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Kann hier jemand das folgende kommentieren bzw. gegebenenfalls korrigieren?
Da Wilhelm Reich am 3. November 1957 gestorben ist, gilt nach dem deutschen und europäischen Urheberrecht eine Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers. [1, 2]
Das bedeutet für den rechtlichen Status seiner Werke:
Aktueller Status: Bis zum 31. Dezember 2027 liegen die Urheberrechte exklusiv bei seinen Nachlassverwaltern, dem Wilhelm Reich Infant Trust. Du darfst seine Texte ohne Erlaubnis nicht einfach neu herausgeben, vollständig kopieren oder digital verbreiten. [1]
Ab dem 1. Januar 2028: Erst mit dem Ablauf des 70. Todesjahres (also ab Neujahr 2028) werden Wilhelm Reichs Originalschriften offiziell gemeinfrei (Public Domain). Ab diesem Zeitpunkt darf jeder seine Werke frei drucken, übersetzen und im Internet veröffentlichen. [1, 2]
Wichtige Ausnahme heute: Ältere Originaltexte, die Reich bereits vor 1931 veröffentlicht hat, sind in den USA (und auf internationalen Plattformen wie Wikisource) teilweise bereits jetzt gemeinfrei, da dort andere historische Fristen gelten. Seine späten Hauptwerke fallen aber erst 2028 darunter. [1]
Das ist richtig. Siehe die Werke Sigmund Freuds. Allerdings ist das Redigat eine Eigenleistung des Herausgebers. D. h., Werke Reichs zu seiner Zeit werden gemeinfrei, redigierte Texte danach nicht. Was bedeutet das praktisch? Die Massenpsychologie von 1933 wird gemeinfrei, auch die Ausgabe von 1942, da der Übersetzer vor Reich starb. Nicht aber spätere Ausgaben, da dort eine eigene Übersetzung und Redigierung stattfand (Eigenleistung).
Ich habe hier mal bei LRS nachgeschaut: Martin Lindner (1999) schreibt über Kraus auf 180 Seiten für 18,00 €, dass er von 1902-27 in Berlin wikrte und einen ganzheitlichen Ansatz verfolgte, der wohl den Mensch nicht „in seiner Pathologie“ betrachtete.
Lindner hat ein weiteres Buch über sachliche Zeitromane geschrieben (44,00 €).
Kraus wirkt 75 Jahre nachdem Mesmer 1815 wiederentdeckt wurde in Berlin über Wolfart, ich vermute hier ähnliche Ansätze.
Die Zeitromane der Neuen Sachlickeit spiegeln besonders deutlich die Probleme der Intellektuellen, die Widersprüche der modernen Massenzivilisation zu verarbeiten und selbst ihren Ort darin zu finden. Martin Lindner weist nach, daß sich Form und Inhalt der neusachlichen Literatur erst vor dem Hintergrund einer Lebensideologie“ genannten, epochalen Denkstruktur erschließen, die zwischen 1890 und den 50er Jahren die intellektuelle Mentalität entscheidend prägte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stießen Versuche auf Widerstand, das Leben in seine rein chemisch-physikalischen Bestandteile zu zerlegen – Versuche, welche Medizin und Physiologie seit den 1850er Jahren verstärkt unternommen hatten. Gegen solch eine „Atomisierung“ des Lebendigen gerichtet, meldeten sich um 1900 Wissenschaftler zu Wort, die den Organismus als eigentümliches Ganzes begreifen wollten. „Das natürliche Individuum ist eine konkrete Einheit“, formulierte Friedrich Kraus seinerseits die stärker werdenden holistischen Bestrebungen. Mit seinem biologisch-philosophischen Hauptwerk „Die Pathologie der Person„ wollte Kraus, von 1902 bis 1927 Internist an der Berliner Charité, eine theoretische Leitfunktion für die Medizin übernehmen. Heute weithin vergessen, war Kraus zu seiner Zeit eine vielbeachtete Stimme. Seine Theorien besitzen enge Beziehungen u. a. zur Gestalttheorie, zur Systemtheorie und zur Lebensphilosophie. Auch ins Zeitalter der Molekularbiologie, in dem das Modell des Organismus als genetisch programmiertes System beinahe selbstverständlich erscheint, setzen sich Kontroversen fort, die das erste Drittel unseres Jahrhunderts mitbestimmten. Diese Kontroversen – etwa um das Verhältnis von Teil und Ganzem, von Individuum und Umwelt, von Lebendigkeit und Naturgesetzlichkeit – lassen sich durch die Texte von Friedrich Kraus hindurch verfolgen.
