Posts Tagged ‘Aufklärung’

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, q. Über den Krieg / r. Ist die Orgonomie eine „heilige Wissenschaft“? / s. Warum nicht mehr Arbeiten über Orgonbiophysik?

20. September 2026

DAS BLAUE BUCH 2012-2016: 1. Orgonbiophysik, o. Die Kraft der Jedi-Ritter / q. Über den Krieg / r. Ist die Orgonomie eine „heilige Wissenschaft“? / s. Warum nicht mehr Arbeiten über Orgonbiophysik?

Email [Der Kern von LSR] 2009

19. September 2026

Email [Der Kern von LSR] 2009

Email [Freud, Reich und die Aufklärung] 2009

5. Juni 2026

Email [Freud, Reich und die Aufklärung] 2009

Brief [Aufklärung heute] 1993

29. März 2026

Brief [Aufklärung heute] 1993

Brief [über Reich und die Philosophie] 1992

6. März 2026

Brief [über Reich und die Philosophie] 1992

Peter Töpfer (Teil 18)

8. Januar 2026

In Töpfers Tiefenwahrheit kulminiert das Thema infantile Sexualität und Juden im Kapitel über Freud und warum der seine „Verführungstheorie“ (die Neurotiker waren Opfer von sexuellen Übergriffen in ihrer Kindheit) durch den Ödipus-Komplex ersetzt hat (das Kind begehrt den gegengeschlechtlichen Elternteil). Töpfers These ist, daß Freud auf dem Weg zu einem „Radikalaufklärer“ war, das dann aber aufgegeben habe, weil er damit das Geheimnis des talmudischen Judentums offengelegt hätte, denn dort sei der infantile Kindesmißbrauch weitverbreitet. Oder so ähnlich… – ich konnte Töpfers Ausführungen kaum folgen, weil sie so abgedroschen sind. Mit seinem Freud-Bashing läuft er überall offene Türen ein, während ich, obwohl kein Therapeut, mit geradezu ermüdender Regelmäßigkeit wieder und wieder auf den Ödipus-Komplex gestoßen bin. Man muß blind sein oder mit der Materie nicht in Berührung kommen, um das übersehen zu können. Im übrigen war es Reich, der unter allen Psychoanalytikern sich wohl noch am meisten mit sexuellem Kindesmißbrauch (im Zusammenhang mit seiner Untersuchung des triebhaften Charakters) beschäftigt hat. Aber er ist nie auf den Gedanken verfallen, deshalb die Libidotheorie in Frage zu stellen.

Irgendwann ist mal Schluß. Ich zitiere Töpfer:

Bei weitem nicht so schlimm wie bei Freud, aber dennoch ähnlich verwunderlich ist der „überspitzte jüdische Intellektualismus“,* die Abgehobenheit in reine Theorie noch bei Freuds Schüler Reich in den 1950 Jahren, wobei sich Reich in feinster rabulistischer Art gerade als besonders bodenständig-realistisch geriert: „Das Wort ‚Katze‘ und das besondere orgononotische Plasmasystem, das sich da bewegt, haben in Wirklichkeit nichts miteinander zu tun. Es sind bloß, wie die vielen verschiedenen Bezeichnungen für das Phänomen ‚Katze‘ bezeugen, lockere, beliebig auswechselbare Begriffe, die an reale Erscheinungen, Bewegungen, Emotionen etc. geknüpft werden. Diese Überlegungen klingen nach ‚hoher‘ oder ‚tiefer‘ Naturphilosophie. Der Laie ist der Naturphilosophie abgeneigt und wird daher dieses Buch beiseitelegen, weil es ‚nicht auf dem harten Boden der Realität steht‘.“ – Das klingt nicht nur nach, das ist Naturphilosophie, und zwar von der nichtssagendsten Sorte, und jeder Normale („Laie“) ist dieser gegenüber „abgeneigt“. Daß Reich so etwas absolut Banales – daß das Wort nicht mit der Sache überein stimmt – von sich geben kann, zeugt von seiner Abgelöstheit und Ich-Schwäche. Wenn man eine Katze nicht als lebendiges Wesen fühlen kann, muß man auf solch höhere Gedanken kommen. (Tiefenwahrheit, S. 435)

