Posts Tagged ‘Gemeinschaft’

nachrichtenbrief159

28. Juni 2020

Covid-19 und die antiautoritäre Gesellschaft

4. Mai 2020

Antiautoritarismus ist nicht einfach anarchistische Nichtautorität, sondern vielmehr die sozialistische Zentralisierung der Autorität weg von der persönlichen Verantwortung, weg von der Familie und weg von der lokalen Gemeinschaft. Diese drei Funktionen werden weitgehend von der Zentralregierung übernommen, die dadurch sehr „persönlich“ wird: sie übernimmt einige Funktionen der Familie und der lokalen Gemeinschaft und degradiert dich auf den Status eines Kindes, das nicht selbst für sich verantwortlich ist.

Für dich ist das Überleben deiner kranken und/oder alten Ehefrau, Mutter oder Großmutter von unendlicher Bedeutung, auch wenn sie 100 Jahre alt sind. Du wirst um jeden zusätzlichen Monat, jede zusätzliche Woche, ja sogar jeden zusätzlichen Tag ihres Verbleibens auf dieser Erde kämpfen. Während du als vernünftiger Mensch, der eine 88jährige gebrechliche Frau Helga Müller in der, sagen wir, fernen Lausitz betrachtet, sehr wohl weißt, daß es eine unverantwortliche Verschwendung medizinischer und wirtschaftlicher Ressourcen wäre, alles für das Überleben von Frau Müller zu mobilisieren. Dasselbe „kalte“ Denken prägte den alten rationalen autoritären Staat.

Aber heute, in der antiautoritären Ära, werden die Frau Müllers des Landes wie Mitglieder der inneren Familie behandelt. Wir opfern unsere gesamte Wirtschaft (und damit potentiell Millionen von Leben!), um einige gebrechliche und kranke Menschen zu retten, die sowieso bald sterben würden. Ja ja, ich weiß, „die Sprache des Unmenschen“…

Dieses verantwortungslose vermeintlich „humanitäre“ Getue hat mit der Augenpanzerung zu tun. Die Unfähigkeit in der Perspektive zu sehen, d.h. den qualitativen Unterschied zwischen nah und fern. Plötzlich wird „Frau Müller“ für „die Gesellschaft“ genauso wichtig wie für uns unsere eigene Mutter. Was im Falle „der Gesellschaft“ ein falsches und unaufrichtiges Gefühl ist – Kontaktlosigkeit unter dem Deckmantel des Kontakts! Es ist eine echte psychiatrische Psychose im Massenmaßstab.

Ein verantwortungsbewußter Kanzler würde sagen: „Gut, wir verlieren 20 000 Menschen bei jeder Grippewelle. Dieses Mal werden es 30 000 Menschen sein. Es ist schwer für die Familien, aber als Gesellschaft akzeptabel. Ich kann die Wirtschaft nicht runterfahren, was als Endresultat vielleicht 300 000 zusätzliche Todesopfer fordern würde. DAS wäre unmoralisch!“

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Psychotherapie und das Projekt „Kinder der Zukunft“

26. Oktober 2018

In Kinder der Zukunft (Gießen, 2018) beschreibt Reich den „perfekten Kontakt“ seines Sohnes Peter als Kleinkind. „David“ so heißt er im Buch, lebt aus dem Kern heraus, ist „transparent“, durchlässig. Er ist ehrlich, aufrichtig, direkt, bescheiden und freundlich. Reich fährt fort: „Wir haben bereits solche Eigenschaften bei biopathisch Erkrankten [im Verlauf der Heilung] aus der Tiefe aufsteigen sehen. Jetzt finden wir das Gleiche in natürlich heranwachsenden Kindern“ (S. 41).

Die Worte, die ich nachträglich in eckige Klammern gesetzt habe, stammen nicht von Reich selbst, sondern sind eine Erfindung des Übersetzers, werden aber Reichs Intention entsprechen. Die Qualitäten, die das ungepanzerte Kind mitbringt und im Laufe der Zeit entfaltet, tauchen auch im Verlauf einer regelgerechten psychiatrischen Orgontherapie auf. Das „Kind der Zukunft“ ist in uns verschüttet, ähnlich wie die Arbeitsdemokratie am Grunde des Kapitalismus fortwirkt. Wenn wir arbeiten, haben wir automatisch Anteil an der Gesundheit. Wir werden Teil der Gemeinschaft aller Arbeiter. Wenn wir in Orgontherapie gehen, öffnen wir die Tür zu den „Kindern der Zukunft“. Entsprechend behandeln Orgontherapie-Patienten ihre Kinder anders – sie empfinden Solidarität mit ihnen.

Das Tor zur Hölle öffnet sich (Teil 1)

12. Juli 2018

Religion ist „Gemeinschaft plus Orgon“. Abgesehen von „Sinnsuchern“ mit einer mehr oder weniger „schizophrenen“ Charakterstruktur, gehört die Religionszugehörigkeit zum Gemeinschaftsleben, in das man hineingeboren wurde, oder man schließt sich einer Religion an, um Teil einer Gemeinschaft zu sein. Wir sind Herdentiere und brauchen einen „Stamm“, damit wir uns einigermaßen wohlfühlen können. Das besondere an der Religion ist, daß sie nur funktioniert, weil die Menschen vage und mystisch verzerrt etwas in sich und „in der Atmosphäre“ spüren, das sie als „Gott“ bezeichnen: das Orgon.