19. September 2026 um 10:04 |
Kann hier jemand das folgende kommentieren bzw. gegebenenfalls korrigieren?
Da Wilhelm Reich am 3. November 1957 gestorben ist, gilt nach dem deutschen und europäischen Urheberrecht eine Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers. [1, 2]
Das bedeutet für den rechtlichen Status seiner Werke:
Wichtige Ausnahme heute: Ältere Originaltexte, die Reich bereits vor 1931 veröffentlicht hat, sind in den USA (und auf internationalen Plattformen wie Wikisource) teilweise bereits jetzt gemeinfrei, da dort andere historische Fristen gelten. Seine späten Hauptwerke fallen aber erst 2028 darunter. [1]
19. September 2026 um 22:51 |
Das ist richtig. Siehe die Werke Sigmund Freuds. Allerdings ist das Redigat eine Eigenleistung des Herausgebers. D. h., Werke Reichs zu seiner Zeit werden gemeinfrei, redigierte Texte danach nicht. Was bedeutet das praktisch? Die Massenpsychologie von 1933 wird gemeinfrei, auch die Ausgabe von 1942, da der Übersetzer vor Reich starb. Nicht aber spätere Ausgaben, da dort eine eigene Übersetzung und Redigierung stattfand (Eigenleistung).
https://www.urheberrecht.de/
19. September 2026 um 11:01 |
Die blonde Modju aus dem Norden:
20. September 2026 um 04:27 |
Ich habe hier mal bei LRS nachgeschaut: Martin Lindner (1999) schreibt über Kraus auf 180 Seiten für 18,00 €, dass er von 1902-27 in Berlin wikrte und einen ganzheitlichen Ansatz verfolgte, der wohl den Mensch nicht „in seiner Pathologie“ betrachtete.
Lindner hat ein weiteres Buch über sachliche Zeitromane geschrieben (44,00 €).
Kraus wirkt 75 Jahre nachdem Mesmer 1815 wiederentdeckt wurde in Berlin über Wolfart, ich vermute hier ähnliche Ansätze.
20. September 2026 um 04:34 |
Karussell‑Folie 1
Leben in der Kriese: Zeitromane der Neuen Sachlichkeit und die intellektuelle Mentalität der klassischen Moderne. Metzler Studienausgabe
von Martin Lindner
Taschenbuch
Die Zeitromane der Neuen Sachlickeit spiegeln besonders deutlich die Probleme der Intellektuellen, die Widersprüche der modernen Massenzivilisation zu verarbeiten und selbst ihren Ort darin zu finden. Martin Lindner weist nach, daß sich Form und Inhalt der neusachlichen Literatur erst vor dem Hintergrund einer Lebensideologie“ genannten, epochalen Denkstruktur erschließen, die zwischen 1890 und den 50er Jahren die intellektuelle Mentalität entscheidend prägte.
20. September 2026 um 04:36 |
Martin LindnerMartin Lindner
Die Pathologie der Person: Friedrich Kraus‘ Neubestimmung des Organismus am Beginn des 20. Jahrhunderts
von Martin Lindner (Autor) Taschenbuch
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stießen Versuche auf Widerstand, das Leben in seine rein chemisch-physikalischen Bestandteile zu zerlegen – Versuche, welche Medizin und Physiologie seit den 1850er Jahren verstärkt unternommen hatten. Gegen solch eine „Atomisierung“ des Lebendigen gerichtet, meldeten sich um 1900 Wissenschaftler zu Wort, die den Organismus als eigentümliches Ganzes begreifen wollten. „Das natürliche Individuum ist eine konkrete Einheit“, formulierte Friedrich Kraus seinerseits die stärker werdenden holistischen Bestrebungen. Mit seinem biologisch-philosophischen Hauptwerk „Die Pathologie der Person„ wollte Kraus, von 1902 bis 1927 Internist an der Berliner Charité, eine theoretische Leitfunktion für die Medizin übernehmen. Heute weithin vergessen, war Kraus zu seiner Zeit eine vielbeachtete Stimme. Seine Theorien besitzen enge Beziehungen u. a. zur Gestalttheorie, zur Systemtheorie und zur Lebensphilosophie. Auch ins Zeitalter der Molekularbiologie, in dem das Modell des Organismus als genetisch programmiertes System beinahe selbstverständlich erscheint, setzen sich Kontroversen fort, die das erste Drittel unseres Jahrhunderts mitbestimmten. Diese Kontroversen – etwa um das Verhältnis von Teil und Ganzem, von Individuum und Umwelt, von Lebendigkeit und Naturgesetzlichkeit – lassen sich durch die Texte von Friedrich Kraus hindurch verfolgen.