* Joseph Goebbels, „Tag des Buches“, 10. Mai 1933: https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/268884/tag-des-bu ches-erinnerung-an-die-ns-buecherverbrennungen-vor-85-jahren/

Reich war halt auch nur Jude! – OK, bleiben wir ernst:

Der Psychiater Harrison Pope hat seit Jahrzehnten in Zweifel gezogen, ob man sexuellen Kindesmißbrauch überhaupt verdrängen kann. Alles deutet darauf hin, daß das schlichtweg Unsinn ist, was Freuds ursprüngliche „Verführungstheorie“ die Grundlage entzieht. Erst recht aber natürlich die daran anschließende Theorie von der Verdrängung infantiler sexueller Strebungen. Seit vielen Jahren wird Freud und die Psychoanalyse auf diese Weise grundlegend in Frage gestellt.

Ein von Harrison Pope zusammengestelltes Forschungsteam aus Psychologen und Literaturwissenschaftlern hat vor der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert kein einziges Indiz dafür gefunden, daß es so etwas wie „ins Unbewußte abgeschobene Traumata“ gab. Dazu wurde sowohl die Fach- und Sachliteratur als auch Romane, Erzählungen und Gedichte untersucht. Tatsächlich findet sich eines der frühsten Beispiele erst 1859 in einem Roman von Charles Dickens. Das Verdrängen von Erinnerungen sei, so vermutet Pope, kein biologisch-neuropsychologischer Mechanismus, sondern ein Produkt der modernen westlichen Kultur.

Wie soll man dann Reichs Entdeckung erklären, daß mit Auflösung der Panzerung typischerweise (aber nicht notwendigerweise) verdrängte Erinnerungen ins Bewußtsein treten, die mit der Genese der Panzerung in Zusammenhang stehen?

Beispielsweise könnte man spekulieren, daß seit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts die „gesellschaftliche Panzerung“ immer brüchiger wurde, was dann in den entsprechenden „revolutionären“ Theorien, beispielsweise jenen Freuds, zum Ausdruck gekommen ist. Diese These hat Reich ansatzweise bereits 1929 in seinem Aufsatz Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse formuliert. Die Gesellschaft war vor 1800 schlicht zu gepanzert, als daß der Verdrängungs-Mechanismus hätte erfaßt werden können.

Ohnehin ging es Reich primär um die Verdrängung im Zusammenhang von Gefühlen.

James Gross (Stanford University, California) und Jane Richards (University of Texas, Austin) zeigten anhand von 57 Freiwilligen, denen ein aufregender Film über eine OP vorgeführt wurde, daß sich diejenigen am besten erinnern, die während eines besonderen Erlebnisses mit ihren Gefühlen dabei sind und sie nicht unterdrücken.

Aus Sicht der Orgonomie kann man davon ausgehen, daß bei den „Gefühllosen“ die Bilder zurückkehren, wenn sich der Krampf löst, der die Gefühle zurückhält.

Doch wirklich überzeugend sind diese Argumente kaum. In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung von 2007 hieß es beispielsweise:

Tatsächlich gibt es für die Theorie der Verdrängung keine stichhaltigen Belege. So müßte Freud zufolge das Ausmaß des Vergessens bei jenen Menschen besonders groß sein, die Schlimmes erlebt haben und deshalb gewillt sind, das Erlebte aus ihrem Gedächtnis zu tilgen. Das Gegenteil ist der Fall: Sogar jene Erwachsene, die in ihrer Kindheit sexuell mißbraucht wurden, können sich gedanklich nicht von den Inhalten lösen, die an das Trauma erinnern (Behaviour Research and Therapy, Bd. 44, S. 1129, 006). Das Problem ist nicht das Verdrängen, sondern das Nicht-Verdrängen-Können.

