Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 142)

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Im Unterschied zwischen Kopf und Bauch ist der zwischen Ironie und dem, was man „Brennen“ nennen könnte, aufgehoben. Der „Kopf“ (Augen, Ohren) impliziert immer Fernwahrnehmung, Distanz, während der „Bauch“ immer Nähe bedeutet. Und das auch über weite räumliche und zeitliche Distanzen hinweg: „Ich fühle mich den haitianischen Befreiungskämpfern Ende des 18. Jahrhunderts ganz nah!“ Wir wissen heute, daß die haitianische Revolution ein schlechter Witz war und damals das Elend erst richtig angefangen hat. Aber troztdem: der Bauch kann nicht lügen. Er kann zwar für das Falsche brennen, aber das Brennen selbst ist echt. Das zu sagen impliziert interessanterweise die größtmögliche Distanziertheit, denn wann war das Brennen je intensiver als bei der Hitlerjugend oder den Roten Brigaden Maos?

Der „Kopf“ kann immer mit Scheingebilden, Chimären, unsinnigen Geisteskonstruktionen einhergehen, letztendlich das Über-Ich („über dem Körper bzw. Bauch!“). Stirner hat genau das bekämpft, wird aber implizit als „verkopft“ hingestellt.

Der „Stirnerianer“ Reich hat sich explizit dem Bauch zugewandt („Bioenergetik“, „der Solar plexus als Kern des Organismus“), während der „Feuerbachianer“ Freud ganz Kopf war: Distanz bis ins Extrem im psychoanalytischen Setting, Kinder distanziert behandeln, um den Ödipuskomplex nicht zu provozieren, Sublimation, explizite Verneinung „ozanischer Gefühle, Psychologie statt Physiologie. Ähnliches findet man bei LaMettrie vs. Haller, Voltaire, etc. Und auch bei Stirner vs. Marx, wenn man darauf achtet, daß Stirner den Einzelnen auf seine körperliche Unmittelbarkeit reduziert, während er sich bei Marx, trotz allem „Materialismus“, zu einem abstrakten „Ensemble gesellschaftlicher Kräfte“ verflüchtigt.

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5 Antworten to “Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 142)”

  1. Avatar von Peter Nasselstein Peter Nasselstein Says:

    Die häßliche Fratze des BRD-Faschismus:

  2. Avatar von Robert (Berlin) Robert (Berlin) Says:

    Faeser und das Compact-Verbot: Von der Enteignung bis zur Reichsschrifttumskammer

    Kann man sie nicht in eine Zelle sperren und dann vier Semester Vorlesungen zur NS-Rechtsgeschichte in Dauerschleife laufen lassen? Nein, kann man nicht. Nancy Faeser nähme so etwas nur zur Anregung. Inzwischen mit einer Radikalität, dass einem der Atem stockt.

  3. Avatar von Peter Nasselstein Peter Nasselstein Says:

    Wie die stinkende Dreckspest in der BRD operiert:

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