Die sexuelle Revolution

Als Reich aus dem Ersten Weltkrieg heimkehrte und nach einem Semester Jura anfing Medizin zu studieren, organisierte er zusammen mit seinem damaligen Freund Otto Fenichel ein privates Studentenseminar über eine Leerstelle im offiziellen Lehrplan: die Sexologie. Über dieses Seminar kam er in Kontakt mit Freud und wurde sehr schnell Psychoanalytiker. Was ihm bereits damals auffiel, war, wie imgrunde fremd ihm die Herangehensweise der damaligen Sexologen und Psychoanalytiker war, die sich detailversessen an allen möglichen Perversionen abarbeiteten, das eigentliche Thema aber verfehlten: die gewöhnliche Sexualität des Menschen bzw. das, was sich die meisten Menschen als erfüllende Liebe ersehnen. Entsprechend lebte er als Sexualaufklärer in einer vollkommen anderen Welt als etwa Magnus Hirschfeld. Es gab praktisch keinerlei Berührungspunkte. Man muß auch daran denken, daß zu der Zeit, als Reich in Berlin tätig war, Berlin als die „Sexhauptstadt“ der Welt galt. Nichts davon ist in seinem persönlichen Leben oder in seiner „Sexpol“-Arbeit zu finden. Entsprechend verband ihn in Amerika so gut wie nichts mit Leuten wie Henry Miller oder Alfred Kinsey. Vielmehr galt er wegen seines Beharrens auf der Genitalität als prüde und außerdem betrachteten ihn beispielsweise die damaligen Anarchisten, die für „sexuelle Freiheit“ fochten, als eine Gefahr, weil sie befürchteten mit seiner „Pseudowissenschaft“ in einen Topf geworfen zu werden.

In seiner Sexpol-Arbeit beschäftigte er sich natürlich auch mit Perversionen, Hermaphroditen, etc. doch dies nie in seinen öffentlichen Vorträgen, sondern nur in Einzelgesprächen, wo es darum ging, daß das ganze kein Problem der Moral sei, daß sich der betreffende nicht schämen müsse, wo er weitere Hilfe finde, etc. Das kontrastiert auffallend zur „modernen“ Herangehensweise, Minderheitenprobleme in den Mittelpunkt zu stellen und das, was „die Massen“ angeht, an den Rand zu schieben.

Kurioserweise wurde von Anfang an versucht Reich mit der „sexuellen Revolution“ der 1960er Jahre in Verbindung zu bringen, allein schon wegen des gleichnamigen Buchtitels von Reichs Mitte der 1940er Jahre erschienenen Buches. Doch ist es vollständig abwegig Reich in irgendeine Beziehung etwa zum Playboy oder anderen Vermarktern von „Sex“ zu setzen. Man schaue sich nur den Film What‘s New Pussycat aus dem Jahre 1965 an. Nichts verband ihn mit den Hippies und selbst in der Studentenbewegung, man denke nur an Cohn-Bendit, wurde eindeutig Herbert Marcuse bevorzugt und Reich der „Fetischisierung der Genitalität“ geziehen.

Die wahre „sexuelle Revolution“ hatte für Reich verschiedene Aspekte. Zunächst einmal ging es um die Herstellung einer grundsätzlich sexualpositiven, lebensfreundlichen und das hieß für Reich anfangs vor allem antireligiösen Atmosphäre. Diese stellte er etwa auf den Massenversammlungen der Sexpol in Wien und Berlin her. Heute kann man kaum sagen, daß die gesellschaftliche Atmosphäre „sexualpositiv“ ist, vielmehr ist sie von Angst geprägt nicht irgendwelchen Kriterien zu genügen und ständig wird Angst vor Geschlechtskrankheiten, insbesondere HIV eingeflößt. Hinzu kommt, daß heute „Sex“ weitgehend als Ersatz für familiäre Wärme und emotionalen Kontakt herhalten muß. Bei Migranten herrschen heutzutage ähnliche Verhältnisse wie damals im erzkatholischen Österreich oder in der damaligen deutschen Provinz und selbst die Deutschen sind alles andere als „antireligiös“, vielmehr greift eine „Spiritualität“ um sich, die die Menschen erst recht von ihrer Sexualität entfremdet.