Aus eigener Erfahrung mit der Orgontherapie kann ich sagen, daß es gar nicht um die Erinnerung per se geht, sondern um Einsichten hinsichtlich der eigenen Entwicklung. Ob und an welche „Geschichten“ (angebliche „Erinnerungen“) diese sich festmachen, bzw. sozusagen „illustriert werden“, ist sekundär. Ob diese „Erinnerungen“ irgendeiner Realität entsprechen ist gleichgültig, solange mit ihrer Hilfe, die entscheidende therapeutisch wirksame Einsicht vermittelt wird.

Dies wird wohl auch die Grundlage der ja zweifellos vorhandenen Heilungserfolge durch das Freudsche „Bewußtmachen des Verdrängten“ sein. Es geht um die Veränderung stereotyper Sicht-, Denk- und Verhaltensweisen. Es geht um das Wegbrechen von okularer Panzerung durch Gespräche, die zu neuen „Einsichten“ führen. Die „Erinnerungen“, die dabei aus der „Verdrängung“ auftauchen, sind nur eine mehr oder weniger poetische Einkleidung der bioenergetischen Veränderungen im Körper. Sie ähneln darin den Träumen.

Das Tragische bei der ganzen Angelegenheit ist, daß durch den „Freudianischen“ Kult unzählige Leben kaputtgemacht worden sind. All die Familien, die zerstört wurden, weil sich jemand in der Therapie urplötzlich an sexuellen Mißbrauch „erinnert“ hat. Aufgrund dieses Schwachsinns sind vollkommen unschuldige Menschen für viele Jahre ins Gefängnis gewandert!

Es stimmt, daß in seiner Arbeit in der psychoanalytischen Ambulanz für die Armen Reich einer der ersten Psychoanalytiker war, der die Wahrhaftigkeit des sexuellen Kindesmißbrauchs bestätigte. Man siehe die beiden letzten Kapitel von Frühe Schriften und seinen Aufsatz „Eltern als Erzieher“ (Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik, 1926 und 1927). Aber trotzdem hat er sich stets die Freudsche Vorstellung verteidigt, daß Kinder sexuelle Wesen sind, die an ihren Eltern sexuelles Interesse zeigen (solange man ihnen kein kindsgerechtes Sexualleben mit Gleichaltrigen ermöglicht). Und was angebliche Erinnerungen an sexuellen Mißbrauch betrifft, verweise auf Reichs Charakteranalyse, wo er sich vehement gegen die Ansicht wendet, der Therapeut ginge in die Zeit zurück, als ob unser Geist wie eine Diskette funktioniere, auf der etwas unveränderlich und abrufbereit gebrannt ist. Es ist alles Panzerung im Hier und Jetzt.

Wenn bestimmte Körperregionen entpanzert werden, scheint so etwas wie ein „plasmatisches Gedächtnis“ aktiviert zu werden. Erinnerungen an die Geburt oder gar das intrauterine Leben bedeuten nicht, daß es damals bereits ein „Ich“ gab, das sich nun erinnert (die besagte „Diskette“). Nicht mein „Ich“, sondern mein Selbst, d.h. mein Körper war dabei, als ich geboren wurde. Es ist naiv zu glauben, damals wäre etwas abgespeichert worden, was sich später wieder abrufen läßt. Erinnerungen sind, streng orgonomisch betrachtet, nur eine aktuelle Folgeerscheinung der Art, wie in der Vergangenheit sich die bioenergetische und physische Grundlage des aktuellen Ich formierte. Die Erinnerungen sind in der Muskelpanzerung eingeschlossen, weshalb es Sinn macht, wenn sich „ungepanzerte“ Schizophrene verhältnismäßig gut erinnern, diese Gabe aber verlorengeht, wenn sie sich im Verlauf der Therapie abpanzern.

