Posts Tagged ‘Augen’

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 75

22. Juni 2020

orgonometrieteil12

75. Die fünf Grundfarben unserer Lebenswelt

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ZUKUNFTSKINDER: 7. Das Drogenproblem, b. Die vegetative Strömung und ihre Drosselung

18. April 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

7. Das Drogenproblem, b. Die vegetative Strömung und ihre Drosselung

Was ist Orgontherapie? (Teil 2)

14. Juli 2015

Die Augen sind Spiegel der Seele, da sie Teil des Gehirns sind. Im ungepanzerten Zustand sind sie frei beweglich, lebendig, strahlend und „offen“. Sie stehen weder vor, noch sind sie eingesunken und die Haut in ihrer Umgebung hat eine gesunde Farbe.

Von der subjektiven Seite her kann man sagen, daß, während etwa Mystiker in einer zweidimensionalen Welt leben, ein ungepanzertes okulares Segment durch eine dreidimensionale Tiefenwahrnehmung gekennzeichnet ist (beidäugiges Sehen). Sind die unteren Segmente ebenfalls frei von Panzerung, erstreckt sich dieses „dreidimensionale Gefühl“ auf den gesamten Körper. Der Mensch fühlt sich wirklich in der Welt und nicht als bloßen „in die Welt geworfenen“ „Teilnehmer“, dem aus dem „Jenseits“ Botschaften zugehen („Entfremdung“).

Störungen in der oralen Entwicklung können sich in Erkrankungen wie Depression und Eßstörungen niederschlagen (Der Krebs, Fischer TB, S. 385).

Das gesunde orale Segment zeigt sich darin, daß man fähig ist Grimassen zu schneiden und kraftvoll zubeißen kann. Was Reich in dieser Hinsicht betrifft schreibt sein Mitarbeiter und Biograph Myron Sharaf:

Ich erinnere mich noch lebhaft der Genauigkeit, der Subtilität und der Scharfsinnigkeit von Reichs Nachahmungen. (Fury on Earth, S. 181)

Sein Freund Alexander Neill erinnert sich:

Ich habe nie wieder einen solch entspannten Menschen gekannt. Wenn ich sein Kinn berührte, ging es auf und zu wie ein geölter Kopferdeckel. Sein Körper war immer entspannt. (z.n. Ilse Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 8 )

Darüber hinaus zeigt sich die Entspanntheit des Mund- und Rachenbereichs in einer ausdrucksvollen Stimme. Eine biopathische Störung in diesem Bereich ist z.B. die spastische Dysphonie.

Ein gesundes Halssegment zeichnet sich durch einen frei beweglichen Hals aus. Bewegungen, die insbesondere bei Frauen Schönheit und Eleganz vermitteln – im Gegensatz zur „Halsstarrigkeit“.

Das Hauptkennzeichen einer Brustpanzerung ist die chronische Einatmungshaltung. Das dient sowohl der Einschränkung der Energieversorgung des Organismus, als auch der unmittelbaren Kontrolle der Emotionen. Deshalb ist die „Atemsperre“ der Grundmechanismus, mit dem die Neurose aufrechterhalten wird.

Es gibt drei Hauptmechanismen der Atemsperre: neben dem angespannten, aufgerichteten, unbeweglichen Brustkorb in erster Linie das angespannte und unbewegliche Zwerchfell, sowie, weniger wichtig, eine chronisch zusammengezogene Bauchmuskulatur.

Die traditionellen Atemübungen dienen dazu, die organismische Energie und die Emotionen, insbesondere Angst, einzudämmen. Im Gegensatz dazu will die Orgontherapie sie freisetzen. Zur Auflösung dieser Atemsperre werden deshalb keinerlei „Atemübungen” benutzt. Der Patient muß Angst und Spontanität ertragen lernen.

Der „Zwerchfellspasmus“ bildet Reich zufolge „das Zentrum der biopathischen Bewegungsstörung und der Sexualabwehr (…) schlechthin“ (Der Krebs, S. 209f). Das Zwerchfell ist ein sehr starker Muskel, mit dessen Hilfe wir uns selbst förmlich „abwürgen“. Den Zwerchfellblock kann man beispielsweise an einer Exspiration erkennen, bei der sich der Bauch vorwölbt. Ein anderes Beispiel ist die Lordose.

Das Zwerchfellsegment ist eines der Hauptgebiete für psychosomatische Erkrankungen. Elsworth F. Baker berichtet:

Ich habe einen Fall mit Symptomen erlebt, die typisch für eine Erkrankung der Gallenblase waren, einschließlich schmerzhafter Verstopfung, Empfindlichkeit und Krämpfe in der rechten oberen Bauchregion (Hypochondrium), Verdauungsstörungen, Völlegefühl im Überbauch, Blähungen und Gelbsucht; der ganze Symptomkomplex wurde durch Massage des Magenausgangs vollständig behoben. Als der Pylororuskrampf nachließ, konnte man ein Gurgeln hören, und die Symptome verschwanden. Ich nehme an, daß der Krampf auch den Sphinkter Oddi mitumfaßte und so den Gallenfluß behinderte und die Gelbsucht hervorrief. Zu dem Zeitpunkt, als der Verkrampfung sich löste, äußerte die Patientin auch viel Bitterkeit, die sie ihrem Mann gegenüber empfand. (Der Mensch in der Falle, München 1980, S. 291f)

Reich ist auf den Orgasmusreflex zuerst beim Lösen des Zwerchfellsegments gestoßen und zwar durch das Provozieren von Erbrechen (wobei der Atem nicht angehalten werden darf). Interessant ist, daß der physiologisch so grundlegende Brechreflex bei so überaus vielen Menschen nicht funktioniert, bzw. nicht künstlich provozierbar ist und daß die moderne Medizin das Ausbleiben dieses grundlegenden Reflexes nicht als schwerwiegendes Krankheitszeichen wertet.

