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Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 33

7. Oktober 2019

orgonometrieteil12

33. Kann man funktionelles Denken erlernen?

Die Laientherapeuten-Lüge

22. Juni 2018

Es nervt über Dinge diskutieren zu müssen, über die wirklich jedwede Diskussion vollkommen überflüssig und sinnlos ist. Wer weiterdiskutiert ist schlichtweg böswillig! Orgontherapie und Laien: man nehme Alexander Lowen, einer der ersten Schüler Reichs in New York. Reich zwang Ende der 1940er Jahre den Gymnastiklehrer und Rechtsanwalt, der inzwischen so etwas wie „vegetotherapeutische Gymnastik“ betrieben hatte, ein Medizinstudium zu absolvieren, wenn er denn wirklich auf diesem Gebiet arbeiten wolle. Als Reich nach Lowens Studium auch noch von diesem abverlangte Facharzt für Psychiatrie zu werden, verließ dieser frustriert die Orgonomie und verzapfte infolge ein peinliches Buch nach dem anderen, das auf jeder Seite zeigt, daß er in Sachen Psychotherapie ein bombastischer Laie war. Heute ist, wie mir ein Psychiater sagte, die „bioenergetische Analyse“ tot, weil sie vollkommen unwirksam ist.

Ein noch älterer Schüler Reichs war A.S. Neill, der bereits in Oslo dessen Patient war und ähnlich wie zeitweise Lowen von Reich autorisiert worden war seine heranwachsenden Schüler in Summerhill „vegetotherapeutisch“ zu behandeln. Neill gab das bald auf, wodurch er bei Reich weiter in dessen ohnehin schon sehr hoher Wertschätzung stieg. In Paul Ritters Zeitschrift Orgonomic Functionalism schrieb Neill kurz nach Reichs Tod, daß er Paul Mathews‘ Brief voll zustimme und tatsächlich einige Wochen, bevor dessen Brief veröffentlicht wurde, selbst einen Brief fast identischen Inhalts an Ritter geschickt hatte. Dort hatte er zum Ausdruck gebracht, wie geschockt und wütend er sei, daß dieser und David Boadella als „Orgontherapeuten“ dilettieren und sich sogar anmaßen „Fallgeschichten“ zu schreiben. Reich hätte immer wieder deutlich gemacht, daß ausschließlich Fachärzte als Orgontherapeuten tätig sein dürfen. Einzige Ausnahme sei Reichs ältester Schüler Ola Raknes (ein Psychologe) gewesen. Ich möchte anfügen, daß das im freien Ermessen von Reich und später Elsworth F. Baker lag und alles andere als ein Freibrief für Politologen, Archäologen oder Pädologen darstellt, sich als „Reichianische“ (sic!) „Körpertherapeuten“ aufzuspielen oder extrem invasive Therapien wie „Skan“ zu propagieren.

Neill führt aus, daß Reich in der Therapie bei Neill schrecklich intensive Emotionen freigelegt hatte und daß er, Neill, aus dieser Erfahrung und später durch Briefe und im persönlichen Gespräch immer mehr die Überzeugung gewann, daß die Orgontherapie potentiell gefährlich sei. „Ich habe Reich beunruhigt und ängstlich hinsichtlich möglicher Selbstmorde erlebt, nicht so sehr wegen seiner eigenen Patienten, sondern wegen der seiner Jünger. In meinen Augen schien die Methode Kräfte zu wecken, mit denen nur ein großer Psychologe umgehen konnte, und so großartig er auch war, Reich selbst hatte Mißerfolge bei seinen Patienten, und er hat dem ehrlich ins Auge gesehen.”

Neill fährt fort, Reich habe oft gesagt, daß er niemandem erlaube Orgontherapie auszuüben außer einem qualifizierten Arzt. („Reich often said that he would have no one but a qualified Doctor use Orgone Therapy.”) Neill selbst sieht das mit den Laientherapeuten nicht so streng, solange es um reine Gesprächstherapien geht, beharrt aber darauf, daß „die Reich-Technik so mächtig, so neu ist, daß ich sie persönlich in keiner anderen Hand sehen will als die eines von Reich ausgebildeten“ (Orgonomic Functionalism, Vol. 6, No. 5, September 1959, S. 161f). Paul Ritter antwortet in der gleichen Nummer (S. 163) und muß zugeben, daß er und sein Schüler David Boadella gegen den ausdrücklichen Willen Reichs Therapien angeboten haben, beide jedoch (sic!) in ihren Sitzungen Reichs Techniken anwendeten: „We have given therapy in England without Reich’s blessing and yet felt it was Reich’s techniques we were applying.“ WAS FÜR EINE ABWEGIGE LOGIK! Soviel auch zu den ebenfalls abwegigen Behauptungen, die hier in Leserbriefen verbreitet wurden, Reich wäre in irgendeiner Weise mit Ritters und Boadellas Tätigkeit als „Orgontherapeuten“ einverstanden gewesen und hätte Ritter in dessen Tun gar bestärkt.