Als Medizinstudent wurde Reich von Richard Semon (1959-1918) beeinflußt, nach dem Sinneseindrücke zu permanenten Veränderungen in den Nerven führen. Diese Engramme (Spuren) ermöglichen nach Semon die Assoziation und Erinnerung und sie gehen ins Erbgut ein. Alle Engramme zusammen bilden die Mneme, d.h. das biologische Gedächtnis. Später glaubte Reich im Anschluß an Freud, daß der „Wiederholungszwang“, Lust immer wieder erfahren zu wollen, „ein wesentliches Stück des Problems des Gedächtnisses ausmachen (dürfte)“ (Charakteranalyse, Fischer TB, S. 288). Schließlich, 1950, mußte er nach dem Gedächtnis gefragt jedoch kleinmütig einräumen: „Ich muß ehrlich zugeben, daß ich nichts darüber weiß“ („Processes of Integration in the Newborn and the Schizophrenic”, Orgonomic Functionalism, Vol. 6, 1996, S. 63).

Charles Konia geht davon aus, daß die Wahrnehmungsfunktion entsteht, wenn sich die organismische Orgonenergie vom kosmischen Orgonenergie-Ozean mittels einer Membran trennt. Die „Innenwelt“ nimmt Kontakt mit der „Außenwelt“ auf, wobei sich die Wahrnehmung (und die mit ihr verbundene Erregung) bionartig in subzellularen Gebilden organisiert, die Zentren „plasmatischer ‚Erinnerung’“ bilden. Das Protoplasma kann sich dann auf der einen Seite zu Genen organisieren (DNA), auf der anderen Seite zum Gehirn (Nervenzellen) („The Perceptual Function“, Journal of Orgonomy, 18(1), 1984, S. 80-98), primär ist jedoch das „plasmatische Gedächtnis“.

Peter Töpfer (Teil 15)

25. Dezember 2025

Bezeichnend ist, wie er mit Laskas beiden zentralen Beiträgen umgeht: dem „Über-Ich“ (siehe etwa Tiefenwahrheit, S. 444) und der „Jahrtausendentdeckung“. Wenn Laska von der Erweiterung der bisher rein kognitiven Aufklärung ins Affektive sprach, meinte er die Berücksichtigung des „Über-Ich“. Schlichtweg sprachlos macht es uns, wenn Töpfer diesen „Laska’schen Kernsatz“ („Erweiterung der Aufklärung ins Affektive“) so hinstellt, als sei es Laska um die existentialistischen Seelennöte eines Peter Töpfers gegangen (Vgl. S. 203). Über das Über-Ich selbst schreibt Töpfer:

Das frühere „Über-Ich“ – bei Laska so ultra-prominent, ob nun „rational“ oder „irrational“ – wandelt sich entsprechend auch in die direkt präsenten, nach und nach deutlicher werdenden, von mir verinnerlichten und leider mich beherrschenden konkreten „Stimmen“. Aus Über-Ich wurde „die böse Stimme“, die mich in verzweifelte Verwirrung treibt. (S. 193)

Tatsächlich war bei Laska der Begriff „Über-Ich“ nur eine Notlösung, um etwas zu vermitteln, für das es in der Sprache der Philosophen keine Entsprechung gibt. Reichs Begriff „Panzerung“ konnte er nicht nehmen, da dieser zu sehr mit der Orgonomie verbunden und für seine „Paraphilosophie“ nicht abstrakt genug war. Gleichzeitig war ihm natürlich bewußt, daß „Über-Ich“ etwas weitaus Umfassenderes ist als bloßes „Stimmenhören“. Zumal das letztere mehr in den Bereich der klinischen Psychiatrie gehört… (Wie übrigens auch das „schwache Ich“, von dem bei Töpfer dauernd die Rede ist!)

