Die Laientherapeuten-Lüge

Es nervt über Dinge diskutieren zu müssen, über die wirklich jedwede Diskussion vollkommen überflüssig und sinnlos ist. Wer weiterdiskutiert ist schlichtweg böswillig! Orgontherapie und Laien: man nehme Alexander Lowen, einer der ersten Schüler Reichs in New York. Reich zwang Ende der 1940er Jahre den Gymnastiklehrer und Rechtsanwalt, der inzwischen so etwas wie „vegetotherapeutische Gymnastik“ betrieben hatte, ein Medizinstudium zu absolvieren, wenn er denn wirklich auf diesem Gebiet arbeiten wolle. Als Reich nach Lowens Studium auch noch von diesem abverlangte Facharzt für Psychiatrie zu werden, verließ dieser frustriert die Orgonomie und verzapfte infolge ein peinliches Buch nach dem anderen, das auf jeder Seite zeigt, daß er in Sachen Psychotherapie ein bombastischer Laie war. Heute ist, wie mir ein Psychiater sagte, die „bioenergetische Analyse“ tot, weil sie vollkommen unwirksam ist.

Ein noch älterer Schüler Reichs war A.S. Neill, der bereits in Oslo dessen Patient war und ähnlich wie zeitweise Lowen von Reich autorisiert worden war seine heranwachsenden Schüler in Summerhill „vegetotherapeutisch“ zu behandeln. Neill gab das bald auf, wodurch er bei Reich weiter in dessen ohnehin schon sehr hoher Wertschätzung stieg. In Paul Ritters Zeitschrift Orgonomic Functionalism schrieb Neill kurz nach Reichs Tod, daß er Paul Mathews‘ Brief voll zustimme und tatsächlich einige Wochen, bevor dessen Brief veröffentlicht wurde, selbst einen Brief fast identischen Inhalts an Ritter geschickt hatte. Dort hatte er zum Ausdruck gebracht, wie geschockt und wütend er sei, daß dieser und David Boadella als „Orgontherapeuten“ dilettieren und sich sogar anmaßen „Fallgeschichten“ zu schreiben. Reich hätte immer wieder deutlich gemacht, daß ausschließlich Fachärzte als Orgontherapeuten tätig sein dürfen. Einzige Ausnahme sei Reichs ältester Schüler Ola Raknes (ein Psychologe) gewesen. Ich möchte anfügen, daß das im freien Ermessen von Reich und später Elsworth F. Baker lag und alles andere als ein Freibrief für Politologen, Archäologen oder Pädologen darstellt, sich als „Reichianische“ (sic!) „Körpertherapeuten“ aufzuspielen oder extrem invasive Therapien wie „Skan“ zu propagieren.

Neill führt aus, daß Reich in der Therapie bei Neill schrecklich intensive Emotionen freigelegt hatte und daß er, Neill, aus dieser Erfahrung und später durch Briefe und im persönlichen Gespräch immer mehr die Überzeugung gewann, daß die Orgontherapie potentiell gefährlich sei. „Ich habe Reich beunruhigt und ängstlich hinsichtlich möglicher Selbstmorde erlebt, nicht so sehr wegen seiner eigenen Patienten, sondern wegen der seiner Jünger. In meinen Augen schien die Methode Kräfte zu wecken, mit denen nur ein großer Psychologe umgehen konnte, und so großartig er auch war, Reich selbst hatte Mißerfolge bei seinen Patienten, und er hat dem ehrlich ins Auge gesehen.”

Neill fährt fort, Reich habe oft gesagt, daß er niemandem erlaube Orgontherapie auszuüben außer einem qualifizierten Arzt. („Reich often said that he would have no one but a qualified Doctor use Orgone Therapy.”) Neill selbst sieht das mit den Laientherapeuten nicht so streng, solange es um reine Gesprächstherapien geht, beharrt aber darauf, daß „die Reich-Technik so mächtig, so neu ist, daß ich sie persönlich in keiner anderen Hand sehen will als die eines von Reich ausgebildeten“ (Orgonomic Functionalism, Vol. 6, No. 5, September 1959, S. 161f). Paul Ritter antwortet in der gleichen Nummer (S. 163) und muß zugeben, daß er und sein Schüler David Boadella gegen den ausdrücklichen Willen Reichs Therapien angeboten haben, beide jedoch (sic!) in ihren Sitzungen Reichs Techniken anwendeten: „We have given therapy in England without Reich’s blessing and yet felt it was Reich’s techniques we were applying.“ WAS FÜR EINE ABWEGIGE LOGIK! Soviel auch zu den ebenfalls abwegigen Behauptungen, die hier in Leserbriefen verbreitet wurden, Reich wäre in irgendeiner Weise mit Ritters und Boadellas Tätigkeit als „Orgontherapeuten“ einverstanden gewesen und hätte Ritter in dessen Tun gar bestärkt.

