Peter präsentiert: Der komplette Marx in einem Blogeintrag!

Bevor ich Andreas Peglaus Buch Rechtsruck, von mir inzwischen besprochen, zur Hand nahm, nahm ich mir vor, an dem Buch ein hochwissenschaftliches Experiment durchzuführen. Fragestellung: würde Peglau durch seine Marx-Zitate meine These wiederlegen, daß Linke kaum mehr als ein halbes Dutzend Marx-Zitate bis zum Erbrechen wiederkäuen? Diese Mantras zeigen, daß der Marxismus eine echte Religion ist. Unten meine Liste aus einer Fußnote zu Der politische Irrationalismus aus orgonomischer Sicht. Peglau präsentiert den allerersten. Zu meiner Schande muß ich zugeben, daß ich zwei Sprüche vergessen habe, die ich dank Peglau hier nachtrage. Alle zehn Mantras, ein weiteres ist mir erst jetzt wieder eingefallen, entsprechen einer sozialen Fassade (Reichs Dreischichten-Modell: Kern, mittlere Schicht, Fassade), die vorgibt die mittlere Schicht abzuwehren, um sie desto besser durchzusetzen:

A. Signalisieren, daß man zu den Guten gehört:

  1. An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.
  2. Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.
  3. Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.

B. Man ist nicht das, was man ist. Der Kommunist spiegelt stets falsche Tatsachen vor:

  1. Ich bin kein Marxist.
  2. Der Erzieher selbst muß erzogen werden.
  3. Man muß an allem zweifeln.

C. Das Außen beherrscht das Innen, die Gesellschaft das Individuum, das Humane die Biologie:

  1. Die Gedanken der Herrschenden sind die herrschenden Gedanken.
  2. Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewußtsein.
  3. Radikal sein ist, die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel für den Menschen ist aber der Mensch selbst.

D. Aktionismus:

  1. Die Philosophen haben die Welt nur interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.

Die mittlere Schicht findet sich in den restlichen 20 000 Seiten der Marx-Bände voller haßerfüllter, u.a. antisemitischer Polemiken, der bioenergetische Kern in den Anfangskapiteln von Das Kapital, auf die sich Reich explizit bezieht.

Wer mich widerlegen will: hier eine kleine Hilfestellung. Mein Punkt ist einfach, daß, egal welches linke Produkt man auch liest, mindestens einer der zehn Sätze fallen wird. DER MARXISMUS IST EINE RELIGION:

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11 Antworten to “Peter präsentiert: Der komplette Marx in einem Blogeintrag!”

  1. Avatar von Roman Schreiber Roman Schreiber Says:

    Der Marxismus wäscht seinen Anhängern mit einigen simplen, aber effektiven Narrativen das Gehirn. Das geht nur, weil die Anhänger nach solchen Narrativen unbewusst suchen (mehr dazu am Ende).
    Die Hauptgeschichte lautet:
    Die westliche Gesellschaft ist zutiefst korrupt. Sie dient dazu, den Mächtigen mehr Reichtum auf Kosten der Unterdrückten zu bescheren. Logik, Rationalität und Kommunikation sind nur Werkzeuge, um die Macht des Patriarchats/der Weißen/der Kapitalisten… auszubauen. Wohlstand ist nur ein Nebenprodukt des Machtstrebens weißer Männer.
    Dies ist teilweise richtig, da alle menschlichen Gesellschaften teilweise tyrannisch sind. Der Trick der Marxisten bestand darin, den Kapitalismus mit einem Utopia von ihren Gnaden zu vergleichen. Als dieser Trick Ende der 1960er- Jahre durch Bekanntwerden des Blutzolls von Stalinismus und Maoismus, etwa 100 Millionen sinnlos ums Leben gebrachte Menschen, nicht mehr so recht funktionierte, verlegten sich die Ideologen auf zwei Vernebelungstaktiken.
    Taktik 1 wird bis heute angewandt und lautet: Es war gar kein echter Sozialismus, weder in der DDR noch in Venezuela. Wir sind immer genau eine Revolution vom Weltfrieden entfernt.
    Richtig wäre, den Kapitalismus mit seinen Individualrechten und persönlichen Freiheiten mit allen anderen bisherigen Gesellschaftsformen zu vergleichen, vor allem im Hinblick auf die Anzahl der Menschen, die der Planet momentan beherbergt. Da schneidet er vergleichsweise gut ab. Selbst bei allem gerechtfertigten Klagen über die politische Situation in unserem schönen Land haben die linken Ideologen es noch nicht geschafft, den Wohlstand – sprich die Leistungsfähigkeit der Menschen – zu zerstören. Aber sie sind dran.
    Taktik 2 ist die Übernahme des Relativismus, oder auch der Postmoderne, als Narrativ zur Verschleierung der logischen Fehler der sozialistischen Ideologie. Ausgehend von er Tatsache, dass jeder Roman – und auch jede andere Kausalkette – sich auf beinahe unendlich viele Arten interpretieren lässt, ergibt sich eine Relativität aller Ideologien. Die postmodern getarnten Marxisten an den Universitäten behaupten dann, dass nur sie den Unterdrückten helfen wollten, und daher die moralische Überlegenheit und Rechtfertigung für die Durchsetzung ihrer Ideologie hätten.
    Faszinierenderweise haben so große Teile der Bevölkerung den oben genannten Blutzoll des 20. Jahrhunderts und die aktuellen sozialistischen Katastrophen (Venezuela, Nordkorea) nicht präsent, sondern folgen dem oberflächlichen Signalisieren von Tugend in die Zerstörung von Eigenverantwortung, Motivation und Bestrafung individueller Leistung.
    Auf solche Helfer, die den Unterdrückten nur noch mehr Scherereien bringen, sollte jeder, der noch klar denken kann, gerne verzichten.