Aber Töpfer setzt bei seiner Zerstörung des Laska‘schen Lebenswerks noch eins drauf. Zunächst zitiert er die „Jahrtausendentdeckung“ Reichs, wie Laska sie 1976 formulierte: „Die moralische Regulierung des Trieblebens schafft gerade das, was sie bändigen zu können vorgibt: das asoziale Triebleben.“ Töpfer führt dazu aus, daß ihn, Töpfer, diese Fragestellung überhaupt nicht interessiere! Und er stellt die schier unglaublich deplazierte Frage: „Hat Laska ein Problem damit, als asozial gelten zu können?“ Ihm, Töpfer, hingegen sei es gleichgültig, ob seine Gefühle sozial seien. Und überhaupt: was schert es Töpfer, ob wir Menschen primär „tugendhaft“ seien! Eine Diskussion darüber sei sinnlos und er persönlich versuche sich nur durchs Leben zu lavieren, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Und dann weiter: „Eine Gefahr besteht hier aber nur bezüglich des köstlichen, durch und durch liberalen Sondergesetz-Paragraphen 130 StGB, wo man zwar nicht asozial werden kann, sondern sich nur die Zunge verbrennt und bis zu fünf Jahre in den Knast wandert wegen Verstoßes gegen die Wahrheit.“ Es geht hier um Volksverhetzung und Holocaustleugnung.

Hier haben wir es mit dem „Heiligen“ unserer Tage zu tun. Unsere Waschlappenstirneristen sehen überall das Heilige, nur dort nicht, wo es ins Auge springt und ins echte Leben eingreift. Jetzt sagen sie zu ihrer Verteidigung: Uns geht es ja nur um das innere Heilige, das „Jenseits in uns“. Während das äußere, politisch-juristische Heilige ein ganzes Land moralisch in die Knie zwingt, bleiben sie ganz gelassen im Lehnstuhl ihrer Bücherstube sitzen. Der Eigner hat natürlich gar nichts mit Politik zu tun, nein, natürlich nicht. Wir sind für das höhere Heilige zuständig, das richtige, das „Heilige in uns“, nicht für ein solch niederes Interesse, nicht mehr Phantastillarden an Israel zahlen zu müssen. (S. 196)

Bei Töpfer reduziert sich die Jahrtausendentdeckung, Laskas Kernsatz (Über-Ich) und der Stirnersche Eigner, auf den bei Laska wirklich alles hinauslief, auf – Töpfer… Wirklich, das gesamte LSR-Projekt „postphilosophisch“ in die Tonne getreten und das dann als „Weiterentwicklung“ verkauft!

Die ganze Ungeheuerlichkeit kulminiert in folgendem Absatz:

Es verwundert etwas, die scharfzüngig-schonungslosen, ultraradikal-nihilistischen Kritiker des „Heiligen“ mucksmäuschenstill zu sehen, wenn es – abgesehen von meinem, d.h. positiv-autonomen Heiligen – um das heutige, negativ-heteronome Heilige geht: alles, was mit den Juden zu tun hat. Sie trauen sich vor lauter Angst oder Ehrfurcht nicht einmal, das Heiligtum in den Mund zu nehmen und das Wort „Jude“ auszusprechen. Warum wohl hat La Mettrie „Täuschungsmanöver veranstaltet, die schon vielen Schriftstellern zum Schutz vor unseren Juden und ihren Synoden gedient haben“? Warum wohl hat er sich vor dem ultimativen Vorwurf, ein „Erzfeind der Gesellschaft“ zu sein, nur weil er ein Problem für die Juden darstellte, verteidigt? Ja, glaubt Ihr denn im Ernst, daß damals weniger Angst vor den Juden geherrscht hat? Aber La Mettrie hat sie beim Namen genannt (und niemand sollte sich L-Fan nennen, der nicht diesen Mut aufbringt) – vielleicht war das sein Todesurteil. (S. 201)

Aaaarrrggghhhh! Der notorische Ironiker LaMettrie hat hier mit einem neutestamentlichen Sujet gespielt aus Angst vor seinen CHRISTLICHEN und pseudo-aufklärerischen Verfolgern, die ihn aus dem erzkatholischen Frankreich, dem liberalen Niederlanden vertrieben und sogar an Friedrichs angeblich aufklärerischen Hof bedrängten. Die Juden waren so ungefähr die letzten, vor denen LaMettrie Angst haben mußte. Man greift sich an den Kopf, weniger wegen der Verpeiltheit, sondern weil, wie am Anfang unserer Beschäftigung mit Tiefenwahrheit konstatiert, Laska und sein Projekt geradezu systematisch zwischen Holocaustleugnung und Pädophilie aufgehängt wird. Dingen, mit denen LSR nichts, aber auch rein gar NICHTS zu tun hat. Ich glaub, es hackt!

