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Reich in der Diskussion (Teil 1)

28. Mai 2026

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Leserkommentare zu:

Turner: Adventures in the Orgasmatron (2011)
 

O. 2012: Blättert man in der psychoanalytischen Zeitschrift (von Freud oder Jones ca. 1929 herausgegeben) wird man (für mich) abstossende Beschreibungen über Jugendbandenrituale lesen, die Geschlechtsbetrachtungen und übergriffige Handlungen bis ins Detail hervorheben, um daraus die Organisation von Kinder/ Jugendbanden zu erklären. – Ähnlich ist Reich Beschreibung seiner sexuellen Aktivität in frühster Pubertät oder gar Kindheit, die einen Menschen aus heutiger Sicht eher erschrecken mag, als neugierig stimmt. Möchte Reich sich hier selbst mit geschwollener Brust darstellen und seine „Genitalität“ hieraus erklären? Möchte er an die sexuelle Aktivität in der Kindheit erinnern? – Wen interessiert es, wann er wen und wo in welchem Alter schon besteigen durfte? Mich nicht. Muss ich mich jetzt schlecht fühlen, weil ich meine Haushälterin weniger erotisch fand und eher von meiner Kindergärtnerin träumte? Vielleicht würde es einen Psychoanalytiker interessieren, welche kindliche Sexualphantasie ich in welchem Alter gehabt haben mag, doch ich werde wohl keinen Freudianer damit beglücken wollen.
Für mich hat Reich seine unumstößliche „Sexualtheorie“ zur Entwicklung der Psyche mit solchen voyeuristischen Schilderungen beschädigt, aber er kann sie nicht hierdurch auslöschen oder in Frage stellen, da sie für jeden (fast jeden) nachvollziehbar sind.
Stattdessen hätte ich mir mehr Weisheit über das Wesen der Liebe gewünscht und dessen Gefühlsleben.
Über das Wesen der Liebe wird bei Reich und auch sonst zu wenig preisgegeben. Ferner wissen wir immer noch kaum etwas über das kindliche Gefühlsleben und meinetwegen über die kindliche Sexualität. SozialarbeiterInnen, die hier den Kindern zur Seite stehen könnten, werden unterbezahlt und ohne soziale oder formelle Ressourcen in ihrer Arbeit alleingelassen (keine Festanstellungen, keine Vergütung nach dem Stand der Ausbildung und Leistungsorientiert).
Natürlich gibt es kein echtes Interesse der Behörden (und Politik) an einer sinnvollen Erziehung, Bildung und schon gar nicht Sexualerziehung (im Reichschen Sinne). Angesichts der finanziellen Ausstattung ist die Praxis des Berliner Bildungsprogrammes nicht einmal Wert als Toilettenpapier genutzt zu werden. Den Kahlschlag im Sozialwesen ist seit Jahrzehnten bekannt, geht aktuell in die nächste Runde: Die Erzieher bekommen Gehaltskürzungen und sollen zu neuen „Tarifen“ dem Staate als Erziehungsknechte dienen. Ich kommentiere das nochmal unter der Rubrik „Diskussionen“.

Darauf Robert: Du vergisst die Voraussetzung der Psychoanalyse. Weisheiten über das Wesen der Liebe gab es schon wie Sand am Meer, nur aber alles andere als wissenschaftlich. Die Psychoanalyse sollte dies ablösen, indem man eine wissenschaftliche Methode der Behandlung von Neurosen begründete. Und Reich fand, dass die Genitälität der wichtigste Punkt in der Ursache der Neurosen bildete.
Auch hilft es keinem Neurotiker, wenn Erzieherinnen mehr Geld bekommen. Das Eine ersetzt nicht das Andere.

O. antwortet: Eine gute Theorie ersetzt keine guten Praktiker und auch nicht umgekehrt, aber wenn die Bedingungen der Möglichkeit nicht geschaffen werden, dass heißt hier nicht eine radikale Umkehr im Leben der Menschen erfolgt und sie wieder das verdienen, was sie verdienen sollten, um nicht ins pure Vegetieren und sich Verschulden kommen, ist ohnehin alles verloren!
Wenn Erzieher (die auch nicht ewig jung sind) sich keine notwendige medizinische Versorgung leisten können, weil das Geld fürs Alltägliche nicht reicht, Zahnlücken eben bleiben müssen und sie um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, weil die Hartz IV -Empfänger das genauso toll hinkriegen sollen, die jetzt auf die Kinder losgelassen werden, dann haben wir kein „Bildungsprogramm“ mehr, noch nicht mal ein Schlechtes.
Es sei an dieser Stelle an Stanislaw Lems „Der futurologische Kongress“ erinnert, der recht anschaulich zeigt mit welchen „Medikamenten“ wir uns bald volldröhnen sollten, um die zerstörte Welt um uns noch als angenehm zu sehen. Hier eine kurze Inhaltsbeschreibung, wobei die „Übertreibung“ des Autors wohl kaum noch als solche zu bezeichnen ist.
Kommt man nun zur „wissenschaftlichen“ hermeneutischen Verschönerung einer längst „verarmten“ materiellen Welt, wie wir dies durch Qualitätsmanagement und Zertifizierungen am Arbeitsplatz täglich neu erschaffen, dann kann dieser Link von Interesse sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_futurologische_Kongre%C3%9F
Aber auch mit dem Internet kann ich mir hier noch die Welt nach Reichs Möglichkeiten „heile“ reden und von meinem futuristisch gewordenem Arbeitsplatz mich kognitiv zu flüchten.

netzwerk Betroffener von sexuelle Gewalt: Das Kornbichlers Analyse beliebig ist, sehe ich genauso. Die dahinter liegende Motivation bleibt mir unverständlich. Verstehe ich seine Botschaft in dem Buch „Die Kunst sich in den Richtigen zu verlieben“ richtig, sollte man sowieso bei Fragen der Partnerwahl und damit auch des Sexuallebens besser einen Psychotherapeuten aufsuchen. Dem zufolge würden Anforderungen des Lebens, quasi als dauerpsychtherapeutische Lebensaufgabe verstanden, besser und erfolgreich gelingen können! Was alles könnten dann beispielsweise Patientinen von Ihren Therapeuten lernen? Ich würde mir im Sinne von Transparenz und wiss. Einordnung wünschen, das zumindest alle Wissenschaftler und Psychotherapeuten die sich zum Thema Sex und Partnerschaft öffentlich äußern, (erst recht, wenn sie sich zu Sexualität und Charakter Ihrer Berufskollgen äußern, die sich noch nicht einmal wehren können, weil Tod,) ihre eigene sexuelle Präferenzen offenlegen. Dazu gehört auch, welche Haltung sie zu Abstinenz und der Frage von sexuellen Kontakten zu ehemaligen oder zukünftigen Patienten und Patientinnen haben. (Hinweis:nicht die Gedankenund Phantasien, sondern der sexuelle Kontakt zu Patienten während einer Psychotherapie steht unter Strafe, und das was nicht sein darf, ist ja, nach den Selbstverständnis dieses ehrbarenund inzwischen zu Ärzten geadelten Berufstand des Helfertums, auch nicht wirklich…)

O.: Wer „psychologische Psychotherapie“ machen will, sollte sich über seinen Therapeuten informieren. Welches Verfahren wird benutzt, gibt es eine Kassenzulassung, welche Ausbildung hat er und in welchen Berufsverbänden ist er tätig, hier gibt es klare ethische Richtlinien der Berufsverbände. Hier ein Beispiel: http://www.bdp-verband.org/bdp/verband/ethik.shtml
Dann kann man schon mal nicht an Esoteriker verfallen, so hoffe ich. Alle Therapeuten mit tollen Internetseiten sind schon mal gar nicht zu empfehlen. (Werbung)

netzwerk Betroffener von sexuelle Gewalt: Selbst wenn der Weg über eine Psychotherapie gesucht werden muß, ist fraglich ob bei dieser Vielfalt von Theorien die passende Therapien und Therapeuten treffsicher gefunden werden können. Gerade deshalb ist die Transparenz wichtig. Richtlinien geben gewollt erhebliche Handlungsspielräume deren Einhaltung nicht gefordert und überprüft wird. Gerade das Berufsfeld der Psychotherapeuten ist anfällig für Esoterik und Sektentum, die Grenzen sind fließend. Fred Breinersdorfer zeigt trotz bestehender Richtlinien und Gesetze die Stellung der Frau in einer Männerdomäne in dem Fernsehfilm „die Hoffnung zuletzt stirbt“ auf! Zumindest bei der Oregonstrahlungen sind keine schädlichen Nebenwirkungen im Patriachat bekannt!

O.: Aus wenigen Sätzen etwas herauszuhören, ist immer schwierig und man spricht mit Sicherheit am Thema vorbei, dennoch kann man es versuchen.
Orgon ist (nicht Oregon) ist unabhängig von der Gesellschaftsform, ein Matriarchat haben wir nicht und ist historisch auch schwer nachweisbar, oder mehr eine Utopie, die die bestehenden Verhältnisse in Frage stellt. Es gibt negative Wirklungen, wenn das Orgon durch gewisse technische Geräte (Elektromagnetische Felder des Starkstroms, Funk, Radioaktivität, Röntgen, Leuchtmittel-Sparlampen etc.) „verseucht“ wird.
Zur Therapie: Therapeuten mit Approbation zur Psychotherapie (Ärzte und Psychologen) arbeiten in der Praxis mit Psychoanalyse (unterschiedlicher Richtungen, Reich ausgenommen) oder Verhaltenstherapie. Das war es in Deutschland. Ohne Approbation und Studium kann man auch nur den kleinen Heilpraktikerschein machen und darf tun was beliebt. (keine Kassenabrechnung)
Im letzteren entsteht eine „Grauzone der Therapie“.
Daneben gibt es eine Reihe tauglicherer Psychotherapien, die in Deutschland austerben. Übrig wird nur die Verhaltenstherapie bleiben. Ob es sich hierbei um eine Psychotherapie handelt ist ein philosophischer Diskurs. Wer die Macht hat, hat das Sagen.
Stellt man sich kritisch gegen die Verhaltenstherapie (die sich als evidenzbasiert versteht, das wird so an allen Universitäten gelehrt. die demnächst privatisiert werden) so könnte man vom therapeutischen Missbrauch (nicht sexuellen) von Beginn an reden, da keiner VT-ler eine eigene Krise bewältigen musste oder sich selber in Therapie begeben musste. Und hier findet man mehr Frauen als Männer in den Therapien, was ein massives Problem darstellt. Frauen haben die Mutterrolle, sind die Helfende per se und haben die Menschen erzogen, die jetzt eine Therapie benötigen. Extremes Beispiel: Ein Mann, der als kleines Kind vergewaltigt wurde, wird dies nie einer Frau gegenüber äußern können, sobald er mal an einen Psychologen kommt, wird er vielleicht schon im Erstgespräch dies äußern mögen, weil es es los werden will.
Wie kann eine Frau/Therapeutin einem Mann helfen, wenn seine Probleme immer im Kontext mit Frauen (Mutter, Kindergärtnerin, Lehrerin) entstanden sind und diese schon kein Verständnis für ihn hatten? Das ist ein echtes Problem, bevor man mehr Frauen in einem helfenden Beruf fordert.
Sexualität in der Therapie: Wenn zwei Erwachsene mit einander einvernehmlich sexuell verkehren, ist dies nicht strafbar, so lange sie kein öffentliches Ärgernis erregen.
Haben TherapeutIn und KlientIn Sex miteinander ist dies das Ende der Therapie, da ein therapeutisches Verhältnis nicht wieder herstellbar ist. Moralisch ist es auch unschicklich, aber ebenso unschicklich wie ProfessorInnen, die mit StudentInnen verkehren, Arbeitgeber oder Vorgesetzte, die mit Untergebenen verkehren und ein Verhälntis beginnen, doch auch hier wird niemand groß aufschreien, da es Jahrzehnte lange Praxis ist.
Nun, wenn ich von einer/m TherapeutIn wüßte, die/ der mit Patienten ein Verhältnis begonnen hat, würde ich da nicht hingehen.
Fühlt man sich hingegen sexuell belästigt, und auch da muss man genau aufpassen, da einige Patienten dies selbst (evtl. bei eigenenm Nissbrauch) inszenieren können, helfen die Berufsverbände weiter, die im Normalfall den Therapeuten nicht persönlich kennen (so dass man nicht einen „Sumpf“ erwarten müsste). Bei Therapieschulen sollte man nicht mit diesem Problem hingehen, da die sich untereinander gut kennen und Hierarchien (oder auch sex. Abhängigkeiten) gebildet haben können und sich gegenseitig decken werden.
Hier wurde das Sektentum um Wilhelm Reich und die Esoterik offen angesprochen und aus diesem Bereich ist niemand zu empfehlen. Egal ob er „Arzt“ oder „Körperpsychotherapeut“ oder „Heilpraktiker“ oder „Dr.“ oder auch „Psychologe“ ist und sich als „Orgontherapeut“ ausgibt. Seine „CV“ ist meist doch sehr geschönt, verrät aber auch die eosterischen Erfahrungen. (Colin Goldner in „Die Psychoszene“ listet alle großen esoterischen Verfahren auf und kritisiert sie inhaltlich.)
Auch die Verhaltenstherapie in Praxen und Kliniken arbeiten zunehmend mit esoterischen Verfahren wie Yoga, PMR, Tai-Chi, usw. als Ergänzung zu ihren drögen körperlosen Verhaltensmodifikationsprogrammen. So stellt sich die Frage auch in Zukunft: Gibt es eine Psychotherapie in Deutschland? Haben Deutsche eine Psyche? Therapien werden zunehmend an der beruflichen Leistungsfähigkeit orientiert, dies ist das Interesse der Kassen und Rentenversicherung. Psyche wird dann zu einem privaten Luxusartikel.
Positiv gesehen bleibt die Psychotherapie ein Kunsthandwerk, die auf Empathie und Intuition nicht verzichten kann. Wiederholbare Praktiken und Programme haben an sich keinen therapeutischen Wert, wenn sie nicht phantasievoll und kontaktvoll am Patienten orientiert zum Einsatz kommen. Ist ein Vertrauen in der therapeutischen Beziehung verspielt worden, ist es nicht (kaum) wieder herstellbar. Daher geht man nicht zu den Esoterikern.

O. weiter: Bei der Auswahl des Therapeuten kommt es auf den persönlichen Eindruck an, das man auch als Patient meist gut einschätzen kann. Psychosen oder schwere Depressionen müssen ohnehin stationär und auch von einem Psychiater gehandelt werden.

Pierre34: Fragen, aufgetaucht aus aktueller öffentlicher Diskussion:
War Reich selbst beschnitten?
Schrieb Reich über Folgen von Beschneidung?

Peter antwortet: Als Abkömmling langer Rabbiner-Dynastien sowohl von mütterlicher als auch von väterlicher Seite war Reich ohne jeden Zweifel beschnitten. Seinen Sohn hat er nicht beschneiden lassen, obwohl zu dieser Zeit praktisch alle amerikanischen Jungen beschnitten wurden. Geäußert hat er sich zur Beschneidung und wie schlimm sie ist und daß Juden sich nicht auf eine barbarische Tradition berufen können in REICH SPEAKS OF FREUD. Sicherlich gibt es auch Texte zum Thema auf https://orgonomy.org.
Gerade entdeckt: https://www.psychorgone.com/history/how-i-became-a-case-history-for-dr-wilhelm-reich
Siehe Punkt 6.

Darauf Pierre34: In Reich Speaks of Freud fand ich die Stelle nicht, dafür aber Reichs Beteuerung, Freud sei (eigentlich) kein Jude gewesen. (???) Tatsächlich war aber doch die Empirie der Psychoanalyse vorwiegend eine Arbeit/Analyse von Beschnittenen an Beschnittenen (sprich: am Genitale erheblich Traumatisierten). Dass Reich sich in den USA gegen die Beschneidung ausgesprochen hat, kann nicht verwundern. Verwunderlich ist, dass er dies erst so spät und dann nicht einmal öffentlich (?) tat – wo er doch gleichzeitig betonte, wie wichtig der gesamte Organismus für ein klares Erfassen der Wirklichkeit ist.

Peter: Hier die Stelle aus einem anderen Buch, findet sich aber auch in REICH SPEAKS OF FREUD:

The Source of The Human “No”


Im Interview sagt er, daß Freud zu sehr in seinem Judentum gefangen war.
Die Beschneidung spielte stets eine große Rolle in der Psychoanalyse: siehe Kastrationskomplex.

O.: Dass Beschneidungen schon an Neugeborenen durch geführt werden, wusste ich nicht, das ist ja grauenhaft! Eine so frühe auch energetische Traumatisierung an einem hilflosen Baby.
Das ist, wie im Text zitiert, glatter Mord. Darauf gehört die amerikanische Höchststrafe: der elektrische Stuhl für alle Beteiligten.

