Wilhelm Reich und die Überwindung der Gesellschaftspolitik

Ursprünglich, d.h. zu Zeiten der „Sexpol“ kämpfte Reich dafür, daß die Gesellschaft die Voraussetzung für die sexuelle Freiheit der Massen, d.h. für ihr Lebensglück schafft, damit diese dann eine freiheitlichere Charakterstruktur ausbilden.

Später, angefangen mit seinen Überlegungen zur „Arbeitsdemokratie“ Ende der 1930er Jahre, kam Reich zu dem Schluß, daß genau umgekehrt die Massen diese Voraussetzungen erschaffen (nicht etwa „erstreiten“) müssen.

Es bringt nichts von außen auf die Menschen einzuwirken. Es bringt auch nichts, daß die Menschen an eine „obere“ Instanz appellieren oder gegen diese aufstehen, also ihre vermeintlichen Rechte „erstreiten“. Nein, die Massen müssen erkennen, daß sie von jeher alles in der Hand haben und daß deshalb jedwede Veränderung nur von ihnen selbst, ihrer Initiative und ihrer Expertise ausgehen kann, von innen nicht von außen. (Entsprechend ist Orgontherapie keine „Psychotherapie“ im üblichen Sinne, schon gar keine „Körpertherapie“, sondern schlicht die Aktivierung der SELBSTregulation.) Von daher ist jede „Gesellschaftspolitik“ von Übel und muß durch einen vollkommen anderen Ansatz ersetzt werden. Diesen versucht der Orgonom Charles Konia herauszuarbeiten.

Zur Illustration morgen entsprechende Texte von ihm.

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8 Antworten to “Wilhelm Reich und die Überwindung der Gesellschaftspolitik”

  1. Abrasax Says:

    Vor einigen Jahren ging die Meldung herum, daß Merkel auf ein neues Regierungs-Modell umschwenk, das mit dem Begriff Nudging bezeichnet wird.

    Beim Nudging geht es darum, den Untertanen durch angeblich vernünftige Informations-Häppchen zu einem angeblich vernünftigen Verhalten zu bewegen. Dazu werden Werkzeuge der Tiefenpsychologie genutzt, die in der Masse sehr gut wirksam sind, weil sehr viele Menschen im Volk einfach zu ungebildet sind, und diese Mechanismen weder erkennen noch verstehen können.

    Geisteswissenschaftlich gebildete Menschen wissen genau, daß die Veränderung einer Persönlichkeit, die stabil bleiben soll, immer und ausschließlich aus dem Inneren dieser Persönlichkeit, entstehen kann. Wer sich die Geschichte der Herrschafts-Methoden einmal betrachtet, der wird entdecken, daß die Beherrscher stets daran interessiert waren, die inneren Mechanismen der Menschen einer Zeit zu verstehen und dieses erkannte Verständnis zu ihrem Vorteil anzuwenden. Dazu wurden alle möglichen Arten von Experten an Hof und Regierung angestellt und beschäftigt und mit nahezu unendlichen finanziellen Mitteln versorgt. Seit Jahrhunderten wird diese Methode in Europa angewendet.

    Heute mit den mittlerweile sehr ausgefeilten Methoden der modernen Wissenschaften und Technik ist es möglich, dieses Wissen wie eine hocheffiziente und sehr mächtige Maschine über die sogenannten Untertanen zu stülpen und die Massen unglaublich raffiniert zurechtzukneten, genauso wie man sie haben will.

    Das bedeutet tatsächlich: wir sind jetzt und heute am Anfang einer ganz neuen Welt-Epoche die schon längere Zeit als „New World Order“ oder „Neue Weltordnung“ benannt wird. Dies bedeutet, daß wir in ein Zeitalter eintreten, in dem der Mensch unter die Herrschaft von Maschinen und Algorythmen volkommen unterworfen sein wird. Der Mensch wird so mehr und mehr den Maschinen ähnlicher werden, was bedeutet, daß er sich mehr und mehr vom natürlichen Menschsein entfernen wird.

    Wenn wir dieses Geschehen zulassen, dann könnte tatsächlich eintreten, daß eines Tages Algorythmen bestimmen, welche zwei Menschen miteinander Kinder zeugen dürfen und welche nicht. Leider habe ich die Information, daß das geplant ist und in manchen Kreisen wird das schon heute gemacht und als hohe Wertschöpfung von moderner Wissenschaft gelobt. Was heute nur zahlungswilligen und reichen Kundschaften zugänglich ist, wird morgen als Gesetz über die Masse gestülpt werden. Morgen könnte die Gesellschaft als Struktur einer steng modellierten Klassengesellschaft aufgebaut sein. Gewisse Existenzen werden dann die Parameter der Algorythemen, die für die Fortpflanzungsvorgänge angewendet werden, entsprechend der Erfordernisse dieser Klassenzucht anpassen und anwenden. Dazu gibt es eine absolut lückenlose Überwachung aller jeweils erforderlichen Daseins-Parameter dieser Klassen-Menschen mit den dazugehörigen Kontroll- und Zwangsmethoden.

