Covid-19 und die antiautoritäre Gesellschaft

Antiautoritarismus ist nicht einfach anarchistische Nichtautorität, sondern vielmehr die sozialistische Zentralisierung der Autorität weg von der persönlichen Verantwortung, weg von der Familie und weg von der lokalen Gemeinschaft. Diese drei Funktionen werden weitgehend von der Zentralregierung übernommen, die dadurch sehr „persönlich“ wird: sie übernimmt einige Funktionen der Familie und der lokalen Gemeinschaft und degradiert dich auf den Status eines Kindes, das nicht selbst für sich verantwortlich ist.

Für dich ist das Überleben deiner kranken und/oder alten Ehefrau, Mutter oder Großmutter von unendlicher Bedeutung, auch wenn sie 100 Jahre alt sind. Du wirst um jeden zusätzlichen Monat, jede zusätzliche Woche, ja sogar jeden zusätzlichen Tag ihres Verbleibens auf dieser Erde kämpfen. Während du als vernünftiger Mensch, der eine 88jährige gebrechliche Frau Helga Müller in der, sagen wir, fernen Lausitz betrachtet, sehr wohl weißt, daß es eine unverantwortliche Verschwendung medizinischer und wirtschaftlicher Ressourcen wäre, alles für das Überleben von Frau Müller zu mobilisieren. Dasselbe „kalte“ Denken prägte den alten rationalen autoritären Staat.

Aber heute, in der antiautoritären Ära, werden die Frau Müllers des Landes wie Mitglieder der inneren Familie behandelt. Wir opfern unsere gesamte Wirtschaft (und damit potentiell Millionen von Leben!), um einige gebrechliche und kranke Menschen zu retten, die sowieso bald sterben würden. Ja ja, ich weiß, „die Sprache des Unmenschen“…

Dieses verantwortungslose vermeintlich „humanitäre“ Getue hat mit der Augenpanzerung zu tun. Die Unfähigkeit in der Perspektive zu sehen, d.h. den qualitativen Unterschied zwischen nah und fern. Plötzlich wird „Frau Müller“ für „die Gesellschaft“ genauso wichtig wie für uns unsere eigene Mutter. Was im Falle „der Gesellschaft“ ein falsches und unaufrichtiges Gefühl ist – Kontaktlosigkeit unter dem Deckmantel des Kontakts! Es ist eine echte psychiatrische Psychose im Massenmaßstab.

Ein verantwortungsbewußter Kanzler würde sagen: „Gut, wir verlieren 20 000 Menschen bei jeder Grippewelle. Dieses Mal werden es 30 000 Menschen sein. Es ist schwer für die Familien, aber als Gesellschaft akzeptabel. Ich kann die Wirtschaft nicht runterfahren, was als Endresultat vielleicht 300 000 zusätzliche Todesopfer fordern würde. DAS wäre unmoralisch!“

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14 Antworten to “Covid-19 und die antiautoritäre Gesellschaft”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Der einzige Weg scheint mir zu sein, den Virus auszutrocknen.
    Siehe https://juergenfritz.com/2020/05/03/die-einzig-nachhaltige-corona-strategie/
    Die verfrühte Lockerung wird uns eine monatelange Berg-und-Talfahrt von Einschränkungen und Lockerungen bescheren.

