Posts Tagged ‘Ödipuskomplex’

Der ödipale Hintergrund der Umvolkung

30. Mai 2018

Für junge Abenteurer und Kriminelle aus dem mythischen „Südland“ ist Geld im Überfluß vorhanden inklusive Milliarden für Rücklagen, die gegen jedes Gesetz im Bundeshaushalt versteckt werden, während Rentner, die ihr ganzes Leben lang geschuftet und dieses Land aufgebaut haben, Pfandflaschen aus Abfalleimern angeln müssen und Pflegedienste Kunden ablehnen, weil es zu wenige Pflegekräfte (die mit einem Hungerlohn abgespeist werden) gibt.

Niemand, wirklich niemand, spricht über die wahren Hintergründe dieser grotesken Tragikomödie: es ist die unbewußte Rebellion gegen und die Rache an den Eltern. Die Neurose, d.h. der Ödipuskomplex, wird auf dem sozialen Schauplatz ausgelebt. Das „Establishment“ (der Staat) wird ruiniert, die Elterngeneration in den Orkus gestoßen und das eigene Volk (die Reihe der Ahnen) aktiv vernichtet. Bioenergetisch betrachtet richtet sich alles gegen den biologischen Kern. Diese Zusammenhänge haben Elsworth F. Baker in Der Mensch in der Falle und Charles Konia in The Emotional Plague auf Reich aufbauend offengelegt. Im Vergleich dazu kann man durchweg sämtliche soziologischen und psychologischen Analysen des Geschehens getrost vergessen.

Der verdrängte Christus: 7. Die Beschneidung

19. Mai 2018

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

7. Die Beschneidung

Der genitale Charakter und die genitale Welt

13. April 2018

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

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Peter liest das Kapitel „Probleme gesunder Kinder während der ersten Pubertät“ von KINDER DER ZUKUNFT

26. Januar 2018

Das Kapitel „Probleme gesunder Kinder während der ersten Pubertät (3.-6. Lebensjahr)“ ist der erste vorher unveröffentlichte Text im Buch. Also er wurde im Jahre 1983 im amerikanischen Original Children of the Future das erste Mal veröffentlicht. Der Laie staunt und der Experte wundert sich, denn das Archiv wurde doch erst 2007, also 50 Jahr nach Reichs Tod geöffnet. Solange sollte es nach Reichs Letztem Willen versiegelt bleiben.

In dem Kapitel wird „David“ beschrieben, Sohn „eines Arztes“. Tatsächlich ist es die Fallgeschichte von Peter, Reichs Sohn. Es gehört also mehr oder weniger zu Reichs „autobiographischen Schriften“.

Eines der Themen handelt davon, daß Reich das OIRC (orgonomic infant research center, Zentrum für orgonomische Kinderforschung) von Anfang an vor der Irrationalität, der Emotionellen Pest des damals von der Psychoanalyse beherrschten Feldes schützen wollte, indem er von vornherein zwei Tabus in den Mittelpunkt stellte und überwinden wollte: die Genitalität des Kindes und das Berühren des kindlichen Körpers. Alles ganz entsprechend dem Vorgehen in der Orgontherapie von Erwachsenen. Entsprechend beschreibt er die ersten Ansätze der Orgontherapie bei Kindern, die er damals entwickelte. Das ist weitgehend sozusagen „überzeitlich“, doch wie bereits angeschnitten hat es auch einen an die damaligen Zeitumstände gebundenen Aspekt: die Abgrenzung von der Psychoanalyse.

Kinder wollen nicht berührt werden. Es ist für sie eine schlimme Tortur von irgendwelchen „Tanten und Onkeln“ betatscht und abgeschmatzt zu werden. Berührungen sind nur OK, wenn sie von den Kindern selbst ausgehen oder das ganze in einem Spiel geschieht, wie etwa in einer „Spieltherapie“. Erst recht sollte die Sexualität von Kindern ein absolutes Tabu sein. Das einzige, was man machen kann, ist ihre Lebensfreunde, ihre expansive Lebensenergie vorbehaltlos zu unterstützen, unter keinen Umständen moralisch auf ihre sexuellen Äußerungen und Verhaltensweisen reagieren und vor allem ihre Privatsphäre achten, wenn sie beispielsweise irgendwelche „Doktorspiele“ mit Gleichaltrigen betreiben

Die Gefahr besteht nun, daß Reichs damaliger, wie gesagt zeitgebundener Ansatz (Kampf gegen den Einfluß der alptraumhaften Psychoanalyse, die am liebsten alle Zärtlichkeiten unterbinden wollte, um den Ödipuskomplex nicht zu aktivieren), heute, in einer grundsätzlich anderen gesellschaftlichen Atmosphäre grundlegend mißverstanden und so ins Gegenteil verkehrt wird.