Einer der Hauptgegensätze zwischen Reich und Freud war die Natur des Ödipuskomplexes. Für Freud war er eine biologische Gegebenheit, aus der sich die Kultur entwickelt hat, die deshalb untrennbar mit der Neurose verknüpft sei. Für Reich war er ein Kunstprodukt der patriarchalen Familienstruktur und würde sich, zusammen mit der Neurose, mit dem Verschwinden der Familie, wie wir sie kennen, in Luft auflösen. Er schaute dabei hoffnungsvoll nach Rußland und dessen Experimenten mit „kollektiver Erziehung“. Reich dachte dabei vor allen an von den Kindern selbstgesteuerte „Kinderrepubliken“, in denen kindliche Sexualität ausschließlich zwischen etwa gleichaltrigen Kindern stattfindet. Gleichzeitig erkannte Reich im Laufe der Zeit aber immer deutlicher, wie sehr das Kind vom Augenblick der Geburt an die körperliche und vor allem emotionale Nähe seiner Mutter braucht, um gesund heranzuwachsen. In der sogenannten „sexuellen Revolution“ kam es jedoch, nicht zuletzt durch den Einfluß der orthodoxen Psychoanalyse, die bei zu engem Kontakt zwischen Kindern und Eltern immer eine „Aktivierung des Ödipuskomplexes“ witterte, zu einem Wegbrechen dieses Urvertrauens. Für Kinder und Jugendliche wurde „Sex“ zu einem Ersatz für diese Nähe und Menschen mit pädophilen Tendenzen sahen sich berufen, die Sexualität von Kindern „zu befreien“, wobei sie sich irrwitzigerweise teilweise sogar auf Reich beriefen.

Durch den Zerfall der alten triebgehemmten autoritären Ordnung und ihre schrittweise Ersetzung durch eine triebenthemmte antiautoritäre „Unordnung“ ist es infolge der „sexuellen Revolution“ zu einer grundlegenden Veränderung der Panzerstruktur des Durchschnittsmenschen gekommen, nicht zuletzt auch durch die Verbreitung legaler und illegaler Drogen, insbesondere Marihuana: muskuläre Panzerung wurde weitgehend durch okulare (Augen-) Panzerung ersetzt, was zu einem Zustand allgemeiner Kontaktlosigkeit, einem höheren Angstpegel und allgemeiner Orientierungslosigkeit führt, die die Augenpanzerung immer weiter verstärkt.

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26 Antworten to “Die sexuelle Revolution”

  1. O. Says:

    Die Annahmen des letzten Absatzes – einer Wirksamkeit einer „sexuellen Revolution – im Sinne einer Sexualisierung und Strukturverschiebung hin zu sog. „frühen Stöungen“ und massen hafte Zersetzung des muskulären Panzers – finden in der klinischen Betrachtung von Klienten (aus meiner Sicht) keine Entsprechung und führen zu theoretischen Verwirrungen. Reich sei mit seiner Charakteranalyse gehemmter Strukturen überholt oder sein Entwicklungsmodell der Neurosen sei nicht mehr anwendbar, das Gegenteil ist nach wie vor der Fall.

    Man kann annehmen, dass junge Menschen eine bessere Genitalität entwickelt haben, als die Generation noch vor 50 Jahren. Aber sind die gesellschaftlichen Bedingungen, das soziale Umfeld wirklich sexualbejahender geworden? Die Antwort ist nein. Sexueller Missbrauch in Familien und sex. Übergriffe sind tägliche Bedrohungen, gegen die Menschen sich schützen müssen. Die soziale Kontrolle im kleinstädtischen Mileau (in anderer Weise auch in der Großstadt), übers Internet und Denunziantentum haben immer noch das gleiche Motiv: den Zugriff auf die Sexualität des anderen, diese zu hemmen und der Liebe eines Menschen mit Hass und Neid zu entgegnen.
    Das Modell der (Zwangs-)Ehe (und damit ist die normale westl. Form der Ehe schon gemeint) als einzig „wahre“ Beziehungsform, die gesellschaftlich akzeptiert sei, ist tief in unsere Herzen gebrannt, da jede andere Form als Bedrohung empfunden wird. Die Ernüchterung über dieses Eheversprechen, dass wirtschaftliche Vorteile verspricht und gleichzeitig eine Abhängigkeit zementiert, folgt nach kurzer Zeit oder nach 20 Jahren, wenn die Kinder wieder aus dem Haus sind. („Wir haben uns nicht geliebt. Ich wurde verlassen.“ usw.)

