Die Falle verlassen!

Panzerung kann man durchaus mit einer Art „Amputation“ vergleichen: wir haben ganze Bereiche unseres Körpers abgespalten, entsprechend erstarrt und zerstückelt ist unser Innenleben. Das spiegelt sich zweifellos auch in der neuronalen Struktur unseres Gehirns wider. Wir sind, mechanistisch ausgedrückt, sozusagen hoffnungslos „falsch verdrahtet“.

Neurologen aus den USA berichten jedoch über den Fall eines 56jährigen Mannes, dem vor 35 Jahren die rechte Hand amputiert worden war. Während dieser dreieinhalb Jahrzehnte wurde die betreffende Hirnregion anderweitig genutzt, doch offenbar kann sich dieses Areal nach der Transplantation einer neuen Hand seiner alten Funktion erinnern und von neuem beispielsweise dem Tastsinn dienen.

Schon allein die Erkenntnis, daß das Gehirn die Umstrukturierung während all der Zeit ohne Hand wieder rückgängig zu machen scheint, ist bemerkenswert, erklärt [Scott Frey von der Universität von Oregon in Eugene]. Für noch erstaunlicher hält er indes die Tatsache, daß dieser Vorgang eintritt, obwohl das Gehirn des Patienten zum Unfallzeitpunkt schon voll entwickelt war. Die Ergebnisse seien somit sehr bedeutsam für das Verständnis der Flexibilität des Gehirns bei Erwachsenen und in der Neurorehabilitation.

Das menschliche Protoplasma erstarrt nicht unwiderruflich, sondern bleibt bis ins hohe Alter erstaunlich flexibel und anpassungsfähig. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, daß wir bis zum Zeitpunkt unseres Todes die Möglichkeit haben, uns mit Hilfe der Orgontherapie zu verändern und zu erneuern: wir sind durch die Panzerung nicht unwiderruflich verstümmelt.

Eine Fallstudie der Johns Hopkins University (Daniel Dilks et al.) über einen Patienten, der infolge eines Schlaganfalls teilweise erblindet war, deutet darauf hin, daß das Gehirn von Erwachsenen genauso formbar ist, d.h. neue Nervenbahnen bilden kann, wie das von Kindern.

Der Schlaganfall hatte einige Nervenbahnen geschädigt, die die Information von den Augen zum visuellen Cortex im hinteren Teil des Gehirns übertragen. Als Folge war im oberen linken Teil des Gesichtsfeldes ein blinder Fleck entstanden. Tests zeigten jedoch, daß der vom Auge abgeschnittene Teil des visuellen Cortex auf Bildinformationen anspricht, die vom unteren linken Gesichtsfeld kommen. Etwas, was bei Erwachsenen nach der gängigen Theorie gar nicht auftreten kann, weil alles sozusagen bereits fest und unveränderbar „verschaltet“ ist. Schon vorher hatten Forscher berichtet, daß bei „erwachsenen“ Mäusen Neuronen im Gehirn nachwachsen können.

Diese Forschungsergebnisse deuten erneut darauf hin, daß die orgontherapeutische „Umstrukturierung“ des Charakters mit dem Ziel einen neurotischen, d.h. „unveränderbar verschalteten“, Charakter in einen lebendigen, einen Genitalen Charakter umzuwandeln, eine reale Möglichkeit ist. Es besteht keinerlei Grund für einen therapeutischen Nihilismus, der sich teilweise auf Reich beruft („Krumm gewachsene Bäume kann man nicht wieder geraderichten!“), der aber nichts anderes ist als Ausdruck von Lebensfeindlichkeit. Wer nicht an die eigene Veränderung glaubt, soll von den „Kindern der Zukunft“ gefälligst schweigen!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=H3bccSp5OO8%5D

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4 Antworten to “Die Falle verlassen!”

  1. Avatar von Denis Roller Denis Roller Says:

    Haha!!!

    „Es bildet ein Talent sich in der Stille,
    ein Charakter in dem Strom der Welt“.
    Johann Wolfgang von Goethe

    Das gilt wohl auch für die genitale Charakterstruktur,
    die orgastische Potenz,
    ein gelingendes Leben per se.

    Also, lieber der Rückzug auf Eilande des Glücks und dort aktiv sein-
    als sich in schlechter Gesellschaft neurologisch zu verpanzern…

    Sich lieber um Horizonte „bemühen“, seine Gefährten „wählen“-
    als einfach nur „aus sich heraus gehen“ und „irgendwo“ mitschwimmen…

    Der orgastisch potente Mensch „wählt“. Er kann sich „rational“ alles ins Leben hinein organisieren, was er sich ersehnt. Auch, und gerade wenn, dies hartes Training bedeutet (macht ja Spaß, so’n Training- ob Musizieren oder Malen oder sonst eine Weiterbildung). Ja, gerade weil er es liebt, die Lebenskräfte zu „bündeln“- denn er weiß um den Genuss der Entspannung am anderen Ende, und zwar aus Erfahrung- liebt er eben die Detailtreue, die harte, lange Arbeit, den tätigen Anspruch an das Leben und somit an sich selbst, ob einsam oder in Gesellschaft ist dabei völlig egal, wer die rechten Freunde hat, ist nie allein.

    Der chronisch gepanzerte Mensch „wird gewählt“, von vergangenen, irrationalen Entscheidungen- völlig falsch verdrahtet, wohl wahr.

  2. Avatar von O. O. Says:

    Aus Sicht eines Patienten scheint kein Zeitpunkt zu spät, und kein Panzer zu hart geworden zu sein, alles ist jederzeit möglich.

    Aus Sicht eines Therapeuten muss man die Stirn runzeln, wenn ein 40-er noch eine tiefgehende Therapie möchte. Es mag ja noch Sinn machen an Symptomen und am falsch gewordenen Einstellungen und Verhalten zu justieren, auch möchte eine RentnerIn sich noch ein schönes Leben gönnen – im Rahmen der verbleibenden Möglichkeiten – oder sich endlich mal beim Psychologen aussprechen. Verhaltenstherapeuten sind hier gefragt, ihr erlerntes Wissen über Board zu schmeißen und endlich menschlich, ja gar empathisch zu agieren, doch analytische Verfahren nützen hier nichts, sie werden nur Schaden anrichten. (Ein abgefällter Baum wächts nicht mehr! – um in Reichs Metapher zu bleiben.)
    Orgontherapeuten, die mit alternden Patienten arbeiten, machen dies, um ökonomisch zu überleben und vielleicht an junge Leute noch Wissen in Seminaren und öffentlichen Veranstaltungen weiterzugeben. Vorlesungen mit einem Rentnerpublikum ist Selbstbefriedigung – geistige Onanie.

    Wer sich zwischen 21 und 39 Jahren für eine charakterologische Veränderung entscheidet, hat die besten Chancen für sich etwas zu erreichen. Natürlich wird man hierfür keine VT oder PA wählen, sondern eine effektive Psychotherapie und einen sympathischen Therapeuten. – Noch ein Tipp: Preise sind frei verhandelbar; Franz Anton Mesmer trieb seine Neider in die Verzweiflung, dass er kein Geld für seine Behandlung wollte.

    • Avatar von Renate Renate Says:

      Ich habe, als ich 17 bis 20 Jahre alt war, also sehr jung, 3 Jahre bei einem Arzt in der Ordination gearbeitet, aber so etwas grausames habe ich mir nicht mal gedacht. Ich schätze du bist so um die 50 herum, stimmt das?

    • Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

      Ola Raknes hat sich nicht dagegen ausgesprochen, sondern meinte, Ältere wären auch dankbar für ein wenig Verbesserung.
      Es geht ja eigentlich nicht um das ganz Große, sondern um Leidensminimierung.

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