Posts Tagged ‘Liberalismus’

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (letzter Teil)

22. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

Die letzte Frage, mit der ich mich befassen möchte, ist die nach dem Ursprung und der Natur des Medienliberalismus und seinem geheimen Einverständnis mit Modju. Liberale haben Charakterstrukturen, die auf intellektueller Abwehr beruhen, während Konservative sich physisch (durch die Muskulatur) schützen. Der Liberale leidet unter Schuldgefühlen aufgrund des subversiven Hasses gegen den Vater und des Mangels an religiösem Trost. Seine Energie konzentriert sich im Kopf, um sich gegen seine sekundäre Schicht zu verteidigen. Er ist daher nicht nur außer Kontakt mit seinem Kern, sondern auch mit seiner brutalen sekundären Schicht, gegen die er sich mit immer stärker werdenden Beteuerungen seiner humanitären Gesinnung wehrt. Der rote Faschismus ist dabei insofern attraktiv, als er ihn bei seiner humanitären Abwehr durch die Vortäuschung guter Ziele unterstützt und ihm gleichzeitig ein Ersatzventil für seinen unterdrückten brutalen Hass und Aggression durch reale brutale Aggressionen, wie in Ungarn und Afghanistan, bietetr. Medienleute neigen dazu, „intellektuelle Typen“ zu sein, d.h. kopforientiert. Medienarbeit erfordert jedoch im Allgemeinen viel Energie, Aggression und Klugheit. In Anbetracht des gepanzerten Zustands der Menschheit sind die Medien ein natürlicher Magnet für viele Charaktere, der pestkranken Art, d.h. Charaktere mit hoher Energie, großer Klugheit (das „kurzgeschlossene Genie“), orgastischer Impotenz mit schwerer Beckenblockade usw. Es zieht auch Machtsuchende, Manipulatoren, Provokateure und einige gute und ehrliche Männer an. Es gibt jedoch eine ausreichend große Anzahl von emotionalen Pest- bzw. Modju-Typen, die Meister der Destruktivität auf der sozialen Bühne sind, die aufgrund ihres Mediums und ihrer bewussten oder unbewussten Ziele wirksam sind.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Angriffe auf Reich von den zahlreicheren und einflussreicheren liberalen und linken Medienquellen kamen und dass die freie Welt, insbesondere die Vereinigten Staaten, bei ihnen so schlecht wegkommt. Ein besseres Verständnis dieser Mechanismen wird hoffentlich dazu beitragen, die liberale Gehirnwäsche zu durchbrechen und den Politikgestaltern der Zukunft Orientierungshilfe zu bieten.

 

Anmerkungen des Übersetzers

rDer Ungarische Volksaufstand vom 1956. Der Freiheitskampf endete mit der Invasion durch den Einmarsch der übermächtigen Sowjetarmee, die am 4. November 1956 eine pro-sowjetische Regierung installierte. Hunderte Aufständische wurden durch die kommunistischen Machthaber hingerichtet, zehntausende wurden eingekerkert oder interniert. Hunderttausende Ungarn flüchteten vor der Diktatur in den Westen.
Die sowjetische Intervention in Afghanistan fand zwischen 1979 und 1989 statt. Die Folgen des Krieges waren für die afghanische Bevölkerung: 600 000 bis 2 000 000 Getötete, 5 Millionen Flüchtlinge außerhalb Afghanistans, 2 Millionen Binnenvertriebene, ca. 3 Millionen Bürger Afghanistans verwundet.

 

Literatur

  1. Reich, W.: Äther, Gott und Teufel. Frankfurt: Nexus, 1983
  2. Reich, W.: Bibliography on Orgonomy (1920-1952), „Prefatory Note“, Orgone Energy Bulletin 5:1, 1953
  3. Reich, W.: Christusmord. Olten, Freiburg im Breisgau: Walter, 1978
  4. Baker, E.F.: Der Mensch in der Falle, München: Kösel, 1980
  5. Reich, W.: Die Massenpsychologie des Faschismus. Köln: Kiwi 1986
  6. Reich, W.: „Truth Versus Modju“, Orgone Energy Bulletin 4: 162-170, 1952
  7. Reich, W.: Charakteranalyse. Köln: KiWi, 1989
  8. Pipes, D.: „Khomeini, the Soviet and U.S.“, New York Times, Op-Ed page, May 27, 1980
  9. Bernstein, L.: „Just Suppose We Disarmed“, New York Times, Op-Ed page, June 10, 1980
  10. Breastrup, P.: Big Story. Boulder, Co.: Westview Press, 1977 (One volume ed., Anchor Books, Doubleday, N.Y., 1978)
  11. Halberstam, D.: „Interview on `The Powers That Be´“, Book Digest, July, 1979
  12. Reich, W.: Menschen im Staat, Frankfurt: Stroemfeld/Nexus, 1995
  13. Weeks, A. L.: „The Long Shadow of Lenin’s `Worse Is Better´“, The Christian Science Monitor, April 23, 1980
  14. Reich, W.: „Modju at Work in Journalism“, Orgone Energy Bulletin 5:85-89, 1953