Pierre34: Nicht nur für O. (26.7., 1:07) ein Video über eine Beschneidung an einem Neugeborenen: [Quelle existiert nicht mehr]

O.: Türkische Familien (in Berlin) feiern mit der Beschneidung des Jungen seinen Eintritt in die Erwachsenenwelt. Dies geschieht erst um das 10. – 12. Lebensjahr, wenn ich mich nicht irre.
PS für Pierre: Danke fürs Video, aber ich glaube ich tue mir das nicht an, es anzuschauen.

Pierre34: Im Interview mit Eissler vertritt Reich die Auffassung, Freud sei a) kein Jude (S. 60) und b) genital gesund (S. 17, 108) gewesen. Kurz darauf (ca. 1953): Ernest Jones‘ Freud-Biographie habe ihn in beiderlei Hinsicht vom Gegenteil überzeugt (Postscript, S. 129).

O.: Wenn Reich Freud nicht für einen Juden hielt, er es aber eindeutig war, dann bezieht er sich wohl auf den Glauben und dessen Ausübung. Reich sah sich genauso wenig als Juden, wenn nicht noch weniger als Gläubiger dieser Richtung. Er verstand sich als Weltbürger, wenn ich dies einmal so interpretieren darf.
Ich find es auch hier wichtig im Blog unter dem Motto „friends of Israel“ zu diesem Punkt eine klare Gegenposition zu beziehen. Moslems und Amerikaner beschneiden sich auch gerne; Amerikaner mehr aus „Sauberkeitsgründen“, so wie Frauen dort auch unmöglich mit Haaren an den Beinen rumlaufen können.
Ich finde es auch auffallend, dass Reich dieses „jüdische Tabu“ nicht mit aller Deutlichkeit als Verstümmelung gebrandmarkt hat, im psychoanalytischen Sinne war dies schon die symbolisch-rituelle Umsetzung der Kastration durch den Vater. (s. Freud)

Peter: Der Orgonom Richard Schwartzman (Jude, wie die meisten Orgonomen):
Circumcision is a brutal, sadistic act of genital mutilation. There are no routine indications for circumcision, although we are finding that it is being advocated again for „good“ reasons… this is the emotional plague at work again, that is, the „good“ reasons are not the real reasons at all. It is simply not true that it is necessary or that it is preventive of cancer or the penis, or of infections and so forth. Circumcision is another assault, a genital assault, under the guise of good health or under the avocation of some religious group or another. But in fact, circumcision need almost never be performed.
[Quelle existiert nicht mehr]

Zunächst deutsche Rezensionen von Turners Buch:
https://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13589394/Der-Maschinist-der-Lust.html
https://www.welt.de/kultur/article13589906/Das-Universum-nach-Wilhelm-Reich.html
https://www.welt.de/kultur/article13588740/Wie-die-sexuelle-Revolution-nach-Amerika-kam.html

Hier kann man diesen Hund live erleben:

Zum Orgasmatron selbst verwies Robert auf:

Klaus sagte 2011:

Angesichts der öffentlich kursierenden Annahmen über den ORAC und über Reich verwende ich das Wort „Orgon“ möglichst wenig. Eine Bekannte litt seit ihrer Jugend regelmäßig unter Regelschmerzen. Ich stellte mit ihr ein zweischichtiges ‚Orgonkissen’ her, nannte die unbedingt einzuhaltenden Beschränkungen und Anfangsrichtlinien, ohne etwas zu versprechen (einfach als vorsichtigen Versuch), und sie meint – nach Benutzung nach Bedarf –, zum ersten Mal keine Tabletten gegen die Schmerzen nehmen zu müssen. Die ganzen Hintergrundinformationen können wohl nur noch schaden. Was ich allerdings merkwürdig finde: Menschen, die Erfahrungen mit ‚akkumuliertem Orgon’ gemacht haben, stellen nach meiner Erfahrung keine weiteren Fragen darüber, welche Rolle das, was da wirkt, in Lebewesen allgemein spielt – und schnell werden die elenden Eso-Ideologien hinterherassoziiert. Das Turner-Buch erfreut sich in der Tat großer Beliebtheit, die Behauptung, der Kasten stärke orgastische Potenz, ist nicht unterzukriegen. Wer darauf reagiert, muß wie der verblendete Sektenanhänger wirken.

Darauf Peter:

Ich glaube nicht, daß es zielführend ist, wenn man sich in irgendeiner Weise anpaßt und auf das Wort „Orgon“ verzichtet und die Funktion des Orgasmus draußen vor läßt. Auch sollte man Turner nicht todschweigen, sondern für sich selbst nutzen. Je mehr sich die Pest austobt, desto besser ist es, denn so tritt sie plastischer zutage und läßt sich einfacher demaskieren.

Genauso ist Reich vorgegangen: er hat sich nach dem Motte „Jetzt erst recht!“ verhalten und sich auf die Bekämpfung der Emotionellen Pest konzentriert.

Robert wendete ein:

Es ist unverhältnismäßig, Brady mit Makavejev zu gleichzusetzen. Brady war Teil einer Verschwörung, hinter der wichtige Institutionen und Personen standen. Sonst hätte der Artikel überhaupt keinen Erfolg gehabt. Makavejev ist nur ein Filmemacher, der übliche Anschauungen von Sex, Revolution und Perversion vermischt, weil er anders Reich gar nicht verstehen kann.

Aber warum wirfst du deine Unterdrückung von dir ab, indem du in einen Schrank hineinkletterst? Warum war das Symbol der Befreiung eine Kiste?

Selbst diese Ansicht ist legitim, wenn man als Anthropologe keine Ahnung von Orgonbiophysik hat und in typischer geisteswissenschaftlicher Weise nach einer Erklärung für den ORAC sucht, nämlich als ein Symbol. Etwas ähnliches hatte schon Charles Rycroft mit dem Orgon getan.

seine Tochter Lore Reich bekundete gegenüber Turner, Reich sei „sexuell pervers“ gewesen. Für den, der die Angriffe von Alice Miller auf Reich kennt, ist das alles nichts Neues. Wie im obigen Zitat gezeigt, gelingt es Turner sogar mit einer verqueren „Logik“ sexuellen Kindesmißbrauch und den Orgonenergie-Akkumulator zu verbinden!

Lore-Reich war schließlich von ihrer Mutter und Anna Freud gegen ihren Vater aufgehetzt worden. Dass sie nun behauptet, von ihrem Vater sexuell missbraucht zu sein, kann eine Konstruktion sein, wie sie heutzutage standard ist. Typischerweise trifft es dabei immer nur die Väter.
[Quelle existiert nicht mehr]

2.Turner nicht als kuriose Einzelerscheinung abtun, sondern als Teil einer gesellschaftlichen Strömung, einer Tendenz, wenn man so will, einer „Verschwörung“.

Das halte ich für vollkommen überzogen. Heutzutage spielt Reich gar keine Rolle mehr und dass sich das Buch gut verkauft, ist umso erfreulicher, weil Reich dann wieder ins Gespräch kommt. Ein geschickter und erfolgreicher Schachzug des Verlags!
Ein positives Buch über Reich hätte übrigens gar nicht diese Aufmerksamkeit erhalten, weil die Massen (kleine Männer und Frauen) nur an halbpornographischen Ergüssen interessiert sind.

Und Robert weiter: Solche Erfahrung habe ich auch schon gemacht, zwar vor einigen Jahrzehnten, aber wie Sie es kürzlich selbst erfuhren, offenbar zeitlos.
Darum bezweifle ich gar nicht, dass die Beschäftigung mit Reich zu Pestreaktionen führen kann.
Die andere Sache ist, haben wir hier wirklich eine „emotionale Kettenreaktionreaktion“ vor uns? Was ist eine solche und wie wirkt sie sich aus? Die paar Buchbesprechungen über einen kuriosen Psychoanalytiker, der früher berühmte Klienten hatte, können eine Kettenreaktion wohl kaum ausmachen. Nebenbei geht mir Peter mit solchen Fachbegriffen zu freizügig und undifferenziert um.
Zu meinem Beitrag muss ich noch anmerken, dass ich den sexuellen Missbrauch nur aus dem Kontext des Artikels erschlossen habe und es nun besser weiß (Schlüssellochgucken). Wobei ich nicht ganz so unrecht habe, weil es leider genügend Schreiberlinge gibt, die Reich auch damit in Zusammenhang bringen, indem sie ihn der ideologischen Wegbereitung für den sexuellen Missbrauch anklagen.
So z.B. Gerhard Vinnai:
„Die Positionen der antiautoritären Bewegung haben mit Hilfe der Sexualtheorie Wilhelm Reichs, die damals sehr verbreitet war, eine Rationalisierung gefunden.
In Reichs Texten, vor allem in denen, die damals in der linken Subkultur populär waren,5 gibt es im Grunde nur die Sexualität im Allgemeinen: Es gibt keine psychologische Differenz zwischen männlicher und weiblicher Sexualität und
auch keine zwischen erwachsener und kindlicher Sexualität. Die Sexualität wird viel zu sehr auf einer physiologischen Ebene gefasst, die komplexen psychologischen Elemente, die mit ihr verknüpft sind, werden nicht angemessen
thematisiert. Reich geht es in seinen Schriften vor allem darum, Sexualtabus aufzuheben und Grenzen niederzureißen, die die Sexualität einschränken. Er will
Barrieren aus dem Weg schaffen, die einer freien Sexualität von Kindern und Jugendlichen im Wege stehen. Er beschäftigt sich kaum mit der Notwendigkeit von Tabus und Grenzen im Bereich der Sexualität, die Heranwachsende schützen.
Reich hat sicherlich auch wichtige Beiträge zur Theorie der sexuellen Emanzipation geliefert, aber sein Denken war dazu geeignet, einen differenzierten Umgang mit der Sexualität zu erschweren und ihre gefährlichen Seiten herunterzuspielen.“

Klicke, um auf grenzueb3.pdf zuzugreifen

Darauf Peter: Ich meine ja nicht nur eine emotionale Kettenreaktion in Bezug auf Reich als Person, sondern ganz allgemein in Bezug auf das, wofür der Name „Wilhelm Reich“ steht. Da ist es ziemlich egal, ob es um „Mesmer“ geht, die Behandlung von Säuglingen, der Umgang mit dem Thema Sexualität, etc.

Was Vinnai betrifft, möchte ich ihm fast recht geben. Tja,… ähhhh – Reich hat in CHRISTUSMORD geschrieben, daß es für die Menschheit eine Großkatastrophe bedeutet hätte, hätte sich die Sexpol Anfang der 1930er Jahre durchgesetzt. Alle fragen sich, was er denn um alles in der Welt damit gemeint haben mag. Er hat genau das gemeint, was Vinnai beschreibt.

Und wieder: es geht nicht um die Person Reich, um den sich wahrhaftig nicht die Welt gedreht hat, sondern um das, was „Wilhelm Reich“ verkörpert hat.

Im übrigen würde ich soweit gehen, daß die Verbreitung von „Reich pur“ schädlich ist. Beispielsweise wäre es mir weitaus lieber, „die Menschen“ würden zuerst Konias THE ÉMOTONAL PLAGUE lesen, bevor sie Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS in die Hände nehmen. Man muß das alles richtig einordnen können, was man da liest.

O. schreibt: „Reich pur ist schädlich“ – ein interessanter Gedanke. Insbesondere wenn die eigene Charakterstruktur die Gedanken und ausgelösten Emotionen nicht ertragen kann und sie ins Destruktive – step by step – verwandeln muss. Dann wird der „Reichianer“ zum Pestkranken.
Fairerwiese sollte man sich dann auch umbenennen in „Reichianisches Pest Institut“ oder eine RPG, doch die Krankheitseinsicht in eine Persönlichkeitsstörung ist nicht gegeben.

Nikolaus H. sagt 2016:

Ich stelle nur fest, dass Reich immer von gepanzerten Menschen falsch verstanden wird. Der ungepanzerte, interessierte Geist nimmt Neues auf probiert es und befindet es für Gut.
Der Gepanzerte Mensch erkennt sehr schnell, wie die Lehren Reichs subtil an seinen Panzer gehen (können) und fühlt sich dadurch folglich von allem bedroht, was von Reich kommt. Das ist der Grund weshalb Reich immer wieder verfolgt und schließlich getötet wurde.
Das ist auch der Grund wieso Reich heute noch angefeindet wird nach seinem Tod.
Das würde auch mit Jesus Christus passieren, wenn er nicht von der Kirche mystifiziert worden wäre. Reichs Charakter ist sehr ähnlich dem von Jesus Christus.

Ich kenne solche verunglimpfenden Menschen aus meinem Umfeld, die mich in meiner Ehrlichkeit früher aus meinem sozialen Umfeld ausgegrenzt haben durch Rufmord.
Wenn man sie nur etwas antriggert bekommt man Angst vor der hochschäumenden tödlichen Aggression. Mit diesen Menschen kann ich nur „auskommen“, indem ich sie völlig meide oder ihnen mehr oder weniger nach dem Mund rede. Diese Diktatoren ertragen keinen Zustand unvollständiger Übereinstimmung anderer mit ihren Ideologien oder kleinen Alltagsbefindlichkeiten. Ihnen allen ist auch eine weitgehend fehlende Empathie zueigen. Ich demaskiere Reichkritiker durch ein paar gezielte Fragen z. B. , die sie schon als Provokation auffassen, danach rasten sie sehr schnell aus und zeigen ihr wahres Gesicht in der Öffentlichkeit. Halten wir uns Hitlers Unbeherrschtheit gegen Nichtübereinstimmung vor Augen, die sagt alles und ist bei dem pestilenten Charakter immer zu finden. Im Grunde haben wir es hier mit aggressiv einfordernden schreienden Säuglingen zu tun, die im Körper eines Erwachsenen stecken, die glauben sie seien der Nabel der Welt und alles drehe sich bloß um sie. Jedwede Form der Zurückhaltung ist solchen Menschen fremd.

Robert 2011 über Reich phallisch-narzißtischer Charakter:

Mir hat mal ein Bisexueller erzählt, dass er Reich für einen „phallisch-narzistischen Charakter“ halte. Ich hielt diese Aussage für das Ergebnis seiner Neurose.
Was ist dann also Reichs Beschreibung des „genitalen Charakters“? Etwa nur ein Wunschbild?

Darauf Peter:

In dieser Gesellschaft kann man, Elsworth F. Baker zufolge, nur mit Einschränkung ein genitaler Charakter sein, nur ein „funktioneller genitaler Charakter“, d.h. man würde nur unter denkbar guten Bedingungen wie ein mustergültiger genitaler Charakter funktionieren – wenn Schwierigkeiten auftreten, fiele man früher oder später in neurotische Verhaltensmuster zurück. In diesem Sinne war auch Reich ein „funktioneller genitaler Charakter“. Unter Streß entwickelte er neurotische phallisch-narzißtische Züge.

Robert 2011: „Turner frägt sich, ob Reich sich im Geschlechtsakt, wenn seine Partnerin endlich ihren Ekel vor seiner Haut (er litt unter Psoriasis) überwunden habe, erstmals heimisch in seiner eigenen Haut fühlte.“
Das kommt darauf an, wie schlimm seine Schuppenflechte war. Meist hat man es an den Gelenken und da fällt es nicht so auf. Aber deswegen muss man sich nicht fremd in seiner Haut fühlen, jeder liebt seine eigene Haut und betrachtet sie nicht als Fremdkörper, sondern die Krankheit wird als Fremdes angesehen.

Peter: Im Januar 1913 muß Reich seinen Schulbesuch unterbrechen, da am Ellenbogen psoriatische Plaques auftreten. Der Hautarzt verschreibt ihm eine scharfe arsenhaltige Chrysarobinsalbe, was eine schwere Hautentzündung hervorruft. Daraufhin liegt Reich für neun Monate in der Klinik Ehrmann in Wien, wo er sich einer Röntgenbehandlung unterzieht.
Den Rest seines Lebens hat er daran elaboriert.

Robert: Auf dem Foto [des oben verlinkten Artikels] kann man sogar Reichs Flechte an den Händen feststellen.

Und weiter: Cignolin
Zur Behandlung von Psoriasis wird oft Cignolin, auch Dithranol genannt, eingesetzt. Dieser Wirkstoff wurde bereits 1916 in Europa entdeckt.
Das heute chemisch produzierte Cignolin leitet sich ursprünglich von natürlichen Stoff Chrysarobin ab, der aus dem brasilianischen Goabaum gewonnen wurde.
[Quelle existiert nicht mehr]
Cignolin wird auch heute noch eingesetzt, meist als Minutentherapie, aber immer mehr durch systemische (innere) Medizin ersetzt.

