Die innere Dynamik der antiautoritären Gesellschaft (Teil 7)

Eine antiautoritäre Erziehung erzeugt beim Kind starke Ängste und fixiert infantile Züge dauerhaft. Resultat dieser „Erziehung“ sind Egoismus, Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen und Haß auf die Eltern, weil diese nie wirkliche Eltern (indogermanisch für „wachsen machen“) waren und ihre Kinder emotional vernachlässigt haben. Der dergestalt herangezogene Homo novis ist in einem Zustand biopathischer Dauerexpansion fixiert (reaktive Parasympathikotonie). Er ist „in einem katatonischen Zustand der vermeintlich guten Laune, Lockerheit und Lässigkeit gefangen.“ Sein Gefühlsleben ist sozusagen „entzündet“, d.h. von Wut und einer ständigen Irritation gekennzeichnet und geht mit impulsivem Verhalten einher. In vieler Beziehung ähnelt er den Menschen im Subproletariat, die Reich bereits 1925 in Der triebhafte Charakter beschrieben hat. Beziehungen sind grundsätzlich oberflächlich, weil diese Menschen selbst nur an ihrer Oberfläche leben. Wenn man das ganze plastisch vor Augen gestellt haben will, schalte man den Fernseher an, um sich irgendein neueres Produkt aus Hollywood anzuschauen oder höre sich die „Musik“ im Radio an.

Diese Entwicklung hat Barbara Koopman bereits Anfang der 1970er Jahre beschrieben, als das alles gerade erst angefangen hatte. Ich kann auch aus der vorher unveröffentlichten jährlichen Rede Elsworth F. Bakers als Präsident des American College of Orgonomy von 1972 zitieren (The Journal of Orgonomy. Elsworth F. Baker Commemorative Issue, February 1986, S. 65-69). In der Rede geht es um die sich damals formierende antiautoritäre Gesellschaft, die sich mittlerweile (2022) fest etabliert hat und alle Facetten unseres Lebens bestimmt. Baker beschreibt das gesellschaftliche Chaos und die antiautoritäre Erziehung und frägt:

Was erreicht der liberal mit diesem ganzen Aufruhr? Indem er daran teilhat, bekommt er durch all die Aufregung und Aktivität das Gefühl lebendig zu sein, obwohl er innerlich tot ist. Er setzt andere in Bewegung, weil er sich selbst nicht bewegen kann. Ihre Destruktivität verschafft ihm ein Ventil für den unterdrückten Haß, den er in seinem Inneren hegt. Er, der sich für den Retter der Menschheit ausgibt, ist das perfekte Beispiel für die Emotionelle Pest. Jeder, der nicht mit ihm übereinstimmt, wird als vorurteilsbeladen, als Rassist, Reaktionär und als Schwein hingestellt.

Damals waren es die radikalen Studenten, „Weather Men“, etc., heute sind es „social justice warriors“, die die Linksliberalen begeistern. Und da die Linksliberalen die Medien und die Wissenschaft und damit die sogenannte „öffentliche Meinung“ dominieren oder besser gesagt kontrollieren, schließt sich auch der konservativste Politiker diesem enthemmten Wahnsinn an. Es muß stets alles in Bewegung sein, es darf beim vermeintlichen „Fort-Schritt“ kein Innehalten geben. Man denke nur an das „Projekt Europa“! Auf jede Verzögerung wird mit hysterischen Ausbrüchen reagiert, so als wäre der „Reformstau“ buchstäblich der Stau sexueller Energie, die die Leute in den Wahnsinn treibt. „Reform“ wohin man schaut, von der Schule bis zur Bauordnung. Alles ist ständig in hektischer Aufregung – nur daß sich tatsächlich nichts ändert, außer daß alles nur noch verfahrener wird.

Die Linksliberalen sitzen in den Redaktionen, Universitätsinstituten und nicht zuletzt an Lehrerpulten, sind selbst innerlich wie tot, goutieren sich aber an der Unordnung, der chaotischen Bewegung, die sie um sich herum anstacheln mit ihren unverantwortlichen „Theorien“ und ihren Propagandalügen.