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Und was letzte gutmeinende, anständige liberale Bastionen in der Democratic Party betrifft

21. Juli 2019

Dr. Charles Konia sagt, daß Lberale zwischen Freiheit und Sozialismus wählen müssen:

Und was letzte gutmeinende, anständige liberale Bastionen in der Democratic Party betrifft

Die soziopolitische Diathese

19. Juli 2019

 

Paul Mathews:
Die soziopolitische Diathese

 

Der biologische Rechenfehler und die gegenwärtigen Probleme des Menschen

19. Mai 2019

 

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Paul Mathews: Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

22. März 2019

 

Paul Mathews:
Eine funktionelle Auffassung des modernen liberalen Charakters

 

David Holbrook, M.D.: ARBEITSDEMOKRATIE

2. Februar 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Arbeitsdemokratie

 

Die soziopolitische Diathese (Teil 7)

13. November 2018

Paul Mathews: Die soziopolitische Diathese

Die soziopolitische Diathese (Teil 6)

11. November 2018

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Die soziopolitische Diathese (Teil 1)

29. Oktober 2018

Paul Mathews: Die soziopolitische Diathese

Wie ticken „Reichianer“ soziopolitisch?

5. Oktober 2018

Wenn man die Linksreichianer verstehen will, sollte man folgendes (orgonometrisch schlichtweg falsches!) Diagramm betrachten, daß ihre Haltung (nicht etwa ihre Charakterstruktur!) perfekt beschreibt. Ihren irrationalen Linksliberalismus, den Reich insbesondere in Christusmord so hart gegeißelt hat, betrachten sie in ihrer kontaktlosen Verwirrtheit als Ausdruck höchster Rationalität. Mit denjenigen, die Reich, ob als Kommunist oder als Eisenhower-Anhänger, zeitlebens gehaßt und verachtet hat, die teddybär-werfenden Liberalen, identifiziert sich der „Reichianer“.

Die Ableitung und Diskussion dieses und ähnlicher Diagramme in David Boadellas Aufsatz „Social structure and character structure“ (Energy and Character, Vol. 2, No. 2, May 1971, S. 34-45) zeigt, daß Boadella nicht funktionell und bioenergetisch, sondern formalistisch und politisch denkt. Entsprechend geht es zunächst gar nicht auf die entsprechende funktionelle und bioenergetische Ableitung politischen Verhaltens des Liberalen (= verlogene oberflächliche Charakterschicht) und des Faschisten (= sadistische mittlere Charakterschicht), wie sie Reich 1942 im Vorwort zur Massenpsychologie des Faschismus präsentiert hat, ein, sondern handelt sie am Ende des Aufsatzes als eine Art Anhang kurz ab. Abschließende Sätze in Boadellas Text, in denen das Wort „liberal“ gar nicht vorkommt, – denn wenn es erwähnt worden wäre, wäre dieser ganze aufgeblasene, aber nichtsdestotrotz hohle Artikel zerplatzt.

Das obige Diagramm ist direkter Ausdruck der Charakterstruktur Boadellas und weniger einer wissenschaftlichen Aussage. Als primäre Impulse sehen wir „libertäre und arbeitsdemokratische Tendenzen“. Sie seien in der gepanzerten Gesellschaft genauso Angriffen ausgesetzt wie liberale Tendenzen auch, nur intensiver. Mit anderen Worten will Boadella tatsächlich nur eins: seine eigenen rebellischen („anarchistischen“) neurotischen Strebungen als ultimative Gesundheit darstellen im Gegensatz zu den bürokratischen Sozialisten der Labour Party und den Kommunisten auf der einen und den genauso kranken konservativen Tories und imaginären „Nazis“ auf der anderen Seite. Beide Seiten würden gleicherweise die Liberalen angreifen, die das an Rationalität vertreten, was in einer gepanzerten Gesellschaft möglich ist. Der schwarze Balken im Diagramm symbolisiere, wie die „natürlichen kooperativen Tendenzen“ der Menschen blockiert werden und entsprechend aus Arbeitsdemokraten bloße Liberale werden – die dergestalt der Gesundheit noch am nächsten stehen würden. Hier haben wird die Rechtfertigung für Boadellas windelweichen Liberalismus, wie er in Energy and Character zum Ausdruck kommt.