Der Doppelcharakter der Orgonomie

Jeder Geistliche der Ostkirche wird dir erklären, daß das Christentum keine Religion ist, sondern die persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Gleichzeitig könne man aber das Christentum nicht von der Kirche trennen, da Israel (die Kirche) ewig fortbestehen wird. Ohne deren Verkündigung gäbe es für die Menschen gar keinen Zugang zu Jesus. Kein Komma darf geändert werden – schon ist sie wieder da, die Religion, ohne daß die ganze Konstruktion dadurch wirklich widersprüchlich wird!

Was das um Gottes Willen mit der Orgonomie zu tun haben soll? Nun, oberflächlich stellt sich die Orgonomie auch als Dogma da („1. Orgasmustheorie, 2. Entdeckung des Orgons, 3. Orgonomischer Funktionalismus“) und wehe es erlaubt sich jemand auch nur kleinste Änderungen! „An sich“ ist das aber nicht die Orgonomie, denn die ist eine Wissenschaft, kein Weltbild.

Problem ist, daß man die Orgonomie irgendwie vermitteln muß und dafür eine gemeinsame Sprache braucht. Am einfachsten ist da immer die Darstellung eines „Weltentwurfs“, damit der Student überhaupt erst mal Boden unter den Füßen gewinnt und ahnt, worum es eigentlich geht. 90% und mehr der „orgonomischen“ Literatur ist gar keine Orgonomie, sondern macht diese erst zugänglich!

Genauso ist es übrigens auch in der wissenschaftlichsten aller Wissenschaften: der Physik. Es beginnt mit dem „Katechismus“ der klassischen Mechanik, Elektromagnetismus, Thermodynamik, Quantenphysik (jeweils relativistisch ergänzt) – an jeder Uni in der gleichen Abfolge und mit fast identischen Worten. Ein hermetisch in sich geschlossenes Weltbild. Daß das nicht Physik ist, merkt man erst, wenn man mit maßstabsgerechten Modellen und mit aufwendigen Computerprogrammen vermeintlich „einfache“ Probleme lösen muß, etwa den Entwurf einer hydrodynamisch optimalen Gestalt eines konkreten Schiffsrumpfs. In den Lehrbüchern wirkt Himmelsmechanik einfach, doch beschäftigt man sich konkret damit, fragt man sich, wie um alles in der Welt das Planetensystem seit Jahrmilliarden hat bestehen können. Wirkliche Physik muß man sich mühsamst erarbeiten. Sie ist sozusagen deine persönliche Beziehung zur Materie.

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11 Antworten to “Der Doppelcharakter der Orgonomie”

  1. Kim Says:

    Kann man mit einer das ganze elektromagnetische Spektrum umfassenden Antenne ORANUR sozusagen empfangen und erforschen?

  2. O. Says:

    Die beste Antenne für ORANUR bist Du selbst – Dein Körper nimmt ORANUR wahr. Möglicherweise musst du zuvor den (einen funktionierenden) ORAC benutzen, um sensibler zu sein und es wahrnehmen zu können. Dann kannst Du live erleben, wie ORANUR schmerzt, sich anfühlt und Deinen Körper angreit und zerstören will. Nur so kannst Du Dich ihm entziehen und vor ihm schützen.

  3. O. Says:

    Orgonomie wird erst zu ihrer selbst, wenn sie angewendet wird.

    Im Gegensatz dazu meinen „Reichisten“ – nur ihre Interpretation habe den Anspruch auf Vertretung der Orgonomie. Nur sie seien in der „Nach (-folge) Reich(s)“ und keine anderen dürften sich damit medial auseinandersetzen.

  4. Kim Says:

    Könnte das auch mit Orgonenergie funktionieren? https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-540-75696-5_4

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