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Orgonomie und Metaphysik (Teil 22)

7. Januar 2022

Kurz nachdem er vom Orgonomen zum Schüler des russischen „Geistheilers“ Nikolai Levashov geworden war, hat mir Richard Blasband Anfang der 1990er Jahre persönlich erklärt, daß Meditation (ich nehme an auch Hypnose, die er nicht erwähnt hat), also alle „bewußtseinsverändernden“ Techniken, den Geist für fremde Wesenheiten öffnen, „Critter“ (also „Dämonen“, geistige Parasiten). Stattdessen müsse es, so extrapoliere ich Blasbands Aussage, um die Befreiung und Mobilisierung der menschlichen Intention gehen. Genauso wie L. Ron Hubbard und seine Dianetik/Scientology: dieser hatte verkündet, diese sei das Gegenteil von Hypnose, nämlich die Emanzipation des Geistes, der einzelnen Seele. Tatsächlich sind aber die dianetischen/scientologischen Techniken nichts anderes als Hypnose. Ähnlich bei Levashov. Blasband und Barbara Koopman haben das erstaunlicherweise nicht durchschaut. Wenn etwas als Gegenteil dessen auftritt, was es ist, haben wir es mit der Emotionellen Pest zu tun…

Was ist Hypnose? Die Etablierung eines Autoritätsgefälles, wobei der Hypnotiseur zum Vater/zur Mutter wird, die Hypnotisierte zum Kind. Und dann spezifisch das okulare Segment angehen, etwa indem du das Opfer dazu bringst infantilen Unsinn zu glauben (Kinder sind Platoniker und verwechseln die Dinge mit ihrem Namen und sie sind Magier: sie glauben an die Allmacht der Gedanken) oder zu tun (Kinder können bis die Erwachsenen verzweifeln immer und immer und immer wieder das gleiche tun – mit wachsender Begeisterung). Das hat natürlich alles etwas mit dem Ödipuskomplex der Psychoanalyse zu tun – die sich direkt aus der Hypnose entwickelt hat. Die „Übertragung“ (Autoritätsgefälle!) ist das direkteste Überbleibsel der Hypnose in der Psychoanalyse. Auch denke man daran, daß das „Muskellesen“ und das Beachten kleinster Verhaltensweisen, Tics, etc. in der Hypnose teilweise der Charakteranalyse verblüffend nahekommt.

Esoteriker warnen vor Geistheilern á la Levashov, die ihren Geist in den Geist des Patienten einbringen. Solange die Behandlung dauert, ist alles gut, aber danach besteht die Gefahr, daß sich der Patient nie wieder von dieser „mind control“/„Übertragung“ befreien kann.

Man sollte vielleicht auch noch erwähnen, daß bei Blasband obskurantistische Tendenzen nicht grade neu waren. Ich denke dabei an seine Unterstützung von Trevor Constable bereits Anfang der 70er Jahre! Interessant in diesem Zusammenhang ist folgende Äußerung Blasbands: nachdem er sich 1992 nochmals mit Constable auseinandergesetzt hat, fährt er im darauf folgenden Absatz fort: „Ich habe den Eindruck, daß die bewußte Absicht des [Cloudbuster-] Operateurs eine wichtige Rolle spielt“ (R.A. Blasband: „Orgonomic Weather Control: An Overview“, Journal of Orgonomy 26(1):42-48). Ein Jahr zuvor erwähnte er „den berühmten Hellseher Edgar Cayce“ (Besprechung von Cantwells „The Cancer Microbe”, Journal of Orgonomy 25(1):131-134).

Reich war gleich dreimal hintereinander mit „Blasband“ konfrontiert:

  1. Bergson („Reich als Bergsonianer“);
  2. Blüher (Reich als Wandervogel mit Hans Blüher als Spiritus rector der Wandervogelbewegung, siehe Reichs Blüher-Rezension Mitte der 1920er Jahre); und
  3. DuTeil (der Bergsonianer und „Spiritualist“ war und wie Blasband von der „Essenz“ sprach, die das Leben ausmacht – siehe DuTeils Aufsatz „Leben und Materie“ in Die Bione).

