Posts Tagged ‘Himmelsmechanik’

Der Doppelcharakter der Orgonomie

23. November 2018

Jeder Geistliche der Ostkirche wird dir erklären, daß das Christentum keine Religion ist, sondern die persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Gleichzeitig könne man aber das Christentum nicht von der Kirche trennen, da Israel (die Kirche) ewig fortbestehen wird. Ohne deren Verkündigung gäbe es für die Menschen gar keinen Zugang zu Jesus. Kein Komma darf geändert werden – schon ist sie wieder da, die Religion, ohne daß die ganze Konstruktion dadurch wirklich widersprüchlich wird!

Was das um Gottes Willen mit der Orgonomie zu tun haben soll? Nun, oberflächlich stellt sich die Orgonomie auch als Dogma da („1. Orgasmustheorie, 2. Entdeckung des Orgons, 3. Orgonomischer Funktionalismus“) und wehe es erlaubt sich jemand auch nur kleinste Änderungen! „An sich“ ist das aber nicht die Orgonomie, denn die ist eine Wissenschaft, kein Weltbild.

Problem ist, daß man die Orgonomie irgendwie vermitteln muß und dafür eine gemeinsame Sprache braucht. Am einfachsten ist da immer die Darstellung eines „Weltentwurfs“, damit der Student überhaupt erst mal Boden unter den Füßen gewinnt und ahnt, worum es eigentlich geht. 90% und mehr der „orgonomischen“ Literatur ist gar keine Orgonomie, sondern macht diese erst zugänglich!

Genauso ist es übrigens auch in der wissenschaftlichsten aller Wissenschaften: der Physik. Es beginnt mit dem „Katechismus“ der klassischen Mechanik, Elektromagnetismus, Thermodynamik, Quantenphysik (jeweils relativistisch ergänzt) – an jeder Uni in der gleichen Abfolge und mit fast identischen Worten. Ein hermetisch in sich geschlossenes Weltbild. Daß das nicht Physik ist, merkt man erst, wenn man mit maßstabsgerechten Modellen und mit aufwendigen Computerprogrammen vermeintlich „einfache“ Probleme lösen muß, etwa den Entwurf einer hydrodynamisch optimalen Gestalt eines konkreten Schiffsrumpfs. In den Lehrbüchern wirkt Himmelsmechanik einfach, doch beschäftigt man sich konkret damit, fragt man sich, wie um alles in der Welt das Planetensystem seit Jahrmilliarden hat bestehen können. Wirkliche Physik muß man sich mühsamst erarbeiten. Sie ist sozusagen deine persönliche Beziehung zur Materie.

Orgonenergie, Liebe und Raumschiffe (1955) (Teil 8)

2. Juni 2018

von David Boadella, B.A.*

TEIL 5

Es ist nicht einfach über das Verhältnis von Gravitation zu Orgon zu sprechen, weil noch niemand die Frage vollständig beantwortet hat: Was ist Schwerkraft? Newtons Theorie wird nicht mehr als endgültig akzeptiert und in den letzten Jahren gab es viele neue Versuche, zu einem grundlegenderen Verständnis dessen zu gelangen, was die Schwerkraft ist. Unter diesen müssen wir Einsteins einheitliche Feldtheorie, Cramps Hypothese und die orgonomische Theorie von Reich zählen.