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17 Antworten to “Die Laientherapeuten-Lüge”

  1. Robert (Berlin) Says:

    „Es nervt über Dinge diskutieren zu müssen, über die wirklich jedwede Diskussion vollkommen überflüssig und sinnlos ist. Wer weiterdiskutiert ist schlichtweg böswillig!“

    Genau das Gegenteil ist der Fall! Es ist schlichtweg böswillig, sein Elite-Wissen für sich zu behalten und die orgonomisch Interessierten verwirrt stehen zu lassen.
    Das, was heute als Therapie nach Reich in Europa existiert, ist der neo-reichianische Irrgarten. Orgontherapie existiert schlichtweg nicht. Darum ist es verdammt wichtig, die Diskussion genau hier zu führen, damit neo-reichianischer Wildwuchs nicht gleichbedeutend mit Therapie nach Reich ist.
    Es wäre dann auch hilfreich, den Leserbrief von Neill hier zu posten. Denn die Ausgabe von Org. Func. dürften vielleicht 50 Personen weltweit besitzen.
    Reich hat die Kritik an den Libidotheorie-Aufgebern auch geführt. Diese Tradition sollte fortgesetzt werden.

    • Peter Nasselstein Says:

      OK, es gibt eine Gegenwahrheit: gegenwärtig stirbt die Psychiatrie. Früher war sie von Jaspers bis zu Tölle ein hochanspruchsvolles Fach, wo sich Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft (humanistisches Wissen) und Sozialwissenschaft ein Stelldichein lieferten und Geistesgiganten am Werke waren. Heute…

      In Amerika machen „Nurses“ die Therapie, während die MDs zu Pillenverteilern und Fallmanagern verkümmern. Und in Deutschland verschwinden die ärztlichen Psychotherapeuten und die die nachwachsen, betreiben keine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie mehr (also Psychoanalyse light), sondern Verhaltenstherapie – die prinzipiell auch Computer verabreichen könnten. Es ist wirklich eine Tragödie. Zu allem Überfluß ist die Vergütung ein Witz. Selbst wenn es Interesse an einer Aubildung in Orgontherapie gäbe (SIE GIBT ES NICHT!), wäre das Geld gar nicht da und die Zeit, denn die Bürokratie wächst von Tag zu Tag. Das noch niemand wegen der neuen Datenverordnung Amok gelaufen ist, ist ein Wunder!

    • O. Says:

      Bevor die Orgontherapie als Laientherapie diskutiert werden muss, muss die Orgontherapie an sich diskutiert werden. Im Ergebnis muss dann gesagt werden, das sie nicht existiert. Mit vielleicht 5-10 Therapeuten in Europa ist sie faktisch nicht existent für Patienten. Es gibt keine Ausbildungen, nur (esoterische) Internetbekennungen ohne Substanz.

      Reichs Anstaz, dass Pillenverschreiber (Psychiater) diese ausführen dürfen, ist absoluter Müll gewesen und damit das Ende der „Orgontherapie“. So würde die nüchterne Bilanz aussehen.

      Tragisch ist, dass Esoteriker und Laien sich der Körper(psycho)therapie bemächtigt haben und ihre „Patienten“ ökonomisch ausgenommen haben, ohne dass hier irgendeine therapeutische Qualität abgeliefert wurde oder in den zahlreichen „Ausbildungen“ Nachwuchs erzeugt werden konnte.

      Blasband, angesprochen auf eine Ausbildung in Europa, meinte „Everything ist possible in the future“. Das klingt nach 20 Jahren so wie „nothing is possible in the future“.