    Schon die Annahme der Herdenimmunität hat sich als Fehlschlag erwiesen.
    Aber bleiben wir mal bei den Pol-Pot-Fantasien, locker 30.000 Omas zu Opfern, statt den erfolgreichen Weg Taiwans und Südkoreas zu gehen (Stichwort: Augenblockade). Diese Zahl ist eine absurde Untertreibung, da die Letalität bei 3-10% liegt*, aber sie passt der Pro-Virus-Fraktion so herrlich ins Bild. Warum dann nicht gleich tabula rasa machen und den Weg Mengeles gehen, der einen pervertierten Weg der Seuchenhygiene ging und die Typhusbaracke in Auschwitz mitsamt Insassen einfach abbrannte (bezeugt von Ella Lingens)?
    Und zu den geschätzten 20.000 Grippetoten. Es zeigt sich, dass die jetzige Grippewelle schnell endete und auch viel weniger Tote hatte (nur ein Viertel** als früher). Woran liegt das wohl? Etwa an den Schutzmaßnahmen, darunter Maskentragen? Aber Maskentragen ist ja faschistisch laut der Pro-Virus-Fraktion. Und Asien zu folgen und damit Grippetote zu vermeiden, verstößt ja gegen die eigene Freiheit.

    Während die Pro-Virus-Fraktion sonst auf Statistiken herumreitet („nicht mehr Tote als sonst“), ist es bei ihren absurden Übertreibungen von Toten des Lockdowns („300 000 zusätzliche Todesopfer“) vollkommen egal, wie seriös die Zahlen sind.

    Was die Pro-Virus-Fraktion vollkommen übersieht: ihre Politik prolongiert zeitweilige Lockdowns und schädigt unsere Wirtschaft schwer, während Asien dank effektiver konsequenter Maßnahmen längst wieder wirtschaftlich durchstarten kann.

    Dem katastrophalen Versagen der westlichen Regierungen setzt die Pro-Virus-Fraktion die Krone auf. Drei Monate nach Ausbruch der Pandemie gibt es in Deutschland noch immer zu wenig Schutzkleidung, -masken und mittel. Flächendeckende Tests werden extra unterlassen, obwohl die Testkapazitäten inzwischen zur Verfügung stehen. Statt endlich effektive Maßnahmen erfolgreicher Virusbesieger-Staaten wie in Taiwan und Südkorea zu fordern, spinnt sich die Pro-Virus-Fraktion eine verschwörungstheoretische Parallelwelt zusammen und torpediert die Eindämmung des Sars-CoV2-Virus.

    Und statt an die eigene Disziplin und dem persönlichen Verantwortungsgefühl der Menschen zu appellieren, um andere Menschenleben zu schützen, geht die Pro-Virus-Fraktion den Weg verwöhnter Kinder der antiautoritären Gesellschaft, die jede Einschränkung ihres Vergnügens strikt ablehnen.

    • Robert (Berlin) Says:

      *https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText8

      **https://correctiv.org/faktencheck/2020/04/16/grippetote-in-deutschland-2018-und-2020-warum-man-diese-zahlen-nicht-miteinander-vergleichen-kann

    • Robert (Berlin) Says:

      Hier ein guter Beitrag zu einem der bekanntesten COVID-Verharmloser

      http://recentr.com/2020/04/30/in-russland-waehre-ken-jebsen-fuer-seinen-covid-stuss-laengt-im-knast/

    • Robert (Berlin) Says:

      „Und was machen die extremen COVID-Verharmloser in Deutschland, die normalerweise dem Putin-Regime aus der Hand fressen? Verharmlosen weiter und hoffen, dass ihr Publikum die Zustände in Russland nicht bemerkt.

      Gestalten wie Wodarg, Bhakdi oder Köhnlein könnten doch einfach bei der russischen Botschaft in Berlin klingeln und ihre Berater-Dienste anbieten. Sie erzählen dann der russischen Regierung, dass COVID nur eine Luftnummer sei, die russische Regierung hört sofort mit dem Lockdown auf und alles wird gut. Massive Schäden für die russische Wirtschaft wären abgewendet. Die drei Herren bekämen den Orden “Held der Sowjetunion” und eine Datscha voll mit Vodka und hübschen Mädchen. Im nächsten Schritt würden andere Länder sehen, dass in Russland überhaupt gar kein Lockdown nötig wäre und würden ihrerseits ihre Lockdowns beenden. Welt gerettet.