Das deutsche Fernsehen ist symptomatisch, geht es doch untergründig immer darum, die Bevölkerung, insbesondere aber Jugendliche, zu sozialem Aktivismus zu animieren. Ganz gezielt werden Heranwachsende dazu animiert, irgendwas Politisches zu machen, egal was, solange es „progressiv“ ist. Sie entschließen sich dann meist für das Thema „Klimaänderung“.

Menschen sollen sich „engagieren“, d.h. nicht etwa ihr eigenes Leben auf die Reihe kriegen, sondern sich in das Leben anderer einmischen. Andere terrorisieren! Sie sollen „Sand im Getriebe“ sein! Oder mit anderen Worten: die rationalen, arbeitsdemokratischen Kernfunktionen sollen durch irrationale, ideologische Aktivitäten ersetzt werden, die aus der sekundären Charakterschicht stammen. Der pseudoliberale Modju, etwa unsere Innenministerin, sitzt dann zuhause und genießt, wie um ihn herum die Gesellschaft kollabiert. Jeder, der sich gegen diesen organisierten Wahnsinn stemmt, wird als „Nazi“ niedergeschrien.

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7 Antworten to “Die innere Dynamik der antiautoritären Gesellschaft (Teil 7)”

  1. Robert (Berlin) Says:

    Verblüffend, wie Baker die Zukunft vorausgesehen hat. Es ist exakt so eingetroffen.

  2. O. Says:

    Ich begreife erst beim zweiten Lesen, dass hier keine „linken Occupy-Kids“ gemeint sind für die ich noch Partei eingenommen hätte, sondern die alten Säcke die pseudolinken „Linksliberalen“, die in etablierten Positionen angekommen sind und die Occupy-Kids loben möchten … sich an alte Kifferzeiten zurückerinnern und wer mit wem … das waren noch „sex.-pol. Zeiten“. Das ist wie einem gewissen Versanddienst-Management beim Einauf auf dem Biomarkt zuhören.

    Aber wie kann man sich über diese zukünftigen Rentner Gedanken machen? Die sind doch keine geschriebene Zeile wert.

  3. Robert (Berlin) Says:

    USA hat mehr Gefangene als die UDSSR unter Stalin

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2012/03/usa-hat-mehr-gefangene-als-die-udssr.html

    Auch wenn der Vergleich nicht stimmt, ist es doch grausig, wie es in den USA zugeht.

    • Peter Nasselstein Says:

      Das ist eine direkte Folge der antiautoritären Gesellschaft: wenn die Menschen ihre sekundären Triebe nicht mehr selbst kontrollieren können (eine intakte Panzerung), muß das die Gesellschaft für sie tun (Gefängnis). Vor 1960 war Amerika ein Land, in dem Schlößer praktisch unbekannt waren. In manchen Gegenden hat niemand sein Haus je abgeschlossen.

  4. claus Says:

    Gutes Beispiel für Aktivismus, der Betroffenheit organisiert:
    http://www.focus.de/kultur/kino_tv/medien-spontane-schweigeminute-fuer-fluechtlinge-bei-jauch_id_4625661.html

    Höppner lief auf die Bühne und wandte sich ans Publikum: „Ich möchte wirklich jetzt auch mal die Chance ergreifen, diesen Menschen ein Gedenken zu schenken; indem ich Sie bitte, eine Gedenkminute dafür einzulegen.“ Publikum und Talkgäste kamen der Aufforderung nach.

  5. Peter Nasselstein Says:

    Ein wichtiger Aspekt der inneren Dynamik der antiautoritären Gesellschaft ist der Übergang zu einer Art Pseudo-Matriarchat = Kommunismus, d.h. die Zerschlagung des „Patriarchats“ geht einher mit einer radikalen Zentralisierung der Entscheidungen und einer Entmündigung und Kastration der Männer. Das letztere zunehmend WORTWÖRTLICH!

    Auch hier müßte ich an sich Dutzende von Teilen ins Netz stellen, um das Thema auch nur oberflächlich ankratzen zu können…

  6. Peter Nasselstein Says:

    Pädagoge Albert Wunsch polarisiert mit seinen Thesen über die Kindererziehung heutiger Helikopter-Eltern, deren Produkt „lebensuntüchtige“ Egoisten seien.

    https://www.kreiszeitung.de/stories/paedagoge-albert-wunsch-buch-die-verwoehnungsfalle-kindererziehung-helikoptereltern-aufgeweichte-jammergestalten-91224846.html

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