Von Reichs Modell der drei Schichten (Fassade, sekundäre Schicht, primärer Kern) will Töpfer nichts wissen: „[d]ieses theoretische, anthropologische, physikalisch sein sollende, aber eigentlich doch moralphilosophische Modell“ (S. 283).

(…) jetzt kommt die Krönung der reich‘schen Korruptheit und die moralische Katastrophe: Reich wußte, daß seine ganze Fummelei am Körper samt gleichzeitiger verbaler Destruktion zu nichts – außer Schaden – führte: Er hat nicht nur einmal gesagt: „Ein verwachsener Baum wird schwerlich wieder gerade. Was wirklich zählt, ist die Vorsorge.“ (S. 284)

Neurosenprävention, die Essenz von Reichs Lebenswerk kommentiert Töpfer mit „Bullshit!“ Sein gesamtes Buch ist ein vor schneidendem Haß und Verachtung fast berstender Rundumschlag gegen L + S + R und – L.

Der ganze Wahnsinn der Töpferschen Pestilenz hat System: LaMettrie ging es um die „Remords“, d.h. das umfassende Gefühl des Bedauerns, das schon in den Kindern implementiert wird. Töpfer reduziert das „phänomenologisch“ auf die Stimme seiner Mutter, die in ihm wiederhallt. Stirner weitete die LaMettrie’sche Erkenntnis auf die alles umfassende Bewußtmachung der „Ent-Eignung“ aus. Töpfer verwässert das auf einen kruden Existentialismus, der irgendwo zwischen Kierkegaard und Heidegger angesiedelt ist und der bei exakt niemandem aneckt. Reich hat dann Stirners Erkenntnis durch die Unterscheidung von primären und sekundären Trieben konkretisiert. Töpfer sieht darin einen Rückfall in den Moralismus. Laska erkannte, daß jedes dieser drei Elemente, L, S und R, zu einer umfassenden „Dreieinigkeit“ gehört, die die Grundlage einer fundamental neuen Kultur nicht nur sein kann, sondern absolut alternativlos sein muß. Töpfer zerstört das alles mit einer Wut und Verzweiflung, die tief blicken läßt: Kindersex und Holocaust müssen dazu herhalten! GOTT!!!

Email [Laskas „Kindlichkeit“] 2004

18. Dezember 2025

Email [Laskas „Kindlichkeit“] 2004

Peter Töpfer (Teil 12)

12. Dezember 2025

Die Massen in den überlaufenden Wartezimmern der „objektivierenden“ Psychotherapeuten warten auf Töpfer (Tiefenwahrheit, S. 73), der sich auf Stirner beruft: „Stirner (…) war die Ausgeburt des Subjektiven; das machte ihn zum ‚bedeutsameren Denker‘ (Laska), und deswegen ist er unser Leitstern“ (S. 73). Reich, der „ich-feindliche Mechanist“ (S. 302), hingegen sei ein „enthemmter Anti-Subjektivist (…), der als Helfer bei einer Eignerwerdung im stirner‘schen Sinne von vornherein nicht in Frage kam“. Reich hätte doch lieber Landwirt bleiben oder sich auf Naturwissenschaft beschränken sollen! Außerdem war er, wie Laska, „ich-schwach, in beträchtlichem Maße entfremdet und von großem Mißtrauen sich selbst gegenüber gewesen“ (S. 101).