  2. Frank Says:

    Hallo, gibt es denn in Europa irgendeinen authentischen Reich-Therapeuten außer Dr. Vittorio Nicola? Grüße, Frank

    • Peter Nasselstein Says:

      Griechenland: Theodota Chasapi, M.D., Thessaloniki

      Italien: Alberto Foglia, M.D., Lugano-Paradiso

      Die haben sozusagen den „Garantieschein“ vom ACO. Daneben gibt es andere wie Dr. Cammarella in Rom.

      Natürlich ist die Situation mehr als unbefriedigend, es ist aber leider auch so, daß die Praxen der Orgonomen nicht „vollkommen überlaufen“ sind…

      • Frank Says:

        Danke!
        Foglia scheint gut (?) deutsch zu sprechen?
        Nicola soll etwas deutsch und besser englisch sprechen?
        Chasapi?
        Gibt es eine Empfehlung? Lugano-Paradiso klingt gut (und teuer …) – und es ist eine tolle Gegend 🙂
        Ein paar Behandlungen würden auch schon etwas bringen?
        Ich war ca. 3 x bei Dr. med. Jorgos Kavouras – und es hat schon e t w a s gebracht.

    • Peter Nasselstein Says:

      1. Sprache: die Sprachbarriere ist eher förderlich als hinderlich. Orgontherapie ist keine Psychoanalyse der auch nur Charakteranalyse, wo es um jede sprachliche Nuance geht. „Blablablablablanlablablablablablablabla“ – Therapeut: „Du hast Angst!“ Es geht um Emotionen, einfache Emotionen und nicht um komplizierte Gedankengebilde, a la: „Nein, Angst würde ich das nicht nennen, sondern eine Mischung aus verhaltenem Zorn und mehr situativer Furcht, blablabla,“ – „Therapeut; „Du hast Angst!“

      2. Natürlich könnte ich auch andere Therapeuten nennen, mache ich aber nicht, einfach weil ich selbst Mitte der 1980er Jahre auf diese Weise voll reingefallen bin. Ich kann und will (NICHT MAL IM PERSÖNLICHEN GESPRÄCH!) nicht die Verantwortung für irgendwelche Empfehlungen oder auch nur neutrale Hinweuse übernehmen.

      • Frank Says:

        Danke!
        zu 1. Klar, ich verstehe
        zu 2. Die drei genannten sind aber schon so eine Art Empfehlung = auf den „„Garantieschein“ vom ACO“ kann man sich verlassen?
        3. Jede Sitzung bringt etwas – oder gibt es „Zyklen“, die man absolvieren sollte bzw. gibt es ein „mittendrin“, wo man weitermachen sollte?
        Danke!

        • Peter Nasselstein Says:

          Siehe http://w-reich.de/schwartzman.html

          Man sollte nichts Dramatisches erwarten. Aus diesem Grund fand Dr. Nicola auch den Film ROOM FOR HAPPINESS nicht so gut. Es kann beispielsweise sein, daß man Stunde über Stunde über Stunde über Stunde an der Atmung arbeitet – und nichts passiert. Die Blockade wird nachgeben, wenn sie nachgeben kann. Es ist die einzige Chance diese Panzerung loszuwerden. Natürlich könnte man das auch Erzwingen, wie es etwa bei Lowen geschieht, aber dann verstärkt sich die Panzerung oder wird an anderen Stellen um so stärker, es kommt zu schlimmen psychosomatischen Nebenwirkungen, etc.

          Orgontherapie ist wie ein Zug, der nie anhält. Manchmal bewegt er sich qulend langsam, manchmal scheint er einen Sprung zu machen, – aber der Zug wird sich immer vorwärts Richtung Zielbahnhof bewegen und wird niemals aus den Gleisen springen. Die Richtung „Zielbahnhof“ ist wichtig. Selbst wenn man nicht in Aachen ankommt: Münster ist schön, Köln ist schön – Hauptsache man hat Kiel verlassen und Schleswig-Holstein hinter sich gelassen!

          Wie bei allem kommt es letztendlich auf die Motivation an. Und die kommt mit den ersten Erfolgen („Schleswig-Holstein verlassen).