    Der gewöhnliche Mensch wird davon überhaupt keine Ahnung haben, weil er kein Wissen, also kein Bewußtsein über diese Vorgänge haben wird. Die Maschinen-Methoden werden so funktionieren, daß in den Menschen innere Prozesse angefacht werden, die den Menschen genau so werden lassen, wie es von den Algorythmen gefordert werden wird. Alles was sich nicht wunschgemäß entwickelt, oder nicht mehr effizient genug funktioniert, wird als Abfall einem Euthanasie-System übergeben werden.

    Die Existenzen um Hitler, Stalin, Mussolini, Mao haben sich an dem Aufbau eines solchen Systems ohne moderne Technologien versucht und sind daran noch mehr oder weniger gescheitert. Doch die Freimaurer loben das Ergebnis, das sich im heutigen China zeigt. Doch die Wünsche der herrschenden Existenzen sind sehr viel weitreichender als es bislang in China gelungen ist hervorzubringen.

    Mit Wilhelm Reich kann ich aus irgendeinem Grund nicht wirklich etwas positives anfangen. Er ist mir zu einseitig zu fokusiert auf seine Idee der sexuellen Befreiung und des Orgon und der Pest und der Panzerung. Wilhelm Reichs Arbeiten haben für mich irgendwie einen verbogenen, verzerrten Charakter. Seine Arbeit ist irgendwie nicht ganzheitlich.

  2. Robert (Berlin) Says:

    „Wenn wir dieses Geschehen zulassen, dann könnte tatsächlich eintreten, daß eines Tages Algorythmen bestimmen, welche zwei Menschen miteinander Kinder zeugen dürfen und welche nicht.“

    In China baut man gerade ein ähnliches Modell in Bezug auf soziale Rechte auf.

    „Seine Arbeit ist irgendwie nicht ganzheitlich.“
    Stimmt so jedoch nicht. Die Orgonomie ist vollständig ganzheitlich, weil sie die Basis aller nichtlebenden und lebenden Materie ist. Ganzheitlicher geht es gar nicht mehr.

  3. Tzindaro Says:

    What Reich called „work democracy“ is today well known and advocated in the Anarchist movement. Reich is very highly regarded in Anarchism and his writings are frequently cited. The orgonomic critique of statist socialism is correct, but no orgonomist has even mentioned there is an Anarchist movement that follows Reich so closely. This is unfortunate since orgonomy and Anarchism are natural allies and should work together.

    Many people think there is only one alternative to modern capitalism, and that has to be, in their understanding, some form of state socialism. They then seeing the failures and excesses to which state socialism has been so prone, reject all Leftist policies in toto. But there is another Left that is seldom mentioned. Anarchism is on the Left of the political spectrum in that it wants social ownership and control of means of [production, but not the intervention of an authoritarian state as a way of reaching that goal. Anarchism avoids the dictatorial aspects of State Socialism of which Reich was so critical.

    Many small-scale Anarchist groups currently exist and function quite well without the destructive tendencies towards authoritarianism seen in Soviet or other statist national governments that pay lip service to socialist ideals but fail to live up to them in practice.

    • Robert (Berlin) Says:

      Es gibt nur wenige Anarchisten, die Reich kennen, und wenn ja, sind es die üblichen linken Verfälschungen. Reich hat später erkannt, dass es mit gepanzerten Menschen keine selbstgesteuerte, staatsfreie Gesellschaft geben kann. Der Anarchismus ist der übliche rote Faschismus, bei uns in Deutschland leider von militanten roten Faschisten okkupiert. Als Spielart des roten Faschismus sind sie extreme Freiheitshausierer, die den Menschen „Freiheit“ sofort versprechen, ohne im geringsten sich mit den Voraussetzungen der Selbstregulierung zu beschäftigen. Der militante Anarchismus zeigt offen seine faschistische Fratze.

      In der Theorie von Bakunin oder neuerdings der Libertären sieht es immer kinderleicht aus. Staatsfreie Gesellschaften zerfallen in den Tribalismus und in Clane (engl. Clans).

      Wenn es den Anarchismus geben sollte (die Anthropologie spricht dagegen), dann nur annähernd in einer genitalen Gesellschaft. Selbst die Trobriander oder andere freiere Gesellschaften waren nie anarchistisch.

  4. Tzindaro Says:

    Many Anarchist publications frequently mention Reich, always favorably. There is no basic disagreement between Anarchism and Reich’s idea of „work democracy“. And there are many Anarchist communes that are actually living by those ideas in their daily lives, making all decisions together without a single leader or a few leaders having control of the group. Many people, even most normal people, are perfectly able to adapt to such a lifestyle without any problems caused by their upbringing or prior experiences. The claim that an individual cannot live together with others in a group that decides things democratically because of some alleged pre-existing psychological condition you call „armoring“ is not borne out by the living experience of many Anarchist communes.

    The problem comes when an attempt is made to scale up the Anarchist method to a large nation state. That would not work. Anarchism is a system that is applicable to small groups in which all members are personally familiar with each other. No Anarchist advocates governing a modern nation state by Anarchists methods. Anarchists are in favor of the ABOLITION of the modern nation state groupings and reorganization of human society into small self governing groups independent of each other but meeting and working together from time to time on matters of mutual concern.