Ein weiterer „Reichianer“: John C. Pierrakos

4. Dezember 2017

Mit Dr. Peter Stüwer habe ich einen durch und durch mechanistischen „linken“ Reichianer beschrieben, hier wird es ein durch und durch mystischer „rechter“ Reichianer sein.

Der Psychiater Pierrakos war Student der Orgonomie bevor er zusammen mit Alexander Lowen die „Bioenergetische Analyse“, kurz „Bioenergetik“, begründete. Die Orgontherapie hatte sich Schritt für Schritt aus der Orgasmustheorie und der Charakteranalyse entwickelt: bioenergetisches Zentrum im Solar plexus, Orgasmusreflex, segmentäre Anordnung der Panzerung, Therapierichtung von der Peripherie zum Zentrum, von oben nach unten, etc. Pierrakos und Lowen „emanzipierten“ sich von diesem Ansatz, „stellten sich einmal ganz dumm“ und betrachteten den Körper etwa so, wie ihn ein Gymnastik- oder Kampfsportlehrer sieht. Beispielsweise als „Zylinder“. „Spannungen“ sollten gelöst werden. Die Patienten sollten in ihren Beinen und Füßen „geerdet“ werden, um „ihren Mann stehen zu können“. Und so fort. Pierrakos reicherte diesen auffällig mechanistischen Ansatz mit etwas an, was er schon bei seiner Zusammenarbeit mit Reich vorgebracht hatte: er konnte Energiefelder und „Auren“ sehen. Etwas, was Reich nicht konnte oder nur in einem sehr beschränkten Maße. Beispielsweise beim Cloudbusten konnte Pierrakos Reich genau sagen, was gerade mit der Energie geschah, d.h. wie sie sich um den Cloudbuster verdichtete, abgezogen wurde, etc. Er war einigermaßen frustriert, daß Reich dafür kein gesteigertes Interesse aufbrachte und eher gleichgültig reagierte. Reich war stets darauf bedacht, daß man die energetischen Phänomene objektiv nachweisen kann oder sie zumindest intersubjektiv vermittelbar sind. Die atmosphärische Orgonenergie, DOR, etc. kann jeder Mensch guten Willens sehen!

Bei Pierrakos waren die Phänomene rein subjektiv bzw. konnten nur von dazu talentierten Spezialisten gesehen werden. Außerdem war das, was Pierrakos beschrieb, unglaublich kompliziert und verwickelt. Es geht, etwa bei der menschlichen Aura, um unterschiedliche Schichten, mit unterschiedlichen Pulsationsraten, „Strahlen“ und verwickelten Strukturen und Wirbeln (merkwürdigerweise spricht er ständig von Hakenkreuzen). Das ganze beschreibt Pierrakos mit auffällig mechanistischen Bildern, etwa „Brownscher Bewegung“, „Wasserdampf“, etc. Seine Ausführungen über die Pulsation des irdischen Energiefeldes sind trotz Illustrationen schlichtweg nicht nachvollziehbar. Mir ist es jedenfalls nicht gelungen. Gleichzeitig hat er den Anspruch den Materialismus zu überwinden, zumal es von der Qualität (dem „Feeling“) seiner Ausführungen her keinerlei Unterschied zu dem gibt, was etwa katholische oder hinduistische „Heilige“ und „Esoteriker“ berichten. In späteren Jahren arbeitete Pierrakos sogar mit einem „Medium“ zusammen, seiner Frau Eva, das Botschaften „channelte“.

Seine ganze Gedankenführung und Stellung zur Orgonomie wird an folgender Stelle deutlich, die in seinem Aufsatz über die menschliche Aura auftaucht, den er in David Boadellas Zeitschrift Energy and Charakter veröffentlicht hat:

Energie kommt von dem Wort energeia, das bedeutet Hervorrufen von Bewegung oder Arbeit. Eine funktionellere Definition ist, daß „Energie die lebendige Kraft ist, die vom Bewußtsein ausgeht“.