        • O. Says:

          „Medizinische Orgontherapie ist die wirkungsvollste Methode, die man gegenwärtig kennt, um einen Menschen in bessere Übereinstimmung mit seiner wahren Natur zu bringen und sein Funktionsniveau zu erhöhen.“ usw. ist eine wenig sagender schöner Werbetext. Jede Psychotherapie ist wirkungsvoll und eine Veränderung braucht seine Zeit – entsprechend dem was der Pat. benötigt. der Pat. muss nur den für sich richtigen/ geeigneten Therapeuten finden, was imm er zu sehr vernachlässigt wird. (Chemie muss stimmen).

          Die Ziele und der Fokus der Therapie nach Reich ist in der Theorie schon anders als der einer üblichen Psychotherapie. Von daher gibt es keinen Vergleich und ist OT auch nicht „wirkungsvoller“. Die Frage bei der OT ist, wird ansatzweise eine orgastische Potenz erreicht? Nur daran bemisst sich die OT! Konkurrierend kann man jetzt andere Körpertherapien mit ihr vergleichen, aber ein Vergleich mit Psychotherapie hinkt!

          OT will keine psychotherapeutischen Ziele erreichen, das wäre zu banal. Neurotisches Verhalten auflösen ist der theoretische Ansatz der OT, wird aber in der VT eher direkt angegangen. Also was ist das Ziel, und danach würde ich die Methode wählen.
          Abgesehen davon erkenne ich nicht, dass je bei irgendjemanden das Ziel der OT durch die OT erreicht wurde.

          Reich war schon vor seinen Entdeckungen relativ locker und unkonventionell. Seine Therapie hat hierzu nichts beigetragen, außer, dass er theoretisch und im Versuch eine Körpertherapie zu formulieren revolutionsär und unabhängig war. Wie wir sehen, konnte er es aber nicht wirklich vollendet weitergeben.

          Orgastischer Potenz findet man nicht beim richtigen „Orgon-Therapeuten“, sondern dadurch, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort den perfekten Therapeuten trifft, der einen für 1-2 Jahre weiterbringt. Danach sucht man den nächsten …

          Das Problem dabei ist, dass normal begabte Menschen, diese Gabe und Ressource nicht haben.

          Pragmatisch sollte man sich daher erstmal überlegen in eine Psychotherapie zu gehen, um mehr über sich zu erfahren und wieder besser funktionieren zu können.

          Und zuletzt die nie gestellte und wichtige Frage: Wozu brauche ich die Orgastische Potenz?
          Welche Qual würde dies bedeuten sie in einer offensichtlich neurotischen Welt leben zu wollen/müssen? Nie würde man einen adequaten Partner finden!

          Ich erwarte kluge Antworten auf diese Frage, vielleicht von euren Orgontherapeuten?

    • Tzindaro Says:

      There are several psychologists in Scandinavia who were trained by Ola Raknes in Vegetotherapy. I do not know how that compares with the later versions of orgone therapy Reich developed in America, but as far as the methods Reich used in the 1930s goes, they should be considered competent.

  3. claus Says:

    „Heute ist, wie mir ein Psychiater sagte, die ‚bioenergetische Analyse‘ tot, weil sie vollkommen unwirksam ist“
    Ich erinnere mich, wie ein klinischer Psychologe in einer Vorlesung in Göttingen die bioenergetische Analyse erwähnte und mit ihrer Unwirksamkeit die Unwirksamkeit von Orgontherapie begründete. Beide werden also gleichgesetzt. Er sagte in etwa: „macht unheimlich viel Spaß, bringt aber nichts“. Damit charakterisierte er ganz gut die Selbstfindungsszene.

  4. claus Says:

    Die Abgrenzung von Orgontherapie von Reichianischen Selbstfindungsmethoden dürfte schon dadurch erschwert sein, dass in den üblichen ‚klinisch getesteten‘ Therapien der Erfolg in der Regel einfach zu messen ist. Theorie und Beobachtung werden dort recht einfach aneinander gebunden. Reichianische Methoden kümmern sich um Erfolgsmessung eher gar nicht. Und Orgontherapie dürfte sich durchweg auf Kriterien beziehen, bzgl. derer Universitätskliniker nicht nachvollziehbar finden, warum sie überhaupt Kriterien sind. Wenn jemand nach einer gewissen Zeit Orgontherapie kein Kleptomane mehr ist – ok, dann ist es einfach zu messen. Wenn dasselbe Ziel mit Verhaltenstherapie schneller erreicht werden kann, werden Kliniker allerdings fragen, warum Verhaltenstherapie nicht vorzuziehen ist. Orgontherapie hat eben ein Gesundheitsideal – worin das besteht, macht eine der Hauptschwierigkeiten für Vergleiche aus. Knackpunkt ist wieder, dass es OR gibt und was OR mit Gesundheit zu tun hat …