    Ich glaube auch, dass Sex schon immer als Ersatz für familiäre Wärme herhalten musste, dies ist kein neues Phänomen. Im 20. Jahrhundert oder den letzten 100 Jahren in Deutschland (und woanders) gab es keinen Zeitpunkt, wo es nicht um das nakte Überleben oder um finanzielle/ wirtschaftliche Sicherheit ging. Emotionale Beziehungen und Befindlichkeiten mussten immer zurückstehen und waren weder in der Großfamilie noch in der Kleinfamilie von echter Bedeutung. Retrospektive Romantisierungen der Familie sind wenig nützlich.
    In Reichs Beschreibungen wird die antisexuelle Rolle des Glaubens und der Kirchen klar beschrieben; seine Träume und Utopien eines Gegenentwurfes zeigten sich als fromme Wünsche, die an der Gesellschaftsform sowie an den verküppelten Charakterstruktur Einzelner und im Kollektiv scheitern. Und hier sind wir keinen Schritt weiter.

    • Robert (Berlin) Says:

      „Man kann annehmen, dass junge Menschen eine bessere Genitalität entwickelt haben, als die Generation noch vor 50 Jahren.“

      Behaupten kann man viel. 1967 waren die meisten Menschen in Deutschland noch eher konservativ, im Gegensatz zu heute. Konservative neigen zu weniger Perversionen und orientieren sich an der biologischen Rolle. Das Propagieren der Perversionen ist typisch links und wird ja auch in den Schulen gelehrt.
      Aus meiner Sicht stimmt das genaue Gegenteil: Prägenitalität ist heutzutage stärker verbreitet.

  2. Tzindaro Says:

    In the 60s social movements, several people actively worked to promote Reich’s ideas. Lee Baxendall, who translated Reich’s early sex-pol writings into English, is one who comes to mind. Bart Kaplan was another Reichian revolutionist. Many of the well-known names of that era, including at least one famous rock band, were influenced by Reich without going off into distortions.

    The failure of the 60s sexual revolution was largely due to the failure of the American orgonomists to provide the leadership it needed. If the orgonomists had not been so right-wing and if they had been in the forefront of the movement instead of on the side of reaction and oppression, the sexual revolution Reich wanted could have happened.

  3. Peter Nasselstein Says:

    Sehr guter Artikel (auch die Leserkommentare lohnen sich!) über die extreme Augenpanzerung der linksgrünen Mischpoke:

    http://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/warum-sie-mit-psychopathologisch-gestoerten-gutmenschen-nicht-diskutieren-sollten/

  4. Robert (Berlin) Says:

    Die sexuelle Konterrevolution

    https://de.gatestoneinstitute.org/9722/europa-frauen-islam

  5. Peter Nasselstein Says:

    Masturbation mit Reich im Rücken:

  6. Peter Nasselstein Says:

    Neues vom Orgonchannel:

    • O. Says:

      Heimann sagt ja nicht viel über seine Reichtherapie (oder wie er sie auch immer nennt): Sie sei das „Erlernen von Expansion“ und damit quasi eine Verhaltenstherapie. Und damit hat er absolut Recht, von Orgontherapie hat er keine Ahnung, von Verhaltenstherapie auch nicht, aber er könnte auch als VT-ler irgendwie durchgehen, wenn er seine Expansionsarbeit noch als PMR versteht.

  7. Robert (Berlin) Says:

    Die sexuelle Konterrevolution heute

    Unglückseliges Gender-Paradoxon (Biologe Prof. Dr. Ulrich
    Kutschera)

    http://www.weltderfertigung.de/downloads/heft-1_2017-normalversion.pdf
    ab Seite 16

  8. Robert (Berlin) Says:

    Der Evangelist Roger Liebi zur sexuellen Revolution
    (Reich ab 5:01)