Das ganze ist denkbar weit weg von der Sexualität (siehe oben die Grundlagen der Orgontherapie!) und tut niemandem weh. Ganz im Gegenteil: es führt geradezu systematisch weg von dem Weg, für den der Name „Wilhelm Reich“ steht.

Pierrakos beobachtete das Energiefeld beim Menschen (warum nicht bei Tieren?), bei Pflanzen, Kristallen und der Erde. „Pulsation“ ist dabei der führende Begriff. Und dann veröffentlichte Sean Haldane doch tatsächlich das Buch Pulsation, das von nichts anderem handelt, als daß es im nichtlebenden Bereich keine Pulsation gibt! Genau deshalb, wegen diesem hohlen Kampf der Meinungen und Fehlinterpretationen, individuellen willkürlichen „Einfällen“ und „Eingebungen“ ohne jedweden wissenschaftlichen Wert, wollte Reich mit derartigen Spinnern nichts zu tun haben.

Links zwo drei vier

28. Oktober 2013
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Babys werden mit einem Gefühl für Rhythmus geboren. Am EEG konnten ungarische und niederländische Forscher ablesen, daß die Gehirne der Babys reagierten, wenn bei einem vorgespielten Rhythmus ein Schlag ausgelassen wurde, so als wären die Neugeborenen sozusagen „mitgegangen“ und hätten jeweils den nächsten Rhythmusschlag erwartet. Vom ersten Atemzug anwärts haben wir Rhythmus im Blut!

Ist das angesichts der kosmischen Lebensenergie (Orgon), ihrer Pulsation und ihrer Kreiselwellenbewegung anders zu erwarten?

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Die Hamburger „Rhythmikerin“ Heike Winkler arbeitet seit zehn Jahren mit Kindern. Dabei ist ihr aufgefallen, daß in den vielen Jahren, in denen sie Gruppen anleitet, die Gruppe sich spontan stets linksherum bewegt scheint ähnlich wie die Pulsation tief in der kosmischen Lebensenergie (Orgon) verankert zu sein.

Das gesamte Lebendige ist „linksdrehend“. Das fängt schon mit den Aminosäuren an, die sowohl links- als in gleicher Menge auch rechtshändig auftreten, wenn sie im Labor erzeugt werden, während in lebenden Organismen ausschließlich die linkshändige Variante auftritt.

Erklärt wurde das mit entsprechend zirkular polarisierter kosmischer Strahlung, die zufällig bei Entstehung des Lebens die rechtshändigen Aminosäuren zerstört habe, oder, alternativ, mit der asymmetrischen schwachen Kernkraft („Beta-Zerfall“), die über eine komplizierte Wechselwirkung mit Wasser zu einer kleinen aber entscheidenden Bevorzugung linkshändiger Aminosäuren geführt habe. Das wird genauer hier erklärt.

Neuerdings glaubt man, die linkshändigen Aminosäuren wären über Meteoriten zur Erde gelangt. Das verlagert das Problem aber nur, ist also keine fundamentale Erklärung.

Eine solche Erklärung wäre die Entdeckung einer fundamentalen Eigenschaft der kosmischen Lebensenergie (Orgon), die möglichweise einen „Linksdrall“ hat.

Wie tief die Händigkeit in unserem Organismus verankert ist, zeigt sich etwa daran, daß sich in der Haarwellung die Händigkeit zeigt.

Haare von Rechtshändern sind fast immer im Uhrzeigersinn gewellt. US-Forscher stellten fest, daß sich das Haupthaar von 95 Prozent der Menschen fast immer im Uhrzeigersinn krümmt, während dagegen die Drehrichtung bei Links- und Beidhändern variiert. Der Forscher Amar Klar aus Maryland vermutet, daß ein einzelnes, in zwei Formen vorkommendes Gen die bevorzugte Körperseite bestimmt. Eine oder zwei Kopien des Rechtshänder-Gens verursachen im Uhrzeigersinn gewelltes Haar. Zwei Kopien des Linkshändergens drehen die Wellung um.

Und dann ist da schließlich die Arbeit von Siegfried Wachtel zum „Linksphänomen“: Wachtel (Jahrgang 1930) ist Arzt. In seiner Jugend stieß er auf das Phänomen, daß alle Skifahrer Hindernissen immer nach links auswichen und danach hat er sich sein ganzes „DDR“-Leben mit diesem „Linksphänomen“, das wirklich alles bestimmt, beschäftigt (Siegfried Wachtel und Andrej Jendrusch: Das Linksphänomen. Eine Entdeckung und ihr Schicksal, Berlin („DDR“): LinksDruck, 1990). Siehe auch hier.