Die Bauchspannung ist eine „Widerstandsspannung“, die von vorne den Solar plexus schützen soll. Neurotiker reagieren extrem empfindlich, wenn nach dem Ausatmen knapp unterhalb des Brustbeins mit einem Finger Druck ausgeübt wird. Verhältnismäßig ungepanzerte Menschen, insbesondere Kinder, können im oberen Bauchbereich qualvolle Angstzustände empfinden. Die Atemsperre dient dazu, diese Angstquelle einzudämmen. Wie gesagt: der Patient muß lernen, diese Art von Angst zu ertragen.

Nachdem wir uns mit der Charakteranalyse und den sechs ersten „Panzersegmenten“ beschäftigt haben, kommen wir nun zum Kern der Orgontherapie: im Kern ist sie „Orgasmotherapie“, d.h. eine Therapie, die die orgastische Potenz als Ziel hat.

Zunächst ist zu sagen, daß entgegen dem gängigen Bild von den „sexbesessenen Anhängern Wilhelm Reichs“ in der Orgontherapie so gut wie nie von Sexualität die Rede ist. Es ist ziemlich genau wie beim Flirten: beide Parteien und ihre gesamte Umwelt wissen genau, worauf das ganze letztendlich hinausläuft, aber „es“ ist nie Thema.

Ziel der Therapie ist die Freilegung des bereits erwähnten „Orgasmusreflexes”: die unwillkürliche Kontraktion und Expansion des Organismus, die bei orgastisch potenten Menschen insbesondere während des sexuellen Höhepunkts in Erscheinung tritt. Andeutungsweise tritt beim Ungepanzerten die entsprechende Bewegung des Beckens bei jeder Ausatmung auf („Beckenreflex“).

Das Beckensegment ist das letzte Segment, das geöffnet wird. Infolge der Reinlichkeitserziehung und des Onanieverbots ertötet eine verkrampfte Beckenmuskulatur alle genitalen Gefühle. Entsprechend wird das Becken zurückgehalten (totes Becken). Im Unterschied zu den oberen Segmenten beherbergt das Beckensegment zwei erogene Zonen, die sich bei der Entpanzerung unterschiedlich äußern: das anale „Quetschen“ („Scheiße!“) und das „phallische“ Stechen („Fuck!“).

Durch das Öffnen dieses Segments wird ungemein viel Energie und entsprechend eine geradezu apokalyptische Angst freigesetzt („Orgasmusangst“). Man spricht auch von „Beckenangst“: die bis zum äußersten gesteigerte Angst vor dem endgültigen Kontrollverlust nach Öffnung des Beckensegments.

Elsworth F. Baker erinnert sich:

Reich war sehr zurückhaltend, den Orgonomen die Technik der Endphase beizubringen, da er glaubte, daß die meisten sie nicht richtig handhaben könnten und daß bei der Mehrheit der Patienten die Therapie besser vor dieser Phase abgebrochen werden sollte. („My Eleven Years with Wilhelm Reich (Part III)“ Journal of Orgonomy, 11(2), Nov. 1977, S. 172)

In Alexander Lowens „Bioenergetik“ kommt es zu einer verfrühten mechanischen Mobilisierung des Beckens, was künstlich eine Panzerungsstruktur erzeugt, die dem des Schizophrenen entspricht. Entsprechend wirken auch die Klienten der „bioenergetischen“ Quacksalberei.

Für Reich war Therapie nichts anderes als „biophysische Chirurgie“. Und genauso wie es selbstverständlich ist, daß die gewöhnliche Chirurgie auf wenige streng ausgewählte Spezialisten beschränkt bleiben muß, sollte es selbstverständlich sein, daß ebenfalls die „biophysische Chirurgie“ nur von medizinisch, psychiatrisch und orgonomisch ausgebildeten Fachärzten ausgeführt werden darf. Keinem Laien käme der Gedanke, einen anderen Menschen aufzuschneiden, weil aber, so Reich,

jeder Ignorant, da er selbst Emotionen hat, sich selbst für einen „Experten“ hält und deshalb meint, biophysikalische und psychologische Prozesse beurteilen zu können, ist die Situation in der Biopsychiatrie eine andere als in der Chirurgie. (Charakteranalyse, KiWi, S. 642)

Die Bedeutung des okularen Blocks bei Schizophrenie

6. Dezember 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Charles Konia: Die Bedeutung des okularen Blocks bei Schizophrenie

acologo

Die Panzersegmente (Teil 1): Der Augenpanzer

5. November 2014

Das Auge ist keine tote Kamera, wie wir im „Biologie“-Unterricht gelernt haben, sondern ein lebendiges Organ, dessen Funktionieren in jeder Hinsicht von Bewegung abhängt.

Der Neurologen Michele Rucci (University of Boston) zufolge stehen die Augen beim „Fixieren“ eines Objekts keineswegs still, sondern bewegen sich unwillkürlich hin und her. Werden diese Augenbewegungen in einer entsprechenden Versuchsanordnung kompensiert, kann der Proband feine Details schlechter wahrnehmen.

Sehen funktioniere nicht wie bei einer Kamera, mit der ein Bild aufgenommen und anschließend analysiert wird, sondern der eigentliche Prozeß des Schauens beeinflusse, was man sehe, erklärt Michele Rucci.

Leuten, die mit Pferden zu tun haben, wird Michael Geitners Methode der „Dual-Aktivierung“ ein Begriff sein. Mit ihr lassen sich Probleme wie Schreckhaftigkeit, Schwierigkeiten beim Verladen, Bewegungsschwächen und Taktfehler in den Griff bekommen. Geitner hat denkbar einfache Übungen entwickelt, die das Pferd dazu zwingen, Reize gleichzeitig mit beiden Augen zu verarbeiten und von beiden Seiten zu erfassen.

Diese Methode erinnert an EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) zur Behandlung des posttraumatischen Streßsyndroms beim Menschen. Beim EMDR folgt, ähnlich wie in der klassischen Orgontherapie, der Blick des Patienten dem Finger des Arztes, der vor seinen Augen hin und her geführt wird, während der Patient die auslösende Situation seines Traumas innerlich visualisiert. In der Orgontherapie wird zur weiteren Stimulierung des Augensegments eine Penlight-Taschenlampe benutzt.

In einem ganz anderen Zusammenhang kann man Augenpanzerung bei Hunden beobachten. Hunde sind uns gewisserweise näher als unsere nahsten genetischen Verwandten, die Schimpansen. Hunde können nämlich unseren Gesichtsausdruck weit besser deuten als jeder Menschenaffe.

Seit geraumer Zeit ist der Golden Retriever „Modehund“. Um die ungeheure Nachfrage zu decken, nimmt man es mit der Zucht nicht so genau, so daß vermehrt die Produkte von Inzucht auf den Markt kommen. Ein Kennzeichen der Inzucht sind neben körperlicher Krankheitsanfälligkeit psychische Auffälligkeiten, insbesondere die sogenannte „Retriever-Wut“, die man auch als “Mental lapse syndrome“ bezeichnet. In einem entsprechenden Forum heißt es dazu:

Die Sudden Onset Aggression äußert sich in plötzlicher und unvorhersehbarer anfallsartiger Aggression. Das Verhalten tritt völlig unprovoziert und unkontrollierbar auf. Die Hunde machen dabei einen abwesenden Eindruck und greifen Personen (…) an. Dabei erscheinen die Augen des Tieres häufig glasig und die Pupillen sind weit dilatiert.

Es ist extrem wichtig, ein Gefühl für okulare Panzerung zu gewinnen, da groteskerweise ausgerechnet sogenannte „Reichianer“ ganz besonders darunter leiden. Das liegt daran, daß in den sogenannten „Körperpsychotherapien“ oder gar „Körpertherapien“ die Panzerung des Augensegments vernachlässigt wird.

Resultat sind dann Menschen, deren Stirn unbeweglich ist und die, was besonders gruselig wirkt, kaum die Augenlider bewegen. Einer der lebensnotwendigen Grundreflexe!

Durch Zufall bin ich auf folgendes Video gestoßen. Eine interne Werbesendung der Sekte „Scientology“. Was dort gesagt wird, ist vollkommen gleichgültig (es geht um die Mobilisierung der Mitglieder). Wichtig sind nur die starren Augen. Es wirkt so, als wären diese Leute in einer ständigen Hypnose.

Dieser Ausdruck erinnert mich an die „Sehmänner“, wenn sie, lange vor dem Video- und schließlich Internetzeitalter, die Sexkinos und Sexshows auf Sankt Pauli verließen. Sie hatten genau den gleichen „Energiestau“ in den Augen, den gleichen Ausdruck. Es war sogar exakt das gleiche stagnierte und „schmutzige“ Gefühl, das ihr Augensegment vermittelte: DOR!

Hier ein weiteres Video, das Scientologen zeigt, bei denen diese „schmutzige“ okulare Panzerung extrem ausgeprägt ist. Interessanterweise sind sie auch voller schmutziger Gedanken:

Das traurige dabei ist, daß wir alle bis zu einem gewissen Grade an dieser Panzerung leiden. Der erste Schritt zur Freiheit besteht darin, sich dessen in sich selbst und bei seinen Mitmenschen bewußt zu werden. Kontakt!

Wie sich diese Panzerung von innen her anfühlt, beschreibt eine Frau, nachdem sie sich von Scientology befreien konnte, wie folgt:

Mir kommt es vor, als hätte ich bisher alles durch eine geriffelte Milchglasscheibe wahrgenommen, die sich plötzlich beiseite schiebt, was ich erst jetzt bemerke, wo sie verschwindet. Ich muß meinen Kopf richtig schütteln, aber es bleibt, wie es ist. Ich bin so verwundert, daß ich mich richtig umschauen muß. Alles ist wie vorher, und doch sieht auf einmal alles anders aus – klarer, deutlicher. Was war denn bloß los? Auch mein ganzer Körper fühlt sich anders an, konkreter, leichter, besser. (Anonymus: Entkommen. Eine Ex-Scientologin erzählt, Reinbek bei Hamburg 1993, S. 187)

Wir alle leben in einem derartigen depersonalisierten Trancezustand, in solch einer Nebelwelt, mit fremden, tauben, schweren Körpern. Es ist die gepanzerte, die kontaktlose Welt.

Seit einigen Jahren spritzen Schönheitschirurgen das altbekannte Nervengift Botulinus, um Gesichtsmuskeln lahmzulegen und auf diese Weise Falten zu beseitigen. Als willkommener Nebeneffekt stellte sich ein, daß bei den Klientinnen Kopfschmerzen verschwanden. Selbst bei hoffnungslosen Fällen von Migräne half das Botulinustoxin („Botox“). Die direkte Wirkung hält nur wenige Monate an, dann sind die neuro-muskulären Endplatten wieder toxinfrei und die Muskeln verkrampfen erneut, aber auch danach kehrten die Kopfschmerzen nicht oder nur in einem geringeren Umfang zurück.

In den letzten Jahren haben sich Forschungsergebnisse akkumuliert, die diese anekdotischen Berichte bestätigt haben. Seit 2011 wird Botox offiziell als Mittel gegen Migräne eingesetzt. Siehe dazu den Stern-Artikel mit der Überschrift „Bakteriengift löst verkrampfte Muskeln“.

Die New York Times meinte bereits 2003, es sei vielleicht übertrieben Botox, das ja auch ein von Bakterien stammendes Naturprodukt ist, als „das Penizillin des 21. Jahrhunderts“ zu bezeichnen, aber immerhin sei es denkbar breit einsetzbar: z.B. bei Gesichtszuckungen, Stottern, um Patienten mit verkrampften Stimmbändern ihre Stimme zurückzugeben, Tennisellenbogen, Karpaltunnel-Syndrom, Schreibkrampf; im Magenbereich zur Bekämpfung von Fettsucht und Geschwüren, Schmerzen im unteren Rückenbereich, Inkontinenz, Vaginismus; bei Lähmungen nach einem Schlaganfall und bei Klumpfüßen von Neugeborenen.

Tatsächlich ist Botox eine zweischneidige Sache.

Erstens bestätigt es erneut Reichs Theorie, daß emotionale und psychosomatische Störungen, etwa die Migräne, auf chronische Muskelverspannungen zurückgehen, die wir nicht willkürlich steuern können, sondern denen wir (ohne die Hilfe eines Orgontherapeuten) auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind.

Andererseits zeigt der Schutzmechanismus Panzerung, daß wir einen funktionierenden Energieapparat haben. Im Endstadium der Krebserkrankung, die durch eine energetische Schrumpfung gekennzeichnet ist, und ganz allgemein beim Sterbensprozeß, hört die Energieproduktion auf und entsprechend löst sich auch unsere Panzerung auf. (Siehe dazu Reichs Der Krebs.) Gleichzeitig sind die Patienten bemerkenswert gelassen und angstfrei. Das, was sich auf den ersten Blick positiv anhört, ist eine Tragödie, denn sie bedeutet, daß das Leben in uns erstirbt: Tote haben keine Panzerung.

Wenn man sich die leeren, bewegungslosen, puppenhaften Gesichter von Hollywoodstars (angebliche Schauspieler!) und neuerdings sogar von Politikern anschaut, – es sind Totenmasken. Dort wo die Muskeln sich nicht mehr bewegen können, gibt es auch keine Emotionen mehr. Das Ende ist nahe, die Zombies übernehmen die Weltherrschaft!

Es gibt einen ganzen Kulturbereich, in der erstarrte Gesichtszüge seit jeher gang und gäbe sind:

In Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie habe ich kurz Hans Hass‚ „Expedition zum Menschentier“ beschrieben. Dabei stellte sich heraus, daß, je nachdem es sich um mehr oder weniger „wilde“ (bzw. „indigene“), domestizierte oder „verwestlichte“ Menschentiere handelt, insbesondere der Gesichtsausdruck signifikant unterschiedlich ist: ungepanzert und offen (wie in indigenen Gesellschaften), gepanzert und erstarrt (wie in den asiatischen Gesellschaften) oder gepanzert und manipulativ (wie in den „aufgeklärten“ westlichen Gesellschaften).

Ein internationales Psychologen-Team um Takahiko Masuda (University of Alberta, Edmonton) zeigte japanischen und amerikanischen Testpersonen Darstellungen von Gesichtern, die diese am Computer so manipulieren konnten, daß die Münder und die Augen unterschiedliche Gefühle ausdrückten. Dabei stellte sich heraus, daß für die Japaner der Augenausdruck, für die Amerikaner die Mundstellung das entscheidende Kriterium für den Gefühlsausdruck ist.

Der kulturelle Unterschied wird etwa anhand der „Emoticons“ deutlich: in Japan schreibt man nicht, wie auf der linken, sondern wie auf der rechten Seite:

japsmil

Takahiko Masudas Studien wurden durch Ryo Oda vom japanischen Nagoya Institute of Technology bestätigt.

Er fand mit Hilfe des so genannten „Vertrauensspiels“, daß unsoziale Einstellungen unmittelbar an der Mimik ablesbar sind. Bei Paaren von Probanden trat einer als Verteiler auf, dessen Aufgabe darin bestand, einen bestimmten Geldbetrag zwischen sich und seinem Partner aufzuteilen. Der Empfänger hatte die Option, das Spiel abzubrechen, wenn er kein Vertrauen in den Verteiler hatte. In diesem Fall erhielt der Empfänger vom neutralen Spielleiter einen relativ geringen Fixbetrag.

Oda hatte vorher per psychologischer Tests fünf reine Egoisten und fünf reine Altruisten ausgesucht, die als Verteiler agieren sollten, während 40 Studenten als Empfänger fungierten. Vor dem Spiel schauten sich die Studenten ein tonloses Video an, in dem sich die Verteiler vorstellten.

Im Schnitt brachten die Studenten den Altruisten mehr Vertrauen entgegen. Die beiden gegensätzlichen Charaktereigenschaften waren also an der Mimik erkennbar.

Oda hat (…) herausgefunden, daß freundlich gestimmte Altruisten öfter das Duchenne-Lächeln im Gesicht tragen. Dabei handelt es sich um das Gegenstück zum affektierten „Cheese!“ – ein natürliches, willentlich kaum kontrollierbares Lächeln, das eben nicht nur die Mundregion betrifft, sondern auch die Augen. Das könnte zumindest ein Anhaltspunkt sein, anhand dessen wir selbstlose und selbstsüchtige Menschen unterscheiden, vermutet Oda.

Asiaten haben die kulturspezifische Eigenheit, daß sie beim Interpretieren von Gesichtsausdrücken einseitig auf die Augen fixiert sind, weshalb es ihnen Schwierigkeiten bereitet emotionale Ausdrücke korrekt zuzuordnen. In den Augen ähneln sich die Ausdrücke für Angst und Überraschung sowie Ekel und Ärger so stark, daß Asiaten sie immer wieder verwechseln. Europäer hingegen haben keine Schwierigkeiten die unterschiedlichen Emotionen auseinanderzuhalten, weil sie ihren Blick gleichmäßig über das gesamte Gesicht schweifen lassen.

Eine dramatische visuelle Reaktion auf Angst (Teil 1)

30. Oktober 2014

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Peter A. Crist: Eine dramatische visuelle Reaktion auf Angst (Teil 1)

acologo

Die schizophrene Schrumpfungsbiopathie (Teil 1)

14. April 2014

Am 8. August 1950 schrieb Reich:

Ich gehe das Problem der Mikroskope in der Psychiatrie konsequent an. (…) Wir müssen weg von der Psychiatrie. Der Punkt ist die Biologie. Kein Psychiater wird ohne Mikroskopie davonkommen. (Where’s the Truth, S. 62)

In der Fachzeitschrift DNP (Der Neurologe & Pychiater, April 2014) wird ein aktuelles Interview wie folgt eingeleitet:

Läßt sich eine psychische Krankheit bald so zuverlässig im Labor erkennen wie ein Diabetes? Professor Sabine Bahn aus Cambridge ist optimistisch. Sie hofft Serumtests auf den Markt zu bringen, die zwischen Schizophrenie, Depression und bipolarer Störung unterscheiden. Auch den Weg zur besten Therapie könnten solche Verfahren weisen.

Gesunde Augen sind frei beweglich, können alle Emotionen ausdrücken, beidäugig, dreidimensional schauen und, wie der medizinische Orgonom Elsworth Baker in seinem Buch Der Mensch in der Falle ausführt, ist eine Erregung der Augen, etwa beim Flirten, unmittelbar in den Genitalien als lustvolle Empfindung zu spüren. Bei emotional gesunden Menschen sind die Augen frei beweglich, feucht, strahlen und haben einen lebendigen, wachen Ausdruck. Die Pupillen reagieren sofort und angemessen. Auch die Muskulatur um die Augen herum, ja im ganzen oberen Kopfbereich, ist frei beweglich, insbesondere die Stirn. Die Haut in diesem Areal ist gut durchblutet und hat eine gesunde Farbe. (Hier Forschungsergebnisse über den Zusammenhang zwischen Gesichtsfarbe und sexueller Attraktivität.)

Das diametrale Gegenteil findet man typischerweise bei Schizophrenen, deren Augen und das gesamte „okulare Segment“ (siehe die Skizze unten) fahl und wie abgestorben wirken. Baker zufolge sind die meisten Schizophrenen darüber hinaus kurzsichtig. (Auch sonst sind zumindest einige Arten von Kurzsichtigkeit biopathisch, was insbesondere der Fall ist, wenn die Kurzsichtigkeit mit chronisch geweiteten Pupillen einher geht. Sind die Pupillen nicht geweitet, sei, so Baker, die Kurzsichtigkeit wahrscheinlich nicht biopathisch und könne deshalb mit psychiatrischer Orgontherapie nicht beeinflußt werden.)

Man kann die Schizophrenie als Schrumpfungsbiopathie betrachten ähnlich dem Krebs. Beim Schizophrenen ist es so, daß buchstäblich „das Gehirn wegfault“ – und tatsächlich beschreiben die meisten Schizophrenen ihren Zustand mit diesen oder ähnlichen Worten.

In Der Krebs führt Reich aus, wie durch die biopathische Schrumpfung das Gewebe „bionös“ zerfällt und dabei Mikroorganismen entstehen, die der mechanistische Wissenschaftler nur auf „Infektion“ zurückführen kann, welche zu einer entsprechenden Immunreaktion führt.

Eine ähnliche Verwirrung ist nun im Zusammenhang mit einer schwedischen Studie entstanden, bei der erstmals der Liquor von Schizophrenen, also die Flüssigkeit, in der das Gehirn schwimmt, direkt untersucht wurde.

Schizophrenie könnte zumindest zum Teil auf eine Immunreaktion im Gehirn zurückgehen. Darauf deutet jetzt eine Studie schwedischer Forscher hin, die die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit von Patienten kurz nach dem Ausbruch der Krankheit untersuchten. Ergebnis: Im Vergleich zu Gesunden fand sich im Liquor der Schizophrenie-Patienten ein deutlich erhöhter Spiegel eines wichtigen Signalstoffs des Immunsystems. Sollte sich ein Zusammenhang zwischen einem überaktiven Immunsystem und dem Ausbruch der Krankheit auch in weiteren Studien bestätigen, könnte sich ein völlig neuer Behandlungsansatz für die Krankheit eröffnen, von der bis heute unbekannt ist, wie sie eigentlich entsteht.

Ob der um den Faktor Fünf erhöhte Spiegel des Immunsignalmoleküls Interleukin-1-beta in der Hirnflüssigkeit von Schizophrenen Ursache oder Folge ihrer Erkrankung ist, können die Forscher jedoch nicht sagen.

Zum psychiatrischen Allgemeinwissen gehört, daß Menschen, die unter Autoimmunkrankheiten leiden, ein erhöhtes Schizophrenierisiko haben. Michael Eriksen Benros et al. (Aarhus University, University of Copenhagen, Dänemark, Johns Hopkins University, Baltimore) konnten nun mit Hilfe des Dänischen Nationalen Registers, also von Zehntausenden von Patienten, nachweisen, daß umgekehrt auch Menschen mit Schizophrenie ein erhöhtes Risiko von 53% für Autoimmunerkrankungen haben. Wobei mit längerer Zeitdauer nach Ersterkrankung mit Schizophrenie das Risiko einer Autoimmunerkrankung langsam abnahm (Schrumpfungsbiopathie, sinkender Energiepegel!). Für bipolare Erkrankungen ergaben sich ähnliche Befunde. Hier ist das Risiko einer Autoimmunerkrankung sogar um 71% höher.

Elsworth F. Baker hat in Der Mensch in der Falle eine enge Verbindung zwischen Phobien, die ebenfalls eng mit dem okularen Segment verbunden sind, und Autoimmunerkrankungen gezogen:

Auch die Phobie scheint ein allergischer Zustand zu sein, nur ist sie auf den psychischen Bereich beschränkt. Auch hier ist ein Erregungsfaktor vorhanden, der eine übermäßige Erregung verursacht, und eine Gegenkontraktion, die starke Angst hervorruft. (…) ich habe Fälle erlebt, wo sich eine Phobie entwickelte, als der allergische Zustand verschwand. Ich habe auch einen Fall erlebt, in dem das Umgekehrte eintrat, d.h. der Patient bekam eine Allergie, als die Phobie verschwand. In manchen Fällen kann beides vorhanden sein. Menschen, die an diesen Erkrankungen leiden, scheinen überempfindlich zu sein, d.h. „dünnhäutig“ oder von ektodermem Typus. Sie sind überempfindlich gegen ihre Umwelt, die für sie sehr bedrohlich ist. Sie neigen dazu, sich zurückzuziehen, besonders in den Augen. (…) Der Rückzug in den Augen ermöglicht wahrscheinlich die Projektion der Angst auf ein Symbol. (Baker, S. 294)

Autoimmunkrankheiten sind eine parasympathische Überreaktion (Erstrahlung) auf eine sympathische Kontraktion, die ähnlich wie Fieber das eigene System zerstören kann. Die Panzerung reicht nicht aus genug Energie zu binden, die entsprechend zur Peripherie durchbricht. Das gemahnt an das ausufernde Wahn- und Verfolgungssystem („Plussymptomatik“) des Schizophrenen.

Schizophrene vor dem Fernseher und auf dem Fahrrad

25. Oktober 2013

In der dritten Auflage der Charakteranalyse (1949) hat Reich dargestellt, daß Schizophrenie vor allem auf zwei Mechanismen beruht, die mit der Panzerung des okularen Segments, des „Augensegments“, zusammenhängen: die Trennung von Erregung und Wahrnehmung und die Ausweitung- und Ausdünnung des organismischen Orgonenergie-Feldes (der „Aura“).

Traditionellerweise wird Schizophrenie mit der Spaltung der Hirnareale in Zusammenhang gebracht, die Gedanken, Wahrnehmungen und Gefühle kontrollieren. John D. Gabrieli (Massachusetts Institute of Technology) et al. konnten jedoch zeigen, daß Schizophrenie damit einhergeht, daß die Teile des neuronalen Netzwerks, das mit der Selbstreflektion verknüpft ist, zu sehr miteinander verbunden sind. Durch die Überaktivierung dieses Systems verschwömmen die Grenzen zwischen der inneren und äußeren Realität. Schizophrene leiden unter der Unfähigkeit, ihre geistigen Ressourcen weg von inneren Gedanken und Gefühlen auf die Außenwelt zu richten. So ließen sich auch Halluzinationen und Verfolgungswahn erklären, da auf diese Weise neutrale Außenstimuli unverhältnismäßig bedeutsam erscheinen. Sind Gebiete des Gehirns aktiv, die normalerweise mit der Selbstreflektion verbunden sind, während der Betreffende beispielsweise eine Stimme im Fernsehen hört, kann es für ihn so wirken, als würde sich die Stimme direkt an ihn wenden.

http://www.amazon.de/Charakteranalyse-Wilhelm-Reich/dp/3462019821/ref=la_B004564OY8_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1382692740&sr=1-3

Fast jeder Mensch in unserer Kultur leidet unter einer Energieblockade im Kopfbereich. Besonders ausgeprägt ist diese „okulare Panzerung“ in der Schizophrenie. Hier wird auch deutlich, daß sie weitgehend an die Stelle der Körperpanzerung tritt, was möglich ist, da gleichzeitig das Energieniveau des Körpers heruntergesetzt ist. Entsprechend ist es Ziel der Orgontherapie von Schizophrenen (und zunehmend auch von okular gepanzerten Menschen in der antiautoritären Gesellschaft), die Panzerung am Kopfende abzubauen und durch eine entsprechende Panzerung in den unteren Panzerungssegmenten zu ersetzen, was mit einem generellen Anstieg des Energiepegels einhergeht.

Forscher in München, Andrea Schmitt und Peter Falkai, haben nun in Studien untersucht, daß sportliche Aktivität (Radeln) bei Schizophrenen zu einer Verbesserung der kognitiven Funktionen führt. Auch die schizophrenie-typischen Symptome nehmen ab. Sie erklären das mit einer durch die sportlichen Aktivitäten verursachten Vergrößerung des Hippocampus, der bei Schizophren gewöhnlich verkleinert ist (ÄrzteZeitung).

Wie stets in der mechanistischen Wissenschaft stehen materielle Strukturen im Mittelpunkt, während energetische Überlegungen draußen vor bleiben. Von jeher wissen Orgontherapeuten, daß Sport, insbesondere Laufen und Radfahren, die Energie aus der okularen Blockierung befreit, das Energieniveau des Gesamtkörpers ansteigen läßt und die Energie durch aufgebaute zusätzliche Muskelmasse bindet.

The Journal of Orgonomy (Vol. 26, No. 2, Fall/Winter 1992)

11. Juli 2012

Da die Augen integraler Bestandteil des Gehirns sind, kann man die entsprechenden biopathischen Erkrankungen direkt am Augenausdruck ablesen.

Die Beobachtung einer Immobilität der Augen bei Schizophrenie ist medizinisches Allgemeingut. Stephen S. Nagy zitiert Studien aus den 1970er und 1980er Jahren denen zufolge, unabhängig von der Medikation, 50 bis 85 Prozent von schizophrenen Patienten, 40 Prozent von bipolaren bzw. manisch-depressiven Patienten, aber nur 8 Prozent der Normalbevölkerung Störungen beim Verfolgen von Gegenständen mit den Augen aufweisen („Eye Movement Disorders”, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 2(1), September 1985, S. 58f).

Ähnliches läßt sich über Epileptiker sagen. So schreibt der Orgonom Morton Herskowitz, daß „jeder Patient mit idiopathischer Epilepsie, (…) den ich jemals untersucht habe, schwerwiegende Probleme mit Augenpanzerung gehabt hat“ („The Segmental Armoring“, Annals of the Institute for Orgonomic Science, 4(1), September 1987, S. 70).

Charles Konia hat sich in „Schizophrenia and Epilepsy are Functional Variants of the Ocular Repressed Character“ (S. 301-307) eingehend mit dem Verhältnis der beiden Erkrankungen auseinandergesetzt.

Sowohl der Schizophrene als auch der Epileptiker haben, Elsworth F. Baker zufolge, eine „okular unterdrückte Charakterstruktur“. Das klingt im Amerikanischen schon schief, im Deutschen sperrt sich dieser Ausdruck jedoch vollends dem Sprachgefühl. Also sollte man sagen: Es handelt sich um Charaktere, die durch eine Panzerung bestimmt werden, die die Erregung im okularen Segment fast vollständig unterdrückt. Da bleibe ich lieber bei Bakers Ausdruck 😉

Obwohl diese beiden Biopathien, also Schizophrenie und Epilepsie, demnach eng miteinander verwandt sind, sind sie in anderer Hinsicht auch gegensätzlich: ein Öffnen der Augen und eine entsprechende starke Erregung in diesem Segment führt beim Schizophrenen zur Abspaltung der Wahrnehmung von der Erregung, während es beim Epileptiker zum körperlichen Anfall führt.

Konia erklärt diesen Unterschied mit Hilfe des Viertakts der Orgasmusformel:

Er argumentiert, daß sich im Gehirn des Schizophrenen entweder keine mechanische Spannung aufbauen kann, aus der sich eine orgonotische Ladung entwickeln würde oder daß, wenn sich eine mechanische Spannung entwickelt, der Übergang zur orgonotischen Ladung unterbunden wird. Das geschehe, weil das Gehirn des Schizophrenen keine orgonotische Ladung ertragen könne und sich deshalb akut abpanzert, was zur erwähnten Spaltung führt.

Beim Epileptiker hingegen wird die Ladung zwar anfänglich ertragen, dann aber in Gestalt eines „extragenitalen Orgasmus“ (Reich) vorschnell entladen, d.h. es kommt zum epileptischen Anfall.

Die beiden Biopathien trennt, daß sich beim Schizophrenen die Ladung nicht aufbauen kann, während der Epileptiker die aufgebaute Ladung nicht halten kann. Gemeinsam ist ihnen, daß sowohl der Schizophrene als auch der Epileptiker keine orgonotische Ladung im Gehirn ertragen kann.

Beides, das Trennende und das Gemeinsame, findet sich in der psychiatrischen Literatur dokumentiert, ohne daß die Psychiater ahnen, daß sie es mit orgonotischen Phänomenen zu tun haben, die nur mit Hilfe der Orgasmusformel erklärbar sind, nämlich einer Störung im Bereich der Wahrnehmung bei der Schizophrenie (Spannung → Ladung) und einer Störung im Bereich der Motorik bei der Epilepsie (Entladung → Entspannung), beides aufgrund von „unterdrückter okularer Panzerung“.