Fehlt dieser mystisch entstellte Kontakt mit dem Orgon aufgrund einer „linksliberalen“ Charakterstruktur, wird die Politik zu einer Ersatzreligion. Heutzutage werden die bizarren Projekte der Linken, etwa die „multiethnische Gesellschaft“ (also die sichere Hölle auf Erden!) mit einem unerbittlichen Fanatismus durchgesetzt, der den von religiösen Menschen bei weitem überflügeln kann. Da jedweder Kontakt zum Orgon und damit ein Korrektiv fehlt, das individuelle Gewissen, tritt das Kollektiv und dessen Ideologie in den Mittelpunkt und wird zum neuen „Gott“, dem alles gewissenlos (kontaktlos) geopfert wird.

Die Hölle auf Erden folgt den linken Projekten nicht von ungefähr, denn das, was solchen Menschen überhaupt an Tiefe zugänglich ist, sind die Abgründe der sekundären Schicht: der Teufel. Von Karl Marx bis Saul Alinsky haben die Linken stets ganz offen Satan gehuldigt. Ihre entsprechenden Bilder und Sprüche werden meist als Provokation, Ironie, Sarkasmus oder Zynismus abgetan, aber tatsächlich spiegeln sie ziemlich genau die bioenergetischen Realitäten wider.

Man kann jetzt natürlich auf „links-christliche Politiker“ verweisen, etwa Rudi Dutschke. Leute wie er finden keinen Zugang zum Kern und verlagern deshalb ihren religiösen Impetus auf die Politik. Das erstrebte Himmelreich auf Erden ist nur über Berge von Leichen und Ozeane von Blut erreichbar. „Vietnam“ mußte in die Metropolen des Westens getragen werden. Es reichen aber schon die absurden Pläne einer Umstrukturierung von Wirtschaft und Verwaltung, die zum Zusammenbruch der Versorgung, Anarchie und Massensterben geführt hätten. Naive Menschen sagen sich, Leute wie Dutschke wären halt Spinner. Doch man muß die Ideen und das Tun der Dutschkes dieser Welt FUNKTIONELL betrachten: Worauf führt das ganze hinaus? Es verweist unmittelbar auf die erwähnten Abgründe der sekundären Schicht.

Was ist wichtig?

1. Mai 2012

In der heutigen antiautoritären Gesellschaft steht, wie der Begriff bereits sagt, vor allem eines im Vordergrund: Ich! Alles ist von Egoismus und „Ego-Zentrik“ geprägt. „Selbstverwirklichung“ ist der eine, unhinterfragbare höchste Wert. Selbst im „spirituellen“ Bereich steht der Egotrip im Vordergrund. Weltanschauungen und sogar „Religionen“ werden ganz nach eigenem Gusto paßgenau zugeschnitten, so daß ja keine „Entfremdung“ auftritt.

Als Heilmittel gegen diese verhängnisvolle Atomisierung der Gesellschaft wird uns das angedient, was in der alten autoritären Gesellschaft einzig und allein wichtig war: die Sache! Man müsse sich auf das alte Wir-Gefühl besinnen, auf die überkommenen Religionen mit ihren unverrückbaren Dogmen und Traditionen, auf die Nation, etc.

Im ersteren Fall geht es um Willkür und „Freiheit“, im letzteren um „Charakter“ und Verbindlichkeit. Man opfert entweder im Zweifelsfall andere auf dem Altar des eigenen Ich oder man opfert sich selbst auf dem Altar der Gemeinschaft.

Das beschreibt ungefähr den gegenwärtigen Zustand der gesellschaftlichen Panzerung: Ichbezogene und restlos verzogenen Kinder treiben die Lehrer in den Wahnsinn, die ihnen Verantwortung und ein „Gemeinschaftsgefühl“ nahebringen wollen. Diese Lehrer treiben mit ihren weltfremden Ideen über „Selbstverwirklichung“ wiederum so manche Eltern, die mit beiden Beinen in der wirklichen Welt stehen, in die Verzweiflung. Dergestalt stehen sich überall, je nach dem jeweiligen funktionellen Zusammenhang, stets zwei Fraktionen gegenüber und blockieren sich gegenseitig und damit die gesamte Gesellschaft: „Ich!“ gegen „Die Sache!“

Tatsächlich kann nur ein Schwein sich selbst und nur ein Idiot irgendeine „Sache“ wichtig nehmen. Der erstere lebt vollkommen abgetrennt von seinem bioenergetischen Kern „prinzipienlos“ in seiner äußeren Charakterschicht, der Fassade; während letzterer nur damit beschäftigt ist, sich selbst unter Kontrolle zu halten (Mittlere Schicht).

Was also ist wichtig? Seinem bioenergetischen Kern zu folgen! Genau das hat Reich getan und dies durch die Aussage zum Ausdruck gebracht, er, Reich, sei nur das Werkzeug einer objektiven funktionellen Logik. Wichtig im Leben ist einzig und allein dieser Logik zu folgen, d.h. seinem „Herzen“. Das bedeutet konkret, daß man klare und folgerichtige Gedanken hat, diese unzweideutig und unmißverständlich für jeden begreiflich zum Ausdruck bringen kann, seinen Gefühlen vertrauen kann und sich ohne Reibungsverluste in die Arbeitsdemokratie einfügt: Liebe, Arbeit und Wissen! Das ist der Sinn des Lebens.