    The problems caused by scale are not due to any alleged „armoring“ that could in theory be somehow eliminated. They are inherent in the scale of the group and there is no way to organize a group the size of, for example, Germany, along Anarchist–meaning, work democratic, lines.

    But on a small scale, it works well. The yearly meetings of whole communities in rural cantons in Switzerland are an example. The New England town meetings in some small towns in America are another one. There will never be a work democratic nation state but there are already many living examples of work democracy in action today.

    And please do not conflate Anarchism with the Black Block idiots wearing identical uniforms and throwing rocks through the windows of McDonalds. Those are not Anarchists. They are just working off hostilities and one of the ways they do that is to use the name, Anarchist, because they know it bugs the authorities. Real Anarchists do not all dress alike and do not attend big street demonstrations.

    Reich, after his visit to the Soviet Union, wrote that the collapse of the Russian youth commune movement and the admiration for Stalin among many young Russians was due to their upbringing in the strict patriarchal Russian peasant family and this left them incapable of living without authoritarian direction from a father figure. That may have been a correct analysis of that particular situation in that time and place, but it has no bearing on other groups in other cultures today.

    As for the anthropological data on cultures like the Trobrianders, you are right that they were not anarchistic. Malinowsky failed to realize that all Pacific Island cultures were as authoritarian as European cultures, with rigid class distinctions, hereditary privilege, mystical taboos, and rule by a headman who had to be from the right family. They were a poor example of what an unarmored society would be like. Reich was too enthusiastic about them and was probably influenced by the popular European myth that South Seas Islanders were sexually uninhibited. He equated that with a lack of neurosis, That was a mistake.

    But there have been other cultures that were anarchistic. The Innuit, for example, never had any institution of a headman or leader, only certain hunters of proven ability who were respected enough that others would follow their advice.

    The trouble with the modern day Reichians, at least those of the sort you can read about here, is they like to say there is no hope of ever changing things. Until a generation free of armoring is raised, they say, nothing can be done to change the ways things are done. This is a transparent rationalization for doing nothing. On the other hand, some REAL Reichians, members of an orgonomiclly oriented commune,

    https://www.fuckforforest.org/

    have raised over 100,000 Euros for protection of rainforests instead of just sitting on the spot and moaning that nothing practical can be done until humans magically stop being armored.

    • Robert (Berlin) Says:

      Die üblichen linken Lügen.
      Beispiele aus der Schweiz oder den Innuit haben mit Anarchie überhaupt nichts zu tun. Das erstere ist die stärkere Demokratie oder Selbstverwaltung (die es in den USA bei Wahl des Sheriffs auch gibt), die Innuit waren einfach ein wildes Volk mit eigenen Regeln.
      Die größte Lüge ist, dass sexuell pornographische Freiheitskrämer von dir als orgonomisch orientiert angepriesen werden.
      Die nächste Lüge besteht darin, echte Reichianer als passive Spinner hinzustellen, die überhaupt nichts zur Verbesserung der Lage tun.
      Viele Menschen und Organisationen kämpfen für den Regenwald, ohne dies mit ihrer pornographischen orgastischen Impotenz zu verbinden. Dies zeigt ein ernsthaftes Interesse an Naturschutz, ohne die eigenen sekundären Triebe exhibitionistisch ausleben zu müssen.
      Du verwechselst schlicht sekundäre Triebe mit deiner verzerrten Darstellung der Orgonomie, weil du offenbar keine Vorstellung von genitaler Gesundheit besitzt. Das ist die übliche Methode der linken Wahrheits- und Freiheitskrämer.

      • Tzindaro Says:

        There is a big difference between the word, Anarchism and anarchy. The Anarchists say „anarchism“ to mean a small, local group settling all matters by first hand meetings and equal opportunity for all members to have a say in deciding what the group shall do, They do NOT mean total lack of responsibility or accountability, as so many of the Black Bloc who have co-opted the term imply. A Swiss canton or New England town meeting is an example of what the true Anarchists mean by the word. It means a lack of top-down rule by overlords, not a lack of any rules at all.

        The young women who created that website gave it a lot of serious though before doing it. They wanted to be able to do something positive for the earth and the only resource they had was their own bodies. How is that any different than any laborer working for money? They were correct to expect porn to sell. It is by far the biggest money maker on the internet. There is no other way, at least no legal way, they could have started from nothing and raised so much money in so short a time. If you think they did something wrong, please tell me what crime they should have committed instead, because there is no other way that is legal.

        They were not acting out of any pathological motives. They were doing what they had to do to accomplish a worthy goal. Your assumption of what their motivations were show more about you than about them.

        And, incidentally, I do not look at porn sites. Never have and never will.

  5. Robert (Berlin) Says:

    Man vergleiche die linken Wahngebilde eines Peglau* mit der Sachlichkeit des reichianischen Therapeuten Maaz**

    *Rechtsruck im 21. Jahrhundert
    **https://www.journalistenwatch.com/2018/08/30/psychoanalytiker-maaz-merkel/

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