Dazu eine bezeichnende Szene. Ein kleiner Junge, vielleicht Vier, ist zu Gast. Alle können sich nicht wieder einkriegen: Knuddeln, überbordende Freundlichkeit, großes Theater. Nur ich bin zurückhaltend und der einzige, der seine Arme am eigenen Körper läßt. Resultat, der Kleine hielt sich an mich, konnte nur in meiner Gegenwart entspannen und spielen. Entsprechend auch die überraschten Kommentare der anderen mir gegenüber. Er spürte schlicht, daß ich ihm RESPEKT entgegenbrachte. – Beim „affigen“ Verhalten der Erwachsenen kleinen Kindern gegenüber geht es nie darum, das Bedürfnis der Kinder nach Kontakt und Nähe zu befriedigen, sondern um die krankhaften Bedürfnisse der Erwachsenen! Das behandelt Reich Ansatzweise übrigens in seinem „Eltern als Erzieher“ aus dem Jahre 1926, das in diesem Buch rätselhafterweise fehlt…

Das absolut Fatale an der deutschen Ausgabe ist die ungeschickte Übersetzung, die Reich in einem Licht dastehen läßt, das unangemessen ist. Es tut mir leid, besserwisserische destruktive Nörgelei am ersten Reich-Buch, das seit 20 Jahren erschienen ist, hin oder her, aber: „It also appeared senseless to speak of ‘giving sex information’ to children who never had occasion to see spontaneous mating in nature.” „Mating“ hat im englischen eindeutig zoologische Konnotationen, während in der Übersetzung beim mißwilligen Leser ein Begriffsfeld des Sexhorrors aufgetan wird: „Es macht keinen Sinn, Kindern ‚sexuelle Informationen‘ zu geben, wenn sie nie die Gelegenheit hatten, spontane Begattung in der Natur zu sehen und zu erleben“ (S. 45). Wie konnte aus „to see“ „sehen und erleben“ werden? Und Rehe, Hunde und Kühe „begatten“ sich nicht, das macht der Gatte mit seiner Gattin, sondern sie paaren sich, werden gedeckt, etc.!

Reich wird hier Opfer einer übersetzerischen Undiszipliniertheit, die einen verwundert zurückläßt. Und was lesen gedanklich undisziplinierte Leser da alles rein? Kinder sollen in freier Natur das Begatten nicht nur sehen, sondern auch „erleben“?!

Da wir nun mal beim Übersetzen sind: Wie konnte aus „hot potato“ eine „heiße Tomate“ werden?! (S. 37). Wie aus „homo normalis“, ein feststehender Begriff in der Orgonomie, ein „Normalbürger“ (S. 62). Wie kann man so undiszipliniert übersetzen? Dreimal, geschlagene dreimal, habe ich das Buch irritiert beiseite gelegt, als ich über diesen Satz stolperte: „Eine disziplinierte Umgebung beruht auf der Unterdrückung der natürlichen, primären, selbstregulierten Gefühle und diese vereitelte emotionale Struktur antwortet darauf in Übereinstimmung mit der disziplinierten Umgebung, indem sie diese unterstützt und reproduziert“ (S. 54). Meine Güte! Reich hat nichts gegen eine „disziplinierte Umgebung“, sondern etwas gegen ein „disciplinary environment“: eine disziplinarische Umgebung! Es geht nicht um irgendwelche „Gefühle“, sondern um Emotionen! Die emotionale Struktur ist nicht „vereitelt“, sondern ausgebremst, behindert, kurz: verkrüppelt.

Die zumindest teilweise ungeschickte Übersetzung ist so bedauerlich, weil dieses Kapitel von Reichs damals geplantem Buch über die „Kinder der Zukunft“ zum Besten und Wichtigsten gehört, was er je geschrieben hat. Beispielsweise macht er unmißverständlich klar, daß es bei Kindern keine natürliche „Analität“, keine „natürliche, angeborene“ Lust an Ausscheidungen gibt (S. 39). Die meisten Reichianer haben offenbar nie davon gehört… Auch findet sich beispielsweise eine sehr eingängige Erklärung dafür, daß es nicht um Symptome, sondern um die charakterliche Reaktionsbasis geht. Ich wollte dieses Konzept Reichs immer im Blog erklären, bin aber stets gescheitert. Allein schon wegen dieses Abschnitts lohnt sich der Erwerb und die Lektüre des Buches!

ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? b. Alice Miller und der sexuelle Kindesmißbrauch

25. Januar 2018

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ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? b. Alice Miller und der sexuelle Kindesmißbrauch

WR = Weltrevolution

12. Dezember 2017

Wolf E. Büntig schreibt in seinem bemerkenswert guten Beitrag über Reich zum fünfzehnbändigen Kompendium Die Psychologie des 20. Jahrhunderts aus dem Jahre 1977:

Freud (griff) am Ende seines Buchs Das Unbehagen in der Kultur Reichs Frage auf, ob nicht die Diagnose gerechtfertigt wäre, daß viele Erscheinungen der Zivilisation oder gar die ganze Menschheit unter dem Druck der zivilisierenden Einflüsse neurotisch geworden sind. Freud sah zwei prinzipielle Schwierigkeiten: Für die Untersuchung und Diagnose der Neurose der Kultur fehlten Vergleichsmöglichkeiten, wie man sie bei der Untersuchung des Einzelneurotikers hatte, den man dem Gesunden gegenüberstellen konnte, und schließlich stellte sich die Frage, was denn der Sinn der besten Analyse der sozialen Neurose wäre, wenn niemand die Macht hätte, die Gemeinschaft zu zwingen, sich der Therapie zu unterziehen. „Trotz aller dieser Erschwerungen darf man erwarten, daß jemand eines Tages das Wagnis einer solchen Pathologie der kulturellen Gemeinschaften unternehmen wird“ (Freud). Doch diese Frage blieb für Freud offen. Er selbst und die offizielle Psychoanalyse haben sich nie um eine Antwort bemüht. Insgesamt jedenfalls war die Reaktion der bei der Kulturdebatte Anwesenden Reichs Vorstellungen gegenüber kalt und ablehnend. Die Kluft zwischen Freud und Reich war tiefer denn je.

Es gibt keine Vergleichsmöglichkeiten, um entscheiden zu können, was an Gesellschaften krank ist und es gibt ohnehin keinen Therapieansatz für ganze Gesellschaften. So Freuds Haltung in der Kulturdebatte zwischen ihm und Reich.

Was zunächst einmal die „Therapie“ der Gesellschaft betrifft war Reichs Ansatz von Anfang denkbar einfach. Es geht schlicht um die Aufklärung der Massen. Ein Freud hatte nicht mehr beizutragen als die sterile „Psychopathologie des Alltagslebens“. Dank seiner Kenntnisse aus der Entschlüsselung der Funktion des Orgasmus und aus der Charakteranalyse konnte Reich hingegen eine ganz andere Ebene ansprechen, nämlich die der Sexualökonomie bzw. Bioenergetik. Diese Ebene war fruchtbar, denn auf ihr bot sich unmittelbar die Möglichkeit des Vergleichs an. Zunächst einmal durch das von Bronislaw Malinowski vermittelte Wissen über die Trobriander im fernen Melanesien, deren Gesellschaft insbesondere bewies, daß der Ödipuskomplex kein unentgehbares Schicksal ist und eine geregelte Sexualökonomie möglich ist. A.S. Neills Projekt „Summerhill“ und schließlich Reich eigenes Projekt „Kinder der Zukunft“ zeigten, daß es durchaus möglich war, innerhalb der gepanzerten Gesellschaft einen entsprechenden Gegenentwurf zur gesellschaftlichen Neurose zu schaffen. Und schließlich hat James DeMeo gezeigt, daß die gesellschaftliche Neurose eine innere Struktur hat, die man sowohl auf der Zeitachse, als auch auf der Raumachse entschlüsseln kann: „Saharasia“. Die gesellschaftliche Neurose hat sich entwickelt und von daher läßt sich bis in alle Einzelheiten rekonstruieren, was genau gesund und was eine Entartung ist. Bespielsweise heute die Morgenandacht, wo das Pucken (über das insbesondere DeMeo einiges zu sagen hat!) als natürlich, christlich und gut hingestellt wird. Orgonomisch braucht man sich auf solche Diskussionen gar nicht einlassen, denn wir wissen, was natürlich und gesund ist!

Der Rote Faden: Reich und Lenin

12. November 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus

d. Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

e. Die Leninistische Organisation

4. Polithygiene

a. Reich in Norwegen

b. Reich und Marx

c. Reich und Lenin

 

Der Rote Faden: Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

18. Oktober 2017

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DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus

d. Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

 

 

Der genitale Charakter und die genitale Welt (Teil 2)

12. Oktober 2017

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

acologo

Der Rote Faden: Psychoanalyse und Kommunismus

8. Oktober 2017

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DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus