Posts Tagged ‘Bauch’

Die Ordnung der Panzersegmente

21. April 2026

Elsworth F. Baker zufolge ist das Brustkorbsegment das wichtigste Segment, weil es Lunge und Herz umfaßt: Aufnahme und Verteilung des Sauerstoffs. Außerdem ist es das erste Segment, das sich in der individuellen Entwicklung abpanzert: Drosselung der Energie. Außerdem erwähnt er, daß man das Brustsegment in einen oberen und unteren Bereich unterteilen kann (Der Mensch in der Falle, S. 102). Aus Sicht des energetischen Orgonoms ist es das bioenergetische Zentrum des Organismus:

Aus Sicht des orgonotischen Systems, d.h. der Struktur gewordenen Pulsationsfunktion, liegt der bioenergetische Kern hingegen im Oberbauch, d.h. dem Solar plexus: das zentrale Nervengeflecht, das Parasympathikus (Expansion) und Sympathikus (Kontraktion) miteinander verbindet.

Aber zurück zum energetischen Orgonom: Es ist, als würde das Brustsegment nach oben und nach unten verweisen als bioenergetisches Zentrum des Organismus. Oberhalb des Brustsegments gibt es drei Segmente (Hals-, Mund- und Augensegment) und unterhalb drei (Zwerchfell-, Bauch- und Beckensegment). Entsprechend gibt es eine bioenergetische Logik, die das Hals- mit dem Zwerchfellsegment verbindet, das Mund- mit dem Bauchsegment und schließlich das Augen- mit dem Beckensegment.

Zunächst einmal versuchen im Orgasmusreflex sich das Becken und der nach hinten geworfene Kopf einander zuckungsartig zu nähern, wobei die Brust kollabiert (Ausatmung), so als wolle sie sich in der Mitte zusammenfalten, was aus anatomische Gründen natürlich nicht geht. Daß Mund- und Bauchsegment zusammengehören, sollte offensichtlich sein, beginnt doch die Verdauung bereits im Mund. Bioenergetisch ist die „Magenverstimmung“ funktionell identisch mit der „depressiven Verstimmung“, die mit dem oralen Segment verbunden ist. Die Melancholie (chronische Depression) schlägt auf den Magen, während die Manie (manische Depression) mit Freßanfällen einhergeht. Hals und Zwerchfell sind die beiden Strukturen, die einerseits den Kopf vom Körper trennen (die meisten Menschen „leben“ nur in ihrem Kopf, „Sex findet im Kopf statt!“) andererseits den Unterkörper förmlich abriegeln. Mit Auflösung der Halspanzerung wird der Kopf frei bzw. verbindet sich der Kopf („der Geist“) mit dem Körper. Mit der entsprechenden Auflösung der Zwerchfellpanzerung wird der Körper erst als wirklich dreidimensional empfunden: ein Körper, durch den Ströme fließen. Am interessantesten ist aber die Verbindung von Augen- und Beckensegment: hier haben wir jeweils die innigste Verbindung zur Umwelt. An beiden Enden des Orgonoms drängt die Energie nach außen, wie an der obigen Abbildung zu sehen ist. Gehirn und Genital sind unmittelbar voneinander abhängig. Wie der Volksmund so schön kundtut, fickt der Gepanzerte mit dem Gehirn und „denkt mit dem Schwanz“. Nur der Ungepanzerte kann wirklich denken (d.h. funktionell denken) und wirklich lieben (d.h. wirklich Liebe empfinden – nicht nur „Platonisch“ bzw. pornographisch). Das zeigt sich in den Träumen und im Denken. Beides ist nicht mehr verwickelt, sondern eindeutig und einfach. Gleichfalls ist das Liebes- und Sexualleben nicht mehr „verwickelt“, d.h. voller Ambivalenz, sondern eindeutig und instinktsicher. Die „okulare Vision“ und die genitale Aktivität sind eins. Der Mensch ist mit sich und seiner Umwelt einig. ER LEBT! Für den Gepanzerten hingegen ist alles Wirrnis und Drama. Die Hysterie (Freuds „das Rätsel Weib“) ist das schlagende Beispiel, genauso aber auch der stets imgrunde saublöde Phallische Narzißt. Der verpeilte „Krieg der Geschlechter“…

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 142)

17. Juli 2024

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Im Unterschied zwischen Kopf und Bauch ist der zwischen Ironie und dem, was man „Brennen“ nennen könnte, aufgehoben. Der „Kopf“ (Augen, Ohren) impliziert immer Fernwahrnehmung, Distanz, während der „Bauch“ immer Nähe bedeutet. Und das auch über weite räumliche und zeitliche Distanzen hinweg: „Ich fühle mich den haitianischen Befreiungskämpfern Ende des 18. Jahrhunderts ganz nah!“ Wir wissen heute, daß die haitianische Revolution ein schlechter Witz war und damals das Elend erst richtig angefangen hat. Aber troztdem: der Bauch kann nicht lügen. Er kann zwar für das Falsche brennen, aber das Brennen selbst ist echt. Das zu sagen impliziert interessanterweise die größtmögliche Distanziertheit, denn wann war das Brennen je intensiver als bei der Hitlerjugend oder den Roten Brigaden Maos?

Der „Kopf“ kann immer mit Scheingebilden, Chimären, unsinnigen Geisteskonstruktionen einhergehen, letztendlich das Über-Ich („über dem Körper bzw. Bauch!“). Stirner hat genau das bekämpft, wird aber implizit als „verkopft“ hingestellt.

Der „Stirnerianer“ Reich hat sich explizit dem Bauch zugewandt („Bioenergetik“, „der Solar plexus als Kern des Organismus“), während der „Feuerbachianer“ Freud ganz Kopf war: Distanz bis ins Extrem im psychoanalytischen Setting, Kinder distanziert behandeln, um den Ödipuskomplex nicht zu provozieren, Sublimation, explizite Verneinung „ozanischer Gefühle, Psychologie statt Physiologie. Ähnliches findet man bei LaMettrie vs. Haller, Voltaire, etc. Und auch bei Stirner vs. Marx, wenn man darauf achtet, daß Stirner den Einzelnen auf seine körperliche Unmittelbarkeit reduziert, während er sich bei Marx, trotz allem „Materialismus“, zu einem abstrakten „Ensemble gesellschaftlicher Kräfte“ verflüchtigt.

Gershon: Der kluge Bauch (2001)

21. März 2017

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Gershon: Der kluge Bauch (2001)