Reichs Gravitationstheorie ist an sich ziemlich leicht zu verstehen, aber sie wurde noch nicht in praktisch verwertbare Begriffe übersetzt. Es ist auch sehr schwierig, dreidimensionale Konzepte ohne die Hilfe von Diagrammen oder Modellen zufriedenstellend zu erklären. Er kritisiert die Vorstellung, daß tote, träge Masse eine Gravitationskraft ausüben kann, und legt nahe, daß die Gravitation eher als eine Funktion von zwei sich überlagernden Orgonströmen verstanden werden kann, die er durch die Hurrikanforschung nachweisen konnte. Nach dieser Theorie umkreist weder der Mond die Erde, noch die Erde die Sonne, da sowohl die Sonne als auch die Erde sich selbst im Raum bewegen. Die geschlossene Umlaufbahn wird nur gefunden, indem man das Zentrum des Kreises oder der Ellipse stationär macht. Wer eine Orange und eine Erbse nimmt und gerne experimentiert, kann dem selbst nachgehen. Die Form der Bahnen von Erde und Sonne ist die von zwei Linien, die immer wieder konvergieren, divergieren und wieder zusammenlaufen. Reichs Theorie geht davon aus, daß sowohl die Bahn der Erde als auch die der Sonne jeweils von einem eigenen Orgonenstrom bestimmt wird, und daß es also diese beiden Ströme sind, die zueinanderfinden, sich überlagern und wieder trennen.

Cramps Gravitationstheorie ist in vielerlei Hinsicht ausgeklügelter und ausgearbeiteter als die von Reich, aber man kann nicht umhin zu spüren, daß Cramp mit einem enormen Handicap ringt. Seine Theorie, die sich auf den „Raumäther“ bezieht, bleibt halt, so wertvoll und anregend sie auch ist, als Konzept eine Abstraktion. Anstelle eines rein theoretischen und substanzlosen Äthers haben wir eine praktisch nutzbare und nachweisbare Orgonenergie.

Obwohl die Hypothese der Gravitation als Funktion zweier sich überlagernder Orgonströme eher spekulativ erscheint, liegt ihr Wert doch darin, daß sie jedem, der das Verhalten des Orgons im Weltraum hinreichend verstanden hat, die Möglichkeit eröffnet, die Gravitation zu kontrollieren bzw. ihr entgegenzuwirken

Kann das atmosphärische Orgon überhaupt auf gerichtete Weise genutzt werden? Die Antwort ist nochmals ein Ja.

Durch die Verwendung von langen Stahlrohren, 30-40 Fuß lang, ist es Reich gelungen, die Konzentration von Orgon am Himmel über uns zu verändern. Aus dieser Grundtechnik hat sich ein ganz neuer Arbeitszweig herausgebildet, nämlich die Wetterkontrolle.

Diese Arbeit besteht aus einer Anzahl von geschickten Operationen, die nach dem Prinzip arbeiten, Wolkenformationen zu zerstreuen, indem Energie aus ihnen abgezogen wird, oder Energie aus einem klaren Himmelsteil so zu ziehen, daß ein Energiefluß von einem niedrigeren zu einem höheren Potential erzeugt wird, um damit die Bildung von Wolken und Niederschlägen in Dürregebieten zu induzieren.

Seit Mitte des Jahres 1953 werden die Stahlrohre mehr oder weniger ständig genutzt, um die von Dürre betroffenen Gebiete an der Nordostküste der USA zu entlasten. Zu den spektakulärsten Ergebnisse, die bisher in diesem Bereich erzielt wurden, zählt ein Hurrikan, der im Oktober letzten Jahres drohte New York zu treffen und der erfolgreich auf die offene See abgelenkt wurde. Das New Yorker Wetterbüro gab bekannt, daß es ein Wunder wäre, wenn der Hurrikan die Stadt nicht frontal träfe, da er keine Anzeichen dazu gezeigt hätte, auf die offene See zu schwenken. Am nächsten Morgen kommentierte das Bostoner Radio: „Das fast Unmögliche ist passiert, der Sturm wendet sich ab … Letzte Nacht wurde gesagt, daß nur ein Wunder verhindern könne, daß der Hurrikan New York trifft. New York hat sein Wunder bekommen. Es sieht so aus, als ob New England dasselbe widerfahren könnte.“ Fünf Stunden später berichteten sie: „Der Orkan ist nach Osten weitergezogen … keine Schäden … geringe Schäden … für ganz New England ist die Gefahr vollständig gebannt, außer der Ostküste von Maine … Uns sind die Verwüstungen erspart geblieben, die noch vor wenigen Stunden uns unmittelbar bevorzustehen schienen.“