      Stattdessen tingeln diese drei alten Männer neben ähnlichen Gestalten durch die neun Pforten der Youtube-Truther-Hölle und geben ihren Stuss zum Besten, was beim Publikum die irrationale Hoffnung schürt, man könne die ganze Pandemie einfach weg-reden.“
      http://recentr.com/2020/04/30/putins-experten-erteilen-den-covid-verharmlosern-die-groesstmoegliche-absage/

      „Man stelle sich vor, es würden nicht dermaßen viele Menschen im Rentenalter an Krebs erkranken und recht bald versterben. Das Rentensystem würde längst kollabieren, obwohl so viele Menschen so lange so viel Geld einbezahlt haben, weil der Staat nun einmal nicht mit Geld umgehen kann.

      In anderen Ländern verhält es sich ähnlich. Zynische links-grüne Politiker haben angesichts von COVID 19 schon Blut gerochen und erklären, dass die Krankheit doch ohnehin hauptsächlich Leute ab 50 umbringt und diese Leute sowieso bald gestorben wären. Mal abgesehen davon, dass der durchschnittliche korrupte Politiker seinen eigenen Lebensabend umgeben von Luxus am Strand verbringen will, erkennen wir die typische Denkweise des Sozialismus: Wer nicht länger nützlich ist für die Eliten (“den Staat”) der soll sterben, vor allem wenn ältere Leute konservativer denken und konservativer wählen.

      Machen wir mal das Gedankenexperiment, was sich die verschiedenen Staaten an Geld sparen durch jeden einzelnen COVID-Toten. Denn die Liste an Verdächtigen hinter der Pandemie ist lang.“
      http://recentr.com/2020/05/03/der-rentner-killer-was-spart-sich-ein-staat-an-rente-pro-verstorbenem-covid-kranken/

  2. Peter Nasselstein Says:

    Nur mal zum Vergleich. Es gibt ein Virus, das zu 99,99 Prozent tödlich ist und zwar mit einem denkbar grausigen und extrem schmerzhaften Tod: die Tollwut. Jedes Jahr sterben außerhalb des industrialisierten Westens 60 000 Menschen daran. Wie an zahllosen anderen Beispielen aufzeigbar, scheinen diese Toten irgendwie nicht zu zählen, dabei ließen sie sich mit Programmen vermeiden, die den Bruchteil eines Bruchteils des Coronawahnwitzes kosten würden.

    https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/reisemedizin/vorsicht-beim-reisen-160-tote-pro-tag-in-diesen-laendern-lauert-die-tollwut-gefahr_id_4625933.html

  3. Kim Says:

    Entschuldigung, aber fordert der Shutdown denn wirklich so viele – 300000 zusätzliche – Tote?

  4. Robert (Berlin) Says:

    Konstantin Tavan auf Facebook

    Weitet man den Blick und schließt die Betrachtung der Zeitenwicklung der Virusträgerzahlen von Süd-Korea (dunkelblau) und Spanien (dunkelgrün) mit ein, so erkennt man, dass Südkorea weiterhin dem beschleunigten Abnahmepfad mit der Halbierungszeit von 13 Tagen zu folgen scheint, den ich im vorangegangenen Post zu diesem Thema ausführlich diskutiert habe (https://www.facebook.com/photo.php?fbid=3379512992062143&set=a.1346612112018918&type=3).

    Ich wundere mich im Übrigen, wie wenig Resonanz das südkoreanische Modell im Leserkreis findet, das bekanntlich ohne Lockdown ausgekommen ist und seine Erfolge lediglich dem Maskentragen, dem disziplinierten Abstandhalten und der Einhaltung von Hygiene zu verdanken hat. Stattdessen glauben viele Leser, das schwedische Modell sei vorzuziehen.