  9. Robert (Berlin) Says:

    Wilhelm Reich and the Sexual Revolution

    https://libcom.org/library/wilhelm-reich-sexual-revolution

  10. Robert (Berlin) Says:

    Kuby, Die globale sexuelle Revolution, S. 52f:
    Wilhelm Reich

    In Deutschland war Wilhelm Reich in der Zeit der Wei-
    marer Republik und nach seiner Wiederentdeckung 1968
    einer der wirksamsten Sexualrevolutionäre. Schwer belas-
    tet durch den Suizid seiner Mutter, als er 14 Jahre alt war,
    und den Tod des depressiven Vaters wenige Jahre später,
    machte Wilhelm Reich bereits als Student Karriere in der
    Wiener Psychoanalytischen Vereinigung, die 1908 von Sig-
    mund Freud gegründet worden war. Ohne jemals eine
    Lehranalyse abgeschlossen zu haben, betätigte er sich
    bereits mit 23 Jahren als Psychoanalytiker.
    Aus der Libidotheorie von Freud wurde die Orgasmus-
    theorie von Reich, welche – vereinfacht – besagt, dass
    der Mensch dreimal in der Woche einen Orgasmus
    braucht, um gesund zu sein und als revolutionäres Sub-
    jekt die klassenlose Gesellschaft aufbauen zu können.
    Wie er dazu kommt, ist nebensächlich – eigenhändig
    oder mit wechselnden Partnern beiderlei Geschlechts.
    Dazu mussten die »Zwangsehe« und die »Zwangsfamilie
    als Erziehungsapparat« zerstört werden. Das Mittel dazu
    war die Sexualisierung der Massen, allen voran der Kin-
    der. Reich erkannte: »Die patriarchalische Familie ist die
    strukturelle und ideologische Reproduktionsstätte aller
    gesellschaftlichen Ordnungen, die auf dem Autoritäts-
    prinzip beruhen. Wir diskutieren nicht die Existenz oder
    Nicht-Existenz Gottes, wir eliminieren einfach die sexu-
    elle Repression und lösen die infantilen Bindungen an
    die Eltern auf« ¹⁹ – der Rest der subversiven Ziele erledigt
    sich dann durch die in Gang gesetzte Dynamik wie von
    selbst.
    Was beruht auf dem Autoritätsprinzip? Die Beziehung
    zu Gott, zur Kirche, zur Tradition, zum Staat, zu den El-
    tern, insbesondere zum Vater, zum Lehrer. Reich er-
    kannte glasklar: Sexualisierung war das Vehikel, um all
    diese Beziehungen zu zerstören und damit die Ord-
    nungsstruktur der gesamten Gesellschaft.
    Für diese Agenda schuf er einen gewaltigen theore-
    tischen Überbau mit wissenschaftlichem Anspruch, so
    wie auch der Marxismus als unfehlbare, objektive Wis-
    senschaft auftrat, von Reich erweitert um die neu erfun-
    dene »Wissenschaft« der Psychoanalyse. Wie jeder Ideo-
    logie geht es Reich darum, mit einem gewaltigen Denkge-
    bäude die zerstörerische Agenda als objektiv und gut zu
    verkaufen.
    Kriege, die Ausbeutung des Proletariats, der »religiöse
    Mystizismus« und der Faschismus ²⁰ haben nach seiner
    Theorie eine einzige Ursache: Die 6000 Jahre währende
    »Unterjochung des Sexualtriebes«, welche die Mensch-
    heit weltweit krank gemacht habe. ²¹ Alle diese Geißeln
    des Menschenlebens würden für immer verschwinden, wenn der Mensch seine sexuellen Bedürfnisse ohne jede
    Einschränkung befriedige.
    Dafür kämpfte Reich, dafür trat er in die kommunis-
    tische Partei ein, aus der er 1933 ausgeschlossen wurde.
    Er gründete die Sex-pol-Bewegung, die im Vorkriegs-Berlin
    proletarische Massenveranstaltungen organisierte. Das
    Programm: »Sexuelle Bejahung als Kern der lebensbe-
    jahenden Kulturpolitik auf der Grundlage der sozialis-
    tischen Planwirtschaft.« ²² In nuce: Befriedige deine sexu-
    ellen Begierden und du schaffst das Paradies auf Erden.
    Eine frühe Vorwegnahme der später so anmutig wir-
    kenden Hippie-Parole: Make love not war.
    Die entscheidende Rolle kam in Reichs Strategie den
    Kindern und Jugendlichen zu. Sexuell aktive Kinder sind