Wenn man den Bericht im neuesten Bulletin des Orgone Institute (Core Vol. 7, Nr. 1,2) liest, sieht man wie dieser Hurrikan angegangen wurde, die Details der Technik, um ihn umzulenken, und wird sich plötzlich der Tatsache bewußt, daß erstmals die Orgonenforschung in kosmische Funktionen mündet, Funktionen jenseits des Erdballs. Es ist interessant, die gewaltigen Kräfte, die der „Cloudbuster“ anzapft, mit dem zu vergleichen, was die Atomic Energy Commission der Vereinigten Staaten über die Nützlichkeit der Atomkraft als Mittel zur Kontrolle von Hurrikanen zu sagen hat.

In ihrem Bericht über die Auswirkungen von Atomwaffen schreiben sie:

Es wurde der Vorschlag gemacht, daß bestimmte zerstörerische Naturphänomene wie Hurrikane, Tornados oder Kältewellen durch eine plötzliche Freisetzung der großen Energiemengen, die von einer Atombombe geliefert wird, abgewendet werden, aber es ist sehr zweifelhaft, ob dies getan werden könnte, weil die Energiemengen, die notwendig erscheinen, eine höhere Größenordnung haben als die gegenwärtig erreichbaren. (aus The Effects of Atomic Weapons)

Reich ist in seinen Berichten unmißverständlich, daß der Umgang mit der ungeheuren Kraft, die im Orgon steckt, eine Haltung äußerster Demut erfordert und den Operatoren Verantwortung aufbürdet.

In seinem ersten technischen Bericht über Wetterkontrolle gibt er seinen Mitarbeitern folgenden Rat:

Versuche nie, jemanden mit Cloudbusten zu imponieren. Regenmachen und Cloudbusten tut man nicht zum Spaß. Die Orgon-Hülle, mit der du es zu tun hast, wenn du der Atmosphäre Energie entziehst, ist ein energetisches Kontinuum von hoher Potenz. Du könntest unbeabsichtigt Schäden anrichten. Tue nie etwas, das nicht zwingend notwendig ist. Beim Cloudbusten wird kein Regen „erzeugt“ und werden keine Wolken „zerstört“ – kurz, man spielt nicht Gott. Man hilft der Natur nur etwas in ihrem natürlichen Ablauf nach. (Core, Bd. 6, S. 105)

In seinem Buch über Fliegende Untertassen erklärt Cramp: „Selbst im Äther selber gibt es eine Kraft, die jenseits unserer kühnsten Träume liegt. Es geht auch nicht darum, etwas umsonst zu bekommen, wie manche denken mögen. Betrachten wir das physikalische Universum, so wie wir es vor uns haben, als eine riesige Weite von Energie. Wir, die wir uns in diesem Universum bewegen, können nichts dazu hinzufügen oder etwas vernichten. Allenfalls können wir die Form ändern, in der es uns entgegentritt. (S. 99) Die Orgon-Wetterexperimente erweisen die Wahrheit dieser Aussage und stellen den ersten Schritt zum Anzapfen dieses gewaltigen Kraftreservoirs dar. Jene, die Raumschiffe bauen und nutzen, aus welcher Region des Weltraums sie auch immer kommen mögen, sind einen Schritt weiter gegangen in diese Richtung.

* Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Orgone Energy, Love and Space Ships“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 2 (1955), No. 5, S. 287-306.

OTS44 und die Grenzen der mechanistischen Naturwissenschaft

23. Mai 2017

Nehmen wir die Meteorologie. Die mechanistische Naturwissenschaft versucht das Geschehen in der Atmosphäre mit wenigen Parametern zu erklären: Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Windgeschwindigkeit, also das, was Wetterstationen normalerweise messen. Was vollkommen unter den Tisch fällt, ist die atmosphärische Orgonenergie, die man nachweislich mit dem Cloudbuster beeinflussen kann und deren überlagernde Bewegungen wir auf Satellitenbildern bewundern können. Das Wesentliche findet nicht statt bzw. wird nicht mit in Erwägung gezogen.