    • O. Says:

      Der Unterschied von VT und OT ist, dass das Ziel der VT zu erreichen ist und das Ziel der OT – das Gesundheitsideal – nicht zu erreichen ist.
      Ferner hat die VT echte Pat. und keine „Studenten (der Orgonomie)“. Die Gesprächstechniken, wenn sie von Psychologen durchgeführt werden, sind eher universell. Wenn Ärzte/Psychiater sich an der Psychotherapie mit minimaler Ausbildung probieren, wird es in meinen Augen komisch. Deren Vorstellung ist anders. Das könnte man jetzt breit diskutieren, aber ich lasse es.

  5. Tzindaro Says:

    Face reality! There are only a handful of therapists of any kind doing Reichian-based treatments of any kind at all, let alone one particular form out of the many differing forms that Reich’s original type of treatment has developed into. And fore most people, any of these types of treatment is too expensive to even consider. And since it is not paid for by insurance, any kind of Reichian treatment is a luxury for the rich. To most people, it has no meaningful importance and no practical use.

    All this debate over which type of Reichian-based treatment is better ignores the obvious: it does not make any difference to anybody except a very small number of rich people who can afford to indulge in another fad.

    And meanwhile, nobody has ever yet subjected either the original orgone therapy or any of the variants of it to the only sort of test that really matters. Reich assumed he could tell if a patient got better or not, but that was normal for doctors in his day. Today, in order for a new form of treatment to be allowed on the market and to be covered by insurance, which is the only way to make it available to the public, it must pass a statistical test to show it is both safe and effective. Nobody has submitted orggone therapy to such a test.

    I once ran into a 60-year-old man who has been in orgone therapy for 22 years and is still working at resolving issues stemming from his childhood and upbringing. I would think that at this stage, or perhaps long before this time, he would have concluded that it is not working and he should try something else. But no, he is still convinced, despite the lack of any evidence, that he needs more therapy. This devotion strikes me as a bit fanatical.

    But it is far from unusual in orgonomic circles. Many people go into therapy with such high expectations that they can never quite bring themselves to admit it is not working. They remain in therapy for a lifetime, often at great expense that they can ill-afford, at at the cost of relationships that are often severely strained by their commitment to therapy. In the relatively few cases of eventual success, the beneficial results seem much more likely to depend on the individual personality of the particular therapist than on what type of therapy he happens to be providing.

    These therapy-junkies typically consider therapy the most important aspect of the comprehensive legacy of Reich, and refuse to get involved in, or even to take seriously, any of the scientific, socio-political, or ecological issues that derive from that huge body of work. By devoting themselves solely to their own personal salvation, they ignore the stark need of the world for a body of workers in the broad field of orgonomy and focus on introspective self-gratification to the neglect of the health of the society they live in and the planet they live on. As far as anyone else is concerned, if they had taken up Yoga or some other form of meditation, or, for that matter, any religion, the results would be the same.

    Reich was not very successful in developing a method of psychotherapy. I think he was correct about psychosomatic unity and the functioning of the chronic muscular tensions as a form of defense. I think he was right about how armoring forms and the role of sexual repression in the process. But when it came to inventing an effective way to remove armor in the adult, nothing worked very well. Reich knew this. He was never satisfied with any of the techniques he developed, and was constantly changing his methods. He finally gave up doing therapy and went into laboratory research full-time, years after he wanted to, because he had been forced to stick to therapy to make a living long after he knew it did not work.

    Throughout his career, starting right from the beginning, in 1927, he insisted that treating already sick, damaged adults was not cost-effective and he urged his peers, and later, his students, to forget about treating adults and focus on prevention of neurosis by changing the way children were brought up. He was saying this in 1927 to other psychoanylists, and he was still saying it in 1953 in the Murder of Christ.