    natürliche Revolutionäre, die gegen jede Autorität rebel-
    lieren. Es geht Reich darum, die »sexualverneinende und
    -verleugnende Erziehung« abzuschaffen und Kinder und
    Jugendliche durch Sexualisierung aus dem Familien-
    verband zu lösen. »Die revolutionäre Jugend ist familien-
    feindlich und -zerstörend.« ²³ Reich propagierte Onanie
    als »Ausweg aus den Schäden der Abstinenz« und Ge-
    schlechtsverkehr ab der Pubertät, denn »der Bestand der
    Zwangsehe und Familie sowie die Erzeugung der Unter-
    tanenstruktur erfordern diese Unterdrückung [der ju-
    gendlichen Sexualität].« ²⁴
    Wilhelm Reich hatte erkannt, dass die totale Sexuali-
    sierung der Kultur die Auslöschung der Kirche und des
    klassischen Staates bedeuten würde, und eben dies war
    sein Ziel. E. Michael Jones bringt auf den Punkt, was eine
    Gesellschaft im Übergang vom christlichen zum hedo-
    nistischen Gesellschaftsmodell um keinen Preis erken-
    nen will: »Der Staat muss mit beiden Füßen auf der
    einen oder der anderen Seite stehen: Entweder die Herr-
    schaft der Vernunft und der Selbstkontrolle oder die
    Herrschaft der sexuellen Revolution … Der klassische
    Staat muss Tugend fördern; der revolutionäre Staat muss
    Laster fördern … Aber früher oder später führt Laster
    auch zum Niedergang des revolutionären Staates.« ²⁵
    Merkwürdigerweise hat sich Reich selbst dem Zwang
    der Ehe dreimal unterworfen. Auch von seiner dritten
    Frau, die er im Exil in New York, USA, ehelichte und mit
    der er ein drittes Kind zeugte, ließ er sich scheiden.
    Reich entwickelte einen »Orgon-Akkumulator«, eine
    Maschine zur Produktion von »Lebensenergie«. Wegen
    des Verkaufs dieses Apparates wurde er zusammen mit
    seinem Mitarbeiter Dr. Silvert als Betrüger zu Gefängnis
    verurteilt. Reich starb 1957 im Zuchthaus Lewisburg, sein
    Mitarbeiter wurde ein Jahr später entlassen und verübte
    kurz danach Selbstmord.
    Wilhelm Reich war außerordentlich einflussreich. Der Begründer der Gestalttherapie, Fritz Perls, hatte bei Reich
    in Wien eine Lehranalyse absolviert. Die sehr erfolgreiche
    Bioenergetik von Alexander Lowen war von der Reich’-
    schen Theorie der »Panzerung durch Sexualun-
    terdrückung« inspiriert.
    Den großen kulturrevolutionären Durchbruch erlangte
    Wilhelm Reich postum durch die 68er-Revolte. Seine
    Botschaften wurden in die Theorie der »Frankfurter
    Schule« eingekleidet und durch die Werke der zurückge-
    kehrten Emigranten Adorno, Horkheimer und Marcuse
    neu in die Hirne und Herzen der Studenten eingepflanzt.
    Wie verführerisch war doch die Botschaft: Befreie dich
    aus der repressiven christlichen Sexualmoral, lebe deine
    Triebe aus und schaffe so das Paradies der »herrschafts-
    freien Gesellschaft«. ²⁶

    • stephan Says:

      “ E. Michael Jones bringt auf den Punkt, was eine
      Gesellschaft im Übergang vom christlichen zum hedo-
      nistischen Gesellschaftsmodell um keinen Preis erken-
      nen will: »Der Staat muss mit beiden Füßen auf der
      einen oder der anderen Seite stehen: Entweder die Herr-
      schaft der Vernunft und der Selbstkontrolle oder die
      Herrschaft der sexuellen Revolution … Der klassische
      Staat muss Tugend fördern; der revolutionäre Staat muss
      Laster fördern … Aber früher oder später führt Laster
      auch zum Niedergang des revolutionären Staates.« “

      E.Michael Jones ist ein Antisemit, wie man an den Buchtiteln erkennen kann:

      https://www.fidelitypress.org/bookstore
      https://blogs.timesofisrael.com/e-michael-joness-war-on-the-jews/

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