O.: „Turner frägt sich, ob Reich sich im Geschlechtsakt, wenn seine Partnerin endlich ihren Ekel vor seiner Haut (er litt unter Psoriasis) überwunden habe, erstmals heimisch in seiner eigenen Haut fühlte. Könnte die sexuelle Revolution, so frägt Turner, vielleicht aus Reichs gestörtem Verhältnis zu seinem eigenen Körper entsprungen sein? (S. 35f).“
Es ist schlimm, dass jemand so unreflektierte und unreife Sätze schreibt. Da kann ich mich nur fragen, ob der Herr schon mal Sex im Leben hatte, wenn nicht sollte er doch besser über Fussball referieren. Wenn ich eine Frau wäre, was ich nicht bin, schlafe ich dann mit der Psoriasis??? Wenn ich als Mann eine Frau attraktiv finde, dann ist mir sowas doch völlig egal – und wenn mich das stören würde, würde ich die Frau ohnehin nicht mögen und dann erledigt sich die Diskussion über Sexualität doch von alleine.
Eine Erkrankung nervt jeden Menschen und jeder wünscht sich gesund zu sein. Nur manchmal muss man eben damit leben. Turner weiß gar nicht von was er spricht, wenn er von „sexueller Revolution“ redet. Der Typ regt mich schon auf, bevor ich ihn gelesen habe, ich würde ihn … bevor er den Mund öffnet. Er scheint echt der Superlativ von talentfrei zu sein. Das ist noch nicht mal amüsant oder entfernt witzig.
Ich hatte letztens einen Mann getroffen, der um die 40, war und mir sagte, er habe noch kein Sex gehabt. Nun das ist leider nicht ungewöhnlich, die meisten sprechen nicht offen darüber. Ich will sagen: Herr Turner, Sie sind nicht alleine und müssen auf den toten Reich auch nicht neidisch sein, der hat jetzt auch keinen mehr.
Und wenn ich mir das genau überlegen würde, will ich meinen, dass Sexualität im Alter auch nicht alles ist. Wenn die in der Jugend (oder im jungen Erwachsenenalter) askethischen Menschen dann später noch einmal Geschlechtsverkehr haben sollten, was sollen sie dann (bioenergetisch) erleben? Vermutlich ist das Verdrücken einer Currywurst das größere Vergnügen.
Turner könnte mit diesem Satz auch sein eigenes Problem auf Reich übertragen haben (klassische Projektion): Die Frauen ekeln sich vor ihm, vermutlich ist sein Gefühl da auch richtig.

O. weiter: „Darunter dann ein Bild von William S. Burroughs Akkumulator, der berichtet habe, er hätte in dieser „Kiste“ einen „spontanen Orgasmus“ gehabt.“
Da frag ich mich schon, wie er das mit dem spontanen Orgasmus fertig gebracht hat. Ich stehe mehr auf Rundungen und einen warmen weichen Körper … statt auf einen eckigen Kasten mit kalten Metallwänden. Von einem Kleiderschrank-Fetisch habe ich auch noch nichts gehört.

Darauf Robert: Das ist reiner Nonsens; ich las mal, er hätte einen Blechkanister genommen, etwas Wolle reingestopft, seinen Penis in die Öffnung des Kanisters getan und dann einen Superorgasmus gehabt.
Ein wahrer Witzbold, dieser Drogenjunkie…
Um etwas über Burroughs Gedankenwelt zu begreifen, kann man sich den Film „Naked Lunch“ anschauen.

Sebastian 2011:

Im übrigen ziemlich charakteristisch für die Geistes-„Wissenschaftler“, die heutzutage die Universitäten verlassen. Sie sollten lieber als Taxifahrer arbeiten und in den Wartepausen meinetwegen weiter Derrida, Deleuze und Foucault lesen, statt mit ihren wirren Ergüssen das geistige Erbe Europas langsam aber sicher vollends zu „dekonstruieren“.

Hahaha! Das erinnert mich daran, wie ich in einer Arbeitsgruppe in der Uni davon berichtete, dass ich mich gerade mit Reich beschäftige. Nach allgemeiner Schockstarre, meinte eine Mitarbeiterin, nachdem sie keine Argumente mehr hatte, zu mir: „Was beschäftigst Du Dich überhaupt mit so einem Quatsch? Reich lässt sich bestimmt auch vortrefflich dekonstruieren!“
Die Mitarbeiterin war übrigens von Taatoos übersät und hatte lauter Metall im Gesicht, wo man sich nur denkt: Autsch! Lachen konnte sie auch nicht. Sie war der linksliberale Querulant, der hier häufig beschrieben wird.

Robert 2011: Dass Turner ein Pamphlet schreiben würde, war nicht anders zu erwarten. Selbst bei versierten Personen, zB Psychoanlytikern, gibt es ähnliche falsche Angaben, es ist fast schon Standard und nicht anders zu erwarten.
Wichtig bleibt, dass sich wieder einige Leser mit Reichs Originalschriften beschäftigen werden.

Dazu Sebastian: Das ist eine seltsame Interpretation. Mag sein, dass vereinzelt ein paar Leser auf den Gedanken kommen das nachzuprüfen. Insgesamt ist das Buch hervorragend dazu geeignet alle Vorurteile gegenüber Reich nochmal zu bestätigen und zu betonieren („Wir habens ja schon eh immer gewusst!“). 500 Seiten über die Pathologie eines Mannes… Da muss ja etwas dran sein!

Robert antwortet: Das Problem ist doch, dass Reich vollkommen in Vergessenheit gerät, ablesbar an den Zahlen seiner verkauften Bücher.
So wird er wieder wahrgenommen. Und interessante Details sind immerhin auch in diesem Buch dabei.
Sogar Freud wird heutzutage noch immer unsachlich angegriffen (Onfray, Anti-Freud) und das landet sogar in den Bestseller-Listen.

Jonas: Onfrays Buch kennne ich nicht, allerdings finde ich es interessant, dass Onfray sich in seiner Freud-Kritik offenbar positiv auf Reich bezieht. Aus einer Rezension in der Zeitung „Die Presse“:

„Er stilisiert sich als ein wahrer Volksaufklärer, der an seiner „Universit´e populaire“ in Caen in der Normandie, wo er sein Leben lang gelebt hat, die dissidenten und unbekannten Philosophen lehrt und ausgräbt – aus dem Bereich der Psychoanalyse etwa findet einzig Wilhelm Reich Gnade vor seinen Augen…“ https://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/648823/Freud-der-Krampus

Sebastian: „Immerhin ist Lia Laszkys Beschreibung von Reichs sexualaufklärerischen Aktivitäten in Wien und Peter Hellers Beschreibung der Ferienaktivitäten der Wiener Psychoanalytiker am Grundlsee 1929, jeweils von Turner referiert, lesenswert.“
Wenn Turner grundsätzlich unglaubwürdig ist, wäre ich mir nicht so sicher, ob er nicht auch bei Lesenswertem alles verdreht.
Das Buch scheint insgesamt hervorragendes Klopapier zu sein!

Robert 2011: Dazu beruft er sich u.a. auf die 1940 im Deutschen Reich herausgegebene Broschüre Geschlecht. Liebe. Ehe des nationalsozialistischen Psychologen Johannes Heinrich Schultz.
Das ist keine Broschüre, sondern ein gebundenes Buch von 170 Seiten. Ob Prof. Schultz, der Erfinder des Autogenen Training, wirklich ein Nationalsozialist ist, wage ich zu bezweifeln. Wenn man seine Bücher liest, auch gerade ‚Geschlecht, Liebe, Ehe‘, wird einem klar, dass er in Opposition zur herrschenden Kultur des NS-Mannestums stand und sehr für mütterliche Liebe plädierte.
Meist wird seine „Schwulenfeindlichkeit“ herangezogen, was auch wieder eine totale Unkenntniss der damaligen Verhältnisse bedeutet. Im Gegenteil versuchte Schultz Schwule zu retten, auch wenn er in Teilen der NS-Ideologie Zugeständnisse machte (was gar nicht anders möglich war). Bei der Luftwaffe präferierte er eine analytische Behandlung statt der psychiatrischen Folter für Kriegszitterer. Er versuchte, im Rahmen seiner Möglichkeiten das Beste für seine Patienten herauszuholen.
Die Absurdität heutiger ‚politisch korrekter‘ Anschauungen auf die damaligen Verhältnisse zu übertragen, zeugt nur von einer geistig beschränkten Dogmatik, Ahistorie und enormer geistiger Begrenztheit

Dazu O.: Die NS Politik war so widersprüchlich, dass sehr unklar ist, für was sie eigentlich stand. Offiziell mag sie „schwulenfeindlich“ gewesen sein, die gesamte SS Elite war ein einziger Männerklub und trieb sich in quasi eigenen Offiziers-Schwulenkneipen in Berlin rum. Ob Hitler, wenn er eine Sexualität hatte, was komischerweise verschwiegen wird, nicht homosexuell war, wird man wohl nicht mehr erfahren. Ebenso widerspricht eine Mutterliebe nicht der NS Propaganda, die Mutter wurde geehrt und ähnlich einem Mariakult hochstilisert (s. Einführung des Muttertages). In diesen Dingen hat Hitler sehr „sozial“ denken können. Man denke auch an der Körperbetonung der Leibesübungen der Jugend. Da liegt auch das Yoga nicht weit weg von und erinnert an die okkulten Forschungen und Symbolausleihungen aus dem asiatischen Bereich. (Indien)
Im Reichschen Sinne ging es um Körperbeherrschung und „Verdrängung“ sexueller Impulse. Die Frage ist, ob das NS-Regime überhaupt einen Sinn für heterosexuelle Liebe hatte, außer zur Zeugung von Kindern und einem entsprechenden volkserhaltenden Familiensinn. Das erotische scheint aber eben in der offiziell verneinten Homoerotik gelegen zu haben, die man zu dieser Zeit nicht dem Volke als Norm verkaufen wollte, da man eben Soldaten und Arbeiter brauchte.
_______________________
Eine zweite Frage, die sich für mich bei Hitler stellt. Er stellt sich verbal gegen Freimaurer, das Finanzjudentum und in dessen Folge auch gegen die heutigen Illuminaten. Andererseits wurde er von diesen US- und vermutlich auch jüdischen englischen Banken finanziert und unterstützt. Seine Abhängigkeit von der Thulegesellschaft war letzlich eine Freimaurergesellschaft, wenn ich nicht irre. Er trat auch für eine NWO ein, ein Thema, dass sich ja heute wiederholt oder noch immer nicht ausgeträumt ist.
In diesem Sinne war Hitler auch nur eine politische Marionette. Möglicherweise hat er sich als er an der Macht war davon befreit und wurde daher zum „bösen“ Feind der Allierten. Ähnlich wie es mit Saddam Hussein (Irak) und mit Bin Laden (Afghanistan) ablief.
Reich hat diese Sachen nicht analysiert. Sondern evtl. völlig ungenügend Hitlers Hass gegen das Judentum als Hass gegen die (eigene) Sexualität gedeutet und ihm damit den NS-Revolutionsgedanken entrissen. Dieses Motiv nur psychoanalytisch zu deuten wäre damit eine historische Missinterpretation. Das Hitler die unerfüllte Sexualwünsche der Menschenmassen missbrauchte, sei unbestritten, wurde aber in jedem (auch der Alliierten) Staate so vollzogen und trat für Reich nur hier deutlichst auf.

Klaus über Turner: Au Mann, das wird nischt mehr mit Ernstnehmen …. nun lasst mal sein, alles nur sehr peinlich https://www.observer.com/2011/08/author-christopher-turner-takes-us-inside-the-orgasmatron/

Robert 2011: Von Peter Heller empfehle ich:
Eine Kinderanalyse bei Anna Freud (1929 – 1932).
Königshausen & Neumann 1986.
Wo er mit seiner Kritik an Anna Freud und derer Sexualfeindlichkeit nicht spart.

Robert weiter: Es ist sicherlich nicht Zufall, dass Anna Freud lesbisch wurde. Auch ihr Vater war ein Egoist, seine Tochter dermaßen für sich einzuspannen und dann noch der massive Fehler, seine eigene Tochter zu analysieren.

O. Says: Wenn man die hier von Anna Freud persönlich gemachte Intrige gegen die Reich Familie, seine Töchter und seine Exfrau betrachtet, kann man natürlich zu einem Urteil über die Freuds, die oben wie ein Liebespärchen vor der Kamera lustwandeln (hier hätte sogar ich den Ödipuskonflikt entdeckt …), kommen, dass auch auf die gesamte (im übrigen primär jüdische) Psychoanalyse einen Einfluss hatte.
Mit diesem Wissen, was Reich nicht hat durchblicken lassen – da er es für privat und persönlich hielt – haben wir hier wieder einmal Sektenstrukturen und Machtverhältnisse innerhalb einer überschaubaren Struktur (PA), die gezielt einen „Dissidenten“ zu zerstören suchten. Anna Freud, neben Ernest Jones, und Sigmund Freud waren verantwortlich auch für die weiteren Hetzkampagnien gegen Reich, die später von den Kommunisten und den Demokraten des „US-Regimes“ genutzt worden sind. Letztere hätten kaum Erfolg gehabt, wäre Freud hinter Reich gestanden.
Nun war Reich im Dilemma und noch immer verwoben mit dieser PA. Erst später kann man aus seinen Vorworten der Charakteranalyse zwischen den Zeilen herausinterpretieren, dass er sich von der Psychoanalyse lossagen wollte. Reich hätte nicht nur inhaltlich, sondern formal einen radikalen Schnitt machen müssen. Und dies schon 1927 als Freud gesagt „so dick“ – und da konnte dies psychoanalytisch nur eine Kastrationsdrohung vom (Groß-) Vater Freud gegen seinen geistigen Sohn Reich bedeuten, als der seinen „Penis“ (Potenz) in der Schrift „Funktion des Orgasmus“ zu sehen bekam. Freud fürchtete wohl um seine frigides und masturbierendes Liebchen Anna, die längst in die Frauenrolle inder sexuellen Vorstellung von Freud gewachsen war, als er seine Frau (mit 40) schon abstoßend fand.
So bekommt der ORgasmatron von Turner noch eine ungewollte, sinnige und erhellende „Interpenetration“. Und Freud gibt sich post mortem und seiner Bewegung noch den Thanatosstoß. Er mag Otto Groß als „Sohn“ kastriert und getötet haben, bei Reich ist er zwar nicht mehr zu Lebzeiten gescheitert, doch Therapie-Historiker werden den Ödipuskomplex als Projektion eines „psychoanalytisch mordenden Vaters“ betrachten müssen. Ferner ist auch der Wunsch der Tochter nicht der, Inzest zu begehen, sondern es ist der Wunsch des alten Sackes, seine erwachsene Tochter zu begatten. Somit dürfte die Existenz des Ödipuskomplexes bestritten werdne können und die Psychoanalyse als Okkulte Technik entlarvt werden ohne tieferen Sinn und ohne Verstand. Ich könnte diesen Faden weiterspinnen, aber es würde hier eh keinen interessieren, dass sollte man dann mal auf einem psychoanalytischen Kongress zum Besten geben. Das wäre der Job von Karl Falland & Bernd Nietschke – the strange case of Freud – zu schreiben.

Pierre: Fallend & Nitzschke sind in der Wolle gefärbte Freudianer und setzten sich für Reich nur ein, weil und insofern sie ihn für einen „Antifaschisten“ hielten. Als postfaschistische Antifaschisten kritisierten sie Freud und IPV nur wegen ihrer Politik gegenüber dem NS, wobei ihnen der „Fall Reich“ als Vehikel diente. Von ihnen ist also „The Strange Case of Sigmund Freud“ nicht zu erwarten.

O. Says: Hier am Ende eines Vortrages, der die Abgrenzung Reichs zu Freud zum Thema hatte, die üblichen Fragen einer esoterischen, aurasehenden, okkult-faschistisch strukturierten Person, die Orgon mit allen anderen asiatischen Energien vermischen möchte und damit unausgesprochen sagen möchte „Es ist doch alles nichts neues“ – dann möchte sie noch den Vergleich zum kollektiven Unbewußten (dem arischen okkulten Hitlerfreund C. G. Jung) führen und läßt sich auch hier bestätigen, dass dies Orgonenergie sei – was Reich in … speaks of Freud gesagt haben soll. – Eine Behauptung die nur im weitesten Sinne gemeint sein kann.

Robert 2011:
Hoffentlich wird das Buch wird bald auf Deutsch übersetzt. Die Zitate machen neugierig, auch weil Turner offenbar einige unbekannte Details ausgegraben hat. Darum begrüße ich jedes Buch über Reich, was neue Informationen bringt.
Im übrigen hat es keinen Sinn, sich über Turners Buch zu beklagen, da er genau das schreibt, was der pornographische Neurotiker hören will. So ein hervorragendes Buch wie das von Rothländer (Karl Motesiczki) hat dagegen überhaupt keine Erfolgszahlen, sondern ist ein Ladenhüter.

O. Says: Das was Turner hier zu tun pflegt, unterscheidet sich in nichts von Teenagern, die bei „fratzenbook“ ihre Mitschüler mobben. Er erzählt ewig dieselben Stories von Masturbation in seinem Orgasmotron, von Madness zu diesem und jenem Zeitpunkt und von wissenschaftlichen Ableitungen koppulierender StudentInnen, die er wohl bei „hisporn“ gesehen hat. Nur zu dumm, das Tote sich nicht mobben lassen. Bei Mesmer kommen seine heimlichen Wünsche zu Tage, endlich mal eine Frau sehen, die ihre Schenkel vor ihm spreitzt, sorry I guess this day will never come to you.

Klaus: In Welt-online (https://www.welt.de/kultur/article13588740/Wie-die-sexuelle-Revolution-nach-Amerika-kam.html) hat man eine neue Erkenntnis:
„Das grandiose Missverständnis besteht nun darin: Wilhelm Reich war keineswegs der Prophet des ungehemmt-wilden Herumvögelns. Sexualität sollte seiner Meinung nach unbedingt mit Liebe verbunden sein. Homosexualität hielt er für eine Krankheit, die es zu behandeln gelte. Wenn die linken Literaten, die in ihren Orgonakkumulatoren herumhockten, das gewusst hätten, sie wären schreiend ausgebrochen.“
Ansonsten das übliche:
„Erste Anzeichen von Verrücktheit – im klinischen Sinn – zeigte er bereits 1934, als er beim psychoanalytischen Kongress in Luzern auftrat, in einem Zelt campierte und ein großes Messer im Gürtel trug. Am Ende seines Lebens war Wilhelm Reich ein Alkoholiker, der Frauen schlug, sich von Feinden umstellt sah und mit Wasserstrahlen Ufos jagte, die seiner Ansicht nach die sexuellen Energiefelder vergifteten.“ ………..

O. 2011: Das ist eben klassiche Konditionierung des Lesers beim Reiz „Abartiges“ gepaart mit „Reich“ zur Reaktion „Ekel“, wo Abartiges = Turner stehen müsste.

Robert: Nachdem ich nun das ganze Buch gelesen habe, bin ich etwas ernüchtert darüber. Es enthält zahllose neue Quellen und Informationen, die das Buch durchaus lesenswert (ich würde behaupten zum m u s s) machen, aber insgesamt wird es Reich nicht gerecht.
Allerdings ist das Werk auch um Objektivität bemüht, er läßt immer auch die Gegenseite zu Wort kommen, was Turner ehrt.
Und seine historische Aufarbeitung von Margaret Sanger bis Fritz Perls ist durchaus gelungen, wenn auch etwas verworren.
Turner ist der durchschnittliche kleine Mann, der über etwas schreibt, wie es der typische Journalist machen würde – so verliert er sein wertvollstes Kapital. Dabei hätte er durchaus Gelegenheit gehabt, aus den vielen wertvollen Interviews und neuentdeckten Quellen etwas zu machen, was Bestand gehabt hätte. Aber ich habe den Eindruck, dass er unter dem Zwang stand, nichts von Reich ernstzunehmen und ein typisches halbseidenes Produkt des postmodernen Zynismus zu realisieren.
Ich hoffe, dass Wissenschaftler und Historiker mit dem nun entdecktenden Material neue Untersuchungen beginnen werden.

Robert weiter: „Beispielsweise fand Kinsey, daß 17 Prozent der Farmarbeiter „Tiersex“ praktiziert hatten (S. 211). „Kinsey catalogued different kinds of orgasms with Reichian enthusiasm“ (sic!) (ebd.).“
Sehr gute Kritik an Kinsey in dieser Heftbesprechung

Klaus: „In diesem Blog wurde eingewendet, daß durch Turners Buch Reich vielleicht wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.“
Na danke. Es ist eben gar nicht unbedingt erstrebenswert, Reich Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Den Erkenntnissen soll Aufmerksamkeit zuteil werden, und dafür bedarf es nicht einmal des Namens „Orgon“. Man kann die Phänomene erst einmal ohne Bezug auf den Mann beschreiben und hinterher wieder ‚zusammenpuzzeln’ derart, dass die von Reich angenommenen Zusammenhänge aufgrund der ‚Datenlage’ naheliegen.
Der Mann Reich ist
– durch seine Anhänger
– durch die 68er
– durch die Esos
– …. ?
so lächerlich gemacht worden, dass da wohl nicht mehr viel zu machen ist.

Peter: Es ist Heiko Lassek sehr hoch anzurechnen, daß er vielen terminalen Krebspatienten geholfen hat. Über Jahre war er der einzige seriöse Ansprechpartner weltweit! Auch ist ihm sehr hoch anzurechnen, daß er eindringlich vor einem Kult um den Orgonenergie-Akkumulator gewarnt hat: Es sind Leute, gegen Lasseks eindringliche Warnungen, elendlich an Krebs verreckt, weil sie die „Schulmedizin“ aus ideologischen Gründen abgelehnt haben und sich mit dem ORAC selbst behandeln wollten.
Es war immer wieder der anorgonotische Lähmungszustand, der mir bereitsgesundende Krebskranke tötete; (…) sie starben, als die natürliche orgastische Erregung auf die Plasmastauung stieß. (DER KREBS, S. 373f)
Das zweite Grundproblem der orgonomischen Krebstherapie ist die Selbstvergiftung des Körpers durch die „fauligen“ Abbauprodukte, die bei der Auflösung des Tumors freiwerden und u.a. zum Nierenversagen führen. Steht alles in DER KREBS.
The elimination of the pathways for getting rid of detritus is a problem that has not yet been solved. I believe that the task of healing fully developed cancer is just as hopeless as trying to treat fully developed character neuroses. (AMERICAN ODYSSEY, S. 321)

Peter 2011: Jetzt auch eine Besprechung in der NEW YORK TIMES von niemandem anderem als Christopher Hitchens, einer Medienpersönlichkeit in der angelsächsischen Welt. Ein Trotzkist, der vehement für George Bush eingetreten ist – also der über das ganze politische Spektrum hinweg gehört wird.

Dazu werden dann auch gleich noch Auszüge aus dem Buch geboten:

Peter weiter: Der NEW YORK TIMES gefällt Turners Buch!

O.: Orgasmoturns gibt es viele, doch nur einer ist echt.
https://www.independent.co.uk/arts-entertainment/books/reviews/adventures-in-the-orgasmatron-wilhelm-reich-and-the-invention-of-sex-by-christopher-turner-2343723.html

Peter zur Frage der „Spieltherapie“: Siehe den Film ROOM FOR HAPPINESS. Mit „Spieltherapie“ meine ich die ganz normale Vorgehensweise, wie sie jeder gute Kinderpsychotherapeut durchführt – angereichert mit orgontherapeutischen Elementen und „informed by orgonomic principles“.

Bernd Wolfgramm:Es ist nicht gut diesen Müll von Buch des C. Turners weiter zu verbreiten, zu übersetzen und auf die ohnehin schon verblödeten Menschen auszuschütten.
Nicht alle Bücher dieser Welt machen sie lebenswerter. Egal ob „freie Gesellschaft“ oder nicht.
Die E-verpesteten Menschen werden sich draufstürzen und es als Waffe benutzen eine weitere Hoffnung zu zerschlagen, damit sie in Ruhe in Ihrer Panzerung dahinvegetieren können.
Bitte veröffentlichen Sie, Herr Nasselstein, ein Buch, kürzer, verständlicher, liebevoller, geistreicher und emotional einprägsam – wie sie es in diesem Blog schon begonnen haben – damit alle die WR und das Lebendige lieben etwas in der Hand gegen dieser Haßwerk haben!

One chance: Wer Myron Sharaf kennengelernt hat, und ich meine nicht nur in seinen Workshops saß, wo die erste Reihe beim Sprechen den Kaffee den er schlürfte, aufs Papier usw. spukte, der wußte, dass er noch frisch denken konnte. Sein Körper war ein Wrack und er war über Jahre dem Tode nah, da kann man nichts „Lebendiges“ mehr erwarten. Ob er das Oranur wahrgenommen hat oder nicht, ist völlig uninteressant. Er hat daraus keinen Hehl daraus gemacht, wenn er an etwas gezweifelt hat und er hat aber nicht behauptet, dass so etwas nicht da gewesen wäre, sondern nur dass er es nicht gespürt hat.
Nebenbei bemerkt, wenn jemand die DEUTSCHE Ausgabe liest Der heilige Krieg des Lebendigen – oder wie der Schrott heißt, dann hat er kein Buch von Sharaf in der Hand, sondern eine Turnerausgabe. Verbrennt das Buch und lest die Amerikanische Ausgabe.
Sharaf hat sich nicht als „Orgontherapeut“ bezeichnet, obwohl er mehr von Reich gelernt hatte als irgendein Möchte-gern-Therapeut. Die ganze R.-Szene hat das Orgon nicht mal gespürt, also was soll die Aussage, das Sharaf zweifel hatte, ob jemand Oranur spüren konnte? Sharaf hat provoziert. Das war seine Lektion für andere. Dummköpfe wie Turner verstehen das nicht. Wenn du an Orgonenergie glaubtest, sagte dir Myron „ich spüre nichts, was spürst du?“ … Er enttarnte den blinden Glauben und die Gefolgschaft als deinen inneren faschistischen Charakter, mit dem du dich auseinandersetzen konntest. Er war Therapeut durch und durch, wie Franz Ferczak sagt „für Blöde nicht erkennbar“.
Das erste was er dich im persönlichen Gespräch fragte, war: Du bist Deutscher und ich bin Jude, hasst Du Juden? Do you hate me? (in agressivem Ton) – Da mag man erstmal geschockt sein und denken ist der irre? Bei ihm musste man nun erstmal hinter die Kulisse schauen, was in Berlin keiner gemacht hat. Alle waren begeistert, dass er als Halbtoter Reichs Worte predigt. Die Rolle hat er gespielt. Nicht die Gespielin eines hier nicht zu nennenden „Therapeuten“, die ihn ins Bett kriegen wollte, kannte ihn, noch die anderen, die meinten sie würden mit ihm kommunikativ verkehren. Sie hielten ihn wohl für verblödet. Er nahm es in Kauf in Berlin im Haus dieser Gespielin zu sterben, statt in Boston, weil er hier hoffte ein paar Menschen erreichen zu können und ihnen noch etwas geben zu können, was sie tief bewegen würde. Nur deswegen war er nach meiner Einschätzung in Berlin und nahm die Demütigungen in Kauf. Er machte seinen letzten Auftritt auf der Weltbühne Berlin. „Das Leben ist ein Bühne, spiele deine Rolle!“ Myron Sharaf 1995. [hier zitiert nach O.]
Ein Turner kann zitieren, wen und was er will, es ist immer der Erguss seiner Feder und seiner Hirnwindungen.

O.: Sharaf hat wohl seinen eigenen Stil gehabt. Die „Orgontherapie“ hat er anderen überlassen, das war nicht sein Interesse. Ich denke, dass er die provozierende Arbeit schon von Reich hatte, der sich für Patienten auch nicht mehr so viel Zeit nahm (Forschung stand im Vordergrund) und gleich (bestimmt etwas ungedulfig) lieber gleich zum Kern des Problems kam. Ebenso hat er mit der ihm eigenen, aber nicht auf den ersten Blick erkennbaren, körperlichen Präsenz gearbeitet und einem „warmen Herzen“, wenn man das so sagen kann. Er konfrontierte nicht inhaltlich mit einer Situation durch Darstellung einer Problematik oder dem Angebot einer (konträren) Lösung. Er „provozierte“ oder weckte die Emotionen sehr direkt. Teilweise mit der Aufforderung mal ein wenig zu atmen, beobachtete kurz die sichtbar werdende Blockierung und zauberte dann eine Thema als psychodramatische Szene mit lauter Stimme. Den Patienten auffordernd auch etwas lauter zu werden und die Emotionen kommen zu lassen. Seine Technik war sekundär wichtig. Das, was mit dem Patienten passierte und wie es sich im Verlauf entwickelte, stand im Vordergrund und war nicht vorhersehbar. Sharaf hatte meist keine Vorinformationen oder nur recht wenig.
Auf diese Weise hat man sofort gespürt, was der Körperpanzer bedeutet und welche Themen er speichert. Dies nachahmen zu wollen, geht nicht. Ich nehme an, dass er dass von Reich gelernt hat und dieser so mit ihm gearbeitet hatte. Wie man dies nun nennen will, ist unwesentlich, Sharaf hat es wohl psychoanalytische Körpertherapie genannt und eben nicht medizinische Orgontherapie.
Man mag jetzt denken, dass muss doch so ähnlich wie Skan gewesen sein, ähnlich vielleicht, aber eben nur das.
Vom Prinzip ist die emotionale Ausdrucksarbeit, das wie Orgontherapie europäisch verstanden wird.
Doch das ACO arbeitet klar anders, würde ich sagen, evtl. jedoch mit dem gleichen Ziel, aber ohne so persönlich und emotional in Beziehung zu gehen. Sharaf war nach einigen Stunden immer fix und fertig, weil ihn das auch immer physisch sehr mitnahm. Der Patient war danach aufgewühlt, aber fühlte sich damit „nicht im Regen stehen gelassen“, wie das bei Konfrontationen häufig das Gefühl ist, wenn es nicht nachbearbeitet wird.

Peter: Hier mal was vernünftiges über Reichs OIRC, die Kinder der Zukunft:

How I Became A Case History For Dr. Wilhelm Reich

Robert: Dr. Reich gave me a small pamphlet to read called “The Barbarity of Circumcision”.
[Quelle existiert nicht mehr]

Robert 2009: Peter Reich berichtet in „Der Traumvater“, wie er von seinem Vater vegetotherapeutisch traktiert wurde. Es war für ihn sehr schmerzhaft, allerdings fühlte er sich danach besser.

Manuel: Der Bericht von Susanna Steig zeigt ebenso wie der von Roger Wilcox
[Quelle existiert nicht mehr]
das keineswegs nur Laientherapeuten ein Problem darstellen. Hier werden Anklagen unter anderem gegen Elsworth F. Baker und Albert Duvall erhoben, also die von Reich selbst als „Führungspersönlichkeiten“ der Orgonomie eingesetzten Leute. Insofern sind die „Fragezeichen hinter Reichs Lebenswerk“ noch wesentlich größer…

Peter: Eines der Kinder war Paki S. Wright, die über ihre Erfahrungen einen Roman geschrieben hat: The All Souls‘ Waiting Room

Der Reviewer James Strick ist übrigens ein führender orgonomischer Biologe und Historiker.

Klaus 2010: „I was three years old. What I remember: my mother leading me down the long, dark hallway of our New York City apartment. The cold, tiled hallway. A bus. Going up the stairs of a concrete building, cold, huge and scary (a warehouse, I now realize).
She was sitting in a chair. A gypsy-like woman dressed in shiny silks, with her breasts hanging out of her blouse. Her name was Felicia Saxe. I was left alone with her. The sharp pain of her fingers and nails digging into my shoulders. And then, I was caught up in what felt like a screaming, crying machine that would never stop. My screaming and crying was what she wanted.
More memories: my face coming closer and closer to her breasts, being shoved into her breasts — I couldn’t breathe! A huge vagina, coming nearer and nearer to my face. And then, as if from afar, her holding me on her lap, her hand under my skirt, masturbating me.
I remember being on a bus with my mother, on the way there. There were newly blooming Spring trees. I said something about what was happening. My mother looked out the window.“
Tja, also, wäre schon schön zu wissen, was da dran ist.

Dazu Peter: Das Tragische bei der ganzen Sache: Saxe war eine Laientherapeutin, die nur Kinder therapieren durfte, als sie auch Erwachsene nahm, hat Reich sie umgehend aus der Orgonomie rausgeworfen und darauf insistiert, daß nur noch Mediziner therapeutisch tätig werden dürfen. Lowen nahm daraufhin in recht fortgeschrittenem Alter ein aufwendiges Medizinstudium auf. Ob Reich von dem Mißbrauch wußte und sie auch deshalb rauswarf, weiß ich nicht.
Michael Silvert mußte er verbieten, jemals wieder Frauen zu behandeln, weil er sich (wenn auch nur verbal) seinen Patientinnen grob sexuell genähert hatte.
Alles unendlich ekelhaft.

Klaus: Ja, aber das versteh ich nun gar nicht. Ist es denn verantwortungsvoller, Therapeut für Erwachsene statt für Kinder zu sein?
Nee oh nee, Blechkisten sind verlässlicher.
„Ich habe beispielsweise vor 30 Jahren mit einer Person schlechte Erfahrungen gemacht, die ohne jede psychiatrische oder psychotherapeutische Ausbildung „Orgontherapie“ angeboten hat.“ Je nachdem, was man unter einer psychotherapeutischen Ausbildung versteht, wimmelt’s davon. Was eine psychiatrische betrifft, kenne ich in Deutschland keinen einzigen Fall. Ich habe den Eindruck, dass es vor allem einer guten Intuition bedarf, um z. B. bei Dipl.-Psychs zu erkennen, ob sie wenigstens keinen Schaden anrichten oder sogar ein wenig hilfreich sind. (Ich meine, dass es das gibt.) Schade ist aber vor allem, dass die starken Kriterien, z. B. Orgasmusreflex, die Reich so sehr zur Theoriebildung anregten, kaum noch auf ernsthaftes Interesse stoßen. Und dabei ist zu bedenken, dass Reich selbst Beobachtungen machte (in „Der Krebs“ angedeutet), die ihn ahnen ließen, dass es wiederum von best. Bedingungen abhängt, was der Orgasmusreflex über den Zustand eines Patienten aussagt. (Das war ja der Anstoß für die neueren Methoden, die so etwas wie ‚Ladungshaltevermögen‘ berücksichtigen.) Darauf dürfte Lassek mit Recht mehrfach hingewiesen haben. Es mangelt an Grundlagenforschung.

Peter: Nein, es ist wirklich so, daß Therapie mit Kindern einfacher ist, weil einfachste Interventionen reichen, um eine Blockierung aufzulösen. Und selbst wenn das bei Erwachsenen auch ginge: die sind es seit Jahrzehnten gewohnt verkrampft zu sein, so daß eine plötzliche „Entpanzerung“ absolut verheerend wirken muß.
Beispielsweise kann ein Orgonom einer Mutter in Windeseile beibringen, was sie zu tun hat, um immer wieder die Atemsperre ihres Babys aufzulösen. Während er für die Atemsperre ihres Ehemannes Jahre braucht.

O.: „…Ich wußte sofort, als ich vier Jahre alt war, daß er Kinder liebte. …“ Dies bezieht sich wohl auf Reich der Kinder von Herzen liebte; in diesem Kontext kann man es auch als Missbrauch verstehen, was wohl in dem Satz nicht gemeint war.
Kranke, d. h. orgastisch total impotente, Kinderficker in der „Orgonomie“ gibt es immer und werden lange unentdeckt bleiben, weil es dort keiner vermutet oder wissen will.
– Nicht zuletzt auch deshalb ist nichts von Kinder-Orgontherapie oder Babytherapie zu halten; selbst dann nicht, wenn die Panzerung sich in dieser Zeit schon bilden muss und die muskulären Verhärtungen fühlbar sind. Eva Reich hat es den ELTERN überlassen ihr Baby sanft zu massieren (kostenfrei versteht sich).

Peter:

Robert 2011: „Begriffe wie „Liebe“, „Gesundheit“ und „Normalität“ sind, frei nach Foucault, bloße Machtinstrumente, d.h. „faschistisch“.“
Foucault ist der reinste Typus des „modern liberal“, der für den Islamfaschismus nur noch tiefe Bewunderung hegen kann; so schreibt er Februar 1979:
Seit gestern kann jeder muslimische Staat von innen her revolutioniert werden, auf der Grundlage jahrhundertealter Traditionen.
Das ist vielleicht die erste große Erhebung gegen die weltumspannenden Systeme, die modernste und irrsinnigste Form der Revolte.
[Quelle existiert nicht mehr]

Robert: Kritik an Turner vom ACO:
[Quellen existieren nicht mehr]

Robert: Eine heiße Debatte zu James DeMeos Buchkritik:
[Quelle existiert nicht mehr]

Malcolm Brenner says:
It’s time you got off the Reichian party line, Jim. Reich is dead, there is no orgone, he was not the „great man“ he, you and others trumped him up to be. His placement of Dr. Albert Duvall as head of the Orgonimic Infant Research Center got me raped as a little boy, and got countless other infants and children abused as well. Roger Wilcox, Lorna Luft and I all independently agree on that. Reich pushed sex onto little kids whether they wanted it or not, and it’s us, the „Children of the Future,“ who are calling you out on your belated idol-worship. Reich was a deluded, schizophrenic madman.

Dazu O.: Seit Turners Schmierwerk kann man ohnehin keine Kritik mehr glauben.
Jedoch stellt sich die Frage, ob der sexueller Missbrauch an Kindern durch Albert Duvall stattgefunden hat am OIRC. DeMeo verneint dies nicht, sondern argumentiert, dass Reich dafür nicht verantwortlich sei. Er ist nicht persönlich verantwortlich, aber organisatorisch hätte so ein Mensch nicht in eine solche Position kommen dürfen.
Bei aller Überwachung von Reich hätten auch die „investigativen Behörden“ hier sofort ein Verfahren einleiten müssen. (evtl. FBI, CIA, FDA) Stattdessen wühlten sie um Orgonon herum, nach „sex in the box“.
Da kommt der Verdacht auf, wenn man sie nicht für total inkompetent hält, das solche Schweinereien gedeckelt, und die Täter mit allen Mitteln geschützt werden. Und man fragt sich – voausgesetzt es stimmt – zu welcher Seite Hr. Duvall gehörte, dass man ihn schützte.

Peter: Duvall wurde von Reich und Baker geschützt, obwohl es einige Hinweise gab, die im Laufe der Jahre an sie herangetragen wurden. Cott, der als zuständiger Mann des Orgonomen-Verbandes dem ganzen nachgehen wollte, wurde von Reich zurückgepfiffen, worauf Cott die Orgonomie verließ. Reich hielt viel von Duvall und wollte ihn wohl gegen die „Emotionelle Pest“ schützen. Baker war engstens mit Duvall befreundet und hat die Sache nicht untersucht, nachdem Reich gestorben war, obwohl es Bakers Pflicht war.
Es ist natürlich nicht ganz ausgeschlossen, daß Duvall tatsächlich unschuldig war! Aber wie das jetzt untersuchen?

O.: Heißt das, dass Duvall irgendwann angezeigt und verurteilt wurde?
Es gab wirklich genug Katastrophen um Reich, da Bedarf es nicht noch weiteren …

O.: Die Arbeit im OIRC … was war sie? Mehr Fragen als Antworten vielleicht. Beginnen wir die Fragen wieder zu stellen ohne gleich eine Antwort zu haben.
„….Don’t do this little thing here or become this great liberator
there. Go very slowly, from the small little doing and ask
the question: ‘What can I do to help my life along and
what can I do to understand the one who is against it?’
Not fight him and say, ‘DOWN, DOWN, DOWN!’—
that’s politics, that’s exactly what we don’t want.
Understand him first, why he does it so feverishly.
Then you will find your ways.” WR
[Quelle existiert nicht mehr]

O.: Nun es sollte mehr eine Warnung sein, in solchen Projekten genau hinzuschauen. Und wenn ein solcher Verdacht schon ausgesprochen wurde, sollte man dem auch nachgehen, er lässt sich nicht aus dem Weg räumen, in dem man ihn „verschweigt“. Ob dies ein Fall von emotioneller Pest war, wird man dann sehen müssen.
Geht man davon aus, dass dieser Mensch von einem Therapeuten angefasst wurde und dies als invasiv erlebt hat – sich missbraucht fühlt, dann kann man vielleicht zumindest eines daraus lernen: Finger weg von den Neugeborenen!
Wer meint denn das Recht zu haben ein fremdes Kind (gegen die eigene Willensbekundung des Kindes) anzufassen? Mag der „Therapeut“ noch so „reichianisch erleuchtet“ sein, er hat seine Hände nicht ans Kind zu legen und es zu „massieren“. – Nun wer dem jetzt widersprechen möchte, sollte erst einen Moment nachdenken, finde ich.
@ Christian: abgesehen davon, dass ich kaum einen Ansatz sehe, hier etwas untersuchen zu können, sind mir die Kosten hierfür zu hoch.

Robert: Ich finde übrigens Turners Fragestellung, warum diese Beatniks und homosexuellen Subkulturellen sich dem Orgonakkumulatur zuwandten, durchaus legitim. Was sie sich davon erhofften, warum sie Reich überhaupt für voll nahmen, wo er doch in der Wissenschaft als verrückt galt. Womöglich ist die sexuelle Revolution im Westen zum Teil auf dem Mist dieser von Reich beeinflussten Beatniks und „Kulturschaffenden“ gewachsen.

Dazu O.: Wilhelm Reich war unter den Studenten allgemein bekannt und nicht nur unter den paar übriggebliebenen Dauer-Reichianer, die sich seit 40 Jahren nicht weiterentwickelt haben. (Das ACO ist hier nicht gemeint) – Darunter gab es auch wohl Schwule – das kann man wohl nicht ausschließen, die im ORAC wartend auf die sexuelle Befreiung (ein-)saßen und ausharten. Diese hier zum allgemeinen Kunden für ORACS zu stilisieren, ist typisch „Sportler“. Vielleicht verzerrt sich auch seine Wahrnehmung, weil er nur mit solchen Beatnix und Homosexuellen der 90-er abhängt.
Niemand ist dafür verantwortlich, welche Fans er hat. Zumindest hat Reich solche Leute nicht zu sich geladen.

Peter 2012: Es ist still um den Orgasmatron geworden. Und das obwohl es Berichte über ihn einst sogar in renommierte deutsche Zeitungen geschafft hatten. Was ist passiert? Ging der winzigsten Orgasmusmaschine der Welt etwa der Saft aus?
http://www.multi-gyn.de/blog-archivieren/blogpost/191-orgasmusst-rungen-nichts-neues-vom-orgasmatron.html [Quelle existiert nicht mehr]

O.: Es darf an dieser Stelle klar an Sigmund Freud erinnert werden, der aus Fehlleistungen und Projektionen auf die Phantasie des „Senders“ (in diesem Fall Turner) schließen konnte. Die Themen und Inhalte, die Turner Reich andichtet, sind Zeugnis seiner eigenen perversen Phantasie: Sex mit Kindern in einer Folterkammer etc.
EKEL ist die natürliche Reaktion auf sein Engagement als „bester Reich-Kenner aller Zeiten“.
Wer wird sowas auf dem deutschen Markt lesen? Welcher Käufer wird dieses Buch in sein Regal stellen? Reich interessierte Leser sind abgefültt und brauchen nicht das x-te Tertiärbuch zu ihm. Die Jugend spricht er nicht an. So bleibt nur die Berliner Schwulenszene und hätte am besten im 2001 Verlag veröffentlicht werden müssen.

Robert: Christopher Turner, a very interesting young writer and thinker (& husband to the excellent Gaby Wood of the Observer), is proposing nothing short of a fascinatingly oblique new history of sex and sexuality in the twentieth century that will trace the roots of the freedoms so many in the American-led West enjoy to the hilt without a thought of how they became licensed so to do…
[Quelle existiert nicht mehr]

Peter: Christopher Turner, with Wellcome Trust, Slanders Reich Again
Another major smear of Reich, for the umteenth time, now in the Irish Mirror, and at the Wellcome Trust Museum in the UK.

Christopher Turner, with Wellcome Trust, Slanders Reich Again

Klaus 2014: Es sind ja schlichtweg willkürlich falsche Behauptungen. Inhaltlich bewegt sich derartiges zwischen merkwürdigen Extremen :
“He thought the cure for all society’s ills was for everyone to have frequent orgasms.”
(https://www.irishmirror.ie/news/weird-news/institute-sexology-racy-sex-exhibition-4583818)
Einerseits.
Ein Aluminiumröhrchen mit Quarzkristallen zum Davorsitzen andererseits.
(http://www.praxis-michalke.de/17.html) [Quelle existiert nicht mehr]

Dazu Says: Zitat aus deinem Link:
„Was der Orgonstrahler mit 100%iger Sicherheit nicht kann:
Beschwerden und Krankheiten heilen, wenn Sie es nicht wollen“
Die Verantwortung für ein Nichtfunktionieren kann somit bequem wieder auf den Patienten abgeschoben werden.

O.: Für mich ist diese Aussage ein Hinweis auf die Wirkungslosigkeit einer Behandlung, die auf Einbildung beruht, aber nichts energetisch bewirken kann. Nur bei der Suggestion ist die eigene Haltung des Klienten relevant.
Der Orgonstahler hingegen hat keine mir vorstellbare oder fühlbare Heilwirkung, aber er ist dennoch keinesfalls harmlos. Dadurch, dass er exrtrem stark „Energie“ (kein Orgon) bündelt und erzeugt, wirkt er – was auch wahrgenommen wird und dann irrtümlich (für mich) als „Wirkung“ interpretiert wird – schädlich bei direkter Einwirkung und, falls Fernwirkung festzustellen ist, auch dann. So bescheiden das klingen mag, würde ich jemanden krank machen wollen, würde ich ihn als erstes anwenden.
Somit ist folgendes Zitat verkürzt völlig richtig: „Was der Orgonstrahler mit 100%iger Sicherheit nicht kann: Beschwerden und Krankheiten heilen, …“

Die Zukunft der Orgonomie (Teil 2)

14. Mai 2026

Die Zukunft der Orgonomie ruht auf vier Pfeilern, von denen gegenwärtig alle vier brüchig, wenn überhaupt vorhanden sind:

  1. Orgontherapie: Ohne sie ist alles, was „innerhalb“ der Orgonomie getan wird, vom individuellen Charakterpanzer geprägt und damit kontraproduktiv. Konkret bedeutet dies, die Beiträge sind entweder mystisch oder mechanistisch entartet. Leider gibt es in Europa kaum Therapeuten.
  2. Orgonenergie-Akkumulator: Es ist eine der Tragödien der Orgonomie, daß beispielsweise in den 45 Jahren, in denen das Journal of Orgonomy erschienen ist, kein einziger Artikel über die therapeutische Anwendung des Orgonenergie-Akkumulators erscheinen konnte. Das geschah nicht nur aus Angst vor der FDA (der amerikanischen Bundesgesundheitsbehörde), sondern vor allem wegen der Befürchtung, aus der Arzthaftpflichtversicherung geworfen zu werden und damit die Approbation zu verlieren. Seit der Obama-Gesundheitsreform und der damit einhergehenden zusätzlichen Bürokratisierung ist die Situation nur noch schlimmer geworden. Aus diesem Grund liegt die Zukunft der Orgonomie eher in Europa – solange das die EUdSSR noch zuläßt.
  3. Soziale Orgonomie: Ohne Studium und Handhabe der Emotionellen Pest ist die Orgonomie der Irrationalität der gepanzerten Menschen schutzlos ausgeliefert. Zu Reichs Zeiten waren es vor allem die konservativen Kräfte, die sich den Zielen der Orgonomie entgegenstellten (d.h. vor allem dem humanen Umgang mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen), heute sind es fast ausschließlich die sogenannten „progressiven“ Kräfte, die im Wege stehen. Beunruhigenderweise ist Europa in den letzten Jahrzehnten in einem Maße nach links gerückt, daß Ideologie alles bestimmt und Vernunft kaum noch eine Chance hat.
  4. Physikalische Grundlagenforschung: Hier gibt es zwei Probleme. Erstens erzwingt der gegenwärtige wissenschaftliche Standard einen derartigen Aufwand, daß eine Finanzierung zunehmend schwieriger wird. Ohne diese Anstrengung wäre orgonomische Forschung aber kaum mehr als Selbstvergewisserung. Zweitens ist die atmosphärische Orgonenergie seit Reichs Zeiten dermaßen geschädigt worden (ORANUR), daß die orgonotischen Phänomene immer schwerer dingfest zu machen sind. (Das energetische Absterben der Atmosphäre betrifft natürlich auch die drei ersten Punkte!)

Die Lage scheint ausweglos zu sein, doch das Schöne an der Orgonomie ist, daß jeder in jedem beliebigen Moment etwas Konstruktives tun kann. Man kann seine eigene Panzerung dadurch angehen, daß man sie zunächst einmal spürt. Man kann immer und überall die Orgonenergie beobachten. Man kann sich der Irrationalität in seiner Umgebung entgegenstellen. Und vor allem kann man sich bemühen, so funktionell wie nur irgend möglich zu leben. Liebe, Arbeit und Wissen sind die Grundlagen unseres Lebens, sie sollten es auch beherrschen!

Alles hängt von den „Massen“ ab – alles hängt von uns ab. Jeder Erwachsene trägt die Verantwortung für sein Leben und die Umstände, unter denen er lebt.

Die Orgontherapie ist so zentral wichtig, weil ohne Orgontherapie alles nichts ist! Deshalb erscheinen in der Zeitschrift für Orgonomie ausschließlich Texte zur Orgontherapie.

Betrachten wir dazu das Emblem der Zeitschrift. Historisch geht es auf die zu Reichs Lebzeiten von Elsworth F. Baker herausgegebene Zeitschrift Orgonomic Medicine zurück, deren Symbol eine Äskulapschlange war, die sich um das Symbol des orgonomischen Funktionalismus schlängelte. Als Baker diese Zeitschrift 1968 unter neuem Titel fortführte (The Journal of Orgonomy), gesellte sich zur Schlange, die die Medizin symbolisiert, der Blitz als Symbol der Physik. Die neue Zeitschrift sollte nämlich auch die von Reich herausgegebene Zeitschrift CORE ersetzen, in der es vor allem um Orgonbiophysik gegangen war. Insgesamt symbolisiert das Emblem der Zeitschrift für Orgonomie die drei Hauptbereiche der Orgonomie: Medizin (Schlange), Physik (Blitz) und Kosmologie (Spiralgalaxie).

Entsprechend wird die Orgonomie in den drei Bänden von Die Entdeckung des Orgons beschrieben: Bd. 1: Die Funktion des Orgasmus, Bd. 2: Der Krebs und der nie abgeschlossene dritte Band über die orgonomischen Funktionalismus, dessen geplanter Inhalt sich aus Äther, Gott und Teufel und Die kosmische Überlagerung in etwa erschließen läßt.

Nochmal: Warum ist dann die Orgontherapie so überproportional wichtig? Weil –, um mit Kant zu sprechen: „Die Welt erscheint nicht so, wie sie ist, sondern so, wie ich bin.“ Bin ich gepanzert, ist alles nichts! Oder anders gesagt: Es müssen in Deutschland erst eine „kritische Masse“ an Menschen eine Orgontherapie durchlaufen haben, ehe man sich sinnvoll mit etwas anderem als der orgonomischen Medizin beschäftigen kann!

Und hier geht es wirklich um die Orgontherapie, nicht irgendeine „Körperpsychotherapie“ oder eine vom American College of Orgonomy nicht autorisierte angebliche „Orgontherapie“!

In einem Kalender habe ich folgenden Spruch des Schweizer Jesuiten und Zen-Meisters Niklaus Brantschen gefunden: „Wie ich gehe, so geht es mir; wie ich stehe, so steht’s um mich; wie ich laufe, so laufen die Dinge bei mir.“ Kant wird hier sozusagen „verkörpert“. Im Kommentar wird auf alltägliche Sprüche verwiesen wie „Laß den Kopf nicht hängen!“, „mit stolzgeschwellter Brust“, „Trag die Nase nicht so hoch!“

Das bedeutet aber nicht, daß die Orgontherapie eine „Körpertherapie“ ist. Ganz im Gegenteil!

Reich hat seinem Mitarbeiter Myron Sharaf gesagt: „Es sollte möglich sein, Orgontherapie durchzuführen, ohne den Patienten zu berühren, nur mit Reden“ (z.n. Sean Haldane: Pulsation, London 2014, S. 199).

Und Baker hat geschrieben:

Manchmal kann man Gefühle freisetzen und manchmal läßt das Festhalten nach, wenn man dem Patienten beschreibt, was er ausdrückt oder was er tun möchte, oder wenn man ihm einen Spiegel vorhält oder durch verständnisvolle Worte und nicht durch direkte Bearbeitung der Muskeln. Ich habe oft das Gefühl gehabt, wenn man nur genug wüßte und aufmerksamer wahrnähme, könnte man die Therapie ganz und gar auf diese Weise durchführen. (Der Mensch in der Falle, München 1980, S. 91)

Noch etwas: Die Orgonomie wird in Deutschland nur eine Zukunft haben, wenn die Orgontherapie hier eine Zukunft hat. Mehr: die Orgonomie wird nur in Deutschland eine Zukunft haben. Oder anders ausgedrückt: hat Deutschland keine Zukunft, hat auch die Orgonomie keine Zukunft.

deutschorg

Das LSR des Kleinen Mannes

28. April 2026

LaMettrie wird mit de Sade in einen Topf geworfen, Stirner mit Nietzsche und Reich mit Freud, d.h. Genitalität mit Sadomasochismus gleichgesetzt.

Von LaMettrie bleibt das Stichwort „Maschinenmensch“, d.h. ein fremdgesteuerter Roboter, während LaMettries gesamte Intention darin bestand, den Menschen von Fremdbestimmung durch das „Geistige“ und die „Seele“ zu befreien, die einfach nur für das irrationale Schuldgefühl, das Über-Ich standen, d.h. den Menschen zu einem – Roboter machten.

Stirners Egoismus und Eigenheit dienen der Stabilisierung des Egos, d.h. der Panzerung und der Rechtfertigung sekundärer Triebe. Opfer sind typischerweise Kinder: „Mami will sich selbstverwirklichen!“ Das ist das diametrale Gegenteil von Stirners im Kern „pädagogischer“ Intention: die Eigenheit der Kinder soll nicht gebrochen werden.

Reich wird als Körpertherapeut und Antifaschist rehabilitiert. Jener Mann, der gegen Freud die Psychoanalyse (Gesprächstherapie!) auf Ärzte beschränken wollte und später dann das vegetative Nervensystem und das Protoplasma in den Mittelpunkt stellte („Vegetotherapie“) wird zum Heroen von Politologen und anderen Schwätzern, die als „Körpertherapeuten“ delektieren! Vom heutigen „Antifaschismus“, der nichts anderes ist als die aktuelle Ausprägung des FASCHISMUS („die offene terroristische Diktatur des Über-Ich“), will ich erst gar nicht anfangen!

Körper und Seele (Teil 1)

9. März 2026

Die innige Beziehung zwischen „Äußerlichkeiten“ und dem Innersten des Menschen zeigt sich an so etwas simplen wie der Körperlänge oder etwa der Breite des Gesichts.

Jane Green, University of Oxford, et al. haben die Daten von mehr als 1,3 Millionen Frauen mittleren Alters ausgewertet, die über ein Jahrzehnt hinweg beobachtet wurden. In dieser Zeit traten 97 000 Krebsfälle auf. Nachdem man alle anderen Risikofaktoren heraus rechnete, ergab sich, daß das Krebsrisiko pro 10 Zentimeter mehr Körpergröße um 16 Prozent steigt.

Bemerkenswerterweise gilt dies für die unterschiedlichsten Arten von Krebs, sagt also etwas über „den Krebs an sich aus“, – den es für die moderne Medizin zunehmend gar nicht mehr gibt. Der mechanistische Erklärungsversuch:

Entweder gibt es bestimmte Umweltfaktoren oder genetische Besonderheiten, die sowohl das Wachstum als auch das Krebsrisiko beeinflussen. Oder die größere Anzahl von Zellen, die in einem großen Körper vorhanden sind, erhöht per se die Wahrscheinlichkeit, daß es zu Entartungen kommt. In jedem Fall könnte der Größeneffekt laut den Forschern zumindest zum Teil erklären, warum es in unterschiedlichen Ländern verschiedene Krebsraten gibt – und warum die Anzahl von Krebserkrankungen seit Jahren stetig zunimmt, denn auch die Durchschnittsgröße steigt kontinuierlich an.

Zunächst einmal hat Reich in Der Krebs ebenfalls die Behauptung aufgestellt, daß die Anzahl der Biopathien, insbesondere aber die der Krebserkrankungen steigt. Reich:

Es wird in der Literatur der Krebsstatistik behautet, daß das Anwachsen der Zahl der Todesfälle infolge Krebses in den letzten Jahrzenten der besseren Diagnostik am Lebenden und an Leichen zuzuschreiben ist; daß also das Anwachsen der Todesziffern ein Artefakt ist. (Der Krebs, Fischer TB, S. 407f)

Die mechanistische Wissenschaft müsse das sagen, „um an der rein erblichen Natur des Krebses (festhalten zu können)“ (ebd., S. 408).

Wir sehen anhand der obigen Meldung, daß aus heutiger Sicht das Anwachsen des Krebsrisikos kein Artefakt ist. Die mechanistische Wissenschaft kann das heute einräumen, weil sie gleich eine naheliegende genetische Erklärung zur Hand hat: mehr Zellen bedeutet, daß mehr Zellen genetisch entarten, d.h. sich zu Kondensationskernen von Krebstumoren entwickeln können. Und da in den industrialisierten Ländern die Menschen von Generation zu Generation immer größer werden, wachse dort das Krebsrisiko, während es in den unterentwickelten Ländern, wo dieses Längenwachstum nicht in diesem Ausmaß auftritt, in etwa gleich bleibt.

Für Reich ist Krebs eine Art „Enttäuschungsreaktion auf Zellebene“. Große Erwartungen, d.h. ein entsprechend mobilisiertes Energiesystem, führen zu entsprechend verheerenden Enttäuschungsreaktionen; eine bioenergetische Reaktion, die bis auf die Zellebene zurückwirkt. Wir alle wissen aus eigener Anschauung, wie es „bis ins Mark geht“, wenn große Erwartungen brutal enttäuscht werden. „Bremsen bei voller Fahrt!“

Und warum breitet sich dann die Krebserkrankung immer weiter aus? Reich:

Menschen, die durch die Veränderung der Sitten zur Bewußtheit ihrer sexuellen Bedürftigkeit kommen, denen aber die Mittel und Wege fehlen, der sexuellen Energie den natürlichen Ablauf durch volle natürliche Befriedigung zu geben, müssen notwendigerweise zerrissen werden, müssen biopathisch erkranken (…). (ebd., S. 412)

Die Lebendigkeit der Menschen bliebe, so Reich weiter, immer mehr hinter ihren Ansprüchen zurück, was zu immer weiter steigender sexueller Frustration führt.

Parallel zu der von Reich beschriebenen sexualökonomischen Entwicklung wurden die Menschen auch immer größer. Anthropologen fanden anhand von Knochensammlungen heraus, daß es immer wieder Zeiten mit regelrechten Wachstumsschüben gegeben hat. Sie sprechen von „säkularer Akzeleration“. Seit Ende des 19. Jahrhunderts, als die Industrialisierung begann, sind wir größer geworden als jemals zuvor. Die Ursachen dafür sehen sie in den optimalen Umweltbedingungen. Wir haben ausreichend Nährstoffe und Nahrung zur Verfügung. Aber auch die sonstigen Bedingungen, wie ein hoher Standard an Hygiene, sind sehr gut.

Was die Körpergröße betrifft, war es im Laufe der Jahrhunderte entscheidend, in welcher Familie man geboren wurde. So haben soziale Unterschiede im vergangenen Jahrhundert eine sehr große Rolle gespielt. Gleichaltrige Schüler, die auf Schulen für Arme gingen, waren oft 20 cm kürzer als diejenigen, die Schulen für Adlige besuchten. Auch heute sind solche Unterschiede, je nach sozialer Schicht, erkennbar. Allerdings beträgt der Unterschied nur noch zwei bis drei Zentimeter.

Und was hat eine Zunahme der Körpergröße direkt mit einer Zunahme des Krebsrisikos zu tun? Aus bioenergetischer Sicht ist Krebs gleichbedeutend mit einem Hang zur Anorgonie.

In der Anorgononie ist weniger biologische Energie frei und tätig; die träge Masse des Organismus wird im Verhältnis zur tätigen Energie, die den Körper zu bewegen hat, größer, also schwerer. (ebd., S. 400)

Offenbar, so können wir angesichts der heutigen Daten spekulieren, „hinkt die organismische Orgonenergie der hypertrophierenden Masse hinterher“.

Interessanterweise haben große Menschen ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Herz-Kreislauferkrankungen sind in vieler Hinsicht das Gegenteil der Krebs-Schrumpfungsbiopathie, nämlich eine „Stauungsbiopathie“. „Zu viel Energie für die zu kleine Masse.“

Weitere Ausführungen würden vollends in Spekulation abgleiten, weshalb ich es mit folgender Aufstellung bewenden lassen will:

Michael Haselhuhn und Elaine Wong (University of Wisconsin in Milwaukee), haben in zwei Studien gezeigt, daß je breiter ein Männergesicht im Verhältnis zur Höhe ist, es desto wahrscheinlicher ist, daß Männer lügen und betrügen. Das gilt nur für Männer, bei Frauen ist die Gesichtsform in keinster Weise mit dem Hang zum Betrug verbunden.

Ein breites Gesicht ist [bei Männern] ein klares Indiz dafür, daß sein Besitzer zum Mogeln und zum Betrügen neigt. Damit sei zum allerersten Mal eine Verbindung zwischen unethischem Verhalten und einem genetisch festgelegten körperlichen Merkmal nachgewiesen worden, jubeln Haselhuhn und Wong. Vermittelt werde diese Verbindung ganz offensichtlich durch das persönliche Machtgefühl. Das mache auch aus Sicht der Evolution Sinn: Wäre das breite Gesicht lediglich ein Indikator für einen Hang zum Lügen, dürfte es seinen Trägern in der Vergangenheit ausschließlich Nachteile gebracht haben und müßte mittlerweile völlig verschwunden sein. Ist es jedoch gleichzeitig ein Anzeichen für positiv gewertete Qualitäten, könnte das den negativen Effekt aufgehoben haben. Genau das sei hier der Fall: Macht beziehungsweise das Gefühl von Macht bringe auch Optimismus, zielgerichtetes Verhalten und Führungsqualitäten mit sich.

1980 hat mich meine damalige Freundin zu einer „charakterkundlichen“ Vorlesungsreihe mitgeschleppt. Im Anschluß an Johann Caspar Lavater (der heute vor allem durch seine Beziehung zu Goethe bekannt ist) ging es darum, aus der Schädelform und den Gesichtszügen den Charakter zu lesen. Entsetzt saß ich da im altertümlichen Vorlesungssaal, den der Veranstalter von der Hamburger Universität angemietet hatte, und fühlte mich um 40 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Ich ärgerte meine Freundin, indem ich sie als „Ernährungstyp“ charakterisierte und sie mich: ich sei vom Typus des „genialen Verbrechers“ (hohe Stirn mit unausgewogenen Gesichtszügen).

Merkwürdigerweise sahen fast durchweg alle Schachgroßmeister, Teilchenphysiker, Mathematikprofessoren, etc., denen ich im Leben begegnet bin, ausgesprochen „unintelligent“ aus.

Weniger witzig war, daß dieses System auch auf „Rassen“ angewendet wurde, wobei die „weiße Rasse“ als „vergeistigt“ galt, die „schwarze Rasse“ als „animalisch“.

Bereits Reich mußte sich bei seiner Formulierung der Charakteranalyse mit derartigen Vorstellungen herumschlagen, insbesondere mit der Charakterkunde von Ludwig Klages (Charakteranalyse, KiWi, S. 198).

Das ganze läuft darauf hinaus, daß der Mensch aus drei Schichten aufgebaut ist: bioenergetischer Kern, Mittlere Schicht und soziale Fassade.

Diese drei Schichten entsprechen der angeborenen Natur des Menschen (ich habe beispielsweise das aufbrausende Temperament meiner Mutter geerbt), sein Charakter, d.h. die Art und Weise, wie er sich im Leben durchsetzt und schließlich seine Persönlichkeit, mit der er sich mehr oder weniger willentlich der Umwelt präsentiert (beispielsweise: „Immer nur lächeln, auch wenn einem zum Weinen zumute ist!“). „Charakterologen“, wie Klages, werfen diese drei Bereiche wild durcheinander. Dergestalt ist „Charakterkunde“ ein Beispiel für die Emotionelle Pest.

Der Charakter zeigt, wie man mit dem „angeborenen Material“ umgeht. Meist ist dies kontraproduktiv, läßt sich aber in einer Orgontherapie weitgehend verändern.

Orgontherapie 2026 (Teil 6)

7. März 2026

Ich habe mit mehreren Orgontherapeuten und „Orgonpatienten“ darüber gesprochen: Orgontherapie über eine Videokamera ist möglich. Damit fällt (mal abgesehen von den Finanzen!) jedwede Ausrede weg, sich keiner Orgontherapie lege artis zu unterziehen.

Evan Mayo-Wilson (Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health) et al. konnten in einer Metaanalyse von 101 klinischen Studien nachweisen, daß nicht etwa Medikamente, sondern Gesprächstherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, sich am besten für soziale Angststörungen eignet.

Das ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert, denn ursprünglich galten Psychopharmaka als Erlösung von der Psychoanalyse, die im psychiatrischen Alltag ihre Versprechungen in keinster Weise hatte einlösen können. Und zweitens ist es zumindest in den USA so, daß die Psychiater fast vollständig die Psychotherapie aufgegeben und sich ganz auf das bloße Verschreiben von Pillen spezialisiert haben. Die vermeintlich minderwertige Psychotherapie wird Laien (d.h. Nichtmedizinern) überlassen. Aber offensichtlich hat die Psychiatrie aufs falsche Pferd gesetzt! Psychotherapie ist nämlich nicht nur effektiver, sondern hat im Gegensatz zu den Psychopillen auch dauerhafte Auswirkungen auch lange nach Ende der Behandlung.

Nicht nur die Psychiatrie, sondern das gesamte Gesundheitswesen ist fehlgegangen, denn es gib einen eklatanten Mangel an ausgebildeten Psychotherapeuten, so daß der Griff zur Pille auch von daher fast zwangsläufig ist.

Für die Studie analysierten Mayo-Wilson und seine Kollegen Daten von über 13 000 Patienten, die alle unter schwerer und langanhaltender sozialer Angst litten. 9 000 erhielten die übliche Medikation oder ein Placebo, 4 000 erhielten eine Psychotherapie. Nur wenige der analysierten Studien untersuchten die Kombination von Medikation und Gesprächstherapie. Es gab keinerlei Evidenz dafür, daß eine kombinierte Therapie besser als eine pure Gesprächstherapie ist!

Im Vergleich der Gesprächstherapien erwies sich die kognitive Verhaltenstherapie im Einzelsetting als am effizientesten. Wenn es denn nicht anders gehe, seien unter den Medikamenten die SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) am wirksamsten. Doch könnten Medikamente mit schweren Nebenwirkungen verbunden sein, viele Menschen sprächen überhaupt nicht auf sie an und die Symptome würden nach Absetzen der Pillen wiedereinsetzen. Bei sozialen Angststörungen sollten Medikamente deshalb immer nur die zweite Wahl sein.

Bei der kognitiven Verhaltenstherapie dreht sich alles um die Beziehung zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen. Den Patienten soll dabei geholfen werden, ihre irrationalen Ängste anzugehen und ihr Ausweichen vor sozialen Kontakten zu überwinden. Sie sollen sich ihrer Angst stellen und lernen unangenehme Erregungszustände auszuhalten, d.h. die Orgonenergie und ihre Bewegung. Das ist genau der Gegenteilige Ansatz zur Psychopharmakologie, wo es darum geht, das Erregungsniveau zu senken und die Patienten im wahrsten Sinne des Wortes „cooler“ zu machen.

Die Nähe der Verhaltenstherapie zur Orgontherapie ist evident! Charles Konia schreibt über die Verhaltenstherapie:

Das rationale Element der Verhaltenstherapie befaßt sich mit dem Problem der Toleranz für Energie, etc. Aber jenseits davon wird die lebenswichtige Bedeutung des orgonotischen Kontakts zwischen Patient und Therapeut nicht vollständig erkannt. Sein Vorhandensein in der therapeutischen Beziehung ist eine Sache des Zufalls.

Genau das ist der Beitrag, den die Orgontherapie leisten kann. Es geht dabei nicht um spezielle Techniken, etwa „körpertherapeutische“ Interventionen, sondern darum, jeweils das zu tun, was langfristig einen geregelten Energiehaushalt sichert. Wie das geschieht, ob mit Techniken der Psychoanalyse, der Verhaltenstherapie, der Körpertherapie oder sonstigem, ist von sekundärer Bedeutung. Entscheidend ist, was der orgonotische Kontakt diktiert. In der Verhaltenstherapie hingegen wird mit festgelegten „Manualen“ gearbeitet und der Patient kann nur hoffen, daß der Verhaltenstherapeut seine Interventionen mit Feingefühl und im Sinne des gesunden Menschenverstandes durchführt. Der tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapeut kann sich dann gegebenenfalls mit dem beschäftigen, was in der mechanisch vorgehenden Verhaltenstherapie unangetastet geblieben ist. Im schlimmsten Fall werden die Symptome „kognitiv verarbeitet“, d.h. sie werden durch Gehirnpanzerung und die damit einhergehende Kontaktlosigkeit gebunden. Das war mehr oder weniger explizit Freuds Therapiekonzept („bewußte Verurteilung der Triebe“).

Letztendlich geht es in den gängigen Therapien immer darum die Energie des Organismus zu drosseln, zu binden oder zu „konditionieren“. Nichts davon funktioniert wirklich, weil sich die Natur nicht bändigen läßt, sondern sie allenfalls entartet. Es gibt nur einen Weg: das Lebendige seiner Bestimmung nach sich frei entfalten lassen, d.h. die Herstellung von Selbstregulation (Orgontherapie).

Orgontherapie 2026 (Teil 5)

24. Februar 2026

Ich habe mit mehreren Orgontherapeuten und „Orgonpatienten“ darüber gesprochen: Orgontherapie über eine Videokamera ist möglich. Damit fällt (mal abgesehen von den Finanzen!) jedwede Ausrede weg, sich keiner Orgontherapie lege artis zu unterziehen.

Panzerung kann man durchaus mit einer Art „Amputation“ vergleichen: wir haben ganze Bereiche unseres Körpers abgespalten, entsprechend erstarrt und zerstückelt ist unser Innenleben. Das spiegelt sich zweifellos auch in der neuronalen Struktur unseres Gehirns wider. Wir sind, mechanistisch ausgedrückt, sozusagen hoffnungslos „falsch verdrahtet“.

Neurologen aus den USA berichten jedoch über den Fall eines 56jährigen Mannes, dem vor 35 Jahren die rechte Hand amputiert worden war. Während dieser dreieinhalb Jahrzehnte wurde die betreffende Hirnregion anderweitig genutzt, doch offenbar kann sich dieses Areal nach der Transplantation einer neuen Hand seiner alten Funktion erinnern und von neuem beispielsweise dem Tastsinn dienen.

Schon allein die Erkenntnis, daß das Gehirn die Umstrukturierung während all der Zeit ohne Hand wieder rückgängig zu machen scheint, ist bemerkenswert, erklärt [Scott Frey von der Universität von Oregon in Eugene]. Für noch erstaunlicher hält er indes die Tatsache, daß dieser Vorgang eintritt, obwohl das Gehirn des Patienten zum Unfallzeitpunkt schon vollentwickelt war. Die Ergebnisse seien somit sehr bedeutsam für das Verständnis der Flexibilität des Gehirns bei Erwachsenen und in der Neurorehabilitation.

Das menschliche Protoplasma erstarrt nicht unwiderruflich, sondern bleibt bis ins hohe Alter erstaunlich flexibel und anpassungsfähig. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, daß wir bis zum Zeitpunkt unseres Todes die Möglichkeit haben, uns mit Hilfe der Orgontherapie zu verändern und zu erneuern: wir sind durch die Panzerung nicht unwiderruflich verstümmelt.

Eine Fallstudie der Johns Hopkins University (Daniel Dilks et al.) über einen Patienten, der infolge eines Schlaganfalls teilweise erblindet war, deutet darauf hin, daß das Gehirn von Erwachsenen genauso formbar ist, d.h. neue Nervenbahnen bilden kann, wie das von Kindern.

Der Schlaganfall hatte einige Nervenbahnen geschädigt, die die Information von den Augen zum visuellen Cortex im hinteren Teil des Gehirns übertragen. Als Folge war im oberen linken Teil des Gesichtsfeldes ein blinder Fleck entstanden. Tests zeigten jedoch, daß der vom Auge abgeschnittene Teil des visuellen Cortex auf Bildinformationen anspricht, die vom unteren linken Gesichtsfeld kommen. Etwas, was bei Erwachsenen nach der gängigen Theorie gar nicht auftreten kann, weil alles sozusagen bereits fest und unveränderbar „verschaltet“ ist. Schon vorher hatten Forscher berichtet, daß bei „erwachsenen“ Mäusen Neuronen im Gehirn nachwachsen können.

Diese Forschungsergebnisse deuten erneut darauf hin, daß die orgontherapeutische „Umstrukturierung“ des Charakters mit dem Ziel einen neurotischen, d.h. „unveränderbar verschalteten“, Charakter in einen lebendigen, einen genitalen Charakter umzuwandeln, eine reale Möglichkeit ist. Es besteht keinerlei Grund für einen therapeutischen Nihilismus, der sich teilweise auf Reich beruft („Krumm gewachsene Bäume kann man nicht wieder geraderichten!“), der aber nichts anderes ist als Ausdruck von Lebensfeindlichkeit. Wer nicht an die eigene Veränderung glaubt, soll von den „Kindern der Zukunft“ gefälligst schweigen!

Orgontherapie 2026 (Teil 2)

17. Januar 2026

Ich habe mit mehreren Orgontherapeuten und „Orgonpatienten“ darüber gesprochen: Orgontherapie über eine Videokamera ist möglich. Damit fällt (mal abgesehen von den Finanzen!) jedwede Ausrede weg, sich keiner Orgontherapie lege artis zu unterziehen.

Man begegnet immer wieder Leuten, die sich der „Selbstbefreiung“ verschrieben haben und sich deshalb niemals einem (Orgon-) Therapeuten aussetzen würden. Wie Münchhausen wollen sie sich selbst am Schopf packen und aus dem Sumpf ziehen. Ihr Denkfehler liegt darin, daß, wenn sie sich selbst aus ihrer Neurose befreien könnten, sie gar nicht neurotisch wären!

Immerhin kommen sie der Wahrheit ziemlich nahe, denn es gäbe für ihre langfristige seelische Gesundheit kaum etwas verheerenderes als aktionistische Therapeuten, die sie mit allen möglichen Techniken, insbesondere „körpertherapeutischen“ Interventionen, von außen befreien wollen. Derartige „Erziehungsdiktaturen“ mögen oberflächlich betrachtet zu einer Verbesserung führen, doch tatsächlich wird so die Unfähigkeit zur Selbstregulation nur noch tiefer verankert. Deshalb sind „Orgontherapeuten“, die an ihren Patienten eine „körpertherapeutische“ Intervention nach der anderen ausführen, ihnen eine Vorgabe nach der anderen machen, in Wirklichkeit das Gegenteil von Orgontherapeuten: es sind pestilente Charaktere, die auf sadistische Weise das Lebendige drangsalieren und narzißtisch ihre angemaßte „Autorität“ genießen.

Ein richtiger Orgontherapeut macht dem Patienten klar, daß er ihn nicht „gesund machen“ kann. Oder wie mir mein erster Orgontherapeut sagte: „Die Patienten wollen immer, daß ich sie von ihrer Neurose befreie. Wie soll ich das machen? Ich bin doch kein Magier!“ Der Orgontherapeut ist kein „Führer“, der schon alle Antworten kennt und dem man nur zu folgen braucht, sondern ein, wie Reich ihn in Christusmord nannte, „Neuer Führer“, der jede Verführung „ein Führer“ zu sein, zurückweist, vielmehr nimmt er die Menschen ernst und läßt sie sich selbst retten, indem er ihnen die Verantwortung für ihr eigenes Leben auferlegt. Das macht er, indem er verhindert, daß sie ständig dem Wesentlichen ausweichen.

Ein Orgontherapie-Patient übernimmt selbst die Verantwortung für seine Gesundung – oder er ist gar kein Orgontherapie-Patient.

Man kann immer wieder beobachten, daß „Reichsche Therapie“ bei vielen einfach keine Wirkung zu zeitigen scheint. Sie bleiben irrational, werden teilweise sogar pestilent (Emotionelle Pest). Es fehlt ihnen an „Magnetismus“, vielmehr wirken sie „hohl“ und „leer“. Statt sich wohler und integrierter zu fühlen, werden sie entweder immer wehleidiger und „sensibler“. Oder sie verwandeln sich in narzißtische, blasierte Kotzbrocken, die sich einbilden „umstrukturiert“ zu sein.

Therapie macht nur Sinn, wenn man sich der Panzerung bewußt wird und sich entsprechend von innen her verändert. Solange die grundlegenden Verhaltensmuster, etwa eine alles erstickende Indifferenz, nicht bewußtgemacht werden, wird jedwede „bioenergetische“ Intervention verpuffen oder diesen Widerstand sogar noch weiter verstärken.

Heutzutage, wo der Charakterpanzer in der Struktur der Menschen immer wichtiger wird, auf die Charakteranalyse zu verzichten, d.h. es zu unterlassen, die okulare Panzerung aufzulösen, ist ein Kunstfehler. Was „Körpertherapeuten“, sogenannte „originale Reich-Therapeuten“, „Bioenergetiker“, etc. treiben, ist zutiefst reaktionär, weil sie die pathologische Tendenz der Gesellschaft zur Oberflächlichkeit nur noch weiter verstärken. „Nur nicht den Kern des Problems berühren!“

In der Orgontherapie muß Kontakt hergestellt werden und der Patient von seinen Ersatzkontakten entfremdet werden. Stattdessen bieten die „Neoreichianischen Körpertherapeuten“ Ersatzkontakt in Form von mechanischen Übungen und Massagen. Diese Therapien sind nur ein Spiegel dieser Gesellschaft: „action“ und „event“ bei Vermeidung von wirklichem bioenergetischen Kontakt.

Genauso wie der Sozialist alles von „der Gesellschaft“, d.h. dem Staat, erwartet und von der Eigenverantwortung entlastet werden will, soll der Therapeut den Patienten von außen her durch „Körperübungen“ und „Muskelmassage“ oder gar durch das „Bewegen der Lebensenergie“ heilen.

Das ist imgrunde eine mechanistische Einstellung, die sich kaum von der der „Schulmedizin“ unterscheidet. Wirkliche Veränderung kann nur Frucht von Eigenverantwortung sein. Aufgabe des Therapeuten ist es, die Selbststeuerung wieder in Gang zu bringen, d.h. den Patienten mit Verantwortung zu belasten, statt ihn zu entlasten.

Peter Töpfer (Teil 14)

20. Dezember 2025

In Tiefenwahrheit ist ein maßgeblicher Einwand Töpfers, daß der Begriff „Schmerz“, bei Reich gar nicht vorkomme. Der Schmerz entstehe durch eine Verletzung. Der „Urschmerz“ (Janov) stamme von einem dem Säugling oder Kind zugefügtem Trauma (S. 139f).

Im Freisetzen des Urschmerzes liegt die Wiederentdeckung des klitzekleinen Eigners, hier steigt Phönix aus der Asche, hier wird das Nichts genichtet, hier beginnt die „Negation des irrationalen Über-Ichs“ und der Fremdsteuerung. (S. 468)

Nun, der Schmerz ist im Gegensatz zur kontraktilen Emotion Angst „nur“ eine kontraktile Sensation. Reich setzt sich in Der Krebs eingehend mit ihm auseinander im Zusammenhang mit den „ziehenden“ Krebsschmerzen. Daß so viele Psychologen und Laien, die „psychotherapeutische“ Systeme entwickeln (nichts leichter als das!), sich derartig auf den Schmerz kaprizieren, hat mit ihrer fast durchweg linken („liberalen“) Charakterstruktur zu tun, die auf der Überführung von Emotionen in Sensationen beruht. Das ist einer ihrer hauptsächlichen Abwehrmechanismen. Als schlagendes Beispiel betrachte man eine beliebige Sitzung der Töpferschen „Tiefenwahrheit“: jede aufkommende Emotion wird in Schmerz überführt. Die „Verschmerzung“ ist das Ziel.

Charakteristisch ist auch, wie Töpfer derartiges Aufdecken von Abwehrmechanismen vom Tisch wischt. Imgrunde ist das der gesamte Inhalt seines sehr dicken Wälzers:

Um von der Sinnlosigkeit des analpsycholytischen Geschwätzes abzulenken, versteckt [Freud] die ausbleibenden, gar nicht entstehen könnenden Erfolge in Witzischkeit, und wendet dafür eine Technik an, die er in seinem (…) Buch Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten erklärt hat: die Unifizierung. (…) Im so hergestellten beißenden Sarkasmus wird die Einsicht des Mißerfolgs [der Psychoanalyse] ertränkt: Durch das Kleinmachen der anderen macht er sich zwar nicht groß, rettet sich und seine erfolglose Methode aber. Jetzt kann er weiterhin zynisch Patienten annehmen und diese sinnlos „behandeln“ – entgegen seines eigentlich besseren Wissens und gegen riesige Honorare. Reich macht das (…) genauso, hat aber dafür wenigstens einen absolut triftigen Zweck – einen „höheren und heiligen“, würde Stirner sagen –: Geld für den Krieg gegen die Außerirdischen zu generieren. (S. 132)

Reichs Charakteranalyse sei zwar der richtige Ansatz gewesen, da er in die Tiefe ging, aber dabei sei er „wohl in ein zu heißes Fahrwasser geraten und hatte darauf den Rückzug bzw. die Flucht in den Mechanismus und das kosmische Ingenieurswesen angetreten“ (S. 135). Reich sei „durch und durch Mechanist“ gewesen (S. 172).

Reich und seine Schüler waren nicht an den erlebten Existenzen, sondern am Zirkulieren einer Energie interessiert, und schauten nach, wo die Energie am freien Zirkulieren gehindert wird. Dort müsse sie wieder freigelegt, von Blockierungen befreit und zum Fließen gebracht werden. (S. 173)

Doch dieser Vorwurf des Mechanismus ist pure Projektion Töpfers, was deutlich wird, wenn er unmittelbar fortfährt, daß vielmehr „das Subjekt als Existenz“ (nicht etwa „die Existenz des Subjekts“!) im Mittelpunkt stehen müsse. Explizit geht es ihm um – Erlösung (vgl. S. 201f)!

Dazu muß ich wieder weiter ausholen: Bei Mechanisten wie Elon Musk, der uns am liebsten einen Computer-Chip ins Gehirn pflanzen würde und von Kolonien im sterilen Weltraum träumt, also die Verkörperung des technizistischen Alptraums, ist es so, als sei das Kontinuum zwischen Gefühlen und Gedanken unterbrochen. Sie sind wie blind, was all die nonverbalen Signale und verbalen Zweideutigkeiten betrifft, die durchschnittliche Menschen ständig austauschen, so daß diese Normalmenschen in einem Gefühlsgewebe gefangen sind. Mechanisten wie Musk sind frei davon und gehen durch dieses enge soziale Gespinst wie durch ein Vakuum, so als existiere es gar nicht. Aber ohne ein „Du“ gibt es kein „Ich“! Was bleibt ist die Leere eines Autisten wie Musk.

Töpfer geriert sich als das exakte Gegenteil eines Mechanisten, ist aber im alles beherrschenden Mechanomystizismus nicht mehr als der mystische, d.h. sozusagen „nach innen gerichtete“ Gegenpart. Er will sich mittels der Praxis der „Tiefenwahrheit“ nicht über die Welt orientieren, in der er leben muß, sondern: „Für mich ist Philosophie nur Nachdenken und Nachsinnen über mich und meine Lage“ (S. 188). Ich, ich, ich! Es geht um den Rückzug in sich selbst und die eigenen Befindlichkeiten. So als würde sich ein wirkliches „Ich“ für sich selbst interessieren! Im Gegensatz zum Mechanisten haßt er zwar „die Maschine“, aber im Grunde lebt auch er in einem Vakuum – und hat entsprechend nur abgrundtiefe Verachtung für „Körpertherapie- und Orgonfreaks“ und „Orgon-Spinner“ übrig.

Töpfer bringt es sogar fertig, in Bezug auf dessen Begriff „Eigner“ von Stirners „theoretischer Ur-Sünde“ zu sprechen (S. 195), denn in der Tiefenwahrheit gäbe es nur noch das unmittelbare Ich. Als Agnostiker spielt auch Stirners Problemstellung der „Ehrfurcht“ für Töpfer keine Rolle mehr. Er ist einfach nur von seinen Eltern enttäuscht und verzweifelt traurig (S. 197f), „ich fühle mich einfach nur verzweifelt verrückt gemacht“ (S. 198). Hingegen, oder wohl genau deshalb, spielt „das Heilige“, der bei Stirner der Endgegner ist, für Töpfer „eine ausgeprägt positive Rolle: Manchmal ist es noch das Lebendigste an mir“ (S. 199). Es geht hier natürlich nicht um das heteronome, sondern um das „positiv-autonome Heilige“ (S. 201). Wir staunen, wie bei Töpfer alles einfacher und eindeutiger wird …

Und was LaMettrie betrifft: „La Mettrie ist eine sehr ‚schöne‘ und tragische, von Laska aufbereitete Erzählung und Lektüre, aber für das Programm einer Selbstermächtigung eigentlich nicht nötig“ (S. 282). Man fragt sich, was Töpfer überhaupt mit LaMettrie, Stirner, Reich und Laska zu tun hat?!

„R“ will er ja ohnehin durch „J“, wenn nicht gar „T“ ersetzen. Bleibt vielleicht Stirner, aber Töpfer ist doch eher Romantiker, dem es um „Erlösung“ geht:

Auch „Erlösung“ sehe ich überhaupt nicht negativ. Bei Laska heißt es dazu: „Diese Ausweglosigkeit [die Freiheitsunfähigkeit des Freiheitssüchtigen] sieht Stirner nur für den Wunsch nach ‚Erlösung‘, nach ‚Befreiung von oben‘, für Freiheit via Religion oder Politik: Selbstbefreiung, die egoistische ‚Empörung‘, […] ‚Befreiung von unten‘ hält er für den einzig möglichen Weg.“ – Und genau das wäre für mich eine – Erlösung. Wie soll man denn das Aufhören von Qualen sonst bezeichnen? Aber wer die Qualen nicht fühlt, der glaubt auch, sich gegen Freiheitsunfähigkeit erfolgreich „empören“ zu können. Aber hier hilft kein „Empören“ mehr. Davon hatte Stirner noch keine Ahnung. Stundenlanges tiefes Weinen und Betrauern der Freiheitsunfähigkeit hatte nichts mehr mit „Empörung“ zu tun. Wenn man damit durch war, konnte man sich nur noch von den Qualen – vorerst, halbwegs – erlöst fühlen. Erlösung kommt bei mir andauernd vor, z.B. im Video „Tod – Leben: Trauer – Abfließen – Sterben – Erlösung“. (S. 201)

Alexander Lowen (Teil 1)

13. Dezember 2025

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Alexander Lowen und Stanley Keleman in den 1970er Jahren die „Körpertherapie“ als ungeheuren Durchbruch verfochten: „Die Seele über den Körper heilen.“ Das wäre angeblich die Essenz der von Reich entwickelten Therapie! Jetzt finde ich in der Bahn zufällig einen Flyer mit der Überschrift „Psyche hilft Körper“.

„Es ist unglaublich, wie viel Kraft die Seele dem Körper zu verleihen vermag“. Dieser Satz von Wilhelm von Humboldt aus dem frühen 19. Jahrhundert hat heute ebenso viel Gültigkeit wie zu Humboldts Zeiten. Über viele Jahrzehnte wurde der Kraft der Seele allerdings nicht die Bedeutung beigemessen, die ihr zusteht.

Als Student der Orgonomie fühlt man sich manchmal wie ein Zeitreisender, den es ins Mittelalter verschlagen hat, und den die mittelalterlichen Vorstellungen, etwa über das Leib-Seele-Problem („Körper beeinflußt Seele“ gegen „Seele beeinflußt Körper“) schrecklich auf die Nerven gehen.

leibseele

Die Orgontherapie ist keine „Körpertherapie“, denn es geht nicht um „die Integration des Körpers in die Psychotherapie“ und ähnliches, sondern darum, das neurotische Gleichgewicht aufzuheben mit dem Ziel, den genitalen Primat und damit die orgastische Potenz (der regelrechte Haushalt der biologischen Energie) herzustellen. Geht das ohne körperliche Interventionen, um so besser.

Aus eigner Erfahrung kann ich sagen, daß es weitaus effektiver ist, selbst zu spüren, wie man jahrzehntelang beispielsweise die Schultern gehalten hat, als von außen darauf gebracht zu werden. Es ist effektiver, sich seiner neurotischen Idiosynkrasien bewußtzuwerden und sie aufzugeben, statt durch Massage oder „Übungen“ „gerade gerichtet“ zu werden. Freiheit kann einem nicht geschenkt werden. Entweder nimmt man sich die Freiheit oder man wird nie frei sein.

Das A und O der Therapie ist die Motivation, also der Wille, ein neuer Mensch zu werden und ein besseres Leben zu führen. Es geht nicht darum, sich hinzulegen und durch „Handauflegen“ an sich herum manipulieren zu lassen, bis sich irgendwelche Verspannungen lösen.

Es geht aber auch nicht darum, mit dem „Willen“, bzw. der „Psyche“, den Körper zu heilen. Ich verweise auf die Stelle in Peter Reichs Der Traumvater (München 1975, S. 28f), wo Reich am Beispiel einer Filmszene mit John Wayne kritisch die Beeinflussung des Körpers durch die Psyche beleuchtet:

Und die Art, wie sie etwas leisten oder durchsetzen, ist ebenfalls hartleibig. Erinnerst du dich an den Film mit John Wayne, in dem er stürzt und zum Krüppel wird? (…) Du weißt, als er im Bett saß, auf das Ende seines Gipsverbandes schaute und seine Zehen beobachtete, beschloß er, wieder gehen zu lernen. Und er sagte immer wieder zu sich: „Ich muß diesen Zeh bewegen. Ich muß diesen Zeh bewegen.“ Schau, das ist die starre, die verkrampfte Art, Dinge zu überwinden. (…) Hindernisse und Behinderungen in dieser Weise zu überwinden, durch Gewalt, durch sogenannte Willenskraft (…) das ist die starre, verkrampfte, mechanistische Art, Leistungen zu vollbringen. Er mußte sich so anspannen und verhärten, sich selbst mit aller Gewalt dazu zwingen, wieder gehen zu lernen, daß er darüber vergaß, wie man liebt und freundlich ist. (…) Am besten ist es, einfach zu atmen, sich zu entspannen und es auf natürliche Weise kommen zu lassen. Erzwinge nie etwas, laß es einfach auf natürliche Weise eintreten, dann ist es immer okay.

Entsprechend geht es in der Orgontherapie nicht darum, sich etwa zum „richtigen“ Atmen zu zwingen, sondern darum, es einfach „arbeitsdemokratisch“ geschehen zu lassen.

Orgontherapie ist imgrunde nichts anderes als „Orgasmustherapie“ und genauso wenig wie einem ein Orgasmus von außen aufgezwungen werden kann, kann man einen Orgasmus „wollen“. Das einzige, was man tun kann, ist, die Hemmnisse, die sowohl der Hingabe, als auch der Aggression entgegenstehen, fahren zu lassen.

Alles andere ist Sadomasochismus und auf die Therapie übertragen das, was ich als „Blauen Faschismus“ bezeichnet habe. Tatsächlich unterscheiden sich die diversen „Reichianischen“ Körpertherapien kaum von dem, was Reich in Charakteranalyse als Masochismus beschrieben hat: „Bringe mich von außen zum Platzen!“. Den sadistischen Körpertherapeuten (den „Bioenergetikern“, selbsternannten „Orgontherapeuten“, etc.) ist es eine Lust, ihren „Patienten“ diese Freude angedeihen zu lassen.

Es ist auffällig, daß immer wieder „Reichianische“ Therapeuten und selbsternannte „Orgontherapeuten“ hervortreten, die mit einer ganzen Palette von Therapietechniken Patienten für sich gewinnen wollen. Es ist teilweise schreiend komisch, was sie nicht alles zusätzliche zur (angeblichen) Orgontherapie anbieten. Das reicht von „Craniosakral-Therapie“ über „Ayurveda“ bis hin zur „Geistheilung“, gar „Akupunktur“. Was sie mit diesen ellenlangen Listen zur Schau stellen, ist nicht etwa ihre „Zusatzqualifikation“, sondern ihre Unfähigkeit, therapeutisch effektiv zu arbeiten. Es ist der verzweifelte Versuch kontaktloser Neurotiker Kontakt herzustellen. Imgrunde sind es Perverse, die mit allen möglichen Folterwerkzeugen ihre „Liebe“ zum Ausdruck bringen wollen.

Charles Konia in der Diskussion (Teil 5)

3. November 2025

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über den Ausschluß Wilhelm Reichs aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung 1934: Ein schicksalhaftes Ereignis

Robert (Berlin) 2014:

Ein sehr guter Artikel.

So global habe ich es früher auch betrachtet, aber in den letzten Jahrzehnten verlor ich den Focus.

Danke an Peter für die Publikation und Übersetzung.

Dazu Jonas:

Erstaunlich, wie aktuell der Text scheint, obwohl er fast 20 Jahre alt ist!

O.:

„Das American College of Orgonomy ist heute die einzige wissenschaftliche Organisation, die Reichs Entdeckungen in unverfälschter Form gegenwärtigen und zukünftigen Generationen übermittelt.“ (s.o.)

So hatte ich es auch früher gesehen oder sehen wollen.

– Auf was liegt die Betonung im Satz? wissenschaftlich, unverfälscht oder gegenwärtigen und zukünftigen Generationen übermittelt?

Alle (ACO fremden Publikationen) beziehen sich heute (seit 1967) auf Baker und nicht mehr auf Reich. Er taucht in quasi allen Literaturverzeichnissen auf und wird inhaltlich kopiert.

Aber wird hinterfragt, was er geschrieben hat?

1965, zwei Jahre zuvor kommt Lowens „Liebe und Sexualität“ heraus, eine Behandlung der Orgasmusthematik noch ohne großes Therapieangebot. 1975 legt er nach mit „Bio-Energetik“. Die Behandlungsmethoden ähneln sich wie ein Ei dem anderen. Wer schreibt ab? Oder sind beide von Reich in gleichem Maße inspiriert?

Hatte Lowen seine Bioenergetik schon 1967 fertig entwickelt und praktiziert?

Die viel gepriesene „psychiatrische Orgontherapie“ hält in ihrer Technik – dem Buch nach zu urteilen – nicht stand. Baker verlässt Reichs Regel von oben nach unten zu arbeiten, um den Patienten von innen aufzuladen, Depressiven (nicht beim depressiven Charakter) will er Energie aus dem Becken mobilisieren. Das würde ich als pure Bioenergetik verstehen.

Ich frage mich seit geraumer Zeit, was in den USA falsch gelaufen ist, bei der Ausbildung der Mediziner, von Reichs Therapie wird nichts übermittelt.

Darauf ich gereizt:

Ich wollte das gerade beantworten, muß aber dieses Unterfangen aufgeben, da O. nur nebulösen Unsinn schreibt. Das fängt schon damit an, daß Lowen seine Behandlungsmethode bereits 1958 (zweite Auflage 1971) veröffentlicht hat. Zum Rest… Seufz.

O.:

Danke. 1958 war sein erstes Buch „Körperausdruck und Persönlichkeit“ herausgekommen.

hier das für mich erstmal „schockierende“ Zitat, vielleicht erschließt sich mir ja nicht der tiefere Sinn, weil immer nur etwas kurz angedeutet wird und es dann weiter geht:

„Eine Ausnahme sind Depressive, bei denen das niedrige Energieniveau und starke Hemmung eine frühe Befreiung des Beckens gefahrlos machen. (…)“ (BAKER 1967, S. 86)

„Die sieben Segmente … werden gewöhnlich in dieser Reihenfolge ‚befreit‘, abgesehen davon, dass die Brust oft zuerst beweglich gemacht wird, damit man sie verwenden kann, um im Organismus Energie aufzubauen und für zusätzliche Stoßkraft von innen zu sorgen, um sowohl die Auffindung als auch die Beseitigung weiterer Blockierungen zu unterstützen.“ (BAKER 1967, S. 87)

Peter:

In Bakers Buch steht auch, daß bei Depression das Energieniveau rapide absinken kann. Dem muß entgegengewirkt werden durch Mobilisierung der Atmung. Es geht immer darum, welche FUNKTION was hat, nicht darum rigide irgendwelche „Prinzipien“ einzuhalten.

Konias Glossar wurde wie folgt diskutiert:

Robert (Berlin):

„sekundäre Triebe: Der gestörte Ausdruck der primären Triebe, der darauf beruht, daß der Panzer dabei versagt hat, die destruktiven Impulse in Schach zu halten.“

Nanu, auch wenn der Panzer die sekundären Triebe in Schach hält, die primären Triebe müssten durch den Panzer doch immer irgendwie verbogen sein? Oder irre ich mich mal wieder?

Darauf ich:

Also, damit wir nicht über zweifelhaften Übersetzungen stolpern, erstmal das Original:

secondary drives – Disturbed expressions of primary drives resulting from the failure of armor to contain destructive impulses.

Primäre Triebe werden einfach ausgedrückt. Sieht man bei jedem Tier. Wenn sich das Menschentier abpanzert, haben wir idealerweise den symptomlosen „Jesuitenschüler“ vor uns: immer kontrolliert, ausgeglichen, nett, rational, blablabla – während innerlich der Haß des eingesperrten und malträtierten Tieres wütet. Nur leider ist die Panzerung ein sehr fragiles Gebilde, so daß die Triebe schließlich doch wieder durchbrechen – in Gestalt der sekundären Triebe.

O.:

Das Glossar zeigt über die wichtigsten Begriffe schon fast die wichtigsten theoretischen Grundannahmen. Kleine Fehler wären hier schon fast unverzeihlich, daher steckt da schon viel Arbeit drin.

„orgonomist“ klingt im Deutschen schräg, vielleicht ist „Orgonom“ der bessere Begriff, obwohl es mir auch nicht gefällt, hat es Reich ja schon als Grundform für einen Organismus benutzt.

Über die „Biopsychiatrie“ (in Anlehnung an die „Biopathie“) habe ich mich am meisten gewundert.

Mir würde ein einheitlicher Begriff wie „orgonomische Psychiatrie und orgonomischer Psychiater“ am besten gefallen, wobei der auch etwas neu wäre. Auf keinen Fall sollte man hier beliebig und alle paar Jahre sich was neues ausdenken, das würde komisch und verwirrend wirken.

Peter 2025: Biopsychiater sind Psychiater, die ihre Patienten von der biologischen Panzerung her betrachten und wie die Panzerung die biologische (Orgon-) Energie behindert.