    • Avatar von Roman Schreiber Roman Schreiber Says:

      Und was verleitet die machtlosen, aber sprachgewandten Universitätsmarxisten dazu, überall Machtspiele zu sehen und deren Legitimation zu dekonstruieren?
      Ich sehe bei diesen Menschen viel zu oft nur einen eigenen Machtanspruch, einen sprachlich virtuosen, aber logisch schwachen Versuch, die Deutungshoheit zu reklamieren. War schon bei Derrida und Faucoult nicht anders.
      Und was verbessert sich durch diese Kämpfe für Soziale Gerechtigkeit?
      Nachdem die Massen, wie schon beim originalen Marxismus, lieber die konkreten Verbesserungen des Kapitalismus genommen haben als die ewigen Versprechungen vom gelobten sozialistischen Land, haben die Postmodernisten sich ihre leicht beeinflussbaren Jünger gleich selbst hergestellt. Die Schäden an der Berliner Humboldt- Universität nach der „Besetzung“ zur Unterstützung eines Marxisten, der zu seiner SED-Vergangenheit gelogen hatte, ging in die zehntausende. Die Randale beim G20-Gipfel in Hamburg wurde unter anderem in universitären Räumen geplant.
      Bis einer dieser Verblendeten sozialversicherungspflichtige Jobs schafft, werden wir wohl bis St. Nimmerlein warten dürfen.

    • Avatar von claus claus Says:

      „Wir sind immer genau eine Revolution vom Weltfrieden entfernt“ – herrlich (auch verdächtig sprachgewandt :-))!

  2. Avatar von Roman Schreiber Roman Schreiber Says:

    „Die Ungleichheit, an der die Linksintellektuellen wirklich leiden, ist die zwischen ihrem hohen Status und ihrem bescheidenen Einkommen.“ 😉

  3. Avatar von Roman Schreiber Roman Schreiber Says:

  4. Avatar von Peter Nasselstein Peter Nasselstein Says:

    Ein Danke an Roman Schreiber für diese Ausführungen!

  5. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Die linke Indoktrination in den Schulen

    https://www.youtube.com/watch?v=XOsFJtZVQQI

  6. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Professor ist „Rassist“, weil er Fehler korrigiert

    http://www.journalistenwatch.com/2017/10/03/professor-ist-rassist-weil-er-fehler-korrigiert/

  7. Avatar von Peter Nasselstein Peter Nasselstein Says:

    Modju Marx:

    https://jungefreiheit.de/debatte/2018/alles-kaputtzumachen-war-der-kern-seiner-ideologie/

    • Avatar von claus claus Says:

      Ich habe im Laufe der Zeit immer mehr den Eindruck gewonnen, dass Marx traditionell als eine Art Symbol für Tiefsinn und Bildung herhalten muss. Es geht den Linken, wenn sie ihren Marx zitieren, nicht um Marx, sondern um ein Etwas, an dem man sich abarbeiten soll. Vor allem Verlage haben lange davon profitiert: Jede Schule, jede Theorie wurde irgendwie mit ‚dem Marxismus‘ verglichen – ich bin bislang nicht schlau daraus geworden.

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