Blasbands Behauptung stimmt ganz einfach nicht, daß Reich am Ende seines Lebens, wäre er nicht zu früh gestorben, zum „Bewußtsein“ gelangt wäre, denn Reich war schon gleich am Anfang seiner Karriere mit dieser Problemstellung konfrontiert, dann nochmals in seiner psychoanalytischen Phase, in der er sich intensiv mit dem damaligen „New Age“ und „Psychoboom“ auseinandersetzte, und schließlich durch DuTeil mit dem zusammen er die eigentliche Orgonomie begründet hat!

Telepathie (eine extreme Form des energetischen Kontakts, die in jeder guten Orgontherapie auftritt) ist nichts außerhalb der Orgonomie stehendes und, wie wir an den beiden folgenden Zitaten sehen, die energetische Arbeit via das Bewußtsein auch nicht. Selbst das Weiterleben der „Essenz“ nach dem Tode tritt Ansatzweise bei Reich auf:

Die biologische Energiequelle erlischt. Toter Fisch z.B. gibt kurz nach dem Sterben zwar noch orgonotische Erstrahlungsreaktionen am Orgonfeld-Messer, aber die Reaktionen sind schwach und verlieren sich bald. Tote Blattzweige geben im Gegensatz zu lebenden keine Orgonfeldaktion. Das bedeutet: Der sterbende Organismus verliert seine biologische Energie; zuerst schrumpft das Orgonenenergiefeld um den Organismus herum ein, dann folgt der Orgonverlust in den Geweben. Wir müssen daher die Volksmeinung ernstnehmen, die sich durch den Satz ausdrückt, daß man im Sterben seine „Seele aufgebe“. Die „Seele“ wird nicht, wie der Mystizismus glaubt, nun geformt zusammengehalten, um als „Geist“ im Raume zu schweben und Körper neu zu beleben; aber es ist richtig, daß die Orgonladung des Organismus die Lebensempfindungen begründet und daß mit Abnahme der Orgonladung die Lebensempfindungen schwächer werden. (Der Krebs, Fischer TB, S. 258)

Die angeborene Essenz, von der Blasband spricht, taucht auch bei Reich auf: „Jeder Neugeborene hat seine Eigenart, seinen emotionellen Grundton, den zu erfassen Voraussetzung des Verständnisses der einzelnen emotionellen Reaktionen ist“ (Der Krebs, S. 386).

Der verdrängte Christus: 6. Die Leviten

13. Mai 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

6. Die Leviten

Parasiten!

9. September 2013

Ich werde häufig (gut, ab und an) gefragt, wie es denn angehen könne, daß sich die Orgonomie gesellschaftspolitisch um 180° hat drehen können, von KPDlern damals zu AfDlern heute.

Zu Reichs Zeiten, also Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre, galt in der Linken: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ Die Reichen, die Kapitalisten, die von ihrer „Rente“ lebten, d.h. von den Arbeitserträgen anderer, wurden als Parasiten betrachtet und entsprechend behandelt. Ilse Ollendorff berichtet:

[Reichs] Einstellung hinsichtlich finanzieller Unterstützungen war in den späten zwanziger Jahren stark von seinem militanten Sozialismus beeinflußt. Jeder mußte arbeiten, um sich selbst zu erhalten. Bürgerliches Parasitentum war für ihn verächtlich. Nach der großen finanziellen Krise im Jahre 1929 wurde er von Verwandten ersucht, eine ziemlich bescheidene Summe monatlich zur Unterstützung seiner Großmutter beizusteuern. Sie hatte ihr gesamtes Einkommen aus Dividenden, von denen sie bis dahin hatte gut leben können, verloren. Man berichtete mir, daß er jede Hilfe mit der Rechtfertigung verweigerte, daß Großmutter ihr ganzes Leben nie gearbeitet und nur von der Arbeit anderer gelebt hätte, so daß es nur gerecht sei, wenn sie jetzt ins Armenhaus gehen müsse. Er wäre andererseits gern bereit, die alte Köchin Sascha zu unterstützen, sollte sie einmal Hilfe benötigen. (Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 34f)

Diametral entgegengesetzt sieht es heute aus. Das Nichtarbeiten und „Rentieren“ ist zu dem linken Ideal geworden. Jene Linken, die „arbeiten“, „arbeiten“ beim Staat. Die Beamtenschaft ist heute fast durchgehend rot-grün. Überspitzt gesagt, kann man sagen, daß die Schwarzen für die Roten arbeiten: die Beschäftigten in der freien Wirtschaft für die Staatsbediensteten und andere Blutsauger.

Damals glaubten Reich und seine Genossen, daß, wenn man die unproduktiven reichen Parasiten beseitigen würde, es zu einem ungeheuerlichen Produktivitätsschub käme, der die soziale Frage gegenstandslos mache. Das war natürlich Unsinn, da der Unternehmer selbst Mehrwert erwirtschaftet und in seiner Funktion schlichtweg unersetzbar ist. Siehe dazu Der biologische Rechenfehler in der Marxschen Mehrwertlehre.

Ganz anders sieht es heute aus: die heutigen Parasiten sind wirklich Parasiten. Entsprechend vermehren sie sich auch wie die Pest, indem sie so viele weitere Parasiten ins Land holen, wie nur irgend möglich. Die Leittragenden sind die Arbeiter, die wirklich politisch Verfolgten und jene, die aufgrund von Behinderungen wirklich vom Sozialstaat abhängig sind.

Die Orgonomie hat stets die Interessen der produktiv Arbeitenden vertreten. Sie war stets Feind derer, die nicht arbeiten wollen und auf Kosten der Arbeitenden und jener leben, die aufgrund von Behinderungen nicht arbeiten können.

Hinzu kommen die Lügen und die Manipulation, die früher Domäne der Rechten waren, etwa die Dolchstoßlegende und die skandalöse „Klassenjustiz“. Heute ist das fast ausschließlich eine Domäne der Linken. Man denke etwa an die dreiste Behauptung, Deutschland sei ein Einwanderungsland. Was ist das für ein „Einwanderungsland“, in dem die angeblichen „Einwanderer“ überdurchschnittlich arbeitslos sind und von Sozialtransfers leben?! Was ist das für ein Einwanderungsland, das überwiegend Leute ohne Sprachkenntnisse, ohne dringend benötigte Spezialkenntnisse und gar Analphabeten und Kranke ins Land läßt? Dazu noch Leute, die dieses Land offensichtlich hassen.

Das ganze ist an Absurdität nicht zu überbieten. Aus dieser Politik spricht ein abgrundtiefer Haß und eine abgrundtiefe Verachtung für jene, die den Wohlstand in diesem Land erarbeitet haben. Woher kommt dieser Haß?

Es ist der Haß jener, die im Wohlstand aufgewachsen sind, denen ständig Puderzucker in den Arsch geblasen wurde, und die entsprechend entsetzt sind, wenn die Zumutungen des Lebens vor sie treten. Sie reagieren wie Parasiten, die aus ihrem Wirtsorganismus herausgerissen werden. Sie rebellieren gegen ihn, d.h. gegen die eigenen Eltern, den Staat, das „kapitalistische Schweinesystem“, und sie solidarisieren sich mit „allen anderen Zukurzgekommenen“, fühlen sie sich doch selbst wie die „Enterbten dieser Erde“ und fordern allen Ernstes das „bedingungslose Grundeinkommen“. Sie wollen für ihre bloße Existenz bezahlt werden!

Das einzige Erwerbsleben, das ihnen lebenswert erscheint, ist das des rundumversorgten Staatsdieners. Und wenn sie nicht selbst an die Mutterbrust zurück können, dann tun sie zumindest alles, um die „Sache des Sozialismus“ zu fördern.

Im Prinzip sind es die gleichen Leute wie einst Reichs Oma Roninger! Arbeitsscheue Parasiten, denen es nie an irgendetwas gemangelt hat und die wirklich alles tun, um ihre parasitäre Existenz ad infinitum fortzuführen: „Arbeit ist Scheiße!“ Das sagt schon ihr Gehabe, – die vollständige Diskrepanz zwischen der rebellischen Attitüde und den gesellschaftlichen Verhältnissen. Je permissiver die Gesellschaft wird (sogar die Rechtsschreibung wurde auf Idiotenniveau abgesenkt!), desto stärker wird der anti-autoritäre Impuls.

Hier ein beliebiger Schnappschuß vom Aufstand der Parasiten gegen das arbeitende Volk (die „Spießer“ und „Faschos“), das schüchtern seine Meinung zu sagen wagt:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=tl-xleXb68g%5D