In seinem Buch Der Gesundheitsbegriff im Werk des Arztes Wilhelm Reich (Marburg 1995) hat Stefan Müschenich darauf hingewiesen, daß sich, wie heute als gesichert angenommen werde, „produktive psychotische Symptomatik und konvulsorische (zerebralinduzierte motorische) Energieentladung wechselseitig ausschließen“. Das stehe wiederum in Einklang mit Reichs Formulierung der Funktion des Orgasmus in der psychischen Gesundheit. In diesem Zusammenhang zitiert Müschenich aus dem berühmten Psychiatrie-Lehrbuch von Rainer Tölle:

Während einer psychotischen Episode treten meist keine Anfälle auf, und bei einem Teil der Patienten gehen die zuvor bestehenden Krampfströme im EEG zurück oder sie verschwinden sogar ganz. Diese Beobachtungen haben auf die Vermutung hingelenkt, daß anscheinend ein Antagonismus zwischen Krampfgeschehen und psychotischer Episode besteht (…) Pharmakologisch interessant ist, (…) das affektive und schizophrene Psychosen durch Auslösung epileptischer Anfälle in vielen Fällen wirksam bekämpft werden.

Müschenich führt dazu weiter aus, „daß die zur Behandlung von Schizophrenien verwendeten Neuroleptika zu Störungen der Sexualfunktion führen und die Krampfbereitschaft des Organismus erhöhen, während umgekehrt eine typische Nebenwirkung der Anti-Epileptika in der Induktion psychotiformer Verwirrtheitszustände besteht“ (Müschenich, S. 52f).

Andererseits wird seit vielen Jahren darüber diskutiert, ob Schizophrenie und Epilepsie nicht viel gemeinsam haben. Clare J. Wotton und Michael J. Goldacre konnten nun anhand sehr weit zurückreichender Aufnahmebefunde einer großen Anzahl von Patienten nachweisen, daß Schizophrene eine zwei- bis dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit haben, später an einer Epilepsie zu erkranken. Bei Epileptikern lag die Wahrscheinlichkeit später an Schizophrenie zu erkranken sogar um das Vier- bis Fünffache höher.

Man kann spekulieren, daß im ersteren Fall die okulare Panzerung schwächer wird und sich deshalb, frei nach Konia, der Spannungs-Ladungs-Viertakt zumindest bis zur zweiten (motorischen) Phase fortsetzen kann, während im letzteren (und offensichtlich weitaus häufiger auftretenden) Fall sich die Panzerung verschlimmert und der vorher noch mögliche Ladungsaufbau ganz unterbunden wird.

Zum Thema siehe auch die entsprechenden Überlegungen von Robert A. Dew in The Journal of Orgonomy (Vol. 8, No. 2, November 1974).

The Journal of Orgonomy (Vol. 25, No. 2, November 1991)

17. Juni 2012

Gesunde Augen sind frei beweglich, können alle Emotionen ausdrücken, beidäugig, dreidimensional sehen und „Erregung von den Augen her wird unmittelbar als lustvoller Kitzel (pleasurable thrill) im Genitale gespürt“ (Elsworth F. Baker: Der Mensch in der Falle, S. 56).

Bei Gesundheit sind die Augen beweglich, sie leuchten, sind feucht, weit geöffnet, sie sind weder eingesunken, noch stehen sie hervor. Sie sind lebhaft und wach. Die Pupillen reagieren schnell. Die Augenlider, die Stirn, die Seiten der Nase und die Kopfhaut sind frei beweglich und haben eine gute Farbe. (Philip Gold: „Orgonomic Therapy of the Ocular Segment“, Orgonomic Medicine, 2(1), April 1956, S. 51-63)

Betrachten wir nun das okulare Segment von Wilhelm Reich, angesichts der Behauptungen er selbst sei schizophren gewesen. Dazu schreibt Reichs letzter Schüler Morton Herskowitz:

(…) wenn die gestörte Funktion im Augensegment krankheitstypisch für psychotische Prozesse ist, war Reich, mit seinem außerordentlich klaren Blick, kein sehr wahrscheinlicher Kandidat für eine Psychose. (Morton Herskowitz: „Recollections of Reich“, Journal of Orgonomy, 12(2), November 1978, S. 185-200)

Eine biopathische Störung der Augen ist der Strabismus. Charles Konia schreibt dazu in „Somatic Manifestations of Ocular Armor: A Case of Vertical Strabismus with Scoliosis“ (S. 207-213):

Schielen (…) kann sich jederzeit während des Prozesses der okularen Koordination und Integration entwickeln, und ist einer der vielen Wege, wie eine emotionale Störung die Fähigkeit beeinträchtigen kann zu sehen. (S. 207)

Der divergente Strabismus einer Patientin konnte mit der adjuvanten Behandlung durch einen Augentherapeuten (Stichwort William H. Bates) in der Orgontherapie vollständig beseitigt werden. Ein interessanter Aspekt, von dem Konia berichtet, betrifft das unterschiedliche Funktionieren der beiden Augen:

In der Orgontherapie rief eine Augenklappe auf dem linken Auge Gefühle der Selbstkritik, Selbstzweifel und Angst hervor. Die Bedeckung ihres rechten Auges erzeugte angenehme Gefühle. (S. 211)

Das unterstreicht nur wieder, wie unmittelbar die „Spiegel unserer Seele“ tatsächlich mit der „Seele“ verbunden sind und wie wichtig es für das seelische Gleichgewicht ist, beidäugig zu sehen.

Im folgenden Video wird sehr deutlich, wie nahe sich die Bates-Methode und die medizinische Orgonomie sind. Wer immer in Orgontherapie war, kann bestätigen, daß das Sehen kein mechanischer Vorgang ist. Die Augen sind keine Miniphotoapparate, die ihre Daten ans Gehirn weitergeben und ansonsten nichts mit dem restlichen Körper zu tun haben. Jedoch genau so werden sie in der modernen biomedizinischen „Wissenschaft“ behandelt!

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=O4BDvF1K85w%5D

Siehe auch The Journal of Orgonomy (Vol. 14, No. 2, November 1980).