    None of his followers took him seriously. They all had come to him, not just for job training, but more importantly, for solving their own personal hang-ups. They could not bear to think their own case was hopeless and they were doomed to go through life as they were. They HAD to believe the therapy worked.

    Only one orgonomist, Michael Rothenberg, took seriously what Reich kept saying and went into child psychiatry as a specialty. Rothenberg was the only pediatric orgonomist in the world. And he was the only one of them who made it to the big time in the big world outside orgonomy. Rothenberg became the partner of Dr. Benjamin Spock and co-author with Spock of the last edition of Spock’s famous book on how to bring up babies. As the designated successor to Spock, he became the most influencial pediatrician in America.

    All the other orgonomists continued treating adults, even though they must have known they were not having any success. They just could not tolerate the knowledge, so they blotted it out and convinced themselves they were practicing an effective method of treatment when all the evidence was that they were not. And even though they could have made just as good a living, possibly even better, if they had gone into treating children instead.

    I too have met several hundred “graduates“ of orgone therapy. None of them struck me as emotionally any healthier than the general run of the population. Many of them were in fact, obviously very neurotic. I have met Reichians who are hard-core right-wingers, and Reichians who are hard-core leftists, Reichians who are born-again Christians, orthodox Jews, Buddists, atheists, and into New-Age beliefs. I have met Reichians who keep very messy houses, wear glasses, and live with their mothers. I have met people who still, after therapy, are alcoholics, watch football games, and consider orgone energy a fantasy of one man. I have never met a person who had had orgone therapy and could convince me he was any better off for it, although almost all of them think they are.

    I have personally observed the effects of orgone energy in the orgone accumulator, the orgone blanket, the cloudbuster, oranur experiment, melanor, orene, Experiment XX, and other demonstrations. I am as fully convinced of the validity of orgone biophysics as I am of the existence of the planet earth. Anyone saying cloudbusters or orgone accumulators do not work is just as silly as someone saying airplanes cannot fly. But when it comes to therapy, I think Reich never developed a method that did much good and he himself knew it.

    I have suggested that those who promote orgone therapy and make a living from it should put it to the test. A new medical treatment must be shown to be effective before it can be marketed. Orgone therapy should be required to meet the same standard that any other form of medical treatment is required to meet. And the orgonomists must be prepared to give it up and practice some other method of treatment if it does not pass the test.

    There are two ways to test orgone therapy statistically. One would be to have patients fill out a standard personality profile questionaire before starting therapy, and again at set intervals while in treatment, and at the final conclusion of treatment. Before and after changes in personality should be obvious.

    The other way would be to compare a sample, say about 100 individuals, who are considered by their doctor to have successfully completed orgone therapy with a similar sized group of people who have never had any form of psychological treatment, selected at random from the general population.

    I consider it highly unlikely that graduates of orgone therapy would score any healthier than the control group. And until some such formal test has been done, there is simply no evidence that orgone therapy has any better effect that any other form of therapy or other method of inducing personality change, such as religious conversion or reading self-help books. The subjective opinions of persons who are emotionally involved in it as patients, or economically dependent on it as therapists are not evidence.

    For what it is worth, Eva Reich agreed with me. I spoke to her about it, and she said that was why she had gone into working only with children, not adults.

    Orgonomists are selling something they cannot deliver. At least if you buy an orgone accumulator, you get something for your money.

    There is a song that seems appropriate here:

    You can’t buy your way to Heaven from a preacher on T.V. /

    He’s just another businessman is how it seems to me /

    He can’t get you into Heaven or keep you out of Hell /

    He’s just another salesman with merchandise to sell /

    He’s cashing in on Jesus, that’s all he’s standing for /

    So pass the tar and feathers, Hallelujah, praise the Lord! /

  6. stephan Says:

    Wer will kann sich ein Bild vom aktuellen Zustand der Körperpsychotherapie auf dem europäischen Kongress für KPT in Berlin machen. Das Problem, dass aufgrund der Transition von der autoritären zur anti-autoritären Gesellschaft auch die Charakterstruktur verändert hat und neue Ansätze erfordert wird auch Thema sein. Peglau wird auch einen Vortrag halten.

    https://congress.eabp.org/2018/site/de/programme/speakers/

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