In der Astronomie ist es ähnlich. Dort gibt es nur einen einzigen Parameter, der die Himmelsmechanik bestimmt: die Masse. Fehlt es an sichtbarer Materie, um das Geschehen zu erklären, wird unerkennbare „Schwarze Materie“ aus dem Zauberhut gezogen, die für die notwendige Masse sorgt. Aber manchmal wollen die gängigen Modelle einfach nicht passen. Das ist der Fall bei OTS44, einem 500 Lichtjahre entfernten Objekt, das mit 12 Jupiter-Massen für einen Planeten zu groß und für einen Stern zu klein ist. Doch offenbar entstand OTS44 ähnlich wie ein Stern durch den gravitativen Kollaps einer Gaswolke, woraufhin sich eine Art rotierender Diskus bildete, so als formierte sich ein Stern mit seinen Planeten. Schön und gut, aber mangels Masse dürfte es OTS44 nach den gängigen Modellen gar nicht geben!

In Die kosmische Überlagerung hat Reich die Entstehung der Himmelsobjekte mit Verweis auf die Überlagerung masseloser kosmischer Orgonenergie erklärt.

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel VII.1-3.

23. Juli 2015

orgonometrieteil12

VII. Die Lebensenergie (Orgon) in der Schulphysik

1. Die mathematischen Grundlagen der Schulphysik

a. Algebra

b. Differenzieren

c. Integrieren

d. Vektoren

2. Körper in Bewegung

a. Masse

b. Jenseits der Masse

c. Himmelsmechanik

d. Die Kreiselwelle

e. Kosmische Überlagerung

3. Der Orgonenergie-Akkumulator

a. Die Kreiselwelle (Schwingungen und Wellen)

b. Wellen im Orgonenergie-Medium

c. Von der Thermodynamik zum Orgonenergie-Akkumulator

d. Von der Elektrostatik zum Orgonenergie-Akkumulator

e. Elektrotechnik

f. Orgontechnik

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel VI

11. Juli 2015

orgonometrieteil12

VI. Die Überwindung der Mechanik

1. Die Überwindung des Hamiltonschen Prinzips

a. Vom orgonomischen Potential zum mechanischen Potential

b. Vom mechanischen Potential zum orgonomischen Potential

2. Die Überwindung der Newtonschen Gesetze

a. Von der KRW zur Pulsation

b. Von der Pulsation zur KRW

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel V.2.a.

8. Juni 2015

orgonometrieteil12

V. Das Wesen von Zeit und Raum

1. Zeit und Länge

a. Der „Rote Faden“ Zeit

b. Die Zeitmodi

2. Bewegung

a. Das CFP von Zeit und Länge

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel IV

26. Mai 2015

orgonometrieteil12

IV. Das Krx-System

1. Das tetrabasische und das Dezimalsystem

a. Die Tetraktys

b. Das Periodische System der Elemente

c. Bodes Gesetz

d. Kreisfunktion und Gravitation

e. Das Dezimalsystem

f. Reichs Einheitensystem

2. Das System der physikalischen Einheiten

a. Die physikalischen Größen

b. Die Sekunde

c. Das Meter

d. Das Dreiersystem

e. Elektromagnetismus

f. Thermodynamik und physikalische Chemie

g. Physiologische Einheiten

h. Das orgonometrische Dimensionsprodukt

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel II.1.c.

20. April 2015

orgonometrieteil12

II. Der orgonomische Funktionalismus

1. Die orgonotische Strömung

a. Orgonotischer Kontakt

b. Die funktionelle Identität von objektiven Vorgängen und subjektivem Erleben

c. Varianten der orgonotischen Strömung

Orgonometrie (Teil 2) VI.2.c.

2. Dezember 2013

orgonometrieteil12

Orgonometrie (Teil 2):

VI. Die Lebensenergie (Orgon) in der Schulphysik

1. Die mathematischen Grundlagen der Schulphysik

a. Algebra
b. Differenzieren
c. Integrieren
d. Vektoren

2. Körper in Bewegung

a. Masse
b. Jenseits der Masse
c. Himmelsmechanik

Vis Viva

12. April 2013

ein Gastbeitrag von John Wilder

Wilhelm Reich war Produkt einer deutschen Erziehung, nicht einer britischen oder französischen, so wurde er in der Schule wahrscheinlich von den Ansichten des großen deutschen Wissenschaftlers Gottfried Wilhelm Leibniz durchdrungen und wurde in der Schule wahrscheinlich mit Leibniz‘ Konzept von der integralen „Lebenskraft“, die der materiellen Welt inhärent ist, bekannt gemacht, statt der kälteren, mehr abstrakten Weltsicht eines Newton und Descartes, die in England und, in geringerem Maße, in Frankreich vorherrschten.

Bevor moderne europäische Wissenschaftler begannen, den Begriff „Energie“ zu verwenden, war der Begriff Vis Viva (aus dem Lateinischen für „Lebenskraft“) in Gebrauch. http://en.wikipedia.org/wiki/Vis_viva

Leibniz war von der Bedeutung des Produkts aus „Masse und Geschwindigkeit im Quadrat“ überzeugt, die ursprünglich von Huygens untersucht worden war und die Leibniz Vis Viva, lebendige Kraft, nannte. Er glaubte, daß die Vis Viva das wirkliche Maß der Kraft sei, im Gegensatz zu Descartes Kraft der Bewegung (was „Masse mal Geschwindigkeit“ bzw. dem Impuls entspricht). Es ist nicht ganz klar, warum Leibniz „m v2“ als Größe gewählt hat, statt Descartes‘ „m v“, aber er kam offenbar aufgrund mechanischer Überlegungen zu dem Schluß, daß seine Größe fundamentaler war. Leibniz‘ Behauptung, daß Vis Viva, nicht Descartes‘ Größe, die grundlegendste Erhaltungsgröße war, kommt einer frühen Formulierung des Energieerhaltungssatzes der Mechanik sehr nahe. Da jedoch die Erhaltungsgröße der Bewegung eine der Säulen der kartesischen Naturphilosophie geworden war, wurde Leibniz‘ Vorschlag, daß die grundlegende Bewegungsgröße eine anders war als die, die Descartes vorgeschlagen hatte, von vornherein von allen guten Cartesianern abgelehnt. Eine große Kontroverse folgte zwischen der deutschen Schule des physikalischen Denkens, die natürlich Leibniz unterstützte, und den Schulen Frankreichs und Englands, deren Cartesianer und Newtonianer sich gegen ihn wandten. Beim Bestimmen der Vis Viva als grundlegender Bewegungsgröße suchte Leibniz nach einem Wirkprinzip, das erhalten blieb und das Universum davon abhielt „abzuwirtschaften“. http://scienceworld.wolfram.com/biography/Leibniz.html

Ab 1686 schrieb Leibniz eine Reihe von Arbeiten, in denen er einwendete, daß die Größe, die in der Natur absolut und unzerstörbar erhalten bleibt, nicht die Bewegungsgröße „m v“ (Masse mal das absolute Geschwindigkeitsmaß) sei, sondern eher die Vis Viva oder lebendige Kraft „m v2“ (Masse mal Geschwindigkeit mal Geschwindigkeit). Die lebendige Kraft, gemessen mit „m v2“, bildete für Leibniz das Wesen der Natur, ein allumfassendes Prinzip, die Grundlage seiner ganzen Philosophie. Damit ist die frühe Kontroverse um das Vis Viva kein sinnloser Streit um „Impuls“ gegen „kinetische Energie“, sondern ein geschickter Einspruch von Leibniz gegen ein unzureichendes Konzept, „m v“, und wie es die Welt beschreibt.

Bewegung und Ausdehnung, für Descartes das Wesen der Natur, waren für Leibniz lediglich Beziehungen und bildeten nicht die Realität. Was in der Natur für Leibniz wirklich real war, ist die Urkraft oder das Streben und das wurde von ihm in den folgenden Jahren als die Essenz der von ihm so benannten Monade ausgearbeitet.

Was für Leibniz im Universum real ist, ist Aktivität; das Wesen der Substanz ist Aktion, nicht Ausdehnung, wie Descartes insistiert hatte. Diese Tätigkeit stellt sich als eine Urkraft oder ein Streben nach Veränderung dar; es ist die innerste Natur des Körpers. Die unteilbaren Grundstoffe, deren Wesen eine kontinuierliche Tendenz zur Aktion ist, wurden später, im Jahre 1714 von Leibniz als Monaden bezeichnet.

So bilden die Erhaltung von Substanz und Kraft die Grundlage von Leibniz‘ philosophischem Standpunkt. Da Zeit und Raum weder Realitäten noch Substanzen sind, sondern lediglich Beziehungen darstellen, ist Bewegung, die die kontinuierliche Veränderung in Raum und Zeit ist, ebenfalls nur eine Beziehung. Was real an der Bewegung ist, ist die Kraft, ein momentaner Zustand, der in sich das Streben nach einem zukünftigen Zustand trägt. Es ist daher klar, warum Bewegung und Ausdehnung für Leibniz nicht das Wesen der Realität sein können, wie sie es für Descartes waren. http://nature.berkeley.edu/departments/espm/env-hist/articles/2.pdf

Im Laufe der Jahre haben sich die Ansichten von Descartes und Newton in der theoretischen Physik durchgesetzt, aber Leibniz‘ Anschauungen wirken bis zu einem gewissen Grad in der angewandten Technik, bei der praktischen Arbeit, fort. Beispielsweise bleibt heute in der Himmelsdynamik die Vis Viva-Gleichung (auch orbitale Energieerhaltungsgleichung genannt) eine der grundlegenden und nützlichen Gleichungen, die die Bewegung von um die Erde kreisenden Körpern bestimmt. In moderner Ausdrucksweise ist es die direkte Folge des Satzes von der Erhaltung der Gesamtenergie, bei der die Summe von kinetischer und potentieller Energie konstant bleibt, während sich der Satellit in seiner Umlaufbahn bewegt.

Diese Seite http://www.eoht.info/page/Vis+viva hilft die Evolution (oder den Rückschritt?) der Vis Viva, der „Lebenskraft“, in den Begriff „kinetische Energie“ und andere abstrakte Begriffe, meist durch die Schüler Newtons, zu verstehen:

[Émilie du Châtelets] Buch Institutions de Physique („Lektionen in Physik“) erschien im Jahr 1740; es war als Überblick der neuen Ideen in Wissenschaft und Philosophie für ihren 13 Jahre alten Sohn konzipiert, beinhaltete aber komplexe Ideen führender Denker der Zeit und versuchte diese miteinander in Einklang zu bringen.

Im Buch kombiniert sie die Theorien von Gottfried Wilhelm Leibniz und die praktischen Beobachtungen von Willem ‘s Gravesande, um zu zeigen, daß die Energie eines sich bewegenden Objekts nicht proportional zu dessen Geschwindigkeit ist, wie von Newton, Voltaire und anderen angenommen worden war, sondern zum Quadrat seiner Geschwindigkeit. (In der klassischen Physik lautet die richtige Formel Ek = 1⁄2 m v², wobei Ek die kinetische Energie eines Objekts ist, m die Masse und v die Geschwindigkeit.) http://en.wikipedia.org/wiki/Émilie_du_Châtelet

In der Technik wurde nach Leibniz‘ Tod „lebendige Kraft“ schrittweise in „Arbeitsenergie“ oder die Energie der Arbeit umgewandelt.

Eine kurze aber umfassende Darstellung der Geschichte der „lebendige Kraft“ in der Physik findet sich hier: http://rhig.physics.wayne.edu/~sean/Sean/Course_information_files/VisViva.pdf

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=n61voBTbfAo%5D