Erkenntnisse, die die Idee der Unvereinbarkeit von Kultur und Gesundheit unterstützen, insbesondere dessen Studien über die australischen Ureinwohner, deren Kindererziehung in jeder Hinsicht sexuell frei war, außer dem Inzesttabu (was Freuds Konzept des Urverbrechens unterstützte). Er führt Roheims Konservatismus bei der Lösung des Dilemmas der westlichen Gesellschaft auf dessen Loyalität zu Freud und die Fixierung auf den Pessimismus von Das Unbehagen in der Kulturc zurück. Robinson ist besonders beeindruckt von Roheims Erkenntnis, dass „der Schlüssel zum Wohlbefinden der Primitiven in der allgemeinen Permissivität ihrer Kultur [liegt]“. Dies ist ein wichtiger Punkt, da es mit der Identifikation des Autors mit Marcuse zusammenhängt. Freuds „Radikalismus“ läge in seinem Konzept eines Antagonismus zwischen Trieb und Kultur sowie in seinem Konzept des Todestriebs, den Norman Brown und Marcuse interessanterweise auf unterschiedliche Weise in ihre Philosophien aufgenommen haben.

 

Anmerkungen des Übersetzers

c Das Unbehagen in der Kultur ist der Titel einer 1930 erschienenen Schrift Sigmund Freuds.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 4 (1970), Nr. 1, S. 136-140.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Wie hältst Du es mit der Religion?

7. Dezember 2019

Es gibt zwei Arten von Religion. Die eine ist mit dem Kernkontakt assoziiert, es ist die Religion, die eng mit unserem Sozialleben verbunden ist („Sonntagsgottesdienst“), die andere ist die Privatreligion, die „Spiritualität“, der insbesondere schizophrene Charaktere frönen. Die erstere interessiert den Soziologen, die letztere (man denke nur an all die „Buddhisten“ und „Sufis“, die einem so über den Weg laufen!) den Psychiater… Hier soll es nur um geistig einigermaßen gesunde Menschen gehen.

Gretchens Frage: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“, ist natürlich die Frage, ob man an Gott glaubt und sich dazu öffentlich bekennt. Letztendlich ist es die Frage, ob man sich einer letztgültigen moralischen AUTORITÄT unterwirft. Die Gretchenfrage ist deshalb DIE zentrale Frage der autoritären Gesellschaft. Nur als konsequenter Atheist konnte man sich von dieser befreien. Von daher all die Seelenqualen in den Werken eines Goethe oder Nietzsche. Deshalb die zentrale Rolle, die der Atheismus im Marxismus und in der Psychoanalyse spielte. So erklärt sich die große Bedeutung, die der Gottesglaube in Die Massenpsychologie des Faschismus innehat. Es ging um die FREIHEIT, d.h. um die Befähigung zur Selbststeuerung!

Die Zeiten haben sich drastisch geändert, die autoritäre Gesellschaft wurde zu einer antiautoritären und entsprechend verflüchtigte sich die Religion zu der überhandnehmenden anfangs beschriebenen unerträglichen Schizoscheiße (die perverserweise insbesondere bei „Reichianern“ verbreitet ist). Heute ist der Glaube an Gott, d.h. an eine „höhere Macht“, eine höhere PERSONALE Macht, an eine letztendliche AUTORITÄT, etwas, was im allgemeinen Chaos die individuelle VERANTWORTUNG und damit heute die Befähigung zur Selbststeuerung stärkt!

Eure „Spiritualität“ könnt ihr euch sonstwo hinstecken, aber die Sache mit Gott, also konkret mit dem Christentum, sieht die Orgonomie heute etwas differenzierter. Aus dem einstigen Todfeind der Selbststeuerung ist ein Freund geworden. Das gilt selbst für Kinder, die heutzutage in einem satanischen Jauchenpfuhl aus Niedertracht und Gemeinheit (und nichts anderes ist unsere heutige „Kultur“) im Glauben an Gott einen Lichtstrahl in der universellen Finsternis haben, einen Anker im Guten, Wahren und Schönen, einen Halt in der alles mit sich reißenden Schlammlawine.

David Holbrook, M.D.: FREIHEIT IST SELBSTREGULATION

6. Dezember 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Freiheit ist Selbstregulation

 

nachrichtenbrief144

4. Dezember 2019

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 38

30. November 2019

orgonometrieteil12

38. Orgonphysik und Orgontherapie

Paul Mathews: People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

1. November 2019

 

Paul Mathews:
People’s Temple: eine Fallstudie über Faschismus und die Emotionelle Pest

 

Die funktionelle Auffassung von der Idee der Seele

11. September 2019

Dr. Charles Konia über den religiösen Wahn:

Die funktionelle Auffassung von der Idee der Seele