Ahnt Töpfer eigentlich wie modern oder sagen wir lieber „postmodern“ (antiautoritär) er mit seinem radikalen, alles Objektive dekonstruierenden Subjektivismus ist? Für ihn ist die subjektive Wahrheit die eine und einzige Wahrheit (S. 102). Sieht er nicht, daß heute, in der woken Gesellschaft, alle Diskussionen postphilosophisch ablaufen, d.h. rationale („kognitive“) Argumente spielen keinerlei Rolle mehr, sondern nur noch Gefühle, allein schon, wenn man falsche oder verbotene Worte benutzt? Im Zweifelsfall enden die Diskussionen dann emotional-affektiv mit Weinen oder hysterischen körperlichen Bedrohungen.

„Es nimmt angesichts der Heerscharen von Wahrheitskrämern nicht Wunder, daß die Wahrheit bei Stirner gehörig ihr Fett abkriegt.“ Dieser Satz Töpfers zeigt, daß er nicht die blasseste Ahnung von dem hat, was Wahrheit (Kontakt) und was Wahrheitskrämerei (der kontaktlose Umgang mit der Wahrheit) ist. Stirner habe „nur“ die äußere Wahrheit, „auf die Welt außer mir bezogene Wahrheit“, denunziert. Verwirrenderweise fährt er im nächsten Satz fort: „Gegen diese ‚zahllosen Wahrheiten‘ hatte er ja auch gar nichts.“ Aber es sei halt nicht seine innereWahrheit: „die Wahrheit, die er zur Konstituierung seiner Person (seines ‚Eigners‘) und zu seinem Verkehr braucht“ (S. 104). Für mich sind diese Ausführungen nichts weiter als wirres Zeugs! Wahrheit ist Kontakt mit der Wirklichkeit und wer keinen Kontakt zu sich selbst hat, kann auch keinen Kontakt zu seiner Umgebung haben und umgekehrt. Punkt. Ende der Diskussion!

Und was die Wirklichkeit betrifft und damit die Wahrheit: wir haben Hunderte von Millionen Jahren von Evolution, d.h. Anpassung an die Wirklichkeit, hinter uns. Wir können hundertprozentig sicher sein, daß wir die Welt exakt so wahrnehmen, wie sie ist. Eine hypothetische „wirkliche Wirklichkeit“ kann uns gleichgültig sein. Hauptsache der Schlüssel (wir) paßt zum Schloß (die Umwelt). Unser einziges Problem ist die Panzerung, die den Kontakt verzerrt. Punkt. Ende der Diskussion!

Dazu schreibt der offensichtlich vollkommen ungepanzerte Töpfer: „Meine Wahrheit entsteht in mir, ich pflücke sie nur in mir ab, und dann weiß ich sie – ist sie mir ‚gewiß‘. Manchmal muß ich sie, im Unterschied zu Stirner, der sie ja angeblich schon vollumfänglich hat, auch suchen – aber eben nur in mir, niemals im Äußeren (es sei denn, ich bin Ingenieur und will eine Maschine bauen)“ (S. 106). – Oder essen, arbeiten, lieben, mich in der Umwelt bewegen, überhaupt irgendwie außerhalb meines Kopfes leben und – überleben!

Töpfer: „Stirner meint mit der Wahrheit (…) irgendeine höhere Wahrheit, die weitab von mir ist und nach der ich von vornherein nur im Außen suche – Politik, Geschichte, Wissenschaft, Philosophie –, anstatt daß ich ‚bei mir zuhause nachsehe‘ (Otto Waalkes), oder die jetzt in mir ist, weil ich sie hereingenommen, die ich von außen übernommen habe (‚Über-Ich‘)“ (S. 106). Die „äußere Wahrheit“, daß ich lieber nicht prüfen sollte, ob eine Herdplatte angeschaltet ist, indem ich meine Handfläche auf sie lege, ist schlichtweg realitätsgerecht und „Wissenschaft“ und deshalb, wenn ich es einem Kind vermittle meinetwegen „rationales Über-Ich“. Nur Unsinn, etwa das Tragen einer Covid-Maske, das Kindern eingebleut wurde, erzeugt ein „irrationales Über-Ich“. – Bei Töpfer geht das alles im Wirbelwind pseudo-philosophischer Phrasen unter! Immerhin ist die „objektivistische“ Wissenschaft ja sein Hauptgegner!