    Kurz zum wichtigsten Zahlenvergleich, nämlich der Covid19-Toten: S-KOR 252 bei 51,6 Mio Einwohnern, SWE 2679 bei 10,2 Mio Einwohnern – das entspräche in S-KOR 13.352 Covid19-Toten. Irgendwas scheinen die Südkoreaner also besser gemacht zu haben als die Schweden. Ich werde daher auf dieses Thema noch gesondert eingehen.

    Das Nichtwissen über den südkoreanischen No-Lockdown-Weg (man könnte auch äquivalent Taiwan anführen) ist im Übrigen in Deutschland weit verbreitet. Im BR meinte gestern ein Mediziner, die Südkoreaner hätten einen superharten Lockdown vorexerziert und stünden deswegen so gut da. Weit gefehlt.

    Mir scheint, dass bei der Nichtachtung der Erfolge der Ostasiaten in der Bekämpfung der Covid19-Epidemie viel Rassismus und Neid im Spiel ist. Das gilt nicht zuletzt für China. Hier werden im dt. Fernsehen dubiose Geheimdiensberichte zitiert, um Stimmung gegen China zu machen. Tatsächlich war es wohl westliche Arroganz, die sämtlichen Politikern und Epidemiologen angesichts der Ereignisse in Fernost im Jan/Feb so den Verstand vernebelt hat, dass sie dringendst nötige Schutzmaßnahmen wie die Anschaffung von Masken für breite Bevölkerungsschichten unterließen. Sündenböcke sind bei so einem Versagen wichtig.

    Ich erinnere mich noch gut, wie Virologen und Politiker im Februar behaupteten, Maskentragen gehöre wohl nicht zu unserer Kultur. Jetzt gehört es dazu, jedenfalls hier. Weil es vernünftig ist.

  5. Peter Nasselstein Says:

    Endlich Schluß mit diesem Corona-Schwachsinn!

    https://www.deseret.com/opinion/2020/5/2/21243180/no-more-social-distancing-covid-19-data-shows

  6. claus Says:

    Ich finde Social Distancing großartig. Es ist klar, warum so viele dagegen ‚Widerstand leisten‘ wollen. Heute erst gelesen:
    „Siezen fördert Distanz und Hierarchiedenken. Dabei sollte genau das endlich aus unseren Köpfen gestrichen werden. Gerade jetzt brauchen wir eine Sprache, die uns vereint und Nähe spüren lässt.
    Wie stellen wir uns das vor? youtube.com/watch?v=m9dXBl4nz0Y“

    Jetzt kommen die schon mit Gehirnhälftenblabla.

  7. JanDavid Says:

    Ich habe per Brief gegen den Lockdown Klage erhoben vor dem Verfassungsgerichtshof von Berlin. Also auf Landesebene. Weil das vielleicht schneller reagiert.

    Sehr kurz zusammengefasst ist meine Begründung: Corona tötet. Aber auch der Lockdown tötet.

    Als Schwerpunktthemen habe ich hervorgehoben die zunehmende häusliche Gewalt bei gleichzeitig schwieriger erreichbarer Hilfe dagegen, sowie das Nicht-Stattfinden der Selbsthilfegruppen für die Süchtigen (so mancher wird sich diese Tage, zum Teil auch aus Versehen, den „Goldenen“ geben …

  8. Peter Nasselstein Says:

    Es wird vorhergesagt, daß der Anstieg der Selbstmordrate, der durch die Abriegelungen in Australien verursacht wird, die Todesfälle durch das Wuhan-Coronavirus um das Zehnfache übersteigen wird, berichtete der Australian am Donnerstag.

    … nationale Lockdowns haben Länder auf der ganzen Welt gezwungen TB-Behandlungsprogramme einzustellen, was Berichten zufolge in den nächsten fünf Jahren zu 6,3 Millionen zusätzlichen TB-Fällen und 1,4 Millionen Todesfällen führen könnte.

    https://www.breitbart.com/health/2020/05/07/report-suicide-rise-from-lockdowns-to-kill-more-than-coronavirus-in-australia/

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