Orgonenergie-Akkumulator und Neurose

In seiner Rückschau von 1942 beschreibt Reich seine Weiterentwicklung der Freudschen Libidotheorie Mitte der 1920er Jahre wie folgt: die auf seelischen Konflikten beruhende Neurose (Ödipuskomplex, Kastrationsangst) hat einen körperlichen aktual- bzw. stauungsneurotischen Kern (sexuelle Frustration). Die Sexualstörung beruht wiederum auf seelischen Bedrängnissen.

Die Sexualerregung ist ein ausgesprochen körperlicher Vorgang. Die Konflikte der Neurose sind seelischer Art. Es kann nicht anders sein, als daß ein geringer Konflikt, an sich normal, eine kleine Störung des sexuellen Energieausgleichs herbeiführt. Diese kleine Stauung verstärkt den Konflikt, und dieser wieder die Stauung. Derart heben psychischer Konflikt und körperliche Erregungsstauung einander gegenseitig in die Höhe. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 88f)

Stauung und Konflikt schaukeln sich gegenseitig hoch.

Ähnlich beschreibt Reich zwei Jahrzehnte später die Wirkung des Orgonenergie-Akkumulators: die Energiefelder der beiden Orgonsysteme (Akkumulator und Akkumulatorbenutzer) schaukeln sich durch orgonotische Erstrahlung, die Reich bei der Beobachtung von Bionen entdeckt hatte, wechselseitig hoch.

Genauso wie der Kontakt zweier Bione in eine orgonotische Erstrahlung ausläuft, erstrahlt auch das Blut und das Zellsystem im Kontakt mit dem Orgonfeld des Akkumulators. Dieser Kontakt der beiden Orgonsysteme [Akkumulator und Akkumulatorbenutzer] führt zu einer Steigerung des Orgonenergiewechsels im Organismus, dem nun die belebende Wirkung der Orgon[akkumulator]therapie zugeschrieben werden muß. (…) Wir haben es also im Falle der Orgontherapie mit sexualenergetischen Vorgängen im strengen biophysikalischen Sinne des Wortes zu tun. Nur so wird verständlich, daß so viele Kranke, die an Stillstand der biologischen Energieumsetzungen leiden, [durch die Behandlung mit dem Akkumulator] sexuelle Erregungen und eine Sexualstauung entwickeln. (Der Krebs, Fischer TB, S. 322f)

Der Krebskranke ist typischerweise „buddha-artig“ milde und entspannt, stoisch, frei von Sexualstauung und deshalb „unneurotisch“. Umgekehrt ist die Neurose so etwas wie der Versuch einer Selbstheilung, eine, wenn man so will, „autonome Akkumulatorbehandlung“: die seelische Bedrängung aktiviert das körperliche Energieniveau und der wachsende Energiepegel „macht aus jeder Fliege (jeder psychischen Irritation) einen Elefanten“. Am Ende dieses energetischen Hochschaukelns steht typischerweise der „Herzkasper“ oder ein ähnliches dramatisches Symptom der wachsenden Sexualstauung – als habe man viel zu lang im Orgonenergie-Akkumulator gesessen und leide unter einer Überladung.

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5 Antworten to “Orgonenergie-Akkumulator und Neurose”

  1. Avatar von claus claus Says:

    Manche bezweifeln, dass es Überladung gibt. Es gebe vielmehr nur ‚gutes‘ Orgon einerseits und ‚böses‘ DOR andererseits. Oder bedeutet ein Zuviel an Orgon sogleich ein qualitatives Umschlagen? Was passiert mit jemandem, den man in einen ORAC eingesperrt hat?

    • Avatar von Peter Nasselstein Peter Nasselstein Says:

      Naja, es gibt ja die Überladungsbiopathien, etwa die Westphälischen Bollerköpfe mit ihren aufgedunsenen roten Gesichtern, die immer wirken, als würden sie gleich explodieren, wobei die unteren Gliedmaßen merkwürdig anorgonotisch wirken. Das Orgon ist ORANURartig übererregt, die Ladung viel zu hoch und entsprechend der „antigravitative“ Drang nach oben. Ist das ausgebrannt, folgt die DORige Krebsbiopathie mit Schwere, Träge und „Implosion“. Alles folgt der Gravitation. Hohe Orgonladung muß immer mit einem hohen Umsatz einhergehen. Leute wie Reich oder Kennedy haben keine drei Tage ohne Frau ausgehalten. Fehlt das, kommt es nicht etwa zu einer immer weiteren Ladung, sondern ganz im Gegenteil wird die Ladung abgebaut – weil das Ventil fehlt.

      Das ist keine zufriedenstellende Antwort, aber alles, was ich jetzt zuwegebringe.

  2. Avatar von O. O. Says:

    Claus, deine Fragen sind sehr gut! Einig sollten sich alle sein, dass Überladung nicht gut sein kann. Es bleibt die Frage, mit was überladen wurde? OR, DOR oder ORANUR stehen zur Wahl. Manche mischen das ja auch mit „irgendwas“ (einem Teufelszeug).

    Der ORAC ist eine Anwendung der OR-Physik. Da gelten erstmal die von Reich aufgestellten Prinzipien/ Regeln: 1. eine OR-Therapie machen, um sensibler werden zu können. 2. Spüren, um welche Energie es sich handelt.

    Es gilt also: ohne 1 kein 2.

    3. Sind die Bedingungen erfüllt worden, kann vorsichtig Phase 3 der eigene Bau u. Umgang mit eine ORAC gegonnen werden.

    Und hier beginnt Problem Nr. 1 von Reich: Er hat keinen zuverlässigen Bauplan erstellt! Und das führt zu Problem Nr. 2 „der Überladung“ (mit irgendwas). Daraus folgt , wenn man dies nicht zu korrigieren weiß, Problem Nr. 3, dass man schnell erkranken wird. Problem Nr. 4 löst alle Probleme auf seine Weise: Das kann folglich zum Exitus führen [wenn die Medizin einen nicht mehr retten kann bzw. man glaubt, es selbst hinzubekommen.].

    In der Praxis sieht es so aus: Bedingung/Regel 1 und 2 werden ignoriert und ein „Experte“ (Reichianer) erzählt, „er wisse alles“ u. beweist es bspw. mit einer mündlichen Überlieferung von Hoppe (oder wen auch immer), der Reich 2-3 x gesehen habe. Daher sei sein Akku „der Richtige“ (Originale). Hinzugefügt wird ein „Haftungsausschluss“ – da es kein medizinisches Gerät sei, und jeder Anwender/ Käufer sei für sich selbst verantwortlich und soll es nur „experimentell“ verwenden. Bei Krankheitssymptomen heisst es dann, „Bitte fragen sie einen Energetischen Mediziner/ Orgonmediziner“ (Kumpel des Verkäufers). Dieser hilft dann mit dem schlauen Hinweis: Sie dürfen das Gerät nicht benutzen.

    Der smarte Leser wird jetzt vielleicht verstanden haben: Wenn der ORAC die Lösung ist, dann will ich mein Problem zurück.

    (copyright 2026 by O.)

  3. Avatar von O. O. Says:

    Hier die typische Desinformation einer „Todes-Orgon-Box“:

  4. Avatar von O. O. Says:

    Hier wird der Akku nach Reichs Vorstellung „genau nach den Bauanleitungen von Wilhelm Reich auf unsere Materialien und Maße angewandt“, das heißt hier im Klartext es wird Schafswolle 1996 benutzt, die Reich wohl niemals nutzte. Gebauer hingegen nahm 1986 Glaswolle in seiner Studie.

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