Töpfer:

Psychologie ist als Wissenschaft das neue Heilige: etwas Höheres – nichts Gutes wie die Mathematik (…). Stirner weiter dazu: „Warum ist eine unumstößliche mathematische Wahrheit, die nach dem gewöhnlichen Wortverstande sogar eine ewige genannt werden könnte, keine – heilige? Weil sie keine geoffenbarte, oder nicht die Offenbarung eines höhern Wesens ist.“ Jede Anthropologie aber kann ebenfalls, selbst wenn sie mit mathematischen Mitteln arbeitet, nur eine solche geoffenbarte Wahrheit sein, weswegen ich sie nicht mag. (S. 107)

Daß grundsätzlich alle bisher erforschten Menschengruppen die gleichen Grundemotionen zeigen, daß es nie und nirgends vegane Menschengruppen gab, überall Linkshänder in der Minderzahl sind, etc.pp. und daß in der wissenschaftlichen Anthropologie alles durch den Fleischwolf der Frage nach der statistischen Relevanz der Ergebnisse gedreht wird, gerade um alles Ideologische, d.h. „Über-Ichige“ auszuschließen… Seufz! – Das bedeutet nicht, daß die Wissenschaft „heilig“ ist, sondern nur, daß die Wirklichkeit dich zum Straucheln bringen wird, wenn du das kollektiv angesammelte Wissen ignorierst und vollkommen verpeilt deiner „inneren“ vermeintlichen „Wahrheit“ folgst und entsprechend selbst jeden Scheiß auf die harte Tour lernen mußt!

Warum Töpfer so ist, teilt er uns selbst mit. Seine „Wahrheitstheorie“ begann im Alter von 15 Jahren, als er auf seinen initialen Hauptgedanken kam: Wenn ich unter irgendetwas leide – wenn zum Beispiel meine Mutter sterben sollte –, dann muß ich nur darüber nachdenken, dann muß ich mir das genau vorstellen und analysieren. Dann könne mir nichts passieren“ (S. 108). Die Seelenwelt des tatsächlich noch „ich-schwachen“ Kindes, das an die Allmacht der Gedanken glaubt, an die die Welt konstituierende „innere Wahrheit“. Wenn ich die Augen zumache, sieht mich niemand!

Das ist der Kern des gesamten Projekts „Tiefenwahrheit“. Laska habe nur paraphilosophische Kriminalgeschichte betrieben, um eine illusorische bzw. verbrecherische Praxis der Neurosenprävention zu initiieren (Stichwort Pädosex), doch ich, Töpfer, verändere die Welt, indem ich die Augen zumache und in mich gehe. Ich werde sozusagen effektiv, indem ich affektiv werde… Mein, Töpfers, Maßstab von Aufklärung und Wahrheit ist die Holocaustleugnung! Willkommen in der wunderbaren Welt von – LST! Aber es geht tiefer:

Rückblickend hätte ich mir LSR sparen können. LSR war nur ein Umweg zu SJT bzw. ST, d.h. zur Tiefenwahrheit als stirneristischem Verfahren zur „Selbstermächtigung“ (Laska) bzw. zur Wieder-Aneignung. Für ein solches Verfahren scheidet R sowieso aus. Dieser hatte auch einen Umweg genommen, aber einen unproduktiven: über Freud zurück zu seiner Naturwissenschaft. Meiner, über Reich und Janov, war produktiv. (S. 658)

Wilhelm Reich, Physiker: 1. Biophilosophie, c. Antifunktionalismus: Der Geist in der Maschine

6. Dezember 2025
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W:ilhelm Reich, Physiker: 1. Biophilosophie, c. Antifunktionalismus: Der Geist in der Maschine